Beiträge von Andreas Brandhorst

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    Ich glaub ja nicht, dass jemand wie Jossul da wirklich eine Begründung für braucht. Der hat einfach nur einen kompletten Sprung in der Schüssel :krank:

    Als psychisch krank würde ich ihn nicht direkt bezeichnen, eher als religiösen Fanatiker. Er weiß genau was er will und ist zu gut organisiert. Außer du siehst Fanatismus als Krankheit, dann stimme ich dir zu.

    Jossul ist davon überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen und richtig zu handeln. Das macht ihn so gefährlich.


    Viele Grüße

    Andreas

    Und hier stelle man sich Eden vor, ein Universum aus virtuellen Realitäten, die die "große" Flucht ermöglichen, das Eintauchen und die Teilnahme an einer Welt, die ich mir selbst aussuchen und die ich in meinen Wahrnehmungen nicht von Wirklichkeit unterscheiden kann. Ich glaube, für viele Menschen wäre das eine große Verlockung.

    Und wer würde die Körper versorgen? Hängen die dann alle an Strippen und werden intravenös mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt? Den Katheter nicht zu vergessen.

    Wer weiß. ;) Auch hier gibt der Roman bald eine Antwort ...


    Viele Grüße

    Andreas

    Lars ist endgültig gelöscht. Dass er nicht im Grab lag, wussten wir ja, aber wie kann ein Mensch gelöscht werden? Reden wir wieder von Eden, aber zur virtuellen Realität gehört doch ein lebender Mensch? Das ist mysteriös und ich hoffe, da kommt später noch was zu.

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    Ja, das wird später erklärt. Es ergibt sich aus der Handlung.


    Viele Grüße

    Andreas

    Das stimmt, von *außen* betrachtet ist es nicht schön, nur eine Art Datenpaket zu sein, innerhalb einer simulierten Welt. Aber von *innen* gesehen gibt es keinen Unterschied zur Realität, d.h. die virtuelle Realität ist als solche nicht erkennbar, sie fühlt sich absolut real ein. Ich glaube, für viele Menschen wäre so etwas sehr verlockend.


    Viele Grüße

    Andreas

    Aber trotzdem weiß man, dass man einen Körper hat bzw. hatte. Wahrscheinlich muss man das erstmal selbst erlebt haben, um es vollständig nachvollziehen und bewerten zu können. So sehen wir hier nur eine Seite, die von „ außen“. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu eigen, wenn es um meinen Körper geht.

    Ich hänge ebenfalls an meiner körperlichen Existenz :) und würde es mir schwer überlegen, mich auf so etwas einzulassen. Andererseits ... Schon seit Jahren gibt es das Phänomen der Comouterspielsucht (insbesondere seit "Warcraft"), und Experten sagen voraus, dass dieses Problem umso größer wird, je bessere VR-Technik zur Verfügung steht. Es gibt ein weit verbreitetes Streben, *dieser* Realität zu entkommen (durch Spiele oder auch durch Drogen). Filme und Bücher sind in diesem Zusammenhang wie "kleine Fluchten" - sie kommen dem Bedürfnis des Menschen entgegen, mehr zu erleben. Und hier stelle man sich Eden vor, ein Universum aus virtuellen Realitäten, die die "große" Flucht ermöglichen, das Eintauchen und die Teilnahme an einer Welt, die ich mir selbst aussuchen und die ich in meinen Wahrnehmungen nicht von Wirklichkeit unterscheiden kann. Ich glaube, für viele Menschen wäre das eine große Verlockung.


    Viele Grüße

    Andreas

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    Es ist schön, andere Welten und Zeiten zu sehen, wozu man sonst keine Möglichkeit hat. Aber auf Dauer ganz in einem Programm aufzugehen ohne reellen Körper schreckt mich ab!

