Beiträge von Ulrike Günkel-Kohl

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    Kunz gesteht diesen Mord Schumann gegenüber ein. Wenn er es aber geschafft hat, den als bärenstarken Thomas beschriebenen Bockewirth zu ermorden, dann wird er bei den anderen auch keine großen Probleme gahabt haben, was meint ihr?


    Bei dem angeblichen Selbstmord des Tischlers war er noch nicht Schumanns Lakai, kann diesen also nicht getötet haben. Nein, ich glaube noch immer, dass hinter den Morden jemand anders steckt, der Schumann immer im Blick hat und dann die Gunst der Stunde nutzt bzw., wie bei Bockewirth, anderen die schmutzige Arbeit des Tötens überlässt.



    Schumann wirbt um Sophia. ( ... ) Und wenn ich seine Gedanken hier lese (zum Beispiel, dass er sie fügsamer machen will etc oder seine Vergleiche von Pferden und Frauen) werde ich richtig zornig!


    Das ist auch zum Zornigwerden! Das Schlimme ist, dass, wenn er erstmal Sophia in seiner Gewalt hat ( was hoffentlich nie geschehen wird ), ihm das Gefügigmachen auch gelingen wird - mit Gewalt. Dass er dazu fähig ist, wissen wir inzwischen längst...



    ( ... ) Aber sie hat das Kind geboren und dann umgebracht. Wie verzweifelt muss sie gewesen sein in dieser Zeit! Es beweist die grausame Doppelmoral, dass sie deshalb noch eingesperrt und dem Henker ausgeliefert wird. Schumann, der ja auch beteiligt war, passiert gar nichts. Da fragt niemand nach!


    Und er fühlt sich noch dazu frei von jeglicher Schuld, was ein übles Licht auf ihn wirft. Diese Folter und die zu vermutende Hinrichtung danach geht ganz allein auf seine Kappe, und ich bin mir ziemlich sicher, dass Fälle wie die Katrinas nicht ungewöhnlich waren. Das macht mich erst recht wütend!



    Es ist bezeichnend für Sophie, dass sie Jonas sofort zu sich nimmt um ihn eventuell zu beschützen, weil ja Marias Großmutter bereits erkrankt ist.
    Es ist ja wirklich großherzig von ihr - aber vom seuchenhygienischen Standpunkt war das nicht klug, eigentlich sogar gefährlich. ( ... )


    Diese Handlungsweisen schätze ich so an Sophia. Sie hilft, wenn sie sieht, dass es notwendig ist, sie setzt sich dann sogar über Konventionen hinweg. Würde sie das doch auch tun bei der Wahl ihres zukünftigen Gemahls!



    ( ... ) Magister Fuchs vermutet eine Codierung und interessiert sich sehr für das Buch. Ich bin schon neugierig, ob wir noch erfahren werden, welches Geheimnis es verbirgt (oder ob das der Inhalt des nächsten Bandes sein wird!)


    Letzteres hoffe ich doch sehr! Zwar finde ich Cliffhanger am Ende eines Abschnitts gerade in Leserunden spannend, aber ein Buch sollte doch nicht damit enden, sondern in sich abgeschlossen sein. Das ist auch der Grund, warum ich keine Anhängerin von Buchreihen/Serien bin.

    Immer besser lernt man den hinterhältigen Schumann in diesem Abschnitt kennen, worauf man aber auch gerne verzichten könnte! Frei von jeder Moral und Einsicht in sein schändliches Treiben spürt er nicht die geringsten Skrupel, Katrinas Vater umzubringen.
    In Bezug auf das Mädchen, das durch den Henker von Dresden schreckliche Torturen zu erleiden hatte, hat er nicht den Funken eines schlechten Gewissens. Ich fasse es einfach nicht!


    Unverständlich ist für mich auch, dass Sophia, die ja nun schon einige widerwärtige Facetten an ihrem Brautwerber kennengelernt hat, sich nicht ganz entschieden von ihm fernhält, ihn stattdessen noch in gewisser Weise vor sich selbst in Schutz nimmt, Rechtfertigungen für sein Verhalten sucht.
    Sie muss doch sehen, was ihr blühen wird, sollte sie tatsächlich einwilligen, ihn zu heiraten! Ade Freiheit - und allnächtlicher Beischlaf auf wahrscheinlich auch noch perverse Art.
    Bleibt zu hoffen ( ich merke, dass ich während des gesamten Romans bis jetzt nur am Hoffen bin! ), dass ihr noch rechtzeitig nachdrücklich die Augen über ihn geöffnet werden.


