Beiträge von Doscho

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    Hallo zusammen und hallo auch an Catherine, vielen Dank für das Begleiten der Leserunde! :-)


    Erstmal etwas zur Aufmachung. Die finde ich nämlich sehr gelungen und das Personenverzeichnis und vor allem der Stammbaum helfen mir wirklich sehr weiter. Die Karte brauch ich aktuell noch nicht, bislang spielt die Handlung ja hauptsächlich in Genua...


    Ich habe jetzt bis zum Sinnabschnitt auf Seite 40 gelesen und fange mal mit meinen Eindrücken an :-)


    Und ich beginne mal buchstäblich am Anfang, denn den ersten Satz finde ich mal richtig genial. Ich mag einfach den Kontrast, den er ausstrahlt und mich hat er sofort gefesselt.


    Dennoch bin ich - mal wieder - in meiner leidigen "Ich muss mich an Autorin und Stil gewöhnen"-Phase. Es prasseln Eindrücke und Namen auf mich ein, die ich erstmal sortieren und verstehen muss und bei denen ich mich noch frage, was sie mir sagen sollen.


    Das mal außen vor gelassen ist der erste Eindruck dennoch gut. Ich mag es, dass sich das Buch wohl in eine Art Metaebene begibt - Giuditta erzählt ja Raniero ihre Geschichte.


    Da habe ich gleich mal eine vielleicht merkwürdig klingende, aber ernst gemeinte Frage: Wie unterscheiden wir hier Raniero von... Raniero? :-D Der im Prolog ist ja der Urenkel von dem, der im ersten Teil erwähnt wird, wenn ich das richtig verstanden habe.


    Der erste Satz des ersten Teiles verwirrt mich nun auch - aus wessen Sicht ist das Ganze denn geschrieben? Ich dachte eigentlich aus Sicht Giudittas, weil das wegen dem Prolog auch logisch wäre, aber dann würde sie im weiteren Verlauf von sich selbst in der dritten Person sprechen...


    Angelottas Tod hat etwas sehr makaberes an sich, dennoch mag ich die Ironie, die dahinter steht. Ein Lebenstraum, der sich erst im Sterben erfüllt - das Leben ist manchmal seltsam :-D


    Noch etwas, was mich irritiert: Bin das nur ich, oder wirken die männlichen Grimaldi etwas notgeil? Wenn ich so die Beziehung zwischen Lanfranco und Angelotta lese und dann noch Francesco und Ana hab ich so den Eindruck, die fühlten sich hauptsächlich mal vom Äußeren der Damen angezogen.


    Mal schauen, ob sich manche Dinge noch aufklären und entwirren, sonst lasse ich das Ganze erstmal sacken und auf mich wirken :-)

    Kann ich ein Buch bewerten ohne, dass der Autor sich getroffen fühlt?


    Ja. Wenn er Kritik als etwas positives sieht und als eine Meinung und eine Anregung, es beim nächsten Mal besser zu machen.

    Wenn er die Kritik als persönlichen Angriff wertet, dann natürlich nicht. Aber dann muss auch nicht zwangsläufig der Inhalt der Kritik daran Schuld sein ;-)

    Ich schließe mich mal dem Grundtenor an: Ich bewerte auch Bücher, die ich schlecht finde und das meiner Ansicht nach in einer ähnlichen Art und Weise wie für mich gute Bücher.


    Ich nehme da auch die ganze Bandbreite an Sternen, bei manchen Rezensenten habe ich so den Eindruck, ein gutes Buch sind 5 Sterne, ein schlechtes 4, was anderes gibt's nicht.


    Da spielt, glaube ich dann auch dieses Zitat eine Rolle:


    Man möchte dem Autor dann ja auch nicht eine Watschn verpassen...