    Das stimmt, von *außen* betrachtet ist es nicht schön, nur eine Art Datenpaket zu sein, innerhalb einer simulierten Welt. Aber von *innen* gesehen gibt es keinen Unterschied zur Realität, d.h. die virtuelle Realität ist als solche nicht erkennbar, sie fühlt sich absolut real ein. Ich glaube, für viele Menschen wäre so etwas sehr verlockend.


    Viele Grüße

    Andreas

    Was mich allerdings wundert: kann Futuria die Aktionen nicht steuern?

    Ich frage mich auch noch, wie das mit den Avataren funktioniert in Eden. Eigentlich müsste die Welt doch komplett gesteuert werden können? Inwiefern existiert noch der freie Wille?



    Schöne Gedanken zum IS. Ich bin mir noch uneins, wie ich das einordnen soll. Dass Jossul sich so abgrenzt, ist erstmal etwas Positives, auf der anderen Seite überlege ich, ob es ihn noch gefährlicher macht. Er hält sich und seine Truppe für überlegter, wichtiger und ganz anders. Er sieht eine größere Notwendigkeit und ihre Mittel als legtimer an. Dennoch bleibt seine Gruppe eine Terrorgruppe. Vielleicht ist es wirklich so einfach, dass sie ein anderes Ziel verfolgen, aber ansonsten ähnlich sind. Aber dadurch dass das Ziel ein anderes ist, kann Jossul sich ihnen nicht anschließen.


    In Jossuls Psyche gibt es zahlreiche Kurven und Windungen. Er hält sich nicht für einenn Terroristen - aus seiner Verachtung dem IS gegenüber macht er ja keinen Hehl -, er hält sich auch nicht für einen "Bösen" im weitesten Sinne. Wie alle sehr gefährlichen Leute glaubt er, die einzig richtige Sache zu vertreten. Ideologie und Glaube sind die schärfsten Schwerter.


    Viele Grüße

    Andreas

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    Das ist eine Horrorvorstellung; zumal es ja immer (auch jetzt) solche Typen gibt und sie auch die notwendigen Mittel hätten, die Forschung voranzutreiben X(.

    Stimmt. Die Autokraten und Diktatoren, die wir sehen (und es mangelt ja leider nicht an ihnen), sind schon schlimm genug. Aber noch schlimmer finde ich die Vorstellung, dass sich hinter ihnen, unseren Blicken verborgen, die wahren Mächtigen befinden, ohne Namen für uns, mit allen Strippen in den Händen - und unsterblich. Ich fürchte: Wenn es jemals wirklich Unsterblichkeit geben sollte (und das halte ich durchaus für möglich), so werden wir nicht nur eine radikale Zweiteilung der Gesellschaft bekommen, sondern auch das endgültige Aus der Demokratie erleben. Die Unsterblichen werden sich die Macht aneignen, ob direkt oder indirekt, und nicht wieder abgeben.


    Viele Grüße

    Andreas

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    Ja, von Sophia bin ich bislang auch enttäuscht. Ohne Borris hätte sie mal grad Null unternommen.

    Sophia ist da in einer schwierigen Situation. Immerhin verdankt sie Futuria ihr Leben und glaubte bis vor kurzer Zeit fest daran, dass Futuria nur das Beste für alle Menschen im Sinn. Sie muss eine schwierige innere Kehrtwende vollziehen ...


    Viele Grüße

    Andreas

    Mit Hörbüchern konnte ich bis vor kurzer Zeit nichts anfangen, doch dann habe ich mir einfach mal eins genommen und hineingehört. Ergebnis: Ich war fasziniert. Ich glaube, viel hängt vom Sprecher ab, und Richard Barenberg halte ich für einen der besten.

    Und weil ich neugierig bin, frage ich gleich mal nach, welches Hörbuch das denn gewesen ist?!

