Beiträge von HannahBoll

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    Himmel! Ich muss mich entschuldigen, ich bin ja zwei Wochen zu spät! Naja, ich habe auch nicht viel zu sagen ...
    Die Beschreibungen von den Handlungsorten sind super rüber gekommen. Unaufdringlich und bildlich vorstellbar. Nach dem Abschnitt musste ich nochmal zurück denken und bewundern, wie schön das doch war mit dem "Film" im Kopf.


    Dann habe ich ein paar Kleinigkeiten, die mich stören:
    Wenn die Perspektiven wechseln, kommt es oft zu Wiederholungen. ZB was Deanis Nase betrifft. Es ist schon klar, dass Eivora, Gonter und Chastro-Ignuto das nacheinander merken, aber es muss ja nicht jedesmal so plump angedeutet werden. Zumal einfach nur quasi geschrieben wird "oha, die hat ja keine Nase!" Die Information wiederholt sich unnötig, ist viel zu schlecht eingebaut und wird unnötig stark hervorgehoben. Vor allem Leute aus Rorgator müssten doch mit allerhand Absonderlichkeiten am menschlichen Körper vertraut sein?


    Die Übungsszene mit Gonter gefällt mir :D Mehr gibt's dazu nicht zu sagen.
    Harlef hingegen gefällt mir nicht. Er wirkt so ... platt. Hat bis jetzt keinen Charakter und keine Gefühle, nicht mal negative. Er will ne Stadt erobern und zeigt einen Ansatz von Ungeduld. Punkt O.O Mir ist das zu wenig. Vor allem wenn gegen ihn, der ja komplett grau und glatt aussieht, der fantastische, bunte Haufen von Kampfherren steht von denen mir die Zauberin am besten gefällt ^^


    Auch Fiafila ist mir noch immer ein Rätsel. In Abidia steht sie noch voll ihre Frau, wäre bereit mit ihrem Tempel unterzugehen, dann lebt sie sich in Rorgator ein, erlangt das Vertrauen von Eivora, findet sich mit ihrem Schicksal als Gefangene ab und zeigt sogar Anzeichen, das beste aus ihrer Rolle zu machen. Dann ist sie im Lager und wirkt nur mehr wie ein verstörtes, naives Kind, dass sich am liebsten verkriechen und weinen will. Sie hat sich ja um 180° gewendet. Was ist los mit ihr?
    Naja, meine Vermutung für ihre Zukunft: Das Wetter bleibt schlecht, die Söldner wollen sie killen und Chastro wird sie retten ;)
    Vermuten ist lustig und spannend, hehe


    Ich bin nun endlich richtig im Buch angekommen und fühle insofern mit allen richtig mit. So hätte ich auch Eivora schellen können, als sie im Wald einfach nach Aglix ruft. Nein! Mach sowas doch nicht! Das ist doch unmöglich!


    Unterm Strich: Schön gemacht.


    Wie sieht es denn inzwischen mit Eivora versus Zarria aus? Nimmst Du die beiden mittlerweile eigenständig wahr oder aher als zwei Facetten derselben Figur?


    Hat sich definitiv gebessert. Zaria hätte anders gehandelt, hätte wohl hinter den Kampfherren herum gehandelt, sich eher auf das Beobachten fokussiert. Eivora tritt stark in die Offensive und macht sich dadurch selbst eher angreifbar. Zarias Welt war anders. Wenn dir da jemand was antun will, kommt es aus dem Schatten und unvorhergesehen - also sei lieber selbst ein Schatten. Eivora hat es mit Leuten zu tun, die man da eher erkennen kann ...



    Woran machst Du diese Beobachtung fest?


    Na daran, wie sie redet, sich gibt ... Als Eivora und Zeronn (? es tut mir leid, ich habe vor Kunstgeschichte lernen gelesen, alle neuen Namen sind da nun etwas schwammig, hihi) Jakena befragten, ging sie gleich davon aus, dass die beiden die Täter wären und es nun auf sie abgesehen hätten. Furchtbar dumm, dass dann laut auszusprechen, denn wenn es so wäre, würde sie das Überraschungsmoment verlieren, ihrem Tod nur eher ins Gesicht blicken und verlöre quasi jede Chance noch diplomatisch was für sich zu drehen. Viel besser wäre da, wenn sie Eivora - wenn sie ihr denn ernsthaft unterstellt, Zigun umgebracht zu haben - vermeintlich zum Vorteil helfen würde, um ihr dann in den Rücken zu fallen. Das fängt sie aber ziemlich schlecht an, indem sie gleich damit daher kommt "Wenn ihr mich umbringt, seid ihr auch so gut wie tot." Selten dumm. Und vor allem, wenn sie es glaubt, würde sie doch vermuten, dass die beiden vermeintlichen Mörder einen Fluchtweg geplant haben und nun nicht zum Selbstmordattentäter werden.
    Und dann scheint sie Eivora noch blind zu vertrauen, dass sie sie nun unterstützt, legt ihr ihre ganzen Pläne vor "Entweder ich oder keiner sonst!" Eivora ist ihr nicht mal unterstellt?!



