Beiträge von Bücherkrähe

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    Ab da konnte alles nur noch schiefgehen, der ganze tolle Plan war geplatzt.
    Und wäre Schmidt nicht ausgebrochen und gerade noch rechtzeitig bei Sandmann aufgetaucht, wäre es für Rita und Targa tödlich ausgegangen :o
    So ganz glücklich macht mich seine Rolle in der Geschichte nicht. Es wird zwar am Ende kurz aufgeklärt, dass er eigentlich unschuldig gewesen sein soll (zumindest an dem Verbrechen, für das er eingesessen hat), aber das ist mir ein bisschen zu viel des Guten, dass der todkranke, fehl-verurteilte nun in letzter Sekunde der Tochter seiner großen Liebe zu Hilfe eilt und sie rettet (und dass er dafür einen wirklich Unschuldigen umbringen musste)


    Schön zusammengefasst, so ging es mir ja auch.



    Aber nun gut. Es gab also wirklich keine Verbindung zwischen dem Fall Sandmann und Schmidt, da haben wir uns mit unseren familiären Spekulationen vertan ;)


    Egal, ich fand die Idee faszinierend, dass sie familiär verbandelt sind - auch wenn die Anziehungskraft dann etwas...ähem, inzestuös gewesen wäre :D

    Da ich sehr früh schon eine Art Schwäche für Carlos Schmidt entwickelt und darüberhinaus gemutmaßt habe, dass er eben nicht der böse Schwerverbrecher ist, befriedigt mich das, was du als zuviel erachtest.
    Und für Targa gab es ja von Anfang an einen Nebenschauplatz, nämlich die besessene Suche nach ihrem Vater und dessen Bestrafung. Auf genau jenen Nebenschauplatz, mit dem Sandman überhaupt nichts zu tun hat, passt jener Handlungsstrang! Und ohne Schmidt wären ja weder Targa noch Rita am Leben geblieben. Ergo halte ich die "Seitenlinie" Schmidt für durchaus wichtig!


    Nebenschauplatz ist okay, auch das Schmidt in Berlin ist. Trotzdem ist mir sein Erscheinen in diesem Keller einfach zu konstruiert.

    Ich bin durch mit dem Buch, und gebe jetzt nur noch nachträgliche Eindrücke wieder.


    Dass Carlos Schmidt der Held der Stunde wurde war mir ehrlich gesagt etwas too much. Ja, er wollte Targa von ihrer Rache abbringen, aber irgendwie passt dieser Handlungsstrang so gar nicht in den Rest der Geschichte.


    Was mich sehr verwundert hat war Ritas Aussage, dass auch Fingerabdrücke Sandmanns auf Mattis Kette nicht reichen würden. So langsam frage ich mich, wieviele Indizien und Beweise denn noch benötigt worden wären? Hannas Aufenthalt in der Villa war ja nun nachweisbar, aber auch das reichte angeblich nicht. Finde ich alles sehr strange...


    Es mag abgefuckt klingen, aber dass diese verdammte Oberstaatsanwältin tot ist erfüllt mich mit einer gewissen genugtuung, mehr noch als der Tod Sandmanns. Sie ahnte/wusste es die ganze Zeit und hat ihm dann noch Insiderinformationen aus der Staatsanwaltschaft gegeben? Da fehlen mir einfach die Worte, Charme hin oder her.


    Ich muss gestehen, dass ich irgendwie nicht warm geworden bin mit dem Thriller, obwohl Sandmann - und das meine ich als absolutes Kompliment - einer der abgefucktesten Serienmörder ist, der mir bisher untergekommen ist. Er ist, vom psychopathisch-psychologischen Standpunkt her, unglaublich gut geschrieben, konsistent aufgebaut und sein "melodrmatrischer Moment" a la "wir sterben beide" passt einfach zu seinem Profil und zu seiner Faszination für Targa. Ich hätte liebend gern noch mehr über die Anfänge seiner "Karriere" erfahren, insofern ist es schade, dass er tot ist.


