Beiträge von irmi_bennet

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    Zuerst einmal bedanke ich mich ganz herzlich dafür, dass ich an dieser Leserunde teilnehmen durfte.
    Ich finde es immer ganz wunderbar, wenn man sich auch mit den Autoren austauschen darf und hier in dieser Runde gab es einige wertvolle Hintergrundinfos zur Geschichte des Romans. Leider hat "Liebten wir" nicht ganz meinen Nerv getroffen - aber das ist eine ganz subjektive Lese-Empfindung, ich hoffe sehr, niemand ist mir böse. Dreieinhalb goldene Sterne möchte ich hier vergeben!
    :)


    Mein Leseeindruck:


    Die junge Fotografin Moira erlebt bei einem Familienfest bei der Verwandtschaft ihres Freundes Leon eine private Katastrophe.
    Diese endet mit der überstürzten Flucht, doch Leons eigensinnige Oma Aino hat sich in den Wagen geschmuggelt. Auf einer turbulenten Reise nach Finnland werden beide Frauen auf unterschiedliche Art mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, aber können am Ende friedlich mit dieser abschließen.


    Eigentlich ein turbulenter Road Trip, mir war jedoch Vieles zu detailliert beschrieben und es gab einige Passagen, in denen leider nicht wirklich viel geschieht, das die eigentliche Geschichte weiterbringt. Ich selbst habe mich deshalb mit dem Lesen etwas schwer getan obwohl die Sprache im Buch mir gefällt.


    Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten Moira und Aino ist sehr bissig und teilweise aggressiv, leider bis zum Schluss der Geschichte. Obwohl beide sich kennenlernen und wohl auch irgendwo mögen, hört die ewige Kabbelei zwischen den beiden Frauen nicht auf.


    Hauptaugenmerk hat die Autorin neben der Geschichte auf den Schauplatz Finnland und seinen Menschenschlag gelegt. Hier bietet das Buch einige Stellen und Beschreibungen, an denen man schmunzeln muss, wenn man die Finnen ein wenig kennt. Allerdings geht mir Nina Blazon auch hier wieder zu sehr ins Detail, indem immer wieder finnische Wörter oder Redewendungen erklärt werden, die ich mir ohnehin nie werde merken können und wollen.


    Mir fehlt leider die Spannung während der Reise der beiden Frauen, auf der Faden um Faden ihrer verknoteten Vergangenheit entwirrt wird.


    Die doch sehr konstruierte Auflösung zu Moiras Vergangenheit stellt mich nicht wirklich zufrieden, obwohl sie Alles in Allem schlüssig ist.


    Richtig fesseln und mitnehmen konnte mich die Geschichte nicht, schade.

    Ich finde es so wie es ist tatsächlich am "schönsten"... denn was hätte da noch auf Aino gewartet ?
    Ein Leben in der Familie, von der sie bevormundet und untergebuttert wird ?


    Irgendwie war es jetzt so, daß sie "ihre Aufgabe erledigt hat und in Ruhe gehen kann"... so wie das am Ende eines Lebens ja sein sollte. Also, nicht mit so einer Aufgabe wie Aino sie sich auferlegt hat :o aber eben so mir dem Gefühl, wenn alles gesagt und getan ist.


    Sie war ja auch schwer krank. Ich denke immer, man muss doch nicht bis zum bitteren Ende leiden, wenn der Körper nicht mehr will.
    So konnte sie doch mehr oder weniger in Frieden gehen ...

    Und: liebte Mikael denn nun Aino, Matilda oder beide - ich möchte ja glauben, dass es Aino war, der seine eigentliche Begierde galt und dass sie dadurch einen Kreis des Begehrens bildeten: Aino begehrte Matilda, Matilda Mikael und Mikael Aino - so schließt es sich wieder oder so könnte es zumindest sein.


    Ich sehe es ähnlich.
    So erschließt sich mir auch der Titel des Buches, den ich nach wie vor sensationell gut gewählt finde.


