Beiträge von buchregal123

Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Zwei Morde – zwei Orte – eine Serie:


    Der erste wird von zwei Arbeitern auf dem gegenüberliegenden Dach beobachtet und gefilmt. Bei der Polizei geht sehr schnell ein Hinweis auf den vermeintlichen Täter ein und das Video vom Handy der Arbeiter ist sofort im Netz. Da scheint ja jemand sorgfältig geplant zu haben.


    Tatverdächtig ist Michael von Kotten, ein junger Mann, der sich im falschen Körper fühlt und mit seiner Familie nichts am Hut hat. Er taucht bei der Anwältin Evelyn Meyers auf. Bevor die Polizei ihn in der Anwaltskanzlei verhaftet, erfährt Evelyn noch, dass Oberstaatsanwalt Ostrovsky den Fall an sich gerissen hat. Meyers redet mit ihm, um herauszufinden, was ihn dazu gebracht hat. Er scheint einen Hass auf die von Kottens zu haben, hält sie alle für korrupt. Ostrovsky gedenkt das Gesetz zu dehnen, um den Fall erfolgreich abzuschließen. Evelyn wird von der treuen Seele Ostrovskys, Martha, gewarnt, aber sie ist ein Mensch, der durch solche Hindernisse nur noch beharrlicher wird. Ob ihr Gegner das berücksichtigt hat?


    Meyers und ihr Assistent Florian sind auf Zack. Beim Durchsehen der Akten stellen sie fest, dass sehr schluderig gearbeitet wurde von der Polizei. Selbst wenn das Video recht eindeutig erscheint, so muss die Polizei doch alles Spuren aufnehmen, doch das ist nicht geschehen. Man hat sich eingeschossen. Evelyn und Flo nehmen eigene Spuren auf und lassen sie von einem unabhängigen Institut auswerten.


    Dann versucht Michaels Vater Evelyn einzuschüchtern. Er will seinen Sohn hinter Gittern sehen und behauptet, dass Michael ein Verhältnis mit dem Toten hatte. Wer eine solche Familie hat, braucht keine Feinde.


    Bei dem zweiten Toten ist Walter Pulaski für die Sicherung der Beweise zuständig. Da ich die Vorgängerbände noch nicht gelesen habe, kannte ich seine charmante Art noch nicht. Es stört ihn überhaupt nicht, wenn sich jemand über ihn beschwert. Er ist kein bequemer Polizist, aber wohl sehr fähig. Natürlich ist er sauer auf die Kollegen, die dafür gesorgt haben, dass erst die Ehefrau des Toten und dann die Tochter Nina am Motel auftauchen. Dumm nur, dass seine Tochter mit Nina befreundet ist und dass die beiden nicht daran denken, die Füße stillzuhalten. Ganz schön clever, wie die Mädchen Schlüsse ziehen. Jasmin hat wohl auch das kriminalistische Gen. Aber sie hat nicht daran gedacht, dass ihr Vater von Natur aus misstrauisch ist.

    Was für ein rach- und selbstsüchtiges Weib Paulas Mutter ist! Hat sie doch tatsächlich ihren Mann mit Absicht sterben lassen :o

    Egal, was nun zwischen ihm und Caroline Bennett war oder auch nicht, aber das ist keine Entschuldigung für das, was sie getan hat. Dass William Carolines Namen gerufen hat, würde ich nicht überbewerten wollen, das kann seiner Dehydrierung zuzuschreiben sein oder auch einfach der Tatsache, dass er nie und nimmer damit gerechnet hat, dass Margret oben am Turm auftaucht. In dem Fall hätte ich auch eher mit Caroline gerechnet, mit der er ein Stück gemeinsame Strecke gereist ist und die evtl. darüber informiert war, was er an Unternehmungen geplant hatte.

    Ich denke auch, dass er nie und nimmer mit seiner Frau gerechnet hat. Dass er Caroline gerufen hat, bedeutet wirklich nicht, dass die beiden etwas miteinander hatten.

    Das wäre Harriet und Margret nie in den Sinn gekommen!

    Die hätten alles getan, um Paula wieder als Pflegerin wegzusperren.

    Ich frage mich ja, ob sie nicht einfach übersehen hat, dass sie erwachsen ist und eine eigene Meinung und einen eigenen Lebensplan haben darf. So schnell, wie sie dann alleine nach Deutschland gereist íst und ihr ganzes Verhalten zeigen eigentlich, dass sie schon selbstvertrauen hatte aber sie hatte nicht gelernt, gegen die Mutter aufzubegehren. Da spielen auch die gesellschaftlichen Zwänge sicher eine Rolle. Die Tochter widerspricht nicht der Mutter, die Familie muss zusammen halten. Und sie hatte ja NUR die Mutter. Die war lange die wichtigste Bezugsperson. Das legt man nur schwer ab.