    Das Problem ist, dass die anderen Charaktere neben ihm verblassen. An Targa hat mich von Anfang an gestört, dass sie angeblich keine Angst verspürt und laut eigener Aussage im Grunde keine Gefühle hat, und das in praktisch jeder Szene widerlegt wurde. Für Lundt habe ich gar kein Gespür entwickeln können, ebensowenig für Rita. Nur gegenüber Cosima hat sich eine sehr tiefe Abneigung entwickelt, die war aber auch eine dämliche Kuh ;D



    Ich hatte während der Runde manchmal das Gefühl, dass manche nicht genau wissen, was einen Psychopathen ausmacht bzw. ausmachen kann, und es gab Unverständis, wie viele Frauen ihm erliegen konnten. Wer sich einmal etwas genauer mit Psychopathen beschäftigen möchte, kann ich Psychpathen von Kevin Dutton empfehlen. Da geht es nicht nur um Serienmörder (weil nicht jeder Psychopath ein Serienmörder ist...), aber ich fand es ungemein spannend.


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    Diese Anmerkungen habe ich mit einiger Verwunderung gelesen! Man kann ja, zumindest tue ich das, einen Satz wiederholen, um ihm mehr Nachdruck zu verleihen! Und es IST ein Wunder, dass Schmidt noch lebt, da hat die Psychologin ganz recht. Ich sehe das vielmehr als stilistisches Mittel und nicht als einen Fehler.
    Zu Sandmans Bemerkung - er hatte zu diesem Zeitpunkt doch überhaupt nicht vor, sich von Targa, der er noch lange nicht vertraute, hinter das Gesicht blicken zu lassen! Warum sollte er ihr jetzt schon sagen, das tut er ja viel später auch nicht, dass seine Kindheit ein Horror war!?
    Die sehr privaten Dinge möchte ich persönlich mit niemandem teilen.... Schon alleine deshalb war Sandmans Satz über die "glückliche Kindheit" für mich völlig nachvollziehbar!


    Ich weiß was du meinst, aber an dieser Stelle machte eine wortwörtliche Wiederholung keinen Sinn.


    Und es geht mir nicht um den Inhalt des Satzes über die Kindheit, sondern dass es "einEEE" Kindheit heißen muss ;)

    Schmidt kannte also Targas Mutter und hat sie geliebt. Und nun hilft er ihrer Tochter, Rache zu nehmen. Und er ist definitiv nicht kein "harmloser Krüppel", das zeigt sich erst bei der Psychologin (was war das denn für eine? Drängt da ungefragt und ungewollt ihre Hilfe auf, ich fand sie sehr merkwürdig - aber später wird ja klar, warum Schmidt auf keinen Fall in eine andere Anstalt mit Krankenstation, etc verlegt werden will, da würde sicher schnell auffallen, dass er gar nicht mehr gelähmt ist. Bringt mich wieder zu meinem Gedanken aus dem ersten Abschnitt, dass dieses Hochsicherheitsgefängnis erschreckend dilettantisch geführt wird :o )


    Die Psychologin kam mir auch sehr komisch vor. Vor allem so unangemeldet und ohne rechtlichen Beistand für Schmidt? Ehrlich gesagt kam mir die Szene etwas konstruiert vor, damit er an den Kugelschreiber kommt...



    Wie alt ist denn nun eigentlich Sandman? Kann er Targas Vater sein? Wenn er damals ein junger Mann war, wäre er jetzt Anfang/Mitte 50, das würde für mich hinhauen.


    Er ist 41. Auf der Rückseite von Cover (also auf der Pappe wenn du das Buch aufschlägst :D) sind zwei Steckbriefe, einer von Targa, einer von Sandmann. Da steht auch sein Alter. Vater kann er nicht sein, aber älterer Bruder schon. Deswegen ja meine Vermutung in Abschnitt 2 ;D



    Bei ihr hab ich mich auch gefragt, ob sie so blöd ist oder was das soll?! Ich kann es mir nur so erklären, dass sie ihn nicht wirklich verdächtigt. Sonst könnte sie doch nicht einfach solche Details ausplaudern?!


