Beiträge von Olima

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    Hallo ihr Lieben,


    mit etwas Verspätung auch meine ersten Eindrücke,



    Da kann ich mich voll und ganz anschließen.Richtig toll finde ich allerdings den oberen Teil der Vorder und Rückseite. Genauso stelle ich mir die Zeit vor in der wir uns befinden. Davon hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht :-[ Und dafür vielleicht ein bisschen weniger " Jungfrau " ;)


    Die ziemlich große Buchhandlung in der ich das Buch gekauft habe, ist eine eigene Abteilung für historische Romane. Leider ähneln sich viele Cover, ich habe zuerst nach einem anderen Buch gegriffen und dann erst festgestellt, dass ich dieses garnicht kaufen und lesen will ::)



    Daniel/Joss
    Dass Eltern/Ehefrauen das eigene Kind/Mann nach längerer Zeit nicht wiedererkennen - darüber gibt es genügend Geschichten. Ihr dürft nicht vergessen, dass Daniel Jahre weg war - zudem in einem Alter, in dem sich ein Mensch verändert/ weiterentwickelt. Es ist in keinster Weise abwägig, dass so etwas passiert.
    Vater:
    Ich finde, dass der Vater sich der Zeit passend verhält. Liebe war damals kein großes Thema und der Vater war das Oberhaupt. was er sagte, tat, war richtig gewesen - daran gab es nichts zu rütteln. Dass Daniel Hofmeister in stillen Augenblicke über seine Gefühle nachdenkt, macht ihn in meinen Augen menschlich! Viele Leser haben über den Vater ähnlich gedacht wie ihr und ich bin mal gespannt was ihr am Ende des Buches sagen werdet.


    Dass die eigenen Eltern ihren Sohn nach einer 6 jährigen Pilgerreise nicht wiedererkennen, fand ich nicht so unglaubwürdig. Der Vater liegt im Sterben, die Mutter will vielleicht auch das glauben, was sie sieht und Joss scheint ja wenigsten vom Typ der gleiche zu sein wie Daniel.
    Daniel/Joss ist für mich in diesem Abschnitt der interessanteste Charakter. Auf der einen Seite strenges Familien- und Hofoberhaupt, auf der anderen Seite lässt er Anna Maria ausgestattet mit seinen alten "Utensilien" ziehen. Bei dem Rückblick in Basel wird angedeutet, dass Joss einer Bewegung angehört, die verboten war.
    Beim rumgoogeln bin ich dann tatsächlich auf Bundschuh-Bewegung und sogar auf unseren Joss gestoßen. Insgesamt kommt mir die Strenge von Daniel/Joss auch als eine Art Mauer vor, damit keiner ihm zu nahe kommt, obwohl er seine Kinder sehr liebt. Ich bin gespannt wie der Vater und Anna Maria den Tod der Mutter erlebt haben.



    Anna Marias Traum von ihrer Tante, die sie in ihrer Schlafkammer aufsucht (*grusel*), erklärt dann auch endlich, warum der Vater soviel auf ihren Ahnungen und Träume gibt: Von seiner Mutter hat Anna Maria das Talent geerbt sozusagen mit den (zukünftigen) Toten ein letztes Wort zu wechseln. Hofmeister hat seiner Tochter zwar das Versprechen abgenommen, nicht über diese Gabe (der Jungfrau?) zu sprechen. Anna Maria leidet jedoch unter dieser Fähigkeit und schläft von nun an nicht mehr besonders gut. Kein Wunder, da ginge es mir nicht anders!


    Anna Marias Traum und damit die Entdeckung ihrer Gabe muß für das Mädchen der blanke Horror sein, wie soll sie damit umgehen, kein Wunder, dass sie versucht nicht mehr zu schlafen um damit möglichen Träumen zu entgehen. Ihre richtige Großmutter hatte diese Gabe auch, interessant wie sich der Vater hier wieder rausredet, obwohl er zu gibt, dass die im Dorf bekannte Großmutter nicht seine richtige Mutter ist. Zum Ende des Abschnittes, hat sich Anna-Maria mit ihrer Gabe abgefunden, weil sie anscheinend im Traum den Sterbenden die Angst vor dem Tod nehmen kann. Auch hier bin ich gespannt auf den Tag, an dem ihre Mutter stirbt. Außer in diesen Szenen fand ich Anna-Maria in diesem Abschnitt noch etwas blass, so richtig warm bin ich mit ihr noch nicht geworden, liegt aber vielleicht auch daran, dass ich den Vater sehr viel geheimnisvoller und interessanter fand.


    Besonders gut gefallen mir die vielen kleinen Details aus dieser Zeit, das Verbot zu fischen und zu jagen, die abgeschlossene Kornkammer, die Beschreibung des Schlachtfestes, so was fesselt mir ungemein, vielen Dank Deana


    Erstmal liebe Grüße


    Olima


    Fast schon wie Telepathie ;)
    Ich besorge mir das Buch in den nächsten Tagen und lese sehr gerne mit.


