Beiträge von dodo

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.


    Eben, und aus verletzten Gefühlen entstehen schnell Ungerechtigkeiten.


    Auch wenn es vielleicht barmherziger war, finde ich Neles Lügen nicht gut. Sie hat ja selbst ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass sie ihren Verehrer damals "aus dem Land getrieben" hat, aber sie konnte doch nichts dafür, dass er dann ausgerechnet die Titanic genommen hat. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie ehrlich zu seinem Bruder gewesen wäre.


    Da bin ich ganz deiner Meinung.



    Jetzt weiß ich auch wieder, an wen sie mich erinnert: an Scarlett aus Vom Winde verweht. ;D Wobei die ihren Gefühlen länger treu bleibt als Lavinia. ;)


    Da muss ich Scarlett O`Hara in Schutz nehmen. Die Gute geht zwar auch über Leichen und nimmt ihrer Schwester den Verehrer weg, aber sie unterscheidet sich immens von Livi. Während des Krieges ist sie eine lebenslustige junge Witwe, die aus Trotz den falschen Mann geheiratet hatte, und sich nun gegen das gesellschaftliche Korsett auflehnt, das sie lebendig begraben will. Erst als nach dem Krieg der Verlust der Plantage droht, wird sie hart und mitleidlos. Sie unternimmt alles, was in ihren Augen getan werden muss, um Tara zu retten und sich und ihre Familie finanziell abzusichern. Wenn sie deswegen Gewissensbisse plagen, nimmt sie sich immer vor, später das den ihren zugefügte Unrecht wiedergutzumachen, später wenn sie reich genug ist, dass ihr und den ihren nie wieder jemand gefährlich werden kann.


    Livi denkt ausschließlich an sich selbst und niemand sonst. Sie erkennt, dass sie ohne Ehemann nicht überlebensfähig ist, also braucht sie einen. Zur Not eben Konrad, auch wenn er sie und sie ihn nicht will und sie ihn eigentlich schon frei gegeben hat.

    Mich hat das Buch sofort in Beschlag genommen. Die vielen unterschiedlichen Perspektiven und die verschiedenen Zeitebenen beleuchten die Problematik von allen Seiten. Mir ist es kalt über den Rücken gelaufen, als der einzige Überlebende vom Werder-Anschlag aus Angst am Anschlag Mitschuld zu tragen und eine Verbindung zur RAF zu haben, an die er sich nicht errinnern kann, in Panik verfällt.



    Ich finde es erschreckend, dass Martina nach 20 Jahren Haft immer noch denkt wie früher. Macht das die Isolation in der Haft? Jeder Mensch entwickelt sich doch irgendwann weiter, oder? Mit 17 Jahren habe ich ganz anders gedacht als heute.


    Da ist sicher auch Selbstschutz dabei. Die RAF hat sich selbst aufgelöst, die Organisation, für deren Ziele und Ideale sie alles geopfert hat und zur Mörderin wurde, gibt es nicht mehr. Was bleibt einem Menschen, wenn er von jetzt auf sofort feststellen muss, dass seine ganze Überzeugung, der eigene Lebensinhalt nichts wert war und ist, im Gegenteil kriminell und verabscheuungswürdig? Daran zerbricht man. Martina hat sich in einem Wahnbild verlaufen und Gewaltanwendung als notwendiges Übel zur Änderung des herrschenden Systems gerechtfertigt. Im Gefängnis konnte sie sich als Märtyrerin betrachten, das wird in Freiheit auf Dauer nicht mehr funktionieren. Ich denke, Einsicht wird, wenn überhaupt, nur in Freiheit und nur in kleinen Schritten möglich sein.


    Nele hat mich hier sehr geärgert. Erst zickt sie weiter rum, spricht nicht mit Konrad, bis der frustriert das Haus verlässt. Ich kann einerseits ihre Unsicherheit verstehen, andererseits macht sie es so nur noch schlimmer und mit einem offenen Gespräch hätte sie die Fronten schon viel eher klären können. Und dann noch der Sturz! Auf die Idee, dass das Absicht war, wäre ich gar nicht gekommen. Was für ein dummer, dummer Einfall! Was hat sie für ein Glück gehabt, dass dem Kind nichts und ihr außer dem Beinbruch auch nichts weiter passiert ist.