    Ich glaube auch, daß Paulas Mutter sie einfach nicht loslassen konnte. Dadurch daß Paula bei Harriet war, hatte sie sie auch unter Kontrolle. Denn Harriet und ihre Mutter waren aufeinander eingeschworen.

    Ob Margaret nicht loslassen wollte oder ob sie einfach nur wollte, dass ihre Geheimniskrämerei nicht herauskam - da bin ichmir nicht so sicher.

    Es war wieder eine tolle Leserunde. Vielen Dank dafür und auch an dich, liebe Susanne, für die vielen zusätzlichen Informationen. Meine Rezension werde ich natürlich auch wieder streuen.


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    Paula Cooper wurde von ihrer Mutter Margaret vor vielen Jahren zu deren Cousine Harriet geschickt. Seither lebt sie ziemlich zurückgezogen in dem kleinen Ort Kings Langley, Hertfordshire. Harriet ist kränklich und genießt es umsorgt zu werden. Durch einen neugierigen Postboten erfährt Paula, dass ein Brief für sie angekommen ist. Den hat Harriet in Übereinkunft mit Margaret Paula vorenthalten. So erfährt Paula, dass sie einen Onkel hat, der in Bonn lebt. Rudy ist schwer erkrankt und möchte seine Nichte noch einmal sehen. Paula macht sich auf die Reise, um ihren Onkel kennenzulernen und mehr über ihren Vater zu erfahren, denn ihre Mutter schweigt beharrlich. In Bonn lernt sie den Fotografen Benjamin Trevor kennen, der sich mit ihr auf die Suche macht, um das Geheimnis von Paulas Familie zu ergründen.


    Ich liebe die Bücher von Susanne Goga und auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen.


    Wir haben das Jahr 1868, als sich Paula auf die Reise macht. Reisen ist noch mit vielen Unbequemlichkeiten verbunden, aber das Reiseunternehmen Thomas Cook ist schon damals bemüht, das Reisen möglichst komfortabel zu gestalten. So kommt Paula nach Bonn, wo sich eine britische Kolonie angesiedelt hat. Sie sieht eine Landschaft, die nicht nur sie selbst fasziniert, sondern die auch ihren Vater vor vielen Jahren angezogen hat. Die Örtlichkeiten sind alle so gut beschrieben, dass man gleich Lust bekommt, auf Paulas Spuren zu wandeln. Aber auch die Menschen sind sehr gut charakterisiert.


    Ich mochte Paula vom ersten Moment an. Sie hat sich hingebungsvoll um Harriet gekümmert und für sich selbst vom Leben nichts erwartet. Inzwischen ist sie 32 Jahre alt und für damalige Verhältnisse eine alte Jungfer. Da wirft ihr das Schicksal einen Ball zu und Paula greift mutig zu. Auch ihr Onkel Rudy ist ein ganz besonderer Mensch. Er ist warmherzig, großzügig und ein wenig exzentrisch. Obwohl er krank ist, will er Paula so viel bieten. Seinem langjährigen Freund Professor August Hergeth bereitet das Sorgen, denn Rudy übernimmt sich. Auch Benjamin Trevor hat mir gut gefallen, obwohl er sich erst einmal ziemlich danebenbenommen hat. Aber er unterstützt Paula sehr eifrig und immer, wenn sie in einer Sackgasse landen, tut sich doch wieder eine Tür auf. Nicht nur für Paula ist es wichtig, hinter das Geheimnis zu kommen, auch Rudy hat seinen Bruder schmerzlich vermisst und möchte wissen, was geschehen ist.


    Über Paulas Mutter habe ich mich immer wieder aufgeregt. Wie kann sie ihrem Kind die Erinnerungen an den Vater vorenthalten indem sie ihn totschweigt.


    Ich habe die Spurensuche durch das Rheintal sehr gerne begleitet, denn es waren ganz interessante Charaktere mit im Spiel und es war schön zu beobachten, welche Entwicklung Paula durchmacht.


    Ich kann dieses wundervolle Buch nur empfehlen.

