Beiträge von Robert Corvus

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    Wenn die Aufgaben für die beiden Drachenführer nun tatsächlich von den Göttern (!) mit einem bestimmten Ziel gestellt werden, dann ist der Anspruch von Beorn und Phileasson auch nicht von der Hand zu weisen, auch wenn die beiden (noch?) nichts davon wissen.

    Das ist nach wie vor fraglich. Geplant wurde die Wettfahrt von der Obersten Hetfrau, um den König der Meere zu ermitteln. Die Geweihten waren lediglich als Schiedsrichterinnen und Empfängerinnen der Aufgaben vorgesehen, die von Thorwal aus übermittelt werden sollten.

    Ob das noch der Fall ist oder sich inzwischen andere Mächte einschalten, wird ja reichlich diskutiert. ;)

    Meinst Du seitenzahlenmäßig das jeweilige Auftreten von Beorn und Phileasson, oder von ihren Ottajaskos? Dass die beiden Ottajaskos einen ähnlich großen Anteil hatten stimmt mit meinem Gefühl überein.

    Die ungefähre Seitenverteilung ist (nach Normseiten - Druckseiten sind dann bei allen entsprechend weniger):

    Prolog: 100 Seiten

    Phileasson-Strang: 350 Seiten

    Beorn-Strang: 260 Seiten

    Der Phileasson-Strang = die Szenen aus der Perspektive von Phileassons Ottajasko ist also deutlich länger als der Beorn-Strang.

    Dann nehme ich an, diese Geschichte wird in bestimmten Abenteuern erzählt? Wenn ich drüber stolpere werde ich mich erinnern.

    Ja, Vermis und Vespertilio tauchen in Abenteuern und Quellenbüchern auf.

    Auch wenn der Blender nun einen Vorsprung hat, es wird erst am Ende abgerechnet und bis dahin sind es noch 6 Aufgaben, es ist also noch gar nichts entschieden, das wohl :barbar:

    Genau, das wohl! Team Foggwulf!


    Aber was ist mit Galaynes Augen, woher kommt dieser plötzliche Schmerz, den Pardona lindern kann? Andererseits scheinen diese Worte von Zynthia zu stammen.

    Ja, Zynthia überträgt ihre Gedanken und Empfindungen, und dazu gehört auch der Schmerz. Alle "Magiebegabten" sind dafür empfänglich.


    Vermutlich 1001 Nacht nach Hennen & Corvus. Ich rechne mir da mal nicht soviel Romantik aus.

    Für die Kenner: 1001 mal Schattenkult. :teufel:


    Abdul ist im gesamten Buch einfach ein absoluter Lichtblick, gerade wegen seiner nicht so lichten Momente. Die Situationskomik, die jedes Mal aus seinem Handeln heraus entsteht, war für mich immer wieder ein kurzes Auftauchen und Aufatmen, die mich die Schrecken des Tootenmeeres besser ertragen ließen.

    Es ist wichtig, auch in einem düsteren Bild ein paar helle Flecken zu setzen, sonst verliert die Dunkelheit an Wirkung.


    Das Witzige ist ja, dass wir als Leser diese Schlüsse schon ziehen konnten, während es für Asleif und Beorn noch immer um nichts anderes als den Titel geht.

    Na ja, in Phileassons Ottajasko wird seit Silberflamme kräftig darüber spekuliert ...

    Das Schiff, auf dem sich der Kelch befindet, ist tatsächlich, wie von mir vermutet, ein Elfenschiff.

    Ja, allerdings ein anderes als die Iylian Thar. Auf Seite 527 kommt übrigens der Name dieses Schiffes, beziehungsweise seine Übersetzung, und damit sollte sich auch der Titel des Prologs erklären:

    Zitat von TOTENMEER Seite 527

    »Iylian Thar«, sagte er verärgert. »Das war der erste Schritt auf

    dem Weg hierher. Der Wandelbare Krieger.

    Und Phileassons Herz gehörte also Brunylda, die gestorben ist. Nur wie? Ich hoffe hierzu erfahren wir noch mehr.

    Hm, da steht: "Mit Brunylda war alles anders gewesen. Kein tragischer Tod auf einem Krankenlager, wie Shaya es nun wohl vermutete."

    Das kann bedeuten, dass sie anders gestorben ist - bei einem Unfall, im Kampf ... Oder auch, dass sie noch lebt. :nachdenk:

    Aber wenn sie den Geistern ihren Körper überlässt, wie will sie Schwert und Kelch dann zu ihrem Volk zurückbringen?