    In einer Schwangerschaft spielen die Hormone schon einmal verrückt, aber Neles momentanes Verhalten lässt sich damit nicht ausschließlich erklären. Es passt nicht zu ihrem Charakter, zumindest so wie ich diesen vom ersten Band im Kopf habe. Dass sie im ersten Moment nicht Konrad sprechen will/kann, ist nachvollziehbar, aber dass sie ihm generell die Aussprache verweigert, ist einfach kindisch. Der Treppensturz ist genauso unverständlich. Selbst wenn sie von der Familie verstoßen wird, ist sie finanziell (wahrscheinlich) unabhängig. In Victors Testament wird wohl kaum eine Enterbungsklausel im Falle einer skandalösen Schwangerschaft enthalten sein. Sollte vom Dornhainschen Vermögen nach vier Jahren Blockade und nun wertlosen Kriegsanleihen etwas übrig sein, wird sie ihren Anteil am Kuchen erhalten.



    Als sie so schwer verletzt war, hat ausgerechnet Lavinia bei mir ein paar Pluspunkte gewonnen, indem sie beherzt die Fahrt mit dem Auto ins Krankenhaus vorgenommen hat. ;)


    Ich könnte mir vorstellen, dass Livi von Konrad ins Bild gesetzt wurde und von der Schwangerschaft weiß. Sie zeigt hier zum ersten Mal, dass sie sich auch um jemand anderen als Livi sorgen kann und setzt sich sogar gegen den Hausdrachen durch.


    Sie ist schon arg scheinheilig, denn sie hat ihrem "Lover" ja auch nicht mitgeteilt, dass sie selbst auch verheiratet ist, also warum regt sie sich dann auf, dass er es ist?


    In Livis Universum dreht sich eben alles nur um Livi. Außerdem ist sie offensichtlich noch besser darin, nur das zu sehen, was in ihre Vorstellung passt, als ich mir bis jetzt schon dachte. Ich fürchte, sie muss einmal so richtig auf die Nase fallen, um vielleicht daraus zu lernen, dass sie nicht der Nabel der Welt ist. Der zwielichtige Aman wäre dafür der richtige Kandidat gewesen, aber anscheinend ist sie in seinem Fall noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Ich hatte ihn für einen Heiratsschwindler beziehungsweise Mitgiftjäger gehalten.


    Ich bin übrigens schon sehr auf die Reaktion im Haushalt bezüglich Neles Schwangerschaft geplant. Weder Charlotte noch Livi werden darüber erfreut sein.


    Wo seid ihr denn alle? Ich muss mich sehr bremsen, um nicht schon fertig zu sein ;)


    Bei mir hat es etwas gedauert, bis mein Buch da war. Jetzt habe ich zwei und bin am aufholen ;D



    Ich war sehr überrascht, dass Adele auf der Beerdigung auftaucht. Irgendwie dachte ich immer, sie wäre tot :o
    Wo war sie all die Jahre? Und warum kehrt sie gerade jetzt zurück?


    Ich dachte eigentlich auch immer, dass sie tot ist. Was ich mich zwar im letzten Band nicht gefragt habe, aber diesmal umso mehr, ist, warum Victor Dornhain Klara von vornherein nicht besser versorgt hat. Es war damals in dieser Gesellschaftsschicht doch üblich, die schwangeren Frauen einer Liebschaft mit einer entsprechenden Mitgift zu versehen und halbwegs gut zu verheiraten. Adele stammte aus gutem aber unvermögenden Haus, stand also in der gesellschaftlichen Hierarchie über den "normalen" Dienstboten. Warum wurde also das gemeinsamen Kind mit dem Stigma der unehelichen Geburt belastet?



