Beiträge von Buchzauber

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    Auch wenn es diesmal bei mir mit dem Lesen einwenig gedauert hat, ich war einfach begeistert von diesem Roman und hätte noch etliche Seiten weiterlesen können. Vielen Dank für solch einen tollen historischen Roman und für die Begleitung der Leserunde, hätte mich wirklich geärgert wenn ich diese verpasst hätte.
    Hier nun meine Rezi
    Nach die „Salbenmacherin“ gibt es nun endlich mit „Die Salbenmacherin und der Bettelknabe“ die Fortsetzung des historischen Krimis von Silvia Stolzenburg.


    Inhalt.


    Die Autorin verbindet hier zwei Geschichten zu einer, auf der einen Seite geht es um Jona, einem 11 jährigen Waisenknaben, den es nach Nürnberg verschlagen hat, wo er sich als Bettler durchschlägt, bis er von der Stadtwache aufgegriffen und zu Zwangsarbeit gezwungen wird. Zusammen mit Casper gelingt ihm die Flucht, leider direkt in die Arme einer skrupellosen Sekte.


    Auf der anderen Seite wird die Geschichte von Götz und Olivera fortgesetzt, sie haben sich inzwischen in Nürnberg ein gemeinsames neues Leben aufgebaut, doch schnell holt sie die Vergangenheit wieder ein. Denn Laurentz, Oliveras Mann und Götz Bruder ist ihnen auf den Fersen.


    Meinung:


    Hat die Autorin mich bereits mit ihrem Schreibstil im ersten Band beeindruckt, war ich hier noch mehr begeistert. Sie versteht es ihre Leser von der ersten Seite an mitzunehmen und in den Bann zu ziehen. Dabei wird die Spannung stetig aufgebaut, so dass man das Buch zum Schluss gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ich muss gestehen das ich sogar traurig war ,als ich das Buch durch hatte, ich hätte noch viel mehr lesen können und hoffe das es bald einen Dritten Band geben wird.


    Insgesamt wurde hier ein sehr fesselnder und ausgezeichnet recherchierter Roman geschrieben, dabei ist es nicht Nötig das man den 1. Band vorher gelesen hat, denn an den entsprechenden Stellen gibt die Autorin immer wieder Hinweise auf den Vorband, so dass man sehr gut in die Geschichte hineinkommt.


    Erwähnenswert sind hier auch das sehr schön mittelalterlich gestaltete Cover und die Ausstattung des Buches mit einem Lesebändchen. Weiterhin gibt es ein sehr interessantes Nachwort der Autorin.


    In Kürze:


    Schreibstil: sehr angenehm, liest sich schnell und flüssig, man mag gar nicht mehr aufhören


    Charaktere: sympathisch und realistisch, selbst die „Bösen“ wirken hier sehr authentisch


    Inhalt: begeistert immer wieder mit neuen Spannungspunkten und nimmt den Leser von Anfang an mit



    Fazit: spannend und mitreißend von der ersten Seite an, da mag man mit dem Lesen nicht mehr aufhören


    selbige stelle ich auch auf
    Lovelybooks
    meinem Blog Buchmagie
    Amazon und Co ein

    Also ich muss sagen, was für ein Ende und das Jona und Casper nun noch so gut aufgehoben sind darüber habe ich mich total gefreut. Ein bisschen meckern im positiven Sinn muss ich aber noch, der Roman hat mich so in den Bann gezogen das ich traurig war, als ich ihn ausgelesen hatte, ich hätte noch mehr davon lesen können.


    Wenigstens kann Jona Casper und einen Teil der anderen Jungen befreien, wenigstens das schon mal. Ich finde es zwar gut, dass sich Jona an Götz gewandt hat, aber dass die beiden Jungs nun ebenfalls im Folterkeller sitzen, gefällt mir ganz und gar nicht; die beiden wissen doch nichts!


    Die Stelle fand ich auch total spannend, zumal ich gar nicht mehr damit gerechnet habe das Casper noch lebt.

    Nach dem ich nun einige Tage im Kurzurlaub war, will ich gleich meine Eindrücke zu diesem Abschnitt schreiben.
    Es bleibt weiterhin spannend und als Laurentz niedergestochen war ich sprachlos, ob er jetzt doch noch seinen Frieden machen und den Aufenthaltsort von Oliveria verraten wird? Ich hoffe es. Götz kann einen schon leid tun und ich fieber richtig mit ihm mit.


