Beiträge von Karin Seemayer

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    Hallo in die Runde,:)



    Bis einschließlich 17.5.2018 gibt es das Ebook "Die Tochter der Toskana" zum halben Preis, für 3,99 statt 7,99.

    https://www.amazon.de/dp/B0718X1SHK/


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    Klappentext:

    Die Wege der Freiheit

    Italien 1832: Das Leben in den rauen Bergen am Rande der Toskana ist geprägt von Armut und harter Arbeit. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin träumt die junge Antonella davon, eine Osteria zu eröffnen. Doch sie ist dem Sohn des Müllers versprochen, der nur wenig von ihren Wünschen hält. Als sie dann noch erfahren muss, dass er sie mit einer anderen Frau betrügt, zerbricht eine Welt für Antonella, denn ihre Eltern bestehen trotz allem auf der geplanten Hochzeit mit dem reichen Erben. In ihrer Hilflosigkeit sieht Antonella keine andere Möglichkeit, als zu fliehen. Marco, der auf seinem Weg nach Genua in ihrem Dorf Station gemacht hat, bietet ihr an, ihn zu begleiten. Eine gefahrvolle Reise beginnt, bei der Antonella sich immer stärker zu Marco hingezogen fühlt, obwohl sie spürt, dass er nicht der ist, für den er sich ausgegeben hat. Und plötzlich muss die junge Frau erkennen, dass sie sich mitten im Strudel der italienischen Freiheitskämpfe befindet.

    So, ihr Lieben, jetzt darf ich euch Cover und Klappentext für Teil 2 zeigen.

    Veröffentlichungsdatum ist der 15.2.2019 - noch lange hin.



    Hier der Link zum Buch:

    http://www.aufbau-verlag.de/in…shaus-in-der-toskana.html


    "Das Gutshaus in der Toskana"

    Toskana, 1833: Auf dem Weingut in der Toskana scheinen Marco und Antonella am Ziel ihrer Träume angekommen: Marco kann nun endlich seiner Berufung nachgehen, und Antonella freundet sich schnell mit Tiziana, der Besitzerin der benachbarte Osteria an, und ist glücklich, bei ihr als Köchin und Bäckerin arbeiten zu dürfen. Außerdem erwarten die beiden ihr erstes Kind. Doch dann taucht ihr ehemaliger Verlobter auf und droht ihr Glück zu zerstören.

    Ich wollte mich noch mal bei allen Teilnehmern dieser kleinen, sehr feinen Leserunde bedanken,

    auch für eure Geduld am Anfang, als die Bücher nicht ankamen.

    Es hat mich sehr gefreut, dass ihr Antonella und Marco auf ihrer Reise begleitet habt, und ich hoffe

    wir treffen uns spätestens zu Teil 2 wieder.

    Vielleicht gibt es bald Neuigkeiten, was meine anderen beiden Romane angeht, dann melde ich mich.


    Ich wünsche allen eine tolle Zeit mit vielen wunderbaren Büchern.<3


    Liebe Grüße


    Karin

    Ui, neue Forenoptik. Sehr schön.

    Und gleich zwei neue Rezensionen.

    Ihr Lieben, mir fehlen inzwischen die Worte (und das als Autorin ^^) um auszuzdrücken, wie sehr ich mich über eure Rezensionen freue.

    Das ist meine erste Leserunde hier und ich hoffe sehr, dass es nicht meine letzte ist. Der Austausch mit euch macht wirklich Spaß. :love:

    Und jetzt, wo man weiß, welchen Eid Marco geschworen hat, ist auch klar, warum er Antonella nicht einweiht, oder?


    Auch hier nochmal was zum Hintergrund:


    Die Carbonari würde man heutzutage wohl als Terroristen bezeichnen, sie waren in der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich, schreckten auch vor Attentaten und Anschlägen nicht zurück, ebenso wenig wie Giovine Italia. Giuseppe Mazzini war Carbonaro und man kann davon ausgehen, dass die Mehrzahl der ersten Mitglieder nach der Gründung von Giovine Italia 1831 ebenfalls Carbonari waren.


    Mazzini wird in David Gilmours wunderbarem Buch „Auf der Suche nach Italien“ als großzügiger, unbestechlicher Mensch beschrieben.
    Ein Verächter der Todesstrafe, Verfechter von Frauenrechten und von sozialer Gerechtigkeit. Er war der Kopf der Unabhängigkeitsbewegung, Garibaldi war das Herz. ( 1833 noch nicht, aber später)
    Doch er hatte auch eine unsympathische Seite. Er plante die Aufstände vom sicheren Ausland aus und schickte junge Männer in den Tod, weil „Ideen rasch reifen, wenn sie mit dem Blut von Märtyrern genährt werden“. (Zitat Mazzini). Er glaubte daran, dass Italiener kämpfen und sterben müssten, um ihre Nation zu verwirklichen.


    Das Aufnahmeritual der Carboneria ist authentisch, es war sogar noch ein wenig martialischer und um einiges komplizierte, wenn es alles „normal“ lief. Auch der der Schwur und das Losungswort sind echt.