    Im Grunde müsste es ihr egal sein, ob sie persönlich ihn verdächtig oder nicht. Er taucht immer wieder im Rahmen der Ermittlungen auf, da muss sie schon aus ermittlungstaktischen Gründen und von Berufs wegen die Klappe halten. Eigentlich müsste sie dafür ihren Job verlieren.


    Von letzterem gehe ich aus! Vielleicht über Margarete?


    Margarete war an dem Tag nicht im Krankenhaus, sie wurde ja extra abgezogen, und überhaupt weiß nur der Klinikleiter von der Aktion. Auf der anderen Seite könnte Margarete nochmal mit Sandmann Kontakt haben, vllt ist sie das Opfer, über das Targa und Sandmann in die Konfrontation gehen.

    Guten Morgen!


    Bevor es um die Story geht, eine Notiz an die Autoren: Ihr habt eine Wiederholung auf S. 197/198. Die Psychologin startet mit "Ein Wunder dass sie noch leben" und wiederholt das zwei Sätze später.
    Und auf S. 202 sagt Sandmann "Ich hatte ein glückliche Kindheit." (Kann man für die zweite Auflage vllt korrigieren ;) )


    Zum Rest:
    Diese Staatsanwältin geht mir gehörig auf die Naht. Auf der einen Seite vermutet sie immer mal wieder, dass Sandmann was mit den Morden zu tun hat, erzählt ihm aber Munter Details von streng geheimen Operationen. Mal abgesehen davon, dass es absolut unprofessionell ist, was soll das? Will sie sich wichtig machen, eigentlich nicht glauben dass er es ist, oder ist sie so abhängig von ihm?


    Sandmann selbst hat endlich eine Schwäche offenbart, und so langsam bekommt er eine zweite: Targa. Sie gibt ihm nie sofort, was er will.
    Dass er schon derartig lange mordet, hat mich erst überrascht, ergibt aber Sinn. Wie man bei Criminal Minds lernt: Ein Serienmörder muss auch erst "üben" und seine Methode finden. Trotzdem war ich schockiert, dass er Matti umgebracht hat. Dass Targa so um ihn trauert und sich auf einmal so verlassen fühlt zeigt, dass sie mehr für ihn empfunden hat als sie sich eingestehen wollte. Was hat das Mädel jetzt nur mit der Axt vor? Ich glaube nicht, dass sie Sandmann einfach den Schädel einschlägt...


    Ich war froh, dass Targa Nadine nicht umbringen musste, sondern eine Leiche. Da Sandmann jetzt aber einen Hinweis und damit Zweifel bekommen hat, bin ich gespannt wie das weiter läuft. Wird er sie darauf ansprechen? Wird er recherchieren, und schlimmer noch: herausfinden dass Nadine noch lebt?


    Und Ulrike: Du hattest Recht, Schmidt kannte Targas Mutter und ihren Vater.
    Mir tut es um Erik etwas leid, aber er ist da in etwas reingeraten, aus dem er nicht mehr rauskam. Bisschen Schuld daran ist auch Fischer, der seine Wachen beim Schach an einen Verbrecher verscherbelt. Komische Arbeitshaltung. Allgemein habe ich das Gefühl, dass in dem Gefängnis neue Mitarbeiter nicht richtig eingewiesen werden, sonst wäre das mit Erik gar nicht so weit gekommen, behaupte ich mal.

    Ich hatte schon das Gefühl vorzupreschen, als ich den zweiten Abschnitt eröffnet habe, weil ich nicht im Blick habe, ob alle schon was gesagt haben :D
    Ich will heute aber weiterlesen, je nachdem wie schnell ich schreibe ich dann heute Abend oder morgen Vormittag was zu dritten Abschnitt...Es kribbelt in den Fingern, ich muss wissen, wie es weitergeht!

