Beiträge von stefanie_j_h

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Seit "Die Magier von Montparnasse" und "Der Kristallpalast" ist Oliver Plaschka einer meiner Lieblingsautoren. In seiner Kurzgeschichtensammlung "Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt" führt er uns einmal quer durch Zeit und Raum. Vom 19. Jahrhundert bis in eine postapokalyptische Zukunft, Haiti, Konstantinopel, fremde Planeten – es wird nie langweilig und mit jeder neuen Geschichte findet man sich als Leser in einer komplett anderen Situation und oft auch einem anderen Genre wieder.


    Wie in Kurzgeschichten üblich, bleibt wenig Raum, Charaktere oder Situationen mit vielen Details einzuführen. Oliver Plaschka gelingt hier der Spagat, genug Informationen zu liefern, damit der Leser folgen kann, die Geschichte andererseits nicht mit zu vielen Informationen zu überfrachten. Ein gewisser Interpretationsspielraum bei der Deutung ist immer vorhanden, was ich gerade bei Kurzgeschichten sehr wichtig finde.


    Besonders gefreut hat es mich, liebgewonnene Charaktere aus Oliver Plaschkas Romanen und auch von anderen Autoren (z.B. Sherlock Holmes) in diesem Buch wiederzutreffen. Dabei ist ein Hintergrundwissen aber keine Voraussetzung, um die Geschichten zu verstehen und Spaß daran zu haben.


    Allgemein sind die Geschichten sehr unterschiedlich und so ist es auch ganz normal, dass einem die eine vielleicht etwas besser gefällt, als die andere. Manche Leser mögen Märchen lieber als Science Fiction, oder lesen lieber über die Zukunft als über das 19. Jahrhundert. Insgesamt hatte ich aber mit allen Geschichten sehr viel Spaß und möchte diese Kurzgeschichtensammlung sowohl Fans als auch Oliver-Plaschka-Neulingen ans Herz legen.


    Zur Leserunde
    Vielen Dank an Oliver und alle Mitleser, ich hatte wieder sehr viel Spaß mit der Leserunde. Unsere Spekulationen und Interpretationen fand ich sehr interessant und oft habe ich die Kurzgeschichten dann nochmal mit anderen Augen gesehen.


    Meine Rezension erscheint auf Amazon, meinem Blog, im Großen Literaturschock-Forum und auf Goodreads.

    Für mich war "Das öde Land" eine sehr interessante, aber auch sehr komplexe Geschichte. Mir hat es gefallen, dass die Wissenschaft so gut eingesetzt wird und ich nicht über physikalischen Unsinn stolpern musste. Das ist für mich oft das größte Problem an Science Fiction und allem, was in der Zukunft spielt: Wenn es wissenschaftliche Erklärungen gibt und diese einfach absolut sinnlos sind.


    Das Ziel der wissenschaftlichen Expidition, zu Beweisen, dass Gott nicht existiert, halte ich allerdings für etwas fragwürdig. Ich verstehe nicht, wie man jemals durch wissenschaftliche Experimente beweisen möchte, dass etwas, was nichts mit Wissenschaft zu tun hat, existiert oder eben nicht. Würde man eine Weltformel finden, würde das gar nichts an der Religion als solche ändern und ein Glaube an Gott wäre noch immer möglich. Ich habe die Geschichte übrigens nicht als religionsfeindlich gesehen, obwohl ich selbst in einem gewissen Maße gläubig bin.


    Zuerst dachte ich ja, die Geschichte würde in der Vergangenheit spielen, erst nach und nach wurde klar, dass wir uns in der Zukunft befinden. Als Reich von der Alpha- zur Beta- usw. Station reist, habe ich mich gefragt, ob es eigentlich ein Ziel und ein Ende für ihn gibt. Dass er sich seine Verletzung an der Hand selbst zugefügt hat, war eine Überraschung für mich, damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet, sondern an einen Unfall geglaubt. Der Versuch sich zu töten, kann ihm nicht so ernst gewesen sein, sonst hätte er es ja zu diesem Zeitpunkt schon geschafft.


    Den Mann im Schneesturm hatte ich als reine Halluzination eines sterbenden Reich gesehen. Die Verbindung zu Pan hätte ich selbst nie gesehen, ich fand die Erklärung dazu aber sehr passend und stimmig.

