Beiträge von buchregal123

    Auch von mir vielen Dank für diese Runde und die tolle Begleitung. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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    Filomena hat etwas erlebt, das ihr den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Sie hat sich nach Südtirol in die Berge zurückgezogen, da sie nicht mehr unter Menschen sein kann und Albträume und Panikattacken hat. Nur zu der Familie Gasser hat sie Kontakt. Dann erhält der Forstwirt Mika den Auftrag, sich oben auf dem Berg um den Sturmbruch zu kümmern. Vom Hof der Gassers geht es mit dem Wagen nicht weiter, daher muss Fillys Esel Cleopatra den Transport auf den Berg übernehmen. Dort oben in der Einsamkeit trifft Mika auf ein kleines Paradies und auf eine junge Frau, die etwas eigenwillig ist.


    Mika fühlt sich von der jungen Frau angezogen. Immer wieder zieht es ihn auf den Berg. Aber auch Filomena fühlt sich seltsamerweise in der Gesellschaft Mikas wohl. Wenn die beiden wüssten, dass Meggi Gasser und Bruder Ruben im Hintergrund einige Fäden gezogen haben.


    Zunächst begreift Mika nicht, was mit der jungen Frau los ist, die niemanden in ihre Nähe lässt. Doch Mika ist ein ruhiger Mensch, der sich nicht aufdrängt. Aber er sucht immer wieder den Kontakt zu Filomena. Wird es ihm gelingen, Filomena aus ihrer Isolation herauszuholen und ihr wieder Freude am Leben zu geben? Wird sie statt der dunklen Schatten wieder Farbe in ihrem Leben haben?


    Filomena ist eine sympathische junge Frau, die trotz allem humorvoll ist. Das Schicksal hat ihr übel mitgespielt und es kostet sie wahnsinnig Kraft, überhaupt mit anderen Menschen zu reden. Auch Mika hat sein Päckchen zu tragen. Er ist ein ruhiger und sehr geduldiger Mensch, der immer wieder versucht Filomena zu helfen.


    Aber auch die resolute und unangepasste Meggi ist mir sympathisch. Ihre Dialoge mit Bruder Ruben sind sehr unterhaltsam. Meggi und Ruben wolle Filly helfen und haben ein wenig Schicksal gespielt. Gut gefallen hat mir „Kirschauge“ Dana. Das kleine Mädchen scheint so stark und hat trotzdem ihre Schwächen.


    Dieser Roman hat mich sehr berührt. Ich habe mit Filomena und Mika mitgelitten. So viele Menschen leiden unter Angst und Panik und man sollte das nicht alleine mit sich ausmachen müssen. Wie sehr Filly gelitten hat, wie sehr sie eigentlich auf Menschen zugehen will und wieviel Kraft es sie kostet, konnte man sehr gut miterleben.


    Auch wenn es traurige Momente in diesem Buch gibt, so überwiegt doch die hoffnungsvolle Stimmung. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

    Mir hat auch sehr gefallen, dass Filly trotz der Vorfälle bei Francos Hochzeit auftaucht, wenn auch spät.

    Da wird sie wohl einige Kämpfe zuvor ausgefochten haben, aber sie hat sich überwunden und das ist nur gut für sie.

    Dass sie aus dem Schuhgeschäft nicht rückwärts wieder rausgelaufen ist, ist sicher Mika zu verdanken. Aber auch die feinfühlige Verkäuferin hat genau richtig gehandelt.

    Solche Verkäuferinnen müsste es viel häufiger geben.

    Bruno war also Meggies große Liebe gewesen. Leider war sie einseitig, und so war Andreas sozusagen zweite Wahl. Gut, dass er den Seitensprung verziehen hat und dass sie noch eine harmonische Ehe geführt haben.

    Andreas muss ein wunderbarer Mensch gewesen sein und Meggi wirklich sehr geliebt haben.

    Klar, dass Mika ausflippt und sie SOFORT da oben wegholen will. Es hat mir richtig weh getan, dass das zu einem Bruch der beiden geführt hat.

    Er war immer so geduldig. Aber dass er mit dieser Reaktion Filly verschreckt, war ja anzunehmen.

    Das Iris und Stefan nur ihr zuliebe auf dem Hof geblieben sind, muss man schon bewundern.

    Stimmt!!!:daumen:

    Möglicherweise wird aber die Mitbewohnerin in ihrem Elend dies gar nicht nachvollziehen können, wenn deine Tochter nun etwas Abstand sucht.

    So ähnlich wird es wahrscheinlich auch bei Fillys Freundinnen gewesen sein, sie hätten gerne geholfen, aber irgendwann hatten sie selbst keine Kraft mehr.