    Das ist ein schmaler Grat. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass man Bücher bewerten sollte, nicht Autoren. Man kann vielleicht mal Seitenhiebe machen - ich habe in einer Negativrezension mal geschrieben, dass ich mich aufgrund von sinnlosen Füllsätzen, die beispielsweise aussagen, dass die Protagonisten bei grün über die Straße gehen, frage, ob mich der Autor überhaupt für voll nimmt. Aber eine Rezension sollte nie persönlich werden. Dennoch: Wenn ich ein Buch schlecht finde sage ich das so :-)

    Ich finde solche Rants wichtig und richtig, schon allein deshalb, weil sie den Austausch anregen. Drum möchte ich da auch mal meine Meinungen und Gedanken dazu mitteilen.


    Dann fange ich auch mal mit meiner "Vorgeschichte" an.

    Wie genau ich zu Leserunden im Internet gekommen bin - keine Ahnung. Damals war ich noch bei Lies & Lausch, das gibt's heute, glaube ich, gar nicht mehr oder unter einem anderen Namen. Das war eben meine erste Erfahrung mit Leserunden und ich habe schnell bemerkt, das Konzept macht mir recht viel Spaß. Dann kam das Studium und ich habe das Lesen völlig aus den Augen verloren. Ich habe mit dem Konsum von Manga und Anime angefangen, was lustigerweise nach dem Studium völlig gekippt ist. Jetzt sind's wieder die Bücher, die im Vordergrund stehen und damit habe ich auch wieder zu Leserunden zurückgefunden und so bin ich dank uns aller Lieblingssuchmaschine auf dieses Forum aufmerksam geworden.

    Zum zweiten Absatz kann ich nicht viel sagen, da ich so noch nie empfunden habe. Bei mir war und ist auch bislang Lesen immer Hobby. Ich habe auch ein recht langsames Tempo beim Lesen und hatte eigentlich weder ein unkontrolliertes Suchtgefühl gegenüber Büchern, noch ein Gefühl der Askese. Aber ich denke auch, dass es schlimmer wird, wenn man die andere Seite sieht. Wenn dann noch die komplette Verwaltung und Organisation dazu kommt, wird's wohl auch irgendwann zu viel. Ich denke aber auch nicht, dass mir wirklich bewusst ist, was für ein Aufwand hinter dem Ganzen steht, insofern mag ich das auch nicht weiter kommentieren.


    Der Reiz des Kostenlosen ist ein schwieriger Drahtseilakt. Die reine Abstaubementalität, wie du sie beschreibst, ist klar nicht in Ordnung. Aber das Schauen über den eigenen Genretellerrand hinaus finde ich nicht verkehrt. Klar bewege zumindest ich mich noch in den Genres, in denen ich mich immer bewege, ich meine damit ja auch keine Selbstaufgabe. Aber durch das kostenlose Angebot entsteht zumindest aus meiner Sicht auch die Möglichkeit, sich Bücher anzuschauen, um die man vielleicht sonst einen Bogen machen würde.
    Ich gehe bei den angebotenen Leserunden rein nach dem Klappentext, bzw. nach dem Genre. Warum sollte ich mich für etwas bewerben, bei dem mir beides nicht zusagt? Um einen Verriss zu schreiben? Das finde ich genauso asozial wie das von dir beschriebene Verhalten. Und wenn ich sehe, dass sich Leute offenbar nach überhaupt keinen Kriterien anmelden, macht mich das irgendwo traurig und nachdenklich. Der Sinn kostenloser Angebote kann nicht in bloßem Konsum ohne Sinn und Verstand enden.

    Über meine Rezensionen mache ich mir tatsächlich keine Gedanken, wenn die gleich klingen, liegt es aber wohl daran, dass ich so meine Lieblingsfloskeln habe :-D Nein, im Ernst, ich schreibe das, was mir einfällt, mit Bausteinen arbeite ich gar nicht.
    Dass Rezis auf diversen Seiten kopiert werden liegt wohl an der Streuung, die man ja auch hier bei den Leserunden machen soll. Klar liest man dann irgendwann immer die selben Rezis von immer denselben Leuten. Ich gebe auch zu, ich bin auf manchen Seiten nur aufgrund des Streuens angemeldet. Ja, ich "rotze" da meine Rezis hin und beteilige mich sonst praktisch überhaupt nicht auf der Seite. Ich weiß nicht, ob es dann besser wäre, wenn man einfach nicht mehr streuen würde. Vermutlich wäre das dann wiederum manchen Verlagen nicht so recht. Hm.