    "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger, deren Romane ich sehr schätze.:daumen:


    Viele Grüße

    Andreas

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    Und da der Klimawandel schon so allgegenwärtig ist, verstehe ich den Drang nach Unsterblichkeit und somit nach einer zwangsweise endenden Überbevölkerung noch weniger. Vor allem weil die Menschen nicht weniger konsumorientiert sind, auch wenn sie hängende Gärten bauen. Stadtbegrünung ist im Übrigen wirklich an sich ein guter Ansatzpunkt, wenn es um Städteerwärumg geht. Ich habe dieses Jahr spannende Gespräche mit einem Landschaftsarchitekten diesbezüglich gehabt. Hm.

    Unsterblichkeit ist zunächst einmal ein Riesengeschäft, denn: Der Einzelne denkt nicht in großen Maßstäben, sondern vor allem an sein eigenes Leben und dessen Verlängerung - sollen sich andere um die Folgen von ewigem Leben für alle kümmern! Solchen Einstellungen begegnen wir tagtäglich. Derartige Entscheidungen werden nicht auf der Grundlage von Vernunft getroffen - was nützt der Welt, was schadet ihr? -, sondern allein auf der Basis von: Wie viel können wir damit verdienen, wie viel Einfluss können wir damit gewinnen? Geld und Macht sind der Maßstab.


    Die Begrünung von Städten wäre tatsächlich eine wirkungsvolle Maßnahme (von vielen nötigen) gegen den Klimawandel. Einige asiatische Metropolen gehen hier als Vorreiter voran, mit der Entwicklung von vertikalen (Hochhäuser!) Gärten und Anbauflächen. Das ist eine sehr interessante Entwicklung.


    Viele Grüße

    Andreas

    Sorry, aber Hörbücher sind absolut nichts für mich. Bei mir kommt die Stimmung der Geschichte bei einem Hörbuch nicht so rüber wie beim geschriebenen Wort. Ich weiß nicht, ob meine Gedanken abschweifen, oder ob nicht jedes gedruckte Wort gesprochen wird. Es baut sich einfach bei mir keine richtige Spannung auf.

    Mir sind Bücher auch lieber, aus dem gleichen Grund: weil ich besser in die Geschichte eintauchen kann. Mit Hörbüchern konnte ich bis vor kurzer Zeit nichts anfangen, doch dann habe ich mir einfach mal eins genommen und hineingehört. Ergebnis: Ich war fasziniert. Ich glaube, viel hängt vom Sprecher ab, und Richard Barenberg halte ich für einen der besten.


    Viele Grüße

    Andreas

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    Wenn der Körper tot ist, der Geist aber noch weiterlebt - wie ist das dann rechtlich? Eine natürliche Person? Und... wie weit nimmt jetzt Futuria Einfluss? Schließlich hat Futuria es möglich gemacht, dass der Papst in Eden wieder munter wird. Endet ihr Einfluss damit?


    Und wie ist das Leben in Eden? Unterliegt es den lästigen Zwängen wie hier das "reale" Leben - Arbeit, Hunger, Müdigkeit? Und wie ist das mit den Wünschen? Wenn ich in Eden alles sein kann, was ich will, kann ich dann auch alles haben was ich will? Oder zumindest Simulationen davon? So ein Leben stelle ich mir höchst unbefriedigend vor!

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    Sehr gut überlegt. Ich denke, im weiteren Verlauf der Handlung gibt der Roman die eine oder andere Antwort.


    Viele Grüße

    Andreas

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    Ich muss echt wissen, wie es weitergeht. Ich habe mir sogar das Hörbuch gekauft, damit ich die Lektüre nicht ständig unterbrechen muss. :totlach: (Richard Barenberg liest es übrigens großartig! Nur für den Fall, dass du Piper mal Rückmeldung geben möchtest, Andreas).


    Mir gefällt Richard Barenberg als Sprecher auch sehr, sehr gut!