    Das war eine Geschichte, die mir wieder richtig viel Spaß gemacht hat. Das Setting, die Zeit, der etwas kuriose blinde Passagier mit seiner absolut unglaubwürdigen Story...


    Und egal wie unglaubwürdig die Sache mit dem Weltuntergang auch war, der Journalist hat am Ende doch ein bisschen gezweifelt. Das hat mir gut gefallen, in meiner Vorstellung ist am Ende dann aber nichts weiter passiert.


    Dass den Kontinenten hier eine Persönlichkeit zugeschrieben wird ist sowohl eine interessante, als auch furchteinflößende Vorstellung. Wenn man sich überlegt, was die Kontinente alles anstellen könnten (oder auch schon gemacht haben) - Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis... Das gibt der Geschichte nochmal eine ganz andere Dimension. Wenn man so an die Naturkatastrophen der letzten Jahre denkt, sind da ein paar Kontinente offensichtlich böse auf uns und wollen Rache.



    Übrigens witzig, dass gerade die Reise um die Welt in 80 Tagen erwähnt wird. Mein erster Gedanke beim blinden Passagier war, dass er es eilig hat, weil er eine gewisse Wette unbedingt einhalten muss und seine Anschlussverbindung kriegen muss... ;D


    Witzig, das habe ich mir auch gedacht!

    Mir hat die Geschichte gut gefallen, viele Märchen-Elemente, aber doch schön düster und gruselig.


    Leider ist seit dem Lesen schon ein bisschen Zeit vergangen, in der ich nicht zum posten gekommen bin, deshalb fehlen mir jetzt manche Details.


    Bei Jake habe ich zwar nicht an eine multiple Persönlichkeit gedacht, aber bei den drei Gestalten, denen er im Wald begegnet, sind mir einige Parallelen zu Jake selbst aufgefallen (die 4 Finger...)


    Also alles Manifestationen von Jakes Persönlichkeit? Oder vielleicht von Jake selbst zu verschiedenen Zeiten (ich habe da gerade so etwas à la Geister der vergangen Weihnacht etc. vor Augen).


    Ich hatte auch eher die verschiedenen Zeitschienen im Kopf, als ich über die drei Gestalten nachgedacht habe, denen Jake begegnet.



    Besonders hellhörig wurde ich bei der Geschichte mit den vier Fingern. Es wird nur knapp auf einen Unfall hingewiesen, bei dem Jake seinen Finger verlor. Und bevor er nachts aufbricht, um nach seiner Frau zu suchen, blickt er noch mal nachdenklich auf seine Hand. Das wäre für mich ein Hinweis, dass der Wald oder seine Bewohner etwas mit diesem Unfall zu tun hatten.


    Das habe ich mir auch so gedacht, dass der Wald etwas mit dem verlorenen Finger zu tun haben muss.



    Überhaupt finde ich es interessant, dass Elaine und ihr Mann ja anscheinend ein völlig anderes Erlebnis im Wald haben. Während Elaine den Fürsten gar nicht trifft, hört sie zumindest noch die Säge des zweiten. Oder sollte ich besser sagen: hört nur noch die Säge? Denn nur ihr Mann trifft auf alle drei - klassisches Märchen, bei dem es genau drei Gestalten/Rätsel/Prüfungen/etc. gibt, die der Held überwinden muss. Ich mag solche Formeln.
    Und die Drei findet sich auch beim Rufen von Jimberlynes Namen, genauso wie Jake dreimal nach seiner Frau fragen muss.


    Dass die Drei eine große Rolle spielt hat mir hier auch gut gefallen. Dadurch wird man an ein klassisches Märchen erinnert.


    Das Ende war mir erstmal nicht ganz klar, da haben aber eure Beiträge geholfen. Vielleicht habe ich da auch zu unaufmerksam gelesen.