    Er steht für das Prinzip "Führung durch Gesetz" (statt zum Beispiel "Führung durch Charisma", "Führung durch Vorbild", "Führung durch Partizipation", etc.). Das zieht er durch, und dafür ist er auch bekannt, was dazu führen dürfte, dass entsprechende Krieger bei ihm unterschreiben..


    Ich finde dennoch, dass es aufgesetzt wirkt. Vielleicht mag es ja unter seiner Führung klappen, dann wäre er aber sichtlich der falsche Flammenbringer, was er ja auch werden will, wie alle anderen Kampfherren, denn überall anders funktioniert es ja sichtlich nicht so wie bei ihm. Und das müsste er wissen und anderen den Vortritt lassen bzw sich anpassen können, dafür müsste er aber seine Prinzipien zum Teil aufgeben. Wenn er weise wäre, sollte er seine Ansprüche zurück ziehen, sobald sich der Rat auflöst.



    Er glaubt sicher nicht, dass der Täter ihn rausrückt. Wahrscheinlich vermutet er, dass man dem Täter auf die Schliche kommen wird - und ihn dann zur Rechenschaft ziehen kann.
    Das ist allerdings tatsächlich eine steile These, denn sie setzt voraus, dass sich der Täter nicht abgesichert hat - etwa durch die Rückendeckung eines mächtigen Verbündeten.
    Andererseits - vielleicht denkt Xerohn längerfristig - auch das neue Bündnis des Verräters könnte irgendwann enden ... Und dann hat er ihn ... ;D.


    Naja, man kann Dinge immer noch laut sagen. Einfach mal das Maul halten, ist manchmal schlau. "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold." passt doch sogar thematisch ;) ein Kampfherr sollte zumindest diplomatisch/taktisch mehr drauf haben. Die wären auch alle lang genug im Geschäft für ...



    Es steht wohl auch auf des Messers Schneide, Eivora spielt ein gefährliches Spiel. Aber die Frage ist: Wer hätte etwas davon, zu diesem Zeitpunkt gegen sie vorzugehen?
    Es könnte auch eines dieser Spiele sein, bei denen derjenige verliert, der zuerst zuckt ...
    Derzeit stehen sie alle in einer Reihe, beziehungsweise sitzen in einer Reihe vor Eivora. Wenn einer sich exponiert, muss er damit rechnen, dass alle anderen ihn verhindern wollen - damit wird er zur Zielscheibe.
    Wenn er Eivora gewähren lässt, lockt das Silber von Ygôda. Eivora selbst ist keine ernstzunehmende Konkurrenz für einen etablierten Kampfherrn. Sie können sie aus dem Weg räumen, wenn die Zeit gekommen ist - und können dazu den passenden Zeitpunkt wählen, also einen, an dem sie gut aufgestellt sind. Zudem bekämen sie dann auch den Blitzstein. Wenn sie in diesem Moment revoltieren, bleibt er verschwunden - und taucht vielleicht in einer ganz anderen Legion wieder auf.