    Wie befürchtet, wurde der dritte der Schatzräuber umgebracht: Bockewirth! Und wieder wird sein Tod zum Selbstmord erklärt. Der Bader, der Magister, der Maler und Sophia wissen genau, dass dem nicht so ist, ebenso wie der Mörder Kunz ( ich kann kaum glauben, dass es diesmal wirklich dieses üble Subjekt ist, das gemordet hat, denn so ginge ja meine schöne Theorie mit dem Unbekannten im Hintergrund flöten...) und sein Auftraggeber Schumann.
    Jetzt bleibt nur noch Sophias Vater übrig, der sich momentan aber glücklicherweise auf Reisen befindet.
    In diesem Zusammenhang - war Petters Unfall mehr als das? Wollte jemand verhindern, dass Weyner die Stadt verlässt oder sie mit dem zuverlässigen und erfahrenen Kutscher Petter verlässt??


    Endlich tritt der Magister langsam aber sicher in den Vordergrund. Er ist nicht nur ein Mann mannigfaltiger Talente, sondern auch, wie immer mehr bestätigt wird, ein aufrechter und einfühlsamer Mann, der freilich das eine oder andere Geheimnis hüten mag. Ein sehr ungewöhnlicher und aufgeschlossener Mann für die Zeit, in der er lebte, möchte ich meinen. Ein Freidenker, einer, der nichts hinnimmt, dafür aber vieles hinterfragt und zu seinen eigenen Schlüssen kommt.
    Und wenn jemand das Rätsel um das geheimnisvolle Buch lösen kann, das Sophia ihm zum Glück endlich gezeigt hat, dann ist er es. Ein paar gute Ideen hat er ja schon. Zudem glaube ich, dass er eine ziemlich genaue Ahnung hat, worum es in dem Buch geht ( und das auch Schumann aus den Wortfetzen seines leiblichen Vaters vor dessen Tod geschlossen hat )


    Dann, gegen Ende dieses vierten Abschnitts, scheint, oh Schreck, die Pest wieder zurückgekehrt zu sein, und sie fordert ihre ersten Opfer. Hoffentlich trifft es nicht den kleinen Jonas, den Sophia so selbstverständlich mit in ihres Vaters Haus genommen hat.
    Auch der Magister hat seine Erfahrungen mit der Pest gemacht, wie man erfährt, - und dabei Frau und Kinder verloren.
    Ich vermute, dass er zu jener Zeit als Arzt gearbeitet hat und ob seiner Machtlosigkeit, die Seinen zu retten, dieses Metier aufgegeben hat. Doch ahnt Sophia, wobei ich in diese Ahnungen einstimme, dass noch mehr dahintersteckt...


    Ach, noch etwas fällt mir auf: das häufige Auffinden von toten Ratten, von denen man weiß, dass sie Pestüberträger sind. Wusste man das damals auch? Ich meine mich zu erinnern, dass der Bader ganz zu Anfang über den Zusammenhang zwischen Pest und Ratten gesprochen hat.
    Auf jeden Fall aber weiß er um die Notwendigkeit absoluter ( was im 16. Jahrhundert wohl gar nicht möglich war ) Sauberkeit und Reinlichkeit, zu der er den Weynerschen Haushalt anhält. Auch er, der Bader, ist, wie sich ja schon früh abzeichnete, ein wirklich erstaunlicher Charakter in dieser Geschichte. Wissbegierig und engagiert wie der Magister scheint er seiner Zeit ebenfalls voraus zu sein.


    So langsam läuft der Roman nun auf sein Ende zu - und ich hoffe vor allem, wie immer wieder gesagt, was beweist, wie sehr mir die Geschichte im Kopf herumspukt, dass sich meine Befürchtungen bezüglich einer Verbindung Sophia - Ekel Schumann nicht bestätigen, dass sie, die einen für gewöhnlich so klaren Blick für Dinge, Menschen, Situationen hat, möglichst schnell sieht, welches Spiel Schumann treibt. Letzterem wünsche ich natürlich zum wiederholten Male all das Böse, das er anderen angetan hat und, wird er nicht gebremst, noch antun wird. Doch befürchte ich, dass er sich, was auch immer über ihn ans Tageslicht kommt, aus mehr als einer Schlinge, vielleicht sogar aus der des Teufels ziehen wird, aalglatt wie er ist....