    Vielleicht interpretiert Ihr dieses "Körper überlassen" radikaler, als sie es einschätzt. Vielleicht denkt sie, dass sie diese Wesenheiten in ihren Körper lassen kann, sodass sie ihn mit ihr gemeinsam bewohnen - als Stimmen in ihrem Kopf, wie bei einer Besessenheit. Oder sie glaubt, sie kann aus dem Deal aussteigen, wenn sie die Artefakte erst einmal hat. Einen Ersatz anbieten ... so etwas ...


    Ich erinnere mich, dass ich immer dagegen war, dass es unbedingt ein Pakt sein muss, dass man über sich hinauswachsen kann und auch die Rache als heilende Kraft zu sehen muss nicht bedeuten, einen 'Pakt mit einem Dämon geschlossen zu haben.

    :klatschen:


    Dann kam das Gebet im Moor, wo soweit ich weiß alle der Meinung waren, es könne jetzt keinen Zweifel mehr geben, dass sie einen Pakt geschlossen hat.

    Das hat mich damals ein wenig gewundert. Am Mörderstein spricht nur Zidaine, sie bekommt keine Antwort. Sie sieht Schatten und ein "Irrlicht", das aber eigentlich als der Licht-Zauber eines Elfen erkennbar sein sollte (Salarin hat zum Beispiel schon einmal so gezaubert). Er kam von Falnokul, der damit Zidaine in die Falle gelockt hat.

    Die beiden Kapitäne wollen es bloß wegen eines Titels, wegen der Ehre. Es bringt ihrem Volk nix (zumindest machen sie die Fahrt nicht deswegen), es bringt ihren Freunden nur Schwierigkeiten (die Thorwaler natürlich lieben) aber sind diese Ziele edler als die der Elfin?)

    Das ist eine berechtigte Überlegung, finde ich. Vermutlich liegt es an der Perspektive, dass man es nicht unbedingt so sieht: Man hat Phileasson und Beorn über Tausende Seiten begleitet. Da geht man erst einmal davon aus, dass sie im Recht wären. Aber eigentlich ist Lailaths Anspruch stärker - das finde ich auch.

    Dazu würde mich interessieren, ob die Autoren es tatsächlich von Beginn an so geplant hatten, dass der Pakt nur eingebildet ist, oder ob diese Wendung erst mit dem Schreiben von Totenmeer aufgekommen ist und die Autoren selbst "überrascht" hat? Einige Äußerungen von Robert hatte ich dahingehend interpretiert, dass diese Entwicklung erst im Schaffensprozess des Buches entstanden ist.

    Der Gedanke erwuchs sogar aus einer Leserunde, vermutlich schon der zu Nordwärts, vielleicht auch bei Himmelsturm. Für uns war nie ein Dämon im Spiel, und das hat Bernhard damals sogar schon geschrieben (was aber wohl in Vergessenheit geraten ist - wenn Ihr mögt, könnt Ihr die Leserunde ja im Archiv nachlesen). Nur Tjorne hatte die schrecklichen Morde als Werk eines Dämons interpretiert, weil er sie sich nicht anders erklären konnte.

    In der Leserschaft/der Leserunde wurde diese Theorie von Tjorne irgendwie mit dem Wissen um Zidaine zusammengeführt. Bernhard und ich standen da sozusagen am Spielfeldrand und staunten.

    Für die Geschichte, die wir von Zidaine erzählen wollen, passte aber nicht, wenn sie unter einem äußeren Zwang gestanden hätte. Außerdem war uns das letztlich zu platt.

    Aber es als Missverständnis aufzubauen ... Als eine Wahnvorstellung ... Das erschien uns originell, vor allem in einem Fantasykontext, wo man ja rasch mit übersinnlichen Erklärungen bei der Hand ist. Dabei sind es die inneren Dämonen, die wirklich Schaden anrichten.

    natürlich möchte ich den Punkt gern an Phileasson gehen sehen.

    Genau! Team Foggwulf! :barbar:

    Phileasson ist jemand, der sich seine Leute anhört und er achtet Tylstyr. Abdul könnte sich dann auch dazu äußern.

    Mal angenommen, er bekäme von Tylstyr und Abdul alles erzählt, was sie wissen (also Abdul hätte einen besonders hellen Moment mit vollständiger Erinnerung), und er würde auch seine komplette Ottajasko einweihen, und sie würden alle Puzzlesteine richtig zusammensetzen ...

    Was sollten sie mit diesem Wissen dann anfangen?

    Pardona bei Beorn verpetzen? Der weiß aber ohnehin schon bescheid ...


    ohne sie wären doch alle tot, oder hat sie nicht mit ihrer Magie dafür gesorgt, dass die Ottajasko die Spinnenbisse überstanden hat.

    Auch Shaya hat schon erheblich eingegriffen, etwa im Himmelsturm: Dort drohte der Tod durch Erfrieren, und sie hat ein Wunder der Travia herabgerufen, das eine Sphäre heimeliger Wärme hat erscheinen lassen ...