    Es gilt aber auch zu bedenken, dass sie Kesters Tochter ist, sie ganz er in der Sache ist, sich da so rein hängt, dass sie zum Schluss gar nimmer zu fassen ist. Wenn sie erst einmal das Sturmbanner hinter sich hat ... Wenn sie sie überzeugt, sie als Anführerin zu akzeptieren. Jetzt da die Kampfherren sie ebenfalls zu einer Kampfherrin gemacht haben, ist sie ihnen vom Rang her ebenbürtig - und damit ernst zu nehmen, denn es wäre zu vermuten, dass Eivora versucht, den Rang nicht nur bei einem Titel zu belassen, sondern Wurzeln schlagen zu lassen ... Dazu müssten sie Eivora schnell wieder beseitigen, wenn sie aber erst Ygoda besiegt hätten, mit Eivora als Kampfherrin des Sturmbanners, ginge alles offensichtlich auf ihr Konto (genauso eine Niederlage) und damit wäre sie nicht mehr weg zu kriegen, hätte sogar einen legitimen Anspruch darauf, Flammenbringer zu werden, was der Rat von Eisen und Gold genauso sehen könnte. Mit Kester als Vater und Mentor, mit so einem Erfolg und das Sturmbanner dann hinter sich. Was spräche noch dagegen außer die Missgunst der anderen Kampfherren?
    Das müssen die doch bedenken. Und da ich glaube, dass sie das bedenken werden, wird sich noch einiges tun.

    Ich habe es endlich bis zum dritten Teil geschafft.
    Meine Befürchtungen, dass ich oft wegen den Namen blättern muss, haben sich nicht bewahrheitet. Erstaunlicherweise ging's. Es waren aber auch kleine Hilfen im Text, zB kurzer Rückblick, wer nochmal wer war. Das war genau richtig dosiert, nicht zu oft, dass es sich um langweilige Wiederholungen handelt und nicht zu wenig, dass der Lesefluss durch Überlegen und Blätern ins Stocken kommt.
    Leider hat die Spannung, die sich im 2. Abschnitt aufgebaut hat, leicht abgelassen, dann wurde die Sache allerdings richtig ernst, als Eivora die Kampfherren an der Nase rum führt. Nur habe ich nun das Gefühl, dass die ersten 100 Seiten mehr oder weniger ein ziemlich langes Vorspiel waren. :-\ Vielleicht schließt sich der Kreis irgendwann später wieder. Von Robert bin ich es eigentlich gewohnt, dass die Bücher einen "malerischen" Aufbau haben. Man muss sie ganz betrachten, dann ist alles schlüssig, schön und passt zusammen. Ausschnittweise kann ich damit generell eher wenig anfangen. Meine Hoffnung ist noch immer da :D


    Aber nun gehen wir an die Details ...
    Die vielen Kampfszenen sind meiner Meinung nach zu lang gezogen, irgendwie geht da langsam die Luft raus. Ich überfliege sie nur noch.
    Von den Dialogen her, finde ich leider keine Schätze. Ganz grässlich finde ich den Dialog der Angreifer auf Ziguns Turm, den Eivora da hängend mitanhört. Das war ja mal heftig ein 0-8-15-Ding, das in jedem zweiten Buch oder Film vor kommt, hm? Generell finde ich die Dialoge auch lustlos zu lesen. Die haben keine Farbe, sind alle irgendwie fast einheitlich grau. Es gibt keine sprachlichen Eigenheiten zwischen den Charakteren und selten kommen Gefühle wirklich raus. Das finde ich sehr schade, weil man da ja die Möglichkeit hätte, alles zu schreiben.
    Jakena ist dabei ne Ausnahme, aber die ist ohnehin mein nächster Punkt auf der Liste und ich muss mich einmal furchtbar aufregen.
    Was ist das für ne dumme Tante?! Nein, das kann doch nicht wahr sein! Niemals! Sie macht mich heftig aggressiv. Ist sie wirklich so dumm, wie sie dargestellt wird? Sie ist ne wahnsinnige Blitzmerkerin, hat weder diplomatisch, noch rhetorisch und schon gar nicht taktisch was drauf! So eine unglaublich einfältige Person! Wie konnte sie im Klingenrausch nur so lange überleben, dass sie Kampfherrin wurde? Wer war so nachlässig, ihr diese Position überhaupt zu gewähren?! Mit 37 Jahren und angeblich so erfahren, sollte man mehr erwarten! Die ist einfach naiv, unerfahren, fernab der vorherrschenden Realität und hat sich absolut nicht im Griff.
    Also entweder das oder sie ist eine wahnsinnig schlechte Schauspielerin. Mit ihr stimmt einiges nicht und ich habe die Vermutung, dass es so gewollt ist. Ich bin also gespannt, das Geheimnis hinter ihr zu lüften. Robert wird sich was gedacht haben. Das erwarte ich von ihm. o-o


