Beiträge von Iris Klockmann

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Für mich sind diese Szenen in Altona, Lübeck, etc. einfach wunderbar - wenn es für Paul und seine beiden Töchter nach all dem Leid, den Schmerzen und den Traumata neben der Erinnerung an die verlorenen Lieben eben auch so etwas wie inneren Frieden geben kann. Besonders drückt sich das in meinen Augen in dem Moment aus, in dem Peter seiner Familie verkündet, dass wieder Paul aus ihm geworden ist. Paul, der geliebte Sohn von Johann und Lotte. Paul, der liebende Ehemann von Clara. Paul, der wiedergewonnene Vater für Lilian und Ceara.


    Für mich ist diese Szene auch etwas ganz Besonderes, und ich brauchte glaube ich drei Anläufe, bis ich sie ohne Tränchen fertig schreiben konnte. Und als ich durch war, wurde mir bewusst, das ist tatsächlich ein Abschied samt Abschiedsworten. Vorher war ich noch gar nicht sicher, ob es einen Teil 3 geben sollte oder nicht. Aber Paul hat mir mit seinen letzten Worten die Entscheidung abgenommen. :)


    Besonders eindringlich habe ich übrigens die Zeilen von Nathan Fisch empfunden. Dieser gutherzige Mann, der selbst im größten Elend nicht den Blick für andere verliert. Welche Menschlichkeit in einer solchen Hölle!

    Danke, das unterschreibe ich. :love: Für mich ist und bleibt er ein Held, wie es viele gegeben hat, deren Namen wir heute nicht mehr kennen. Deshalb waren mir die Stolpersteine so wichtig. Meine Blumenthals sollten niicht vergessen sein.

    Eventuell könnte in solchen Fällen Eifersucht eine Rolle spielen, denn immerhin haben die Adoptiveltern das eigene Kind aufwachsen sehen...

    Ja, oder wir drehen den Spieß um und sagen, ohne Rhona und ihren Mann würde es Ceara heute so nicht geben. Ich denke, es ist eine Sache der Perspektive. Wer dankbar ist, kennt keine Eifersucht.

    Zugegebenermaßen habe ich kurz überlegt, ob Lilian und Sam nicht in der Nähe von Ceara und Aidan hätten bleiben sollen. Oder die beiden Dubliner gleich mit nach Kapstadt übersiedeln hätten können... Aber nein, das wäre alles zu viel des Guten gewesen.

    Natürlich hat mein romantisches Herz auch für diesen Schluss geschlagen. Doch dann hätte mein Roman einen Hauch Kitsch bekommen, und das wollte ich in keinem Fall. 8o


    So schön! Ich fand das Geständnis Friedrichs rührend und ganz schön toll.

    Die beiden haben es aus vollem Herzen verdient, gemeinsam alt werden zu dürfen. :love:


    Diese Mischung aus Stolz und Trauer hat mich zutiefst beeindruckt

    Ja, Dede ist ein Spiegel für mich, der zeigt, wie anders wir in unserer Welt mit dem Thema Tod umgehen.


    Auf meinem täglichen Weg zur Arbeit komme ich an vielen Stolpersteinen vorbei, die ich allesamt schon mehrfach gelesen habe. Vor allem wenn ich in neuen Ecken unterwegs bin, schaue ich gerne genauer hin, bleibe vor den Häusern stehen und überlege mir nicht selten, wie es damals - als sie das Zuhause der Ermordeten waren - wohl ausgesehen haben. Wie sie dort gelebt haben, was sie wohl gefühlt haben, als sie sich das letzten Mal verlassen haben.

    Danke! :love: Genauso geht es mir auch. Ich bleibe oft vor ihnen stehen und sende ihnen stumme Grüße.


    Liebe Grüße

    eure Iris/Mina

    Deshalb gefällt mir die Idee, auch die Vorgeschichte zu schreiben, jetzt nur umso besser! Bei dieser Leserunde bin ich sicher wieder mit dabei! :)

    Danke, du Liebe. Schauen wir mal. 8oBis dahin wird es noch ein Weilchen dauern, vorher bekommt ihr etwas anderes von der Mina zu lesen.

