Beiträge von Andreas Brandhorst

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    Was man mit dir alles lernt Andreas :)


    Wie lange recherchierst du eigentlich für so ein Buch?


    Sehr lange und sehr gründlich. ;)

    Der Text bei solchen Thrillern muss "authentisch" sein, d.h. die wissenschafftlich-technische Basis des Romans muss stimmen. Die Recherchen dauern Monate und gehen während des Schreibens weiter. Bei "Das Erwachen" musste ich während der Arbeit am Buch immer wieder Kapitel ändern, weil die technologische Entwicklung so rasant ist, und auch "Ewiges Leben" wird bereits von der Entwicklung eingeholt, wie die Ereignisse in China zeigen.


    Viele Grüße

    Andreas

    Stimmt. Die Frage ist: Was wäre vorzuziehen, biologische Unsterblichkeit oder ein ewiges Leben in einer virtuellen Realität, in der man sein kann was man will?

    Hmmm... kann die virtuelle Existenz überhaupt weiter verbleiben, wenn der reale Körper stirbt? Geht doch nicht!

    Denn so wie die VR hier geschildert wird, gehen die Protagonisten für eine bestimmte Zeit in diese gewünschten und konstruierten Welten. Der Körper bleibt doch in der realen Welt und muss dort atmen etc, also zumindest jede Art von Stoffwechsel muss weiter funktionieren.


    Richtig überlegt. Warten wir ab, was der Roman noch zu diesem Thema zu sagen hat.


    Viele Grüße

    Andreas

    Ich habe jetzt übrigens meine Notizen wiedergefunden, die ich mir gemacht hatte. Erstens: wenn der Tod stirbt—finde ich einfach klasse 😀 Dann war die Rede von den Internetriesen, unter anderem Alibaba und Baidu. Die habe ich nicht nachgeguckt, gibt es die wirklich?

    Dann war noch das im Prolog, darüber dass sich Pascals Vater in eine Karriere hat pressen lassen. Diese hohen und falschen Erwartungen von Eltern an ihre Kinder gibt es ja leider immer noch.

    Und dann Pascals Idee, die Welt zu verbessern. Die Motivation hört sich ja ehrenhaft an— was daraus geworden ist wissen wir noch nicht, aber vermutlich nichts gutes.


    Ja, Alibaba und Baidu gibt es.

    Alibaba gilt als drittgrößter Internetriese der Welt, gewissermaßen das chinesische Amazon: https://onlinemarketing.de/new…-infografik-online-handel

    Baidu ist das chinesische Google:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Baidu

    https://onlinemarketing.de/new…-infografik-online-handel


    Viele Grüße

    Andreas

    Sophias Exmann taucht in ihrer Wohnung auf, was zeigt wie verletzlich auch ausgeklügelte Sicherheitssysteme sein können. Mir ist nicht ganz klar, warum Andreas diesen Herrn auftauchen ließ. Welche Rolle wird er noch spielen? Denn Seitenfüller braucht dieses Buch keine. Das Sophia sich dann plötzlich Borris zuwandte fand ich allerdings völlig unmotiviert und zusammenhanglos.

    Besagter Herr spielt noch eine Rolle. Alles ist miteinander verzahnt. ;)


    Viele Grüße

    Andreas

    ...

    Aber dieser Ausflug in die Zentrale ist eine perfekte Zusammenfassung der Geschichte der Gentechnik, der Genmanipulation. Das hat mir einiges an Recherche erspart - Danke! Ich nehme Dich mal als vertrauenswürdige Quelle, Andreas Brandhorst und werde nur noch ein wenig über Gaudelli nachlesen...

    ...


    Ja, die Informationen sind natürlich recherchiert und korrekt, wie auch an anderen Stellen im Roman.


    Viele Grüße

    Andreas

    ...

    Das eigene selbst in eine Künstliche Welt zu transferieren wäre auch eine Art der Unsterblichkeit. Noch dazu eine, bei der zumindest Ernährung und Lebensraum keine Rolle spielen würden.

    ...

    Stimmt. Die Frage ist: Was wäre vorzuziehen, biologische Unsterblichkeit oder ein ewiges Leben in einer virtuellen Realität, in der man sein kann was man will?


    Viele Grüße

    Andreas

    Jossul ist ein ebenso spannender Gegner wie Sophia. Ein religiöser Fanatiker - das kann ich kaum ernstnehmen. Aber dennoch teile ich seine Skepsis gegenüber Futuria vor allem was die Unsterblichkeit angeht.

    Das finde ich wieder sehr spannend in diesem Buch, dass man Jossul nicht rundherum verurteilen kann, sondern seine Skepsis gegenüber Futuria durchaus berechtigt ist.


    Ich mag solche Konstellationen: Böse, die nicht nur böse, und Gute, die nicht nur gut sein. Solche Schwarze-Weiß-Unterschiede gibt es in der Wirklichkeit nicht. Die Realität kennt viele Grauschattierungen.


    Viele Grüße

    Andreas

    Das Ziel, alle christlichen Kirchen zu vereinen und zusammen mit den anderen Weltreligionen zu einer neuen Harmonie von Kirche und Welt zu führen, hört sich erstmal absolut wünschenswert an,

    Prinzipiell hört es sich gut an, aber hier geht es um mehr, wenn ich das richtig verstanden habe. Ist nicht auch ein Schulterschluss mit Futuria geplant?


