Beiträge von Ostsee_71

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Vielen Dank, dass ich an dieser interessanten Leserunde teilnehmen durfte. Dieses Buch gibt einen schönen Einblick in das Leben im damaligen Köln. Die Diskussionen in der Runde haben mal wieder viel Spass gemacht und bereichern die Lektüre sehr.


    Inhalt:


    Köln, 1408: Der Kürschner Urs van Oeche wird im Haus der Geldwechslers Birboim ermordet aufgefunden. Sein Knecht Wendel lenkt den Verdacht auf Oeches Stieftochter Clara. Claras Freundin Griet glaubt nicht an ihre Schuld und zusammen mit ihrer Mutter Adelina, die Apothekerin am Alten Markt, macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Schuldigen.


    Meine Meinung:


    Die Autorin nimmt uns mit auf eine spannende Reise ins mittelalterliche Köln. Bei mir ist beim Lesen ein richtiges Kopfkino abgelaufen. Viele der beschriebenen Orte kenne ich aus der heutigen Zeit und es ist sehr interessant sie in diesem Buch vor 600 Jahren zu erleben.


    Die handelnden Personen sind mir sehr sympathisch. Griet ist eine junge Frau, die in jungen Jahren traumatische Erlebnisse in einem Dirnenhaus erlebt hat und seitdem das männliche Geschlecht meidet. Sehr gefühlvoll schafft es der neu gewählte Scharfrichter Christan, ihr Herz zu erobern und sie zur Hochzeit zu bewegen. Nebenbei setzt sich Griet sehr engagiert für ihre Freundin Clara ein, die wie Griet überzeugt ist, unschuldig im Gefängnis sitzt.


    Adelina, Griets Stiefmutter, hat schon in der Vergangenheit an der Aufklärung einiger Kriminalfälle in Köln gearbeitet und erweist sich auf in diesem Buch wieder als findige Ermittlerin, die mit viel Engagement und Menschenkenntnis den Fall löst.


    Die Handlung ist logisch aufgebaut und die Auflösung wird gut aus der Handlung abgeleitet. Leider muss ich jedoch sagen, dass für mich das Buch einige Länge hatte. Die Ermittlungen wurden durch viele private Nebenhandlungen der Hauptpersonen unterbrochen, so dass man an einigen Stellen das Gefühl hatte, dass die Ermittlungen in den Hintergrund traten. Es handelt sich hier also nicht nur um einen reinen Krimi, sondern es gibt auch einen erheblich Anteil eines Romans.


    Insgesamt ist das Buch lesenwert, da die Beschreibungen des Lebens in der damaligen Zeit einen schönen Einblick gibt. Für jemanden, der einen spannenden Krimi sucht, ist dieses Buch nicht optimal.

    Ich tue mich mit diesem Buch etwas schwer, denn die Geschichte wirkt auf mich etwas wirr. Der erste Abschnitt war ja noch ok, aber jetzt wird die Handlung doch arg konfus.


    Sol folgt Bell weil er versucht an Tesla heranzukommen, da ihm 18 Stunden seines Gedächtnisses fehlen. Gleichzeitig wird er von den Mafiosi rund um Rick als Mörder angeheuert, der den Präsidenten umbringen soll. Wie sind die denn ausgerechnet auf Sol gekommen? Es gibt doch so viele Mörder, warum grade er? Hier ist doch vorher von keiner Verbindung die Rede gewesen.


    Bell ist ebenfalls an Tesla interessiert, weil er für ein interessanter Forscher im Bereich der Elektrizität ist. Zu gerne würde die ihn interviewen.


    Mir gefällt nach wie vor gut, dass wir viel über die Entwicklung der Elektrizität erfahren. Das muß ja damals eine spannende Entwicklung gewesen sein, die die Leute sehr beschäftigt hat. Die Szene im Hotel war doch sehr bezeichnend, als die alte Dame meinte, sie ware wohl doch lieber in das Hotel mit den Gaslampen gegangen, das wäre sicherer. Auch die Diskussionen und Erklärungen zum Thema Gleich- und Wechselstrom fand ich sehr spannend.


    Hoffentlich wird die Handlung im nächsten Abschnitt wieder etwas griffiger.


    Ob Vito und die reizende ;D Chiara nebenan einziehen? Bin gespannt.
    Mischa findet Chiara anziehend, Elisa schwärmt für Vito. Mal sehen, ob das alles was wird. Anton und Helene - das wird wohl nix. Wenn man das Personenverzeichnis liest, weiß man, wen Helene heiratet.


