Beiträge von Vorleser

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    Was er später aus seinem Leben macht, ob er es mit Sinn erfüllt und sich anständig verhält, seinen Mitmenschen, den Tieren und der Natur mit Respekt und Empathie begegnet - das allein zählt, alles andere ist völlig unwichtig. Das sollte auch Rebecca wissen, immerhin setzt sie sich für ihre Schüler ein, damit die eine höhere Bildung erlangen können.

    Das stimmt. Na, mal sehen, wie es weitergeht.

    Einfach wohl nicht, aber ich würde es dieser kaltherzigen, grausamen Person sehr wünschen, wenn er irgendwann die Nase voll hat von ihrem Gehabe und sie zum Teufel jagt.

    Vielleicht weiß sie von seinen Affären und identifiziert sich deswegen so mit dem höheren Adel? Ihre Art, ihr eigenes Ansehen aufzuwerten?

    Liebe kann vieles verzeihen und gerade als Lehrerin sollte sie sich auch mit seelischen Nöten auskennen. Sie weiß doch im Grunde ganz genau, dass er ihr seine wahre Identität nur aus dem einzigen Grund verschwiegen hat, weil er Angst hatte, sie zu verlieren und jeden Tag, jede Stunde mit ihr festhalten und geniessen wollte. Er liebt sie über alles und sie stellt ihre Vorurteile über ihre Gefühle.

    Vielleicht braucht sie einfach nur etwas länger, um sich darüber klar zu werden, was sie wirklich will. Immerhin hat sich Konstantin als Schwächling und Feigling erwiesen, da würde ich auch überlegen, ob ich mein Leben mit so jemand verbringen möchte.


    Die beste Lösung wäre doch, wenn Adolphis sich von ihr scheiden lassen würde.

    Das war ja nicht so einfach, und wäre für Feodora mit sehr vielen Nachteilen verbunden gewesen, denn die Frauen waren bei Scheidungen schon immer in der schlechteren Position. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Eugen ist für mich der große Held. Er hat Johann gerettet, sich dabei so schwer verletzt, wo nicht klar war ob er es überlebt. Er hat die Strafe hingenommen, obwohl er an dem Brand keine Schuld hatte. Und wieder ist es Albert der alles regelt. Der hat einen so großen Gerechtigkeitssinn, dass ist unglaublich. Gut das es ihn gibt.

    Er war ja lange bewusstlos, und als es ihm dann besser ging wurde er quasi vor vollendete Tatsachen gestellt. Vermutlich dachte er, es hätte keinen Zweck, dagegen anzukämpfen -- so ganz ohne Zeugen. Es ist wirklich ein Glück, dass Albert die Sache zumindest lohnmäßig in die Hand nimmt, wenngleich Eugen nicht offiziell Gerechtigkeit bekommt. Hoffentlich wirkt sich das nicht mal negativ aus.

    Wenigstens wird er nicht in den Krieg müssen.



    Und....Wittekind hat bemerkt das der Umschlag fehlt, kann sich nur noch nicht erklären wo er ihn hat.

    Das wirdd sicher noch etwas dauern, bis er dahinter kommt.

    Das denke ich auch nicht. Albert sagt es ja schon: die Herren Offiziere machen es sich gemütlich und schicken die niederen Stände als Kanonenfutter ins Feld.

    Aber natürlich wünsche ich Nikolaus auch, dass er den wahren Krieg erlebt und vielleicht ein anderes Bild bekommt.

    Wieso ist Katharina nicht mit Julius gegangen? Julius' Eltern sind wirklich weitsichtig, dass sie ihren Sohn ins Ausland schicken, um den Krieg umgehen zu können. Für Katharina wäre das ebenfalls ein sicherer Ort und ich glaube Julius, dass er Katharinas Ehre nicht beschmutzen würde, zumindest nicht mehr als eine Heirat mit diesem Standesunterschied das könnte. ;) So ganz habe ich Katharina auch nicht verstanden. Ging es ihr dann auf einmal zu schnell? Wahrscheinlich. Wenn sie eine Woche Zeit gehabt hätte, alles zu arrangieren, wäre ihre Entscheidung ggf. anders ausgefallen. So bin ich wirklich gespannt, wie das noch mit ihr und Julius weitergehen wird.

    Ich denke auch, dass das einfach zu unerwartet kam. Und da hat sich Alex, den sie immerhin schon ihr Leben lang kennt, eben durchgesetzt. Julius tat gut daran, sie nicht zu sehr unter Druck zu setzen, das hätte die Beziehung sicher belastet, besonders, wenn Katka sich in einem fernen, fremden Land wiedergefunden hätte.

    Er wird sich nicht auf ewig aus allem raushalten können.