    Tja, und dann noch Lavinia. Ihre Abschnitte lese ich immer in einem Zustand zwischen Schmunzeln, Staunen und Fassungslosigkeit ;D


    Lavinia kann ich eigentlich nur bemitleiden. Sie erkennt selbst, dass sie alleine nicht überlebensfähig ist und einen Mann braucht, um mit der neuen Weltordnung klar zu kommen. Schade, dass sie sich im Krieg charakterlich nicht einmal einen Millimeter weiter entwickelt hat.


    Die Großmutter kommt mir hier auch etwas hartherzig vor. Aber ich vermute das es dafür vielleicht irgendeinen Grund gibt, den wir im Laufe des Buches hoffentlich erfahren werden.


    Charlotte Dornhains Welt zerbricht gerade vor ihren Augen. Es herrschen Krieg, zudem Aufstände von bürgerkriegsähnlichem Ausmaß und die alte Ordnung gilt nicht mehr. Wenn die Welt im Großen schon aus den Fugen gerät, dann muss wenigstens in dem kleinen Bereich, über den sie bestimmt, die alte Zucht und Ordnung herrschen. Sie hält sich krampfhaft an ihrer Würde und der Familienehre fest. Über dieses überschaubare Universum darf sie unter keinen Umständen die Kontrolle verlieren, weil das ihre Kraft überstiege.


    [quote author=Micaela Jary, Sterne über der Alster, Kapitel 4, Seite 41]"Mein Sohn ist desertiert!"[/quote]


    Das sagt im Grunde alles aus. Das ist ihre Sicht der Dinge. Ihr Sohn hat die Familie schmählich im Stich gelassen, mit seiner feigen Tat gefährdet er das Ansehen der Familie bis auf die Grundfesten. Das ist etwas, was sie nicht verzeihen kann. Ihr Zorn hält sie aufrecht und hilft ihr, ihre Haltung zu bewahren und die Trauer nicht spüren zu müssen.


    Außerdem wirkt sie für mich nicht wie ein Mensch, der zu Selbstreflexion fähig ist. Andernfalls müsste sie irgendwann einsehen, dass ihre Haltung zu Klara und die Umstände ihrer Geburt in langer Konsequenz gesehen die Familie erpressbar gemacht hat.

    Vera Bucks Debütroman "Runa" entführt den Leser in die Welt der Pariser Nervenheilanstalt Hôpital de la Salpêtrière am Ende des 19ten Jahrhunderts. Große Entdeckungen im Bereich der Neurologie und Psychiatrie wurden bereits gemacht und große Entdeckungen sind noch zu erwarten. Es herrscht eine Goldgräberstimmung unter den Herren Gelehrten, moralisch-ethische Überlegungen gibt es noch nicht.


    In diesem Umfeld möchte der junge Medizinstudent Jori Hell einerseits eine Heilung für seine große Liebe Pauline finden und andererseits ein ergiebiges Thema für seine Promotion finden. Dieses präsentiert sich in Form des jungen Mädchens Runa, das sogar dem weithin berühmten Prof. Charcot ein Rätsel aufgibt. Jori beschließt, an ihr den ersten psycho-chirurgischen Eingriff vorzunehmen, um sie so zu heilen.


    Anhand des fiktiven Falles "Runa" entwirft Vera Buck ein erschreckend realistisches Sittenbild der damaligen medizinischen Forschung. Schönenden, stark verzerrenden Kitsch wird man hier vergeblich suchen. Die Protagonisten handeln als Kinder ihrer Zeit, mit eben einer anderen Einstellung zu Patienten und deren Rechten. Niemand denkt sich etwas dabei, zu Forschungszwecken an einer als unheilbar eingestufte Frau experimentell zu operieren. Ihr sicherer Tod wird billigend in Kauf genommen. Was bedeutet schon ein Leben, wenn es im Endeffekt hilft, eine Heilung für viele zu finden?!


    Namhafte Professoren führen ihre Patientinnen in medizinischen Vorlesungen zum Vergnügen der gelangweilten Pariser Bohéme vor. Alles im Namen der Wissenschaft versteht sich natürlich. Trotz allem Abscheu vor diesen Methoden muss sich der moderne Leser vor Augen halten, welche bahnbrechenden Erkenntnisse die Neurologie Männern wie Jean-Martin Charcot, Joseph Babinski oder George Gilles de la Tourette zu verdanken hat. Vera Bucks Spagat zwei Seiten einer Medaille abzubilden ist meiner Meinung nach gelungen.