    Stand das nicht schon im Klappentext? Das wäre aber auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, die deutsch-italienischen Konflikte abzubilden. Ich glaube die Situation nach dem 1. Weltkrieg war auf jeden Fall recht angespannt, als Südtirol itanlienisiert werden sollte.

    Ein schöner Einstieg in dieses Buch. Besonders gut hat mir dieser Kontrast zwischen dem Leben in dem Dorf und in der Stadt Bruneck gefallen. In dem Dorf scheint das Leben stehen geblieben zu sein, Autos sind eine Sensation und Strom gibt es in den meisten Häusern noch keinen. Auch sind Täler eng und die Berge dominieren die Orte. In der Stadt ist es ein ganz anderes Leben, man ist mit Straße und Zügen an die Welt angeschlossen und der Fortschritt ist hier schon angekommen.


    Die beiden Brüder, Anton und Mischi verkörpern die beiden Extreme. Für Mischi kommt nur das Leben in den Bergen in Frage und er kann sich gar nicht vorstellen, dass man dort weg möchte. Schade, dass der Tourismus noch nicht richtig ins Laufen gekommen ist, Bergführer ware der perfekte Beruf für ihn. Anton zieht es aus den Bergen in die Welt.


    Mir gefällt die Stimmung in diesem Buch. Das Leben in den Bergen, die Abgeschiedenheit, und doch merkt man, dass Änderungen anstehen. Die Moderne wird auch in dieses Dorf kommen und das Leben dort verändern. Der Tourismus ist im Anrollen und wir wissen was das für die kleinen Dörfer bedeutet.


    Sehr interessant war auch die Beschreibung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Damals hat Südtirol doch noch zu Österreich gehört, oder? Das Verhältnis zu den Italienern scheint aber schon vor dem 1. Weltkrieg nicht so ganz unverkrampft zu sein und ich hoffe wir werden noch etwas über die Veränderung nach dem Krieg erfahren.


    So, ich bin gespannte wie es weitergeht, der Einstieg ist auf jeden Fall schon mal sehr gelungen.

    Griet und Christan finden zueinander, wie schön. Ich muß aber sagen, dass ich etwas überrascht war, wie schnell das ging. Ich hätte nach Griets Erlebnissen erwartet, dass sie etwas mehr Zeit braucht und dass sich die beiden Schritt für Schritt dem Thema annähern. Aber wahrscheinlich haben sich die beiden einfach zu doll zueinander hingezogen gefühlt, dass die Natur einfach ihren Weg gegangen ist. Um die beiden braucht man sich bestimmt keine Sorgen mehr zu machen, das läuft.


    Netti ist also die Mörderin von Urs van Oecke. Aus Angst um ihre Mutter ist sie zur Möderin geworden, wie traurig. Aber immerhin hat man ihr die Flucht ermöglicht und ihr sogar noch eine Anstellung verschafft. Die Fakten sprechen gegen sie, aber alle Beteiligten konnten verstehen, dass dieser Mann, wenn er nicht ermordet worden ware, wahrscheinlich wegen seiner sonstigen Vergehen mit dem Tode bestraft worden wäre. Die arme Netti wurde nur aus einer Notlage heraus zu einer Mörderin. Ein schönes, versöhnliches Ende.


    Schade, dass sie Serie nicht fortgesetzt warden soll.

    Jetzt hat Griet also den großen Schritt gewagt, sie ist verlobt, und das auch noch in aller Öffentlichkeit und mit Kuss, wer hätte das gedacht.


    Dabei sah es ja gar nicht so gut aus, als die von Wendel entführt wurde und gegen Klara ausgetauscht werden sollte. Da hatte ich ja schon große Bedenken, aber Griet schafft es, sich zu befreien und Wendel festzusetzen.


    Als Thomasius Christan in die Kirche gelockt hat, hatte ich ja schon Angst, das Christan jetzt verraten wird. Ich kenne den Mönch ja leider nicht aus den Vorgängern, aber er scheint ja ein Problem mit den Burkas zu haben. Um so erstaunlicher ist es, dass er jetzt bereit ist, sein Wissen für sich zu behalten und Christan sogar zu taufen. Hoffentlich wird es Christan nicht noch mal zum Verhängnis, dass Thomasius von seinem Geheimnis weiss.