    Gut, dass dieses Thema mal angesprochen wird! Bei manchen Runden geht es ewig nicht voran, dann wieder geht es zu schnell.
    Wenn ich in dieser Woche nicht Ferien gehabt hätte, hätte ich ganz sicher Probleme gehabt, zügig zu lesen. Zwei Wochen sind völlig in Ordnung, sind zu schaffen, ohne dass ich mich stressen muss, doch die letzten Runden, an denen ich hier teilgenommen habe, waren im Grund von den meisten Teilnehmern schon nach der ersten Woche absolviert. Die Nachhängenden, die aber durchaus in der Zeit sind, haben es schwer, noch in Diskussionen einzusteigen.... Das meiste ist dann schon mehrfach gesagt worden.


    Der Tod von Anton geht ganz allein auf das Konto von Schumanns Handlanger, dass einzige was Schumann daran interessiert ist, ob er zuvor noch genügend Informationen preis geben konnte.


    Da bin ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so sicher. Kunz hat dem Seiler die Schlinge um den Hals gelegt, das hat er auch zugegeben. Aber hat er sie auch zugezogen? Immerhin behauptet er, er hätte draußen Geräusche gehört und sei nachschauen gegangen. Als er zurückkam, war der Seiler bereits tot, so sagt er. Da ich ja immer noch meine Theorie mit dem Unbekannten habe, der im Hintergrund auf seine Chance wartet, bin ich sehr geneigt, dem üblen Landsknechtsubjekt hier zu glauben.



    Erst vergreift er sich regelmäßig an sie und dann wirft er sie hinaus, nachdem sie von ihm (wahrscheinlich) schwanger ist. Primitiver geht es ja nun wirklich nicht, hoffentlich bekommt er seine gerechte Strafe für seine Vergehen.


    Ja von wem soll sie denn sonst schwanger sein!? Sie ist ein einfach gestricktes, anständiges Mädchen, das überhaupt keine Mittel hatte, sich gegen ihren Arbeitgeber zur Wehr zu setzen. Und ja, dafür soll er in der Hölle unter seinesgleichen schmoren - für alle Ewigkeiten!


    Schumann weiß jetzt definitiv, dass Sophia das Buch hat und Sophia hat da das richtige Misstrauen, sie sagt ja, dass Schumann etwas lauerndes hat - solange sie dabei bleibt und sich nicht um den Finger wickeln lässt, habe ich noch Hoffnung, dass sich die beiden nicht ineinander verlieben, das ist für mich weiterhin das Worst Case-Szenario...


    Sophias Liebe gehört doch schon längst dem Maler. Im Moment möchte sie, wiewohl widerwillig, ihre Tochterpflicht erfüllen oder das tun, was sich für eine Bürgerstochter damals gehörte. Daher schaut sie sich nach einem passenden Ehemann um - und Schumann hat ja feine Manieren und schlecht sieht er auch nicht aus. Doch vertraue ich darauf, dass sie ihm bald hinter das Gesicht blickt. Ewig kann sich keiner verstellen.



    Auch toll, wie schön hier nähere Informationen über das Buch abgewürgt werden, ich wäre auch interessiert daran, wie Simon eigentlich dazu gekommen ist.


    Das ist für mich klar: als die vier Freunde oder in welchem Verhältnis auch immer sie zueinander standen, die vier Kisten fanden, bekam jeder von ihnen eine - und in Weyners Kiste befand sich halt dieses unselige Buch. Pech für ihn, zumal er offensichtlich nichts damit anfangen konnte und noch immer nicht kann.
    Außerdem glaube ich, dass Weyner längst bereut, an dem Diebstahl beteiligt gewesen zu sein, deshalb das "Abwürgen", wie Du es nennst.

    Cool! 8) Vielleicht kannst du mir da auch weiterhelfen: Ich habe über diesen Treidelknoten gelesen, aber bisher nirgends gefunden, wie man den genau knüpft. Ich nehme an, dass ist wahrscheinlich irgendein Seemannsknoten, der noch einen anderen Namen haben könnte? ??? ???


