Beiträge von Röllchen

Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    So, ich habe es tatsächlich nach Limburg geschafft und durfte gestern endlich einmal eine der legendären Phileasson-Lesungen live erleben! :freu:

    Jetzt bin auch ich stolzes Mitglied des Thorwaler-Chores, und das mit einem brandneuen Nummer-1-Hit über die beiden berühmten Drachenführer. :barbar: Ich muss sagen, meine Gesangs"künste" haben mich perfekt für diese Aufgabe qualifiziert! Ich habe mich ohne Schwierigkeiten in das Gegröle den harmonischen Gesang einfügen können. :totlach:


    Natürlich hat Robert mich mit der Frage, wie die Zidaine-Story weitergeht, voll auf dem falschen Fuß erwischt. Mehr als ein diffuses "für Zidaine geht es nicht gut aus" fiel mir spontan nicht ein. :rolleyes: Daher lege ich mich jetzt hier fest, dann kann ich hinterher auch nicht behaupten, ich hätte das nie gesagt... ^^


    Also: Beorn sucht zunächst Zidaines Nähe, weil er meint sich ihr durch dunkle Geheimnisse verbunden zu fühlen. Unterbewusst versucht er damit aber lediglich sich von Pardona zu distanzieren. Letztere wird (wie immer) biestig und enttarnt irgendwie Zidaines Spionagetätigkeit, sobald sich die beiden Ottajaskos wieder nah genug sind, dass Tylstyr seinen Zauber anwenden kann. Darüber ist Beorn natürlich alles andere als erfreut, Zidaines Beteuerungen, dass sie das nicht (mehr) freiwillig macht helfen nicht. In diesem Kleinkrieg zwischen Beorn, Pardona und Zidaine gerät Tjorne zwischen die Fronten und schließlich unter die Räder (oder unter den Kiel). Damit hat Zidaine zwar ein weiteres Häkchen auf der Liste, sie wird aber von Beorn verstoßen. Der glaubt, dass sie von Beginn an nur für Phileasson gearbeitet hat, und schickt sie mit Schimpf und Schande zurück zum Foggwulf. Dort wird sie auch nicht gerade mit offenen Armen empfangen, da sie sich von Tylstyr und ihrem Auftrag (und damit von Phileasson) abgewendet hat. Lediglich Praioslob freut sich über ihre Rückkehr, bietet es ihm doch die Gelegenheit, mit der Rettung ihrer Seele eine unerledigte Sache zu Ende zu bringen, und zwar bevor sie erneut entfleuchen kann. Da Zidaine nun kein Mitglied der Ottajasko mehr ist, muss Praioslob mit ihrer Enttarnung auch nicht hinterm Berg halten. Phileasson als rechtschaffener Recke kann eine Paktiererin (und Verräterin) in seinem Umfeld natürlich nicht dulden und überlässt sie Praioslob zur Zwangs"exorzierung". Dabei wird ihre Seele gerettet, allerdings unter Verlust ihres Lebens. Tylstyr sieht ein, dass es auf diese Art für sie, für ihn und für alle anderen am besten ist, auch wenn er unter dem Verlust leidet. In Shaya findet er eine Leidensgenossin, sie können ihre Trauer teilen und gemeinsam verarbeiten und schließlich werden die beiden... Moment, ich schweife ab. Das gehört nicht mehr zur Zidaine-Story... ^^


    So, Robert, da hast du es schwarz auf weiß. ;) Jetzt bin ich natürlich umso gespannter auf die von euch angekündigte unerwartete Wendung in der Geschichte, die meine Version ja irgendwie nicht enthält... :totlach:


    Es hat mich auf jeden Fall sehr gefreut, euch mal in natura zu erleben und kennenzulernen! Vielen Dank dafür und hoffentlich auf ein Neues in Dreieich!


