Beiträge von Papyrus

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    Sehr geheimnisvoll – von einem Anton ist die Rede und einer Mutter, die ihr Kind heimlich beobachten muss, weil man es ihr weggenommen hat, weil es aus einer unstandesgemäßen Liaison stammt?
    Im Personenverzeichnis gibt es ja gleich mehrere Antons … ;)


    Es ist schon immer derselbe Anton. Anton Seele. Einmal als Kind, einmal als Erwachsener

    Irgendwie wiederholt sich die Geschichte. Nun rebelliert es im arabischen Raum. Aber das nur am Rande.


    Arthur wählt den Freitod. Ich hoffe seine Seele findet nun Ruhe. In diesem Abschnitt zeigt sich wirklich mehr als deutlich, dass der Mann das Familienoberhaupt war. Schauderhaft. Keine Empathie, dafür ganz viel Zucht und Ordnung.


    Und was ist mit Theres? Warum duzt sie Anton als sie alleine waren? Ich bin gespannt was sie Mathilde zu erzählen hat.
    Bisher ist Mathilde die einzige uns bekannte Tochter von Leonore. Der Titel laut aber "Leonore und ihre Töchter"


    Auch meine ich einen kleinen roten Faden zu erkennen. Mutter und Tochter sind sich fremd. Das wird im ersten Teil erwähnt (Seite 79), aber auch im zweiten Abschnitt (seite 124). Allerdings kein veraltetes Phänomen. Leider ist auch mir dies allzu bekannt.


    Die Zustände in den Fabriken, von Arthur bemängelt, erinnern mich irgendwie an die derzeitige Situation in Indien. Das Problem ist nicht beseitigt, es wurde lediglich verschoben.
    Tja, die gottgegebene Ordnung. Ich hätte auch nicht an ihr Rütteln wollen wenn ich zu der oberen Etage gehört hätte ;)


    Und Arthur ist ein Sodomit. Heute kennt man diesen Ausdruck glücklicherweise nicht mehr im Bereich der Homosexualität. Allerdings auch hier wieder aktuell Parallelen zur arabischen Welt und nicht nur zu dieser.


    Ich möchte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen, werde mich jetzt aber ein wenig zurückhalten. Versprochen


    Das habe ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden: Was ist weniger schlimm daran, mit der Geliebten zusammen zu leben als eine Scheidung? Das ist doch ganz klar schon eine Trennung. Alle wissen es. Alle sehen es. Aber wahrscheinlich denke ich hier zu sehr aus der heutigen Zeit (wie sollte ich auch nicht)...


    Nichts ist weniger schlimm daran, aber der Schein wird gewahrt und alle spielen mit. Das ist der Rahmen in dem man sich bewegt. Und wer hat es in der Hand? Der Ehemann. Er hat das Schicksal seiner Familie in der Hand. Seine geschiedene Frau und die Tochter wird man verachten, ihn nicht. Keine Scheidung, keine Verachtung, nur Mitleid und Hähme.


    Und entschuldigt bitte, auch hier hat sich das Denken nicht grundsätzlich geändert:



    Odile ist nicht besser als die Gesellschaft. Sie behandelt Dora wie die dumme und minderwertige Ehefrau.


    Und was ist mit Gustave? Ich vermisse die vehemente Kritik an ihm. Schließlich hat er schon länger ein Verhältnis mit der Freundin seiner Frau. Hat mit seiner Frau 25 Jahre ein Dach geteilt und zieht nun von einem auf den anderen Tag zu Odile. Er hat doch auch nicht mit seiner Frau gesprochen, lässt aber allen Anstand fallen. In einer Waage würde Odiles Verhalten hier schwerer wiegen als das von Gustave. Zumindest ist dies mein Eindruck.

    Odile so zu verurteilen erscheint mir zu einfach. Odile ist Witwe, ihr Mann war 30 Jahre älter. Das wird eine arrangierte Ehe gewesen sein. Und Dora und Gustave? Wir wissen es nicht.
    Gerade bei dem Verhalten und den Gedanken der Frauen sieht man doch, dass alle Opfer ihrer Zeit waren. Romantische Liebesheiraten waren wohl eher nicht die Regel.
    Wie verlogen die Gesellschaft war erkennt man schon daran, dass Gustave nicht die Scheidung möchte, um Nanette nicht ihrer Zukunft zu berauben.
    Der Mann hat eine Geliebte? Na und? Alle wissen Bescheid und alle spielen mit. Da ist es doch viel einfacher über Dora zu tuscheln, da sie ja schließlich nicht in der Lage war ihren Mann zu halten. Und wer tuschelt? Andere Frauen.


    Diese Szenen beschreiben deutlich das Dilemma an dem die Gesellschaft krankte und auch heute noch in Teilen krankt.