    Er ist definitiv ein Seemannsknoten und wurde in der Binnenschifffahrt zum Treideln, also zum Schiffeziehen verwendet. Soweit mir bekannt ist, hat er keinen anderen Namen und ich kenne auch keinen anderen Knoten, der auf die Art des Treidelknotens geknüpft wird.
    Er knüpft sich übrigens ganz einfach - und würdest Du jetzt neben mir sitzen, hättest Du ihn binnen fünf Minuten gelernt! ;D


    Man muss Sophia zugute halten, dass sie bisher auch keinerlei Hinweise auf ein mögliches Motiv hat, warum Schumann überhaupt solche Intrigen spinnen sollte, dass er um sie wirbt, um über sie an das Buch zu kommen.


    Das ist schon richtig. Doch traue ich Sophia durchaus einen gewissen Instinkt für Menschen zu. Einen guten Geruchsinn hat sie ja - und wenn ich mich recht erinnere, ist ihr Schumann vom Duft her nicht sooo sympathisch. Obwohl sie im Moment noch davon entfernt ist, ihn nicht "riechen" zu können.



    Ich hoffe auch immer darauf, dass Niklas vielleicht einen so großen Auftrag bekommt, der ihm eine erkleckliche Geldsumme einbringt und er dann die Bürgerrechte erwerben könnte. Das zusammen mit einer gewissen Berühmtheit könnte seine Chancen auf ein gemeinsames Leben mit Sophia hoffentlich drastisch steigern. Nur sollte das alles ziemlich kurzfristig geschehen, denn Sophia soll bald unter die Haube gebracht werden ... und daher habe ich leider ziemliche Zweifel, dass mein Wunsch sich erfüllen wird.


    Wie sehr hoffe ich darauf, dass etwas Derartiges geschehen möge! Aber dann würde er zum Konkurrenten des Ekelpaketes Schumann werden. Und ob der sich die sicher geglaubte "Butter" vom Brot nehnen lassen würde!? Überhaupt - was wird er tun, wenn er merkt, wovon ich überzeugt bin, so gerissen, wie er ist, dass Sophia und Niklas ineinander verliebt sind? Mir schwant Böses.... :o


    Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden! Ich war auch schon in einer Leserunde die einzige, die mit dem Buch nicht klarkam.


    Ja, ich auch! Habe mich dann als schwarzes Schaf gefühlt und mich gefragt, ob etwas mit mir nicht stimmt, ob ich zu blöd bin, zu verstehen, was der Autor/die Autorin uns sagen wollte.
    Das ist aber die falsche Einstellung, denn, wie Caren ganz richtig sagt, die Geschmäcker sind halt verschieden. Und das ist auch gut so! ;D


    Hmmm... es tut mir leid: anscheinend bin ich die einzige, die die Wolkenfischerin nicht als wundervoll romantische Slapstick-Komödie lesen kann, als Märchen ohne wirklichen Realitätsanspruch...


    Na klar, ein Märchen! Ein zauberhaftes Märchen voller Verwirrungen und anrührender Szenen! So habe ich den Roman von Anfang an gelesen und keine Sekunde nach dem Realitätsanspruch gefragt. Und deshalb kann ich auch meine ungetrübte Freude an und mit dem Buch haben.
    Aber natürlich gehen wir alle mit den unterschiedlichsten Erwartungen an eine Lektüre heran - die meinen erfüllt die Geschichte voll und ganz... ;)



    ( ... ) Aber warum hat sie dann die knapp 10 Jahre, die sie nun in Berlin ist, nicht genutzt um das Studium nachzuholen? Besser spät als nie - und das Thema interessiert sie doch offensichtlich!


    Gasthörerin war sie ja - schon das warf so einige Fragen bei mir auf, auf deren Beantwortung ich aber geduldig warte...



    Interessant ist auch Valéries Verhaftung - es wird sicher noch erklärt, wie es dazu kommen konnte! Denn eine Valérie lässt sich sicher nicht ohne einen triftigen Grund verhaften! 8)


    Kurzfristig hatte ich die Idee von einer geistigen Umnachtung. Ansonsten aber kann ich mir nicht erklären, warum Valerie versucht haben sollte, ein Ausstellungsstück zu stehlen...


