Beiträge von Andreas Brandhorst

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    Mir macht das Warten auch nichts aus, dann lese ich kurz vorher den ersten Teil eben nochmal 😎


    Also, der aktuelle Stand nach dem heutigen Verlagsgespräch ist dieser: Ich habe mir Bedenkzeit über Weihnachten genommen, um mir noch einmal alles gründlich durch den Kopf gehen zu lassen und Ideen zu sammeln (ich hätte da bereits die eine oder andere). Eventuell erarbeite ich ein erstes Konzept, das sollte eigentlich möglich sein. Nach den Festen, in der 2. Januarwoche, spreche ich noch einmal mit dem Verlag, und dann entscheiden wir gemeinsam. Es wäre ziemlich viel Arbeit, so um die zehn Monate, denke ich - der Roman lässt sich nicht so einfach dazwischenschieben. Wenn ich mich für eine Fortsetzung von "Das Erwachen" entscheide, müsste "Messias", geplant für Oktober 2020 verschoben werden, und das täte mir ein bisschen leid, weil der Roman bereits vorbereitet ist. Andererseits wäre ein zweiter KI-Roman sehr reizvoll ... :)


    Und genau darum hätte ich nichts gegen mehr Lebenszeit (sagen wir: zweihundert Jahre ;)) oder eventuell Unsterblichkeit einzuwenden: um alle Romane zu schreiben, die ich schreiben möchte.:buecher:


    Um zum Thema Gentechnik in "Ewiges Leben" zurückzukommen: Mit CRISPER/Cas9 könnte nicht nur wie in meinem Roman das Altern aus der DNA hertausgeschnitten werden. Es wäre auch möglich, dem Menschen ganz neue Fähigkeiten zu geben und sein Erscheinungsbild zu verändern (man denke an die Menagerien in "Ewiges Leben"). Wir könnten unsere Evolution, unsere weitere Entwicklung, selbst bestimmen.


    Viele Grüße

    Andreas


    Aus der aktuellen Leserunde von Terra weiß ich, dass diese Hypothese das wir alle in einer Simulation leben bereits wissenschaftlich untersucht wurde und wohl auch noch wird.

    Wen es interessiert:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Simulationshypothese


    Stimmt. Bei meinen Recherchen zu "Das Erwachen" habe ich mit einigen Leuten gesprochen, die entsprechende Untersuchungen anstellen. Es gibt tatsächlich Wissenschaftler, die herauszufinden versuchen, ob unsere Welt eine virtuelle Realität ist. Die sonderbaren Vorgänge im quantenmechanischen Mikrokosmos könnten einen Hinweis liefern ...


    Viele Grüße

    Andreas

    ...

    Aber ich glaube dafür fehlt uns bisher das Knowhow beim Umoperieren. Grade jetzt wo alles und jeder fotografiert wird, wäre es doch wahnsinnig schwierig nicht aufzufallen wenn man nicht altert. Vor allem wenn man in der Öffentlichkeit steht.


    Stimmt. Aber ich stelle mir die "grauen Eminenzen" als Personen vor, die immer im Hintergrund bleiben und nie in der Öffentlichkeit auftauchen, aber die Fäden der Macht in ihren Händen halten ... Autorenfantasie, Stoff für einen Roman. :)


    Viele Grüße

    Andreas


    Ich habe gerade mit dem Piper Verlag darüber gesprochen. :) Eine Fortsetzung von "Das Erwachen" wäre natürlich wieder ein sehr ambitioniertes Projekt - so einen Roman kann man nicht einfach mal gerade so schreiben. Ich muss wieder voll in die Recherche einsteigen usw. An Ideen mangelt es nicht. Allerdings könnte der Roman frühestens 2020 erscheinen, und ich frage mich derzeit, ob das nicht ein wenig spät wäre. Andererseits, reizen würde mich das Projekt schon ...