    Es ist wirklich schade, jetzt die Notbremse zu ziehen und keine Leseaktionen mehr anzubieten - und das sage ich als jemand, der an exakt einer (!) Leseaktion teilgenommen hat. Genauso schade ist es, dass ich den Eindruck habe, hier gibt es, im Vergleich zu anderen Plattformen, noch die "strengsten" Verlosungsregeln und trotzdem hält das wohl manche nicht davon ab, sich blind zu bewerben. Zum Thema Ebooks kann ich auch wenig sagen, bislang hatte ich immer Print bevorzugt, gebe aber zu, dass das wohl zum großen Teil an meiner eigenen Bequemlichkeit liegt. Ich möchte mich da aber wirklich mal einarbeiten und näher damit beschäftigen.


    Ich denke dann mal, ich werde bei den Leserunden bleiben, da ich den Austausch mit Autoren und anderen Lesern sehr schätze und hoffe auch, dass du bald ein besseres Bild zeichnen kannst, Dani :-)

    Mal sehen, vielleicht findet sich im Herbst für mein Spielbuch ja auch eine Runde.


    Das wäre mal ein interessantes Experiment - ein Spielbuch als Leserunde.


    Wobei ich mich frage, wie man das anpacken kann, da das Buch ja nicht linear gelesen werden kann und soll, fällt eine Einteilung in Abschnitte unter den Tisch.

    Außerdem frage ich mich, inwieweit man dann berichten kann, ohne zu spoilern. Es ist halt blöd, wenn ich beispielsweise schreibe "Der Typ von Abschnitt 123 ist ja ein arroganter Schnösel", während sich die eine Hälfte denkt "Was, soweit bin ich noch gar nicht" und die andere Hälfte nie zu Abschnitt 123 kommen wird, weil das ein optionaler Weg ist.


    Aber ich lasse mich gerne davon überzeugen, dass sowas funktioniert :-)

    So, dann mal noch ein Kommentar zur Leseprobe.


    Die hat mir rundum gefallen. Speziell mal zur Frage, wie es mir hier mit dem Einstieg ging: Es ist schwierig zu bewerten, weil ich jetzt die Begrifflichkeiten kenne. Als von Kela die Rede war wusste ich sofort: "Ah, Kelaer Zirkel, da kommt Seljana her". Aber auch sonst war mir die Verbindung Kela = Stadt beim Lesen klar. Und die Nobos bewegen sich auf zwei Beinen. Wieder was gelernt, das wurde meines Wissens in "Dämonengrab" nie erwähnt, aber dass es sich dabei um Reitechsen handelt, OK, das kam auch in "Dämonengrab" vor.

    Ansonsten, ein anderes Dorf und zumindest in der Leseprobe dann auch meist wieder ein Ort.

    Von der Handlung her fand ich es witzig, vor allem natürlich, als herausgekommen ist, dass die Helden in der Taverne anwesend sind, aber eben auch, dass ihre "Heldentaten" eher banal sind und sich um die drei wohl eher ein Mythos aufgebaut hat und die Geschichten wohl eher erfunden sind. Mir stellt sich auch die Frage, ob die Frau, die den Barden um eine Geschichte gebeten hat, wusste, dass die Helden da sind und sowas gefällt mir: Wenn sich nach einer Leseprobe Fragen stellen ist das immer gut :-)

    Ordo führt ein recht beschauliches Dasein im Dorf Brensacker und träumt davon, mal ein richtiges Abenteuer zu erleben. Da trifft es sich ja eigentlich gut, dass sein Freund zufällig den Eingang zu einer Tempelanlage entdeckt. Allerdings ist weder Ordo noch die Abenteurer, die ihn begleiten werden, darauf gefasst, was sie erwarten wird...


