Beiträge von Barbara Bierach

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    Vielen lieben Dank in die Runde. Das war fabelhaft. Freue mich über so engagierte Leser. Und auch Dank an Odenwaldcollie für die umsichtige und unbürokratische Betreuung.

    Nun heisst es Dauemdrücken, dass der Ullstein-Verlag genug Geld mit mir verdient, um mir einen Vertrag für Emma III anzubieten. Ich denke, es sind noch einige Fragen offen und es würde mir Spass machen, sie zu beantworten. Auch wenn das Leben zeigt: Bei vielen Themen wirft jede Antwort fünf neue Fragen auf.

    Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen!

    Hab gerade noch mal über eure Kommentar hier nachgedacht... wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt. Das ist ein ganz wichtiger Gedanke, der gerade hier in Irland wirklich Gewicht entwickelt. Wir in Deutschland haben unsere innerdeutsche Grenze überwunden, mit grossen Schmerzen, aber ohne Bürgerkrieg. Was passieren würde, sollten sich die Briten jemals aus Nordirland zurückziehen, ist jedoch immer noch ein unbeantwortete Frage. Viele fürchten, dass es wieder zu Gewalt kommen würde, so tief sind die Gräben und so groß die Animositäten. Die protestantsiche Mehrheit will unbedingt in der "Union" mit den Briten bleiben, die katholische Minderheit will die Insel wiedervereinigt unter der Führung von Dublin sehen.

    Ein Besuch in Belfast ist echt ein Erlebnis, auch nach dem Friedensabkommen stehen viele der Mauern noch und auch der Stacheldraht zwischen den katholischen und protestantischen Brennpunkten ist noch nicht weggeräumt. Ich stand ziemlich fassungslos vor dem Gerichtsgebäude in Belfast: die IRA hat dieses Haus über 180 Mal (!) angegriffen (Zahlt stammt von einem Fremdenführer). Auch gibt es ganze Strassenzüge mit "Murals" - politisch motivierte Wandgemälde, auf denen sich die jeweiligen Gruppen verewigt haben. Die Leute gehen da immer noch jeden Tag dran vorbei. Aber immerhin: Die Zeit der Bomben und der Strassensperren ist vorbei. Hoffen wir, dass der Brexit nicht für neuen Ärger sorgt.

    @Ingela. Wie Susan zu den Schlüsseln kommt.

    Zuhause lege ich die Schlüssel in der Diele immer auf die selbe Stelle, gleich wenn man reinkommt, links in eine Schale. Da liegen dann auch Sonnenbrille, Handschuhe, Mobiltelefon, Ladegerät... der ganze Kruscht, der sich so ansammelt. Auch im Hotel, Schlüssel, Telefon etc. werden immer irgendwo direkt nach dem Reinkommen deponiert. Für mich war das daher nachvollziehbar.

    Aber stimmt schon, wenn man Krimis genau liest und mit offenen Augen, gibt es immer wieder Stellen, wo man sich denkt: Mannomann, das war jetzt aber Ermittlerglück. Oder: Also ... das war jetzt ziemlich konstruiert.

    Ich versuche das zu vermeiden, offenbar nicht immer mit Erfolg.

    @Tochter Alice. Das Wellness Kloster. Nein, das gibt es so nicht in der Wirklichkeit. Ich hätte zuviel Angst, dass ein Hotelier mein Geschreibsel in den falschen Hals kriegt und mich wg Verleumdung verklagt, weil in meinem Buch bei ihm die Mörder absteigen... lieber nicht. Aber natürlich gibt es ein Vorbild für dieses Haus. Glenlo Abby, ganz in der Nähe von Galway und tatsächlich nur 7 km von dem Strand mit den Klippen entfernt. Es ist aber kein Wellness-Hotel, sondern ein ganz normales Hotel, allerdings tatsächlich mit einer Kapelle mit Turm direkt neben dem Haus. Und einem sehr empfehlenswerten, wenn auch teuren, Restaurant.