    Zum Glück hat sich Jona Götz nun doch noch anvertraut und ich hoffe das alles ein gutes Ende nehmen wird.

    Von der Abtreibung weiß er nichts, das stimmt, hier sagt sie ihm nicht die Wahrheit. Aber schau mal auf S. 154 (Kapitel 22), bei dem Gespräch zwischen Brida Tucher und Mertlin: "Es gibt eine Hebamme und eine Salbenmacherin, die mehr wissen, als sie sollten", begann sie. "Wie meint ihr das?" hakte der Braunhaarige nach. "Sie könnten mir gefährlich werden. Warum, brauchst du nicht zu wissen! Sag deinem Herrn, dass ich ihm zu ewigem Dank verpflichtet wäre, wenn er Sorge trägt, dass diese beiden nicht überall herumerzählen, was sie wissen." Sie massierte sich mit Daumen und Zeigefinger die Nasenwurzel. "Wie er das anstellt, ist mir gleich", setzte sie hinzu. "Hauptsache, sie schweigen." Dass sie damit vermutlich das Todesurteil der beiden ausgesprochen hatte, bereitete ihr weniger Gewissensbisse, als sie gedacht hätte.


    Das liest sich für mich, als ob schon Muffel der Auftraggeber ist und Mertlin wiederum Laurenz damit beauftragt, denn auch Muffel ist daran gelegen, dass seine Liason mit der Tucher nicht bekannt wird.


    Das empfand ich an der Stelle auch so, das Muffel der Auftraggeber ist und Mertlin wiederum Laurenz beauftragt hat. Über die Skrupellosigkeit der Frau Tuchner kann ich immer noch den Kopf schütteln. Ich denke schon das es ihr bewusst war das sie mit ihrer Aussage gegenüber ihrem Liebhaber das Todesurteil der Salbenmacherin und Hebamme herbeigeführt hat.

    Als der Brand im Haus von Götz und Olivera war habe ich doch tatsächlich für einen Moment gedacht Jona will sich jetzt aus dem Staub machen. Aber er möchte ja nur seinen Freund helfen und das kann ich verstehen.Jona sieht zum Glück auch das Oliveria verfolgt und entführt wird, leider verliert er dabei die Spur.


    Nur was will Laurentz jetzt mit Olivera, glaubt er wirklich sie würde bei ihm bleiben? Schade das Jona nicht den Mut findet sich Götz anzuvertrauen. Es bleibt weiterhin spannend und das finde ich super, hier flacht die Spannung zu keinen Zeitpunkt ab und ich mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.


    Was für ein liederliches Weib, dass sie nun vor lauter „Dankbarkeit“ die Hebamme und Olivera umbringen lassen will. Die Hebamme hat es bereits erwischt und Olivera wird etwas Aufschub erhalten, weil Laurenz seine eigenen Ziele verfolgt. Überhaupt ist mir die Tucher ziemlich unsympathisch, in welche Zwickmühle sie Olivera damit bringt, dass sie auch noch einen Trunk will, mit dem man verhindern kann, erneut schwanger zu werden, dabei weiß sie doch sicherlich, dass sich ihr Mann Nachwuchs wünscht. Wer weiß, was sie ihrem Mann noch alles vorlügt, nur damit ihr Seitensprung nicht bekannt wird.


    An dieser Stelle war ich auch einfach nur sprachlos, wie kann ein Mensch nur so sein und gerade als Frau. Ihr Liebhaber muss allerdings irgendetwas mit Laurentz und deren "Kumpanen" zu tun haben, sonst würde er ja hier nicht den Mord in Auftrag geben. Bin schon gespannt wie dies alles zusammenhängt.

    Es geht gewohnt spannend weiter, über die Tuchner bin ich ja echt sprachlos, wie kann sie nur den Tod der Hebamme und der Salbenmacherin wollen, wo sie ihr doch so aus der "Patsche" geholfen haben. Ein sehr skrupelloser Mensch, ich hoffe, dass sie noch ihre gerechte Strafe finden wird.


    Ihr Mann kommt mir eigentlich ganz sympathisch rüber, so wie er Oliveria gegenübertritt und sie lobt. Da vermute ich immer mehr das seine Frau einen Liebhaber haben wird.