    Jörg Bennes „Dämonengrab“ ist ein sehr kurzes Buch – die Geschichte ist nicht einmal 300 Seiten lang. Dennoch wird hier ein packender Fantasyroman mit einer Prise Horror erzählt, der noch dazu meist an einem Ort spielt. Der Begriff „Dungeon Crawler“, den ich im Zusammenhang mit dem Buch oft gehört habe, trifft es also ganz gut. Der Horroraspekt ist erfreulich unaufdringlich und setzt hauptsächlich auf eine beklemmende und bedrückende Atmosphäre, statt mit Schockbildern um sich zu werfen, wie es leider viele Werke aus diesem Genre tun.


    Schwierigkeiten hatte ich nur vor allem zu Beginn des Buches. Denn „Dämonengrab“ spielt in der vom Autor erschaffenen Welt Nuareth. Diese Welt wird gerade am Anfang des Buches quasi en passant erklärt – soweit man in der Knappheit des Buches davon sprechen kann. Dies war für mich als Neuling zunächst ungewohnt und ich fühlte mich etwas unsanft in die Welt hineingeworfen. Hierzu ist aber zu sagen, dass das Buch wie erwähnt meist an einem Ort spielt, die Welt also gar nicht wirklich verstanden werden muss. Wer hier also auf eine ausführliche Weltbeschreibung wert legt, wird wohl eher enttäuscht werden.


    Wer aber einen stark handlungsorientierten Fantasyroman für zwischendurch sucht ist mit „Dämonengrab“ bestens bedient.


    Streuung:


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    Ein sehr schönes, dramatisches Ende!


    Zuerst war ich sogar ein wenig enttäuscht, muss ich zugeben. Der Plottwist mit Ziran war zwar wirklich gut gemacht, aber die Vernichtung des Dämons, des größten Gegners des Romans, einfach nur, indem man das Amulett zerstört? Ich dachte mir so "Wie, das war's?"


    Gott sei Dank war's das dann doch noch nicht. Dass es sich um zwei Monster handelt habe ich ja so halb spekuliert, dennoch hat mir auch das gefallen. Aber der Höhepunkt an Dramatik war auf jeden Fall Ordos Tod ;(


    Schöne Geschichte auf jeden Fall, ich setzte mich dann mal morgen an eine Rezension und gebe dann noch Feedback zur Leseprobe, das wolltest du ja noch hören, JoergBenne :-)

    So was finde ich toll, wenn man als Autor in den Büchern bestimmte Verbindungen einbaut, die man aber nicht zwingend kennen muss, um die Handlung zu verstehen. Wie in "Drachenjäger" auch, stimmts, Doscho? ;)


    Aus Sicht von jemanden, der die Bücher kennt und daher die Referenzen versteht: Ja.

    Aus Sicht von jemanden, der die Bücher nicht kennt: Wenn man es nicht kennen muss und man den Eindruck hat, man kann es als Teaser auf die anderen Werke verstehen, finde ich das auch super. Wenn es ausartet und ich als Neuling gegenüber dem Autor und Fans des Autors, die die Bücher kennen und daher wissen, worauf sich die Verbindungen beziehen, den Eindruck habe, es wird in einer Art Geheimsprache gesprochen, gefällt mir das eher weniger.


    Aber mittlerweile komme ich nach einigen Startschwierigkeiten hier auch mit :-)


    Was ich noch nicht ganz verstanden habe: Der Bannkreis, hat der den Dämon jetzt an den Ort gefesselt oder hat er den heraufbeschworen?


    Das ist jetzt nur eine Theorie, gebastelt aus dem, was im Buch beschrieben wurde und dem, wie ich es aus anderen Fantasyromanen kenne.
    Normalerweise dient ein Bannkreis zum Bannen von Dämonen, daher ja auch der Name :D Man kann aber auf eine ähnliche Art wohl auch Dämonen beschwören, in einer Art Ritual. Ich schätze in dem Fall, er sollte gebannt waren, der Kreis ist da, die "Banner" (die jetzt nur Skelette sind) haben sich wohl gegenseitig an den Fingern gehalten (so wird es auf Seite 158 beschrieben) und wollten wohl gerade mit dem Ritual loslegen oder waren schon mitten drin, schwierig wird die Frage, was dann passiert ist. Ich schätze mal, der Dämon hat sich das nicht gefallen lassen und alle umgebracht, vielleicht sind sie in Raserei gegenseitig aufeinander losgegangen.