    Der Geldwechsler ist jetzt also im Gefängnis und sein ganzer Haushalt steht unter Hausarrest. Schauen wir mal, ob wir damit den Täter haben. Das Zwillinge damals zu einem Problem werden konnten habe ich schon einmal gehört, auch dass man sie für Hexenwerk hielt und zum Teil sogar einen tötete wußte ich schon. Schlimm dieser Aberglauben damals, besonders wenn man das aus der heutigen Perspektive betrachtet. Es wäre bestimmt besonders schlimm, wenn einer der Zwillinge missgestaltet ist, wie es hier der Fall war. Was wird denn eigentlich aus Lisbeth, wenn ihr Mann als Mörder entlarvt wird? Wird dann auch die ganze Familie aus der Stadt vertrieben? Der Ernährer bricht ja auf jeden Fall weg.


    So, jetzt bin ich auf das Finale gespannt. :lesen:


    Der Münzwechsler wird in meinen Augen immer verdächtiger. Auch wenn er es selbst nicht gewesen sein kann, steckt er ziemlich sicher dahinter. Oder nicht??


    Ich glaube auch, dass der Münzwechsler mit in der Sache drin steckt. Wenn es hier um Falschmünzen geht, ist er der Fachmann und sitzt an der Quelle. Er kann das Falschgeld bestimmt auch in den Umlauf bringen, ohne dass das auffällt. In Aachen hatte er eine sehr schlechten Ruf, aber in Köln scheint er einen Neustart versucht zu haben, der ihm auch ganz gut gelungen ist.

    Ein interessanter Abschnitt, der und zwar der Lösung des Falls nicht wesentlich weiter bringt, aber uns doch zeigt, dass Claras Vater viele Feinde hatte und somit einige Leute einen Grund hatten, ihn zu töten.


    Es scheint auch sicher zu sein, dass Clara diesen Freier in Aachen nicht getötet hat, sie hat ihn nur abgewehrt, aber erschlagen wurde er mit einem Knüppel nicht mit einem Krug. Wollte da schon jemand den Mord in die Schuhe schieben? War es der Knecht, der jetzt auch die Anklage gegen Clara anführt? Er scheint ja auch in die dunklen Machenschaften verstrickt zu sein.


    Ich mußte schlucken, als Steffan in den Verdacht geraten ist, aber es stellte sich heraus, dass er sich um eine uneheliche Schwester gekümmert hat und nicht die verheimlichten Abwesenheiten zum Morden genutzt hat. Es ist schon erschreckend, wie schnell Frauen in die Situation kamen, sich prostituieren zu müssen und dann galten sie als ehrlos und könnten nicht mehr in der Gemeinschaft leben. Dabei waren sie in der Regel unschuldig und wurden durch Männer in diese Situation gebracht.


    Schauen wir mal, wie es weitergeht. :lesen:

    Mein Buch ist gestern erst angekommen und ich habe mich gleich abends an den ersten Abschnitt gemacht. Die Geschichte hat mich gleich gefangen genommen.


    Sehr gut hat mit gefallen wie das Thema Elektrizität hier eine interessant Rolle spielt. Damals muß das ein faszinierende Entwicklung gewesen sein und die Diskussionen über Gleich- und Wechselstrom sind sehr spannend zu lesen. Bell scheint auch von diesem Thema sehr begeistert zu sein.


    Bell schein insgesamt eine Frau zu sein, die den Klischees ihrer Zeit nicht so ganz entspricht. Hätte sie sich sonst alleine auf die Reise nach Chicago gemacht, um die Weltausstellung dort zu besuchen? Blöd nur, dass dieser Überfall ihre Weiterreise behindert und sie erst mal in diesem Ort einen Zwischenstopp einlegen muß.


    Ich bin mal gespannt, ob wir diesen Sträflich Henry nochmal treffen. Er sollte als ersten Menschen auf dem elektrischen Stuhl getötet werden, aber das Zugunglück ermöglichte ihm die Flucht.


    Ein spannender Einstieg, der Lust auf mehr macht. :lesen:

    Peinlich, ich habe die Rezi hier ganz vergessen, ich hole das jetzt schnell nach, war das doch ein tolles Buch zu einem ungewöhnlichen Thema. Die Runde hat viel Spaß gemacht, konnte man doch bei diesem Buch besonders viel spekulieren zu den Hintergründen der Tat.