    Den gescheiterten Aufstand von 1833 gab es wirklich. Die Polizei von Savoy erfuhr von den Plänen, bevor er richtig begonnen hatte.
    Viele der Verschwörer wurden verhaftet und vor ein Militärgericht gestellt. Zu den Verhafteten gehörte auch Jacopo Ruffini,
    ein persönlicher Freund von Mazzini und Leiter von Giovine Italia in Genua. Er beging im Kerker Selbstmord, weil er fürchtete,
    unter der Folter seine Kameraden zu verraten. Zwölf der Verhafteten wurden zum Tode verurteilt.
    In meinen Quellen steht: Einige haben es geschafft, durch Flucht zu entkommen – und hier habe ich mir die Freiheit genommen,
    die Befreiung aus dem Torre Grimaldina so zu beschreiben, wie sie hätte stattfinden können.


    Fall es interessier, das sind die Namen der zum Tode Verurteilten:
    • Jacopo Ruffini
    • Andrea Vochieri
    • Armando Costa
    • Giovanni Marini
    • Giuseppe Biglia
    • Francesco Miglio
    • Efisio Tola
    • Antonio Gavotti
    • Domenico Ferrari
    • Giuseppe Rigazzi
    • Giuseppe Menardi
    • Giuseppe Tamburelli
    • Alessandro de Gubernatis

    Mir ging es ebenso, weshalb ich diese Informationen hier sehr spannend finde.


    Noch ein bisschen Hintergrund:
    Napoleon war auch nicht gerade beliebt bei den Italienern. Er hat das Land quasi als "Selbstbedienungsladen" unter seinen Verwandten verteilt, allerdings hat er den Feudalismus abgeschafft und bürgerliche Rechte etabliert. Nach dem Sturz Napoleons 1815 hat Metternich viele seiner Reformen rückgängig gemacht. Die Habsburger übernahmen die norditalienischen Fürstentümer, die Bourbonen Süditalien und in der Mitte hatte der sehr reaktionäre Kirchenstaat das Sagen. In den folgenden Jahren befand sich ganz Europa im Aufbruch. Viele stellten sich gegen den Absolutismus, in vielen Ländern gab es Aufstände. (Les Miserables spielt ja nur 2 Jahre vorher). In Italien waren es zunächst die Carbonari, eine Geheimgesellschaft, die wie die Freimaurer organisiert waren, mit sehr strengen Aufnahmeritualen, Codes als Erkennungszeichen ( Geheime Wörte, Berührungen, versteckte Zeichen in Briefen). Die Mitglieder waren bei Todesstrafe zur Geheimhaltung verpflichtet. Weite Teile des Militärs waren Carbonari. Zwischen 1815 und 1820 sollen den Carboneria mehr als 600.000 Menschen angehört haben. Die Habsburger gingen sehr restriktiv gegen die Carbonari vor, auf "Freimaurerei" stand die Todesstrafe. In den 1820 kam es zu einer Welle von Aufständen und Verhaftungen. Gescheitert sind die Carbonari auch daran, dass sie zu geheim und geheimnisumwitttert waren. und keinen Rückhalt in der ländlichen Bevölkerung hatten.
    Guiseppe Mazzini war Carbonaro, er wurde 1831 von einem Mitglied, das er selbst in die Gesellschaft eingeführt hatte, denunziert und flüchtete nach Frankreich, von er Giovine Italia gründete. Auch das war ein Geheimbund, doch Mazzini wollte die Fehler der Verangenheit nicht wiederholen und versuchte, so weit wie möglich, öffentlich für Giovien Italia zu werben.
    Das ist die Ausgangsituation 1831/32.
    In den Bergdörfern interessierte man sich recht wenig dafür, die waren so abgelegen, dass nur wenig Politik ankam.

    Oh, du bist schon durch.
    Wie schön, dass dir die Geschichte gefallen hat. :)
    Ja, Marco leidet unter den Folgen von Haft und Folter. Ich denke, niemand steckt das locker weg,
    man verliert unter anderem auch die Selbstachtung. Dazu kommen die Schuldgefühle, weil er überlebt,
    andere nicht. Antonella versucht, ihn ins Leben zurückzuholen.

    Das hat mich ehrlich überrascht, dass sie da so gar keine Sorge hatte, dass der junge Mann zu aufdringlich werden könnte. Als kleines Hausmädchen ist sie ihm ja mehr oder weniger schon ausgeliefert. Sie konnte ja nicht wissen, dass er in Wirklichkeit ein ganz anderer ist. Meine Erklärung dafür war dann, dass sie halt einfach dringend diesen Job brauchte und keine andere Wahl hatte. Und die Reise sie mutiger hat werden lassen.


    Sie hatte tatsächlich keine Wahl. Der Koch der Familie, bei der sie sich zuerst beworben hat, hat ihr ja deutlich gesagt, dass sie
    ohne Referenzen keine Stelle finden wird. Und in der Taverne hat sie dann erlebt, wie es Frauen ohne Schutz in Genua ergehen kann.
    Beim Einstellungsgespräch mit Fabrizzio ist sie dann auch sehr vorsichtigund misstrauisch.