    Liebe Grüße


    Olima


    Habar fügt sich in ihre Rolle an Dienstbotin. Das könnte ich akzeptieren, hätte Habar nie ein anderes Leben gekannt. Doch in Budin hat sie anders gelebt und es fällt mir schwer zu glauben, dass sie sich daran nicht mehr erinnert und sich ihrem Schicksal einfach ergibt. :-\


    Rückblickend muß ich sagen, dass sich diese Passivität und "Unterwürfigkeit" durch das ganze Buch zieht, irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass der Knoten irgendwann mal pltzen müßte und sie etwas Widerstand leisten müßte.



    Vielleicht geht es sowohl bei Rupert als auch bei Knaup weniger um sexuelle Anziehung, sondern um Macht und Dominanz. Ohne jetzt zu tief in psycho-analytische Theorien einzusteigen, könnte es durchaus sein, dass beide Männer über den angestrebten (sexuellen?) "Besitz" Habars ein Substitut für vorangegangenen Machtverlust suchen?! Nur so eine Idee...


    Zumindest bei Knaup hast du bestimmt recht, bei Rupert steckt wohl eher mehr dahinter und die sexuelle Anziehung ist nur eine Facette seiner Beziehung zu Haber.


    Mein Eindruck war vielmehr, dass Amalia Ibrahim nicht um seinetwillen angesprochen hat, sondern m Habar zu verletzen. Darum - so meine Interpretation - hat Amalia Ibrahim auch gerade eingeladen mit ihr den Gottesdienst zu besuchen. So kann sie Habar am besten "beweisen" wie sehr sich ihr Bruder verändert hat. Und ich bin überzeugt davon, dass Amalia auch sehr gut einschätzen kann, wie enttäuschend diese Erkenntnis für Habar ist! >:(
    Was Ibrahim angeht... Der scheint sich allerdings bestens eingelebt zu haben und seine vorherigen Ansichten über Bord geworfen haben. Er (er)duldet die "neue" Kultur nicht nur, sondern wird in ihr regelrecht aktiv, das hat schon eine andere Qualität. Vergleicht man ihn mit Karl habe ich außerdem das Gefühl, Ibrahim wäre der Umtriebigere von beiden. Merkwürdig ist das schon!


    Geez,
    Imlammenien


    Ich denke auch, dass Amalia in erster Linie Habar treffen wollte. Allerdings finde ich es trotzdem erstaunlich, wie durch die Taufe aus Ibrahim dem Türkenjungen ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft wird, während seine Schwester Dienerin bleibt.

    Mich überrascht es sowieso schon, dass Habar in ihrem niedrigen Stand bisher noch verschont geblieben ist.
    Natürlich gönne ich es ihr von Herzen, doch in dieser Zeit, bei ihrem Stand und der Neugier/Gier der Männer...


    Ich könnte mir vorstellen, dass beide Habar und Ibrahim unter einem gewissen Schutz stehen, nicht nur über ihren jeweiligen "Besitzer", sondern auch durch ihre Herkunft.

    Ich weiß nicht warum, aber ich begegne dem plötzlichen Interesse des alten Schwarzbach an Habar mit einer gehörigen Portion Misstrauen. Warum sollte er sich plötzich, nach Jahren (!!!) für die kleine Türkin interessieren? Da muss doch etwas hinterstecken! Und ich fürchte, nichts Gutes... :o
    Mit seiner "Vermutung" am Ende des Abschnitts könnte Ibrahim durchaus Recht haben. Wobei natürlich die Art und Weise, wie er es rüberbringt, unter aller Kanone ist!!! >:(
    Ihr habe absolut Recht, er sollte sich lieber mal die Männer vornehmen, die seine Schwester und ihre Ehre bedrängen, als daneben zu stehen und sie zu beschimpfen!!!


    Schwarzbachs plötzliches Interesse an Habar hat mich auch zuerst mißtrauisch gemacht, aber irgendwie läuft es doch darauf hinaus, dass Habar ind Ibrahim aufeinander treffen. Schwarzbach hindert sie ja auch nicht daran, mit ihrem Bruder zu reden. Vielleicht eine Art Wiedergutmachung für das schlechte Verhalten seiner Tochter.

    Arme Habar, egal wie sehr sie versucht sich in ihre Rolle zu fügen, überall warten Fallstricke auf sie.



    Natürlich kann Habar nichts für das Interesse dieses Ferdinand von Trottdorf, abgesehen davon, daß ja eine Menge Männer der Ansicht zu sein scheinen, daß Habar Freiwild für ihre Gelüste ist (immerhin dem Knecht hat sie's ja schon ordentlich gegeben, aber irgendwie zweifle ich, daß er sie nun in Ruhe läßt, angeknackster Stolz und so :o ). Und natürlich ist Amalias Reaktion, die unmittelbare wie andauernde völlig überzogen. Aber schließlich ist sie noch sehr jung, und möglicherweise empfindet sie Habar trotz deren untergeordneter Stellung als echte Konkurrenz.


