Beiträge von Yomiko

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    Diesen letzten Abschnitt konnte ich nicht an einem Stück lesen, ich musste zwischendrin ein paar Pausen einlegen. Ich finde das was Martha da erlebt wirklich traurig und erschütternd. Das hat mich richtig mitgenommen. Wenn ich mir vorstelle so ein junges Mädchen, das erste Mal schwanger, ganz allein und verlassen, gedemütigt und auch noch geschlagen. Sie muss wirklich einen starken Überlebenswillen gehabt haben. Zum Glück konnte damals schon ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, sonst wäre das bestimmt über ihre Kräfte gegangen. Dass sie ihr Kinder dann nicht sehen durfte und diese dann 9 Monate noch im Krankenhaus bleiben mussten ist auch Wahnsinn. aber ihr hat diese Zeit ja gut getan.
    Es ist so schade, dass sie keine Chance hatte selbst für ihre Kinder zu sorgen und aus Liebe zu ihnen sich auf dieses Heirat einlassen musste.
    Meine Mutter war auch erst 16 als ich geboren wurde, aber in den 70ern war das natürlich gar kein Problem, eine Wohnung hat sie allerdings erst bekommen, als sie verheiratet war. Solange (2,5 Jahre) haben wir alle auf engstem Raum bei Oma gewohnt.
    Ich finde es schade, dass wir als Leser nicht erfahren, wie sie nun Johann nach langer Zeit wieder gefunden hat und wie alles über sie und die Kinder herauskam und wie viel Zeit die beiden noch zusammen hatten. Das hätte mich schon sehr interessiert. Vielleicht hat das ja in den Briefen gestanden.
    Dass Vicky und Clemens am Ende glücklich in ihrem Haus landen ist schön. Auch dass Vicky jetzt eine Familie hat und Hilfe und Zusammenhalt erfährt ist toll.
    Beim Titel des letzten Kapitels hatte ich schon von Anfang an die Vermutung, dass sie noch irgendwie zu einer Tochter kommen, dass finde ich einerseits gut gelöst, da sie beide ja schon älter sind und die Familienplanung irgendwie abgeschlossen schien, andererseits ging mir das etwas zu schnell. Dass Johanna da übernachtet ok, aber gleich am nächsten Tag zu den fremden Leuten ins Bett und Küsschen geben. Mag ja sein, dass sie Oma Martha ganz gut kannte und in ihrer verzweifelten Lage dort bleibt. Ich glaube auch kaum, dass das alles so einfach ohne Jugendamt usw. läuft. Spätestens wenn für die Schule irgendein Zettel unterschrieben werden muss, braucht jemand das Sorgerecht. Da wäre ein offenes Ende mit Aussicht auf irgendwann Familie auch nicht schlecht gewesen finde ich.
    Das Ganze, vor allem Marthas Geschichte, wirkt in mir noch nach und für die Rezension werde ich noch ein paar Tage brauchen.
    Michelle

    Wie befürchtet geht es für Martha sehr traurig weiter. Das arme Mädchen ist ganz allein, schwanger und wird so schlecht behandelt. Die Szene beim Arzt, zeigt wieder einmal mehr, dass einfache Leute gern für dumm verkauft werden. Sie tut mir wirklich leid und aus der Rückschau der anderen wissen wir, dass es noch schlimmer wird.
    Zum Glück kommt ja am Ende ihres Lebens wohl doch noch etwas Sonnenschein.
    Johanns Brief an seinen Sohn, klärt nocheinmal alles auf, ich denke, dass ist für alle Beteiligten noch einmal eine schöne Bestätigung. Johann hat bestimmt sehr darunter gelitten, was er da ausgelöst hat und dass er seinen Eltern geglaubt hat, was sie ihm aufgetischt haben. Ich bin sehr gespannt wie das letztendlich herauskommen wird.
    Besonders gefreut hat mich, dass Martha bei ihm begraben wurde.
    Dass in einer so großen Stadt wie Berlin, Vickys Kundin genau von der Caro spricht, die gerade neu zu Vickys Familie gehört ist schon spannend, aber ich habe es auch schon oft erlebt dass die Welt ein Dorf ist.
    Jetzt bin ich sehr gespannt wie die Zwillinge zu Ona Rothe kamen, eine glückliche Fügung in einer so traurigen Geschichte? Immerhin kann Martha den Kontakt halten.
    Michelle


    Also ganz ehrlich, Georg Brauer wird mir auch in diesem Abschnitt nicht sympathisch. Da kann ich Purzelbäume machen - hilft nix!
    Nun bin ich mal gespannt, ob aus Bayern noch etwas kommt oder ob Georg das Testament akzeptiert.


