Beiträge von Eva

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    Liebe Leserinnen,


    jetzt will ich mich doch noch kurz vor Schluss auch noch einklinken und mich für eure Kommentare, euer Engagement und eure Begeisterung bedanken.


    Auf das Thema bin ich gekommen, als ich im Rahmen einer Aufnahmeleitung für eine TV-Doku sogenannte französische Kriegskinder (heute 70-jährig) interviewt habe. Sie haben sich in der deutsch-französischen Vereinigung "Herzen ohne Grenzen" zusammengeschlossen, um ihrer weitgehend unbekannten Identität auf die Spur zu kommen. Viele von ihnen haben über Halbgeschwister etwas über das Leben ihres unbekannten meist verstorbenen Vaters erfahren, andere suchen mit Fotos und wenigen Informationen noch immer nach ihren Wurzeln. Man geht allein in Frankreich von 200.000 (!) dieser Kriegskinder aus.


    Auch war es mir wichtig zu zeigen, dass die ersten Jahre der Besatzungszeit wohl erstaunlich harmonisch abliefen. Die Franzosen (überwiegend Frauen) erwarteten grausame und gesetzlose deutsche Soldaten und waren erst einmal angenehm überrascht, wobei es da sicher auch Ausnahmen gegeben haben mag. Grundlage waren für mich überlieferte Zeitzeugenberichte aus der Region, die mir das Gerüst für den historischen Teil lieferten und den Roman lebhaft und authentisch werden ließen.


    Dass deutsche Soldaten und damit der ehemalige Feind nach Kriegsende ihre Lieben und den Nachwuchs im Ausland aufsuchten, kam so wohl nicht vor. Es wurde von den jungen Männern erwartet, schnellstmöglich den elterlichen Betrieb zu übernehmen, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Niemand hätte verstanden, wenn sie ihren nostalgischen Gefühlen nachgegangen wären, Liebschaften im Krieg überdauerten kaum die Friedenszeiten. Es war eine losgelöste Zeit mit anderen Regeln und Gesetzen, auch wenn die Folgen bis weit in die nächsten Generationen hineinreichten. Das gilt wohl für jeden Krieg ...


    Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, das französische Ambiete authentisch zu beschreiben und ich euch die Schönheit der Normandie näherbringen konnte.


    Vive la France et vive l'amour!
    Herzlich, Eva Philippon