    Ich bin immer wieder begeistert von Onkel Rudy. Er ermöglicht die Tour entlang des Rheins, damit Paula weitersuchen kann. Damit hat Paula die Möglichkeit, das zu tun, was er sich vorwirft, nicht richtig getan zu haben. Andererseits will er Paula auch eine Freude machen.


    Es ist fast wie eine Schnitzeljagd. Manchmal habe ich gedacht, dass ist jetzt zu viel Zufall und zu viel Erinnern nach so langer Zeit. Doch dann habe ich mir bewusst gemacht, dass es weniger Menschen dort gab und dass die Menschen nicht so überladen wurden mit Medien und Informationen. Da kann man sich dann auch lange Zeit an auffallende einzelne Begebenheiten erinnern.


    Paulas Mutter hat bis zum Schluss nicht wirklich eingesehen, dass sie einen Fehler gemacht hat. Sie wollte zwar Vergebung, ist aber immer noch überzeugt, richtig gehandelt zu haben.


    Rudy weiß nun, was mit seinem Bruder geschehen ist und darf im Kreis seiner Lieben sterben. Das alte Schlitzohr hat schön dafür gesorgt, dass es Paula gut geht.


    Bei Paula kommen doch die abenteuerlustigen Gene ihres Vaters durch. Sie will mit Benjamin reisen und das nachholen, was ihr so lange verwehrt war.


    Auch wenn ich mich manchmal aufgeregt habe, es war doch ein richtiger Wohlfühlroman.

    Sie kann sich scheinbar überhaupt nicht vorstellen, dass Paula aus einem ganz anderen Holz als sie geschnitzt ist.

    Ich glaube, dass sie das schon erkannt hat und daher alles dafür getan hat, dass Paula weit weg bei der Cousine eingespannt war und damit nicht auf dumme Gedanken kommen konnte.

    Was sie auch erfolgreich geschafft hat, denn Paulas Selbstvertrauen war ja ziemlich gering, bevor sie zu Rudy kam.

    Sie konnte ihr Selbstvertrauen nie erproben, da sie in einem "Gefängnis" gelebt hat. Harriet wurde ja gleich kränker, wenn ihr etwas nicht passte.

    Ich war das letzte Mal als Kind auf dem Drachenfelsen, aber ich kann mich noch heute an die Stimmung von damals erinnern, die war tatsächlich speziell.

    Bei mir war das auch eine Tagestour, die ich als Kind mit meinen Eltern gemacht habe.

    Warum hat Margret Mrs. Elridge erfunden, wenn es sich in Wirklichkeit um Mrs. Trevor handelte? Was sollte das denn, für Paula wären beide erstmal nur irgendwelche Namen gewesen.

    Sie wollte Spuren verwischen - ganz einfach.

    Beachtlich für die damalige Zeit, wirklich! Ich wusste nicht, dass Homosexualität in UK bis weit ins 19. Jahrhundert noch mit der Todesstrafe geahndet wurde und genauso wenig, dass Napoleon in den Angelegenheiten doch recht locker gewesen war.

    Das war mir auch neu. Man merkt es wieder einmal: Lesen bildet.

    So wurde Adenauer während seiner Kanzlerjahre mal auf seinen angeblich schwulen Außenminister Heinrich von Brentano angesprochen und antwortete: „Bei mir hat er et noch nit probiert“ ^^ Rheinländer eben...

    So war er halt, der alte Adenauer.

    Ich glaube nicht, dass Paula ihren Vater an einer der Stationen ihrer Reise lebendig wiederfindet - leider. Denn warum sollte er sich nie mehr bei seiner Familie gemeldet haben?

    Glaube ich auch nicht.

    Ich war am Sonntag auch noch in Bonn und hatte einen hübschen Blick von der Terrasse des Theaters, aber der vom Alten Zoll ist noch schöner.

    Bei mir ist immer in Köln Endstation, weil dort meine Tochter wohnt. Sollte ich vielleicht mal ändern.

    Die Frage bleibt immer noch, was mit Paulas Vater geschehen ist. Steckt Paulas Mutter hinter seinem Verschwinden? Sie weist ja Charles Trevor nichts davon preiszugeben, daß sie ihre Tochter für eine Woche in die Obhut von Fremden gegeben hat. Hat sie ihren Mann auf dem Gewissen?

    Da muss sie aber mächtig sauer gewesen sein, wenn sie die so behütete Tochter alleine lässt, um ihren Mann zu suchen. Obwohl ich sie gar nicht mag, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie ihn ungebracht hat. Aber wer so aufgewühlt ist, kann schon mal Dinge tun, die er im Normalfall nicht getan hätte.