    Ich versuche immer, möglichst nah an der Realität zu schreiben, die Entfernungen korrekt anzugeben und sogar die Straßennamen - N59 oder N17 - sind korrekt. Oft allerdings verändere ich die Namen, damit es keinen Ärger gibt, ein Pub, das "Flying Horse" heisst, wird bei mir dann schon mal die "Limping Cow".

    Annabas ... Emmas Drogenkonsum. Ja, das ist ziemlich gefährlich, was sie da macht, das Zeug ist ein Morphium-Produkt. Da muss was passieren und da wird auch was passieren. Emma merkt ja im Grunde selber, dass es so nicht weitergeht. Sollte es Emma III geben, setz ich die Lady auf Entzug. Versprochen!

    Aber auch hier interessiert mich die Heuchelei der Gesellschaft: Murry trinkt seinen Whiskey, das ist ok, James raucht, auch das ist ok. Emmas Schmerzmittel sind nicht ok, obwohl es im Grunde ethisch gesehen so ziemlich egal ist, von WAS man abhängig ist. Sucht ist Sucht. Aber diese Gesellschaft urteilt nicht so, Saufen ist ok, solange es nicht am Steuer eines Autos stattfindet, aber Tabletten sind es nicht. Wirklich konsequent und strukturiert gedacht ist das nicht.

    Will hier Emma nicht entschuldigen, nur darauf hinweisen, wie heuchlerisch die Drogenpolitik in den meisten Ländern gehandhabt wird: Alkohol und Kippen sind schließlich auch Drogen, die rein zahlenmässig auch jede Menge Leute umbringen.

    odenwaldcollies ... die Szene, in der Stevie seine Mutter tröstet. Untypisch für einen coolen Teenager.

    Also ... so cool sind Jungs in dem Alter gar nicht. Habe zwei Stiefsöhne (inzwischen schon fast erwachsen, Daniel studiert schon, Nicky bereitet sein Abi vor) und zu Hause, innerhalb der Familie, wurde oft klar, wie unsicher Jungs in dem Alter sind und wie sensibel. Will nicht sagen, dass regelmaessig geheult wurde, aber es gab schon Traenen. Aus verschiedenen Gründen ... Tor nicht gehalten beim Fussball, Krach mit dem Bruder, Krach mit dem Vater, Probleme in der Schule. Cool ist wichtig bei den Kumpeln und in der Schule, beim Sport, zu Hause sind die Bengel dann durchaus auch mal komplett daneben und überhaupt nicht cool. Was ich übrigens sehr beruhigend finde.

    @Tochter Alice

    Thema Cross dresser. Also, von denen gibts mehr, als man glaubt. In UK tritt auch der sehr gute und extrem witzige Kabarettist Eddy Izzard in Frauenkleidern auf. Und mit Nagellack und schwarzen Lackstiefeln. Sieht sehr seltsam aus und man erwartet eigentlich, dass er dann auch dazu Comedy macht... tut er aber nicht, Eddy Izzard sieht immer so aus, das ist einfach seine Persönlichkeit. Ich finde das Thema faszinierend, weil es eines der letzten Tabus ist, die es noch gibt. Ausserdem wird das nur bei Männern als seltsam empfunden, wenn wir Mädels im Anzug und mit Boots und Fedora-Hut rumlaufen, findet das keiner auch nur bemerkenswert.

    ACHTUNG SPOILER. Wer mit Teil 3 noch nicht durch ist, hier nicht weiterlesen!!!



    Tja, das mit der Kräuterfrau Mary Moran errät man wohl zu schnell. Wollte das noch ändern, weil es kurz vor Drucklegung von ersten Testlesern dieses Feedback gab. Mein Agent jedoch hat abgeraten, weil ich den Verlag verärgern würde. Ein Buch noch mal anzufassen, wenn es schon gesetzt ist, produziert Arbeit und Kosten.