    Die These ist wirklich "steil"! Ich denke, es ist klar, dass der andere Zwilling Yella war, die tote Schwester, die anscheinend Targas einzige "Vertraute" ist.
    Da aber der Vater ( von Sandman ) immer mal wieder Erwähnung findet, gibt es da sicher ein Geheimnis, das wohl auch noch enthüllt werden wird. Und es wird kein angenehmes sein...


    Nein, du missverstehst mich. Falk ist 11 Jahre älter als Targa (steht in den Steckbriefen am Anfang). Ich meinte, dass der Typ im Auto einfach schon ein Kind hatte, und dass das Falk war. Dass der andere Zwilling Yella war, wissen wir ja schon :)



    Meinst du wirklich, sie möchte mehr über sich selbst erfahren? Über ihre Herkunft, das ja! Aber ansonsten? Mir scheint sie eher erstaunt zu sein über unbekannte Reaktionen ihres Körpers auf die Nähe und überhaupt die Person des Mörders ( hat den nicht jemand als "charismatisch" beschrieben? )


    Und eben diese Faszination kann gefährlich sein, wenn sie es nicht schafft, den Abstand zu wahren.


    Soll Erik über Sandman recherchieren??? Wieso glaubst du das? Ich habe das ganz anders verstanden....


    Weil Erik eine Adresse einer Berliner Villa aufgeschrieben hat.
    Klar, kann auch von einer anderen Person sein - die wir bisher aber nicht kennen, und die erst zum Ende hin als "die große Überraschung" einzuführen fände ich etwas seltsam. Ich denke, es geht hier um Sandmann.



    Huch, jetzt dachte ich, ihr wärt schon durch mit dem Buch, dabei seid ihr noch im 2. Abschnitt - was ist denn los? ;)


    Wir sollen uns doch in einer Leserunde doch immer bremsen, damit alle mitkommen und mitreden können. Ich hätte das Buch schon längst durch, könnte aber nicht mehr mitreden ohne vllt zu spoilern.



    Es passiert so viel, die Frau mit der Waffe und die tote Mutter und Schwester der jungen Frau im Supermarkt - wieviele Fäden hat Sandman denn gesponnen?! Er scheint ja wirklich diverse dieser "Spielchen" gleichzeitig am laufen zu haben.


    Genau das finde ich so faszinierend. Neben einer emotionalen Eiseskälte gehört auch eine gewisse Intelligenz dazu, ein derartiges Netz aufzubauen und es auch noch zu schaffen, dass sich die Frauen untereinander nicht kennen.


    Vielleicht wird sie nicht umhin kommen, mit dem Irren eine weitere junge Frau töten zu müssen - Teil der Rolle!? Hoffentlich nicht....


    Ich glaube, Mord ist mit keiner noch so wichtigen Undercover-Aktion rechtlich abgesichert. V-Männer und Frauen "dürfen" zwar Straftaten begehen, aber ich denke (und hoffe), dass Mord davon ausgenommen ist. Moralisches Dilemma, Wert eines Menschenlebens, heilt der Zweck die Mittel, so die Richtung.

    Was für ein abgefuckter Scheißkerl...Aber von Anfang an.


    Ich dachte echt, Targa wird in dem Haus angeschossen. Das war aber auch eine gruselige Situation, alles zappenduster, die Frau war sonstwo im Haus unterwegs...puh.


    Ich stelle übrigens eine steile These auf: Falk ist Targas Schwester.
    Wieso? Ich hatte ja schon mal gedacht, dass er eins der Babys aus dem Prolog sein könnte - einfach weil der Typ im Auto Falco angemacht hatte. Vielleicht weit hergeholt, aber vllt hatte der schon einen Sohn, den er nach dem Sänger benannt hatte? Kommt das musikhistorisch überhaupt hin? :D


    Ansonsten ist Falk inzwischen das, was ich mir von einem Serienmörder erhoffe: manipultiv, narzistisch und es jagt einem ein kalter Schauer über den Rücken.
    Dass er mit dem kleinen Paul plaudert als wären sie alte Bekannte? Creepy
    Dass er einfach so bei Targa auf dem Cmapingplatz aufgetaucht ist? Mega creepy


    Die Szene mit der Staatsanwältin (Danke an die Autoren übrigens, dass die Vergewaltigung nicht ausbuchstabiert wurde!) war der Hammer. Grausam, erbarmungslos - und diese Wendung hätte ich nicht erwartet. Ich war schon voll auf der Schiene, dass Sandmann nur auf junge Frauen fixiert ist. Bin gespannt, was die noch alles ausplaudert und ob sie am Ende auch noch dran glauben muss.