    Aber letztendlich weiß ich noch immer nicht ganz, was ich von den Kampfherren halten soll. Xerohn (richtig so?) lebt zwar nach seinen Prinzipien, aber eh ... ernsthaft? Der müsste doch eigentlich wissen, dass er Söldner befehligt und keinen eingeschworenen, edlen Trupp, der für das Gute kämpfen will und höhere Ziele als Reichtum und Ruhm verfolgt ... Wie er immer von Gerechtigkeit spricht. Kann er doch nicht ernsthaft glauben, dass der Blitzstein wieder auftaucht, wenn er die Bestrafung des Täters fordert. Wann gibt man ihn denn eher zurück? Wenn man dennoch Aussicht hat, Flammenbringer zu werden oder wenn man den Galgen fürchten muss? Außer er hat ihn selbst genommen und sagt das, um sich selbst authentisch darzustellen (immerhin hat Eivora ihn ja bei einer BEstrafung gefunden).
    Ich weiß nicht ... es sind so viele Ungereimtheiten und das macht das Ganze jetzt spannend, wobei ich finde, dass sich alle sehr leicht unter Eivoras Pantoffel stellen lassen und von den Kampfherren selbst kaum Initiative kommt - oder sie halten diese geheim. Das wär's. Die müssen doch selbst alle was geplant haben - und zwar mehr als Zigun umbringen, Blitzstein klauen und ihn anonym wieder zurück bringen. Ich denke, dass ein großes Chaos vorprogrammiert ist. Wenn nicht, wäre das ganze ein kompletter Reinfall und die Kampfherren ziemlich flach ausgearbeitet. Bei so wichtigen Figuren wäre sowas unvorstellbar!
    Aber nicht desto trotz ... die Szene in der Kontrakthalle ist sehr schwach. Die Situation sieht wie folgt aus: Eivora ist die tadelnde Lehrerin, die die verzogenen Schüler darauf hin weißt, dass sie Teamwork brauchen und fair zu einander sein müssen und die Kampfherren gucken sich alle betreten und peinlich berührt an und murmeln ihre Entschuldigungen und Versprechen. Von Kampfherren erwarte ich mir ehrlich gesagt mehr. Mehr Diskussion, Diplomatie, Aggression, Streit, Intrigen, Machtspiele untereinander ... davon ist nicht sehr viel da, außer Jakenas Eivora mal knapp beschuldigt.


    Neben all dem wird Chastro-Ignuto spannend. Wie wird Chastro mit dem Homunkulus umgehen? Was ist denn nun genau seine Hauptrolle in der Geschichte, dass er es verdient, so oft beschrieben zu werden? Er hat auch noch was mit der Sache zu tun. Ich freu mich richtig darauf, wenn es sich dann erst mal richtig zusammen spitzt.
    PS: Bei Fiafila hatte ich recht :P erstmal ist ihr nichts passiert!


    Ich muss sagen, ich freue mich richtig über das Buch und will diese Ungereimtheiten lösen. Da bleib ich definitiv dran!

    Ich habe mich gestern und heute morgen an den Abschnitt dran gewagt und muss sagen, dass es mir nun wesentlich besser gefallen hat, als der erste Abschnitt. Ich hatte ja meine Probleme beim Hineinkommen in die Geschichte, auch einiges am Prolog auszusetzen. Zwar ist der Stil gewöhnungsbedürftig, weil so oft zwischen Chastro-Ignuto und Eivora gewechselt wird, aber man gewöhnt sich daran und kommt damit zurecht. Das ist spannend. Ich hatte z.B. auch bei "A Song of Ice and Fire" das Problem, dass die Perspektiven so oft wechseln. Da war ich erst nach ca 100 Seiten drinnen. Vielleicht habe ich ja jetzt schon diese "Übung" und konnte mich deswegen in "Rotes Gold" schneller einfinden? Wobei da ja auch nur zwischen zwei Personen gewechselt wird.
    Ich mag's. Chastro-Ignuto ist auch dabei immer vielschichtiger zu werden, auch wenn noch nicht ganz klar ist, was er für Ziele verfolgt. Er ist aber nicht mehr nur der kranke Avatar, der zündelt, sondern eine Figur, ein nicht klar erkennbarer Antiheld, die man nicht einordnen kann und noch viel Unruhe verspricht.
    Allerdings werden ein paar Dinge in beiden Perspektiven angemerkt, was für mich eine unnötige Wiederholung darstellt. Zum Beispiel bemerkt Eivora ausgiebig, wie erfahren die Leibwächter nicht sein müssen, weil sie sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. Gleich darauf bemerkt Chastro-Ignuto dasselbe (und schafft es dennoch, einen umzulegen ohne große Anstrengung? Jaja, Avatar hin oder her, da war dennoch kein Widerstand außer der gescheiterte Griff zum Schwert).
    Für mich persönlich kommen zu viele Namen von Nebensächlichem bzw. (jetzt noch) unwichtigen Personen vor. Die werden irgendwie so erwähnt und soll man sich später noch mal daran erinnern, wer das denn nun war? Ich habe das Gefühl, ich werde noch viel blättern dürfen.
    Ich habe ja noch nicht weiter gelesen, aber ich stelle mir vor, dass es für mich spannender gewesen wäre, wenn man nicht erfahren hätte, dass Chastro-Ignuto Fiafila mit in den Tempel genommen hätte, sondern das ausgespart hätte, Fiafila verschwunden wäre und man den Leibwächter tot gefunden hätte. Dann wäre diese Ungewissheit noch größer und man kann weitere Vermutungen aufstellen und als Leser mehr grübeln. Für mich wäre es spannender gewesen. Natürlich frage ich mich, was denn Chastro-Ignuto mit Fiafila nun vor hat, weil er sie ja nicht schänden will, aber so wiege ich mich (vielleicht in falscher) Sicherheit, dass er sie nicht (sofort) töten wird. Soweit wiege ich sie in meinen Gedanken schon mal in Sicherheit und mache mir mehr Gedanken über den künftigen Feuerbringer als um die besoffene Priesterin. Dennoch vermute ich, dass Chastro-Ignuto einiges an Hin und Her erleben wird, was Fiafila betrifft. Aber für den Moment wäge ich ihr Überleben als sicher ;)