    PS: Robert, wenn es was Neues bezüglich der Rollenbesetzung für die Verfilmung gibt, sag bescheid. Wenn Du den Phileasson machst, dann könnte ich doch sicherlich Tylstyr oder Salarin... :totlach:

    Leserundenfazit:


    Meine erste Leserunde hat mir richtig viel Spaß gemacht! Ich glaube ich habe mich noch nie so intensiv mit den Charakteren und Details einer Geschichte auseinandergesetzt, wie in diesem Buch. Einerseits, weil das aufmerksame Lesen unumgänglich ist, um sinnvolle Beiträge für die Leserunde verfassen zu können. Andererseits weil man mit der Sichtweise, den Ideen und Empfindungen der anderen Leserundenmitglieder und den Autorenbeiträgen konfrontiert wird, die einen den eigenen Standpunkt kontinuierlich überprüfen lassen. Außerdem kommt hinzu, dass man durch neue Beiträge in den Forenthemen und im Verlauf der Geschichte auftauchende Verknüpfungen immer wieder bereits gelesene Abschnitte rekapituliert und so die Gesamtgeschichte viel besser im Blick behält, als wenn man ein Buch allein liest. Das ist ein komplett anderes, viel immersiveres Leseerlebnis, das nur durch die rege Teilnahme hier im Forum möglich ist. Dafür bedanke ich mich herzlich bei allen Leserundenmitgliedern, den Autoren und den Moderatoren! Ich freue mich sehr, dass ich auf diese Seite gestoßen bin, und werde mindestens bis zum Abschluss der Phileasson-Saga an Bord bleiben. :)



    Rezension:


    Schlangengrab, der fünfte Band der Phileasson-Saga, fokussiert wie jeder der bisherigen Bände auf ein besonderes Setting innerhalb des Kontinentes Aventurien und transportiert damit seine ganz eigene Atmosphöre. Damit wird auch dieses Buch wieder zu einem einzigartigen Erlebnis für den Leser, der eingebettet in den Haupthandlungsrahmen der Wettfahrt zwischen Asleif Phileasson und Beorn Asgrimmson von Band zu Band mit neuen, spannenden Regionen, Kulturen und Geheimnissen konfrontiert wird.


    In Schlangengrab verschlägt es die beiden Kontrahenten und ihre Ottajaskos auf und um die Insel Maraskan, ein selbst für aventurische Verhältnisse ungewöhnlicher Ort. In den undurchdringlichen Dschungeln mit allerlei giftigem Getier, den fremdartig-chaotischen Städten der Insel und auch auf dem offenen Meer müssen beide Teams wieder zahlreiche Abenteuer und Herausforderungen bestehen, um die Jagd nach einem Zahn einer Seeschlange und damit ihre fünften Aufgabe, erfolgreich abzuschließen. Insbesondere der Einblick in die maraskanische Kultur mit ihren eigenartigen Ansichten, Gebräuchen und Glaubensvorstellungen ist den Autoren hier sehr gut gelungen.


    Die Entwicklung der bekannten Figuren setzt sich in diesem Band weiter fort, wobei insbesondere Beorn an mehreren Stellen glänzen kann. Der Charakter bekommt viel mehr Profil. Während er es in den vergangenen Bänden teilweise schwer hatte, über die Rolle als "Phileassons Gegner" hinauszukommen, entwickelt er sich in diesem Band zu einem ebenbürtigen Drachenführer. Dies schafft viel Potenzial für die kommenden Bände, den Wettstreit zwischen den beiden Kapitänen noch spannender zu gestalten.


    Auch die Geschichte um Zidaine wird natürlich fortgesetzt, wobei diese sicherlich Geschmackssache ist. Ansonsten erhalten alle bekannten und beliebten Charaktere ihre "Screentime". Es treten aber einige, die in den vorherigen Büchern stärker beleuchtet wurden, etwas mehr in den Hintergrund und lassen anderen den Vortritt. Die neuen Figuren des Buches sind bei mir unterschiedlich angekommen, es gab richtige Highlights, aber auch ein paar die mich nur wenig angesprochen haben. Zum Glück sind es einige der interessanten, die den Leser auch über das Buch hinaus begleiten werden.


    Der Hintergrund ist hervorragend recherchiert und es ist bewundernswert, wie die Autoren es schaffen, viele Details und Hinweise einzustreuen, die die Aventurien-Kenner erfreuen und stimmig in das Gesamtbild des "Das Schwarze Auge"-Universums passen, ohne dass Aventurien-Laien und -Neulinge das Gefühl bekommen, etwas verpasst zu haben.