    Aber vom Bauchgefühl her würde ich sagen: Jimberlyne so etwas wie "die Erste", die personifizierte erste Liebe, keine reale Person also, die er wirklich mal irgendwo kannte, sondern so etwas wie ein Ideal, das er einerseits verstieß, und gegen das Elaine gleichzeitig immer verlieren muss. So eine Art eifersüchtige dreizehnte Fee. Das mit der Kinderlosigkeit ist auch eher allegorisch gemeint, als mangelndes "Commitment" seinerseits vielleicht, als Unfähigkeit, sich zu binden oder zu seinem Wort zu stehen, nicht als biologische Unfruchtbarkeit oder so, für die er ja nichts könnte. Aber irgendwas stimmt nicht mit ihm -- meiner Meinung nach allerdings etwas, das er selbst verbockt hat. Der fehlende Finger dient ein wenig als Symbol dafür, dass irgendwann, irgendwas einmal schiefging, und er seitdem "beschädigt" ist.


    Das sind interessante Gedanken, mit dem Hintergrund werde ich die Geschichte sicher nochmal wieder lesen.

    Im ersten Jahr oder so nach Erscheinen des "Kristallpalasts" hatten meine Co-Autoren und ich manchmal den Tagtraum, wirklich noch eine Fortsetzung in Paris zu schreiben. Daraus wurde aus verschiedenen Gründen nichts; aber es war mir immer wichtig, eines Tages dennoch dorthin zurückzukehren. Diese Kurzgeschichte ist von daher auch der Abgesang auf einen nie geschriebenen (aber glücklicherweise auch nie ausgearbeiteten) Roman.


    Schade, ich hätte eine Fortsetzung in Romanlänge gerne gelesen.

    So hatte ich das noch gar nicht gesehen, ich war hier vielleicht zu gutgläubig: so habe ich das noch gar nicht gesehen :o Dabei könntest du recht haben, am Ende fand ich sie tatsächlich etwas bedrohlich.


    Ah, dieser Gedanke kam hier also auch schon auf. Ich fand die Frau am Ende wirklich auch sehr bedrohlich, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in Realität etwas mit der Situation des Erzählers zu tun hat oder hier wirklich einen aktiven Part gespielt hat.

    Die Geschichte hat mir gut gefallen und gerade weil sie so kurz ist, hat sie einen starken Eindruck bei mir hinterlassen.


    Ich fand es am Ende sehr überraschend, dass der Erzähler in einer Gletscherspalte steckt. Auch wenn es in der Geschichte schon Andeutungen darauf gab, dass das Erzählte gerade nicht wirklich stattfindet, habe ich am Ende, als der Erzähler Schmerzen hat und langsam in die Realität zurückkehrt, eher daran gedacht, dass ihm die Frau etwas angetan hat, ihn eventuell vergiftet. Mein zweiter Gedanke war, dass er vielleicht im Krankenhaus im Koma liegt und von seinen Angehörigen/seiner Frau zurück in die Realität geholt werden soll.


    Die Wahrheit ist natürlich umso härter. Der Erzähler steckt in einer Gletscherspalte und erlebt seine letzte Nacht. Es gibt für ihn also keine Hoffnung mehr und das Ende ist abzusehen. Ich finde es nicht weiter erstaunlich, dass er sich da in eine schöne Erinnerung oder einen Traum flüchtet. Obwohl es ja keine reale Erinnerung zu sein scheint, dieses Treffen hat wohl nie stattgefunden. Andererseits habe ich es auch nicht als passiven Traum gesehen, sondern schon eher als aktives Tagträumen. Der Erzähler stellt sich diese Situation also vielleicht nur vor und driftet dann geistig darin ab, wie in einen echten Traum.


    Es wäre für ihn wohl besser gewesen, er wäre nicht mehr in die Realität zurückgekehrt, sondern hätte in seiner Traumwelt bleiben können.

    Die Geschichte war wirklich sehr düster und brutal, aber nachdem man heutzutage fast überall mit Gewalt und Brutalität konfrontiert wird und dadurch abhärtet, fand ich sie nicht so schlimm.



    Sehr deutlich wird, dass der Erzähler sich anfangs fast komplett von den Geiseln distanziert hat, er sieht sie eigentlich kaum als Menschen an, auch wenn er sich für den "Holländer" ein paar Dinge vorstellt. [...]
    Erst allmählich ändert sich das. Immerhin scheint er für die Frau am zugänglichsten zu sein, als sie nachts austreten muss. Und er lässt sich auch unbeobachtet gehen. Ich glaube dabei nicht, dass er dabei ausschließlich darum geht, dass sie ohnehin nicht mehr fähig ist zu flüchten.