    Inhalt:


    Stuttgart: Bei der Polizei geht der Anruf eines Kindes im Vorschulalter ein, das meint, den Mörder eines Toten in einer Schrebergartensiedlung zu kennen. Dort war vor knapp 2 Jahren eine Leiche gefunden worden, die bis heute nicht identifiziert werden konnte. Einer der Kommissare kann sich erinnern, dass schon einmal ein Kind angerufen hat und Hinweise zu dem Fall geben wollte, jedoch konnte das Kind unter der Adresse des Anschlusses nicht gefunden werden. Auch bei den aktuellen Nachforschungen kann das Kind nicht gefunden werden, das einzige Kind dass unter der Adresse gemeldet ist, ist deutlich älter, zeigt aber eine auffälliges Verhalten und verstrickt sich in Widersprüche.


    Meine Meinung:


    Anfangs hat mich das Buch etwas verwirrt, wird man doch als Leser mit vielen Handlungssträngen konfrontiert in denen Personen eine Rolle spielen, die man nicht zuordnen kann. Langsam wird man dann an die Hintergründe herangeführt und mit erschreckenden Erkenntnissen konfrontiert.


    Mich hat die Handlung von er ersten bis zur letzten Seite gefesselt, ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und man kann sich sehr gut in die Personen hineinversetzen. Besonders die Person des Mädchens, das die zentrale Rolle spielt, wird facettenreich beschrieben und ihre psychische Erkrankung dem Leser verständlich nahe gebracht. Mir wurde in diesem Buch eine Erkrankung deutlich gemacht, die mir bis dahin unbekannt war und mich bis heute sehr beschäftigt.


    Nachdem der Leser die Hintergründe der Tat mit der psychischen Erkrankung des Mädchens verstanden hat, entwickelt sich ein gut aufgebauter sich logisch entwickelnder Krimi, der zu den Leser die Abgründe menschlichen Verhaltens vor Augen führt und zumindest mich sehr schockiert hat.


    Ein sehr lesenswerter Krimi, mit einem ungewöhnlichen und schockierendem Hintergrund der Tat, der den Leser sehr nachdenklich zurück läßt. Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung, für Leser die gute Krimis mit einem ungewöhnlichen Hintergrund mögen.


    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/42214.0.html


    Es kommt wohl auch immer darauf an, welchen Blickwinkel der Autor oder die Autorin zur Geschichte (Historie) einnimmt. Es gibt Kollegen, die das Mittelalter grundsätzlich als finstere, gefährliche und durch und durch brutale Zeit einstufen, in der für Zwischenmenschliches kaum Platz war. Das sehe ich etwas anders und möglicherweise haben beide Seiten bis zu einem gewissen Punkt recht.


    Ja, es stimmt, das Mittelalter wird häufig als dunkles Zeitalter beschrieben. Krankheit, Armut und schlecht Versorgung haben das Leben bestimmt nicht leicht gemacht, aber auch die Menschen damals werden die schönen Seiten des Lebens gekannt haben, in unterschiedlichem Ausmaß sicherlich, aber ich glaube es liegt in der Natur des Menschen, sich die schönen Seiten zu suchen. Dazu gehört mich Sicherheit die Familie, der Zusammenhalt untereinander, Freunde......

    Jetzt kennen wir also Christans Geheimnis, er ist ungetaufter Jude, was damals wohl absolut undenkbar war, wenn man ein hohes Amt in der Stadt inne hat. Natürlich wäre das bei einer Hochzeit aufgefallen, dass er beschnitten ist und da er nicht getauft wurde würde er wahrscheinlich als Betrüger dastehen und ich könnte mir vorstellen, dass ihm da noch schlimme Strafen drohen.


    Wenn er jetzt Griet heiratet, die eigentlich Begine werden wollte und damit den Männern komplett entsagt hätte, und auch noch deren Geheimnis kennt, dann wäre er gut aus dem Schneider. Niemand würde mehr fragen, warum er nicht heiratet und auch Griet müßte sich keine Fragen mehr gefallen lassen, warum sie nicht heiratet. Eigentlich ein ganz gutes Arrangement für beide, zumal sie sich ja auch mögen. Ich könnte mir vorstellen, dass Griet irgendwann doch ihre Scheu von Männern verliert und es doch noch eine normale Ehe wird.


    Claras Vater war also irgendwie in dem Geschäft mit Falschgeld verwickelt und wahrscheinlich ist er auch aufgrund dieser dunklen Geschäft ermordet worden. Ich hatte zumindest das Gefühl, dass Christan jetzt nicht mehr an die Schuld Claras glaubt und ihm schon klar ist, dass hier ein weitaus schlimmerer Rechtsbruch vorliegt, als er bisher für möglich gehalten hat. Ich bin mal gespannt, was hier noch zu Tage kommt...!!! :lesen:


    Auch Adelina ist es schon aufgefallen, dass sich ihre Stieftochter Cristan gegenüber besonders abweisend verhält, und ich denke, sie zieht schon irgendwo die richtigen Schlüsse.