    Was den Verlauf der Geschichte angeht, so ist sie durchweg spannend, enthält viele überraschende Wendungen und lebt sowohl von den handelnden Personen als auch von den beschriebenen Örtlichkeiten. Actiongeladene Kampfszenen wechseln sich ab mit Szenen voller Mystik, Freude, Trauer, Verwirrung, Gefahr, Anstrengung, Wagemut und Nachforschungen, großteils eingebettet in das pulsierende maraskanische Leben. Ein kleiner Wermutstropfen für den Leser ist vielleicht, dass einige Geheimnisse, die im Verlauf der Geschichte auftauchen und über die man gerne mehr erfahren hätte, nicht endgültig gelöst werden. Allerdings lebt eine Geschichte gerade in einem Setting wie Aventurien auch von seinen Geheimnissen, und in Anbetracht der bereits erreichten Seitenzahl wäre es wohl auch unrealistisch, auf alles eine Antwort zu erwarten. Einzig das Ende der Geschichte hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen, es hatte etwas von einem deus ex machina, da hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht.


    Das führt aber zu keinem Abzug in der Gesamtnote, denn insgesamt hat mich das Buch voll überzeugt und ich kann es nur wärmstens empfehlen. Auf meiner persönlichen Rangliste der bisherigen fünf Bände landet es auf Platz 2 nur knapp hinter Himmelsturm.


    Edith sagt:

    Jetzt auch auf Amazon und Literaturschock :)

    ... und das ist für mich der Vorwand, in Totenmeer einen kleinen Maraskan-Nachschlag auf der Insel Beskan zu bringen. :jakka:

    Ich bin gespannt, wie mir der Nachschlag dann gefallen wird. Den Himmelsturm-Nachschlag in Die Wölfin fand ich nicht so passend, weil ich das Kapitel Himmelsturm mit dem Ende von Band 2 für mich abgeschlossen hatte und mit der Erwartung neuer Abenteuer an Band 3 herangegangen bin. Und dann dauerte es noch eine gefühlte Ewigkeit, bis Beorn endlich mal da raus war. Die Geschichte und die zusätzlichen Infos fand ich sehr gut, gerade weil der Himmelsturm einer der Orte war, der mich bisher am meisten fasziniert hat. Aber ich hätte die Sachen thematisch lieber in Band 2 gehabt. Da fehlte mir etwas die klare Trennung zwischen den Bänden. Mal schauen wie es in Totenmeer wird...

    Bei der ersten verhielt es sich jedoch anders: Sie hat einem Fischschwarm an der Küste nachgejagt, als Dolorita sie aufgespürt hat. Auf See wurde sie dann von den Harpunen tödlich getroffen und ist erst nach dieser Verletzung zur Grotte geschwommen, wobei sie einige Zeit unterwegs war (und von Leifs Otta verfolgt wurde). Nur deswegen kam Beorn an diesen Ort - er hat sie nicht dort erwartet.

    OK, ich hatte den Eindruck, dass sie aufgrund ihrer vorherigen Verletzung ohnehin schon auf dem Weg zur Grotte war, und nur unterwegs noch das eine oder andere Fischschwärmchen oder Drachenboot als Wegzehrung verspeist hat. Dass der Kampf und insbesondere Pardonas Hailanze da den Ausschlag gegeben hat war mir nicht klar. Das macht für mich das glückliche Auftauchen der zweiten Seeschlange aber auch nur unwesentlich wahrscheinlicher.



    Wenn Du also Das schwarze Auge spielst oder gar leitest, kann es Dir passieren, dass Du einer dieser Figuren in einem Abenteuer oder einem Quellenbuch wiederbegegnest.

    Da bin ich bei einigen Figuren sehr gespannt. Ich stehe da (nach einer laaaangen Pause von >15 Jahren) noch ziemlich am Anfang, mich wieder in die Welt einzulesen.



    Durch diesen Eingriff dachte Phileasson, er müsste die Seeschlange nicht an der Küste, sondern auf hoher See finden.

    Nur deswegen hat er auf einem Haijäger angeheuert, [...]