    Seine Raktion auf den Streit zwischen Rebecca und Julia ist so eiskalt, so egal... Ich meinte anfangs ja, dass ich sein Prozedere nicht sonderlich brutal finde. Finde ich immer noch nur bedingt (die Brutalität im Streit der beiden Mädchen ging von ihnen aus), ich finde ihn vor allem grausam! Und das auf eine ganz perfide Art und Weise. Dieses Einschleichen in Gedanken und die eigene Gefühlswelt, das Ausspielen der eigenen Instinkte und Wahrnehmungen macht ihn so gefährlich. Inzwischen gehen mittel- unmittelbar 11 Leichen (Mira war Boot Nr. 5, oder?) und zwei zerstörte Leben auf sein Konto. Hossa die Waldfee, das nenne ich einen umtriebigen Serienmörder.


    Targa verstehe ich immer weniger, muss ich gestehen. Auf der einen Seite gibt sie sich völlig emotionslos und kalt (sie nennt es selbst ihren Eispalast), auf der anderen Seite hat sie doch Angst? Ich dachte, die spürt sie nicht? Verwirrend.
    Was ich allerdings gut nachfühlen konnte war ihre Nervosität, als sie vom Campingplatz weg musste, "zu viele Menschen und zu wenig Ruhe" (S. 180). Vielleicht spricht das bei Targa wirklich für eine Form von Autismus, aber ich kenne mich zu wenig mit damit aus als dass ich mir da ein Urteil erlauben möchte. Mir geht es auch oft so - ohne dass ein Serienmörder auf meiner Fußmatte erschienen ist - und ich bin keine Autistin ;)
    Ich habe ein wenig Angst um sie, muss ich gestehen. Sie scheint ihre Ermittlung gegen Sandmann und die "Zusammenarbeit" ausnutzen zu wollen, um mehr über sich selbst zu erfahren, und das ist bei so einem Typen wie Sandmann einfach zu gefährlich.


    Fast vergessen: Warum soll Erik für Schmidt über Sandmann recherchieren? Ich sehe die Verbindung immer noch nicht *grübel*


    Womit diese Bürokraten ja auch recht haben!
    Aber dieser Schmidt! Glaubt ihr wirklich, dass der so gefährlich ist, wie die anderen Wärter Erik glauben machen wollen? Wenn ich so darüber nachdenke, beschleichen mich leise Zweifel. Ich denke da an die Szene, als Schmidt mit seinem Rollstuhl am Strand steht um, wie er sagt, den beiden Entflohenen helfen zu wollen. Ich habe ihm das abgenommen! Zu dem Untier, als das er von den anderen dargestellt wurde, passt ein solches Verhalten ganz und gar nicht....


    Naja, aber auf der Insel sollte auch ein gewisses Maß an Sicherheit herrschen, für Personal und Insassen...


    Dass er helfen wollte habe ich Schmidt nicht abgenommen, so null, dafür ist er mir einfach zu berechnend. Ich war erst noch am Überlegen, ob er vielleicht eine Art verdeckter Ermittler ist, der die Wärter prüfen soll, aber auch das halte ich inzwischen für unwahrscheinlich.


    Aber beim Lesen fand ich die Vorstellung, dass so gefährliche Häftlinge von so dilettantischen Sicherheitskräften bewacht werden, ziemlich bedenklich - ging euch das auch so?
    Ich meine, ich würde mich sicher nicht besser anstellen, wenn ich zu einem gefährlichen Mörder in die Zelle müsste, aber die Leute dort müssen doch für so was ausgebildet sein? Kann doch nicht sein, dass der Wärter sich da vor Schiss fast in die Hosen macht!