    Maelys gâteau breton ist gestern wirklich ganz ausgezeichnet gelungen - herzlichen Dank für das Rezept! :blume:


    Ah, ich wollte mich schon nach dem Resultat erkundigen ( ich habe ihn fürs Wochenende auf dem Backplan ;))


    Maelys hat ungeahnte Fähigkeiten: Sie kann den Außenborder bedienen. Ich glaube, sie hat viel vom Vater gelernt. Claudia hingegen hat Angst vor dem Wasser, vor dem Meer.


    Ja, die Schwester hat so einige Talente ( Backen scheint aber nicht dazu zu gehören ;)).
    Claires Seekrankheit jedoch hat mich schon sehr überrascht. Dass sie Angst vor dem Meer hat, ist aber wohl eher auf den Unfall des Vaters zurückzuführen, der, so wurde bereits angedeutet, offensichtlich im Meer umgekommen ist.



    Claire sollte sich auch dringend um ihre Tante Valerie kümmern, da sie ja scheinbar verhaftet wurde.


    Das Problem ist, sie zu kontaktieren, da sie ja keine Telefonnummern mehr hat, durch den denkbar ungeschickten Verlust des Handys. Sie muss schon nach Paris fahren...

    Was sind sie doch stur und eigenwillig, die Bretonen! Unwillkürlich fühle ich mich gerade im letzten Teil dieses Abschnitts an die Monsieurs Asterix und Obelix und ihr Dorf erinnert! ;)
    Köstlich liest sich das. Und ich bin hin und hergerissen zwischen einem Lachen, das sich kaum bezähmen lassen und einem, das mir am liebsten in der Kehle steckenbleiben möchte...
    Was hat Gwenaelle da nur angerichtet - und was muss der arme Sebastian wegen ihres Wirrwarrs erleiden!


    Doch erstaunlicherweise ist er im Großen und Ganzen Herr der Lage. Weder ergreift er die Flucht vor diesem Dorf und seinen unmöglichen, wildgewordenen Bewohnern, noch empört er sich über die Behandlung, die ihm zuteil wird. Amüsiert er sich gar? Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass er, nachdem er von der Insel gerettet wurde und die Möglichkeit hatte, sich auszuruhen, ein stilles Vergnügen an der Tragikkomödie hatte, die sich da auf seine Kosten abspielte!


    Und großartig, wie er am Schluss des Abschnitts mit seiner Rede das gesamte Dorf, bis auf Nicolas natürlich, auf seine Seite zog, wie er genau den Nerv der Leute traf! Eine männliche Ausgabe der Tante Valerie aus Paris, kommt mir dabei in den Sinn.
    Summa summarum - ich finde keine andere Erklärung für seine Langmut als Liebe! Liebe zu Claire, die er am Schluss laut herausposaunt, denn als er da mit den vielen verschiedenen Blautönen begann, hat er das, davon bin ich überzeugt, vollkommen ernst gemeint!


    Während Gwenaelle/Claire jetzt eine sehr originelle, redlich verdiente Lektion verpasst bekommt für ihre Schwindeleien, die nun, notgedrungen, eine nach der anderen ans Licht kommen ( und wie schwer sich Claire damit tut, wie sie sich innerlich und äußerlich windet und tausend Ängste durchlebt, ist amüsant und mitleiderregend gleichzeitig ). Doch nein, alle Lügen deckt sie nicht auf! Sie gibt nur zu, was sie nicht mehr länger aufrecht erhalten kann. Wie einst Scarlett O'Hara verschiebt sie den Rest auf morgen...


    Doch die für sie bedeutsamen Enthüllungen, weil sie ihr ernsthaft ihren Job kosten können, warten schon vor der Tür: zuerstmal ist da Tante Valerie in Paris - in Polizeigewahrsam, wenn ich das richtig verstanden habe! Was um Himmels Willen hat sie denn da wohl in der Ausstellung angestellt? Dass sie wirklich etwas stehlen wollte, sie, die doch alles hat, was sie für das Leben, das sie führt, braucht, sie die perfekte Lebenskünstlerin, glaube ich auf keinen Fall. Es sei denn, sie war kurzfristig geistig umnachtet, wofür aber keine Anzeichen sprechen. Was sonst mag da geschehen sein?