    Das ist sicher ein Teufelskreis im menschlichen Miteinander.

    Doch, die Freundin weiß, was sie anderen antut und will das eigentlich nicht. Das zeitweise Abstandhalten passiert in Einvernehmen.

    Ich hoffe, euch ist schon klar, dass das liebevoll-spöttisch gemeint war. :)

    Klar! :lachen:

    Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet und bin einfach nicht zum Posten gekommen. Ich hoffe, dass ich noch alles zusammenbekomme.


    Wie ich schon vermutet habe, hat Meggi am Ende keine Kraft mehr. Schön aber, dass sie noch einmal nach Hause konnte. Ihre Familie hat sie so geliebt, dass sie ihre eigenen Wünsche zurückgestellt haben. Aber nun können sie ihren Weg gehen und verlassen den Ort.


    Nun endlich haben wir auch Meggis Dämonen kennengelernt. Sie war vom erfolg geblendet und hat sie nicht nett benommen, aber sie hat auch ihr Leben wieder gedreht und hat sich um ihre Assistentin gekümmert.

    Seitdem Mika in ihr Leben getreten wurde („ist“ wäre ja nicht so ganz richtig), kämpft Filly. Vorher hat sie sich von den Menschen – bis auf wenige Ausnahmen – in die Einsamkeit auf den zurückgezogen. Nun geht sie Stückchen für Stückchen auf andere zu. Natürlich klappt das nicht immer sofort, aber sie gibt nicht auf. Schön fand ich, dass die Verkäuferin im Schuhgeschäft gleich so verständnisvoll reagiert hat.


    Lucia überfällt Filly förmlich. Ich dachte schon, dass Filly jetzt ganz zu macht, aber sie überwindet sich auch da und es wird ein schöner Nachmittag mit Lucia und den Kindern.


    Mika holt Filly immer wieder raus. Er ist geduldig und schafft Anreize und sorgt für das nötige Vertrauen, aber letztendlich muss Filly es doch alleine schaffen. Mir gefällt es, wie sie sich selbst immer wieder einen Stoß gibt.

    Ein sehr schönes Buch, das einen wirklich berührt.

    Ich hoffe sehr, dass Meggie das alles übersteht, aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht daran und das basiert auf meiner Erfahrung mit den Romanen von Noa C. Walker!

    Ich glaube auch, dass Meggi das Ende der Geschichte nicht erleben wird.

    Dass Dana stundenlang auf dem Polizeirevier festgehalten wurde, finde ich auch übertrieben. Aber die Eltern waren ja nicht aufzutreiben, sie waren mit Meggie im Krankenhaus.

    Aber sie ist doch noch klein. Sollte man sie alleine wegschicken? Ich finde das nicht übertrieben.

    Dass Mika sich bewegt wie eine Schnecke und so langsam denkt wie ein Faultier ...... die Aussage fand ich schon ein wenig heftig, denn so kommt er mir gar nicht vor.

    Er ist vielleicht ein wenig behäbig, sonst hätte er wahrscheinlich auch nicht so viel Geduld mit Filly. Aber wie ein Faultier kommt er mir auch nicht vor.

    Und dies ist dann auch wohl so bei Fillys Arbeitgebern, ihren Freunden und Bekannten so gewesen. Sie waren schlichtweg überfordert und hilflos, was Fillys Verhalten betraf.

    Meine Tochter erlebt bei ihrer Mitbewohnerin gerade etwas ähnliches. Immer wieder gibt es Phasen von Depression. Sie hat sie immer wieder aufgefangen und unterstützt, aber im Moment fehlt ihr selbst die Kraft, das weiter zu tun. Sie versuchen etwas Abstand zu halten, aber in einer WG ist das nicht leicht.

    Da hätte ich echt gedacht, dass Meggy diesem Kind den nötigen Rückhalt gegeben hätte, aber offenbar war das nicht so.

    Dana kennt Meggi nur als selbstbewusste starke Frau und fühlt sich selbst nicht so. Daher gelingt es Filly besser, Dana Rückhalt zu geben, denn Filly ist so schwach wie Dana.

    Nun wird auch die Sache aus Fillys Träumen klarer. Sie hat ein schreckliches Unglück überlebt, aber nicht verarbeitet. Immer wieder lösen die passenden Geräusche etc. eine Attacke bei ihr aus, so dass sie letztendlich nicht mehr in ihrem Job arbeiten kann. Sie hatte Therapien, aber die hat sie ja anscheinend beendet.