    Die Studenten waren aber auch ganz schön heftig, das ging schon deutlich über eine Rangelei im angetrunkenen Zustand hinaus, da kann es ruhig etwas setzen.

    Das stimmt, aber Bruderschaften hatten/haben ja ihre eigenen Regeln und sind komisch drauf.

    Ein Junge aus unserem Freundeskreis suchte händeringend ein WG-Zimmer, als er studierte. War schwierig, er konnte in so einer Bruderschafts-WG unterkommen, aber nach dem ersten Gespräch war er so abgestoßen von deren Regeln, dass er weitergesucht hat.

    Bzw. hätte der alte Trevor nicht seinen Sohn nach Bonn geschickt, um hinter Paula herzuspionieren. Das macht man doch nur für jemanden, dem man sehr nahesteht oder wenn man in die Geschehnisse von damals involviert ist.

    Denke ich auch.

    Für Margret muss die Zeit in Bonn wirklich schlimm gewesen sein; wenn man sich das vorstellt, man ist in einem fremden Land, umgeben von einer fremden Sprache und fühlt sich einfach nicht wohl.

    Margret war wohl etwas naiv, als sie ihren späteren Mann kennenlernte. Genau das, was sie angezogen hat, ging ihr dann zu weit. Da sind sehr unterschiedliche Charaktere zusammengekommen, die wohl nicht zusammengepasst haben. Das muss für ihn genauso schlimm gewesen sein wie für sie.

    Wenn man sich das mal vorstellt, dass er erst 1994 vollständig abgeschafft wurde, das entsetzt mich immer wieder.

    Das Gesetz gab es zwar noch, aber es hat anscheinend niemanden mehr gestört.

    Als ich 1977 bei einer neuen Firma anfing (bin dort bis 1992 gewesen), hatte ich das Gefühl nur von Homos umgeben zu sein, egal ob männlich oder weiblich. Das wurde ganz offen gelebt und hat niemanden gestört.

    Paulas Eltern und Die Trevors haben sich gekannt. Damit scheint die Mrs. Eldridge eine Erfindung zu sein.


    Paula gönnt dem Professor und ihrem Onkel deren Liebesbeziehung, aber ihrer Mutter hätte sowas gar nicht gefallen. Aber ich befürchte das Schlimmste für Rudy, seine gesundheitlichen Beschwerden sind ernst, auch wenn er das immer beiseiteschieben will.


    Auch über die Ehrenwerte Dame erfahren wir nun etwas mehr. Sie scheint ja alle Männer für sich eingenommen zu haben (auch die männlichen Schüler wurde nervös), auch wenn man über ihr Auftreten gemunkelt hat.

    Dass der Vater ihn gebeten hat, Paula kennen zu lernen ist natürlich überraschend und doof, weil er da nicht ganz ehrlich war. Aber ich denke, da steckt nichts Schlimmes dahinter und Benjamin wusste gar nicht, um was es eigentlich ging, bis Paula es ihm erzählt hat.

    Ich denke, dass da Paulas Mutter hinter steckt und die verheimlicht ja einiges.

    Aber wer gut klüngeln kann und die richtigen Verbindungen hat, der flutscht im Rheinland eben immer durch, das scheint damals nicht anders gewesen zu sein als heute - leider!

    Nur im Rheinland? Jetzt bin ich aber beleidigt. Ich denke, das ist überall so, nur im Rheinland hat man so einen schönen Begriff: Kölsche Klüngel.

    Wieder einmal beweist Paula, wie mutig sie ist und rettet mit ihrer Beherztheit Benjamin vor den Burschen. Die haben ganz schön zugelangt.


    Nun haben Paula und Benjamin alles geklärt und beim Ausflug merkt man, dass sie sich sehr sympathisch sind.


    Unser Verdacht wegen Paulas Onkel und seinem Freund bestätigt sich jetzt.

    Ich finde es schön, wieviel Mühe sich der Onkel für Paula macht, ein Fest, ein schönes Kleid. Sie hat es wirklich gut getroffen mit ihm.


    Der Antwortbrief ihrer Mutter ist wirklich nichtssagend. Da hat Paule das richtige Gefühl, er wirkt so wohlüberlegt.


    Wieso ist die Mrs. Eldrige nicht aufzutreiben? Gab es sie überhaupt?


    Benjamin war im Auftrag seines Vaters unterwegs. Ich wäre stinkesauer auf ihn, auch wenn er jetzt ehrlich ist.