    Die Verkettung ist mir schon klar, aber alles was nach dem Anheuern auf Bachas Schiff passiert ist, hat ja nicht mehr direkt etwas mit dem Eingreifen des Namenlosen zu tun. Im Gegenteil, wenn man den tatsächlichen weiteren Fortgang und die mögliche Alternative betrachtet, war die Meuterei (während der Namenlosen Tage!) und alles Folgende eher Glück für Phileassen, denn so ist er dem Ränkespiel des Namenlosen entkommen und hat noch einen Zahn ergattert. Ohne Meuterei wäre er vielleicht wochenlang auf dem Perlenmeer herumgekreuzt, ohne auch nur eine einzige Seeschlange zu finden, oder das Schiff wäre komplett von einer (gesunden) Seeschlange zerstört worden. Deshalb finde ich, dass der Versuch der Einflussnahme ziemlich gescheitert ist.


    und die Begegnung mit Utharion ... die habt Ihr in dieser Leserunde noch nicht gänzlich entschlüsselt. ;)

    Das bringt mich jetzt zum Grübeln, was da gemeint sein könnte... :nachdenk:

    Mir haben in der Grotte die cthuloiden Elemente der Pyramide sehr gefallen. Und die finale Konfrontation mit der Seeschlange fand ich trotz ihrer Kürze großartig. Lailaths Sicht auf die Melodie der Ottajasko und Phileassons Ansprache zum würdigen Ende der Schlange, großes Kino.

    Wenn man sich einmal damit abfindet, dass die Seeschlange am Ende aus dem nichts auftaucht, gebe ich Dir vollkommen Recht! Die Szene als solches hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, und auch der nicht im Detail beschriebene Kampf hat mich nicht gestört. Ich hätte es nach Beorns Kampf sogar eher als unnötige Doppelung empfunden.



    Überhaupt ist Tylstyr so ein bisschen ein zweischneidiges Schwert für mich. Mal rappelt er sich auf und bekommt wieder etwas hin, dann stellt er sich doch wieder etwas dusselig an...

    Wo hat er sich denn dusselig angestellt?


    Ein Duell hat immer auch die Möglichkeit, dass die andere Seite gewinnt. Was denkt Ihr, wie würde Beorn reagieren, wenn alle dem Duell zustimmten und Tjorne dann Zidaine besiegen würde? Wäre es dann wie beim "Gang zu Drachenführer" - alles bereinigt, Tjorne voll akzeptiert als Mitglied der Ottajasko?

    Wenn das vorher als Ergebnis so ausgemacht ist, ja, dann wäre die Sache bereinigt. Inwieweit er als Mitglied der Ottajasko akzeptiert ist hängt aber sicher nicht nur davon ab...



    Wo hat es Euch am besten gefallen? Welche Region findet Ihr bisher am interessantesten - und wo würdet Ihr gern für eine Woche Urlaub machen?

    Ich kann nicht wirklich einen herausstechenden Favoriten benennen, mir hat es so ziemlich überall sehr gut gefallen. Und das tolle ist ja, am Spieltisch kann man jederzeit in jeder Region "Urlaub" machen. :)


    Was glaubt Ihr, wer am Ende der Wettfahrt zum König der Meere werden wird? Und welche Mitglieder der beiden Ottajaskos werden das nicht mehr erleben?

    Ich glaube Zidaine und Tjorne werden das Ende nicht erleben. Vielleicht auch Eilif, immer mit der Axt schneller zu sein als mit dem Denken ist nicht in jeder Situation ratsam. Bei Phileasson gibt es keinen klaren Outsider, den ich benennen könnte. Insofern könnte es da jeden treffen und um jeden fände ich es schade. Fast jedenfalls, bei Mirandola und Lailath wäre ich nicht übermäßig betrübt, wenn sie beim Sieg des Foggwulf nicht mehr dabei sind.


    Welche Fragen brennen Euch unter den Nägeln - was erhofft Ihr Euch an Antworten von Totenmeer und den weiteren Bänden der Phileasson-Saga?

    Ich erhoffe mir viele weitere Anregungen, Informationen, Beschreibungen und Ideen, die ich verwerten kann, wenn ich die Phileasson-Saga am Spieltisch meistere. ;)

    Davon abgesehen... Detailfragen beschäftigen mich zu viele, als dass ich sie aufzählen wollte. Die eine oder zwei wichtigsten Fragen habe ich nicht. Ich bin einfach insgesamt gespannt auf die Fortsetzung!