    Viele Grüße

    Andreas

    Also ich glaube, jetzt muss ich mir doch Erwachen zulegen. Das hat mich jetzt neugierig gemacht. Eure Leserunde dazu kann ich dann ja parallel nachlesen.

    Das finde ich eine gute Idee. :daumen: Gibt es jetzt übrigens auch als Taschenbuch.

    Derzeit überlege ich, ob ich nicht vielleicht eine Fortsetzung zu "Das Erwachen" schreiben sollte. In Lesermails werde ich immer wieder danach gefragt ... Mal schauen.


    Viele Grüße

    Andreas

    Ich musste da wie ihr beide auch direkt dran denken, dass Lars Gedanken und Erinnerungen irgendwie nach Eden hochgeladen wurden. Wenn er sich dort vorstellt sein Handy versteckt zu haben und Kontakt zu seinen Freunden aufzunehmen, dann wäre das möglich

    Aber wo bleibt dann sein Körper? Und was passiert mit dem Körper, wenn die Existenz in Eden "gelöscht" wird?

    Was passiert mit den Gedanken und Erinnerungen einer Existenz in Eden, wenn der Körper stirbt? Können die weiter existieren? Ich dachte eigentlich, dass die untrennbar miteinander verbunden sind. Was, wenn nicht?


    Knoten im Hirn!:ohnmacht:


    Ich bin sicher, der Knoten wird sich bald lösen. ;) Wart's nur ab ...

    Übrigens großes Kompliment zu euren Überlegungen und Spekulationen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, gewisse Dinge sorgfältiger zu verstecken ...:)


    Viele Grüße

    Andreas

    Ich finde es sehr erschreckend, egal ob mit oder ohne Unsterblichkeit, wie sich einzelne Menschen in einer Scheinwelt verlieren können.

    Ich nicht. Ich verliere mich permanent in den Büchern die ich lese, bzw.höre. Wo ist der Unterschied zu -- um es mal einfach auszudrücken -- zu Computerspielen?


    Eine interessante Frage, die ich mir auch bei "Das Erwachen" gestellt habe und in "Ewiges Leben" wieder auftaucht, lautet so: Wenn eine virtuellle Realität, in der wir leben könnten, so gut ist, dass wir nicht mehr in der Lage sind, sie von der Wirklichkeit zu unterscheiden - hat es dann noch einen Sinn, sie von der Wirklichkeit unterscheiden zu wollen? Wer sagt uns denn, dass wir nicht bereits in einer virtuellen Realität leben?


    Viele Grüße

    Andreas

    Die haben sich bestimmt schlau gemacht, bevor sie mit dir geredet haben, und festgestellt, dass du keine reißerischen Schundromane schreibst, sondern sehr fundierte Romane, die zum Nachdenken anregen. :)

    Dem stimme ich zu, nicht alle Wissenschaftsthriller regen zum Nachdenken an, aber Das Erwachen hat mich sehr nachdenklich gestimmt, und Ewiges Leben scheint es auch wieder zu schaffen!


    Das würde mich sehr freuen. :daumen:


    Viele Grüße

    Andreas

    Ich fürchte fast das am ehesten der Geldbeutel entscheiden wird ob man ewig leben kann oder sterben muss.

    Ja, das denke ich auch.


    Ich habe beim Schreiben von "Ewiges Leben" manchmal gedacht: Vielleicht sind die Unsterblichen bereits unter uns, als "graue Eminenzen" und Strippenzieher im Hintergrund.


    Man stelle sich irgendwelche Autokraten/Diktatoren vor, die sich unsterblich machen ...


    Viele Grüße

    Andreas

    Aber inzwischen habe ich ganz gute Kontakte zum Beispiel zu Universitäten, an denen geforscht wird, und über diese Kontakte konnte ich weitere wissenschaftliche Kontakte knüpfen.