    Er sagte, das Buch sei auch so sehr unterhaltsam und auf das berühmte "Who has done it?" käme es nicht so an. Heute finde ich, ich hätte auf den Änderungen bestehen müssen... aber vergesst nicht, ich bin Anfängerin. Das ist erst mein zweiter Krimi. Bin als Journalistin zwar Berufschreiberin, aber Fakten darzulegen ist was ganz anderes als Geschichtenerzählen. Man lebt und lernt. Fazit: Das nächste Mal muss ich mich durchsetzen. So was fällt mir schwer, lebe Konflikte lieber in Büchern aus, als im richtigen Leben. :)

    Das Buch ist aber hier noch nicht zu Ende. Emma hat ja noch ganz viele Sorgen und offene Fragen. Es wird also durchaus noch einmal spannend. Hoffe also, ihr bleibt mir gewogen und geht mit Emma mit bis ans Ende des Buchs.

    Hallo Delena,

    der Bandenkrieg ist vor allem Drogenhandel heute. Aber wesentliche Akteure haben auch eine IRA-Vergangenheit. Das Morden hat auch deswegen begonnen, weil sie sich gegenseitig beschuldigen, während der Hoch-Zeit der so genannten "Troubles" Mitte der 80er Jahre Informanten der Polizei gewesen zu sein. Die IRA ist der Krebs Irlands, so ähnlich wie Mafia und Camorra in Italien.

    Hallo Ingela, ja, Irland ist ein schönes Land. Aber auch ein armes Land und eines mit viel Regen. Ich lebe gerne hier, aber ein Land mit so einer schweren Geschichte - britische Kolonie, schwere Hungersnöte, Bürgerkrieg, Terror - hat auch wirklich dunkle Seiten. Die lassen sich aber vermutlich nur erfahren, wenn man dauerhaft hier lebt und das Vertrauen seiner Nachbarn gewinnt. Dann hört man, was sie wirklich denken. Die Iren reden viel und gerne... können aber auch stundenlang quatschen, ohne viel zu sagen. Das lernt man vermutlich, wenn man 1000 Jahre lang die Besatzer im Land hat: tu so, als wärst du offen und kooperativ, sag aber in Wirklichkeit kein Wort.

    Tja, das mit der IRA... nach dem Höhepunkt der "Troubles" gab es 1998 ja das Karfreitagsabkommen, das sich übrigens in diesen Tagen zum 20. mal jährt. Aber IRA war immer auch Waffenschmuggel, Banküberfall und Kidnapping, auch um Geld für den Kampf gegen die britische Armee zu beschaffen. Nach 1998 sind die ehemaligen IRA-Recken aber nicht einfach vom Gesicht der Erde verschwunden. Die sind alle noch da und viele stellen heute schlicht das Personal für die Organisierte Kriminalität in Irland. Im MOment bekriegen sich 2 kriminelle Familien in Dublin, die IRA Vergangeheit haben, die Hitchs und die Kinahans. Die schießen sich gerade gegenseitig tot. Es werden auch immer wieder mal Waffenlager gefunden, die es ja eigentlich auch gar nicht mehr geben dürfte. Also - der bewaffnete Freiheitskamof ist wohl vorbei, aber die kriminelle Energie ist immer noch da.

    Tja, meine Emma. Schwierige Person. Aber sind nicht alle interessanten Menschen am Ende auch schwierig? Ich wollte jemanden entwickeln, der eben auch Fehler hat und Probleme. Und Neurosen. Die meisten Leute haben ja auch eine dunkle Seite. Also auch Polizisten. Und das mit den Schmerzmitteln: Im Moment ist das in USA eine regelrechte Epidemie. Tausende werden abhängig von dem Zeug, das ist wirklich übel. Sollte es einen dritten Bank mit Emma geben (was letztlich der Verlag entscheidet), muss sie sich davon befreien. Das wird wohl nicht ganz einfach werden. Ich persönlich würde gerne noch einen dritten Band machen.. aber ich greife vor. Wir sind ja noch ganz am Anfang.

    Hallo, an alle, super, dass die Diskussion schon so angeregt verlaufen ist.

    Thema ärztliche Ethik: Eines kann ich, glaub ich, verraten, ohne einen Spoiler zu produzieren: Vikram wird es wohl schon bereut haben, das Erbe einer Patientin angenommen zu haben.... so was kann auch in Irland ein Nachspiel haben.