    Habar nach dieser absolut öffentlichen Aktion von Ferdinand so dermaßen zu verurteilen ist schon ein starkes Stück, immerhin hat sie sich ja nicht irgendwie angeboten, ganz im Gegenteil.



    Oh ja, ich hätte ihm am liebsten gleich eine geknallt! >:(


    Ich auch ;), da sieht er seine Schwester nach so langen Jahren wieder und hat nichts besseres zu tun, als sie dafür zu verurteilen, dass sie bei dem Mann lebt, an die sie sein Ziehvater verkauft hat.


    Ich war übrigens auch sehr überrascht, dass Ibrahim derjenige ist, der als erstes von seinem alten Glauben ablässt und getauft wird. Und welche Überraschung mit dem Namen Christoph mutiert das Türkenkind zu einem ziemlich vollwertigen Mitglied der Gesellschaft, der mit seinem "Bruder" Karl auch Aufnahme in der Armee findet.



    Nur in Victor hat sie momentan einen Freund. Man spürt richtig die Gefühle, die sie für ihn hat und die immer mehr werden. Doch gerade, als sie vertrauter mit ihm wird, verschwindet er. :(


    Ich könnte mir vorstellen, dass Victors Gefühle zu Habar garnicht die gleiche Qualität haben wie ihre. Er sieht sie als Seelenverwandte mit der er über viele Dinge sprechen kann, aber ich denke nicht, dass sich bei ihm wie bei ihr ein kleines Pflänzchen Liebe entwickelt.


    Übrigens steht auf Seite 190 das eine der Damen auf dem Fest sich demnächst einen kleinen Mohr zulegen wollte, sind Türken schon aus der Mode gekommen ???


    Ähm ja, hab das übrigens bei der Ausstellung "Man spricht Deutsch" im Haus der Geschichte, Bonn, erfahren. Fand diesen Aspekt total spannend, deswegen hab ich ihn auch nicht vergessen, weil ich mir vorher auch nie Gedanken darüber gemacht habe, wie unsere Sprache wohl auf Ausländer wirkt.


    Das ist ja interessant, hatte ich schon erwähnt, dass ich in Bonn wohne ;), zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst 2 x Mal im Haus der Geschichte war.

    Jetzt ist der erste Teil schon zu Ende,
    und Habar und ihr Bruder entwickeln sich ganz unterschiedlich.



    Sehr schön haben mir die Szenen mit Habar und dem Maler Mario gefallen. Mit ihm konnte Habar mal wieder lachen und fröhlich sein. Man spürte richtig, wie gut ihr die Zeit mit ihm getan hat, wie sie aufgelebt ist, während sie bei ihm die Sprache lernte und durch ihn ihre Schreibübungen wieder aufnahm.



    Zu schade, dass Figuren wie der Maler Mario immer nur so kurze Rollen haben. Hach, dieser Mensch tat einfach in der Seele gut. Irgendwie hoffe ich, dass wir ihn wiedersehen.


    Mario eröffnet Habar die fremde Welt, durch ihn lernt sie nicht nur wieder lachen, sondern auch die fremde Sprache.


    Meine Sympathien für Georg schwinden arg, klar muss er enttäuscht darüber sein, dass sein Bruder nicht an ihn gedacht hat, aber dass er Habar dazu nutzt, um das Testament zu fälschen *grummel*. Ich könnte mir vorstellen, dass ihm die Entscheidung Habar weiterzuverkaufen garnicht so schwer gefallen sein wird. Irgendwann muss Habar doch kapieren, was sie da gemacht hat und stellt dann eine große Gefahr für ihn dar. Sein Mißtrauen Theadora widerrum kann ich verstehen. Ist Wilhelmina eigentlich auch die Tochter von Georg und Theodora, sie ist ja wesentlich älter als Karl. Dann müßten Georg und Theodora schon einige Jahre miteinander gelebt haben, wieso ist die Distanz dann so groß.



    Rupert ist wirklich ein kleiner fieser Teufel. Nicht nur die Attacken, die er gegen Ibrahim und Habar ausübt. Sein Plan, den beiden zu schaden, indem er den Pferdestall anzündet ist heftig. Vor allem, weil er auch gleichzeitig verhindern will, dass sein Onkel mehr erreicht, als sein Vater. Er trägt wirklich ganz schön viel Hass in sich. Dabei macht mich aber die Sache mit Medaillon stutzig. Ist er am Ende sogar für den Tod seines Vaters verantwortlich oder was bedeutet es sonst, dass er es war, der ihn in sein Verderben reiten ließ? Kommt er auch mit einer Schuld nicht klar und überträgt diese Gefühle im Hass auf andere?


    Ich bin gespannt, ob wir noch mehr über Alexanders Tod erfahren. Rupert ist so gefangen in seinem Hass, dass er sogar sein geliebtes Pferd opfert. Und es hat alles nichts genutzt, ganz im Gegenteil, die beiden Geschwister sind die Helden. Nun werden sie durch Ruperts Mithilfe auseinandergerissen.

    Hallo zusammen, bin etwas spät dran, ihr habt ja schon soviel geschrieben.