    Ich frage mich, wie vielen Familien dieses Glück nicht gegönnt war. Wie schrecklich muss es sein, nichts über seine Lieben zu erfahren, nicht einmal zu wissen, ob sie noch leben oder nicht!

    Wohl den wenigsten. :(Auch heute noch ist die Liste der Vermissten lang, viele jüdische Familien leben in der ganzen Welt verstreut. So etwas wie eine Heimat hatten sie nie. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich nur froh und dankbar sein.

    Es ist ja nicht so, dass ich vorher gedankenlos darüber weggetrampelt wäre, aber diese Bücher haben mir wirklich nahe gebracht, welche Folgen dieser Krieg auch hatte. Dass es eben nicht mit 1945 vorbei war, sondern mehrere Generationen in vielerlei Weise beeinflussen konnte. Auch wenn die Geschichte der Blumenthals fiktiv ist - sie steht für unzählige Menschen und deren Schicksale.

    Es ist ein sehr emotionales Buch gegen das Vergessen und Verdrängen und heute wichtiger den je!

    Danke, liebe ysa. Das ist eine wunderbare Zusammenfassung meiner Motivation, diese beiden Bücher zu schreiben. Kriege enden nicht durch schweigende Waffen, sondern erst in unseren Herzen. Wenn ihr meine Familie in liebevoller Erinnerung behaltet, macht ihr mich froh.

    Habe heute im MDR einen Bericht über Gardelebenn gesehen, wo ein betrunkenen Mann mit 3,0 Promille, aus der Strasse vier Stolpersteine demoliert hat. Ich habe gedacht ich höre nicht richtig.....da könnten meinetwegen die Methoden aus dem Mittelalter zum Einsatz kommen.....Hand abhacken X(

    Guten Morgen!


    Dito! X(Auch in Berlin wurden vor Kurzem Stolpersteine entfernt. In München hat man sie sogar zwecks Stadtratsbeschluss verboten!!!! Aber nach einer Unterschriftensammlung haben wir erreicht, dass ab November 2018 an die 50 Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt werden. Sie alle können und dürfen die Vergangenheit nicht versuchen, auszuradieren.

    Das ist ein dickes Lob an deine Schreibkunst liebe Iris Klockmann

    Danke schön. <3

    Gut hat mir auch gefallen, als Peter sich für die Fürsorge und Liebe , die Rhona und ihr Mann für Ceara hatten, bedankt hat.

    Das verrät mehr von seinem Charakter als tausend Worte. 8oDeshalb mag ich Peter so.

    Gemeinsam öffnen sie später das Päckchen aus Israel und lesen die Notizen von Nathan. Wieder einer dieser sehr emotionalen Momente. Traurig das noch einmal lesen zu müssen, wie es Nathan ergangen ist und was er erleben musste.

    Aber er wird nicht vergessen sein. ;)

    Peter hat die Nachricht erhalten, das er die Genehmigung hat, seinen Geburtsname wieder zu tragen. Wie schön, nach all der Zeit.

    Sorry, ich zitiere jetzt nur die Dinge, ünber die wir noch nicht gesprochen haben.

    Ich wusste von Anfang an, dass dies das Ende der Geschichte sein sollte. Peter/Paul hat viel mitgemacht und verdient seinen Frieden.

    Das Nachwort war wieder sehr interessant und ich bin gespannt was es mit Lieutenant Arthur Griffordim im nächsten Buch von dir auf sich hat.

    Kessi, das hast du falsch verstanden. Arthur kommt nicht in meinem nächsten Buch vor, sondern in Melanie Metzenthins neuem Roman. Wir haben ein Cross-Over gemacht. Arthur spielt in beiden Romanen eine Rolle, die Handlungen sind teilweise miteinander verknüpft.

    Schon der erste Teil hat mich sehr berührt und ich hatte da schon geschrieben, dass es mir lange im Gedächtnis bleiben wird. So ist es jetzt auch hiermit. Ich werde später einmal beide Teile hintereinander lesen. Das sind die Art Bücher, die ich mehrmals lese.