    Ich habe da auch meine Bedenken und kann dich gut verstehen. Den Georg mag ich auch nicht, aber für die Geschichte finde ich es gut. Sorry, Mary, aber es bring ein bisschen Bewegung und Spannung rein. Im wahren Leben gibt es ja auch nicht nur nette Begegnungen und Menschen die man mag und die für einen nur das Beste wollen.
    Michelle


    Folgenden Satz von Marie an ihre Schwester Martha habe ich mir notieren müssen, weil ich ihn so schön fand: "Kein Mensch kann vorher wissen, was einmal kommen wird und dann sind vielleicht unsere Erinnerungen das Beste, was uns geblieben ist."


    Das fand ich auch sehr berührend, vor allem wenn man bedenkt, dass sie danach nicht mehr lang gelebt hat und Martha nun wirklich nur noch die Erinnerung an sie hatte.

    Dieser Abschnitt hat mir wieder sehr gut gefallen. Der Besuch der Brauers war spannend und die Konfrontation zwischen Vicky und Georg fand ich sehr echt und schön beschrieben. Georg scheint generell ein eher misstrauischer Typ zu sein. Gut, dass sie einiges klären konnten, denn Vicky scheint ihn und auch seine Frau ja schon auch irgendwie zu mögen. Dem Frieden, dass er ihren Erbanspruch akzeptiert traue ich aber noch nicht so richtig, dafür hat das Haus ihm zu gut gefallen.
    Marthas Geschichte ist berührend und erschütternd zugleich. Man weiß ja, dass es Knechten und Mägden in dieser Zeit oft nicht gut ging, aber das ist schon heftig was sie da erleben muss. Johanns Zuneigung tut ihr gut, aber ich glaube er war ziemlich naiv und gutgläubig, dass er dachte er käme mit ihr zusammen heil und als verheiratetes Paar aus der Geschichte raus. Was hat er denn gedacht, wie lange bzw. wie kurz sein Vater leben würde. Martha hat da eher den richtigen Riecher, dass sie das Ganze würde bezahlen müsse, auch wenn sie sich das bestimmt anders vorgestellt hat. Aber Johann war natürlich auch noch sehr jung und nicht so lebenserfahren, dass er das hätte absehen können und sich besser nicht in Martha verliebt hätte, bzw. ihr das so deutlich gezeigt hätte.
    Ich bin sehr gespannt was jetzt noch kommt und ich hab vor der traurigen Geschichte auch ein bisschen Angst, vor allem wenn man weiß, dass es keine fiktive Geschichte ist.


    Michelle

    Liebe Mary,


    das haut mich jetzt echt um, dass so viel Realität in deinem Roman steckt. Das Leben schreibt leider nicht nur die schönsten Geschichten...
    Jetzt finde ich das alles noch viel aufregender, weil man einen Teil der Geschichte einer Familie miterleben kann. Ich finde es immer sehr spannend Geschichten aus der Vergangenheit der eigene Verwandten zu erfahren, über meine weiß ich leider viel zu wenig. Meine Oma musste als 14 jährige auch beim Bauern arbeiten, aber über das was sie dort erlebt hat, hat sie nichts weiter erzählt.
    Ich kenne das gut, dass man zu eigentlich Fremden sehr schnell ein sehr vertrautes Verhältnis aufbauen kann, habe das gerade im Urlaub mit einer sehr netten Familie erlebt, wir habe immer noch Kontakt. Ich erlebe das auch ständig in unserer Freikirche. Kommt man in eine fremde Stadt zum Gottesdienst, hat man gleich eine Familie, wir duzen uns und haben, auch durch viele Umzüge, in ganz Deutschland viele Freunde dadurch. Mir wäre es bisher aber nie in den Sinn gekommen einem neu kennengelernten Bruder vor meinem Mann und seiner Frau in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass ich ihn lieb hätte. das fand ich etwas viel und zu schnell. Da wird mir die neu gewonnene Familie etwas zu viel zelebriert.
    Michelle


    Hat Martha ihre beiden Töchter irgendwann doch noch aus den Augen verloren? Wusste sie dadurch nichts davon, dass sie eine Enkelin hat?