    Interessant fand ich, dass in der Leserunde einige Dinge durchaus intensiv diskutiert wurden, die im Verlauf der Geschichte keine weitere Bewandtnis hatten. Zwei Beispiele, die mir spontan einfallen, sind Irullas Bruder und der Halbelf in der Scheune. Hier wurden von den Autoren (bewusst?) Erwartungen bei den Lesern erweckt, die sich dann als... naja, vielleicht nicht unbedingt Enttäuschung, aber zumindest als falsche Fährte erwiesen. Klar, nicht hinter jeder Begegnung kann ein neues Mitglied der einen oder anderen Ottajasko stecken, und nicht jeder Ausspruch einer Person enthält eine versteckte Botschaft an den Leser. Aber bei einigen Ereignissen hat man automatisch das Gefühl, dass da noch mehr kommen müsste (z.B. bei dem Halbelfen-Magier) und bei anderen überhaupt nicht (z.B. die Kapitänin Siralina). Ist das gewollt? Oder sind die Autoren manchmal selbst überrascht, welche Details in der Leserunde aufgegriffen werden?

    Das Ende von Band 5 ist erreicht und ich bin etwas zwiegespalten. Zum einen, weil die Leserunde damit zu Ende ist: Einerseits denke ich "Hurra, ich habe meine erste Leserunde (trotz zwischenzeitlichem Zeitverlust) gemeistert und es hat super viel Spaß gemacht!". Andererseits "Jetzt muss ich ein halbes Jahr warten, bis es weitergeht! ;("

    Zum anderen ist es der Abschluss der Geschichte: Einerseits bin ich sehr froh, dass Phileasson noch einen Seeschlangenzahn bekommen hat. Aber musste es wirklich auf diese Weise sein? Ich hätte es viel eher akzeptieren können, wenn Beorns Mannschaft irgendwo in der Grotte einen gut versteckten Seitengang übersehen hätte, in dem noch weitere Zähne verborgen liegen, oder wenn der schwarze Achazpriester (oder was auch immer er in Wirklichkeit ist) noch welche für ein Ritual in seinem Dorf aufbewahrt hätte, oder sogar, wenn Asleif irgendwie über Leif noch an einen Zahn herangekommen wäre. Aber dass genau zum richtigen Zeitpunkt (zum zweiten Mal!) eine Seeschlange auftaucht... da sind mir Zufall und Glück doch zu sehr präsent. Ich hatte in anderem Zusammenhang ja schon einmal den Begriff des deus ex machina bemüht.


    Ich kann mir dieses zweimalige Auftauchen von Seeschlangen jeweils genau zum Zeitpunkt wenn sich eine der Ottajaskos am Friedhof befindet nur auf zwei Arten erklären. Entweder kommen sterbende Seeschlangen dort im 5-Minuten-Takt an, so dass man rein statistisch gesehen eine sehr gute Chance hat, eine anzutreffen wenn man eine gewisse Zeit dort verweilt. Oder göttliches Eingreifen hat die Seeschlangen jeweils geschickt. Ersteres ist sicherlich ausgeschlossen, sonst hätten dort viel mehr Kadaver und Zähne liegen müssen. Letzteres könnte ich im Zusammenhang mit der Wettfahrt noch akzeptieren, aber dazu hätte es irgendwelche Anhaltspunkte im Text geben müssen, und dafür habe ich keine gefunden. Die geäußerte reine Vermutung, dass die erste Seeschlange vielleicht von einem Kind Swafnirs gebissen wurde, reicht mir da nicht. Insofern war mir die zweite Seeschlange eine etwas zu einfache Lösung des Problems. Was natürlich nicht heißen soll, dass Phileassons Kampf gegen die sterbende Seeschlange einfach war...