    Das aber sind nur Kleinigkeiten, die mich nicht wirklich stören, mir aber aufgefallen sind. Ich kann jetzt nur sagen, dass ich lediglich den Einstieg holprig fand, aber nun endlich in der Geschichte angekommen bin. Es reißt mich mit, wenn mich auch andere Werke des Autors mehr begeistert haben, aber ich finde den Roman dennoch lesenswert. Mehr kann ich dazu nun nicht mehr großartig sagen. Ich vermute, dass Aglix nun doch eine Rolle spielen wird, weil ich nun von seiner starken Giftigkeit weiß. Mal schauen, was darauß wird.


    Mir gefiel die erzeugte Stimmung sehr gut und auch, dass Kesters Totenmaske, der Helm vom Cover ist, gibt dem ganzen nun noch einen morbideren Charakter. Das ganze Buch hat jetzt noch deutlicher etwas vom Tod als zentrales Thema, was ja nicht so abwägig ist. Immerhin leben Söldner ja vom Tod ihrer Gegner. Absolut passend gewählt. Jetzt bekommt auch das schmelzende Metall um den Helm eine andere Bedeutung.

    Jaaa! Zarias Onkel hieß Podro! Dieser Name war mir doch glatt entfallen. Namen sollen ja bekanntlich das erste sein, was man von Geschichten vergisst ...
    Aber ich empfand Zarias Onkel nicht so stark als Unterstützer, wie Eivoras Vater ... eher so wie Nirto, auch wenn ich noch nicht weiß, wie viel der letztlich noch tun wird. Jetzt wirkt Nirto auf mich wie so ein alter, gesetzter Hase, der nicht mehr dieses Karriere machen verfolgt, wie vielleicht junge Emporkömmlinge. Ist er so jemand, der "dahinter steht" und bisschen dafür sorgt, dass alles rund läuft?

    Ja :totlach:
    Weil ich es absolut nicht mag, wenn irgendwo so ein nettes Tierchen dabei ist, dem mäßige Aufmerksamkeit gegeben wird und dann kann's nix und tut's nix und soll einfach nur lieb sein oder sowas. Dann denke ich mir "Stirb doch bitte. Dann ist wenigistens etwas Dramatik drin."
    Natürlich kann Aglix noch eine Funktion für die Handlung haben. Ich vermute es auch und als Begleiter ist er sicher spannend, weil es ein ungewöhnliches Tier ist, aber bis zum jetzigen Stand reizt er mich nicht wirklich. Jedoch ist er, denke ich, ein Unterschied zwischen Zaria und Eivora. Ich denke, dass Zaria niemals ein Tier an ihrer Seite gehabt hätte. Während Eivora daran ein bisschen Schutz und Halt sucht.


