Beiträge von Heckenrose

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    Schade, dass ich nicht teilnehmen kann! Wir haben nächste Woche Ferien und selten Internetzugang.
    Dabei habe ich eine Affinität zu Frankreich, besonders für die Provence und in Cays Büchern ist seine Liebe für dieses Fleckchen Erde mitsamt den Menschen immer spürbar. Ich mochte die Lektüre sehr und hätte mich gern beteiligt.
    Aber soviel als möglich werde ich hier mitlesen.
    Ich wünsche Euch allen viel Spass beim Mitraten und Mitfiebern! :-*

    Vielen Dank für diese Ausführungen, Nina.


    So etwas in diese Richtung habe ich vermutet und auch im Kommentar geschrieben. - Allein all diese vielen Ereignisse und psychologischen Betrachtungen könnten Stoff für ein anderes Buch abgeben.


    Ich habe bereits Suzanas Schachtel früher einmal als 'Therapieschachtel' bezeichnet. Tatsächlich bedeutet jeder einzelne Teil des Inhalts ein Schlüssel zur Vergangenheitsbewältigung. Wunderschön kann man das während des Flugs zurück nach Deutschland zwischen Mo und Dani miterleben. Ich liebe dieseen Teil der Geschichte sehr; Denn die Geschichte der beiden Mädchen, später Erwachsenen, hat mich sehr berührt und ich habe wirklich während des Lesens mit ihnen mitgelitten. Ich empfand oftmals Ainos Verhalten gegenüber Mo fast gemein und bösartig, auch wenn Aino andererseits in vielen Teilen auch mein Mitgefühl hatte, weil ihr Schicksal ebenfalls nachvollziehbar war. Und doch gab genau Ainos Verhalten Mo den nötigen Stups, die verzweifelte Suche nach Familie und Geborgenheit loszulassen und erwachsen zu werden. Natürlich spielte Aarto dabei eine entscheidende Rolle.


    Ja, das alles mag im Teenageralter eine Rolle spielen, aber danach? Schließlich hat Dani ja Mo auch erzählt, dass der Vater der Mörder der Mutter ist und das eigentlich nur, um einen Keil zwischen Mo und den Vater zu bringen, denn geglaubt hat sie es nicht. Irgendwann muss doch aber Dani erwachsen geworden sein und da kann man doch einer kleinen Schwester nicht übel nehmen, wenn der Vater diese mehr geliebt hat. Irgendwann muss doch der Verstand einsetzen, oder?


    Vielleicht hätte eine detaillierte Ausführung des Teenageralters den Rahmen der Geschichte schlicht und einfach gesprengt und wurde deshalb nur ansatzweise beschrieben. In erster Linie geht es ja um die Ereignisse, die zum Ist-Zusatand geführt haben. Die Versöhnung der beiden Schwestern ist ja eines der Hauptziele. und die führt über die Geschichte der beiden Elternteile und Suzana. Oder nicht?


    Danke für die genauen Hinweise. Ich war ja schon überzeugt, dass Suzanna krank ist. Sie hat es aber auch schwer, die Krankheit zu erkennen, denn sie hat ja niemanden, der sich um sie kümmert. Ich denke es ist schwer, ohne "Spiegel" seine Fehler oder Probleme zu erkennen.


    Auch ich danke Dir für diese Ausführungen, Nina.


    Es ist so wie Du sagst, Rhea. Jede Medaille hat immer zwei Seiten und hinter jedem Menschen steht letztlich eine Lebensgeschichte, die sein Verhalten prägt und zudem, zusammen mit der Persönlichkeitsstruktur, eine eigene Dynamik entwickelt, den Menschen aber auch krank machen kann. Aber es gibt Grenzen und zwar dann, wenn Andere darunter zu leiden haben.


    Hier könnte man auch das Verhalten von Beatas Mutter ins Feld führen. Es zeugt nicht von grossem Einfühlungsvermögen, ein Kind dermassen wegzustossen. Und wo waren die Lehrer? Bei Mos Verhalten hätten auch ihre Alarmglocken schrillen sollen.


    Es ist tatsächlich ein hässliches Zusammenspiel von Faktoren, welche Mos Kindheit geprägt haben.


    Letzendlich könnte man sagen, dass die Schachtel zu einer Therapieschachtel wird und Mo die Möglickeit bietet, einen Weg zur Verarbeitung zu finden.


