Beiträge von artepsponk

Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ich komme gerade zurück aus dem Begas Haus in Heinsberg. Dort habe ich zum Abschluss der Leserunde die "Lureley" im Original auf mich wirken lassen...

    In dem wirklich sehr schön gestaltetem Museum sind auch andere Gegenstände mit dem Loreleymotiv von Begas ausgestellt z. B. Kuchenteller, Pfeifenköpfe, Zigarettendose etc. und eine englische Erstausgabe von "The Rhine", einem Reisehandbuch. Beim Betrachten der Vitrine habe ich mir Rudys Laden vorgestellt und Paula wie sie solche Souvenirs verkauft. Ein lohnenswerter Besuch, falls mal jemand von Euch in die Gegend kommen sollte!

    Wie Paula mit der Homosexualität umgeht, ist wirklich bemerkenswert. Das berühmteste Opfer im 19. Jahrhundert war der irische Schriftsteller Oscar Wilde. Er wurde zu zwei Jahre Haft und schwerer Zwangsarbeit verurteilt! A

    ich musste da an "The imitation game" denken. Der Mann, der den Code der Nazi-Dechiffriermaschinen knackte, Alan Turing, wurde nach seinen glanzvollen technischen Computer-Erfindungen zur chemischen Kastration gezwungen und brachte sich zwei Jahre später um. Das ist noch gar nicht so lange her.


    Da ist Paula natürlich ganz anders. Wobei ich auch den Eindruck hatte, dass sie sich über das Thema noch nie viel Gedanken gemacht hat - also auch nicht "verdorben" von anderen - wahrscheinlich, weil sie einfach noch nicht direkt damit konfrontiert war. Und da es ja um ihren lieben Onkel und seinen liebenswerten Freund geht, da fällt es ihr nicht schwer diese Liebe zu akzeptieren. Außerdem hat sie selber so wenig Liebe kennengelernt, dass das für sie umso wertvoller ist.

    Paula denkt an vage aber nicht abschreckende Andeutungen in der Bibel über die Liebe zwischen Männern...welche Bibelstellen sind denn da gemeint?

    Ich habe mir Caroline auch als eher positive Figur gedacht, die ihr Vermögen nutzte, um unabhängig durch die Welt zu reisen. Wie viel tatsächlich zwischen ihr und William passiert ist, habe ich bewusst offen gelassen. Ich neige aber dazu, dass er hingerissen und sie geschmeichelt war, aber nie eine Affäre mit ihm angefangen hätte. Sie wollte ja nach Italien und sich nicht an einen verheirateten, mittellosen Mann binden. Und es stimmt leider, dass bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird, bis heute.

    So habe ich sie mir auch vorgestellt, allerdings schon ein bisschen älter, rundlich und rauchend8)

    Wow, was für ein tragisches Ende...das muss man erstmal sacken lassen!


    Ich hatte schon lange vermutet, das Paulas Mutter etwas mit dem Verschwinden ihres Mannes zu tun hat. Dabei dachte ich an einen tragischen Unfall, den sie vielleicht vertuschen möchte o. ä., aber das sie ihn einfach aus Eifersucht und Kränkung zurück gelassen hat, hätte ich ihr nicht zugetraut. Aber die Schuldgefühle scheinen ja auch ihr ständiger Begleiter geblieben zu sein.

    Bei allem Entsetzen über Margarets kaltblütiges Handeln habe ich doch auch Mitleid mit ihr. Sie muss wohl sehr, sehr verzweifelt und unglücklich gewesen sein...mitunter vielleicht auch depressiv. Existenzsorgen, Überforderung und eine Art innere Einsamkeit haben sie in eine Ausnahmesituation gebracht. Erschreckend finde ich allerdings, das sie keinerlei Reue zeigt.


    Somit ist auch das Rätsel um den Prolog gelöst sowie meine Frage, warum der Buchtitel "die vergessene Burg" lautet.


    Mein persönliches Highlight befindet sich zum Schluss in Rudys Testament. Er vermacht dem Professor seine goldene Taschenuhr "auf dass er nie vergessen möge, wie kurz unser Dasein auf dieser Erde ist und wie vielfältig seine Freuden sind."

    Das ist ein schöner, wertvoller Gedanke der mich nach der vorausgegangen Tragik um Williams Tod wieder vollends versöhnt.

    Ich bin erstaunt darüber wie selbstbewusst und mutig Paula in Bonn geworden ist. Das sie im Geschäft ihres Onkels einspringt, einen Unbekannten bei einem Überfall rettet, wie sie dem Professor und seinem ungehobelten Neffen gegenüber tritt, Chapeau...


    Das sie jetzt auch noch noch spontan Benjamin Trevor zum Fest ihres Onkel einlädt, finde ich sehr gewagt. Ob das gut geht?

    Mal etwas anderes: In dem ersten Brief an Rudy beschreibt William wie er Margret kennen gelernt hat...auf einem Konzert mit ihrer Cousine...anschließend hat er sie zu einer Limonade eingeladen...und am Ende gab er ihr seine Karte und sie ihm ihre.rotwerd


    Wie kann ich mir das vorstellen?

    Haben die beiden Visitenkarten getauscht? War das früher so üblich?

    Ist ihr Vater mit einer anderen Frau verschwunden. Warum hat er seine Frau mit dem kleinen Kind allein zurückgelassen?

    Ja, diese Fragestellungen haben mich auch beschäftigt - wenn man nach den Briefen urteilt, war er doch über beide Ohren verliebt in sie!

    Mein erster Gedanke war, er könnte homosexuell gewesen sein. Vielleicht hat er ein neues Leben begonnen oder beginnen müssen damit seine Neigung nicht bekannt wurde. Deshalb konnte er seine Frau und Tochter auch nicht weiter finanziell unterstützen. Vielleicht hat Paulas Mutter ihn auch deshalb nach seinem Verschwinden für tot erklären lassen...