    Im Moment könnte Claire sie nur erreichen, indem sie sich auf den Weg nach Paris macht. Ihr Handy ist futsch und mit ihm all die gespeicherten Kontakte.
    Der Fluch der Technik! Und wie hilflos man doch mit einem Mal ist, wenn diese versagt! Das sollte einem eine kleine Warnung sein, manchmal auch noch Stift und Papier zu benutzen. Aber das gehört nicht hierher...
    Ich bin nun extrem neugierig, welche Wendungen, die das heillose Kuddelmuddel entwirren und erklären, in den letzten beiden verbleibenden Abschnitten auf uns warten!


    Ich hab beides. Wärmflasche wenn es sehr kalt ist - Kerndlkissen, wenn es ein bisserl kalt ist. ;D


    Amüsiert verfolge ich Euren Austausch zum Thema Wärmequellen! ;D
    Nur so viel: mein Sohn hat sich sowohl an elektrischem Heizkisten, als auch an defekter Wärmflasche, als auch an Kirschkernkissen jeweils unschön verbrannt...
    Deshalb bevorzuge ich das warme Fußbad und dicke Socken aus Schafswolle - garantiert ungefährlich!


    Es geht ja um ein Buch, dass die Menschen heilen kann - egal wie krank er ist. Oder hab ich das falsch in Erinnerung. Geht es da nicht auch ein wenig um "ewiges Leben", was ja ein grauslicher Gedanke wäre...


    Aus Sophias Sicht geht es in dem Buch um Heilkunde - aus Schumanns Sicht gewiss nicht, denn es ist ihm sowas von egal, ob gegen die Pest oder andere Plagen der Menschheit ein Mittel gefunden werden kann oder nicht. Für ihn gibt es nur ihn selbst, seinen sozialen Aufstieg und Bereicherung.
    Als sein leiblicher Vater Johannes ihm kurz vor seinem noch immer nicht klaren Tod von dem Buch erzählte, war die Rede von einem Mittel, mit dessen Hilfe Unsterblichkeit erlangt werden kann. Eine Art Alchemie also. Dafür lohnt es sich für einen wie ihn schon zu töten! :o Nicht, dass er direkt einen Grund brauchte....


    Ich habe erst gedacht, das der Magister Fuchs Gefühle für Sophia hat. Aber da habe ich mich getäuscht.


    Ich glaube nicht, dass Du Dich da getäuscht hast! Fuchs hat sehr wohl Gefühle für Sophia, tiefe, freundschaftliche - aus denen aber sehr wohl Liebe erwachsen kann! Soweit ich mich entsinne, ist er mehr als zwanzig Jahre älter als die junge Frau, was per se erstmal kein Hinderungsgrund wäre, für den Magister aber doch. Außerdem lebt er als Hausgast bei ihrem Vater, das heißt, er hat nicht die Mittel, sich eine eigene Bleibe zu leisten ( vermutlich! ) - somit ist auch er nicht standesgemäß.


    Was sein Verhalten Katrina gegenüber angeht, bin ich sprach- und fassungslos. Für ihn ist die junge Frau ja der letzte Dreck, die nun auch noch selbst daran schuld ist, dass sie schwanger ist?! Ich glaube, wenn Schumann in dem Moment vor mir gestanden hätte, hätte ich ihn eigenhändig erwürgt ( ... )


    Deinen Abscheu teile ich aus ganzem Herzen! Das Schlimme an der Geschichte ist, dass Sophia keinerlei Handhabe gegen den schlimmen Menschen hat, keine Möglichkeit auch, sich gegen ihn direkt zur Wehr zu setzen - außer sich mit einem Messer zu bewaffnen... Aber dann würde sie hingerichtet werden, selbst wenn es sich um Notwehr handelte.
    Ein weiterer Grund, recht dankbar zu sein, in der heutigen Zeit und in Deutschland leben zu dürfen!



    Dieser Widerling will tatsächlich um Sophias Hand anhalten und ihr Vater wäre ihm auch nicht abgeneigt. Im Moment lässt Simon Weyner seiner Tochter noch freie Hand, aber was wird geschehen, wenn seine Geschäfte immer schlechter laufen und die Weyners damit zunehmend unter Druck geraten sollten. ( ... )


    Oh Mann, ja! Dieselben Gedanken treiben mich auch um.... :o



    Fuchs ist echt ein toller und aufgeschlossener Mann; kurz hatte ich ja überlegt, ob er vielleicht dieser Agrippa ist, der aus irgendwelchen Gründen mit falschem Namen abtauchen musste, da er sich so über dessen Schicksal ereifert - das hatte eine ziemlich persönliche Note. Oder er teilt ein ähnliches Schicksal, bisher haben wir über seine Vergangenheit noch nicht viel erfahren.