    Zum Thema Todesengel: Das Netz ist voller echter Fälle, sie passieren überall auf der Welt. Faszinierenderweise sind das oft Leute, die sehr engagiert als Heiler angetreten sind und dann den Druck nicht ausgehalten haben. Das zumindest habe ich in der Fachliteratur gefunden. Das ist das Thema von viel Bösem in der Welt: Gute Absichten, die dann aus komplett aus dem Ruder laufen und jede Menge Desaster nach sich ziehen.

    Das Krankenhaus in Sligo: In der Realität ist das ein Superteam, dass mir ziemlich genau vor einem Jahr das Leben gerettet hat. Ich hatte eine Sepsis im Bauch und extrem hohes Fieber. Es hat Tage gedauert, bis die Docs eine Kombi aus Antibiotika gefunden haben, die wirkte. Aber sie haben sie gefunden und nur das zählt. Also ... ein Buch und ein Krimi sind echt 2 Paar Schuhe. Aber das wisst ihr ja eh.

    Hallo Igela,

    ich habe Irland schon bereist. Auch, weil ich seit fast 3 Jahren hier lebe. Bin mit einem Anglo-Iren verheiratet, also einem Protestanten, dessen Vorfahren auf die britischen Besatzer zurück gehen. Kein ganz einfaches Erbe in diesem Land. Wir sind 2015 nach Irland zurück gekommen, um das alte Farmhaus der Familie zu renovieren. Es ist von 1781 und stand ein paar Jahre lang leer. Was einem da so alles widerfährt, steht auf meinem Blog "... und vor der Tür nichts als Schafe." https://www.bierach.com/blog

    Hallo, liebe Annabas,

    das mit Nordirland und dem Status als besetztes Land kommt auf die Perspektive an. Die Protestanten in NI sind in der Regel Unionisten und wollen britisch bleiben. Viele der Katholiken in NI - eine Minderheit - jedoch wollen nach wie vor ein vereinigtes Irland als Republik unter der Führung von Dublin. Die IRA rekrutierte ihre Kämpfer ja auch vor allem aus den Katholiken in Belfast und drumherum. Diese Leute sind ja alle noch da, so einfach verschwinden diese Konflikte nicht, auch nciht nach einem Friedensabkommen.

    Erinnerst du dich noch an das geteilte Deutschland? Das war auch eine Frage der Perspektive... wollte man die Wiedervereinigung oder doch lieber nicht? Jedenfalls sind von den vier früher mal geteilen Ländern - Deutschland, Vietnam, Korea und Irland - noch 2 übrig. Irland und Korea. Keine besonders attraktive Liste, wie ich finde.

    Schönen guten Tag in die Runde! Hoffe, die Bücher sind alle heil eingetroffen. Freue mich auf eine lebhafte Runde und auf Feedback. Der Autor ist ja oft sehr alleine mit so einem Text, ich lerne viel von Euren Reaktionen und sage daher jetzt schon mal herzlich Danke für all die Kommentare und Anmerkungen, die da hoffentlich eintrudeln werden. Bin übrigens auch für Fragen über das Schreiben an sich offen - nur heraus damit. Sonst gibt es ein paar Texte zu meiner Person unter "Persönliches" auf http://www.barbara-bierach.com. Dort steht auch mein Irland-Blog... falls Ihr Interesse daran habt, was ich hier so treibe. Einstweilen: Wünsche gute Unterhaltung

    eure Barbara

    Da habt ihr alle recht... es gibt viele lose Enden und daher soll es auch ein zweites Buch geben, falls der Verlag es auch will und drucken wird.
    Was mich umtreibt:
    Catherine ist auf freiem Fuss... was wird sie mit ihrer Freiheit nun anfangen?
    Emma hat ihrer Karriere einen dicken Dämpfer verpasst, weil sie den Fall (zumindest offiziell) nicht gelöst hat. Wird sie sich künftig damit zufrieden geben, Schafsdiebe zu jagen und sich von Murry anschnauzen zu lassen?
    Paul ist im Bau und es fragt sich, inwieweit er tatsächich IRA-Dreck am Stecken hat? Und wieweit wird Emma gehen, um den Vater ihres Kindes frei zu kriegen?
    Wie geht es mit James weiter? Werden die zwei ein Paar?