    Ganz am Anfang ist mir aufgefallen, dass Ibrahim die für ihn fremde Sprache als zischend und hart empfindet. Beruflich habe ich öfter mit Menschen zu tun, die untereinander vor mir in Türkisch oder Persisch sprechen, für mich zischen die.


    Interessant finde ich, dass die einzelnen Abschnitte aus unterschiedlicher Personensicht geschrieben sind.


    Ich denke Georg hat spontan und aus dem Bauch heraus gehandelt. Er war den Gräueltaten über und hat dann auch noch gesehen wie dieser Widerling an Habar vergreifen wollte. Überhaupt stellt Georg für mich bisher noch keine sehr willensstarke Persönlichkeit da. Aber mal sehen...


    Ich glaube auch, dass der Entschluss spontan kam. Er erspielt sich als Profi ein Mitbringsel für seine Frau. Ich könnte mir übrigens auch vorstellen, dass wir von dem Verlierer Knaup noch etwas hören werden.


    Auf den nächsten Seiten lernen wir die Familie von Georg kennen. Seine Frau Theodora

    Nicht ehrlich zu sein ist ohnehin ein Wesenszug, der mich abstößt. Aber allein ihre Reaktion, als sie erfährt, dass Georg zurückkehrt ist kalt, ganz so als hätte sie im Stillen gehofft, dass dieser Augenblick nie kommen möge... Was hat sie sich den gedacht, als sie mit Alexander zusammen war? Was hätte sie getan, wenn Georg dann zurückgekehrt wäre? Das ist natürlich alles sehr hypothetisch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit Theodora und Georg ein gutes Ende nehmen wird...


    Drei Jahre sind eine lange Zeit, allerdings denke ich schon, dass alle außer Georg über das Verhältnis Bescheid wußten.


    Karl scheint der einzige zu sein, der sich über Georg Rückkehr freut.
    Rupert freut sich eindeutig nicht, allerdings ist mir noch nicht so richtig klar, warum er so haßerfüllt ist.


    Habar und Ibrahim sind ganz eng miteinander verbunden, obwohl Habar sich doch etwas offener ihrem Schicksal stellt. Wie ihr schon meintet, verlässt sie sich etwas zu sehr auf Ibrahim. Die Szene in der Küche hatte etwas sehr bedrückendes, so ausgeliefert zu sein, ohne die Sprache zu sprechen oder überhaupt zu wissen, was mit einem passiert.


    Ein bißchen fehlt mir ein Personenregister, als inzwischen verwöhnter Leser habe ich mich an diesen Luxus gewöhnt, zumal mein Namensgedächtnis nicht immer das beste ist, nicht wahr Marion ;)

    Auch von mir noch ein kurzes Fazit:


    Mit Leichentuch und Lumpengeld hat Gabriella Wollenhaupt einen historischen Krimi geschrieben, angesiedelt in der Mitte des 19 Jahrhunderts. Er unterscheidet sich sehr von ihren bekannten Grappakirmis, und zwar nicht nur in Bezug auf Zeit und Ort, sondern besonders auch in dem hier verwendeten Schreibstil. Durch die hier gewählte Erzählform erhält die Geschichte ein besonders Tempo, was zuerst vielleicht ungewohnt ist, mit der Zeit aber der Geschichte mit ihren ganz besonderen Reiz gibt.
    Die Figuren sind bis zu den Randfiguren sehr genau und humorvoll gezeichnet, kleine in Nebensetzen beschriebene Szenen lassen die Figuren lebendig werden und bringen den Leser zum Schmunzeln. Die Geschichte ist durchweg schlüssig, man muß gut aufpassen um auf die überraschende, aber trotzdem logische Lösung des Mordfalles zu kommen.
    Ganz nebenbei erfährt der Leser einiges über die Zustände in den industrialisierten Webereien zu dieser Zeit und der tiefen Kluft zwischen Arbeitern und Fabrikbesitzern. Auch die Informationen über die Entwicklung der Polizeiarbeit sind sehr interessant.


    Ich finde das Buch sehr gelungen, es verbindet kurzweilige Lektüre mit einer spannenden Geschichte in einer für mich zumindest noch ungewöhnlichen Zeit.


    Diese Leserunde war, wie schon gesagt, klein aber fein. Auch ich finde es immer wieder spannend, war warum auf welche Ideen kommt, vielen Dank, dass ich an Euren Ideen teilhaben kann. Sehr gefreut habe ich mich über die doppelte Begleitung, ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

    Hallo zusammen,



    Was für ein Schluss. 8)
    Rasant, gut gestrickt und einfallsreich. Und dieser Schluss hat gehalten, was von Kapitel zu Kapitel stets von Gabriella aufgebaut wurde, nämlich Spannung und Witz.


    Zu Beginn dieses kurzen Abschnittes nimmt das Tempo merklich zu, nicht das die letzten Seiten davor irgendwie langatmig gewesen wären, aber hier wird es wirklich rasant.