    Das Ende war schon sehr traurig und ich hätte es mir ein kleines bisschen glanzvoller vorgestellt, aber so passt es auch.


    Das Schwesternverhältnis hat sich ein bisschen gefestigt und zwar auf eine sehr reduzierte Art und Weise, die sich perfekt in die ganze Geschichte hineinfügte. Vor allem, da ja beide einiges vewinden mussten: Danae vor allem, dass ihr Vater ein anderer war (das war aber langfristig sicher eher eine angenehme Nachricht) und alle beide, dass der, der offiziell ihr Vater war, mit einem falschen Pass und der Approbation seines Cousins lebte.


    Dass Mo und Dani nicht den gleichen Vater haben, habe ich ja schon ziemlich früh vermutet. Ich dachte jedoch eher an ein Kuckuckskind und war dann doch sehr überrascht. Aber so erklärt sich ja, weshalb Mo teilweise besser behandelt wurde - leider aber den schlechteren Vater hatte. Da weiß man am Ende gar nicht, handelt es sich hier um eine Liebesgeschichte oder einen Thriller.
    Doch schon sehr viel Konstrukt. Eigentlich war Mos und Ainos Geschichte spannend zu lesen, für mich war aber zuviel in dieses Buch gepackt worden - es machte mir das Lesen etwas anstrengend, ich wusste nicht zu fokussieren. Das ist aber mein ganz persönliches Problemchen mit der Geschichte.


    Ich hätte mir am Ende ein Glossar gewünscht zu all den finnischen Begriffen, die im Buch vorkommen - so blieb alles ein bisschen unklar. Und dabei verstehe ich ein kleines Bisschen Finnisch, vom Estnischen her.


    Ich hätte mir gewünscht, gar nicht soviel Finnisch zu lesen. Das hat meinen Lesefluss extrem gestört, zumal ich mir die ganzen Redewendungen und Ausdrücke eh nicht werde merken können. Man braucht es auch nicht, um die finnische Mentalität zu fassen.
    Ich habe die finnischen Worte dann immer versucht auszublenden! :)


    Ich habe auch das Gefühl, daß Danae davon profitiert hat...
    Aber es gibt ja viel zu viele Fälle in denen Kinder durchaus davon profitieren (würden) von der Familie getrennt zu sein :(


    Da hast Du allerdings leider !!!! recht! Diese Gefühlskälte vom Vater finde ich schon merkwürdig und ich bin sehr neugierig, ob und falls ja, WAS dahintersteckt. Ein Kuckuckskind? Aber dann doch eher Mo - sie ist doch die aus der Art geschlagene Tochter, die Schulprobleme hat ... Komisch, das Ganze!


    Neee - nix verraten bitte!!!!


    Danae hat ja am Ende davon profitiert - zumindest was ihre Karriere angeht ! Sie hat eine akademische Ausbildung. Ich wünsche den beiden Schwestern, dass sie sich versöhnen - ich bin eigentlich davon überzeugt, dass am Ende Blut doch dicker als Wasser ist! Eigentlich vermissen doch beide das Gleiche, oder? Familie, Liebe ...
    na mal sehen ...


    Du wirst es erfahren, warum die Kinder unterschiedlich behandelt werden!


    Die haben doch beide die gleichen Eltern, oder?
    Also die Mutter ( die sich wahrscheinlich umgebracht hat ) ist doch die leibliche Mutter beider Mädchen?
    Hoffentlich ist die Auflösung nichts allzu Konstruiertes ... nach der laaaaangen Reise durch Finnland! ;D


    Ich bin auch kein Thomas Mann Fan. Bei Beschreibungen geht es mir immer so, dass ich wissen muss, warum es beschrieben wird, es muss mit der Geschichte zusammenhängen. Tschechov z.B. beschreibt seitenlang die Landschaft, aber so, dass die Liebe zum Land deutlich wird und man auch die Weite erlebt und sich einfühlen kann, wenn tagelang gereist wird. Jack London konnte auch so spannend beschreiben, dass man sich sofort in den Schauplatz versetzt fühlte.