    Vielleicht hat Martha irgendwann nicht mehr in diesem Laden gearbeitet, oder Oma Rothe ist gestorben und konnte nichts mehr arrangieren. Vielleicht haben die Mädchen auch durch Heirat die Stadt oder den Stadtteil gewechselt und sind da einfach nicht mehr hingegangen.


    Michelle

    Das wäre ja auch mal zu schön gewesen, wenn dieses Ost/West Denken mal bisschen verschwinden würde. Ich hab aber den Eindruck, dass bei der nächsten Geberation, also die jetzt um die 20 sind, da schon etwas anders ist und sie viel offener sind und viel selbstverständlicher mit dem ungeteilten Deutschland umgehen. Schließlich kennen sie es ja aus eigenem Erleben auch nicht anders.
    Michelle

    Wieso hat Martha die Familie entehrt, wenn doch Johann - der Sohn von Gustav - sich mit ihr eingelassen hat? Da müsste dieser "Fehltritt" sich ganz einfach mit Geld erledigen lassen. Das war doch früher so üblich, wenn Söhne aus einem reichen Haus einen Fehler gemacht hatten.
    Also frage ich mich, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Martha und Johann zueinander standen. Cousine und Cousin? Oder sogar Bruder und Schwester? So etwas hat es ja alles schon gegeben.


    Ich hab mich auch gefragt, warum Gustav Lassen Martha einfach so verheiraten und ihr das Kind oder die Kinder wegnehmen konnte. Die Frage nach dem Verwandschaftsverhältnis ist da sehr spannend. Vielleicht wollte Johann das auch gar nicht mit Geld erledigen lassen, wenn aber nicht, warum hat er das andere dann geschehen lassen? Oder wusste er vielleicht gar nichts davon?


    Michelle

    Ich muss jetzt einfach weiterlesen und deshalb schon mal mein Beitrag zum nächsten Abschnitt.


    Es sind also doch nicht alles so nett wie es anfangs aussah und für Vicky und besonders Clemens hat das ganz schöne Auswirkungen was die Passauer da lostreten. Aber auch das ist ja schnell geregelt und geklärt, zumindest fürs Erste, vielleicht kommt da noch was nach? Das ist zwar schön für die beiden, aber mir geht das ein bisschen zu schnell, ich hätte gern noch ein bisschen mit ihnen gebangt um das Haus, den Job und mitgefiebert, wo denn nun diese Truhe steckt. Na, wenigstens den Schlüssel mussten sie ein bisschen suchen.


    Gut gefällt mir die Intuition mit der Vicky sich in Marthas Haus bewegt, ich frage mich die ganze Zeit, ob sie als Kind vielleicht mal dort war. Wenn die Oma Rothe Termine für die Mädchen bei Martha arrangiert hat, dann waren sie vielleicht sogar später mal dort. Dann dürfte das Gemälde aber nicht da gehangen haben, sonst hätte das bestimmt Fragen aufgeworfen.
    Also wird es wohl die Erklärung sein, die auch im Buch gegeben wird, die Intuition einer Frau, die ihrer Großmutter sehr ähnelt.


    Dass Johann Vicky für Martha hält, finde ich auch sehr schön, erstens bringt es die Nachforschungen voran und zweitens erlebt Johann so noch ein paar schöne Moment vor seinem Tod, die ja auch Vicky nicht unberührt lassen.


    Vickys Aufnahme in die Familie geht mir auch ein bisschen zu schnell, schlißelich haben sie sich gerade erst kennen gelernt. Vickys Nähe zu Juli finde ich fats schon unangenehm, es wundert mich das Clemens und Caro da so gar keine Eifersucht verspüren.


    Gut gefällt mir der Rückblick in Marthas Leben über das Tagebuch. Es ist spannend die Geschichte aus ihrer Sicht zu erfahren und so vielleicht ein bisschen besser zu verstehen, warum sie wurde wie sie war und ihr spätere Familie sie erlebt hat. Schlimm, was sie durchmachen musste. Darüber werden die nächsten Kapitel ja noch bestimmt ein bisschen mehr verraten. Also schnell weiter lesen :-)
    Michelle

    Achja, neu war für mich auch, dass sich der Norden und Süden von Berlin nicht so ganz grün sind.