    Da sagst du was. Bisher konnte er das sehr gut, weil sein Vater das Familienoberhaupt war, aber das hat sich nun geändert. Ich glaube wirklich, dass er diese Veränderung wirklich bedauert und er einfach nicht weiß, wie er damit umgehen soll. Wir können nur hoffen, dass er bald einen Umgang damit finden wird.

    Ich schließe mich dem an. Ich denke auch, dass Adolphis bald aufwachen und Verantwortung übernehmen muss.

    Ich bin ein wenig "froh", dass er die Anstellung durch sein eigenes Fehlverhalten verliert und nicht durch die Streiche von Alexander, sonst hätte ich vielmehr Mitleid mit ihm habe müssen.

    Der Grund für seine Entlassung ist schon ein bisschen schwer nachzuvollziehen, finde ich. Eine Maßregelung -- ja. Aber eine Entlassung?

    Da sieht man mal wieder, in welch unheilvollem Abhängigkeitsverhältnis selbst einigermaßen gebildete Leute standen.

    Ihr Lieben, vielen Dank für das Freiexemplar und die Leserunde (an der ich mich natürlich auch weiterhin beteiligen werde)! Bevor mir aber wieder irgendetwas dazwischen kommt, hier schon mal meine Rezension:


    Wir befinden uns auf einem Gut in Pommern kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges.


    Wir lernen die Gutsfamilie, ihre Pächter und Angestellten, sowie einige andere Personen aus den unterschiedlichsten Kreisen kennen, deren Wege sich früher oder später kreuzen.


    Die historischen Fakten sind gut recherchiert, und die Charaktere sind sehr gut angelegt.

    Innerhalb von jedem Kreis gibt es gute, schlechte, und gleichgültige Personen.

    Keine dieser Personen ist nur gut, oder nur böse, sondern alle sind vielschichtig und deshalb überzeugend.

    Die drei 'Kinder' der Familie die auf dem Gut leben machen die größten charakterlichen Entwicklungen durch, besonders Konstantin, der älteste Sohn und zukünftige Erbe, und Katharina, seine jüngste Schwester.


    Beide haben ein Geheimnis, aber natürlich ist das Leben für die unmündige Katharina wesentlich schlimmer als für ihren zehn Jahre älteren Bruder.


    Die Mutter, Feodora, ist eine vom Ehrgeiz zerfressene, gewalttätige Person, der Vater, Adolphis, ist ein Schlappschwanz.


    Die beiden Kinder die nicht mehr im Haus leben werden von ihren Geschwistern nicht vermisst. Sie haben denselben Dünkel wie ihre Mutter, was besonders bei Nikolaus sehr ausgeprägt ist. Er wird sicher mal ein glühender Anhänger Hitlers werden -- die Anzeichen und Anschauungen sind schon da.

    Die Dienstboten sind auch interessant: im Grunde spiegeln sie die schlechtesten Eigenschaften ihrer Herrschaft wider, aber darauf kann man sie nicht reduzieren. Alle haben ihr Päckchen zu tragen, was sie mehr oder weniger würdevoll tun.

    Die Pächter haben Angst vor Neuerungen, was sicher nicht zuletzt auf ihre fehlende Bildung zurückzuführen ist.

    Mittlerweile schwelt es im Reich, die Arbeiter werden immer unzufriedener, und die Bürgerlichen mit Geld drängen in die Adelskreise -- zumindest versuchen sie es.

    Alles steuert auf den 1. Weltkrieg zu.

    Wir verlassen das Gut und Dorf kurz nach Ausbruch des Krieges -- ohne allerdings zu erfahren, wie es weitergeht. Zwei weitere Bände werden folgen, worauf man gespannt sein darf.


    Das 'Downton Abbey in Hinterpommern' aus dem Klappentext ist absolut gerechtfertigt.

    Es gibt Parallelen zu dieser beliebten Fernsehserie, was natürlich in der Natur der Sache liegt, denn die Lebensbedingungen der Adligen und Untergebenen waren sicher überall in Europa recht ähnlich.

    Es gibt aber auch genügend Unterschiede, zum Beispiel ist der Ton im Haus hier viel schärfer als wir es von Lady Cora oder ihrem Mann Robert gewohnt sind. Es gibt auch die Thomas Barrow und Sarah O’Brien Äquivalente, aber keinen Carson.


    Dieser Roman hat Spaß gemacht. Er ist gut geschrieben und zeigt die Gesamtsituation im Reich sehr schön auf, lebendig gemacht durch die doch sehr verschiedenen Charaktere und ihre äußeren und inneren Konflikte.


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    Bastei Lübbe

    Meine Brüder wollten sich einbringen, aber mein Vater ist ihnen keinen Schritt entgegen gegangen.

    Ja, je älter man wird, desto größer wird die Angst vor Kontrollverlust. Das habe ich schon an vielen alten Leuten gesehen, und inzwischen bin ich alt genug, dass ich es auch verstehen kann (aber ich stöhne trotzdem immer mal darüber was meine Mutter für Sachen macht).