    Davon abgesehen hat das Ende meine Erwartungen voll erfüllt. Den Kampf gegen die Echsen, um die Gefangenen zu befreien, fand ich sehr eindrucksvoll. Zunächst hat Leomara eine Vision, in der sie erstmals nicht einfach nur Worte von sich gibt sondern direkt mit einem Gegenüber kommuniziert. Das ist ein völlig neuer Aspekt, und gerade im Zusammenhang mit dem vermeintlichen schwarzen Echsenpriester sehr interessant. Ich hätte gerne mehr darüber erfahren, wer der Priester wirklich ist und wer da aus Leomara gesprochen hat, sowie auch über die Pyramide in der Grotte und das dort gefangene Grauen. Die Blutmagie, die der Priester gewirkt hat, um den Strand zu überschwemmen und selbst zu entkommen und der mühelose Widerstand gegen den Ignifaxius deuten an, wie überaus mächtig er ist. Aber einige Geheimnisse müssen auch bleiben. Wenn immer alles aufgeklärt würde, wären Charaktere wie Abdul, Rakorium und Hilbert, Vascal und auch Tylstyr bald überflüssig.


    Abdul hat mich wieder beeindruckt mit seinen Elementargeistern (oder was war das genau? Dschinne?). Er scheint immer öfter zur richtigen Zeit die richtigen Zauber zu sprechen, und seltener deplatzierte Magieausbrüche zu haben (oder bekommen wir das nur nicht mit?). Es scheint mir auf jeden Fall ein bisschen so, als ob der zeitliche und räumliche Abstand zum Himmelsturm ihn wieder etwas mehr die Kontrolle über sich selbst und seine magische Macht zurückgewinnen lässt. Die generelle Verwirrtheit, die sich zum Beispiel darin zeigt, dass er seine eigene Situation als Gefangener völlig verkennt, wird ihn aber wohl für immer begleiten.


    Auch Tylstyr kann sich immer mehr profilieren. Er wird mehr und mehr zu einer wichtigen Stütze für die Ottajasko, einerseits in den Kämpfen, in denen er voll fokussiert und unerschütterlich durch seinen Ignifaxius kritische Unterstützung liefert. Andererseits durch den Zauber, mit dem er durch andere Augen blicken kann. Dazu die Entzifferung der Inschrift auf der Steinplatte in der Pyramide mit seinem Übersetzungszauber. Und dann ist da ja noch das Elfenbuch, dessen Geheimnis es zu lösen gilt... Ich würde sagen Tylstyr und Abdul haben mir in diesem Band am besten gefallen.


    Andere Charaktere, die ich ebenfalls mag, sind in diesem Band etwas mehr in den Hintergrund getreten. Dazu gehören zum Beispiel Salarin und Vascal. Gefallen haben mir die Szenen mit Praioslob, für mich auch ein sehr interessanter Charakter und eine gute Ergänzung der Ottajasko mit einer eigenen Entwicklung seit seinem Dazustoßen. Die Geschichte um Shaya und Cessimasab hat mich auch interessiert, da ich Shaya als Figur sehr mag (wer nicht? Alle mögen Shayaaa!!), aber sie hat mich nicht so gefesselt wie andere Dinge in diesem Buch. Dabei kann ich nicht einmal genau sagen warum, denn auch die Figur Cessimasab hat mir sehr gut gefallen und ihr Tod war für mich sehr bedauerlich. Vielleicht, weil von Anfang an (oder spätestens seit dem Auftauchen von Lirobajid) klar war, dass es nicht gut ausgehen kann. Die Ankündigung, dass Shaya im nächsten Band keine Perspektivfigur sein wird, finde ich etwas schade aber durchaus nachvollziehbar und passend. Und es bietet die Möglichkeit, wieder andere Figuren mehr ins Rampenlicht zu rücken.


    Lailath... mit ihr werde ich einfach nicht warm. Für mich war der Schluss irgendwie seltsam, dieser plötzliche Sinneswandel von ihr und der Versuch, sich in die kämpfende Ottajasko zu integrieren. Passt nicht, sie bleibt für mich ein Fremdkörper, auch wenn Phileasson sogar von "unserer Staubelfe" spricht. Ohm ist dieses Mal ziemlich blass geblieben. Er gehört auch nicht direkt zu meinen Lieblingen, aber zumindest ist er ein solider Bestandteil der Ottajasko. Aber diesmal blieb er auf die ein, zwei Liedchen beschränkt, die er geträllert hat. Irulla ist als Spurenleserin und mit ihren Wurfwaffen zuverlässig wie eh und je. Gefallen hat mir die Episode mit der knallbunten Kleidung und dem Tempelbesuch. Galandel... mit ihren Lebenskräften schwindet auch mein Interesse. Das von mehreren erwartete Treffen zwischen ihr und Galayne gab es nicht. Ich denke so langsam müssen wir uns von ihr verabschieden, aber wenn es so ist stimmt mich das auch nicht sonderlich traurig. Mirandola hätte ich bei der Abarbeitung der Figuren fast vergessen, was wohl deutlich macht, wie ich zu ihr stehe.