    Das ist mir auch sehr deutlich aufgefallen. Der Erzähler distanziert sich zu Beginn komplett von den Geiseln und macht sich erst nach und nach mehr Gedanken über sie. Als er die Frau unbeobachtet gehen lässt, habe ich vermutet, dass er sie auch hätte weglaufen lassen, wenn sie noch gekonnt hätte.



    Interessant auch die Reihenfolge seiner Festellung: Er hat die Frau getötet und mit ihr Ekala. Ist ihm der Tod der Frau wichtiger, entweder weil er sie erlöst hat oder weil er sich schuldig für ihren Tod fühlt?


    Das fand ich ganz normal, er hat ja direkt auf Ekala geschossen, dass dieser tot ist, ist ziemlich klar. Dass die Frau dabei auch gestorben ist, ist das unerwartetere Ergebnis und wird deshalb zuerst angesprochen.



    Das Feuer am Ende kam für mich etwas plötzlich. Stammt das eventuell noch vom Feuer der vorherigen Nacht? Oder von der Zigarette, die Ekala angezündet hat? Oder ist es einfach nur Zufall?


    Ist das Feuer real, also ein ganz normales Feuer, dass sich von der Feuerstelle der vorherigen Nacht ausgebreitet hat? Ich habe das am Ende als etwas übernatürliches wahrgenommen.



    Warum griff der Indianerjunge nicht ein, als der Erzähler Ekala tötet? Weil Ekala in diesem Moment ebenfalls eine Grenze überschritten hat, die er nicht hätte überschreiten dürfen? Der Erzähler verhält sich eigentlich noch am anständigsten von allen, aber auch er überschreitet eine Grenze, als er einen Menschen, dazu noch seinen Vorgesetzten, tötet - auch wenn ich es sehr gut verstehen kann.


    Die Chancen, dass sowohl die Geisel als auch der Erzähler das Inferno überleben, scheinen eher hoffnungslos zu sein. Und was ist mit dem Indianerjungen? Weiß er besser damit umzugehen?


    Ich habe beim Lesen darüber nachgedacht, ob der Indianerjunge überhaupt real ist. Er greift nicht wirklich ins Geschehen ein und beobachtet meistens eher, was passiert.



    Den Geister-Indianerjungen habe ich mir anfangs als so eine Art Schutzwesen vorgestellt, das das Feuerwesen erschaffen oder herbeigerufen hat, um Ekala zu unterstützen. Als dieser indianische Talisman erwähnt wurde, war mir aber klar, dass ich damit auf dem Holzweg war. Dieser Talisman bestand auch aus verbrannten Knochen, denen des Jungen. Also ein Artefakt, mit dem Ekala Macht über den Geister-Indianerjungen besaß. Dazu passt auch, dass der Junge zuletzt den Talisman hatte - nachdem Ekala tot war - und er dem Erzähler dann einen Hinweis auf die Gefahr gegeben hat.


    Du hast den Jungen also auch als Geist gesehen und nicht als reale Person? Ich finde das mit dem Talisman, durch den Ekala Macht über den Jungen hat, eine interessante Interpretation, wäre aber selbst nicht darauf gekommen.

    Ich hatte zwar das Vorwort gelesen, bin aber bei der Geschichte zuerst gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich die Charaktere aus "Fairwater" kennen könnte. Erst als man erfährt, dass Gloria schon einmal wegen einer Mordserie in der Stadt war, kam mir das irgendwie bekannt vor.


    Im Gegensatz zur vorhergehenden Geschichte ist es hier aber gar nicht nötig, "Fairwater" zu kennen. Die Geschichte funktioniert sicher auch sehr gut, wenn man den Roman nicht gelesen hat. Geschichten mit Zeitparadoxa finde ich grundsätzlich toll, ich darf darüber aber meistens nicht zu lange nachdenken, sonst ergibt irgendwann gar nichts mehr Sinn. Hier fand ich aber alles sehr stimmig und ihr habt das ja auch schon gut aufgedröselt.


    Auch vom zwischenmenschlichen Aspekt fand ich die Geschichte sehr schön. Gloria konnte so mit Solomon abschließen und ihr Gewissen beruhigen, dass sie nie zu ihm zurückgekehrt ist nach den Geschehnissen in "Fairwater". Diese besondere Verbundenheit zwischen den beiden spürt man in der Geschichte sehr gut.