    Ich bin mal gespannt, ob sie sich jetzt wieder treffen. Nach Varjans Schrei zu urteilen, wurde er gerade aber angegriffen. Von dem besessenen Jarent oder dem Dämon?


    Ich hab das tatsächlich als Schrei der Verzweiflung interpretiert, aber du könntest auch recht haben.



    Bei Marik weiß ich nicht so recht. Ich gebe dir recht, über die Kultur würde ich auch gerne mehr erfahren, aber ich habe eher die Theorie, dass Marik sich nicht nur die Verzierungen angesehen hat, sondern auch mit Hilfe seines Blicks nach Gefahren Ausschau gehalten hat. Sonst fände ich sein Verhalten eher nachlässig, das hat so was von "Ja, halt du mal Wache, ich schau mir derweil mal die Wände an." So schätze ich ihn aber nicht ein und ich glaube, das war nur vorgeschoben und könnte jetzt, wo die Laternen aus sind und man die Zauberer nicht überbeanspruchen sollte, noch sehr nützlich sein :)

    Jetzt beginnt man auch endlich, Zusammenhänge zu verstehen. Die mysteriöse zweite Gruppe, der Sturm, Ordos Begegnung mit der merkwürdigen Gestaltwandlerin - alles ergibt Sinn. Ich schätze, Ordo wird nicht gut auf Ziran zu sprechen sein, sollten die beiden aufeinander treffen.


    Varjan lebt also noch... Und ich bin mir gerade unsicher, ob Asfen auch besessen war, klar war er wohl wesensverändert, aber er hat Harina und Varjan dennoch erkannt, oder? Er war ja eigentlich "nur" extrem gewalttätig und nicht wirklich rasend...


    Sehr schön finde ich auch die Abschnitte integriert, in denen Ziran und Varjan ihre Geschichten erzählen! :) Und die Übergänge zum Schluss des Abschnitts, wo klar sein muss, dass beide Gruppen recht dicht beieinander sind - ich denke mal, ein Wiedersehen steht bald bevor. :)


    Und im Herbst kommt mit "VERAX - Das Experiment" ein SciFi-Survival-Spielbuch, bei dem man auf einer Raumstation ums überleben kämpft. Falls euch "Spielbuch" nichts sagt: Das sind diese Bücher, in denen man immer Abschnitte liest und dann entscheidet, wie es weitergeht, angereichert um Charakter-Management (man kann z.B. Gegenstände finden und mitnehmen, die man dann anderswo braucht), Kämpfe und Rätsel. Das habe ich gerade ins Lektorat gegeben.


    Ja, ich habe auf deiner Seite gesehen, dass du daran arbeitest und auch, dass der Mantikore-Verlag sowas öfter im Programm hat. Ich wusste gar nicht, dass es sowas noch (oder wieder) gibt, das war ja wohl in den 80ern populär, ich habe mir das als Jugendlicher aus meiner Stadtbücherei ausgeliehen und gesuchtet ;D


    Dazu mal eine Frage: Wird das Spielbuch eher an klassische Spielbücher wie Einsamer Wolf oder die Bücher von Steve Jackson/Ian Livingstone angelehnt sein oder ist es mehr was für Kinder? Oder hat es ein ganz eigenes System? :)


    Einzig Ordo hat ein wenig das Pech nun in der Gruppen "gefangen" zu sein. Alleine würde ich mich auch nicht auf die Suche nach dem Ausgang machen, was bleibt ihm also anderes übrig, als mit der Truppe mitzugehen? Sein Dilemma ist auf jeden Fall ebenso nachvollziehbar geschildert, wie die einzelnen Motivationen seiner Gefährten.