    Was Beorns Ottajasko angeht, so finde ich dort im Moment die Neuankömmlinge Dolorita und Orelio am interessantesten, wobei letzterer nur im Prolog glänzte und die Vorschusslorbeeren im nächsten Band erst noch zurückzahlen muss. Eilif ist die Frau fürs Grobe, deren Faust größer ist als ihr Hirn. Sie blieb dieses Mal hinter ihrem Auftritt in Silberflamme zurück. Auch von Galayne und Selime war nicht übermäßig viel zu lesen, wie eigentlich zu fast allen "alten" Charakteren in der Ottajasko. Die Ausnahme war natürlich Pardona, über die wir einiges Neues erfahren haben, und die sich arrogant wie eh und je benimmt. Und natürlich Zidaine und Tjorne, wobei ich beiden nach Ende dieses Bandes weniger abgewinnen kann als vorher. Die ganze Zidaine-Story wird mir zu langatmig. Insgesamt kann ich wohl sagen, dass die drei Charaktere, die auf Beorns Seite am häufigsten in Erscheinung getreten sind, Pardona, Zidaine und Tjorne, mich am meisten genervt haben und am ehesten verzichtbar sind.

    Beeindruckend war natürlich noch der Tod von Iskir.


    Was die beiden Drachenführer angeht: Bei Asleif gab es für mich keine größere Überraschung. Er hat sich verhalten wie wir ihn kennen. Fokussiert auf die Wettfahrt ohne das Wohl seiner Ottajasko aus den Augen zu verlieren, ein charismatischer Anführer, der nicht nur mutig vorangeht sondern auch mit Taten die Treue seiner Ottajasko rechtfertigt. Allein der Kampf gegen den Utharshai hat seine Größe eindrucksvoll gezeigt. Beorn hat mich da schon etwas mehr überrascht. Einerseits als eloquenter Rhetoriker, als er Leifs Mannschaft überzeugt, andererseits bei der Anordnung beim Angriff auf das Schiff niemanden zu töten. Für mich hat er sich hier auf einem ähnlichen Niveau gezeigt wie Phileasson. Allerdings wird ihm immer die Geschichte mit Hrolf nachhängen, den er willentlich geopfert hat, und allgemein hat er die düsteren Charaktere in seiner Ottajasko versammelt. Wie weit wäre er ohne Pardona bei den letzten beiden Aufgaben gekommen?


    Nachdem Phileasson nun auch einen Schlangenzahn besitzt komme ich nicht umhin, noch einmal den Bogen zum Anfang des Buches zu spannen: Das Eingreifen des Namenlosen. Hat es überhaupt etwas gebracht? Beorn liegt zwar nun einige Tage in Führung, aber ist das dem Namenlosen zu verdanken? Aus meiner Sicht hat Phileasson die meiste Zeit mit der Dschungeldurchquerung verloren, und die ist nicht auf den Namenlosen zurückzuführen. Wenn Phileasson am Ende nicht (sonderlich) von der falschen Prophezeiung benachteiligt war, woran lag das? Hatte er einfach nur Glück (so wie beim Auftauchen der Seeschlange)? Oder haben die Götter das Spiel des Namenlosen durchschaut und auf Phileassons Seite eingegriffen? Jedenfalls scheint mir das Eingreifen des Namenlosen keine nachhaltige Wirkung zu zeigen, was ich bei einem Gott doch irgendwie erwartet hätte...