    Nachts am Askanischen Platz befindet sich im Hinterhof das Cabaret des Bösen, ein Gruseltheater für Insider und Neugierige aus dem Umland, die Horror, Schauder und Nervenkitzel suchen, während tagsüber elitäre Gymnasiasten auf dem gegenüberliegenden Gelände die Schulbank drücken. Dort wird ein unbekannter Toter gefunden.

    Wir sind in Berlin, Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in einer Zeit in der die Menschen die Erinnerungen an den letzten, großen Krieg vergessen möchten und der nächste seine dunklen Vorboten schickt. Eine Zeit, in der es viel Kreativität aber auch viel Elend gibt. Vieles scheint möglich zu sein, aber nichts ist selbstverständlich. Eine Zeit der Kontraste. Genauso kontrastreich wie das Geschehen am Askanischen Platz, dem Ausgangspunkt für diesen spannenden, historischen Krimi.

    In diesem Band begleiten wir Oberkommissar Leo Wechsler auf Spurensuche im Umfeld von Kriegsversehrten und erfahren viel über die Kriminaltechnik seiner Zeit. Jene Zeit, in der Ermittlungen noch vor Ort und nicht im Internet geführt wurden.

    In diesem Buch steckt aber mehr als die Lösung eines spannenden Kriminalfalls. Die Aufmerksamkeit gehört den Opfern. Ein Krimi und eine berührende Liebesgeschichte zugleich.

    Leo Wechsler meistert alle Hürden mit Bravour und wird es hoffentlich noch lange weiter tun. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

    Nur gut, dass Gennat ein offenes Ohr für Leos Theorie hatte und seine Reise nach Stuttgart erlaubt hat. Interessant fand ich seine Überlegungen, ob er seine Theorie wirklich nur aus Unsicherheit vor den Kollegen geheimgehalten hat oder ob er nicht eher aus egoistischen Gründen geschwiegen hat, das macht ihn doch recht menschlich.

    Diese Szene habe ich nicht ganz verstanden. Warum wollte Leo selbst nach Stuttgart fahren und hat nicht Jakob Sonnenschein geschickt, der mit der Recherche in Archiven gut vertraut war? Für Jakob wär eine Dienstreise doch auch eine schöne Anerkennung gewesen.

    Für mich ist dieses Buch die erste Begegnung mit Leo, ich gehe also ganz unbefangen an die Sache ran, kenne auch nicht die Vorgeschichte von Malchow. Ich fand diese Unterstellung eine Unverschämtheit! So etwas kann man sich denken, es ist aber unmöglich, das in diesem Rahmen kundzutun. Das ist meine persönliche Ansicht.

    Ich sympathisiere oft mit schwierigen Charakteren, sorry :unschuldig:. Aber ich glaube fest an das Gute in ihm...in meiner Phantasie werden Leo und von Malchow irgendwann einmal Freunde wenn sie zusammen in einem Bunker vor dem Bombenhagel Schutz suchen...also ungefähr acht Bücher weiter :anbet:

    Guten Abend zusammen,


    ich freue mich sehr endlich wieder mit Leo durch das Berlin der Zwanziger zu streifen und habe immer noch Mühe mir vorzustellen wie groß und facettenreich diese Stadt damals war.


    Nach dem Prolog musste ich aber erstmal eine kurze Verschnaufpause einlegen. Eine Schädelöffnung ohne Betäubung, wie schauderhaft ist das denn? :o

    Ich muss allerdings gestehen, hätte ich die vorherigen Bände der Leo-Reihe nicht gekannt und lieb gewonnen, hätte ich nach dem Prolog vermutlich nicht mit dem Buch begonnen, aus Sorge mich im Horror-Genre vergriffen zu haben....


    Danach tat es im ersten Abschnitt gut zu erfahren, das Leo, seine Familie und andere bekannte Protagonisten gesund und wohlauf sind.:*


    Lange hängen geblieben bin auch ich an der Begegnung von Clara mit von Malchow. Der indirekte Vorwurf der Bestechlichkeit zeigt natürlich, das von Malchow seinem fiesen Charakter auch nach dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst treu geblieben ist, aber tun wir ihm nicht ein bisschen unrecht?

    Das eine Polizistengattin Haute Couture trägt, ist schon ungewöhnlich, auch wenn Leo zum Oberkommissar befördert wurde. Und überhaupt, das ein Snob wie von Malchow den Designer eines Abendkleides erkennt, ist schon bemerkenswert und zeugt doch auch von gutem Geschmack und Fachverstand. Sicherlich ist Clara eine unabhängige Frau, die ihren Lebensunterhalt selbst verdient, aber das sie sich davon ein solch teures Kleid leisten kann, hat mich auch erstaunt und ich kann mir vorstellen, das es bei Außenstehenden, die die persönlichen Verhältnisse nicht so gut kennen, für Irritationen sorgt. Insofern muss ich jetzt -steinigt mich rotwerd- für von Malchow hier mal eine Lanze brechen.

    Ich hätte auch nicht gedacht, das Clara sich für exklusive Mode interessiert. Ich stelle sie mir etwas schlichter vor.

    Aber die Mode ist ja Nebensache...es geht eigentlich um andere Dinge...

Anstehende Termine

  1. Freitag, 14. September 2018 - Sonntag, 30. September 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 21. September 2018 - Sonntag, 7. Oktober 2018

    Dani79

  3. Freitag, 28. September 2018 - Freitag, 12. Oktober 2018

    odenwaldcollies

  4. Freitag, 5. Oktober 2018 - Freitag, 19. Oktober 2018

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