    Da finde ich, dass der Abschnitt von Seite 115 auf 116 Ordos Dilemma gut zusammenfasst. Man hat ihn ja als jemanden kennengelernt, der den Alltagstrott satt hat und mal ein Abenteuer erleben will. Jetzt erlebt er eins und er denkt sich: "Ach, eigentlich ist das Bauernleben ja auch ganz schön..."


    Was mich auch verunsichert, ist der Biss von Harina bei Ordo. Denn ich frage mich immer noch, wie das "übertragen" wird? Ist es ein einzelner Zauber und kann Ordo das gleiche Schicksal wiederfahren, weil er gebissen wurde? Und wie schnell äußert sich das?


    Hmm, es ist ja von Verästelungen die Rede, wenn dazu noch die Haut reagiert, würde ich jetzt auf den Blutkreislauf tippen. Also dann sowas wie Viren oder Sporen? Dann wäre das Ding ja eine Giftpflanze... :o Und die kann rasend machen? Aber vielleicht sind das auch zwei Monster, eines, dass massiv die Haut angreift und eines, dass rasend macht...

    Ja, jetzt geht's hier mal richtig zur Sache. Es gibt schon die ersten Toten und es wird langsam grusliger. Die spannende Frage ist natürlich: Was ist mit Maseb und der wiedergefundenen Harina los? Aufgrund der Wunden, die angesprochen werden, würde ich ja auf ein Monster tippen, dass die Haut anätzt und eben Rasereien hervorrufen kann - ich glaub, ich will das gar nicht wissen :o


    Nach diesem Abschnitt muss ich auf jeden Fall sagen: Seljana rockt 8) Wie sie mit Maseb und den Ratten umgegangen ist, das war sehr souverän. Sie sollte sich nur nicht zu sehr verausgaben, denn sie scheint ja auch Heilfähigkeiten zu haben und jeder, der schon mal ein RPG gespielt hat, wird mir zustimmen: Ein Heiler im Team ist immer gut ;) Aber umso erschreckender, dass auch sie gegen den Golem nichts ausrichten konnte...


    Allmählich tut mir auch Ordo leid. Aber es ist gut, wenn er den anderen folgt, schon allein Varjan zuliebe.
    Da fällt mir ein, das wollte ich schon im Abschnitt davor erwähnen: Mir gefällt, wie alle ein eigenes Ziel haben, warum sie den Tempel betreten. Die einzelnen Hintergrundgeschichten der Charaktere kamen zwar nur bei einigen zur Geltung, aber ihre Motivationen werden deutlich. Das gefällt mir!


    Der Prior regt mich immer mehr auf. Das sind genau diese Figuren, die in den gruseligen Szenen gerne vorgehen dürfen. Er dreht sich alles so hin, dass es Lako-Mas Willen entspricht und gibt Varjan und seine Familie auf, weil sie ja ganz sicher tot sind und er Angst vor den Dämonen hat. Arghh...


    Ehrlich gesagt kann ich den Prior nicht mehr ernst nehmen (und die Abenteurer auch nicht, wenn ich ihre Reaktionen so sehe). Er ist für mich die extreme Form des Charakters, der immer schreit "Der Ort ist verflucht, kehrt um, solang ihr noch könnt!", der ja recht oft in dem Genre vorkommt. Er ist immer da, er nervt alle, keiner nimmt ihn ernst - aber im Grunde hat er recht :D

    Langsam beginne ich, mit dem Buch warm zu werden 8)


    Nilra ist dann auch die erste Person, die ich wirklich sympathisch finde, zwar habe ich mich zunächst gefragt, was die Kneipenschlägerei mit der Handlung zu tun hat, aber ich schätze, sie dient einfach nur der Personeneinführung.
    Vielleicht ist Nilra wirklich vom Regen in die Traufe geraten, von der Korruption der Großstadt zum Alltagssexismus der Kleinstadt... aber sie scheint eine Powerfrau zu sein, die sich in einer Männerdomäne nicht unterkriegen lässt.