    Reale historische Persönlichkeiten agieren ungekünstelt mit fiktiven Romanfiguren. Der eingebaute Kriminalfall sorgt für Spannung und ist gleichzeitig eine Verbeugung an das literarische Vorbildes für Sherlock Holmes, dem gallischen Detektiv Lecoq. Gothic Novel Elemente verdichten die Atmosphäre zusätzlich.


    Das offene Ende lässt nicht unbefriedigt zurück. Es wird genug beantwortet, um den Leser nicht zu frustieren und erlaubt trotzdem genug Raum für eigene Gedanken und Interpretationen.


    Fazit:


    Ein gelungenes Erstlingswerk einer jungen Autorin, welches aus dem großen Wulst von historischen Romanen positiv herausragt. Der Mut ein kontroverses Thema ungeschönt darzustellen trifft auf fesselnde Thrillerelemente in einem stimmigen Ambiente.


    Zur Leserunde:


    Diese Runde wird mir aufgrund der sehr intensiven kontroversen Diskussion sicher lange in Erinnerung bleiben. Es hat mich besonders gefreut, dass der Ton dabei immer von gegenseitigem Respekt geprägt war, trotz der teilweise sehr gegensätzlichen Standpunkte. Vielen Dank dafür :winken:


    Liebe Vera, vielen Dank für deine freundliche und eingehende Begleitung unserer Runde. Ich erwarte mit Spannung deinen nächsten Roman :)


    Edit: Hier noch die freigeschaltenen Rezensionen


    Amazon
    Großes Litschockforum
    Literaturschock


    Das ist mir schon klar. Es wurde nun aber nicht mehr aufgelöst, wie Runa denn überhaupt dahingelangen konnte.. sie war doch im Bett festgemacht..


    Ich glaube eher, dass Joris Unterbewusstsein ihm einen Hinweis gegeben hat. Runa hat das L nicht geschrieben, sondern Jori hat sich das nur eingebildet. Er hat zu dem Zeitpunkt schon gefühlt, dass mit Luys etwas nicht stimmt.

    Ich hatte schon das Gefühl, dass es ihm leid tut. Da er aber Runas Rettung als oberstes Ziel hat, "muss" er seine Gefühle verdrängen, damit er "das Beste" für Runa erreichen kann.
    Die Frage, ob er so viel besser sei als Luys oder Gerard finde ich durchaus sehr berechtigt und diskussionswürdig. Für mich würde der Unterschied darin bestehen, dass die Experimente der Beiden eben "heimlich" in den Katakomben stattfinden und Joris Operationsversuche im Namen der Wissenschaft in einer Klinik durchgeführt werden.
    Ätzender Weise ist das Ergebnis dasselbe (besonders in der Zeit, in der das Geschehen spielt), aber der Zugang ist schon noch ein anderer.


    Folgende Stelle im Buch beschreibt meiner Meinung nach den Unterschied zwischen Jori und Luys/Gérard sehr gut:


    [quote author=Vera Buck - Runa, Fünfter Teil: Experimente, Seite 469:]


    Die Idee der Experimente, die Luys und Gérard im Keller durchgeführt hatten, war Jori inzwischen klar. [...] Für eine umfassende Versuchsreihe musste man sich aller Wege in den Körper bedienen.
    Dass es in diesem Fall aber nicht um Frösche ging, sondern um Kinder, schienen Luys und Gérard entgangen zu sein.[/quote]


    Jori hat ein Gewissen, ihm sind die Frauen, an denen die Operationen durchgeführt werden, nicht gleichgültig. Es geht ihm nicht mehr um seine Approbation oder Pauline, sondern er möchte Runa retten und ihr dabei auch noch helfen. Luys und Gérard gehen in ihrem Wahn buchstäblich über Leichen. Das Leid dahinter interessiert sie nicht, nur das Ergebnis ihrer Experimente. Sie hören nicht auf, sondern verändern die Versuchsanordnung, weil sie ihr gewünschtes Ergebnis unbedingt erzwingen wollen. Das ist für mich ein gehöriger Unterschied.