    Das Grünblattsche Anwesen wird verbarrikadiert und von unterschiedlichen Seiten belagert.


    An mehreren Stellen habe ich mich wieder köstlich amüsiert. Natürlich nicht zuletzt, als Marlene die Kelle schwenkend vor Grafen von Überall stand und diesem mit ihrer herrlichen Bouillabaisse (hmm ich liebe diese Art von Fischsuppen. Dr.Wiesner tat hier schon zunächst recht, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen) bedachte. :klatschen:


    Marlene ist die einzige, die im entscheidenden Moment etwas tut, alle anderen stehen mehr oder weniger dumm rum und warten darauf, dass etwas passiert. Der Vergleich zwischen Marlene und Delacroix Freiheit :D, ich hab da so ein Bild vor Augen. Unser Doktor Wiesner hat natürlich wieder den Blick für das wichtige.



    Was die Auflösung betrifft, war ich gänzlich erstaunt, wie logisch und plausibel Gabriella alles noch zusammenlaufen lies. Und dass wo ich doch im Abschnitt zuvor noch völlig im Dunkeln tappte. Prima, Gabriella.


    Auf diese Lösung wäre ich nie gekommen, wirklich toll gemacht, großes Lob Gabriella. Eigentlich hätte bei mir bei Lenz und Frühling etwas klingeln müssen, seit 20 Jahren höre ich mir diesen Vergleich an, weil mein Chef Lenz heißt und sein Spruch am Telefon immer der gleiche ist: "Lenz wie Frühling". Aber da seht ihr mal, wie gut ich Arbeit und Vergnügen trennen kann.



    Aber auch Wiesner hat in diesem letzten Abschnitt wieder geglänzt. Er zeigt tatsächlich Herz, erinnert sich an seine Schweigepflicht. Er war für mich stets eine wundervoll tragende Figur in diesem Stück.


    Schade, dass es Luise nichts nützen wird. Dr. Wiesner ist meine absolute Lieblings(neben)figur.




    Und zum Schluss kommt es natürlich wie es kommen musste, zwischen Rachel und Justus von Kleist. Aber auch hier hat uns Gabriella ja ganz schön zappeln lassen. Bis zur letzten Seite. ;)„Sie haben keine Ehefrau und acht Kinder?“ S.364 ;D
    Wunderbar dann auch die Erwähnung, dass sich von Kleist ein wenig mehr wünscht, als nur eine Frau. Eine Seelenverwandte sollte es sein, eine Freundin und Geliebte… Hach… :herz:
    Doch zunächst zieht es Rachel ja angeblich nach Paris. Naja, bis eben zur letzten Seite. ;D


    Wie schön, dass sie doch noch zueinander finden, auch wenn das schon sehr schnell ist. Irgendwie kamen mit den Seiten immer wieder die Gedanken, was so eine aufgeweckte garnicht mehr so junge Frau die letzten 10 Jahre ihres Lebens gemacht hat. Wäre vielleicht noch eine Geschichte wert. Ganz davon abgesehen, freu ich mich auf neue Geschichten um Rachel und Justus. Die beiden könnten doch bestimmt noch tolle Abenteuer erleben. Bitte bitte.



    Alles in Allem ein sehr kurzweiliger, humorvoller Krimi der besonderen Art, der sich in seinem Tempo sowie was die Spannung betraf durchaus kontinuierlich durch das ganze Buch hindurch zu steigern wusste. Für mich ein wunderbares, flottes Lesevergnügen für Zwischendurch, welches mir wohl auch im Rückblick immer wieder Mal das eine oder andere Schmunzeln entlocken wird.


    So sehe ich auch, war das Tempo am Anfang noch gewöhnungsbedürftig, so hat es die Geschichte die ganze Zeit über lebendig gehalten. Die Handlung war durchgehend flüssig und logisch aufgebaut, die Lösung überraschend und die Personen durchweg authentisch. Besonders gefallen haben die ironischen oder humoristischen Einlagen, ich erinnere nur an


    „Will noch jemand Fischsuppe?“


    Großes Lob an Gabriella und Friedemann, ich würde mich sehr über eine Folgeleserunde freuen.


    Ganz liebe Grüße auch an meine Mitleser :-*


    Max hingegen ist tatsächlich Hartenaus und Josefines Sohn. Eine interessante Frage ist wohl, ob er als unehelicher Sohn nach dem preußischen Recht erbberechtigt wäre.


    Auf die Idee bin ich ja noch garnicht gekommen. Wenn das zu der damaligen Zeit möglich war, steht Josefine aber bestimmt ein harter Weg bevor.



    Herr Böttgers Gedicht über die Salate war auch wieder zum schießen. Ich stellte mir andauern vor, er stehe dabei gerade vor mir. ;D ::) ;D


    Böttger ist eine von den wunderbaren Randfiguren. Und er ist eine von den Bereicherungen des Grünblattchen Salons. Der arme Ruben, ich kann mir so richtig vorstellen, wie er sich bei solchen Beiträgen fühlt.