    Jona tut mir sehr leid, er musst schon so viel schreckliches in seinem Leben erleben und nun wird er auch noch von Laurenz verfolgt. Hoffentlich wird Jona wieder ganz gesund. Sehr schön finde ich das er bei Götz in der Apotheke bleiben darf und sein Apothekerlehrling werden soll.


    Aus dem 1. Band habe ich eigentlich immer gedacht Götz wäre auch Kaufmann und hilft in einem Lazarett aus. Aber das er eine Apotheke hatte wusste ich nicht, da muss ich dann doch noch einmal in Band 1 nachlesen. Jedenfalls ist es sehr schön das er auch auf Anraten des Herrn Tuchner nun zum Stadtapotheker benannt wurde. Auch dieses zeigt doch eigentlich das der Tuchner kein so schlechter Mensch sein kann.

    Kurz gesagt: ich bin gut in das Buch reingekommen ;D Meine leise Befürchtung, dass ich mich womöglich an wichtige Dinge aus dem ersten Buch nicht mehr erinnern könnte, waren unberechtigt, denn Silvia hat an den richtigen Stellen die nötigen Informationen einfließen lassen. Z.B. wusste ich nicht mehr den Namen von Olivieras Ehemann und Götz' Bruder.


    Was mich aber wieder wütend macht, dass die Nürnberger Oberschicht Oliviera wieder in der Hand haben: einerseits wollen sie ihre Tränke und Fähigkeiten für sich nutzen, gleichzeitig ist das aber ein Tanz auf dem Vulkan, wenn es schiefgeht. Ich hoffe nur, die Tucher überlebt die Abtreibung. Sehr gut, dass Oliviera darauf bestanden hat, eine Hebamme und einen Priester hinzuzuziehen, so hat sie wenigstens Zeugen, wobei ich bei einem Priester immer etwas misstrauisch bin, die sind ganz schnell mit irgendwelchen Vorwürfen bei der Hand, vor allem bei jemanden wie Oliviera mit ihrem südländischen Aussehen und ihren Salben. Andererseits habe ich meine Zweifel bei so vielen Zeugen, dass der Mann der Tucher nicht doch etwas davon mitbekommt.


    Mir ging es da ähnlich, ich habe vorher auch immer gegrübelt wie der 1. Roman zu Ende ging und welche Personen darin welche Rolle spielten, aber auch ich bin schnell wieder hineingekommen und wie ja bereit geschrieben wurden an den richtigen Stellen Hinweise auf den Vorband gegeben.


    Das mit der Tuchner finde ich auch ziemlich krass und ich war froh das sich Oliviera in der Hinsicht abgesichtert hat. Hoffentlich wird dies in der weiteren Handlung kein Nachspiel für sie haben.

    Auch ich bin wieder sehr gut in das Buch gekommen, der Schreibstil ist gewohnt angenehm und es liest sich flüssig. Zuerst musste ich natürlich einwenig überlegen, wie es mit Band 1 zu Ende ging, ich wusste nicht mehr genau ob Laurenz nun überlebt hatte oder nicht, aber diese Frage hat sich sehr schnell geklärt.
    Der Anfang war ja wieder schockierend und ich war sofort Mitten in der Handlung. Gefreut habe ich mich für Oliveria und Götz, das sie nun ein gemeinsames Kind erwarten und eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Da tritt natürlich Laurenz auf und ich hoffe das seine Pläne noch vereitelt werden.
    Der kleine Betteljunge kann einen richtig leid tun, alles wird hier so bildlich beschrieben und es kommt so realistisch rüber, da bin ich richtig froh, das ich nicht in der damaligen Zeit gelebt habe. Der kleine Jona musst ja bereits schreckliches erleben und nun auch wird nun auch noch in die Sache mit Laurenz verwickelt, hoffentlich kann er Casper noch retten.

    Da nun Ferien sind und wir einige Tage in Urlaub sind möchte ich hier gleich meine Rezi einstellen. Vielen Dank für die sehr informative Leserunde und die Begleitung.



    Nach „Das Pestzeichen“ und „Der Pestreiter“ gibt es mit „Das Pestdorf“ ein Wiedersehen mit dem Arzt Urs und seiner Frau Susanna. Von der Thematik her ist jeder Roman in sich abgeschlossen und kann somit einzeln gelesen werden.


    Die Autorin Deana Zinßmeister führt den Leser nach Trier ins Jahr 1671.



