Beiträge von Papyrus

Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Herr Jakob, Mitte fünzig, Vater von zwei Töchtern und geschieden, arbeitet als Bibliothekar und fertigt in seiner Freizeit die ein oder andere Skulptur.


    Sein Leben ist eher unaufgeregt bis trist. Der Beruf bringt keine Erfüllung, die Exfrau und die Töchter fordern immer mehr Geld und das Leben an sich wird immer hektischer und schneller.


    Eines Tages sitzt er in seinem Garten als eine unreife Nuss aus einem Baum fällt und direkt auf seiner Stirn landet. Die Unfähigkeit der Nuss auszuweichen, obwohl er ihren Fall aus der Baumkrone beobachtet hatte, einschließlich des Eichörnchens welches als talenierter Werfer in Frage kommt, scheint der Beginn einer großen Veränderung zu sein: Herr Jakob schläft und träumt. Anfangs scheint es sich um Erschöpfungszustände zu handeln, doch entwickelt sich schon sehr bald in den Schlafphasen eine eigene Realität.

    Herr Jakob schläft und träumt. Von einem Eichhörnchen welches intensiv eine Nuss betrachtet und von einem Huhn, mit dem er ausführliche Gespräche führt. Die Träume kommen in ähnlicher Form wieder, mit Eichhörnchen und Huhn. Sein Tagesrythmus gerät durcheinander, er wacht später auf als gewohnt und wird eher müde.

    Das geht soweit, bis Herr Jakob im Winter eine längere Reise fingiert um ungestört über Monate schlafen zu können. Hierbei vermischen sich Traum und Realität und es stellt sich die Frage, was überhaupt ist Traum, was Realität?


    Herr Jakobs ausgiebige fingierte Reise ist ein Winterschlaf, der Nachahmer findet? Ist es das Erwachen eines Urinstinkes, die Lösung für ein friedlicheres Zusammenleben in der Welt?


    Das kleine Büchlein regt auf angenehme Weise an darüber nachzudenken.


    Vielen lieben Dank an Annette und die kleine Runde. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht ein Buch gemeinsam zu lesen und sich darüber auszutauschen. :)


    Alles nicht so wichtig

    literaturschock.de

    Das ist ja nett, mit der Malerin. Und psychologisch bestimmt auch nicht schlecht. Dann denken alle Besucher, dass schon etwas verkauft wurde und haben keine so große Scheu, weil sie ja nicht die ersten Käufer sind.

    Ich gestehe hier dass ich zu blöd bin...ich habe immer auf die 3 Punkte [...] geklickt und es hat sich nichts getan und da dachte ich es wäre da zuende oder ein Ausschnitt aus dem Buch oder so. Wenn man auf die Übersicht klickt kommt dann doch der ganze Text :wand:

    Da warst du aber nicht alleine, ging mir auch so.


    Das Buchcover finde ich recht hübsch und ansprechend, hat aber m.E. gar nichts mit der Geschichte zu tun. Wie seid ihr darauf gekommen?



    Werden wir in nächster Zeit etwas Neues von dir lesen können? Ich hoffe doch sehr.

    Dabei dachte ich eigentlich, dass Hr. Jakob so überhaupt nicht der Typ für Partnersuche per Kontaktanzeigen ist! Das passt irgendwie nicht zu ihm!

    Er macht das ja nicht online, sondern mit Hilfe der guten alten Anzeige in der Zeitung. Ich finde das passt dann irgendwie wieder.




    Diese Schläferzelle wird ja fast schon wie eine terroristische Vereinigung behandelt, wobei sicher nur die Wirtschaft Schaden nehmen würde, andererseits hätten die Matratzen-Hersteller sicher viel zu tun, da die Matratzen sich durch den Winterschlaf schneller durchliegen. :totlach:

    Stimmt, der Matratzenhandel muss sich eigentlich freuen, noch mehr Läden an jeder Straßenkreuzung :totlach::totlach:

    Ach wie schön, vielleicht wäre die Welt tatsächlich eine bessere wenn wir alle Winterschlaf halten würden.