    :winken:


    Olima

    Guten Abend zusammen,
    erstmal apassionata: schön, dass du wieder bei uns bist, hoffentlich ist alles gut verlaufen



    in diesem Abschnitt bekommt Moritz Hartenau endlich was er verdient. Wer aber ist der Täter, bzw. die Täterin? Ich tippe da ziemlich sicher auf Lilly. Sie lügt ja zumindest und hat ihr Hausmädchen zu einer Falschaussage angestiftet. Fragt sich nun, wer von den beiden so unterschiedlichen Frauen nun wen in der Hand hat? Lilly blufft doch sicher, als sie zu Theresa meint, sie könne sie ruhig verpfeifen.



    Hartenau Junior ist tot und ihm weint wohl keiner eine Träne nach, auch wir Leser nicht ;) Ich glaube aber nicht, dass es Lilly war. Das wäre zu einfach und offensichtlich. Aber vielleicht hat sie sich mit dem Täter getroffen, vielleicht sogar mit dem gleichen der auch schon Hartenau Senior ins Jenseits befördert hat ???


    Hartenau Junior ist tot, welch Verlust für die Menschheit ;), ne im Ernst, welch Erleichterung für Morgenhtal und seine Bewohner. Ich glaube aber auch nicht, dass Lilly ihn erschlagen hat. Doktor Wiesner hat ja ausführlich darauf hingewiesen, dass Moritz Hartenau mit mehreren sehr brutalen Schlägen ins jenseits befördert wurde. Irgendwie traue ich Lilly zwar zu einmal mit großer Wut zuzuschlagen, aber ob sie die Kraft hat ihren Stiefsohn so zu zurichten ???


    Ich rätsel sehr über die beiden unbekannten Frauen, die kurz vor den beiden Morden an Vater und Sohn aufgetaucht sind. Bei Moritz denke ich es könnte Lilly sein. Ganz einfach weil sie kurz nachdem Moritz das Haus verlässt Thekla wegschickt und sich selbst ankleidet. Außerdem stiftet sie Thekla zur Falschaussage an. Auch eine gute Szene, erst stößt sie mit Thekla mit Champagner auf Moritz Ableben an, kurze Zeit später schmeißt sie sie raus.
    Bei der Frau, die den Brief an Hartenau Senior überbringt wird es schon schwieriger. Rachel und Marlene scheiden (hoffentlich) aus, ganz einfach aus Sympathie, Lilly gibt bis jetzt keinen Anhaltspunkt, Josefine hoffe ich nicht, weil sie endlich auf den Weg in ihr eigenes Glück ist. Bleiben noch einige Nebenfiguren, die zwar eingeführt wurden, aber bis jetzt noch nicht so richtig in Erscheinung getreten sind. Neben dem Personal Luise und Thekla, sind da auch noch Emelie Stein und Grethe von Muffe. Vielleicht liegt bei einen von den Damen die Lösung.



    Ganz entscheidend in diesem Abschnitt aber auch die Auflösung um die verlassene Hütte. Mensch Olima, da hast du schon ganz zu Beginn tatsächlich den richtigen Riecher gehabt. :anbet:
    Ist ja schon grauenhaft, was damals passiert ist. Und die Rosen stammen wohl von Harry Roth? Oder handelt es sich hier eher um einen Akt gemeinsamer Traueräußerung der Weberfamilien? Beides kann ich mir vorstellen.


    Dass die Hütte so eine grauenhaft Geschichte hat, hat mich dann doch überrascht, erklärt dann aber auch die sieben Grabsteine auf dem Friedhof. Hartenau Senior scheint ja doch ein absolut skrupelloser Mensch gewesen zu sein. Irgendwie passt dazu nicht die 5000,- Taler Zahlung an Josefine. Aber wie verzweifelt muß ein Familienvater sein, dass er seine komplette Familie auslöscht, wenn das stimmt, wie ihr schon meintet, die Rosen sprechen dafür, dass jemand auch nach Jahren noch an die Familie denkt.



    Rachels und Marlenes Reaktion als sie von Grünblatts Beteiligung an der Weberei erfuhren, war doch noch recht harmlos. Das hatte ich mir von Seiten Rachels auch heftiger vorgestellt. Aber ich denke auch für sie gibt es ihrem Vater gegenüber Grenzen, die sie einhalten muss.


    Marlene überrascht wirklich mit ihren kompetenten Vorschlägen zu Rettung der Firma. Vielleicht braucht sie einfach eine Aufgabe. Jetzt erscheinen auch ihre Salonaktivitäten in einem ganz anderen Licht. Sehr schön hat mir die Beschreibung der Grünblattchen Zornesfalte bei Rachel und ihrem Vater gefallen :D


    Immermann und seine Zeitung sind jetzt so richtig in die Schusslinie des Vaterländischen Vereins geraten. Kaum hat er mit Elias und der Hilfe der Jüdischen Gemeinde die neue Ausgabe fertig, wird sie zerstört. Übrigens finde ich es von der Wirtin Anni toll, dass sie Immermann und durch ihn auch Grünblatt warnt.