    Danke, dafür eine Umarmung von mir! :love:

    Im Nachwort habe ich mit Interesse gelesen, dass du und Melanie Metzenthin jeweils Lieutenant Arthur Grifford in euren Büchern auftreten lasst. Von Melanie werden wir im Juli das Buch "Die Stimmlosen" gemeinsam lesen, vielleicht begegnen wir ihm dort wieder?

    Genau, ihr begegnet dem guten Arthur wieder und damit natürlich einigen meiner Figuren.


    Liebe Grüße

    Iris/Mina

    Das war auch bei mir ein wenig der Wermutstropfen, dass Lilian und Sam, nachdem sie Ceara nun endlich gefunden hatten, dann nach Kapstadt gezogen sind. Aber andererseits bin ich natürlich auch froh, dass sie in der Nähe von Lotte, Friedrich und Peter leben. Aber das Wichtigste ist, dass sie sich überhaupt wieder gefunden haben und im Herzen bleiben sie alle die Jahre zusammen, egal wie weit sie voneinander entfernt leben.

    Liebe Karin,


    ich weiß genau, was du meinst. Auch ich habe natürlich bei der Planung über ein komplettes Happyend nachgedacht, aber von meinem Gefühl her würde es z.B. Cearas Verbundenheit mit ihrer irischen Heimat und ihrer Beziehung zu Rhona widersprechen, ebenfalls nach Kapstadt zu ziehen. Es ist ein bisschen bittersüß, nicht wahr? Dennoch erschien es mir das größtmögliche Happyend zu sein, mit einer Familie, die man weder durch Entfernungen noch andere Widerstände trennen kann. Meine Blumenthals sind in der Beziehung ein leuchtendes Juwel.

    Ich habe wirklich die Luft angehalten, wie Ceara auf den Anblick von Schwester und Vater reagieren wird, aber glücklicherweise bekommt sie keine Angst, sondern es fühlt sich alles einfach "richtig" an. Aidan und Sam sorgten aber auch mit ihrer lockeren und offenen Art für eine entspannte Atmosphäre.

    Ihr schwierigster Schritt war, sich in die Hände eines Spezialisten zu begeben. Ihre Entscheidung, die Familie zu finden, ist glaube ich der Schlüssel, mit Angst zu leben oder sie vielleicht sogar zu besiegen.

    Traurig war ich aber dennoch, dass man die Brandstifter nie gefasst bzw. herausgefunden hat, um wen es sich dabei handelte.

    Ja, leider war es einfach realistisch. Ich möchte nicht wissen, wie viele Verbrechen dort ungesühnt geblieben sind.

    Die paar Zeilen, die Janusz Fischs Familie hinterlässt, sagen mehr als ellenlange Berichte über die grausamen Taten der Nazis. Ich musste schlucken, als wir den Brief zu lesen bekommen.

    Die Worte flossen einfach aus mir raus. Als ich sie meiner Schwester vorgelesen habe, die meine allererste Testleserin ist, haben wir beide Rotz und Wasser geheult. Seit einiger Zeit bin ich auch in Kontakt mit einer jüdischen Emigrantin, deren Verwandter über diese Jahre Zeugnis abgelegt hat. Aus seinen Berichten weiß ich, dass die Inhaftierten ihren Familien nur Belanglosigkeiten erzählt haben. Über die Taten in den KZ mussten sie schweigen. Als mir die Idee kam, Nathan Erinnerungen schreiben zu lassen, wusste ich sofort, genau das hätte er getan.

    Umso wichtiger ist es, das niemals zu vergessen und ich könnte jedes Mal explodieren, wenn irgendwelche Braunen die Zeit von damals entweder kleinreden oder heroisieren.

    DITO, liebe Karin!

    Iris, du machst es einem nicht leicht. Ich bin richtig aufgewühlt, alles nimmt einen so mit.

    Liebe Kessi,


    ich weiß. Es tut mir leid. Aber ich wollte Cearas und Lilians Geschichte nicht schön zeichnen, denn die Wirklichkeit war oft viel schlimmer. Viele waren allein, ohne liebende Ehemänner und Familien. :(;)


    Ich drück dich,

    Iris/Mina