    Oder ihre Bemühungen um Heilung insbesondere bei kleineren Verletzungen ...

    Oder ihre Vermittlung von Obdach in Traviatempeln, etwa in Riva ...

    Das fand ich spannend, aber es hat den Vermis aus dem Prolog auch erfolgreich weiter geführt, inklusive der Erfahrungen durch das Schiff.

    Das ist immer eine Herausforderung: eine Figur wiedererkennbar zu gestalten, aber sie sich eben dennoch entwickeln zu lassen ... Gerade hier, wo Jahrzehnte zwischen Prolog und Haupthandlung liegen.

    Wobei die Haupthandlung in diesem Fall zuerst geschrieben war und der Prolog zum Schluss kam.

    Das finde ich das Tolle an eurer Arbeit: Das alle Charaktere so ausgearbeitet sind, selbst wenn es eigentlich nicht für die Geschichte "relevant" ist. Einfach ganz große Klasse!

    Das finde ich auch klasse.

    Wenn Euch Hintergründe interessieren, kann ich das Material zum Rollenspiel Das schwarze Auge empfehlen. Der Großteil dieser Bücher ist enzyklopädisch aufgebaut, also mit thematisch gebündelten Essays und vergleichsweise wenigen Regeln, die das Würfeln am Spieltisch regeln. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei:

    Religionen und Kulte? - Wege der Götter.

    Ein Gebetbuch für Shayas Göttin? - Travia-Vademecum.

    Wie sieht's in Thorwal aus? - Unter dem Westwind.

    Und ihm tiefen Süden? - In den Dschungeln Meridianas (hier sind auch die Keke-Wanaq beschrieben).

    Wie funktioniert Magie? - Wege der Zauberei.

    Meere und Schifffahrt? - Efferds Wogen.

    Und vieles mehr ...

    Ein paar Gedanken und Ausblicke zum Ende:


    Es scheint die Empfindung zu geben, dass Totenmeer eher Beorn-lastig sei. Von den Seitenzahlen her stimmt das nicht. Was man aber vielleicht gedanklich nicht mitzählt, ist die recht lange Vorbereitungsphase auf der Insel Beskan - die Kalekken mit den Affeneiern, das Kartenspiel und die Reparatur des Bootes, der Verfolgung durch die Seeadler von Beilunk ... Phileasson braucht vergleichsweise lange, bis er im Sargassomeer ankommt.


    Wer noch einmal nachlesen möchte, wie die erste Begegnung von Galayne und Galandel ablief, kann in Himmelsturm nachschauen - Galayne erinnert sich aus seiner Perspektive daran, ebenso wie an seine Verbannung.


    Bei Lailaths Ende fürchte ich, dass man diese Dinge leicht von ihrem Ausgang bewertet. Wenn sie sich nur ein wenig schneller an Bord der Stern von Silz hätte schleppen können, hätte sie die Geister vielleicht zurücklassen = ihnen entkommen können. Oftmals sind Geister an den Ort ihres Todes gebunden. Es hätte also gelingen können ... Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt ...

    Bei ihrem "ersten Tod" war Lailath an den roten Sand gebunden, zu dem ihr Körper zerfallen ist - zumindest konnte sie sich nicht weit davon entfernen. Falls das wieder so ist, wird sie auf absehbare Zeit im Sargassomeer festsitzen.


    Vermis und Vespertilio sind Aventurien auch nach der Phileasson-Saga erhalten geblieben. Sie sind im Rollenspiel sogenannte "Meisterpersonen", das heißt, Figuren, die der Spielleiter führt. Sie machen ihre Karrieren als Schurken, als sich die Finsternis machtvoll erhebt. Aber das ist eine andere Geschichte ...


    Wenn Ihr in der Umgebung der Phileasson-Saga ein wenig lesen wollt, empfehlen sich tatsächlich die alten DSA-Romane von Bernhard bzw. mir (unter Bernard Craw erschienen), weil wir einige Elemente aus diesen Büchern aufgenommen haben oder in späteren Bänden noch aufnehmen werden.

    In Das Jahr des Greifen hat zum Beispiel Phileasson eine kleine Nebenrolle.

    Drei Nächte in Fasar (sowohl in drei Einzelbänden als auch als Sammelband erschienen und später neu aufgelegt als Rabensturm) spielt in Fasar und der Khôm - Schauplätzen, die in der Phileasson-Saga noch anstehen.


    Noch ein wenig dazu, was Euch in Rosentempel erwartet:

    Sowohl im Beorn- als auch im Phileassonstrang werden Figuren zurückkehren - also Figuren, die zwar schon in der Saga aufgetaucht sind, aber in Totenmeer nicht mitgespielt haben.