    Das wäre auch der einzige Weg, den ich mir vorstellen kann. Denn immerhin haben wir noch Universitäten, die im Interesse der Gesellschaft forschen und den Dialog fördern und nicht nur für den Profit eines Konzerns in ihren Laboren stehen.


    Seit einigen Monaten gibt es in diesem Zusammenhang übrigens eine interessante Entwicklung. Es geschieht immer öfter, dass Fachleute auf mich zukommen und mir Hilfe bei Recherchen anbieten. Oder sie suchen einfach nur das Gespräch. Über meine Webseite kann sich jeder mit mir in Verbindung setzen, und das ist sehr hilfreich.


    Viele Grüße

    Andreas

    Hmmm... schätzen wir das Leben nicht auch deshalb, weil wir wissen, dass es endlich ist? Was zutiefst menschlich ist.

    :verlegen:

    Ich schätze das Leben, weil es "Leben" bedeutet. Wie bereits an anderer Stelle gesagt, ich bin 62, und es vergeht nicht ein Tag, an dem ich nicht an den Tod denke - es ist ein Gedanke, der mir Angst macht. Ich habe das deutliche Gefühl, dass die Zeit knapp wird, und gleichzeitig entdecke ich immer mehr Dinge, die mich interessieren. Ich schätze das Leben nicht, weil es endlich ist, sondern weil es mir die Möglichkeit gibt, zu leben, die Welt zu sehen, sie zu entdecken und zu verstehen.


    Viele Grüße

    Andreas

    Stimmt. Wer will schon krank werden und sterben, wenn es sich vermeiden lässt?

    Das ist die grosse Frage, die sich mir auch gestellt hat. Krank werden, okay. Aber ewig leben? Ich denke, auch wenn man ohne Krankheiten ewig oder zumindest sehr lange leben kann, wird man irgendwann des Lebens überdrüssig. Wenn es nichts neues mehr gibt und man schon alles kennt, also wenn man keinen neuen Input mehr bekommen kann, ist dann das Leben noch lebenswert? Es kommt doch nicht nur auf die Dauer an sondern auch auf die Qualität!


    Ich habe die Erfahrung gemacht: Je älter ich werde, desto interessanter wird das Leben, weil man es durch Erfahrung besser versteht. Warum sollte das Leben langweilig werden? Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu erfahren und auszuprobieren ... Ich würde den Unsterblichkeitsvertrag sofort unterschreiben! :)


    Viele Grüße

    Andreas

    Zu Anfang war es nicht leicht, da habe ich viele Absagen bekommen. Aber inzwischen habe ich ganz gute Kontakte zum Beispiel zu Universitäten, an denen geforscht wird, und über diese Kontakte konnte ich weitere wissenschaftliche Kontakte knüpfen. Es ist ja auch nicht so, dass ich den Forschern ihre Forschungsergebnisse stehlen will - ich möchte nur mit ihnen reden und einen Eindruck bekommen, wo die Entwicklung steht und was in naher Zukunft möglich ist. Dieser letzte Punkt ist besonders wichtig: Ich höre gern zu, wenn mir Fachleute beschreiben, was in einigen wenigen Jahren im Bereich des Möglichen liegen wird, das ist ungemein spannend und manchmal auch erschreckend.


    Viele Grüße

    Andreas

    Stimmt, die Frage fand ich auch spannend. Aber genauso dachte ich mir, wie öde es doch sein muss, wenn man so gar nicht altert. Ich meine, ein Leben lang 30, 36 oder 45 zu sein. Das stelle ich mir irgendwie wirklich langweilig vor, denn jeder Lebensabschnitt hat doch etwas für sich.