    Odile ist nach dem Tod ihres Mannes vermögend und hat keine Kinder. Und dann kommt der Mann ihrer Freundin und macht ihr den Hof? Soll man da nein sagen? Für Gustave mag es schön sein auf eine Frau zu treffen die nicht nur seinen Wünschen und Gedanken entsprechen möchte, das muss erfrischend für ihn sein.
    Es ist ein Jammer. Auf der einen Seite wünscht sich jeder das, was er auf der anderen Seite aufgrund gesellschaftlicher Ideale unterdrückt.


    Ich hoffe, dass Dora aufhören wird ihr Glück nur über Gustave zu definieren. Sie weint doch zur Zeit nicht um den Verlust der Liebe, sondern über den Verlust ihrer gesellschaftlichen Stellung und wegen des Makels als Ehefrau versagt zu haben.


    Konnte jetzt noch irgendwer meinen Gedanken folgen? ;D

    Ein Hallo in die Runde :winken:


    Oha, jetzt lernen wir zwar noch nicht Leonore kennen, aber ihre Tochter, Enkeltocher und Urenkelin.


    Liebe Gina, mal wieder ein dickes Lob an dich. Die Geschichte liest sich einfach wundervoll. Soviele unterschiedlichen Gefühle und Gedanken, ich liebe es.
    Es ist aber sehr gemein, dass wir erst im Teil 6 erfahren wie es weiter geht. Dabei habe ich jetzt schon so viele Fragen:


    Fängt Nanette an zu Malen?
    War die Trennung das Beste was Dora geschehen konnte? Geht sie noch zu dem Treffen der Suffragetten?
    Was ist mit Yves? Ist er tatsächlich nur der berühmte Sohn von Beruf? Ich mag es nicht glauben, eher ist er ein Feingeist, gezwungen in das Korsett seiner Zeit. Oder ist er homosexuell? Man darf gespannt sein.


    Ich lese gerne Romane bei denen es sich lohnt ab und an einen Blick ins Internet zu werfen. :) Die Weltausstellung 1900, die Nernstlampen, der orange gestrichene Eifelturm. Die Historie wird richtig lebendig.
    Auch die Welt der Frau, die Reale als auch die Gedankliche, ist sehr plastisch dargestellt. Sie unterscheidet sich doch immens von der heutigen. Bin ich diesbezüglich froh in unserer Zeit zu leben.



    Den Prolog kann ich noch gar nicht einordnen, muss ich sagen. Ich glaube, den muss ich im Laufe des Buches nochmal lesen.


    Ich glaube der Prolog und "der Erlkönig" gehören irgendwie zusammen. Im Erlkönig stirbt das Kind. Im Prolog scheint eine Mutter ihr Kind heimlich zu beobachten. Da Anton erwähnt wird, wird es irgendwann um 1850 sein. Wurde der Mutter das Kind weggenommen? Dann ist es doch wohl wie wenn das eigene Kind gestorben ist.


    Da hilft wohl nur :lesen:


    Tja, offenbar sind alle inzwischen durch mit dem Werk. Vielleicht kann ich ja schon mal mein Fazit ziehen.


    Toll, da wird man einfach so übergangen. :kommmalherfreundchen:



    Danke für dein Fazit, das macht nicht jeder Autor.


    5. Mir hat das hier echt Spaß gemacht. Und wie man so am Ende einer netten Verabredung sagt: Müssen wir unbedingt mal wieder machen.
    6. :-*


    P.S.: Mein Fazit bedeutet übrigens nicht, dass ich hier jetzt raus bin – wenn Ihr noch weiter mit mir leserundeln wollt, bin ich natürlich immer noch dabei.


    Unbedingt. Ich bin dabei, wenn ich es nicht irgendwie verschlafe.


    Hier nun mein Eindruck der Lektüre:


    Schlimmer kann man sich seinen dreißigsten Geburtstag eigentlich nicht vorstellen: Man möchte seine Freundin zu einem schicken Geburtstagsessen von der Arbeit abholen und erwischt sie auf dem Herren-WC in flagranti mit dem Fahrradkurier, bei einer mehr als pikanten Tätigkeit.
    So ein Geburtstag kann schlicht das Leben verändern.
    Normalerweise ist es üblich Frauen, zumindest literarisch, auf ihrem Weg zu einem neuen Ich zu begleiten. Stephan Bartels dreht den Spieß um und gönnt dem Leser, der Leserin, einen amüsanten Blick auf zwei Männer auf dem Weg zu ihrer Traumfigur.


    Von Ananasdiät bis WW ist so einiges vertreten. Der Kampf mit dem inneren Schweinehund ist dabei ebenso präsent, wie Rückschläge und kleine Erfolge. Lachen beim Lesen ist erlaubt.
    Aber ist das tatsächlich der Inhalt des Buches? Nein. Es ist ein Buch über Menschen und Freundschaften und dabei die reinste Lesefreude.
    Es liest sich leicht, ist süffig geschrieben und dient damit als Buch für Zwischendurch. Erholung fürs Hirn, ohne hirnlos zu sein, mit sehr menschlichen Figuren, egal ob Schwergewicht oder nicht.
    Der Autor hat die Geschichte im Jahr 1999 angesiedelt, Zeitreiselektüre. Das ein oder andere "Ach ja, so war es" kommt einem beim Lesen mehr als einmal über die Lippen, auch wenn man nicht unbedingt den Sinn erkennt, die Geschichte zur Jahrhundert-, Jahrtausendwende spielen zu lassen.
    Ein Rätsel welches aber gelöst werden konnte, denn es sollen noch zwei weitere Bände erscheinen und Simon kann somit literarisch bis in die Gegenwart begleitet werden.