    Interessant, dass der Prior gegenüber der Garde nochmal erwähnt, dass ja niemand in den Tempel soll, dann weiß er offenbar nicht, dass Ordo und Varjan schon unten waren...


    Irgendwie gefällt mir Gelon nicht. Seine Art finde ich etwas heuchlerisch, er sagt Farun, dass im Dorf ja alle aufeinander achten, im Sturm hat sich aber keiner um Varjans Familie gekümmert. Zuerst dachte ich, dass die halt Pech gehabt haben, weil sie etwas außerhalb wohnen, aber langsam denke ich, da könnte mehr dahinter stecken...


    Die Abenteurer scheinen mir eine lustige Truppe zu sein, das kann noch sehr interessant werden :D


    JoergBenne
    Ich denke aber, Lost-Places Suche ist heutzutage moderner geworden, gerade weil wir aufgeklärt sind, weil wir nicht mehr abergläubisch sind.


    Das würde ich so nur teilweise sagen. Mich faszinieren Lost Places und daher weiß ich, um manche von ihnen ranken sich einige Urban Legends. Manche gelten auch als verflucht und es soll dort spuken. Und das Anno 2018...
    Aber klar ist der Reiz des Verbotenen und die bloße Neugier auch ein starker Antrieb, sich so etwas anzusehen.




    Aber ich denke, das ist jetzt auch kein Knackpunkt für eine Gruselstory. Die meisten Horrorgeschichten würden gar nicht funktionieren, wenn nicht irgendwer irgendwas dummes tun würde :)


    Und darum gibt es auch Toplisten Marke "Die 10 dümmsten Entscheidungen in Horrorfilmen"... :D


    Den Einstieg fand ich wie ihr auch gut und ich fand es toll, dass wir sofort in der Geschichte sind, aber wie Doscho tue auch ich mich schwer mit den Namen, obwohl es nicht viele sind. (Also, die Personen gehen, aber ansonsten..) Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mit Namen grundsätzlich meistens überfordert bin :D
    Ich nehme es auch immer einfach hin und gewöhne mich mit der Zeit daran. Meistens spricht ja der Zusammenhang auch für sich.


    Das Thema mit den Namen hatten wir schon mal bei Bernd Perplies, denke ich ;D Ich halte mich gern an Namen fest, das liegt wohl daran, dass ich recht assoziativ denke, ich möchte also Namen gerne mit etwas verknüpfen. Da hatte ich schon bei Bernd meine Startschwierigkeiten und jetzt wieder. Vielleicht sollte ich an Fantasy anders rangehen...hm. :-/



    Das ist wieder typisch - dieses ganze Glaubenszeug, das der Priester liefert. Da sind Menschen draußen im Sturm und er predigt und dankt den Göttern dass so viele in dem Tempel in Sicherheit sind? Klar, hätte er ihnen nicht viel helfen können, ohne andere Leben zu riskieren, aber mir war seine Art suspekt. Ich hatte das Gefühl, Ordo auch. (An einer Stelle hat er schließlich auch die Aufzeichnungen der Priester infrage gestellt) Das könnte noch Probleme geben, mit seinen Entdeckungen in der Höhle...


    Lustig, dass du das erwähnst, da hatte ich so mein erstes "Ah, doch etwas, was ich kenne"-Erlebnis. Das Dorf ist ja wohl recht mittelalterlich und landwirtschaftlich aufgebaut. Avila hat was von Gothic gesagt, das passt eigentlich sogar ganz gut, wenn ich das recht verstehe. Und wenn der Priester da was vom Totengott redet ist das nicht viel anders als im Mittelalter: Alles Unheil, alles Schlechte, ist prinzipiell mal eine Strafe Gottes und der Mensch soll Buße tun für seine Sünden.



    Wo du das Heulen erwähnst, hoffe ich auf eine Art "Gruselklimax". Unheimliches Heulen und Skelette sind eigentlich immer ein Anfang, den man machen kann :D Ich stimme da Avila zu: Bislang geht's aber noch. Ich fürchte aber, das wird noch heftiger... :o