    Es ist natürlich hart, wenn alle Menschen im Umfeld mit der Zeit genervt reagieren. Aber für die anderen geht das Leben weiter und wahrscheinlich erschöpft sich auch da die Kraft, immer wieder aufbauend da zu sein.


    Toll fand ich die Geschichte mit dem Denkmal. Dana hat auch ihr Päckchen zu tragen, dabei ist sie noch so klein. Aber keiner ist ja wirklich böse mit ihr, sie fühlt sich verstanden und wird darüber wegkommen. Die Reinigungsaktion war auch schön. Mika bringt Filly unter Menschen, spürt ihren Widerstand und überlässt es ihr, wie weit sie gehen will. Sie bringt die Kraft auf und hat eigentlich sogar Spaß an der Aktion. Da haben Meggi und Ruben anscheinend den richtigen Riecher gehabt, als sie Mika ausgewählt haben.

    So, jetzt aber. Die Hitze hat mich ein wenig außer Gefecht gesetzt.

    Wobei mir die Vorhut, insbesondere Meggi, ein wenig intensiv erscheint. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie mir auch ein wenig auf den Geist gehen könnte in ihrer lauten und eventuell aufdringlich rüberkommenden Art. Der Kirchenmann ist da um einiges angenehmer!

    Ich mag solche Leute "rau aber herzlich". Meggi und Bruno meinen es gut mit Filly, aber sie nehmen sich auch ziemlich viele Rechte heraus mit ihrem Einmischen.

    Nach meiner Meinung hat Filomena da oben keine „Funktion“, sie ist dahin geflohen, weil sie Angst vor Menschen hat.

    Filly hat Angst und hält es dort nur alleine aus. Doch ich denke, sie brauchte eine intensive Therapie. Solche Panikattacken alleine durchzustehen, ist ja furchtbar.

    Sie setzt sich dafür ein, dass ausgerechnet Mika die Arbeiten bei Filomena erfüllt und nicht etwa Franco oder sonst jemand. Mir wäre das unangenehm, wenn sich jemand so in mein Leben einmischen würde.

    Sie hat wahrscheinlich Mika ausgewählt, weil auch er ein Problem hat.

    Maggy und Bruno wollen ihr gerne helfen, aber können sie das überhaupt? Müsste da nicht eher eine professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden?

    Das denke ich eigentlich auch.

    Da ich auch unter Höhenangst leide (die mit zunehmendem Alter schlimmer wird), kann ich zumindest den Zustand von Mika nachvollziehen.

    Bei mir ist das anders. Ich habe schon immer Wasserangst gehabt, als Kind ganz fürchterlich. Ich konnte nicht einmal über Brücken gehen. Es änderte sich etwas, nachdem ich meine Kinder bekommen habe. In mein Auto passten entweder die Zwillinge oder der Zwillings-Kinderwagen, beides ging nicht. Also mussten die Wege zum Kinderarzt, zum Einkaufen etc. zu Fuß erledigt werden und die schönste Art war an der Niersentlang statt an der stark befahrenen Straße. Aber dazu musste ich dann auch über Brücken. Meine Angst ist nicht weg, aber seitdem geht vieles besser.

    Filly ist so eine sympathische junge Frau und sie hat Humor. Sie wird von Panikattacken geplagt und kann nicht unter Menschen sein. Man spürt jeden Moment, wie sie sich zu einem „normalen“ Verhalten zwingen muss.


    Ruben und Meggi haben ein richtiges Komplott geschmiedet, damit Mika auf den Berg zu Filly kommt. Er ist gleich von ihr fasziniert, spürt aber auch, dass da etwas nicht stimmt und hält einerseits Abstand, andererseits lässt er sich aber auch nicht verjagen. Muss irgendwie seltsam für ihn sein, denn er weiß genau, dass man ihn manipuliert hat.


    Aber auch Filomena fühlt sich von Mika angezogen und kann doch nicht unbeschwert auf ihn zugehen. Wie schwer es ihr fällt, ein Gespräch zu führen und wie stolz sie ist, wenn sie es geschafft hat. Dass Mika so gut mit den Kindern kann, nimmt sie zusätzlich ein.


    Fillys Albträume sind ja schon schlimm genug, aber ihre Panik in der Kapelle ist einfach furchtbar. In der Einsamkeit auf dem Berg bekommt davon niemand etwas mit, aber es ist bestimmt auch nicht gut, das mit sich alleine ausmachen zu müssen.


    Dass sie Mika nach der Radtour mit in ihr Haus nimmt, ist ein enormer Vertrauensbeweis.


    Meggi scheint auch ein Geheimnis zu haben, ich bin gespannt, was sie dazu bringt von sich selbst so eine schlechte Meinung zu haben. Mir gefällt ihr Geplänkel mit Ruben.