    Ich finde es durchaus menschlich, wenn auch Wärter Angst vor bestimmten Insassen haben - allerdings sollten sie es nicht so deutlich zeigen. Dass Eriks Kollegen ihn vorher noch nervöser gemacht haben fand ich auch daneben. Insgesamt passt das Personal aber zur Ortswahl, das scheint von Bürokraten ausgetüftelt worden zu sein, die einfach keinen Plan haben. Vermutlich denken die, dass eh keiner fliehen kann mit der Nordsee/Atlantik drumherum...

    Gemächlich?! Vielleicht bin ich wirklich zu zart besaitet - aber was der Psychopath da im ersten Abschnitt schon von seiner "Persönlichkeit" gezeigt hat, war mir grad genug! Die sterbende Mira, Nadine im Haifischbecken, die abartigen Gedanken... Ich mag keine ausgewälzten Tötungsszenen. Hier wurde sich noch auf dem schmalen Grat bewegt und ich hoffe, es bleibt so.


    Ich denke nicht, dass du zu zart besaitet bist, um Gottes Willen O.O Aber ich lese halt auch gerne (und das seit Jahren) sehr blutige Thriller, wie bspw. Chris Carter, der nun wirklich nicht zimperlich mit Details ist. Ich denke, ich bin einfach zu...abgebrüht? Mich kann mich inzwischen einfach schwerer schocken. Das bedeutet im Umkehrschluss leider auch, dass ich manchmal nicht mehr merke, wenn sich etwas, wie du schreibt, auf einem schmalen Grat bewegt.


    Die Szene mit dem Haifischbecken war so betrachtet tatsächlich heftig. Tigerhaie sind eine von so zwei, drei Haiarten, mit denen ich definitiv nicht kuscheln möchte, weil die höchst angriffslustig sind. Und im Gegensatz zu Weißen Haien, die neues in ihrer Umgebung "erschnuppern" (und in der Regel recht friedlich sind), entdecken Tigerhaie ihre Umgebung mit dem Mund - erst beißen, dann gucken ob's schmeckt :lachen:


    Ich war allerdings verblüfft, dass man zu derartig gefährlichen Tieren einfach Zutritt hat, wenn bloß weiß, wo die Tür ist. Das Aquarium könnte dafür fahrlässige Tötung angelastet werden.
    Was ich jetzt noch googlen will, bevor ich schlafen gehe, ist das Buch, das Nadine gelesen hat. Das klingt nach etwas, das mir gefallen könnte.


    Gerne geschehen! ;D



    Ah, gut, dass Du die Adoptivmutter erwähnst! Ein wenig befremdet habe ich wahrgenommen, dass Targa mit ihr derart frei über Sex spricht. :o Also ich bin garantiert nicht spießig, aber ich glaube, das ginge mir deutlich zu weit. Mag aber auch daran liegen, dass meine Mutter eher konservativ unterwegs war und ist. ;)


    Meine Familie ist für mich komplett asexuell, ich will von deren Sexualleben nichts wissen und die sollen sich aus meinem raushalten. Ich bin auch nicht prüde, aber ich will mir weder meine Eltern noch meine Geschwister dabei...wääääh :angst::'(
    Mit allen anderen Menschen ist das kein Problem :D


    Auf der anderen Seite scheint Targas Adoptivmutter die einzige reale Bezugsperson zu sein, mit der sie sprechen kann. Vielleicht hat sich das daraus ergeben. Wäre für mich nachvollziehbar, denn mit irgendwem möchte bestimmt auch unsere furchtlose Protagonistin reden :)


    Naja, die beiden sind möglicherweise ein wenig einfältig, weil sie sich von ihrem schicken Prof mal eben so locken lassen - aber das der ein Psychopath ist, können sie ja nun nicht ahnen. Der Kerl ist charismatisch - selbst Targa ist bei ihrer ersten Begegnung überrascht.