    Inhalt:


    Susanna und Urs leben nach den Schrecken der vergangenen Jahre mit ihrer 15 jährigen Tochter Gritli glücklich zusammen. Ihr Sohn Michael ist gerade von einer Geschäftsreise aus Italien heimgekehrt und alles scheint perfekt. Da bricht in dem 40 km entferntem Dorf Piesport an der Mosel die Pest aus. Das Dorf wird zum Schutz der Nachbardörfer abgeriegelt und es darf keiner mehr hinaus und hinein. Auch Gritli und ihr Freund scheinen hier gefangen zu sein, sie waren gerade in Piesport angekommen um einen Auftrag von Susanna auszuführen.



    Ein weiterer Erzählstrang erzählt über den ehemaligen Soldaten Griesser, der auf der Suche nach einem Geldmännchen ist und auch vor Mord nicht zurückschreckt.



    Meinung:


    Der Roman liest sich von Anfang an gut und flüssig und auch die Handlung ist gut und hervorragend recherchiert. Dennoch fehlt mir das gewisse Etwas, etwas dass den Roman von anderen historischen Romanen abhebt, etwas mehr Würze die mich fesselt und in den Bann zieht.



    Die einzelnen Charaktere sind gut und wirken realistisch, aber auch hier fehlt mir etwas. Etwas das mich mehr bewegt hätte und mich mit den Protagonisten mitleiden und mitfiebern ließe. So wirken sie etwas unnahbar auf mich.



    Schreibstil:


    Klare und einfache Wortwahl, der Roman liest sich von der ersten Seite an gut und flüssig



    Charaktere:


    Gute Story und auch hervorragend recherchiert, allerdings fehlt ihr das gewisse Etwas



    Fazit:
    Historischer Roman der sich zwar gut liest, etwas mehr „Würze“ wäre aber schön gewesen

    Und nun ist das Buch auch wieder durch. Zum Schluß wurde es noch einmal ganz schön spannend. Giesser tut mir etwas leid, da hat er sich so auf die Idee mit dem Geldmännchen fixiert und kommt dabei noch ums Leben.


    Auch für Michael scheint sich alles zum Guten gewendet zu haben und er scheint sogar glücklich in seiner Ehe zu sein. Und auch Gritli auch verheiratet. Nur was ist aus Ulrich geworden? Hat er die Pest überlebt?


    Insgesamt liest sich der Roman gut und flüssig, aber das Ende kam mir etwas zu schnell und mir fehlt etwas mehr Spannung insgesamt.


    Urs stellt sich hier wirklich nicht gut dar. Dass er seinen Sohn verurteilt, ist das eine, das war damals nun mal so. Aber wie er sich Susanna gegenüber verhält, ist wirklich schäbig. Andererseits ist er vielleicht einfach nur hilflos, weil er keine Heilung für die "Krankheit" seines Sohnes finden kann und lässt seinen Frust und seine Wut darüber an der Falschen aus. Das macht es nicht besser, könnte aber eine Erklärung für sein Verhalten sein.


    Ich denke auch das Urs mit der Situation einfach überfordert und hilflos ist. Es muss ein richtiger Schock für ihn gewesen sein als er seinen Sohn mit Andrea erwischt hat. Nun versucht er einfach das Richtige zu machen.

    Urs Verhalten Michael und seiner Frau gegenüber ist aus unserer Sicht zwar nicht fair, aber ich denke er war sehr hilflos und will ihm unbedingt helfen, weiß aber noch nicht wie. Das kommt hier sehr gut rüber.


    Gritli und Melchior sind ein schönes Paar zusammen, nur hoffentlich gibt es nicht Ärger mit Ulrich, der scheint irgendwie ganz schön fixiert auf Gritli zu sein. Und meint ja auch das es sein Mädchen ist.

    Ja, mir auch. Michael wird sie bestimmt gut behandeln, aber er wird sie wohl nie so lieben können, wie es eigentlich in einer Ehe sein sollte.


    Ich denke das war der einzigste Ausweg der den Beiden eingefallen ist. Irgendwie wollen sie ihren Sohn helfen. Sie hätten ihn ja auch verstoßen können. Wenn wir die damalige Situation betrachten und das Sodomie dem Teufel verschrieben wurde, ist das vielleicht das Beste für Michael, auch wenn mir seine Frau leid tut.