    Der Gedanke hat was! Warum aber bist Du von diesem Gedanken wieder abgekommen?


    Dann stellte sich heraus, dass Anton eine Niete als Kiste hatte und wie vermutet hat Kunz Anton ermordet.


    Kunz aber behauptet Schumann gegenüber, dass ihm jemand zuvorgekommen sei! Ich glaube das, denn warum hätte Kunz lügen sollen? Der ist ja sogar noch stolz auf all die schändlichen Untaten, die er begeht. Aber - wenn er die Gelegenheit gehabt hätte, dann hätte er den Seiler getötet, dessen bin ich mir gewiss!



    Sophia würde gerne so frei sein wie Maria. Das merkt sie wieder als sie das Gespräch mit ihr hatte.


    Und obwohl Maria zu den Nicht-Privilegierten gehört, ist sie tatsächlich frei - was Sophia durch ihre Stellung gewiss nicht ist! Ja, da fragt man sich, wer von den beiden Frauen nun den besseren Teil erwischt hat. Aus heutiger Sicht sage ich natürlich sofort: Maria! ;D



    ( ... ) nun will Schumann um Sophia werben. Und da die finanzielle Lage von Simon wohl mehr Recht als schlecht ist, hat Schumann keine Bedenken das Simon zustimmen wird.
    Hintergrund ist natürlich auch, auf diesen Weg an das Buch zu kommen.


    Davon hat Schumann aber erst erfahren, nachdem er sich Sophia als seine zukünftige Gemahlin ausgeguckt hatte. Aber Du hast Recht - jetzt gibt es noch einen Grund mehr, sie für sich zu gewinnen!

    Während Sophia nicht locker lässt und ihrerseits Erkundungen über die Umstände des Todes des Seilers anstellt, sitzt Schumann wie eine Spinne im Netz und spinnt seine Fäden! Gruselig...
    Und die befürchtete Begegnung zwischen ihm und Sophia hat nun auch stattgefunden, er ist jetzt offizieller Anwärter auf ihre Hand, was der arme Simon Weyner, dessen Geschäfte schlecht laufen, gerne zu sehen scheint.
    Nach wie vor aber gilt sein Wort, dass es Sophia ist, die entscheidet, wen sie heiraten möchte. Hoffentlich bleibt es dabei, denn Balthasar Blechschmidt fällt nun wohl dank Sophias Vorpreschen, ihn direkt zu fragen, ob er etwas mit Onkel Antons Tod zu tun hat, aus.
    Und überhaupt wird es für Sophia eng werden, einen "passenden" Ehemann zu finden, denn ihr Treiben bleibt den Bewohnern der Stadt nicht verborgen. Sie können es nicht billigen, zumal Sophia sich gegen die herrschenden Regeln benimmt.


    Dass Balthasar plötzlich als Mörder in Verdacht kommt, ist natürlich den Intrigen des aalglatten Schumann geschuldet! Der Maler scheint der einzige zu sein, dem das klar ist, und er warnt auch Sophia, die aber noch kein Misstrauen gegen Schumann hegt. Genau damit hatte ich gerechnet, obwohl ich das Mädchen eigentlich für klug genug halte, hinter die Fassade des ambitionierten Stadtschreibers zu blicken.
    Aber, so frage ich mich, wer ist diesem Emporkömmling mit der schwarzen Seele denn überhaupt gewachsen? Er ist ein richtiger Teufel hinter seinem polierten Auftreten, täuscht alle, die in der Stadt etwas zu sagen haben. Da kann einem Angst und Bange werden - und nicht nur um Sophia!


    Diese fühlt sich immer stärker zu dem Maler hingezogen, was auf Gegenseitigkeit beruht. Es überrascht mich, wie scheinbar gleichmütig und selbstverständlich sowohl Sophia als auch Niklas hinnehmen, dass eine Verbindung zwischen ihnen nicht möglich ist. Sie beugen sich den herrschenden Konventionen, aber Niklas ist gleichzeitig auch Realist genug, um zu sehen, dass er nicht in der Lage ist, eine Frau, geschweige denn eine Familie zu ernähren.