    Interessant wie panisch der Einzelhandel reagiert. Kapitalismus ist also doch die wahre Politik, kein Wunder, dass der Winterschlaf bekämpft werden muss. Ich musste dabei an die grauen Herren von "Momo" denken.


    Ich fand die Idee sehr gelungen, dass die Menschen den Winterschlaf wieder für sich entdecken, schön wenn das wirklich möglich wäre. Heutzutage wird man ja schon schief angeschaut, wenn man Sonntags einfach zu Hause bleibt. Entspannung haben viele von uns wirklich verlernt. Dabei zeigt Herr Jakob durchaus die positive Wirkung. Statt immer in Angriff und Verteidigungshaltung zu stecken, bietet er seiner Exfrau Tee an und hört ihr zu. Macht die Erfahrung, dass man ihn auf der Arbeit nicht wirklich vermisst hat und weiß diesem Umstand für sich zu nutzen.


    Dass er noch eine Partnerin sucht, auch um das Erlebte zu teilen, kann ich gut nachvollziehen. Auch, dass er an dieser Idee kurze Zeit später kapituliert :totlach:


    Die zarten Bande, die Herr Jakob letztendlich mit der Apothekerin knüpft, waren ein Highlight. Der Aufbruch in den gemeinsamen Winterschlaf in dem Dorf auch. Ein schönes Ende.

    Die kleine Skulptur hat eine seltsame Wirkung auf den Betrachter: der eine schläft ein, andere wollen sie unbedingt haben. Symbolisiert sie so sehr den Wunsch nach Ruhe und Gelassenheit? Und warum will Hr. Jakob sie eigentlich nicht verkaufen? Eigentlich spricht ja gar nichts dagegen.

    Gute Frage, aber ich kann ihn irgendwie verstehen. Vielleicht sieht er es als Verrat an sich selbst, wenn er die Figur verkauft. Oder er ist einfach noch nicht so weit.


    Annette Normalerweise bin ich da nicht so pingelig, hier war mir einfach aufgefallen, weil mir das Haus so sicher vorkam während Herr Jakob schlief. Die dicke Erkältung sehe ich fast als Verrat an diese Sicherheit.


    Und besten Dank für das Entschlüsseln der Dialoge :)

    Ich kenne das nur zu gut... ich bin einmal kurz vorm Einschlafen vom Rauchmelder aufgeschreckt worden. Es war mir schnell klar, dass nur die Batterie leer war und er deshalb losging. Aber ich musste erst gründlich das Treppenhaus und die ganze Wohnung "beschnuppern", ob nicht doch irgendwo Rauch wäre oder gar Feuer!

    Also, da hätte ich aber auch genauer nachgesehen, wie du.

    Da übermannt mich wohl eher so ein schwerer Schlaf wie Herrn Jakob. Ich würde das Ding ausmachen und am Morgen nach dem Wachwerden schnuppern ob es brennt :sleeping:8)



    Es ist wirklich ein Vergnügen, die Geschichte zu lesen!

    Stimmt, das finde ich auch :)


    Daß Herrn Jakob dann von einer Erkältung erwischt wird, zwingt ihn in die Außenwelt. Diese bietet sich ihm aber als "schneller Film" dar. Nur die Natur bietet ihm Ruhe. Die Apothekerin schien weniger angespannt zu sein, als die vielen anderen Menschen.


    Ja, es gibt sie tatsächlich, die Menschen, die trotz aller Hektik, trotz allem Stress ruhig und gelassen bleiben können. Sie sind innerlich gefestigt.

    Das ist ein guter Hinweis. Die Apothekerin schafft es tatsächlich sich im Alltagstrubel zu entschleunigen. Schön, wenn Menschen so etwas können, bzw. für ihr Gegenüber noch so empfänglich sind.



    Jetzt möchte ich aber unbedingt wissen wie die Geschichte ausgeht.

    Am schönsten in diesem Abschnitt fand ich die Atmosphäre in dem Haus, wie ein Kokon. Herr Jakob hat Wasser und etwas zu Essen gekauft, die Rolläden sind unten und das Haus vermittelt Ruhe und Geborgenheit. Zumindest ich habe es so empfunden. Was ich allerdings nicht verstanden habe woher Herr Jakob jetzt seine Erkältung hat. Braucht es da nicht irgendwie Viren und / Bakterien?


    Interessant die dunkle Wolke die Herr Jakob in seinem Traum bemerkt als der Detektiv (?) um sein Haus schleicht. Die Welten verknüpfen sich immer mehr.


    Wie lange hat Herr Jakob jetzt geschlafen? Irgendwie habe ich die genaue Zeit verpasst. Sehr interessant sein Ausflug in die Welt zum Bäcker und zur Apotheke. Seine Realität hat sich unglaublich verlangsamt. Aber ist es wirklich so brutal, dass sogar eine Verkäuferin einen links liegen lässt? Das hatte mich sehr erschrocken.

    Die kurzen Dialoge habe ich fast alle nicht verstanden, außer"Gtntg".

    Spannend sind immer wieder die Übergänge für den Leser, wenn sich Szenen aus Traum und Realität vermischen - ganz besonders die Beschreibung des ersten Schnees und dann der doch etwas weniger idyllische Teil in dem Herr Jakob von der weißen Maße umgeben ist. Ein Traum im Traum?! Alles schon ziemlich schräg.

    Das fand ich auch schon sehr schräg und sogar leicht bedrohlich. Die weiße Maße hat mich an ein klebriges Spinnennetz erinnert in welches sich Herr Jakob fast verloren hätte. Warum allerdings diese Gefahr in dieser sonst so heilen Traumwelt erschien, habe ich nicht verstanden.



    schokotimmi dir und allen Anderen natürlich auch schöne Ostertage.

    was nicht? Denn eigentlich sind meine Träume für mich doch auch real... oder?

    Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, richtig abzuschalten, an nichts zu denken. Und ich muß sagen, je älter ich wurde, desto besser ging es.

    Das ist beneidenswert! Es tut mir nur leid, dass Du das anscheinend aus der Not lernen musstest! Das war sicher nicht einfach!

    Ich hab es noch lange nicht geschafft - allerdings rettet mich die Tatsache, dass ich, je älter ich werde, immer weniger als wirklich wichtig ansehe. Damit fällt auch recht viel stressiger Ballast ab! Und gleichzeitig ist mir in den letzten Jahren wirklich aufgefallen: meine Sehnsucht nach Ruhe wird immer stärker!

    Ich hatte leider auch verlernt auch mich zu achten und abzuschalten, ein schleichender aber leider unaufhaltsamer Prozeß. Jetzt höre ich wieder auf mich und ich kann wie Anne H. richtig abschalten. Das ist so wichtig.

    Während meiner Krankheit habe ich mir 2 Kater aus dem Tierheim besorgt, die Beiden zeigen einem wie man entspannt, das hat mir sehr geholfen. Jetzt liege ich gerne mal am Wochenende mit Buch lange im Bett und die Beiden liegen neben mir, es gibt nichts was mehr entschleunigt und was schöner ist.

    In Kapitel 6 wird so schön beschrieben, wie Herr Jakob sich zurückgezogen hat, da hätte ich mich am liebsten dazugesellt. Er sorgt für sich, auch wenn es Dosenfutter ist, weiß also genau was er tut. Wie ein Bär in einer Höhle, der seinen Winterschlaf beginnt.

    Interessant, dass immer eine ältere Frau dabei ist, zuerst dachte ich ja, die Frau aus dem Dorf und die Frau mit der Pusteblume sei dieselbe, wurde dann aber eines Besseren belehrt.


    Die Traumphase in Buch 5 empfand ich sehr surreal, als Leser konnte ich Traum und Realität kaum auseinander halten. Spannend fand ich die Hinweise für Herrn Jakob, an denen er erkennen konnte, dass er jetzt gehen / aufwachen sollte. Abends gibt es eine warme Suppe und morgens ist die Küche kalt.


    Spannend finde ich die kleine Figur die Herr Jakob bei seinem Trödler ins Fenster legen ließ. Hatte er eine Ahnung, dass sie in den Menschen eine Sehnsucht weckt? Das Interesse scheint ihm Recht zu geben.


    Und wer nimmt sich im Alltag die Zeit einen Wurm beim Umrunden eines Astes zu beobachten, oder eine Walnuss genauer zu betrachten?

    Ja, manchmal können solche Begebenheiten schon sehr inspirirend sein. :) Vielleicht werde ich nun immer an das Buch denken, wenn ich den Garten gehe, denn einer unserer Gartennachbarn hält sich Hühner. Am Ende bekomme ich einen Schock, wenn eines der Hühner plötzlich zu sprechen beginnt. ^^

    :totlach: Bestimmt würdest du ihn bekommen.

    Na ja, bei "Fool on the hill" hatte eine Affe die Regie, warum also nicht auch ein Huhn. Das es plötzlich da war, Annette, gefällt mir.

    Hr. Jakob fällt ein klein wenig aus der Zeit, vielleicht sogar aus seinem Leben. Hmmm... Aber seine Abenteuer in dieser Traumwelt sind wirklich amüsant. Das philosophische Huhn, die verlorene Nase, der Mann mit dem Zylinder, das Eichhörnchen und die meditative Nuss - habt ihr das irgendwie interprätiert?

    Eine schöne Zusammenfassung, die ich bisher nicht interpretiert habe. Es mag daran liegen, dass ich philosophische Hühner noch nicht hatte ;)


    Interessant, dass ihr bei Herrn Jakob alle Burnout vermutet, diesen Gedanken hatte ich bisher nicht. Für mich ist er eher jemand, der so langsam die Oberflächlichkeit dieser Welt entlarvt.

    Hallo Zusammen,


    was für ein herrliches kleines Büchlein. Allerdings ist es meine erste Leserunde mit ebook, was irgendwie anders ist. Ich vermisse die Möglichkeit des Hin- und Herblätterns schon ein wenig.


    Bei der Inhaltsangabe "Über den Roman", musste ich ein wenig schmunzeln:


    Zitat


    Traum und Wirklichkeit verschränken sich allmählich, und Herr Jakob muss sich fragen, ob seine Traumwelt weniger wahr ist als die sogenannte Realität."

    Ich hatte früher in der Schule einen Kunstlehrer, der genau dieses zum Thema hatte. Wann sind wir real, wann träumen wir? Vielleicht ist unser Tun im Wachzustand der Traum und wenn wir schlafen sind wir in der realen Welt. Er hatte uns da spannende Denkansätze geliefert, die ich in dem Buch jetzt wohl wiederfinde. Hat schon was von "Matrix".


    Herr Jakob erscheint ein sehr ordentlich strukturierter Mensch zu sein, Veränderungen sind wohl nicht sein Ding. Wenn ich ehrlich bin war ich überrascht, dass er Skulpturen fertigt. Irgendwie bringe ich das eher mit chaotischeren Menschen in Verbindung.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 12. Oktober 2018 - Freitag, 26. Oktober 2018

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  2. Mittwoch, 17. Oktober 2018, 21:43 - Mittwoch, 31. Oktober 2018, 22:43

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  3. Freitag, 19. Oktober 2018 - Freitag, 2. November 2018

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  4. Freitag, 19. Oktober 2018 - Freitag, 2. November 2018

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