    Den Eindruck hatte ich auch. Adelina kennt Griet sehr gut und Griets besonders abweisendes Verhalten gegenüber Christan ist ihr auch schon aufgefallen. Griet scheint sich auch für Christan zu interessieren, auch wenn sie es so nicht zugeben würde. Ich bin jetzt wirklich gespannt, wie genau Christans Angebot ausschaut.

    Christan Reese scheint ja richtes Interesse Griet entwickelt zu haben. Leider haben wir ja noch nicht erfahren, welches Geheimnis er mit sich herumträgt, aber aus irgendeinem Grund meint er nicht heiraten zu können, und er spürt auch bei Griet eine ablehnende Haltung gegen Männer. Er ist daher der Meinung, dass die beiden gut zusammen passen. Was wohl sein Geheimnis ist?


    Immerhin weiß er, warum Griet traumatisiert ist, hat er sie doch als kleines Mädchen in dem Dirnenhaus gesehen. Mit hat gewundert, dass Griet diese Enthüllung so ruhig hinnimmt, hat sie doch bisher immer versucht, dieses Geheimnis zu schützen. Für sie, die jeden Kontakt zu Männern ablehnt, müssen doch die Annäherungsversuche von Christan ein Albtraum sein.


    Sehr süß ist, dass er Griet eine Hundwelpen schenkt. So kann er ihr Vertrauen gewinnen und hat auch die Gelegenheit, sie regelmäßig zu sehen. Aus dem gleichen Grund kommt ihm auch Claras Verhaftung sehr gelegen, kann er soch so Griet dazu bewegen, mit ihm zu den Verhören zu gehen.


    Für Clara schaut die Situation nicht so gut aus. Zwar schein auch Christan nicht an ihre Schuld zu glauben, aber Wendel führt eine scharfe Anklage und behauptet sogar, dass Clara schon einen anderen Menschen auf dem Gewissen hat.


    So, jetzt bin ich gespannt auf Christans Geheimnis, ich hoffe wir erfahren im folgenden Abschnit mehr darüber.


    Schade, dass Frank tot ist, Sina bräuchte ihn nun wirklich, nachdem der Fall aufgeklärt ist und sie einiges aufzuarbeiten hat. Aber gut finde ich es, dass Hannah sich Sina nun doch annimmt, die Kleine braucht die Hilfe auf jeden Fall.


    Ja, Frank könnte ihr eine große Stütze sein, aber leider lebt er ja nicht mehr. Ich hoffe, dass Hanna ihr etwas Halt geben kann, denn ansonsten steht sie ganz alleine da. Dabei bräuchte sie bestimmt auch während der Therapie jemanden, der sie unterstützt, man darf nicht vergessen, dass sie auch noch ihren Vater verloren hat. Schlimm was hier passiert ist.

    Was für ein Ende...!!! Wie kann man als Mutter daneben stehen, wenn dem eigenen Kind Unrecht getan wird? Nur um den guten Schein zu wahren...!?!, ich kann das nicht so ganz nachvollziehen. Sina Mutter waren ja anscheinend die Hunde wichtiger als die eigenen Tochter. Sina wurde als systematisch mißbraucht und das von Personen, denen die eigentlich vertrauen können sollte. Kein Wunder, dass das einen psychischen Schaden hinterläßt.


    Ich hoffe, dass Hannah es schafft, Sina zu helfen und sie es zumindest schafft, die Wunden etwas zu heilen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch, der sowas erlebt hat, wieder zu einem komplett normalen Leben zurück finden kann, aber vielleicht schafft sie es für sich einen Weg zu finden mit dem Thema umzugehen.


    Immerhin wurde diese furchtbare Sekte jetzt ausgehoben und es konnten noch weitere Kinder befreit werden. Da muß man ja auch erst mal schauen, welchen Schaden sie davon getragen haben und wie man denen helfen kann. Ich finde diese ganze Geschichte so furchtbar, gab es eigentlich so eine Fall auch in der Realität? Ich kann mich an keine Fall erinnern, aber ich halte es durchaus für möglich.


    Schade nur, dass Terzenbach doch mit in der Geschichte drin hin. Ich hatte so für Verena gehofft, dass die Beziehung zu dem Mann eine Chance für sie wäre, aber leider hat er sie benutzt, um an Informationen zu kommen. Wie schade.