    Besonders spannend finde ich das in Bezug auf Berlin, dass es Nord und Süd ist und nicht Ost und West :)
    Ich habe mal in Mainz gewohnt, da gibt es die gleiche Kabbelei mit den Wiesbadnern und der Frage, ob man auf der "richtigen" Rheinseite wohnt :)


    Michelle

    Meine erste Lektorin hatte jede Beschreibung von mir in der Luft zerrissen. Sie sagte immer, ich müsste jeden Raum, jedes Haus oder jeden Platz den ich in einem Buch betrete so beschreiben, dass der Leser/in den gleichen Eindruck hat und das Gleiche sieht, wie ich und auch beim Leser/in sollte dieses Betreten, wie in einem Film ablaufen. Er sollte jede Einzelheit genauso nachempfinden können, als würde er selbst diesen Raum betreten.


    Das finde ich wirklich spannend, denn jeder wird doch, wenn er einen Raum betritt diesen Raum auf seine ganz eigene Weise wahrnehmen. Ich glaube wenn 5 Leute einen Raum betreten, nimmt jeder etwas ganz anderes wahr und legt sein Augenmerk auf andere Dinge. Da würde ich auch in einem Roman, den Leser das wahrnehmen lassen was meine Figur wahrnimmt, also was ich sie wahrnehmen lasse. Kann ja auch zur Dramatik beitragen, wenn ich so an einige Agatha Christie Romane denke :)


    Michelle

    Was ich ganz toll gelungen fand, war die Faszination, die von dem Gemälde ausgeht. Ich konnte mir das Bild sehr gut vorstellen, ebenso wie der Zauber, den es auf Vicky ausübt.


    Das ging mir ganz ähnlich, habe ein tolles Ostseebild mit zwei herumtollenden blonden Mädels im Kopf, wahrscheinlich inspiriert von unserem jährlichen Ostseeurlaub mit meinen beiden blonden Mädels :)
    Leider passt das so gar nicht zu dem Cover des Buches. Da haben die Autoren ja oft gar kein Mitsprachrecht.


    Michelle

    Also ich musste ja gleich ein bisschen reinlesen und als gestern die Einteilung kam, hab ich den ersten Abschnitt verschlungen. Die Leseprobe hatte mir ja schon sehr gut gefallen und mich neugierig gemacht. Ich finde man kommt sehr schnell in die Geschichte hinein und findet sich im Leben von Vicky und Clemens wieder, auch wenn man über Clemens noch nicht so viel erfährt kann man doch in Vickys Welt eintauchen. Besonders gut gefallen mir die detaillierten Beschreibungen. So ist bei mir ganz schnell ein Bild der Wohnung entstanden die Vicky gestaltet hat und vor allem natürlich das Haus, was Vicky so sehr in seinen Bann zieht. Ich kann es mir so richtig vorstellen und auch wenn es nicht so meinem Geschmack entspricht, ist es so schön beschrieben, dass ich am liebsten dort wäre. Ich würde am liebsten gleich mal nach Berlin fahren und nachschauen, ob es da steht in der Mariannenstraße 😀 Clemens ist für mich noch nicht so richtig greifbar. Er hat sich relativ schnell umstimmen lassen, was den Hauswunsch angeht, das hat mich ein bisschen gewundert, aber schließlich drohte fast die Ehe daran zu zerbrechen, denn Haus oder nicht Haus ist bei den beiden ja schon länger die große Frage. Es hat natürlich Spaß gemacht mit Vicky zu recherchieren und Stück für Stück die geheimnisvolle Vergangenheit zu erkunden. Die Leute die sie dabei kennen lernt sind alle sehr nett, das ist fast schon ein bisschen viel. Zum Glück gibt es noch die Vermieter die sie auf unschöne Art aus dem Haus raussetzen. Die Lösung die sich abzeichnet klingt logisch und ich bin jetzt echt gespannt was noch kommt, so wäre es doch ein bisschen zu einfach, wobei natürlich noch längst nicht alle Rätsel gelöst und alle Fragen geklärt sind. Es macht auf jeden Fall Spaß diese Geschichte zu lesen. Über einen Ausdruck bin ich noch gestolpert, dass Straßen zu belaufen sind, hab ich so noch nie gehört .
    Michelle

    Hallo Mary,


    ich habe zwar schon ein paar Leserunden hier mitgemacht, aber wo die Moderatorin herkommt, kann ich leider nicht sagen. Ich hatte den Eindruck, dass es hier im Forum einige gibt die das tun, meistens die, die die Leserunde einstellen. Terminlich bin ich flexibel und richte mich gern nach den anderen, kann von mir aus aber gern im September schon starten.


    LG,Michelle