    Die Beschreibungen in den berühmten Klassikern haben durchaus ihre Berechtigung - auch das erwähnte Zimmer Tonys ... Thomas Mann nutzt die Beschreibungen und die darin enthaltenen Farbnuancen ... trotzdem langweilt es mich.
    Jack Londons Naturschilderungen dagegen finde ich spannend! ;)


    Hier ist es aber nicht, damit man sich in Helsinki oder in der Ausstellung wohl fühlt, sondern hier geht es um die Gefühle von Menschen an den Orten (so empfinde ich es) Wie ist das, wenn man nach Jahrzehnten an einen Ort kommt, der mal Heimat war, der nun aber völlig verändert ist und wenn man dann auch noch Schwierigkeiten hat so viele Eindrücke zu verarbeiten und keine Zeit, sich an diese zu gewöhnen. Wie ist es, wenn man Bilder in einer Ausstellung sieht, die Erinnerungen wecken. Bei Aino andere als bei Mo, aber bei beiden geht es um unverarbeitetes Leben, um Trauma mit denen sie leben mußten. Ich fand es sehr spannend so ganz nebenbei noch ein wenig aus der Sagenwelt Finnlands zu erfahren (ich mag Märchen und Sagen).


    Ich verstehe schon, was Nina uns Lesern vermitteln will. Hier denke ich trotzdem manchmal: Weniger wäre mehr gewesen.
    Mich lenken die finnischen Wörter und Redewendungen z.B. immer sehr von der eigentlichen Geschichte ab. Ihr fandet das ja alle so toll - ( im letzten Abschnitt war es glaube ich ... ) dass es eine Mini-Einführung ins Finnische gab. ;)
    Dass die beiden, so unterschiedlichen Frauen ihre Traumata aufarbeiten müssen, sich ihnen stellen müssen, ist klar.
    Jetzt würde ich gerne wissen, WAS es ist. Mir ist jetzt nicht so wichtig, WO. ( außer der Tatsache, dass Ainos Geheimnisse ja irgendwo in Helsinki zu finden sind ... )
    Aber mal abwarten ....

    Und wir erfahren noch etwas mehr über Suzana: der Beiname Eisenhand kommt nicht von ungefähr, ihr rutscht bei Mo öfters die Hand aus, und das ziemlich heftig! Kein Wunder, daß sich Mo in Beatas Familie flüchten will. Suzana erscheint mir von Beginn an ziemlich besitzergreifend; vllt. hat sie die Hoffnung, daß sie über Mo deren Vater an sich binden kann, denn sie scheint ja zu wissen, daß er es mit der Treue nicht sehr ernst nimmt, verschließt aber die Augen davor. Und für den Vater ist die Lösung auch sehr bequem, er muß sich dadurch nicht mehr großartig um Mo kümmern und kann noch mehr reisen. Wozu heiratet so ein Mensch überhaupt? Ist er seiner neuen Frau gegenüber genauso treulos und seinem Kind gegenüber so gleichgültig? Und Dani wurde nach ihrem Ausflug, dessen wahren Gründe sicherlich herausgekommen sind, ins Internat abgeschoben.


    Ich kann mir allerdings nicht so recht vorstellen, dass die Tatsache, dass Danae quasi im Internat aufgewachsen ist, den "Bruch" darstellt, den Moira beschrieben hat. Da muss doch noch etwas Anderes, viel Tiefgreifenderes passiert ein. Vor allen Dingen merkwürdig: ein Kind im Internat, das andere nicht? Mo hatte doch so schlechte schulische Leistungen und eine intensivere schulische Betreuung noch notwendiger gehabt ...
    alles komisch in dieser "Familie" ...