    Genau. Die (katholische) Kirche fürchtet, ihren Einfluss zu verlieren, wenn die Unsterblichkeit für die "breiten Massen" verfügbar wird. Die Religion hat gewissermaßen ein Monopol auf den Tod und alles, was damit zusammenhängt. Was bleibt, wenn man den Tod wegnimmt?


    Viele Grüße

    Andreas

    Klar, gerade wenn es in Firmen stattfindet, will man sich einen Vorteil durch Vorsprung nicht nehmen lassen wollen, aber da ist wohl auch eine der großen Schwierigkeiten.


    Da liegt tatsächlich eins der großen Probleme. Forschung wird auch und gerade von Unternehmen betrieben, die natürlich einen Wettbewerbsvorteil erringen und viel Geld verdienen wollen. Also werden sie mit ihren Ergebnissen erst an die Öffentlichkeit treten, wenn es "zu spät" ist, d.h. wenn konkrete, auf dem Markt verwertbare Ergebnisse ihrer Forschungen vorliegen. Futuria macht es genauso.


    Viele Grüße

    Andreas

    He Jiankui hat vermutlich tatsächlich die Genmanipulationen vorgenommen und Lulu und Nana sind jetzt auf der Welt. Und welchen Wert hat das Verbot, diese Forschungen fortzusetzen? Gibt es nicht immer irgendwo irgendwen, der genau da weitermacht? Das Wissen ist vorhanden!

    Das sehe ich auch so. Was technisch möglich ist (und in dieser Hinsicht ist mit CRISPR/Cas9 extrem viel möglich), wird irgendwann irgendwo ausprobiert. Verbote können das nur verlangsamen. Der Mensch ist einfach zu neugierig, und außerdem locken Geld und Macht, wie auch bei der Künstlichen Intelligenz (siehe "Das Erwachen").


    In diesem Zusammenhang vielleicht ganz interessant. Die Leopoldina https://de.wikipedia.org/wiki/…_Naturforscher_Leopoldina) hat mich für Anfang April 2019 nach Berlin eingeladen, wo ich an einem wissenschaftlichen Gesprächsabend teilnehmen werde. Thema: „Sicherheit statt Freiheit? Forschung zwischen Erkenntnisgewinn und Risikosteigerung“. Mit anderen Worten: Es geht genau um die Frage, ob man wissenschaftlicher Forschung gesetzliche Grenzen setzen sollte, damit sie nicht unsere Sicherheit und unsere Freiheit bedroht. Eine sehr interessante Frage, die man aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten kann.


    Viele Grüße

    Andreas

    Heute geht's los mit der Leserunde - ich bin schon sehr gespannt. :)

    Aber bevor es richtig losgehen kann, müssen noch die einzelnen Leseabschnitte gepostet werden. Das wird Karin heute machen, nehme ich an. Ich schlage vor, ihr fangt schon mal an zu lesen - der erste Leseabschnitt umfasst die Kapitel 1-12 (bis Seite 82 in der Print-Ausgabe.


    Viele Grüße

    Andreas

    Solche Genexperimente wie er sie gemacht hat sind dort doch verboten, oder hab ich da was falsch verstanden?

    Nein, meines Wissens waren/sind sie nicht direkt verboten, weil: Niemand hat geglaubt, dass eine Anwendung der neuen Gentechnik beim Menschen bereits möglich und machbar ist. Der betreffende Wissenschaftler hat eine Tür geöffnet, von der viele glaubten, dass sie noch lange verschlossen bleiben würde. Hinzu kommt: Ich glaube kaum, dass ein Forscher gerade in China wissentlich gegen geltende Gesetze verstoßen würde. Vielleicht ist er verschwunden, weil er anderenorts gebraucht wird ...


    Viele Grüße

    Andreas

    ...

    Es hat jetzt einer den ersten Schritt getan, was früher oder später in jedem Fall geschehen wäre, dazu ist der Mensch viel zu neugierig und zu wissbegierig ...

    ...


    Womit wir eigentlich schon mitten drin sind in der Roman-Diskussion. :) Nur so viel, um nichts vorwegzunehmen: Ich bin ganz deiner Meinung - was möglich ist, wird früher oder später (meistens früher) ausprobiert. Und prinzipiell ist die Gentechnik ja nicht schlecht. Wir könnten mit ihr Multiple Sklerose und Krebs besiegen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Aber ...

    Darum geht es in "Ewiges Leben": um die unbestreitbaren Vorteile, die Crispr/Cas9 bietet, aber auch um das große Aber.

    In ein paar Tagen geht's los ...


    Viele Grüße

    Andreas

    Freut mich, dass alles klappt.:)

    Bald geht's los. Ich bin wieder seeehr gespannt auf eure ersten Leseberichte ...

    Übrigens: Der Wissenschaftler, der in China die ersten CRISPR-Genmanipulationen an menschlicher DNA vornahm, ist spurlos verschwunden. Auch in "Ewiges Leben" verschwindet jemand ...


    Viele Grüße

    Andreas