    Das Buch mit dir Stephan in einer gemeinsamen Leserunde zu lesen war dabei ein großer Glücksfall. Denn so wie das Buch warst auch du. Sehr symphatisch.


    Das kann man dann auch gleich auf


    Literaturschock.de und
    meinem Blog


    nachlesen.


    Danke an die anderen Teilnehmer für diese spaßige Runde :winken:

    Im letzten Abschnitt ging es ja nochmal richtig zur Sache.


    Simon hat einen unglaublichen Schub hingelegt. Er hat sich in der Zeit von seinem Geburtstag bis Silvester tatsächlich sehr verändert. Zum Positiven. Zu erkennen und sich einzugestehen was gut, oder eben nicht gut, für einen ist und dieses auch noch zu kommunizieren kann nicht jeder.


    Das Schlimme an der Sache mit Camilla war wohl, dass sie ihn im Endefekt genauso betrogen hat wie Katja vorher. Zweimal hintereinander, das tut weh. Unabhängig davon hätte Geschichte mit Camilla wohl eh keine Zukunft gehabt, Simon hatte Katja noch nicht verarbeitet.


    Katja ist auch ein Früchtchen. Mag sie nicht alleine leben, oder warum diese Spielchen?


    Bei dem Gedanken werde ich auch etwas wehmütig.


    Ich auch. Das ist so eine schöne WG.


    Ich traue es mich ja kaum zu sagen, aber: true story. Habe ich selbst erlebt, als ich mal einen großen Haufen abgenommen habe. Und „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Brustbein" war das Originalzitat meiner Ärztin damals.


    :D Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Super.

    Das sehe ich ganz genauso. Hat schon jemals eine Beziehung damit angefangen, dass man auf dem Klo poppt?


    Wer weiß das schon? Das muss ja nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gelangen. Zumindest hätte ich die Tür abeschlossen ;D



    Und dann vergessen sie auch noch Zottel auf dem Fußballplatz ;D


    Das war echt ein Knaller, der Arme.


    Ja, das ist mir auch sauer aufgestoßen, stimmt.
    Sie scheint ja auch seeeehr versiert zu sein im Umgang mit den Teilen.


    Und? Simon hat sich ja nun auch nicht mit Händen und Füßen gewehrt. Scheint doch beiden gut getan zu haben.


    Ich werde mit Produkten bezahlt. Lebenslang Chips und Dolomiti, ächz.


    :clown:



    Und Anke ist wieder solo, so kann das Buch nicht enden ... */Verkuppel-Modus ein/*


    :five: Seh ich genauso.

    Der beste Satz steht auf Seite 274

    Zitat

    "Ach, geh mir weg mit dem schönen Wetter. Das ist doch wie Nordkorea." "Nordkorea? Was soll das denn heißen?", fragt Simon. "Na was schon? Ist das reinste Terrorregime, die Sonne. Kaum ist sie da, müssen alle nach ihrer Pfeife tanzen und raus, raus, raus, [...]"


    Ich mag die Sonne sehr, aber ich ernte auch großes Unverständnis wenn ich trotzdem am WE gerne mal faul etwas länger im Bett bleibe. Man müsse raus, die Sonne scheine doch so schön. Ach Hotte, ich bin ganz bei dir ;D


    Das scheint die Stunde von Hotte zu sein. Neue Frisur, neue Kleidung. Eine Liebe? Wir werden sehen. Auch sonst hat sich so einiges getan.
    Simon spielt wieder Fußball, Hotte und er denken fast schon in WW-Manier, es tut sich was.



    Stephan, das Buch ist wirklich toll. Ich habe das Gefühl die drei (Anke, Hotte, Simon) persönlich zu kennen, ja in meinem Freundeskreis zu haben.

    Glück gehabt, da kommst du ja ganz gut weg.
    Ich dachte auch eher, dass man dich im privaten Bereich gerne zu Rate ziehen würde. Scheint man ja zu tun ;D


    Stimmt, Till Raether ist gut. Ich habe gerade seine Gedanken zum Wohnen gelesen. Herrlich


    Zitat

    Für sie ist Wohnen eine Tätigkeit, für den Mann ist Wohnen ein Zustand.


    Ich bin ja richtig dankbar, dass ich nicht so viel mit Frauen zu tun habe (beruflich). Ich bin Bauleiterin, obwohl Handwerker ja so sensibel sein können. Gerade wenn man mal schimpfen tut :) Aber ich glaube, dass ist jetzt ein anderes Thema