    Muss mich auch mal zu den ersten Sätzen melden: ich hab das auch sehr genossen, weil es mal ein anderer Einstieg war. Ich konnte mich so gut in die Situation reinfinden und hab gleich Zugang gefunden. Wenn man vor die Türe geht würde man ja auch als erstes das Wetter bemerken.


    Naja, aber das Wetter vor deiner Tür interessiert dich, weil du natürlich daran denkst, ob du nun ne Regenjacke anziehen sollst oder einen Sonnenbrand zu fürchten hast.
    Wenn du nun durch eine Kamera den Alltag eines fremden Menschens von irgendwo auf der Welt beobachten würdest, wirst du dem Wetter, wenn die Tür aufgeht, auch keine besondere Beachtung schenken, nicht? Außer natürlich da wütet ein Orkan, der da grad ein Haus verschiebt.
    Das war mein Punkt. Und dazu habe ich das Unwetter nicht so stark oder gefährlich wahrgenommen. Es ist halt alles klatschnass und es bilden sich Rinnsäle bzw schon Bäche auf den Straßen, alles wird kalt und durchweicht sein. Aber ... naja, momentan sind bestimmt viele Menschen auf der Welt irgendwo draußen, frieren und sind heftig eingeweicht. Ich muss ehrlich sagen, mich interessiert das auch jetzt nicht, weil ich sie nicht kenne. Ich hätte lieber ganz vorher die Personen kennen gelernt, denn dann hätte ich bei der Wetter-Stelle mehr dabei sein können.

    Oh na dann. Mir kam das einfach zu ähnlich vor. Vor allem, weil es im Internet momentan ja zu allem Fanfictions gibt. Bei dem Computerspiel Skyrim sogar einen eigenen Roman dazu.
    Das Spiel ist nordisch/von der Wikingerzeit angehaucht und ein Fantasy-Rollenspiel, erschien schon 2011 ist aber ein Dauerbrenner und bis heute noch beliebt. Eines der bekanntesten Spiele von Bethesda und maßgebend für die graphische Entwicklung von Videospielen.



    PS: Ich war immer zufrieden mit den Namen in Büchern von Robert Corvus. Also auch wenn es unangenehm für dich ist, Namen zu finden, gute hast du jedenfalls :)

    Juuuh, das geht ja schnell mit Antwoten hier ...



    Wenn jemand einen Raum betritt oder überhaupt an einen Ort kommt, gibt es zwei Dinge, die er als Erstes bemerkt. Dagegen kann man sich gar nicht wehren, das ist ganz tief in unseren Instinkten verankert. Es ist nur anders, wenn etwas Extremes die Aufmerksamkeit ablenkt (Größenordnung: neben Dir explodiert eine Granate).
    Diese beiden Dinge sind: Welche Ausdehnung hat der Raum? Und: Woher kommt das Licht?
    Die Faustregel, die Du zitierst, dass der Einstieg mit dem Wetter eine Notlösung sei, kenne ich auch. Sie bezieht sich allerdings in den Quellen, die ich kenne, darauf, dass man das Wetter benutzt, um die Stimmung der Figuren zu externalisieren. In diesem Prolog ist der sintflutartige Regen wichtig, um die "Gefechtsbedingungen" bei der Annäherung an das Ziel deutlich zu machen - insbesondere die Licht-/Sichtverhältnisse - und den Leser zu orientieren.
    Gefallen muss es Dir natürlich dennoch nicht. ;D
    Unabhängig von dieser Überlegung spielen Gewitter eine besondere Rolle in Rotes Gold ... Eventuell ist Euch das auch schon im ersten Kapitel (als dort die Perspektive das erste Mal bei Eivora ist) aufgefallen? ;)


    Was? Nein, ist mir nicht aufgefallen. Na dann. Dennoch hätte mir persönlich ein Einstieg direkt bei Eivora oder irgendeinem (menschlichen) Wesen besser gefallen. Der Bezug auf das Wetter hätte ja kommen können.


    Also ... Nirto will sie zur Anführerin ausbilden oder irgendwie in die Richtung?
    Jedenfalls ist er mir ein Rätsel, was alles schon spannender macht :lesen:



    Da bin ich sehr gespannt, wie Du am Ende die Parallelen oder auch die Unterschiede zwischen den Schatten und den Feuerdämonen und ihren jeweiligen Kulten sehen wirst ... Ich könnte mir vorstellen, dass bereits der zweite Leseabschnitt zu einer neuen Einschätzung führen wird ... ;)


    Da bin ich aber gespannt!