    Das sehe ich ähnlich wie Dubh. Die meisten Psychopathen sind einfach super charismatisch und manipulativ. Zudem sind sie jung und fühlen sich von der Aufmerksamkeit ihres Profs einfach geschmeichelt. Das kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen - eher dass sie so dämlich sind, sich mit ihm privat zu treffen, vermutlich mit Hoffnung auf ne heiße Nacht. Dass sowas im Grunde nie gut endet (gebrochenes Herz, nicht Leiche) sollte irgendwie denkbar sein? Aber gut. Warten wir ab, was mit den beiden Damen passiert.



    Schon mal zu einer Frage: "Warum dieser Name "Targa"?" Das wird in einem Gespräch mit Targas Mutter aufgeklärt...


    Danke :winken:

    Ahoi!
    Ich bin ehrlich gesagt noch ein wenig skeptisch, für meinen Geschmack nimmt der Thriller eher gemächlich Fahrt auf - was erfahrungsgemäß aber nichts schlechtes bedeuten muss.


    Ich habe die ganze Zeit gedacht, Falk Sandmann sei eins der Babys :D Nagut, dann eben Targa.
    Ich bin auf S. 89 über etwas gestolpert. Targa empfindet ja angeblich keine Angst, als Kind hat sie sich aber gefürchtet. Ich denke also wie Dubh, dass sie sich das Gefühl von Angst eher "abtrainiert" hat als dass sie gar keine Verspürt. In dem Kapitel, als sie mit ihrer Zwillingsschwester Zwiesprache hält, verspürt sich auch Unruhe, was in der Regel auch mehr oder weniger was mit Angst oder zumindest einem unguten Gefühl zu tun hat.
    Ich fühle mich langsam in Targa rein (woher kommt eigentlich der Name?) und bin sehr gespannt, wie das weitergeht.


    Was Schmidt und die Nato-Insel noch mit dem ganzen Fall zu tun haben kann ich noch so gar nicht sagen. Eure Idee, dass Targa mit Schmidt irgendwie verbunden ist, klingt für mich absolut logisch - ich hab da irgendwie nicht geschaltet. Nur bei dem Gefängnis dachte ich mir: "Okay, Sicherheitsverwahrung der Bösesten der Bösen - und wenn ein Sturm aufzieht, müssen die Insassen regelmäßig evakuiert werden. Welcher Bürokrat hat sich denn diesen Scheiß ausgedacht?" War irgendwie klar, dass da was passiert, und ich bin gespannt, wie Schmidt Erik einspannt.


    Jetzt wollen wir mal sehen, wie Targa und Falk zusammenarbeiten. Ich bin es zwar ehrlich Leid immer wieder Thriller mit Ermittler*innen zu lesen, die ohne Absprache eigene Wege gehen, aber im Gegensatz zu den letzten Charakteren, von denen ich gelesen habe, passt es zu Targa ganz hervorragend!


    Ich bin jetzt erstmal für den Hamburger Dom verabredet (Dubh, ich gehe da mit einem Zweieinhalbjährigen hin, ich bin entschuldigt :D), ich schau nachher wieder rein.


    Cheerio und einen schönen Sonntag,
    Mareike

    [Triggerwarnung: Dies ist eine Rezension eines Buches über Depression. Der Inhalt könnte auf Betroffene triggernd wirken.]