    Ja, diese Fragestellungen haben mich auch beschäftigt - wenn man nach den Briefen urteilt, war er doch über beide Ohren verliebt in sie!

    Er war verliebt, aber irgendwie ist dann alles anders gelaufen als erwartet und seine Frau war nicht so locker. Aus dieser Atmosphäre musste er sich hin und wieder lösen und hat wahrscheinlich deshalb alleine Ausflüge gemacht. Aber ich glaube nicht, dass er so einfach verduftet ist.

    Und ganz schön mutig von Paula, sich so einfach in den Laden zu stellen. Ohne Deutschkenntnisse und ohne zu wissen, wie der Laden funktioniert. In ihr steckt mehr, als sie selber wusste.

    Man wächst an seinen Aufgaben. Das spürt man hier ganz deutlich. Aber mutig ist Paula da schon.

    Dann wäre entweder ein Unglück oder ein Verbrechen geschehen.

    Unglück? Das wüsste doch wahrscheinlich jemand.

    In den Briefen, die William an seinen Bruder schrieb, während er mit seiner kleinen Familie bereits in Deutschland war, macht sich zwar Ernüchterung breit, aber dass er die beiden einfach so sitzen lassen würde, kann ich eigentlich nicht herauslesen. Ich will es auch einfach nicht glauben, denn das wäre so was von schäbig.

    Ich glaube, dass William nur manchmal ein bisschen Abstand brauchte, aber ich sehe auch nicht, dass ihm seine Frau über war.

    Was ich ja irgendwie seltsam fand, dass diese Mrs. Elridge der armen Margret so unverblümt erzählt hat, dass ihr Ehemann mit einer gutaussehenden Frau zusammen war und die beiden sehr vertraut miteinander getan haben. Das erzähle ich doch nicht der Ehefrau, die verzweifelt mit einem kleinen Kind auf die Ankunft ihres Mannes wartet. Ich weiß nicht warum, aber das macht mich misstrauisch.

    Die Sache mit dieser Frau finde ich auch sehr merkwürdig. Sie ist doch eine Fremde. Wieso sollte sie so etwas erzählen und dann auch noch sich so intensiv kümmern.

    Rudy hat sich nach seiner Krankheit wohl aus lauter Freude darüber, dass Paula gekommen ist, zu viel zugemutet. Jetzt ist er schon wieder krank und die Grippe ist gar nicht bei der Herzgeschichte.


    Paula fühlt sich unwohl, als sie alleine den Laden hüten muss, aber es klappt besser als sie vermutet hat und sie hat eine nette Bekanntschaft gemacht.

    Es hat Rudy ja ziemlich erschüttert, dass Paula so gar nicht über ihren Vater und die Vergangenheit weiß. Er ist so ein netter Mensch und er tut auch Paula gut.


    Dass sie alles zum Rhein zog als sie noch bei Harriet war, ist jetzt klar. Es steckt in den Genen.


    So nach und nach erfährt Paula immer mehr. Natürlich verwirrt sie das alles. Ist ihr Vater wirklich mit einer anderen Frau durchgebrannt. Für mich ist das nicht vorstellbar, denn bei Rudy hätte er sich bestimmt gemeldet.


    Paula trifft auf Benjamin. Der ist sehr unfreundlich, aber Paula weiß sich zu wehren. Von Liebe auf den ersten Blick kann man da wirklich nicht ausgehen, aber ich denke, dass aus den beiden trotzdem was wird.

    Um ihre Mutter nicht zu mögen habe ich eigentlich nur zwei Sätze gebraucht. Den, dass sie den Brief ihrer Tochter vorenthalten wollte und das Gesicht aus Stein, als Paula heimkommt. Man soll ja nicht vorschnell urteilen und sicher hat die Mutter ihre Gründe. Dennoch, so sollte man sich als Mutter nicht verhalten. Sie ist egoistisch und bestimmend und es ist ihr nicht wichtig, ob es Paula wirklich gut geht. Wahrscheinlich ist sie selbst nie glücklich gewesen und erkennt nicht, wie wichtig das ist. Aber man sollte doch mehr auf seine Kinder eingehen können und man sollte sie lieben. Vor allem, wenn man eine Tochter wie Paula hat, die es einem nicht schwer macht.

    Sicher hatte die Mutter ihre Gründe, aber ich denke, dass die eher egoistischer Natur sind. Sie hat Geheimnisse und will nicht, dass Paula etwas erfährt.

    Rudy hätte sich doch schon vor seiner Krankheit melden können. Traurig, dass so was auch in der realen Welt oft vorkommt. Verpasste Gelegenheiten.