    Im Phileassonstrang gibt es im Wesentlichen (= mit einer Ausnahme in einer Szene) vier Perspektivfiguren. Nur eine davon war in der Saga bereits eine Perspektivfigur. Zwei weitere kennt Ihr, aber wir haben die Geschichte noch nie aus ihrer Perspektive erzählt. Und die vierte stößt neu hinzu.

    Der Prolog wird die Historie einer bereits bekannten Figur beleuchten.


    Apropos Prolog:

    Für welche Figuren wünscht Ihr Euch eine solche Vertiefung ihres Hintergrunds?

    Diese Info über den Dämonen hat man aber im Buch selbst nirgendwo gelesen, oder? Dass heißt, diejenigen, die nicht das Glück haben, an einer Leserunde mit Autorenduo teilzunehmen, erfährt das dann nicht.

    Wer an Leserunden teilnimmt, weiß eben mehr. ;)

    Aber auch jeder Leser weiß aus der Prophezeiung, welchen Zweck die Waffen aus den Seeschlangenzähnen erfüllen:

    "Schärft der geschuppten Herrn der Meere Waffen gegen des Kelches Räuber ..."

    Sie wissen nur nicht, warum sie wirken.

    Ich fand diese Szene schon sehr horrormäßig.

    Ähnlich wie Himmelsturm ist auch Totenmeer ein Roman mit starken Horror-Elementen. Das wird in Rosentempel wieder anders - da könnt Ihr Euch auf 1001 Nacht freuen. ;)

    Bei Abdul habe ich dann kurz aufgeschrien und echt gedacht, der wäre jetzt tot. Ich hätte es unseren Autoren durchaus zugetraut,

    :banane:

    Genau diese Unsicherheit - es könnte jeden treffen - wollen wir erreichen. Sie ist notwendig für echte Spannung.


    Es steht also 4:5(6). Da kann noch viel passieren. Es ist alles offen.

    So ist es. :)

    Ich habe gottseidank so ein Schicksal nicht erlebt, aber es soll auch eine Folge von Vergewaltigungen sein, dass eine gestörte Sexualität gerade dazu führt, dann mit wechselnden Partnern Sex zu haben.

    Ja, das kommt vor. Es kommt sogar vor, dass manche Opfer gar keinen Schaden behalten. Da hat mich ein Fernsehfilm beeindruckt, in dem eine solche Frau porträtiert wurde. Ihr Hauptproblem war ihr Umfeld - sowohl ihr Ehemann als auch ihre Familie und Freundin erwarteten, dass sie nach dem, was ihr zugestoßen ist, doch gestört sein müsse. Sie haben ihr praktisch zum Vorwurf gemacht, dass sie nicht sichtbar darunter gelitten hat, sondern die Sache hinter sich lassen konnte.


    Nach so vielen Jahren kommt es doch auf ein paar Wochen nicht an. Wenn Silberflamme nicht mehr benötigt wird, nach dem Wettkampf (und dann noch im Besitz eines der Kapitäne ist, dann könnte sie das Schwert sicher auch von denen bekommen.

    Ihr Problem ist wohl eher das Risiko, dass die Silberflamme auf dieser Abenteuerfahrt verloren gehen könnte ... Oder dass sie selbst draufgehen könnte, womit sie die Silberflamme ebenfalls nicht zurückbringen könnte ...


    Die ihn dort gefesselt hatten waren doch andere Geschöpfe 'Pardonas, aus Eifersucht?

    Das waren die Nachtalben des Himmelsturms.

    Ob Pardona wohl wusste, was mit ihm geschehen ist?


    Ach und die beiden Würmer oder Drachen oder was auch immer waren eine Warnung? An wen? Von welcher Seite?

    Die Nachtalben haben Phileassons Ottajasko die beiden Gletscherwürmer hinterhergeschickt.

    Was Pardona nachdenklich stimmt, ist der Umstand, dass ein einfacher Geweihter wie Praioslob ein so gewaltiges Lichtwunder erflehen konnte, um diese Drachen zu töten. Das deutet auf ein besonderes Interesse seines Gottes hin.

    Ich bin da weiterhin ganz bei Praioslob, Recht ist eben Recht.

    Was dieses "Recht ist Recht" als Nebenaspekt auch beinhaltet, ist eine gewisse Gnadenlosigkeit. Ein perfekter Praiosdiener ist in letzte Konsequent vollkommen gerecht. Er ist nicht rachsüchtig, er neigt nicht zu übertriebener Bestrafung - aber er kennt auch keine Verzeihung. Ein Verbrechen erfordert notwendigerweise immer eine Strafe.