    Ein tolles Buch mit einem ungewöhnlichen Thema. Das war das erste Mal, dass ich etwas zu gespaltenen Persönlichkeiten gelesen habe und ich finde, dass Thema wurde hier sehr gut dargestellt und erklärt. Rezi folgt wahrscheinlich erst morgen, ich muß das Buch noch etwas sacken lassen.

    Vielen Dank für die tolle Leserunde. Das Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht, gut zu lesen und eine tolles Bild der ausgehenden 20er Jahre. Mein besonderer Dank gilt auch der Autorin für die intensive Begleitung der Runde.


    Inhalt:


    München 1927: Nach dem Tod der Mutter findet Ella in ihren Unterlagen einen Hinweis auf Professor Constantin Lutz, den Ella nach dem Wunsch ihrer Mutter nach ihrem Tod aufsuchen soll. Ella findet im Haus des Professors freundliche Aufnahme und wird von ihm als seine Nichte in die Münchener Gesellschaft eingeführt. Leider stirbt Lutz kurze Zeit später, aber er hinterlässt Ella eine Mappe mit wichtigen Unterlagen, die Ella zunächst nichts sagen, aber für die weitere Geschichte noch eine wichtige Rollen spielen werden. Über den Professor lernt Ella Jobst von Kirchenreuth kennen, in den sie sich verliebt und auch kurze Zeit später heiratet. In der Villa von Kirchenreuth findet Ella zwar von ihren Schwiegereltern freundlich Aufnahme, aber schnell wird deutlich, dass ihre Schwägerin Viktoria sie als Konkurrentin ansieht und auch Jobst zeigt schon auf der Hochzeitsreise eine andere Seite von sich, die Ella bisher unbekannt war. Die Mappe mit den Unterlagen von Professor Lutz lassen ihr auch keine Ruhe und sie macht sich auf die Suche nach dem Hintergrund der Papiere.


    Meine Meinung:


    Der Autorin ist es gelungen eine fesselndes Buch über die spannenden späten 20er Jahr in München und Berlin zu schreiben und den Leser mit auf eine Reise in diese Zeit zu nehmen. Eine Zeit, die geprägt ist von einer Aufbruchstimmung, nachdem der 1. Weltkrieg und die damit verbundenen politischen Veränderungen schon 10 Jahre vergangen sind. Leider ziehen besonders in München schon die ersten dunklen Wolken in Form der Nazis und ihren Anhängern auf. Aber noch gibt es ein freies Leben, mit Frauen, die Autofahren lernen, die ihre Lieben frei ausleben können und sich ein gewisses Maß an Freiheiten erkämpft haben. Eine Zeit auch die von technischen Neuerungen wie z.B. das Radio geprägt ist und insgesamt einen erheblichen Optimismus ausstrahlt.
    Aber leider gibt es auch die Strömungen, die sich gegen die junge Demokratie stellen und die Partei Hitlers unterstützen und schon in den 20er Jahren jeden Kontakt zu Juden ablehnen.


    Diese ganzen Entwicklungen spielen in diesem Roman eine wichtige Rolle und bilden den Rahmen für eine spannende Familiengeschichte. Ella beginnt ihre eigene Geschichte aufzurollen und auch das Leben in der Familie Kirchenreuth bietet einige interessante Entwicklungen. Geprägt wird diese Handlung von den sehr gut gezeichneten Charakteren. Besondern Ella und ihre beste Freundin Rike sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen, aber auch Ella Ehemann Jobst und ihre Schwägerin Viktoria sind sehr gut gezeichnete Protagonisten, von denen man sich als Leser ein gutes Bild machen kann. Sie wirken lebensecht und authentisch für ihre Zeit.


    Das Buch ist sehr lesenswert, verbindet es doch eine spannende Geschichte mit einer Reise in eine spannende, dem Untergang geweihten Zeit. Ein Buch, dass sehr schön die ersten Anzeichen für die weiteren Entwicklungen aufzeigt und doch auch noch das Gefühl der goldenen 20er aufkommen lässt.


    Der Kommerzienrat hat tatsächlich noch Verwandschaft von Ella aufgetrieben. Schön, dass sie sich wirklich gefreut haben ella zu sehen.


    Mir haben die Überlegungen gut gefallen, wie Geschichte wohl gelaufen ware, wenn Ellas Mutter damals zu diesen Verwandten gegangen ware. Ein interessanter Ansatz, der einfach mal deutlich mach, wie der Verlauf des Lebens von einzelnen Entscheidungen abhängt.