    Pass auf, was Du Dir wünschst - es könnte in Erfüllung gehen ... ;D
    An dieser Stelle weise ich vorsorglich darauf hin, dass ich für keine Figur eine Überlebensgarantie gegeben habe ...


    Hoffe ich doch. Überraschungen sind gut! Und mag sein, dass ich da wohl etwas vorbelastet bin wegen anderen Romanen bzw. Serien aus dem Fantasy-Bereich. Da scheint es einfach unmöglich zu sein, den Protagonisten umzubringen, auch wenn er nicht sterblich sein sollte - und wenn er dann mal tot ist, kommt der einfach wieder. q.q Und mir kam es halt einfach zu leicht vor, wie Eivora einfach Gegner ausschaltet zu Haus und dann noch nicht mal einen Kratzer abkriegt. Das vermittelt schon so einen "Die hat den Schutz vom Autor"-Charakter. Aber es kann sich ja noch ändern. Wenn du das so andeutest, dann bin ich noch gespannter, denn wie immer reißt mich die Welt selber mit. Dein Stil ist nämlich genau das, was ich mag :D




    An Nicole Gozdek gerichtet:
    Ja, jeder mag was anderes. Ich mag zB. den Feuersalamander auch nicht. Ich bin kein Fan von diesen tierischen Begleitern und wünsche mir eigentlich immer, dass sie sterben, wenn sie keine die Handlung voran treibende Funktion haben. Bei sowas bin ich wohl ziemlich sadistisch, was zwar genau zum Gegenteil der Realität liegt, aber so ist es halt. Damit habe ich mich schon öfter unbeliebt gemacht. :D



    Ich habe "Drachenmahr" auch gelesen, aber mich hat Eivora an keiner Stelle an Zaria erinnert. Irgendwie hatte ich ein ganz anderes Gefühl von ihr, dass ich die Parallelen noch nicht einmal bewusst gesehen habe. Für mich war Eivora gleich eine eigenständige Figur.


    Naja, alles ist nicht "kopiert", aber es sind doch Parallelen da. Beides sind junge Frauen in einer männlich dominierten bzw. harten Umgebung und beide sind so "zarte Blumen", die sich erst beweisen müssen. Ich folge dem Autor auch auf YouTube, wo er meinte, dass solche Protagonistinnen seine Lieblinge sind. Man findet das auch in Schattenherren und Schattenkult, zB Ajina (oder wie man das nun schreibt ^^). Generell finde ich es nicht schlimm. Es ist sogar schön, wenn ein Autor so viel Charakter hat und seine Vorlieben so einbringt, weil und wenn es passt. An manchen Stellen waren aber die Parallelen meiner Meinung nach sehr groß, dass ich sofort unweigerlich an Zaria Machon denken musste, auch wenn Zaria niemanden hatte wie Nirto oder Eivoras Vater. Vielleicht - wie der Autor angekündigt hat - werde ich das noch einmal anders sehen. Du hast ja auch schon weiter gelesen als ich. Ich wage mich heute erstmal an den nächsten Abschnitt. Mal schauen, was morgen kommt ;)

    Hallo!


    Nun von mir eine Frage, auf den Prolog bezogen: Spielt da jemand Skyrim bzw. hat beim Schreiben daran gedacht? Diese Szene, in diesen Raum zu kommern, erinnert mich extrem an Sykrim, wenn man irgendwo rein muss und den Banditenanführer umlegen muss :totlach: Ich kam nicht darum herum, mir alles im Stil dieses Computerspiels vorzustellen.

    Hallo, liebe Leserunde


    Ich bin nun endlich dazu gekommen, mich an den ersten Abschnitt zu wagen. Vorweg möchte ich mich entschuldigen, dass ich wahrscheinlich zu den langsamen Lesern gehören werde, weil kurzfristig etwas dazwischen gekommen ist, aber ich bleibe dran. :)


    Ich muss gleich zu Beginn sagen: Ich bin enttäuscht. Ich habe von allem, was bis jetzt unter Robert Corvus erschienen ist, verschlungen und nur in höchsten Tönen davon gesprochen. Die Schattenherren war eine perfekte Trilogie, komplett harmonisch, absolut stimmig in sich und die Spannung perfekt ausbalanciert. Schattenkult ein wunderbarer Spinoff (oder was ist die korrekte Bezeichnung dafür?), Grauwacht hat mich einfach umgehauen und mit Drachenmahr hat der Autor vollkommen bewiesen, wie wandelbar er arbeitet und wie er mit seinem "Handwerk" umgeht. Unterm Strich: Ich habe ähnliche Anforderungen gestellt und wurde leider enttäuscht. Darum muss ich jetzt ein bisschen Maunzen.


    Die ersten Sätze handeln vom Wetter. Ich weiß nicht, was die Motivation für diesen Einstieg war. Man sagt sich ja so unter Autoren (so viel ich Laie weiß), dass das ein Notfalleinstieg sei bzw. vom Unvermögen, es besser zu machen, spricht. Einfach: Was interessiert mich das Wetter in der mir fremde Leute einer mir fremden Welt stehen?
    Ehrlich gesagt, war ich ein bisschen verwirrt, bedenkt man, wie schön die ersten Sätze aus vorangegangenen Romanen waren. Zaria Machon im Wachturm, der Start mit dem Dialog, perfekt! Oder Ramon und Enna draußen im Schneesturm. Der Anfang hat mich jetzt nicht so umgehauen. "Aber gut", dachte ich mir, "der Anfang soll ja bekanntlich das Schwerste sein. Es wird bestimmt besser." Ich lese also weiter und ... ich hätte die ganzen zwei ersten Seiten weg gelassen, wäre direkt ganz kurz vor der Kampfszene eingestiegen. Also das hätte ich zumindest für einen "direkten Einstieg" gehalten.


    Was mir sonst noch auffällt: Nirto verhält sich zu sehr wie Eivoras Mentor, scheint es aber nicht zu sein. Wie er ihr alles erklärt, als sei sie ein Kind, uns wird aber gleichzeitig durch Eivoras Gedanken erklärt, wie der Hase denn läuft im Klingenrausch. Das passt für mich irgendwie nicht zusammen, aber vielleicht soll es so sein. Anstatt Eivora zu erklären, warum sie die Treppe nicht benutzen sollen, hätte eine schnippische Bemerkung besser ins Bild gepasst. Und Nirtos erste Frage, ob sich Eivora beim Sturtz verletzt hat, finde ich auch unpassend. Man verletzt sich nicht so einfach beim Hinfallen. Da wäre ich Tollpatsch ja Dauergast in der Ambulanz. Wenn es so hart auf hart geht, dann hätte er vielleicht eine harte Bemerkung gemacht? Eivora kann sich doch selber melden, wenn was mit ihr nicht passt ... Nirto wirkt echt, als wolle er eine Vaterrolle für sie übernehmen. Vielleicht will er das auch. Keine Ahnung. Ich fand es jedenfalls seltsam.


    Belassen wir das nun und kommen zu den Personen:
    Bis zu diesem Abschnitt wirkt Eivora sehr wie Zaria Machon. Das darf natürlich sein, aber es nimmt dann ein bisschen "den Reiz des Neuen". Junges Mädel in ner harten Umgebung, muss sich durchbeißen, ja okay. Das war ja noch akzeptabel, aber dann taucht Chastro-Ignuto auf, der sehr wie eine Figur aus dem Schattenkult wirkt, was für mich die Frage aufwirft: Sind dem Autor die Ideen ausgegangen und er mischt nun bereits Dagewesenes zusammen? Vor allem die erzeugte Stimmung mit den Tempeln und den exotischen Gebäuden und den Kulten erinnern mich sehr stark an Schattenkult und die Schattenherren. Nur irgendwie hatte ich nicht so das Gefühl, dass es stimmig ist.


    Immerhin wurde es flüssiger und man kam in die Geschichte rein, als fand ich nur den Anfang holprig.
    Abschließend habe ich nur so das Gefühl, dass die Kämpfe zu leicht und zu spurlos hinüber ziehen. Eivora spielt die Super-Assassine (ich dachte, wir wären heute Söldner?) und schafft einfach alles mit nur einem Anflug von Zweifeln. Wo bleibt mir Raum zum Mitfiebern?


    Das war's erstmal von mir. Bin gespannt auf die anderen Kommentare, die ich jetzt erst lesen werde, damit ich das hier ohne Beeinflussung los werden konnte. Ich hoffe und glaube natürlich, dass es besser wird, so wie ichs ja immer gewohnt war. Robert Corvus ist und bleibt einfach ein super Autor und einer meiner Lieblinge im deutschsprachigen Raum 8)