    Schade, dass bei mir alles ein wenig nebenher lief, aber meine Tochter ist von einer langen Reise ( 10 1/2 Monate) zurückgekommen und ich hatte mir ihr so viel zu reden. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Vielen Danke auch für die tolle Begleitung der Leserunde.


    Meine Rezension wird auch gestreut.

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    Wien gibt nach dem 1. Weltkrieg ein elendes Bild ab. Die Not ist allerorts zu spüren, aber es gibt auch Menschen, denen es so gut geht wie vor dem Krieg. Dann wird der beliebte Stadtrat Richard Fürst ermordet und die Abteilung „Leib und Leben“ unter der Leitung von Brühl hat schnell einen Schuldigen ausgemacht und ins Gefängnis gesteckt. Unterdessen müssen sich Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Winter mit Schreibarbeiten und mit einem Fluch bei einem Filmprojekt beschäftigen. Doch Emmerich wird in seiner Unterkunft darauf aufmerksam gemacht, dass der inhaftierte Peppi es nicht gewesen sein kann. Daher beginnt er mit eigenen Ermittlungen und wird dabei von seinem Assistenten Winter unterstützt, was natürlich den Unmut seines Vorgesetzten hervorruft. Ihm bleibt nicht viel Zeit, diesen Fall aufzuklären.

    Dies ist nach „Der zweite Reiter“ der zweite Band um den Kriminalinspektor August Emmerich.

    Da Emmerich den letzten Fall so vorbildlich gelöst hat, wurden er und Winter endlich in die Abteilung „Leib und Leben“ übernommen. Doch was die beiden dort erledigen sollen, schmeckt Emmerich überhaupt nicht, denn er ist ein Kriminalinspektor und will richtige Polizeiarbeit leisten. Aber er macht sich bei Vorgesetzten und Kollegen nicht gerade beliebt mit seiner Halsstarrigkeit. Um zum Ziel zu kommen, schiebt er oft auch die Regeln beiseite und ermittelt risikoreich nach seinem Gefühl. Auch wenn er kriegsversehrt ist, so nimmt er bei seinen Recherchen auf seine Beschwerden wenig Rücksicht. Er ist ein guter Ermittler, der beharrlich sein Ziel verfolgt und auch auf sein Bauchgefühl hört. Bei diesem Fall stößt er aber nicht nur seine Vorgesetzten vor den Kopf, sondern auch eine ganze Reihe von angesehenen Bürgern aus dem Umfeld von Fürst.

    Winter kommt aus so gänzlich anderen Verhältnissen als Emmerich. Er ist vorsichtig und hat oft Bedenken, wenn Emmerich vorprescht. Aber er ist eine treue Seele und unterstützt Emmerich immer, was manchmal ganz schön brenzlig werden kann. Als Team sind die beiden unschlagbar.

    Es sind Ermittlungen der kleinen Schritte und obwohl viele Hinweise in eine Sackgasse führen, kommen Emmerich und Winter doch langsam voran. Aber die Zeit drängt.

    Nebenher erfährt man historische Fakten und viel über das Leben der Menschen in Wien. Ich bin mit Emmerich durch Wien gelaufen und habe viele Örtlichkeiten gleich wieder vor Augen gehabt. Dass einige der Charaktere auch Dialekt (wirklich nur wenig) gesprochen haben, sorgt dafür, dass es sehr authentisch war.

    Dieser historische Krimi ist informativ, unterhaltsam und sehr spannend. Ich kann das Buch nur empfehlen und freue mich schon auf den nächsten Fall mit Kriminalinspektor August Emmerich und seinem Assistenten Winter.

    Dass Louise und die Kinder weg sind, hat mich bestürzt. Vor allem, dass Louise sich wieder nicht gegen den Ehemann durchsetzen konnte. Ist sie wirklich so eine furchtsame Frau? Ist es der Glaube, der sie zurückhält? Die Konventionen?

    Glaube und Konventionen haben sie dazu gebracht, Emmerich wegzuschicken und ihren Mann wieder aufzunehmen. Sie hat ein Ehegelöbnis ausgesprochen und das will sie halten.

    Aber dass es ihrem Mann nun gelungen ist, sie und die Kinder fortzubringen, hat bestimmt mir ihrer Furcht zu tun. Sie hat Angst, dass er ausrastet und ihr und den Kindern was antut.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    Dani79

  2. Dienstag, 10. Juli 2018, 21:40 - Dienstag, 24. Juli 2018, 22:40

    odenwaldcollies

  3. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 29. Juli 2018

    Caren

  4. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    odenwaldcollies