    Ich komme leider mit diesem Buch auch nicht so recht voran.
    Ihr seid ja alle so begeistert, ich habe fast ein schlechtes Gewissen, dass es mir nicht so geht.
    Vieles ist so detailliert beschrieben ( ohne dass es mich in der eigentlichen Geschichte weiterbringt ) und nimmt mir auch ein wenig von meinem eigenen Kopfkino. Vielleicht brauche ich das und vielleicht bin ich deshalb auch keiner übergroßer Thomas Mann Fan. ( ich erinnere mich noch lebhaft an die Beschreibung eines Zimmers in "Die Buddenbooks", die über 20 Seiten ging ).
    Aber gut - so tragisch ist es hier nicht ...


    Hier auch wieder die Fotografien - diesmal in einer Ausstellung. Was ist das Geheimnis hinter diesen Bildern? Wir müssen natürlich in Ainos und Mos Vergangenheit danach suchen ... Ich glaube immer noch an einen Selbstmord der Mutter. Das Mädchen auf dem Bild? Fühlt Aino sich wegen irgendwas schuldig?


    Schon im letzten Absatz hat doch jemand von Euch gefragt, weshalb der Vater Moira so bevorzugt hat. Weil sie die Jüngere ist? Die Kleinen werden ja doch immer etwas verhätschelt, während man beim Erstgeborenen noch alles richtig machen will, mit der Erziehung. Dass man seine Kinder der Lebensgefährtin so völlig überlässt, finde ich auch merkwürdig. Macht man das, wenn man seine Kinder liebt?

    Ob Badewanne oder Badegewässer habe ich hier auch überlegt, weil im Prolog von Wasserpflanzen die Rede ist, könnte es eigentlich nicht die Badewanne gewesen sein. Andererseits gibt es diesen Erinnerungsfetzen mit der Badewanne ...


    Stimmt, ich habe die erste Seite noch einmal gelesen ...
    Beim ersten Lesen habe ich den Prolog einfach als Traum gedeutet, aber wahrscheinlich hat sich die Mutter der Schwestern Mo und Dai ja tatsächlich das Leben genommen. Das Foto mit den Wasserflecken zeigt ja wahrscheinlich die beiden Mädchen.

    Ich finde es ein wenig anstrengend, alles zu sortieren.
    Mo hat ja nun diese Kiste "geerbt" und darin befindet sich so Einiges, das sie lieber verdrängt hätte. Wohl ein Tagebuch? ( die kursiv geschriebenen Stellen? oder sind es bloß Gedanken )
    Und ein Bild mit Wasserflecken, das Mo sehr erschreckt. ( ...DIESES Bild ... denkt sie ) Was hat es damit auf sich?
    Moiras Mutter hat sich eventuell umgebracht? Im Wasser? IN der Badwanne vielleicht? UNd diese Fotografie mit den Wasserflecken lag evtl. am Ort des Geschehens? Was ist darauf abgebildet?


    Mo und Danae sind also offenbar nach dem Tod ihrer leiblichen Mutter nicht zusammen aufgewachsen - irgendein Ereignis hat die beiden entzweit ( das wurde ja schon öfter angedeutet ).

    Ja, und wohl noch an intimeren Stellen... Auf Seite 102 steht ja, das sie "den Fehler macht nach unten zu schauen" und danach ist sie dann völlig von der Rolle.


    Ah ok - das "Nach-Unten-Schauen" habe ich gar nicht so interpretiert, als dass Leon da auch Spuren von Rot an tiefer gelegenen Stellen hatte ... da hatte er sich aber schlampig gewaschen, er war doch gerade duschen ...

    Absolut deiner Meinung! Aber kennt nicht jeder aus dem Bekannten-, Freundes-, Nachbars-, Kollegenkreis ... eine Geschichte von so einem miesen "warmen Wechsel"? Dass die neue Flamme dann drei Wochen später gleich das nächste Weihnachtsfest mit den Eltern bestreitet (und die Eltern da auch nichts sagen), habe ich im Bekanntenkreis auch schon erlebt. Man kann manchmal nur den Kopf schütteln.