    Also, wenn ich es mir aussuchen könnte: Ich wäre gern für immer und ewig 45. Ich bin jetzt 62, und zurückschauend kann ich sagen: Mit etwa 45 habe ich mich, alles zusammengenommen, am besten gefühlt. Und langweilig wird es bestimmt nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht: Je länger man lebt, desto mehr interessante Dinge entdeckt man. Und stellt euch mal vor, wie viele tolle Romane man in ein paar Hundert Jahren lesen und schreiben kann! ;)


    Viele Grüße

    Andreas

    Solche medizinischen Möglichkeiten, bzw. generell so schnelle Entwicklungen haben immer den Nachteil, dass wir uns vom Kopf her daran nicht anpassen können.

    Wir sehen immer erst mal das Gute was daraus ensteht und machen und leider zu wenig Gedanken über die Folgen.


    Als ich die Thematik gelesen habe ist mir direkt die Serie Star Gate in den Sinn gekommen. Da gab es ja eine total weit entwickeltes Alienvolk, dass sich ausversehen beim rumspielen an den eigenen Genen sterilisiert hat.


    Mir fiel bei meinen Recherchen zu "Ewiges Leben" - und auch bei denen zu "Das Erwachen" - vor allem auf, dass uns ein ethischer Kompass fehlt. Die technologische Entwicklung ist rasant, sie kommt immer schneller voran und wird unser Leben und unsere Welt in wenigen Jahren völlig umkrempeln. Aber sie findet noch immer nach den alten Richtlinien statt: was möglich ist, wird ausprobiert; und wenn es Geld und Macht verspricht, gibt es kein Halten mehr. Bei Künstlicher Intelligenz und der Gentechnik Crispr/Cas9 sind ethische Diskussionen dringend erforderlich, und vielleicht kann dieses Forum hier - können wir - einen kleinen Beitrag dazu leisten.


    Viele Grüße

    Andreas


    Im nächsten Thriller, der im Oktober 2019 erscheint und bereits fertig ist, geht es nicht um technische Wissenschaften wie in "Das Erwachen" und "Ewiges Leben", sondern um den menschlichen Geist. Im Mittelpunkt steht ein autistischer Junge. Der Roman hieß ursprünglich "Schutzengel", erscheint aber wahrscheinlich unter dem Titel "Das Flüstern".


    Derzeit arbeite ich an einem Science-Fiction-Roman, der wahrscheinlich Anfang 2020 erscheint. Der Arbeitstitel lautet "Das Netz der Sterne", und darin geht es um eine ... Sängerin.:) Daher auch der ursprüngliche Titel: "Gesänge von Unendlichkeit". Mit diesem Roman werde ich im Mai fertig sein, und dann steht das nächste große Projekt an, der Thriller für Oktober 2020, in dem es ebenfalls um die menschliche Psyche geht. Der Arbeitstitel lautet "Messias", und die Arbeit daran wird mich etwa ein Jahr beschäftigt halten.


    Was die Entwicklung in China betrifft ... Ich habe die Gelegenheit genutzt und mit einigen Personen gesprochen, die mir bei meinen Recherchen für "Ewiges Leben" geholfen haben. Danach ist es genau so, wie ich bereits vermutete: Was über die Genexperimente mit Crispr/Cas9 am menschlichen Erbgut bekannt wurde, ist nur die Spitze des Eisbergs. Man muss sich von der Vorstellung trennen, dass solche Forschungen von einzelnen Personen betrieben werden. Hinter den bekannt werdenden Namen stehen Dutzende, Hunderte von "Namenlosen", ein großer wissenschaftlicher Apparat, der solche Erfolge überhaupt erst möglich macht. Und nicht nur in China arbeitet man an menschlicher DNA, auch in den USA und in Russland (und wahrscheinlich auch in Brasilien, Südafrika und einigen anderen Ländern). Wie an anderer Stelle geschrieben: Was technisch möglich ist, wird früher oder später ausprobiert, meistens früher und allen Verboten oder ethischen Regeln zum Trotz. Auch hier geht es um viel, viel Geld und stragetischen Einfluss in der neuen Welt, deren Entstehung wir gerade miterleben.


    Viele Grüße

    Andreas