    Worum geht’s?
    Uwe Hauck versuchte Anfang 2015, sich das Leben zu nehmen.
    Der Versuch schlug fehl, und als er in der Notaufnahme aufwachte wurde ihm klar, dass er Hilfe braucht. Nach ein paar Tagen auf der geschlossenen Station kommt er auf eine offene und beginnt dort seinen Weg, mit der Krankheit zu leben. Allerdings wird er während der stationären Behandlung „nur“ medikamentös eingestellt, ansonsten in therapeutischen Angeboten erstmal beschäftigt. Nach einigen Wochen wechselt Hauck in die Tagesklinik und endlich gibt es auch Gespräche über seine Krankheit. Doch wie schon während der stationären Therapie wird seine Internet- und Technikaffinität missverstanden und falsch verstanden, sogar als Internetsucht ausgelegt. Zum Verständnis: Hauck tweetete regelmäßig über seinen Klinikalltag mit dem Hashtag #ausderklapse, was ihm persönlich sehr half, besser mit seiner Krankheit umzugehen. Doch Verteufelungen, zu starre Regeln und gar Verbote waren schon immer Gift für Haucks Psyche, sie haben ihn letztlich mit in den Suizidversuch getrieben, nicht davor bewahrt.
    Nach etlichen Wochen zu Hause, die schwer genug waren, kommt Hauck noch mal für einige Wochen in die Reha-Klinik. Hauck fügt sich nur widerwillig in das neue Therapiekonzept, und analysiert später auch, woran das lag. Doch auch wenn er sich nicht ganz wohlfühlt mit manchen Therapiekonzepten, merkt er irgendwann doch, dass sie helfen. Er ist gefestigter nach einem Jahr in verschiedenen Kliniken und zu Hause, doch dass er noch am


    Wie war’s?
    Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Leserunden.de lesen, die von Uwe Hauck begleitet wurde. Im Buch wie auch im Forum oder auch auf Vorträgen ist er sehr offen, was die Krankheit der Depression angeht. Sein erklärtes Ziel ist Aufklärung und, wie er es nennt, Lobbyarbeit für die Betroffenen. Mit dem Buch legt er einen guten Grundstein, denn vor allem für Angehörige bietet es einen Einblick in die Krankheit und in die Gedankenwelt eines an Depression erkrankten Menschen – egal ob Depression die Hauptdiagnose sind oder, wie hier später heraus kam, Symptom einer anderen Diagnose ist.
    In einem Abschnitt war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Hauck kam mir dort sehr arrogant und überheblich vor, so, wie er über die Therapien sprach. Es hat etwas Überwindung gekostet, aber ich habe ihn im Forum direkt darauf angesprochen:
    „Ich habe deinen Ton und deine Art, über die Therapien in der Tagesklinik zu sprechen, tlw. als überheblich und auch etwas herablassend empfunden. Ich hoffe, ich erwische dich da nicht auf dem falschen Fuß, Uwe. Du hast den Sinn und Zweck hinter den einzelnen Therapieangeboten nicht verstanden und sie daraufhin schlecht gemacht. Im Grunde das Gleiche, was die Ärzte mit deiner Technik- und Internetpassion machen.“
    „Bücherkrähe du erwischt mich da garnicht auf dem falschen Fuss, genau das wollte ich ja vermitteln, dass ich da am Anfang meine Probleme damit hatte, zum Teil auch überheblich reagiert habe. Auch das ist ein Teil dessen, was man erst durch die ganz Therapie lernt. Über den Schatten springen, neues versuchen, den eigenen Tellerrand überschreiten. Dazu war ich aber beim Wechsel dorthin noch nicht bereit.“
    So ganz reflektiert bzw. erklärt hat Hauck das am Ende doch nicht, auch wenn er die Wirkung der Therapien anerkennt. Er macht sich bspw. bis zum Schluss über die Kreisform der Sitzordnung in allen Therapien lustig, dabei frage ich mich, was die Alternative wäre.


    Streckenweise empfand ich das Buch als wirklich anstrengend, und es kommt meiner Meinung nach nicht an Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben von Matt Haig heran. Trotzdem ist Depression abzugeben eine gute und vor allem ratsame Lektüre besonders für Angehörige von depressiven Menschen, die statt medizinischen Fakten und Ratgebern einen Einblick in die Gedanken von Betroffenen gewinnen möchten. Die Kapitel lesen sich leicht herunter und werden immer wieder von Haucks Tweets, die er während seiner Klinikaufenthalte schrieb, strukturiert werden.


    Danke an Leserunden.de für die Organisation der Leserunde, an Uwe Hauck für die tolle Begleitung, und an Bastei Lübbe für das Leseexemplar.