    Vielleicht hat ihm Paulas Mutter das madig gemacht und er hat dann aufgegeben.

    Die Cousine Harriet ist wohl eher eine eingebildete Kranke.

    Kann man wohl so sagen und sehr ich-bezogen dazu.

    Ja, Paula ist eine sehr sympathische und offene junge Frau und es tat mir von Herzen weh, lesen zu müssen, wie ihr Cousine Harriet zugesetzt und ihre Krankheit zum Machtmißbrauch genutzt hat. Und dass ihre Mutter da mitgetan hat!

    Ich denke, dass die Mutter eher die treibende Kraft ist.

    Bei der erwähnten unberührten Bettseite schimmert durch, dass die Seite schon mal belegt war, das könnte wirklich auf die Mutter schließen, nachdem ihr Mann verschwunden ist, ob nun verstorben oder nicht.

    So sehe ich das auch.

    Ich kann es zwar nicht gutheißen, dass sie den Brief an Paula unterschlagen wollten, aber noch will ich sie nicht verurteilen, weil ich ihre Beweggründe nicht kenne.

    Aber jemand der so handelt, dem muss ich das ankreiden. Paula ist erwachsen und ihr stehtder Brief zu, ganz egal, was die Mutter davon hält.

    Wobei ich mich gefragt habe, inwiefern die Krankheiten tatsächlich eingebildet sind, der epileptische Anfall schien doch sehr real zu sein.

    War das ein epileptische Anfall? Ich glaube, wenn jemand sich so in Krankheiten hineinsteigern kann, dann kann es schon zu ungewöhnlichen Reaktionen kommen, wenn man sich über etwas ärgert.

    Dann kam mir ein Gedanke, ob Rudy der Vater von Paula ist. Das habe ich dann auch wieder verworfen, da Rudy doch die Ähnlichkeit erwähnte.

    Denk ich nicht, ich glaube, dass Rudy schwul ist. Der Freund, der immer am Bett gesessen hat....

    Ob Rudy sogar mit dem leeren Grab etwas zu tun hat. Hat er ihm vielleicht sogar geholfen abzutauchen.

    Auch das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Er hängt doch an seinem Bruder und sehnt sich nach ihm.

    Nun bin ich auch da.

    Was für Zeiten, als man mit zwanzig Jahren als „alte Jungfer“ irgendwo untergebracht werden musste. Paula ist so ein sympathischer Mensch und mir schien, als wäre die Mutter froh gewesen, als sie Paula zu Harriet gegeben hat. Dort auf Dem Land ist sowieso nichts los und selbst die wenigen Augenblicke von Unterhaltung werden Paula vorenthalten. Harriet genießt ihre „Krankheit“, weil jeder sie betüddelt. Als der Doktor gerufen wurde, unterstützt der das auch noch.


    Wie wäre Paulas Leben weiter verlaufen, wenn nicht ein neugieriger und geschwätziger Postbote sie auf den Brief aufmerksam gemacht hätte? Das Gedicht hat ja in Paula schon etwas ausgelöst und eine Unzufriedenheit war schon da. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Paula noch lange bei Harriet geblieben wäre. Aber es ist müßig, sich darüber Gedanken zu machen, denn der Brief löst eine Lawine aus.


    Was haben sich die Mutter und Harriet nur dabei gedacht, einfach so über Paule zu bestimmen. Bei Harriet ist es klar, sie braucht jemand, der ständig ihre Wünsche erfüllt. Doch was hat die Mutter dazu gebracht? Sie ist Paula gegenüber ja nie ehrlich gewesen und will auch nicht mit der Sprache herausrücken. Der Zufall will es, dass Paula auf dem Friedhof noch etwas Ungeheuerliches erfährt. Ich finde es toll, wie viel Mut sie aufbringt. Sie lässt sich von ihrer Mutter nicht mehr sagen, was sie tun soll und geht alleine auf diese Reise.


    Diese Handlungsstrang mit dem Fotografen wird ja auch noch eine Bedeutung haben. Sicherlich trifft Paula den Sohn von Trevor und sich ahne schon…

Anstehende Termine

  1. Freitag, 14. September 2018 - Sonntag, 30. September 2018

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  2. Freitag, 21. September 2018 - Sonntag, 7. Oktober 2018

    Dani79

  3. Freitag, 28. September 2018 - Freitag, 12. Oktober 2018

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  4. Freitag, 5. Oktober 2018 - Freitag, 19. Oktober 2018

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