    Bei den Szenen während des Einbruchs in der Library musste ich ziemlich lachen, Profis sind die beiden eindeutig nicht, was Einbrüche angeht ;D Und das mit den präparierten Donuts hatte durchschlagenden Erfolg ;D


    Ich fand das sehr lustig, auch die Sache mit den Donuts :D

    Eine spannende Geschichte, über diese Welt hätte ich gerne mehr gelesen. Die Idee mit den Portalen, die durch die ganze Galaxie führen, fand ich toll.


    Eine sehr unheimliche und gruselige SF-Geschichte, schon die Beschreibung von Caell-Arynoah (ich schreibe das mal so, weil ich das Sonderzeichen nicht finde) mit dem Transit des Weißen Zwerges und dem Schwarzen Loch fand ich ziemlich unheimlich, wie alle 4 Stunden nur für ganz kurze Zeit die Sterne zu sehen sind.


    Die Beschreibung hat mir auch gut gefallen und diese Besonderheit von Caell-Arynoah, dass es nur alle 4 Stunden kurz dunkel wird, ist tatsächlich etwas unheimlich. Ich habe mir da auch direkt vorgestellt, wie man auf so einem Planeten leben würde und ob man das als ganz normal empfinden würde, wenn man dort aufgewachsen wäre.



    Bei den Portalen musste ich natürlich sofort an StarGate denken. Allein schon, weil das Prinzip dasselbe ist. Tore, verteilt in der ganzen Galaxien von irgendeinem alten Volk, das es nicht mehr gibt, und durch die man, wenn man weiß wie, zwischen den Planeten reisen kann. Als dann noch die Pyramide und der Sarkophag dazukamen, waren die Parallelen noch deutlicher.


    Ich bin im Bereich Science Fiction nicht so erfahren, deshalb habe ich auch keine Parallelen zu anderen Geschichten gesehen.


    Der Senator hat wohl wirklich den Verstand verloren. Ich fand es krass, dass er unschuldige Reisende tötet, um seine Frau zurückzuholen. Ein bisschen erschrocken war ich dann aber auch über die Besatzung, die am Ende beide tötet, den Senator und seine Frau. Da dachte ich eigentlich, dass das nicht nötig wäre, aber wenn man den Gedanken zu Ende denkt, war es für die Frau des Senators wohl eine Erlösung.



    Da hat mich die Geheimniskrämerei ehrlich gesagt etwas gestört. Wissen die denn nicht, zu welcher Spezies er gehört? Das halte ich jetzt eher für unwahrscheinlich. Warum also diese komplizierte Umschreibung? Später dachte ich mir, dass da vielleicht noch mal darauf Bezug genommen wird oder dass es noch eine Rolle spielt, aber dem war dann leider nicht so.


    Ich habe mich bei der Umschreibung gefragt, ob der Senator Mensch ist und die Geschichte damit eine ganz andere Tragweite bekommt - der Tod der letzten Menschen, die es noch gab. Würde man sowas deutlich aussprechen, wäre es plump. Durch die Andeutungen konnte ich mir darüber meine eigenen Gedanken machen. Ich war damit also zufrieden und habe nicht darauf gewartet, dass das noch eine Rolle spielt.


    Den Bericht-Stil fand ich hier auch sehr passend und es hat gut funktioniert, trotz sachlicher und neutraler Erzählweise alle notwendigen Infos zu bekommen. Auch die Emotionen sind ganz gut angekommen.

    Auf diese Geschichte habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, alte Bekannte aus anderen Büchern wiederzutreffen, finde ich immer toll. Mir hat die Geschichte auch richtig viel Spaß gemacht, ich bin aber ein bisschen unschlüssig, wie es jemandem damit geht, der Olivers Romane nicht kennt. Ist da nicht ein bisschen zu viel unklar?


    Offensichtlich sind seit der Handlung vom "Kristallpalast" 38 Jahre vergangen, ansonsten ist wieder alles wie früher, Niobe und Bailey (wie heißt er jetzt gleich nochmal?) sind gemeinsam unterwegs um ein Tor zu schließen. Diesmal also nicht London, sondern Paris und der Eiffelturm.


    Grundsätzlich fand ich es sehr toll, dass es hier mehr um die Figuren geht und ihre Gespräche untereinander, das Wiedersehen nach langer Zeit, als um eine actionreiche Handlung. Das eigentliche Verschließen des Portales bekommen wir Leser ja auch nur im Nachhinein erzählt.