    Das kann ich sehr gut nachvollziehen, es hat sicher einen Riesenspaß gemacht, ihn zum "Leben" zu erwecken!


    Mir geht es auch so! Ich mag Aarto sehr. Seine Selbstverständlichkeit ist grossartig und er wirkt im turbulenten Geschehen wie ein Fels in der Brandung.


    Wie sehr Mo Aino ins Herz geschlossen hat, zeigt sich in ihrer Fürsorge und Angst um Ainos Gesundheitszustand.


    Hingegen über das egoistische Verhalten Suzanas war ich entsetzte. Die arme Moira auf ihrer Suche nach Familie und Geborgenheit!


    Das Buch ist einfach richtig toll, liebe Nina ! :herz:
    Es ist irgendwie ein "besonderes Buch", daß einem still und heimlich ans Herz wächst und das einfach... "schön und bewegend" ist.


    Dem kann ich nur zustimmen! Die Vielschichtigkeit ist faszinierend.


    Aarto und seine Freunde setzen den wohltuenden Kontrapunkt zu der doch sehr unberechenbaren Aino. Und Mo findet bei ihnen einen Hauch von familiärer Geborgenheit - ihre Sehnsucht seit Kindertagen.


    Ich mag Aarto sehr. Bei ihm läuft alles mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Worte braucht. Er ruht in sich selber und diese Ruhe strahlt er aus. Ich denke, es ist genau dieser Zauber den Mo fasziniert. Aarto ist wohl neben Meike der zweite Mensch, der nichts von ihr fordert. - Einfach schön!-

    Die Geschichte hat mich total gepackt. Die Vielschichtigkeit der Hauptfiguren finde ich einzigartig. Nach und nach öffnen sich die Schalen. es wird Schicht um Schicht abgeworfen und es kommen verletzte, sensible Menschenseelen, die sehr viel gelitten haben, ans Tageslicht. - Einfach grossartig!


    Wieviel Recherchierarbeit Nina geleistet hat, ist überall spürbar und wirkt direkt ansteckend. Ich habe mir eine Menge Infos zu Finnlands Geschichte runtergeladen und gelesen. Mir ist beim Lesen des Buchs klar geworden, wie rudimentär meine Kenntnisse sind, besonders was Finnland im Zweiten Weltkrieg betrifft. Ist es doch eher selten, dass mir so etwas beim Lesen eines Romans passiert.


    Ganz wunderbar fand ich auch die Ausführungen zum Epos 'Kalevala'und die Verknüpfung zu den Romanfiguren: Dani, als 16 Jährige, als die Sirene Aino und später erfahren wir ja, dass die so oft grimmige Aino als junge schöne Frau von Mathilda ebenfalls als Sirene gezeichnet wurde.


    Ebenfalls aufgefallen ist mir, dass Danae während Mos Kindheit 'Dani' war und erst später, wohl nach dem Bruch' zu 'Danae' wurde.

    Oh, ich hoffe, es geht Dir wieder besser!
    Mit Blaulicht ins Krankenhaus ... ohjeh ...
    Ich habe das in meinem Leben bisher 1x erlebt und fand es schrecklich, neben dem Kranksein an sich ...


    :)


    Ich bin auch noch nicht so weit wie die anderen, ganz einfach, weil dies ein Buch ist, das ich nicht abends im Bett noch lesen kann. Ich weiß auch gar nicht, woran es liegt. Vielleicht bin ich zu nah dran (emotional gesehen ) an solch unterschwelligem Familienzwist. Das Bedürfnis, die PKWs meiner Anverwandten oder Angeheirateten zu zerstören hatte ich allerdings noch nie. Ich war von der Agressivität Mos dann doch etwas entsetzt.


    Danke für die guten Wünsche! :) Ich lebe im Augenblick etwas auf Sparflamme ;)


    Mir haben Teile eins und zwei auch etwas zugesetzt. Der witzige Finnischkurs und 'Big Five' haben für den Ausgleich und manchen Lacher gesorgt. ;D


    Ich mag den kleinen Finnisch-Grundkurs, auch die Benimm-Regeln scheinbar hilflosen Männer gegenüber..lol..
    "Paska" ist wirklich ein schönes Universal-Schimpfwort..Finnen bringen einen viel Blödsinn bei..
    ;)


    Mir ging das ebenso :)
    Das Kapitel 'Big Five' fand ich sehr witzig. Das war sehr erholsam :D

    Vielen Dank für die guten Wünsche! :-* Man hat mir den Finger hoch gehalten und mich sehr zur Vorsicht ermahnt. Lesen ist ja Gott sei Dank Erholung! :lesen: Und Zeit zum Erholen muss ich mir nun nehmen. Hoffen wir, dass es wieder wird!