    Wie ich an anderer Stelle geschrieben habe: Hörbücher werden immer beliebter - dieser Trend zeichnet sich seit einigen Jahren ab, und bei meinen Romanen ist er inzwischen sehr deutlich. Viele machen es wie du: Sie lesen das Buch und hören sich das Hörbuch an,


    Viele Grüße

    Andreas

    Lieber Andreas, hast du bei deinen Recherchen herausgefunden, wie die Überlebenswahrscheinlichkeit von Schimären heutzutage ist? Ich denke, Kreuzungen sind nur zwischen Rassen lebensfähig, aber nicht zwischen Arten, oder hat sich da was geändert mit CRISPR/CAT?

    Soweit mir bekannt, ist die Lebenserwartung solcher Kreuzungen noch immer gering. CRISPR/Cas9 ist eine Genschere, die gegenüber den vorherigen gentechnischen Methoden den Vorteil bietet, sehr präzise, relativ einfach zu handhaben und vor allem billig zu sein. Mit ihr kann man auf eine sehr eiffiziente Weise bestimmte Teile der DNA herausschneiden (daher "Schere") und durch andere ersetzen. Aber es ist kein Programmierwerkzeug, d.h. man kann damit das (sehr komplexe) Genom eines Lebewesens nicht neu programmieren, "nur" an einigen Stellen verändern.


    Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an das Schaf Dolly im Jahr 1996, das erste geklonte Säugetier. Es lebte nur bis zum Jahr 2003 und wies verfrühte Alterserscheinungen auf. Seitdem sind nur etwas mehr als 20 Jahre vergangen, und die Technik des Klonens ist wesentlich verbessert worden. In den USA kann man sich geliebte Haustiere klonen lassen - es ist eine alltägliche Sache, über die kaum mehr jemand redet. So schnell ist heute die technologische Entwicklung.


    Viele Grüße

    Andreas

    Also ich würde sowas wie Eden schon gerne ausprobieren :)

    Wie cool wäre es sich alle Orte auf der Welt anschauen zu können ohne hinreisen zu müssen. Das wäre vor allem für Leute toll, die eine Behinderung haben und das Reisen deswegen schwerer ist. Oder für Reisemuffel wie mich - ich könnte mir ganz gemütlich wenn ich das will Orte, die mich interessieren anschauen und Abends trotzdem in meinem eigenen Bett schlafen :abinsbett:


    Ja, das hätte wirklich was. Ich benutzte manchmal Google Earth, um mir fremde Städe anzuschauen und durch die Straßen zu "fahren", aber eine überzeugende virtuelle Realität würde das Gefühl vermitteln, wirklich dort zu sein. So weit ist unsere Technik natürlich noch nicht. Das heißt: noch nicht ganz - wir sind auf dem Weg dorthin


    Mal sehen, was "Ewiges Leben" noch zu diesem Thema zu sagen hat ...


    Viele Grüße

    Andreas

    Irgendwie stimmen die Seitenzahlen nicht mit meiner Ausgabe überein. Bei mir endet das 48. Kapitel mit Seite 219 und nicht 297. Ich habe ein eBook mit ePub 😳

    Die Seitenzahlen in ebooks stimmen nie mit denen des Prints überein, da sie, je nach ereader variieren. Beim Kindle zum Beispiel gibt es überhaupt keine Seitenzahlen. Deswegen werden immer die Kapitel angegeben, die stimmen überein. :-)


    Genau. Im Zweifelsfall am besten an den Kapiteln orientieren.


    Viele Grüße

    Andreas

    Hm, sehr interessant, wir leben in der Matrix

    Es ist ein altes Thema der Philosophie. Schon die alten Griechen fragten sich, ob wir überhaupt in der Lage sind, die Wirklichkeit als solche zu erkennen, oder ob sich alles in unserem Kopf abspielt. Und interessant: Nach der modernen Neuropsychologie ist unser Bewusstsein - also das, was wir für unser Selbst halten - ebenso eine Illusion wie der freie Wille.


    Viele Grüße

    Andreas