    Praioslob ist in dieser Hinsicht nicht immer ganz so konsequent, wie es die reine Lehre vorsieht ...


    Tylstyr erscheint wankelmütig, was irgendwie zu ihm passt.

    Dieser Wankelmut, genährt von widerstreitende Loyalitäten, dominiert sicherlich.

    Er hat aber noch ein weiteres Problem: Als Thorwaler sind für ihn Plünderfahrten normal, für Praioslob aber nicht. Und Plünderfahrten sind eben keine freundlichen Besuche ... Da ist sein Bezugsrahmen ein anderer.

    Ich könnte jetzt nicht sagen, das habe ich mir schon gedacht, denn immerhin haben die Autoren diesen Weg konsequent weiterverfolgt, aber irgendetwas war an dieser Geschichte immer komisch.

    Wir versuchen stets, ein paar Überraschungen für Euch bereitzuhalten, und freuen uns, wenn uns das gelingt.

    :freu:

    Vor allem auch bei den Leserunden, wo man uns besonders häufig auf die Schliche kommt. Da müssen wir das besonders geschickt einfädeln.


    Ich fand die Dialoge auch unglaublich und werde sie mir noch mal an einem Stück durchlesen.

    Sie wurden übrigens auch an einem Stück geschrieben: Ich habe sämtliche "Gerichtsverhandlungs-Szenen" in einem Block hintereinander weg geschrieben. Die chronologische Reihenfolge, in der sie in die anderen Szenen eingeflochten sind, wurde erst später hergestellt.


    Ich könnte mir vorstellen, dass sie als Wiedergutmachen die Ottajasko mit ihrem Leben beschützt.

    Hm, aber wem gegenüber würde sie dadurch eine Wiedergutmachung leisten? :nachdenk:

    Nach thorwalschem Recht gibt es übrigens durchaus eine Wiedergutmachung auch für übelstes Unrecht, nämlich das "Thurgold", das dem Geschädigten oder seiner Ottajasko (das kann je nach Zusammenhang die Schiffsgemeinschaft oder die Sippe sein) ausgezahlt wird. Wenn dieses Thurgold angenommen wird, ist das Verbrechen damit gesühnt.

    Ich weiß nicht genau, wo die Seele wohnt, glaube aber schon, dass das Herz da auch mitredet.

    Wobei das in Selimes Fall ja das Herz von Eichward vom Stein wäre ... Insofern also sicher kein Hort der Finsternis, wohl aber der Tapferkeit - ein Heldenherz ...

    Aber die beiden waren tatsächlich nur gute Freunde.

    Erstaunt war ich zu erfahren, dass Phileasson "nur" mit Beorns Schwester befreundet war. Ich dachte, sie hätten eine Liebesgeschichte.

    Ich bin sicher, dass sehr viele Leserinnen und Leser eine Liebesgeschichte erwartet haben. Grund genug für uns, etwas anderes zu erzählen. ;)


    Und Praioslob hält Zidaine schonungslos den Spiegel vor, was ihr bisheriges Leben angeht.

    Das ist ein großes Lob für einen Praiosgeweihten, denn denen geht es um genau dies: die unverstellte Wahrheit.


    Oder war sie tatsächlich davon überzeugt, einen Pakt eingegangen zu sein?

    Ganz abwegig wäre diese Überzeugung nicht. Sie hat zu Göttern und Heiligen gefleht, ohne dass sie ihrer Not hätte entkommen können. Dann fleht sie zum Herrn der Rache - und ihr gelingt die Flucht. Es ist ja - gerade für ein Kind - nicht unbedingt abwegig, hier einen kausalen Zusammenhang zu sehen.


    Dann kommt der nächste Hammer: Beorn beschließt, diesmal mit Phileasson gemeinsame Sache zu machen, um ihre Leute aus Vermis' Gefangenschaft sowie den Kelch zu bekommen und nach Möglichkeitkeit das Tangmeer lebend verlassen zu können.

    Hier sei noch angemerkt, dass das eigentlich unter Thorwalern auf Plünderfahrt die übliche Vorgehensweise ist: Man tut sich zusammen. Auch im Tal der Donnerwanderer und im Himmelsturm haben die beiden Ottajaskos ein gemeinsames Lager aufgeschlagen. Allerdings ist die Rivalität seitdem sicher gewachsen ...


    Mir gefallen die Szenen mit den beiden ebenfalls sehr gut.


    Robert und Bernhard: habt ihr diese Szenen gemeinsam geschrieben?

    Es gibt einige Szenen, die wir gemeinsam geschrieben haben - in der gesamten Saga bislang etwa eine Handvoll. Diese gehört aber nicht dazu.

    Bei Totenmeer hatte ich den Phileasson-Strang fertig, bevor Bernhard mit dem Beorn-Strang begonnen hat. Für diese Szene habe ich einen Platzhalter eingefügt mit Stichworten, was ich bei der Szene für wichtig halte und wovon ich beim Schreiben der späteren Szenen ausgehe. Bernhard hat, wenn ich mich richtig erinnere, alle diese Stichpunkte umgesetzt, als er diese Szene mit Leben gefüllt hat.

    Möchte mal gerne wissen wie sie auf die Spinne gekommen ist. Oder ist das ganz normal in ihrer Heimat?

    Bei ihrem Stamm, den Keke-Wanaq, ist das tatsächlich ganz normal. Allerdings hat Irulla diesen Stamm schon in sehr jungen Jahren verlassen.

    Pardona-Lenya agiert da ja nicht unbedingt anders... da gibt es auch einige Beispiele, die über den Status eine reinen "begleitenden Schiedsrichterin" hinausgehen. Wenn sie beispielsweise die Echsenrunen entziffert und so Beorn den Weg zum Schlangenfriedhof weist...

    Ob vor diesem Hintergrund die Möglichkeit besteht, dass beide Drachenführer für unwürdig befunden werden, den Titel König der Meere zu tragen? :nachdenk:

    ich habe schon sozusagen mit zusammengekniffenen Augen gelesen

    Das stelle ich mir schwierig vor. :lachen:


    Aber ist es Rache an den Spinnen? Was können die dafür?

    Der Herr der Rache ist ein Erzdämon - "Gerechtigkeit" ist für ihn keine relevante Kategorie. Aber hier geht es vermutlich auch nicht darum, dass sich Zidaine an den Spinnen für etwas rächt. Sie muss jedoch den Kampf überlegen, um weiter den Pfad ihrer persönlichen Rache zu beschreiten.


    Warum ruft Perdona die Näherin? Will sie ihre Macht zeigen oder war sie zu ungeduldig?

    Die meisten Dämonen werden beschworen, weil sie bestimmte Dienste erbringen. Die Näherin ist eine Dämonin, die auf die Hilfe bei der Erschaffung von Chimären spezialisiert ist.


    Natürlich läßt Phileasson keinen Freund im Stich. Er arbeitet sich wieder auf das Heldenpodest vor,

    Das wohl! :barbar:

    Und dann beim höchsten Götterkommittee Einspruch erheben, dass Beorns Ottajasko überhaupt nicht mehr von einer echten Geweihten begleitet wird, was dann zur Disqualifikation des Blenderes führt.

    Vielleicht werden dann ja die Punkte, die er mit Pardonas Hilfe erlangt hat wieder abgezogen?

    Da sprecht Ihr einen interessanten Aspekt an.

    Am Ende wird derjenige König der Meere, den die Oberste Hetfrau dazu ernennt.

    Diese Wettfahrt hat Garhelt ausgerufen (allerdings auf Bitten Cunias), um die Sache zu regeln. Aber am Ende ist es ihre Entscheidung.

    Sie entscheidet darüber, wer welche Punkte zugesprochen bekommt (und gegebenenfalls, wer welche aberkannt bekommt). Dazu stützt sie sich wesentlich auf die Berichte der mitreisenden Geweihten.

    Wie wird sie zu Pardona stehen?

    Aber auch: Wie wird sie dazu stehen, dass die Schiedsrichterin Shaya inzwischen als Teil der Ottajasko agiert? Könnte auch das zu einem Punktabzug führen?

    Besonders gut gefallen hat mir Abdul, über den könnte ich mich echt totlachen, wie er Vermis immer wieder provoziert.

    Es freut mich, dass Abdul so an Sympathien gewinnt. :jakka:


    Lailath geht mir auf den Zeiger. Sie gehört einfach nicht zur Gruppe und ich empfinde sie als Störfaktor.

    Auch diese Rezeption finde ich interessant. Ja, Lailath ist kein Teil der Ottajasko ... Aber im Gegensatz zu Vermis und Vespertilio verfolgt sie immerhin ein ehrenhaftes Ziel. Sie ist in göttlicher Mission unterwegs, für ihr Volk, und um ihren Bruder zu erlösen, der als Geist in Vallusa "festhängt".

    Auch sammelt er magische Artefakte an sich.

    Vermis kann sie sogar erschaffen - er ist Golembauer und Artefaktmagier.


    Und woher weiss er eigentlich immer alles, was im Totenmeer vor sich geht? Was für Zauberei ist das?

    Ihr habt ja schon den Tang-Golem gesehen ... Solche und ähnliche Kunstgeschöpfe hat er viele. Das sind seine Kundschafter im Tangmeer. Und vielleicht(?) besitzt er auch ein Artefakt, das ihm bei der Aufklärung hilft.


    Und nachdem Abdul dann auch noch Vermis schreckliche Taten der Vergangenheit aufdeckt ist es bei Phileasson natürlich vorbei.

    Die Ausgestaltung dieser Taten war ein Punkt, bei dem uns die Rollenspielredaktion geholfen hat. In der ersten Fassung war Vermis lediglich ein Blutmagier. Aber die kundigen DSA-Redakteure haben dann zu Recht darauf hingewiesen, dass auch die Thorwaler mit ihren Runen und ihren Sumarblot-Ritualen Blutmagie wirken (allerdings in aller Regel mit Tierblut). Daher habe ich Vermis' "Jugendsünden" etwas weiter ausgestaltet.

    Lailath plant also mit Hilfe der Geister etwas Böses, denn sie braucht dafür böse Geister. Das ist nicht gerade vertrauenerweckend.

    Ich bin mir nicht sicher, ob "etwas Böses" es im absoluten Sinne trifft. Sie will sich die Artefakte mit allen Mitteln holen - und das schließt im Zweifel auch Gewalt mit ein. In der aktuellen Konstellation muss sie davon ausgehen, dass man mit Reden kaum weiterkommen wird ...

    Aber dadurch nimmt er Zidaine einen Teil ihrer Rache. Sie empfindet unfreiwillig Respekt für Tjorne und hat keine Freude an ihrer Folter.

    Wie steht Ihr denn inzwischen zu Tjorne - nachdem seine Geschichte zu Ende erzählt ist? Ist er nett oder ein Fiesling? War er interessant?

    Ob sie unbedingt seine große Liebe ist? Keine Ahnung. Auf jeden Fall empfindet er durchaus viel für sie. Sie haben ja auch schon auf früheren Fahrten gelegentlich das Lager geteilt.

    Ich glaube, das ist bisher in der Diskussion auch kaum beleuchtet worden ... Beorn und Zidaine kennen sich schon seit Porto Paligan. Im Schlangengrab-Prolog war sie bereits mit dabei.

    Wie ist das denn generell in dieser Welt: Gibt es das oft, dass die Seelen wiedergeboren werden

    Auch in Aventurien ist das Nachleben etwas Ungewisses.

    Die Zwölfgötterkirchen lehren, dass die Seele von Golgari, dem Totenraben, über das Nirgendmeer getragen wird. Sie wird dann vom Totengott Boron auf der Seelenwaage Rheton gewogen. Wenn sie für gut befunden wird, wird sie gefragt, in welches der zwölfgöttlichen Paradiese sie Einlass begehrt - Rahjas Zelt der Freuden, Travias Tafel etc. Es gibt auch meist ein Gegenstück, einen Bereich für jeden Zwölfgott, in den er besonders missliebige Seelen verbannen kann.

    Bei den Maraskanern wird man wiedergeboren, bis Gror den Weltendiskus fängt.

    Für alle diese Varianten gibt es belege - was die Sache widersprüchlich macht. Vielleicht passiert mit einer Seele genau das, was der Verstorbene geglaubt hat, was mit ihr passiert ...

    Es scheint mir also zunächst einmal so zu sein, dass in den allermeisten Fällen jede Seele nur einmal lebt und Wiedergeburt etwas äußerst Seltenes ist (auch wenn die Maraskaner daran glauben).

    In den Romanen von Karl-Heinz Witzko spielen belegte Wiedergeburten eine gewisse Rolle ...

    allerdings ist interessant, warum Phileasson hier die Rache ablehnt, weil es Tiere nicht abschrecken würde. Rache als Abschreckung wäre also in Ordnung?

    Phileasson argumentiert hier staatsmännisch: Um das eigene Gemeinwesen zu schützen, muss Feinden klar gemacht werden, dass es schlimme Folgen für sie hat, wenn sie dieses Gemeinwesen angreifen. Das funktioniert aber nur, wenn die Gegner in der Lage sind, einen Zusammenhang zwischen dem Angriff und der Vergeltungsaktion herzustellen.

    Diese Überlegung ist anders als das, was man gemeinhin mit Rache verbindet: Die Befriedigung eines emotionalen Bedürfnisses nach Vergeltung.

    Macchiavelli unterscheidet deutlich zwischen dem Verhalten von Staatsbürgern (bei denen Moral zu fördern ist, weil sie dem Gemeinwesen nützt) und denen von Fürsten (bei denen dieselben Einstellungen und Verhaltensweisen dem Gemeinwesen schaden können). Der Vordenker der Machtpolitik hätte die von Phileasson vertretene Ansicht vermutlich geteilt - mit der Absicht, das jeweilige Fürstentum zu stärken und seine Bürger zu schützen.

    Schließlich soll ja der Sex mit Perdona sagenhaft sein und trotzdem ist er lieber mit Zidaine zusammen.

    Denkt Ihr, Zidaine könnte Beorn helfen, Abstand zu Pardona zu wahren?

    So wie Tjorne untragbar wurde, als sein früheres Verbrechen öffentlich wurde.

    Er hatte dadurch sicher seine Gegner in der Ottajasko, zum Beispiel Dolorita. Aber Eimnir zum Beispiel hat ihm seine Laterne mit auf den Weg gegeben ...

    Hätte Tjorne den Holmgang für sich entschieden, hätte er damit das Recht erstritten, in der Ottajasko zu verbleiben. Hätte er später, im Tangfeld Zidaine besiegt ... wer weiß?

    Der Kampf war schnell zu Ende und der Kelch ging , wie von mir gehofft , an Beorn , der in diesem Teil wirklich viel investiert hat.

    Phileasson war ja etwas blass in diesem Teil.

    :o Team Phileasson scheint zu bröckeln!


    Zidaine gehört zu den Opfern , die später zu Tätern werden.

    Ja, das bringt den Kernaspekt auf den Punkt. Es gibt auch eine schöne Ambivalenz: Sie ist Opfer eines grauenvollen Verbrechens geworden ... aber eine nette Person ist sie deswegen noch nicht.


    Vielleicht steht am Ende die Erneuerung einer alten Freundschaft?

    Wie seht Ihr das - sind Asleif und Beon Rivalen auf ewig, oder kommen sie über kurzfristige Zweckbündnisse hinaus wieder zusammen?

    Das ist schon echt gruselig, nur Gehirn und Augen von Zynthia leben noch, und das bei vollem Bewusstsein.

    Aber das schwebende Hirn im Spinnenhintern hat mich noch einige Tage beschäftigt.

    Dieses Motiv hat sich über die Zeit entwickelt. Bernhard und ich diskutieren fortlaufend unsere Ideen, und zu Beginn hat Bernhard an ein Glasgefäß gedacht. Aber die durchsichtige Spinne passt natürlich hervorragend in die Motivik des Romans.


    Laanges Gespräch unter den Gefangenen und Praioslobs allgemeines Gerede über Gerechtigkeit und Wahrheit fand ich fast zu ausschweifend (war hart an der Grenze), aber manche Punkte mussten auch echt mal gesagt werden.

    Ich hatte das Gefühl, dem Drehen der Figur Zidaine von der Sympathieträgerin (für weite Teile der Leserschaft) zur gefährlichen Psychopathin viel Raum geben zu müssen. Dabei habe ich mir auch überlegt, welche Einwände beim Lesen kommen könnten (sozusagen, was man im Lesesessel dem aufgeschlagenen Buch entgegenruft), und habe versucht, auf diese einzugehen. Ich wollte das auf keinen Fall halbgar machen ...

    Einen mächtigen Dämon zum Feind zu haben ist sicher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

    Für die Nicht-Aventurienkenner:

    Es gibt eine Hierarchie der Dämonen. Die gehörnten Dämonen stehen über den ungehörnten, und innerhalb der Gehörnten zeigt die Anzahl der Hörner den Rang an. Mactans hat fünf Hörner, was sehr viel ist.

    Phileasson - Beorn 4:5(6), bei noch 6 ausstehenden Aufgaben.

    :klatschen:

    Die Seeschlangenzahnwaffen waren also doch gegen den Dämon gedacht. Wenn die derartig mächtig gegen Dämonen sind täten beide Ottajaskos gut daran, sie zu behalten. Wer weiß wozu die nochmal nützlich sind...

    Das liegt primär an Mactans' Historie. Er ist eigentlich der Domäne der Erzdämonin Charpytoroth zugehörig, hat aber gegen diese rebelliert. Seeschlangen sind Geschöpfe der Charyptoroth. Die Waffen aus Seeschlangenzähnen sind sozusagen von der Macht seiner Herrin durchtränkt und deswegen gegen ihn besonders wirksam.

    selbst Beorn kann keine grausame Serienmörderin in seinen Reihen dulden, wenn die Geschichte öffentlich ist.

    Ist das so?

    Er ist ein Plünderfahrer, und auch solche Recken wie Eimnir oder Eilif sind sicher keine Kinder von Traurigkeit ...

Anstehende Termine

  1. Freitag, 30. November 2018, 21:43 - Freitag, 14. Dezember 2018, 22:43

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 14. Dezember 2018 - Freitag, 28. Dezember 2018

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  3. Freitag, 15. März 2019, 21:43 - Freitag, 29. März 2019, 22:43

    odenwaldcollies

  4. Freitag, 19. Juli 2019, 21:00 - Freitag, 2. August 2019, 22:00

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