    Jedes Mal dann, wenn Bruchstücke aus Mos Kindheit hervorgeholt werden, sträuben sich mir die Nackenhaare!! Einfach schrecklich! Ich habe u.a. mit solchen Kindern gearbeitet und weiss um ihr Leiden und die unzähligen Verletzungen. Kein Wunder, dass sich Mo innerlich total verschliesst und panische Angst vor der vermaledeiten Schachtel hat! - Und trotzdem: Die Vergangenheit kann man weder wegwerfen, noch abschütteln. Man kann ihr nur ins Auge blicken und sich ihr stellen.


    - Nina, Du mutest Deinen Lesern so Einiges zu und zwingst sie, über so Vieles nachzudenken!


    Finnland -neue Ufer. neuer Anfang, neues Leben. Doch das wird bestimmt nicht so einfach sein!

    Entschuldigt bitte, dass ich bis jetzt (fast) ausgefallen bin und nicht mitdiskutiert habe. Ich wurde mit Notarzt und Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und kann erst jetzt wieder weiterlesen. Somit werde ich nun etwas nachhinken. Es gibt ja auch sehr viel nachzulesen. Die Diskussionsrunde ist ja immer sehr spannend und ich möchte nichts verpassen! :-\


    Ich habe zweimal geguckt - es ist hier der erste Teil. Es ist ziemlich schmerzhaft diese ersten Seiten zu lesen. Zunächst die Beschreibung eines Todes im Wasser.


    Mir ist es auch so ergangen. Dieser Prolog wird bestimmt wieder seine Fäden über das ganze Buch hinweg spinnen. Was für ein Schicksal muss hinter einer solchen Todessehnsucht, der totalen Sehnsucht nach der Flucht aus dem Leben stehen? Bestimmt bedeutet es ein Abschotten des Innersten gegen Aussen. Aber die Geschichte dazu werden wir ja erfahren.


    Entspricht Moira mit ihrem Kamera-Blick nicht genau dieser Situation? Vielleicht nicht die Todessehnsucht an sich, aber ein sich nicht selber Preisgeben gegen Aussen, einer Flucht vor neuem Verletztwerden.


    Die Kamera begrenzt den Blick, erhascht einen bestimmten Ausschnitt. Ein Vergleich zu Moiras Innerem drängt sich mir geradezu auf. - Ich lese mal weiter ...


    Was für ein letzter Abschnitt! Ich konnte gar nicht mehr aufhören, einmal angefangen. Mir hat Dora so leid getan, und Edith, und Anastasia, und Jules, und Paul. Was für tragische Ereignisse. Nur um Heinrich hat es mir nicht leid getan. Ich war ja fast ein bisschen erschrocken über mich als ich gedacht habe: wie gut das Vlad die Szene beobachtet hat und Heinrich über die Klippen geworfen hat... :-


    Genau so ist es mir auch ergangen!! -Heinrich war wirklich ein Ungeheuer und ich fühlte nur Erleichterung, dass sein böses Tun endlich ein Ende hat.


    Die Geschichte um Anastasia hat mich erschüttert. Ich war so erleichtert, dass das kleine Mädchen bei Dora und Paul ein Heim gefunden hat. Anastasia war wirklich wie ihr eigens Kind. -Und da erscheint, fünf Jahre später auf einmal Edith und will ihre Annabelle zurück. Eine schreckliche Situation! Eine solche Nacht-und-Nebel-Aktion muss schief gehen! Man kann nicht einfach ein Kind so von einer Minute auf die andere aus einer intakten Familie rausholen, seien die Umstände wie sie wollen. Fünf Jahre! Für die Kleine war Dora die Mama und Paul der Papa. Edith war wohl die leibliche Mutter; Aber Anastasia kannte sie ja gar nicht, Edith wäre für sie eine fremde Frau. - Edith hat nur ein Ziel: Annabelle rasch abholen und zu Jules. Auch ohne den unglückseligen Unfall hätte das nie geklappt. Die Kleine hätte einen Schock erlitten. An Doras psychische Situation wage ich erst gar nicht zu denken.