    Bleiben noch Rachel und von Kleist, wie Immermann schon bemerkt hat, da tut sich was. Allerdings habe ich nicht ganz verstanden, warum Kleist Rachel die Leiche zeigt, um ihre Neugier zu stillen, um ihr zu zeigen, dass die Leiche schrecklich aussieht, und kein Anblick für sie ist, oder um ihr zu zeigen, dass es sie für ebenbürtig ansieht.



    Noch eine Frage an euch Mitleserinnen. Auf S.291 wurde eine erste Frau von Hartenau erwähnt. Ich habe es gerade nicht mehr ganz im Schirm, aber ist diese verstorben? Und wenn ja woran? Könnte ihr Tod eine Rolle spielen? Oder ihre Rache?


    Da bin ich auch drüber gestolpert, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass die erste Frau Hartenau vorher schon irgendwann erwähnt wurde.


    So, das wars erstmal,
    schade, dass das Buch sozusagen bald leer ist ;D


    Ja, Olima hatte echt den richtigen Riecher mit der verlassenen Hütte - sehr aufmerksam. Kompliment! :winken: :winken: :winken: :winken: :klatschen:


    Danke danke *rotwerd*


    Bin noch nicht ganz durch mit diesem Abschnitt, melde mich morgen mit mehr Gedanken, Spekulationen, Beobachtungen............

    So jetzt ist es also raus, Max ist Josefines und Hartenau Seniors Sohn, weiß er selbst denn, wer seine wirklich Mutter ist?


    Am allerbesten hat mir das gekaperte Schwein gefallen, da hat ja von Kleists Elitetruppe aus Berlin auf ganzer Linie versagt. Von Kleist selbst wird durch seine Reaktion auf den Schweineklau immer sympathischer.


    Immermanns Druckerei wird von dem Vaterländischen Verein zerstört, etwas hat mich ja schon die anscheinende Pressefreiheit gewundert. Aber selbst wenn der Staat so etwas anscheinend toleriert, findet sich bestimmt ein besonders treuer angeblicher Staatsdiener, der der Meinung ist, dass Presse nicht staatstreu ist.


    Graf Überall ist intensiv daran beteiligt und wird damit noch unsympathischer.
    gabriella, welch tolle Namenswahl, Graf Überall ;D


    Übrigens sind mir hier wieder die Ortsbezeichnungen aufgefallen, nachdem ich vorher schon über dem Fluss Morgen gestolpert bin, glaube ich jetzt schon fast, dass er symbolisch für den Umbruch bei den Webern steht. Immerhin ist mein persönlicher Sympathieträger Ruben mit der Fabrik verbunden. Vielleicht schieße ich ja übers Ziel hinaus, aber ein Morgen bedeutet doch etwas neues, frisches........


    :winken:

    Hallo zusammen, liebe Gabriella, lieber Friedemann



    Marlene ist anstrengend - ja, da habt ihr Recht. Aber trotzdem nicht so dumm, dass sie nicht eine Entwicklung durchmachen könnte. Sympathisch an ihr, dass sie ihren Mann immer noch sehr liebt und auch spurt, wenn er sie auffordert ihre Albernheiten zu unterlassen. Sie verkörpert eben das veraltete Frauenbild - das im Biedermeier eben existierte: Die Frau besorgt das Heim, der Mann die Kohle.


    Also ich finde Marlene garnicht so anstrengend, sie passt genau in die Zeit. Eigentlich ist eher Rachel ungewöhnlich und für ihre Zeit anstrengend.



    Mit Rachel wurde ich beim Schreiben zunächst nicht so richtig warm, obwohl sie ja die Heldin des Buches ist. Erst nach der Szene in der Kneipe - nach dem missglückten Salonabend - bekam ich sie in den Griff. Ich weiß bis heute nicht, warum das so war.


    Das ist ja lustig, war Rachel denn nicht von Anfang an als zentrale Figur gedacht.


    So klopfte die Rachel also bei der Gabriella an und bat sie darum, doch für die Zeitung schreiben zu dürfen, und sie fand Gehör.


    Was für eine schöne Umschreibung, ich kann mir gut vorstellen, wie sich Figuren in den Gedanken eines Autors verselbstständigen.


    Was mich etwas stutzig gemacht hat, womit hat sich Rachel die letzten Jahre ihre Zeit vertrieben, dazu passt auch


    Der Redakteur Immermann fühlt sich immer mehr zu Rachel hingezogen und küsst sie schließlich. Kaum zu glauben, dass Rachel kurz zuvor noch völlig ungeküsst gewesen sein soll - bei dem Tmepo, dass sie jetzt vorlegt! ;) Erst Elias, nun Immermann... Ich könnte mir vorstellen, dass da auch noch ein dritter Küsser ins Spiel kommt. Vielleicht gar von Kleist?! ;) ;D


    Rachel bringt wunderbare Erkenntnisse, wenn sie z.B auf S. 194 überlegt, ob höherer Stand blind macht. Sehr schön fand ich auch Immermanns Überlegung zu Rachel und Elias Bemühungen um einen Artikel.
    Wie Kinder, die eine Maus aufschneiden, um zu sehen, was in ihr verborgen ist.
    Ich muß gestehen, dass erst Rachel Artikel mich so richtig, für das Gutscheinsystem wachgerüttelt hat.