    Was aber würde geschehen, wenn Sophia, die ja ansonsten ihren eigenen Willen hat, sich für den Maler entschiede? Müsste sie die Stadt verlassen? Würde sie ihre Stellung verlieren?
    Was geschieht übrigens, wenn Simon Weyner stirbt? Wem fällt dann sein Besitz zu? Doch wohl Sophia - oder sind weibliche Nachkommen, außer dass sie im Falle einer Verheiratung mit einer Mitgift ausgestattet werden, vom Erbe ausgeschlossen?
    Der Mann ernährt die Frau, nehme ich an, nicht umgekehrt! Aber hätte Niklas einen Meisterbrief und könnte sich die Pirnaer Bürgerrechte kaufen, - wäre er dann wieder ein geeigneter Bewerber um Sophias Hand? Der Schleimer Schumann hat sich diese Rechte schließlich auch mit seinen Tricks und auf unehrliche Art erkauft!


    Im Moment hat er, wie es aussieht, so einige "Baustellen": sich Sophia anzueignen, Katrina loszuwerden, den Rest des Schatzes nebst Buch in die schmutzigen Finger zu bekommen und den gefährlichen, skrupellosen Kunz in Schach zu halten. Mögen sich all seine Sünden baldmöglichst gegen ihn wenden!
    Was mag nun mit Katrina geschehen? Für Schumanns Verhalten ihr gegenüber fehlen mir die Worte - allein dafür soll er in der Hölle schmoren. Das Mädchen kann in ihrem Zustand auch nicht mehr nach Hause zurück. So befürchte ich, dass sie, die wahrhaft Unschuldige in dieser unfeinen Geschichte, sich womöglich etwas antun wird.


    Sehr riskant für Sophia und Maria ist auch, dass Kunz weiterhin herumlungert. Über kurz oder lang wird er Sophia in der Stadt sehen...
    Dass er aber den Seiler umgebracht hat, glaube ich nicht! Natürlich ist er skrupellos genug für so eine Tat - aber jemand kam ihm zuvor. Der große Unbekannte?
    Aus Kunzens abfälligen Erzählungen wissen wir auch von seinem Treiben mit Magdalena Bockewirth, zu dem ihn zwar Schumann angestiftet hat, das er aber, denn so ist er eben, mit grausamem Vergnügen in die Tat umgesetzt hat. Wie ein tollwütiger Hund ist er, und, ich wiederhole meine Gedanken aus dem zweiten Abschnitt, schade, dass Maria ihn bei der versuchten Vergewaltigung an Sophia nicht auch erwischt hat!


    Ansonsten lesen wir um das spannende Geschehen herum immer wieder von den geschichtlichen Ereignissen auf der Handlungsebene und den damaligen Gepflogenheiten. Viel, viel Neues und dem Geschichtsunkundigen Unbekanntes!
    Doch schau an, ein Gebiet, das hier eine wichtige Rolle spielt, ist mir sehr vertraut: Seile, Stricke und - Knoten! Durch gewisse Tätigkeiten in der Vergangenheit habe ich mir diese Kunst mal angeeignet, und so habe ich sofort aufgemerkt, als der Treidelknoten erwähnt wurde.... :)

    Ich kann mir Magister Fuchs trotzdem nicht wirklich als Mörder vorstellen. Aber als Magister, als Gelehrter hätte er sicher Interesse an dem geheimnisvollen Buch - sofern er von seiner Existenz weiß! Allerdings wären seine Methoden weniger mörderisch!


    Er ist trotzdem eine sehr interessante Person - immer im Hintergrund, aber als Untermieter im Haus des Weinhändlers eigentlich immer am Laufenden. Ich bin neugierig, ob wir noch mehr über ihn und seine Geschichte erfahren werden.


    Laut Glossar können Hausgenossen auch Untermieter sein, - ob das üblich war damals in Bürgerhäusern?
    Was Fuchs anbelangt, so kann ich mir nicht vorstellen, dass er ein anderer ist als der, den wir hier kennenlernen. Ich halte ihn für einen sehr geradlinigen Menschen, der auf der Suche ist nach Wissen und Wahrheit. Auch, weil er mir so sympathisch ist, dass ich ihn nicht anders sehen möchte!


    Haben wir es hier eigentlich mit einem historischen Kriminalroman zu tun? Irgendwie wohl schon. Dennoch muss ich mich hüten, meine "mörderische" Phantasie nicht ausufern zu lassen.... ;)