    Wir dürfen auch Männer wie Charcot nicht aus unserer heutigen Sicht be- und verurteilen. Durch sie wurde moderne medizinische Wissenschaft erst möglich. Die fehlende Ethik ist natürlich furchtbar, musste sich aber erst entwickeln. Wobei Ethik und Moral nicht völlig abwesend waren, denn Burqs Experimente wurden letztendlich verboten, da man ihre Sinnlosigkeit erkannte.


    Charcot hat bei allem Götterwahn in seinem Leben viel erreicht und anderen Wissenschaftlern den Weg geebnet. Diese Leistung darf man nicht in Abrede stellen, auch wenn die von ihm verwendeten Methoden heute Gott sei Dank nicht mehr denkbar wären.


    Ich frage mich übrigens, ob man einem Mädchen wie Runa heute helfen könnte. Irgendwie bezweifle ich das.

    Der Abschnitt war ziemlich heftig. Luys und Gerard sind in Experimente verstrickt, die sogar für die Klinik zu grausam und unnötig sind. Ich unterstelle beiden, dass in ihrem Fall nicht mehr der Wissensdurst, sondern die pure Lust zu quälen der treibende Motor dahinter ist.


    Runa ist offensichtlich ein Opfer dieser Versuche und schwerst traumatisiert. Jetzt ergibt einiges für mich Sinn. Wahrscheinlich wollte sie das Blut des Kaninchens benutzen, um die Reihe der chemischen Elemente schreiben zu können. Außerdem erklärt es Charcots Unfähigkeit, sie zu hypnotisieren. Das Mädchen ist so weit in sich zurück gezogen, dass er sie mit Hypnose nicht erreichen konnte. Sogar für den schwarzen Schaum habe ich eine befriedigende Erklärung gefunden. Ihr Körper versucht auf diese Weise, die Gifte, die ihr bei den sinnlosen Experimenten aufgezwungen wurden, wieder los zu werden.


    @Vera: Hast du den Gothik-Novel-Flaire bewusst eingesetzt oder hat er sich aufgrund der Handlungszeit und des Settings so ergeben? Joris Umherirren im Labyrinth der Katakomben hat mich wieder sehr an einen Schauerroman erinnert (und zwar im positiven Sinn - diese Gänsehautmomente finde ich persönlich toll).


    So genau verstehe ich das auch nicht, warum er unbedingt ein Verbrecher sein möchte. Da habe ich mir auch schon einige Gedanken darüber gemacht und vielleicht bewundert er manche Verbrecher, die es schaffen mit viel List etwas zu Rauben. Denn einen Mörder oder Vergewaltiger sieht er bestimmt nicht als Held.


    Er will kein Verbrecher sein, sondern ist überzeugt davon einer zu sein. Das ist ein riesiger Unterschied. Lecoq ist ein Anhänger der phrenologischen Lehre und damit zu 100% sicher, dass er aufgrund seines Äußeren genetisch dazu festgelegt ist. Egal, wie er sein Leben führt, egal welchen Beruf er ergreift, am Ende seiner Lebensbilanz wird er in seinen Augen ein Verbrecher sein.


    Bei Schaum vor dem Mund denke ich (und ich befürchte sehr ungerechtfertigter Weise) direkt an Epilepsie, aber wie soll diese Schwarzfärbung zustande kommen?


    Hoffentlich klärt sich der schwarze Schaum noch auf. Der macht mich wahnsinnig, weil ich mir keine Erklärung dafür zurecht zimmern kann. ;)

    Ich frage mich die ganze Zeit, was mit Runa los ist. Wer oder was hat sie so dermaßen traumatisiert, dass sie sich so verhält. Ihre Reaktion auf Luys fand ich auf alle Fälle sehr verdächtig. Wie ist sie überhaupt in das Krankenhaus gekommen? Haben wir darüber im Roman etwas erfahren?