    Wie schon erwartet, wird Josefine der Kamm zum Verhängnis. Sie wird des Diebstahls beschuldigt. Allerdings hat von Kleist wohl von Anfang an so seine Bedenken ob das stimmt. Vor allem weil Kürten sich so seltsam verhält. Aber letztendlich sagt dieser ja doch die Wahrheit und ich hoffe, dass er sich doch einiges von von Kleist abguckt und von ihm lernt. Denn er scheint eigentlich kein schlechter Kerl zu sein.


    Josefine, Max, Kürten, Hartenau Senior, Lilly und der Kamm..............Josefine und Kürten würde ich es schon gönnen am Ende des Buches in eine gemeinsame Zukunft zu schauen, zwar hat Kürten zu lange gezögert, Josefine zu helfen, aber denkt auch mal an die Zeit und die Umstände, dafür hält er sich noch ganz wacker. Josefine bekommt 5.000 Taler, ein Vermögen, wie alt ist Max, wie alt ist Josefine.


    Auf den Auftritt Heinrichs Heine bin ich gespannt, wenn Marlene ihn wirklich in ihren Salon bekommt, wie geht sie mit ihm um.


    Interessant finde ich noch den Gegensatz Bund der Gerechten und Vaterländischer Verein mit ihren jeweiligen Vertretern. Auf der einen Seite die Roths und Elias, auf der anderen Seite Graf Überall. Da steckt bestimmt noch Zündstoff.


    Moritz Hartenau....in anderen Foren gibt es eindeutige Smilies, die eine Tätigkeit des Magens bei eindeutigen Beschwerden nachzeichnen. Wie furchtbar so jemanden ausgeliefert zu sein, als Fadenmädchen, Dienstmädchen oder Witwe des Vaters "Mach den Mund auf, Trude" *schauder*


    :winken:


    @Olima.....Aber wusstest du schon, dass die Familie Grünberg eigentlich Grünblatt heißt? ;) ;D


    Schande über mich, schon wieder. Leider passiert mir das zu oft, dass ich die Namen unserer Helden nicht richtig beim posten wiedergebe :-[, ich gelobe Besserung.



    Der Hammer natürlich das ausgeklüngelte System des Hartenauers was seine Arbeiterschaft und ihre Entlohnung betrifft. Ein echt starkes Stück, wenn man bedenkt, dass diese mit Lebensmittelgutscheinen nur in seinen eigenen Läden einkaufen durften, die sicher auch nur wiederum auf Profit aus waren. >:(


    Das ist nach heutigen Maßstäben so ungeheuerlich, dass ich im ersten Moment dachte, das ist Fiktion. Diese absolute Ausbeutung auf allen Ebenen, ich wundere mich wirklich, warum die Rebellion gegen so etwas so lange gedauert hat. Aus heutiger aufgeklärter Sicht ist es unfassbar, wie "oben" mit "unten" umgesprungen ist.



    Hallo.
    Ich bin der Friedemann und mach nun hier mit.
    Keine Angst.
    Ich bin völlig harmlos und friedlich, auch wenn ich mein Leben mit der Maria-Gabriella verbunden habe (nein, das ist kein Widerspruch).


    Hallo Friedemann, da werden wir ja diesmal doppelt begleitet, wie schön. Ich finde es sehr interessant, wenn du uns noch einige Infos liefern kannst. Soszusagen als Begleiter der Entstehung dieser Geschichte.



    Einige kleine Details der Lumpenhandlung gehen auf Vorschläge von mir zurück.
    Das Präsens finde ich wichtig.
    Ein historischer Roman erzählt Vergangenes, das ist klar. Der gewählte Sprachduktus - Verbform Präsens - macht das Vergangene gegenwärtig. Der Leser erlebt es stärker mit.
    Ganz abgesehen von der Handlung des Buches: Wenn es nicht heißt: "er schlug zu", sondern "er schlägt zu", dann ist das viel lebendiger - als wäre der Leser dabei, während der Schlag geschieht.
    Es ist so dem Drehbuch näher als der Novelle.


    Es verändert das Miterleben der Geschichte wirklich sehr, der Leser wird direkt in die Handlung eingebunden und die Distanz wird kleiner. Grappa schrieb irgendwo, dass ihre Personen lebendiger wurden, das trifft es sehr gut.



    Ich hab schon versucht, Gabriella für die Grappa-Romane auch zum Präsens zu bewegen. Sie denkt aber, sie verliert Euch dadurch. Ich glaub das nicht.


    Die Grappa Figur hat ja nun schon einige Bücher hinter sich, ich glaube auch, dass dort ein Wechsel im Schreibstil schwer fällt. Verlieren würde sie UNS damit aber bestimmt nicht.


    Ganz liebe Grüße an euch beide