    Liebe Grüße
    Nina


    Ich kenne das zwar auch, dass das nach außen hin so aussieht. Aber ich verurteile das nicht. Oft ist dann die gefühlsmäßige - die also eigentliche Trennung des einstigen Paares schon lange besiegelt - nur erst vor kurzer Zeit öffentlich bekannt und ausgesprochen.
    Das wirkliche Schlimme ist die Tatsache, dass Leon wohl nicht ehrlich ist in seiner Beziehung, dass er Geheimnisse hat, dass er MO wohl nicht wirklich liebt.

    Dani hat Leon nicht "nur" auf den Mund geküsst, leider befindet sich ihr Lippenstift auch an einem ganz anderen Körperteil von Leon - und das brachte dann das Fass zum überlaufen. Spätestens dann hätte ich die Gesellschaft auch verlassen, vllt. nicht mit so einen dramatischen Auftritt, aber ich kann ihre Wut verstehen ;D


    Bei diesem Part muss ich noch einmal nachfragen ... WANN ist das mit dem Rumgeknutsche passiert? Da war doch gar nicht soviel Zeit, oder? Und ist da NOCH mehr passiert als nur intensives Küssen? Ok, der Lippenstift ist in Leons Mundwinkel und auf einem Zahn, aber wieso DUSCHT er während einer Familienfeier tagsüber zwischendurch?
    ( das ist doch ziemlich unrealistisch, oder? soviel Dreistigkeit? )
    Naja, jedenfalls gut, dass Mo ihn hoffentlich los ist.


    Manchmal frage ich mich, ob nur ich dann die Deutschen so erlebe. Z.B. wenn einer in der Kneipe kotzt und die Wirtin in rauswerfen will, nicht weil er gekotzt hat, sondern weil er sich entschuldigt hat - in Deutschland. Seit der Wende sehe ich sie überall, die Alkoholiker, die vor den Kaufhallen stehen oder schon liegen, wenn sie nicht am Rande der Bannmeile einen Platz finden. Leider sind sie nicht in der Sauna und riechen demzufolge schlimmer.


    Ich bin abends nicht mehr soviel unterwegs ... aber kotzende Menschen in einer Kneipe habe ich bisher wirklich noch nicht erlebt, auch nicht zu früheren Zeiten. Ganz ehrlich! Dabei ist Aachen eine Studentenstadt, er wird viel gefeiert!
    :)
    Allerdings war ich oft bei einem Freund in London - damals gab es die Sperrstunde noch - da war Binge Drinking offenbar selbst bei seriösen Geschäftsleuten gesellschaftsfähig. Die Iren trieben es am schlimmsten ... aber mit denen es gab auch schöne feuchtfröhliche Abende mit viel Gesang! :)


    Entschuldigt bitte, dass ich bis jetzt (fast) ausgefallen bin und nicht mitdiskutiert habe. Ich wurde mit Notarzt und Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und kann erst jetzt wieder weiterlesen. Somit werde ich nun etwas nachhinken. Es gibt ja auch sehr viel nachzulesen. Die Diskussionsrunde ist ja immer sehr spannend und ich möchte nichts verpassen! :-\


    Oh, ich hoffe, es geht Dir wieder besser!
    Mit Blaulicht ins Krankenhaus ... ohjeh ...
    Ich habe das in meinem Leben bisher 1x erlebt und fand es schrecklich, neben dem Kranksein an sich ...


    :)


    Ich bin auch noch nicht so weit wie die anderen, ganz einfach, weil dies ein Buch ist, das ich nicht abends im Bett noch lesen kann. Ich weiß auch gar nicht, woran es liegt. Vielleicht bin ich zu nah dran (emotional gesehen ) an solch unterschwelligem Familienzwist. Das Bedürfnis, die PKWs meiner Anverwandten oder Angeheirateten zu zerstören hatte ich allerdings noch nie. Ich war von der Agressivität Mos dann doch etwas entsetzt.