    Bei der Vorstellung, wie der Magier immer wieder ersetzt wird, dass er immer wieder zu einer Idee wird, ohne noch den Ursprung zu kennen, ist faszinierend und verwirrend gleichzeitig. Wobei es sehr praktisch ist, dass er dabei das Altern umgehen kann. Die Frage ist nur, kann er diesen Kreislauf jemals unterbrechen, auch wenn er wollte? Ich hatte ab und an das Gefühl, dass er selbst darauf gar keinen Einfluss mehr hat, weil er selbst nur eine Idee ist.


    Das fand ich sehr interessant, der Magier erneuert sich also immer wieder selbst und er erklärt auch, warum manche Ideen ein Auge und andere zwei Augen haben. Das erklärt ja auch ein bisschen, warum Bailey in verschiedenen Romanen auftauchen kann und immer ein bisschen anders ist, andere Namen trägt usw.



    Auch wenn Niobe sauer auf den Magier ist, was ich durchaus auch nachvollziehen kann, gerade aus den Gründen, die sie angibt, so ist dennoch bereit, persönliche Gefühle aufgrund der gleichen Bedrohung wie vor 38 Jahren zurückzustellen. Und so wie es sich liest, haben die beiden früher auch ganz gut harmoniert. Aber dass sie ihm ihre Meinung sagt, ist völlig legitim, finde ich ;D


    Das Zwischenmenschliche zwischen den beiden fand ich besonders gut. 38 Jahre sind eine lange Zeit, aber da Niobe jetzt endlich die Möglichkeit hat, Bailey die Meinung zu sagen, nutzt sie das auch.


    Serafina/Céleste: Hier müsste ich mich wohl besser an die "Magier"erinnern, aber einer schwarzen Katze sind wir ja auch hier schon mal in einer Geschichte begegnet :) "Der Kristallpalast" ist noch viel präsenter in meiner Erinnerung. Aber ich muss wohl beide Bücher nochmal lesen. Und auf "Fairwater" wäre ich ja auch nochmal neugierig...


    So, hab ich mittlerweile gemacht ;) Dabei ist mir noch eine Sache besonders aufgefallen: Der zukünftige Soli lässt sich im Detail noch mal Jugendgeschichten oder überhaupt Geschichten von seinem "früheren" Ich erzählen. Anscheinend weiß er zwar noch, wer er ist, verliert aber immer mehr die Erinnerungen bzw. sich Selbst?


    Das finde ich einen sehr interessanten Aspekt. Die Stimme fragt doch auch immer nach Solis Frau. Es kann gut sein, dass er die Erinnerung verliert und sich diese Geschichten deshalb wieder erzählen lässt. Wäre ja nur logisch, wenn eine Stimme die Erinnerung an ihr körperliches Dasein verliert. Vielleicht schwelgt er aber auch einfach gerne in Erinnerungen...


    Sie haben sich eine Weile geliebt, das allein zählt für ihr Verhältnis heute -- gleichzeitig ist es heute nicht mehr das Wichtigste oder Einzige in ihrem Leben, und das zählt auch. Für mich entspringt die Traurigkeit der Geschichte vielleicht vor allem hieraus: dass sie der Erwartung, die wir als Leser an romantische Geschichten stellen (dass es den "Einen", die "Eine" gegeben hätte) eine Absage erteilt.


    So habe ich die Geschichte auch wahrgenommen und finde es einerseits zwar traurig, andererseits aber auch schön, dass beide trotzdem ihr Leben gelebt haben.


    Diese letzte Entscheidung mag am Ende sein, dass Valérie Holmes den Schädel nicht aushändigt, sondern wahrscheinlich auf angemessen Art verwahrt oder beisetzt, worauf sie und Aristide ein Fest für das Viertel ausrichten. Sie ist also "angekommen"; sie und Holmes haben zu beiderseitigem Vorteil zusammengearbeitet, beide wurden durch die Kooperation geheilt und haben zu mehr innerer Harmonie gefunden.


    Danke für die Erklärung, ich hatte das bisher noch nicht so wahrgenommen, dass Valérie auch einen wirklichen Vorteil aus der Zusammenarbeit mit Holmes hat.