    Dora zerbricht endgültig an ihren Schuldgefühlen. Anastasia wird von Paul, der durch die Umstände zum Alkoholiker geworden ist, unbewusst zum Sündenbock gemacht. Das arme Mädchen! Das Getragensein in der Familie ist zu Ende. Entwurzelt. Da ist nur noch Carla, die aber noch zu klein ist.


    Und als ob das nicht schon mehr als genug wäre, trifft sie auf das Scheusal Heinrich! - Anastasia muss ein sehr starker Mensch sein, dass sie als noch so junges Mädchen die Kraft hatte, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und das nach einer solchen enormen seelischen Erschütterung. Zum Glück war da Vlad.


    Gerade wegen Anastasia hat mir der Schluss in Schottland besonders gut gefallen. Anastasia hat ihren Platz im Leben gefunden und ist mit ihrer Familie glücklich. Dass nun Licht in ihre Geschichte gebracht wird, wird ihr helfen, sich mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen.


    Ich muss gestehen, ich fühlte mich über die verschiedenen versöhnlichen Momente als Leserin sehr glücklich!


    Liebe Claudia, es ist ein grossartiges Buch und wunderschön erzählt! Eine Geschichte, die ich nicht so rasch wieder vergessen werde.
    Danke für Dein engagiertes Mitwirken bei dieser Leserunde! Es war sehr interessant und hat viel Spass gemacht!
    Ich freue mich bereits auf Dein nächstes Buch!

    Oh, simmiliu's Beitrag von oben habe ich auch jetzt erst entdeckt, deshalb melde ich mich hier auch noch mal ... Nein, als charakterlich oberflächlich habe ich Edith auch nie empfunden, aber das Leben, das sie an der Seite von Maximilian führt, hat natürlich schon etwas Oberflächliches. Auf der anderen Seite, so habe ich das immer gesehen, hat ihr dieses Leben aber auch gar nicht erlaubt, die Tiefe zu zeigen, die sie besitzt. Das meinte ich auch damit, dass Edith erst durch Jules zu sich selbst findet, denn er sieht und erkennt wirklich, was für ein Mensch sie ...
    (Finde ich übrigens sehr spannend, wie Ihr Edith seht! :))


    Danke, Claudia! :)
    Beispiele wie hier machen die Leserunden so interessant! Die vielen Denkanstösse, Spekulationen, Sichtweisen empfinde ich als ungemein spannend und bereichernd! Mich als Neuling zwingt es immer wieder, auf genauere Formulierungen zu achten und das ist gut so.


    Interessant, wie unterschiedlich man die Charaktere sieht. Ich habe Edith nicht einen Augenblick für oberflächlich gehalten - ganz im Gegenteil. Die Oberflächlichkeit, die man Mädchen ihres Standes oft unterstellt (und meistens ja auch wirklich zurecht !), habe ich bei Edith nicht finden können :)


    Vieleicht habe ich mich ein wenig zu ungenau ausgedrückt. Ich meine nicht oberflächlich schlechthin, so wie man es häufig als Cliché verwendet. Ich meine mehr, dass sie auf der Gesellschaftswelle ihrers gesellschaftlichen Status mittanzt, ohne bestimmte persönliche Ziele. Vielleicht könnte man auch sagen, dass sie ein wenig 'satt' wirkt. Wohl aus genau diesem Grund ist sie eine Verbindung mit Maximilian eingegangen, eine schillernde Figur, die sie erst mal ein wenig herausfordert.

    Die Erinnerungen waren das einzige, daß die Nazis den Menschen nicht nehmen konnten :(


    Genau diesen Eindruck hatte ich auch!


    Auch Edith hat all die Schrecken ausschliesslich durch ihre Liebe zu Jules und das gemeinsame Mädchen überstanden.


    Mich hat sehr berührt, dass Edith, die vor dem Krieg oftmals ein wenig oberflächlich wirkte, eine solche Stärke entwickelt hat.


    Was doch tiefe Gefühle erwirken können!

    Vielen Dank! :) Das finde ich übrigens ganz allgemein auch. Aber leider gab es sehr viele dieser Leute. Ich erinnere mich, dass ich in Berlin selbst in den 90ern noch eine Begegnung mit so jemanden hatte.


    Wenn ein Krieg zu Ende ist, bedeutet das leider noch langen nicht, dass dises Gedankengut getilgt ist. Menschen wie Heinrich und Maximilian sind Steh-auf-Männchen. Solche Menschen finden auch nach dem Krieg wieder ihr Plätzchen, wo sie ihrem Charakter entsprechend agieren können.