    Also, wenn es nach mir geht, muss Emma noch mal ran in einem zweiten Band.


    Ich akzeptiere die Kritik, dass die Begegnung von Margaret und Catherine in einem Altenheim in Manchester ein unwahrscheinlicher Zufall ist. Aber solche Zufaelle gibts. Ich zum Beispiel habe die gleiche Frau - eine Gynäkologin aus München - ZWEI Mal unanghängig voneinander in aufeinadner folgenden Jahren unverabredt im Urlaub getroffen, einmal auf den Seychellen und einmal auf Kreta. Das ist fast so unwahrscheinlich wie ein Krokodil in der Isar.


    Aber wie gesagt: Ich wollte einfach eine irische Familiengeschichte schreiben, die die Geschichte dieses Landes und seiner Kirchen etwas verständlicher macht... und diese Geschichte habe ich am Ende als Krimi verkleidet. Mich interessiert als Autorin einfach am meisten, wie Menschen miteinander umgehen, was sie einander antun. Insbesondere, wenn sie sich nahestehen, zB in einer Familie.
    Für mich ist das ein steter Quell des Erstaunens und des Lernens. Der Mensch, das unbekannte Wesen.


    Euch allen vielen Dank und ein dickes :bussi: für eure Zeit und Geduld und das Feedback.
    Hoffentlich sehen wir uns alle auf diesen Seiten hier mal wieder.
    Alles Liebe und Gute!
    Eure Barbara

    Meine Damen, also ich muss sagen, ich bin echt beeindruckt von dem, was ich hier sehe. Es ist wirklich eine Ehre, wenn ein Text so aufmerksam gelesen und analysiert wird. Ihr macht mich ganz demütig, Ladies. :-[
    Dieses Buch ist mein erster Versuch als Erzählerin und ich bin froh, dass ihr die meisten meiner Drehs und Wendungen nachvollziehen könnt. Ich wuenschte, wir koennten das hier mit Roman Nummer 2 machen, bevor er gedruckt wird - dann könnte ich die Schwachstellen ausbügeln und würde eher kapieren, warum die Leser eine Figur mögen und eine andere nicht überzeugend finden.


    Im Gunde genommen habe ich hier eine Familiengeschichte erzählt, die gewissermaßen als Krimi verkleidet ist. Ich fand das Thema einfach wichtig, weil es sozusagen in jeder zweiten oder dritten irischen Familie so ein "gefallenes Mädchen" gab und tausende von Kindern, die in Heimen großgeworden oder nach England verbracht wurden zur Adoption. Ohne den Mord natürlich, den hab ich erfunden. Und Emma, James und Murry sowieso.


    Was Polizeiarbeit angeht: meine Gespraeche mit Exbullen - das Pub in userem Dorf zB wird von einem Ex-Garda geführt - haben mir so manchen Zahn gezogen. Das ist alles viel langsamer, detailreicher und langweiliger, als ich das der Krimileser so vorstellt. Und Serienkiller zum Beispiel - wie bei Mankell oder Nesbo - sind EXTREM selten. In Irland zB gab es noch nie einen Massenmörder, mal abgesehen von der IRA. Nun fragt sich, wieviel Realismus so ein Buch verträgt, aber letztlich wollte ich hier keine Detektivin darstellen, die komplett vom Mars ist. Das muss schon irgendwie alles im Boden des County Sligo verwurzelt sein, sonst ist es ja kein Irlandkrimi, sondern einfach nur Quatsch.


    Zum Plot will ich mich nicht äussern... nachher mach ich einen Fehler und sage zuviel, dann ist alles versaut. Also hülle ich mich hiermit in mysteriöses Schweigen und lasse euch :lesen: