Beiträge von Anne H.

    Es ist schön zu sehen, daß sich etwas bewegt bei den drei Frauen. Helen kauft sich ein neues Kleid, findet Gefallen an dem Flirt mit dem Australier. Brandy versucht, ihrer Freundin Helen ein wenig zu helfen. Denn sie sieht ja, daß es zwischen Liam und Helen nicht gerade gut steht. Tom tut viel für Elodie. Elodie startet sogar den Versuch, Tom zu küssen. Hat er es nicht bemerkt oder will er es nicht? Die Frage, die ich mir stelle ist: Warum tut er all das für Elodie?


    Die Auszeiten tun Helen gut. Aber sie kommt nicht an Liam heran. Das ist traurig!

    Es ist wirklich toll, daß wir zu den Freundinnen auch entsprechende Hintergrundgeschichten zu den "Männern" bekommen, zu Helens Liam, zu Elodies Ex-Lover Per. Von Brandy werden wir bestimmt auch noch etwas zu ihrem Mann erfahren.


    Zu Elodie und Tom kann ich nur sagen: Was sich liebt, das neckt sich! Obwohl die zwei sich ständig angiften, bietet Tom Hilfe beim Renovieren kann. Das kann er nämlich gut! Elodie wird bestimmt auch noch merken, was sie an Tom hat. Der Architekt Chase hat gar keine Zeit zum Renovieren. Er hat ja schließlich seine Lola.


    Helen und Liam tun mir leid. Der Alltag hat sie derart fest im Griff, daß für Zweisamkeit kein Platz mehr ist. Sie driften immer weiter auseinander. So kann das nicht lange gutgehen!

    Mit "Sommerhaus zum Glück" kann man ein bißchen träumen. Urlaub in Cornwall wäre doch wirklich eine nette Idee.


    Die Autorin Anne Sanders erzählt uns auf charmante Art und Weise über das Leben von Elodie, die ein Cottage gekauft hat, ohne es vorher zu sehen, von Helen und dem Café Kennards's Kitchen und von der alten Dame Brandy, Helens Freundin.


    Die drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, werden Freundinnen, die sich einander unterstützen.


    Mir haben die Protagonisten gleich von Anfang an gut gefallen.


    Elodie will in England einen Neuanfang machen, nicht mehr in ihrem alten Job arbeiten.

    Helen hat es nicht einfach mit ihren Zwillingen, besonders Kayla, ihre Tochter, setzt ihr immer wieder zu.

    Brandy scheint mit ihrem Leben zufrieden zu sein.


    Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Wie kommt Elodie mit ihrem Cottage voran? Bekommt sie Unterstützung oder muß sie alles alleine machen?

    Die Autorin Daniela Ohms entführt uns in ihrem Roman "Wie Treibholz im Sturm" auf einen Gutshof in Schleswig-Holstein zu der jungen Hannah. Sie hat in einer Nacht bei Bombenangriffen in Hamburg ihre gesamte Familie verloren. Eine kleine Dachkammer ist ihr neues Zuhause, das sie mit drei Soldaten teilen muß. Ein Soldat, der nicht spricht, zieht sie besonders an. Können sie Vertrauen zueinander aufbauen?


    Nach "Winterhonig" ist dies der zweite Roman, den ich von Daniela Ohms lese. Und mit dieser Geschichte erweist sie außerordentliches Können.


    Nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. nach früheren Evakuierungen muß das Leben weitergehen, trotz Verlust, Trauer, schlimmen Ereignissen. So auch auf dem Gutshof, auf dem Hannah jetzt lebt. Trotz Ende des Krieges ist das Leben, das Überleben, ein beständiger Kampf. Auf dem Gutshof sind viele Flüchtlinge untergebracht, mit dem nahenden Winter auch Soldaten, die normalerweise in den Wäldern zu überleben versuchen, ohne ein Dach über dem Kopf, ohne Versorgung.


    Durch das Zusammenleben in der Kammer lernen sich Hannah und die drei Soldaten kennen, es entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft, eine Überlebensgemeinschaft, die versuchen, Nahrung und Brennmaterial zu besorgen.


    Moritz, oder "Der Fuchs", wie er von den zwei anderen Soldaten genannt wird, und Hannah kommen sich näher, aber der Krieg, all die Geschehnisse, lassen Moritz nicht los und reißen ihn hin und her.


    Die Geschichte wird aus Hannahs Perspektive erzählt, aber manchmal auch in Moritz seiner, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, so daß der Leser die Personen genauer kennenlernen kann.


    Hannah möchte Moritz verstehen, möchte wissen, was die Soldaten im Krieg durchgemacht haben.


    Die Autorin versteht es ausgezeichnet, uns die Sicht der Soldaten, der Kämpfenden, in aller Deutlichkeit nahezubringen. Der Krieg hat sowohl der Zivilbevölkerung als auch den Soldaten sehr viel zugemutet. Trotzdem gilt es, weiterzumachen, weiterzuleben.


    Diese Geschichte ist nicht einfach zu lesen. Sie geht zu Herzen und manchmal muß man beim Lesen pausieren.


    Trotzdem empfehle ich diesen Roman weiter. Man kann viel daraus lernen.


    Ich möchte mich ganz herzlich bei Daniela Ohms bedanken, die diese Leserunde mit ausführlichen Kommentaren und Anmerkungen wunderbar begleitet hat.


    Rezension auch auf:

    Amazon https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=3426654318

    Goodreads https://www.goodreads.com/revi…=false&from_review_page=1

    Literaturschock

    Aber ich glaube, sie tun es nicht. Was haben z.B. Giftgasangriffe in Syrien noch mit Moral zu tun? Können wir, die wir nie tatsächlich Krieg erlebt haben, uns eine wirkliche Vorstellung davon machen?

    Ich bin froh, dass wir uns noch nicht persönlich am eigenen Leib mit all dem beschäftigen mussten aber gerade weil es solche Sachen wie in Syrien gibt, muss man sich auf der ganzen Welt fragen, ob man nicht etwas dagegen unternehmen kann und STOPP sagen kann. Das ist ja gerade der Knackpunkt. Tun wir etwas dagegen oder nicht.

    Ich glaube, die Frage, wie kann man Krieg verhindern oder wie kann man Krieg stoppen kann, ist eine Frage, die man sich schon seit ewigen Zeiten stellt, und auf die man noch keine Antwort gefunden hat.

    Ja, moralische Grundregeln sollten im Krieg Bestand haben, zumindest grundsätzlich. Aber ich glaube, sie tun es nicht. Was haben z.B. Giftgasangriffe in Syrien noch mit Moral zu tun? Können wir, die wir nie tatsächlich Krieg erlebt haben, uns eine wirkliche Vorstellung davon machen?


    Mein Vater war gerade 16 Jahre alt geworden, als er in den letzten Kriegsmonaten noch eingezogen werden sollte. Er konnte sich - abseits vom Dorf - verstecken, weil sowieso ein großes Chaos herrschte. Ein Bruder meiner Mutter ist desertiert und ist Zuhause von Engländern aufgegriffen worden. Er kam in Gefangenschaft. Ja, man kann Nein sagen, aber um welchen Preis?

    Jeder Abschnitt rüttelt mich neu durch. Das Buch ist der Hammer.


    Laskys Geschichte könnte nicht dramatischer sein. Natürlich stellt sich dabei zwangsläufig die Frage, nach seiner Schuld.

    Bei Krieg und Schuld tue ich mich schwer. Die "kleinen" Soldaten mußten funktionieren, mußten den Anweisungen von oben folgen. Kann man da von Schuld sprechen? Wenn Lasky die Fronten wechselt, versucht er sich den Gegebenheiten anzupassen, versucht, der Situation einen Sinn zu geben.

    Hannah konnte Moritz erst loslassen, als sie sich mit Holger, dem Gutsbesitzer auf die Suche gemacht und ihn nicht gefunden hatte. Mit den Geschwistern Lukas und Elfriede, die Hannah und Holger adoptieren wollen, schließt sich der Kreis. Mit Holger hat Hannah jemanden gefunden, auf den sie bauen kann. Mit ihm, mit den Kindern, kann eine neue fröhlichere Zukunft beginnen.


    Die beiden Geschwister mußten viel durchmachen, bis sie ins Waisenheim kamen. Was für uns Erwachsene sich schon schrecklich anhört, wie mag das nur für die Kinder gewesen sein?


    Auch Moritz mußte sich vergewissern, daß es Hannah gut ging, bevor er sich auf den Weg Richtung Osten machte. Er hatte sich eine letzte Aufgabe gesetzt, die er unbedingt durchziehen wollte.

    Familienkonstellationen - Die Grimaldi


    Die Autorin Catherine Aurel erzählt in ihrem historischen Roman "Grimaldi - Der Fluch des Felsens" die Geschichte der Familie Grimaldi.


    Im Jahr 1295 wird die Familie Grimaldi, eine sehr einflußreiche Familie, aus Genua vertrieben. Sie erobert den Felsen von Monaco, einem Ort, an dem das Fürstentum der Grimaldi noch immer Bestand hat.


    Das Cover des Buches ist wunderschön. Eine Frau in einem roten Kleid, umgeben von schönen Blumen, schaut auf das Meer hinaus. Damit der Leser nicht durcheinander kommt, gibt es im Innenteil einen schön gestalteten Familienbaum, und außerdem - am Ende des Buches - ein ausführliches Personenverzeichnis.


    Die alte Frau Giuditta erzählt auf der Flucht dem jungen Raniero die Geschichte seiner Familie.


    Wenn man zu Beginn der Geschichte viele Personen kennenlernt, ist man ein wenig überfordert. Aber je weiter man in die Geschichte hineinkommt, desto vertrauter werden einem die Personen.


    Der Augenmerk in dieser Geschichte wird auf einen Fluch gelegt, der auf der Familie Grimaldi lastet und der die Familie ewig verfolgt.


    Die Lebensreise der Familie Grimaldi ist gezeichnet von Schicksalen, Schlachten, Streitereien, Feindschaften, Liebe und Leidenschaft.


    Hier wird nicht nur von den heldenhaften Kämpfern erzählt, sondern auch von den Frauen der Familie, die einen wichtigen Teil der Geschichte einnehmen.


    Die Autorin versteht es, Geschichtliches und Zwischenmenschliches wunderbar zu verknüpfen, zu einem Roman, der bis zum Ende spannend bleibt.


    Ich kann diesen Roman, einen Ausflug in die Geschichte Monacos, sehr empfehlen.


    Vielen Dank auch an die Autorin, die diese Leserunde mit ausführlichen Erläuterungen begleitet hat.


    Rezension auch bei:

    https://www.amazon.de/gp/custo…l?ie=UTF8&ASIN=3328101683

    https://www.goodreads.com/revi…n=true&from_review_page=1

    Daß Holger zu Hannah steht, daß er sie gegen seine Mutter verteidigt, ist wunderbar. Hannah backt Brot von Korn, daß die Mutter unterschlagen hat. Hannah verschenkt Brot an Menschen, die sonst verhungern würden.


    Holger ist ein Mann, der Hannah versteht, der sie aber nicht bedrängt. Das wäre der falsche Weg zu ihrem Herzen.

    Auch für mich war die Spannung zu groß und so musste ich immer weiterlesen.

    Für Hannah und Moritz kann es für mein Empfinden keine gemeinsame Lösung geben, auch keine gute Zukunft. Sie haben diese friedlichen Tage am See, wo Nähe und Vertrauen entstehen, aber dann distanziert er sich wieder und stößt sie zurück. Die beiden kreisen in einer unendlichen Spirale von Schuldgefühlen, Ängsten, Trauer und sexuellem Begehren umeinander, ohne einen Ausweg zu finden. Ich sehe in diesem kräftezehrenden Hin und Her viele destruktive Momente, die besonders für Hannah sehr belastend sind und eben keine tiefe, vertrauensvolle Liebe, ihre Beziehung ist eher durch Leidenschaft und körperliche Anziehung geprägt. Egon hat völlig recht, wenn er Hannah warnt und bemerkt, dass Moritz sie schlecht behandelt, aber sie findet immer neue Entschuldigungen für sein Verhalten.

    Als Egon fort ist, haben sie die Kammer für sich alleine und versuchen sich ein Zuhause zu schaffen. Hannah schmiedet mal wieder Pläne, aber es ist eine Illusion ohne Perspektive für ein gemeinsames Leben

    Nein, für Hannah und Moritz kann es keine gemeinsame Lösung geben. Meiner Meinung nach behandelt es Hannah nicht bewußt schlecht. Er will bei ihr sein, aber der Krieg, obwohl er zuende ist, reißt immer noch an ihm. Er kann den Krieg nicht loslassen. Er kann sich selbst nicht verzeihen. Er ertrinkt, versucht aber immer wieder, nach oben zu kommen.

    Was für ein Leseabschnitt! Als ich den Abschnitt zu Ende gelesen habe, war mir regelrecht schlecht, körperlich schlecht. Ich meinte, Hannahs Schmerz zu fühlen. Nein, fühlen konnte ich ihn nicht, vielleicht erahnen. Und wieder frage ich mich: Wie viel kann ein Mensch ertragen?


    Auf der einen Seite sind die Menschen, die als Zivilisten den Krieg durchgemacht haben. Auf der anderen Seite sind die Soldaten, die im Krieg funktionieren mußten, die gehorchen mußten.

    Hannah will den Krieg verstehen, sie will die Soldaten verstehen. Aber Krieg ist nicht zu verstehen. Krieg hinterläßt großes Unverständnis.


    Wissen bringt keine Erleichterung.

Anstehende Termine

  1. Donnerstag, 10. Mai 2018 - Sonntag, 27. Mai 2018

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 11. Mai 2018 - Sonntag, 27. Mai 2018

    gagamaus

  3. Freitag, 11. Mai 2018, 21:40 - Sonntag, 27. Mai 2018, 22:40

    JanaBabsi

  4. Freitag, 18. Mai 2018 - Sonntag, 3. Juni 2018

    Caren