    Ich finde diesen Teil auch erholsamer als den ersten, ich glaube, weil Danae weit weg ist. Der "Krieg" zwischen Mo und Aino ist viel klarer, schlichter, die Fronten sind eindeutig. Und die Intrigendanae kann sich immer noch nicht raushalten und beschert Mo sozusagen im Ergebnis eine Reise nach Finnland.


    Danae und die ätzende Familie von Leon sind zwar weg, aber nun ist Aino da. Da spüre ich eine latente Agressivität, ich denke zwischen Aino und Mo wird es noch öfter mal krachen. Aber sie scheinen sich auf der anderen Seite ja gesucht und gefunden zu haben und brauchen sich offenbar auch. Ohne einander hätten sie den Absprung wohl nicht geschafft - der begann ja schon etwas kriminell ...


    Am allerallerallerbesten gefallen mir die Passagen zu Finnen & Alkohol - es ist wirklich DAS Thema: mein Vater war Este und als ich 1984 das erste Mal in seiner Heimat war (er galt als politischer "Feind" und durfte selbst nicht einreisen, ich war sozusagen die Vorhut) war ich im damals fast einzigen West-Hotel. Das hatte über 20 Etagen hatte (ich war ganz oben) und als ich das erste Mal den Aufzug betreten wollte, kam mir ein (älterer) besoffener Finne entgegengekrabbelt, buchstäblich, auf allen Vieren und hat vor meinen Füßen gek... ein zweiter schlief im Lift seinen Rausch aus und ich musste mit ihm nach oben fahren, wenn ich nicht zu Fuß gehen wollte! Das war traumatisch für mich, ich habe mich aber gottseidank schnell berappelt, denn solchen Herrschaften begegnete ich dann ständig - sie waren mehr oder weniger harmlos. Ich habe ihnen gottseidank keine Hilfe angeboten, ich hätte mich das gar nicht getraut.


    Die spinnen, die Finnen! ;) Scherz beiseite - je teurer oder schwerer an Alkohol zu kommen, desto schlimmer treiben sie es dann ... da stehen auch die Dänen oder die Isländer den Finnen in nix nach! Prost! Ich würde gerne wissen, welche Rechnung Leons Oma bei oder mit? den Finnen noch offen hat.


    Puh, was für eine Geschichte! Das Horror-Familientreffen schlechthin! :o ;D Schlimmer konnte das alles ja wohl nicht laufen. Dabei wollte Mo so gerne in Leons Familie aufgenommen werden. Wohl, weil sie selber keine hat. Ich bin gespannt auf die Hintergründe.
    ...


    Inna ist mir total unsympathisch. Warum lässt sie Mo so auflaufen?


    Ich glaube ja, dass es nicht wenige Familien gibt, wo Feiern so oder ähnlich ablaufen. Was speziell Inna für Probleme hat, weiß ich nicht, Es sieht aber wohl so aus, dass Leon von seinen Eltern noch finanziell unterstützt werden muss - das stinkt Inna wahrscheinlich. Neid und Missgunst prägen hier offenbar die Beziehungen zueinander. Und Mo wird gleich mitverurteilt - da hätte sie noch so einen super Job haben können ... Vielleicht hat Inna selber Zukunftsangst - Kommunikationsdesign ist ja nun nicht gerade ein Studium, das es einem einfach macht mit der Karriereplanung ... ( ich kenne nur arbeitslose Designer )
    Die Oma kann ist verstehen, bei so einer Familie würde ich auch nur resignieren. Für Anusch scheint sich keiner zu interessieren, keiner nimmt sie ernst. Damit haben aber wahrscheinlich viele alte Leute zu kämpfen, die Jungen nehmen sich selbst und ihre Befindlichkeiten viel wichtiger. Dabei hat Anusch sicherlich viel Weises zu erzählen - nur wem?