    Die Sache mit Zidaine fand ich irritierend. Wollte sie ihrem Drachenführer wirklich sterbend von ihrem dunklen Geheimnis berichten? Wie hätte das laufen sollen? Letzte Worte eines sterbenden Recken: Ich bin vor zehn Jahren von dem da drüben und ein paar anderen vergewaltigt worden. Du musst mich räääääächhsk

    Das ging mir ähnlich. Ich habe das für mich dann so interpretiert, dass sie ihm in der Situation vielleicht beichten wollte, dass sie für Phileasson spioniert hat. Die Geschichtenerzählung auf dem Schiff hat sich dann aus der neuen Situation heraus ergeben, denn nun da sie überlebt hat, kann sie Beorn nicht mehr offenbaren, dass sie eine Spionin ist/war. Wenn Beorn erfährt, dass Tylstyr durch ihre Augen blicken kann, wird er sie loswerden wollen.


    Zidaine täuscht sich auch, wenn sie glaubt, dass die verdorbene Schwärze einer Dämonenpaktiererin etwas mit Beorns dunkler Geschichte gemeinsam hätte.

    Das sehe ich auch so. Ich frage mich eh, was sie sich von der ganzen Sache verspricht. Ich habe das Gefühl, dass sie eigentlich selbst keinen Plan hat und immer nur aus der jeweiligen Situation heraus handelt, was sich gerade ergibt und ihr in dem Moment günstig erscheint.


    Diesen Kampf fand ich jetzt nicht ganz so interessant. Für mich hätte da ein Nebensatz gereicht. Die Entführung und das Wettrennen zum Schlangengrab hatten hier für mich mehr Priorität und ich war beim Lesen da extrem ungeduldig.

    Ich hatte das Gefühl, dass Kodnas Han und die Tiger von Maraskan vielleicht wichtig für die Fahrt ins Totenmeer werden könnten, deshalb fand ich die Szene nicht zu lang. Schließlich braucht Phileasson noch ein Schiff...



    Phileasson wird auf jeden Fall hinter Beorn herzuckeln. Da war der Blender doch ein wenig mehr auf Zack. Na gut, die Entführung hat Phileasson ein wenig zurück geworfen. Er hätte aber auch besser auf seine Mannschaft aufpassen können, besonders in solchen verrückten Gegenden

    Beorn hatte das Glück, dass er nirgendwo auf dieser verrückten Insel länger an Land verweilen musste. Als Phileasson erst einmal in Boran war, konnte er dem Strudel des maraskanischen Lebens nicht mehr entkommen und wurde unweigerlich immer tiefer hineingezogen...



    Wie seht Ihr denn inzwischen die Teilnahme eines Kindes an diesem Abenteuer? In Mendena gab es ja durchaus Stimmen in der Leserunde, die meinten, Leomara sollte besser im Hafen bleiben und nicht mit auf Bachas Schiff kommen ...

    Es ist definitiv so, dass eine neun-(Entschuldigung! Zehn-)jährige nichts an solchen Orten verloren hat, wie sie von der Ottajasko aufgesucht werden, wenn für das Kind eine sinnvolle Alternative besteht. Aufgrund ihrer Fähigkeit ist es aber schwierig, irgendwo mit ihrem Onkel sesshaft und heimisch zu werden. Daher finde ich ihre Anwesenheit gut begründet und als Bereicherung für die Geschichte, solange sie nicht irgendwann anfängt wie Selime mit einem Säbel in vorderster Front zu kämpfen oder sonstige Heldentaten zu vollbringen. Sowas wäre ziemlich unglaubwürdig. Bei allem, was Leomara schon erlebt hat, ist sie doch immer noch ein Kind, und das sollte sie in der Geschichte auch bleiben. Ich war auch nicht der Meinung, dass Leomara nicht mit auf Bachas Schiff kommen sollte, aber ich hätte es für durchaus stimmig gehalten, wenn Bacha sich dem widersetzt hätte.


    Zidaine macht quasi per Zettel mit Tylstyr Schluss und wird dann wohl auch nicht mehr wirklich als Spionin zur Verfügung stehen.

    Naja, nicht mehr zur Verfügung stehen... Tylstyr kann noch immer durch ihre Augen schauen, wenn er nah genug dran ist. Auch wenn sie keine Zettel mehr schreibt.

    Also ich hätte gedacht, dass Asleif es schneller schafft, seine Leute aus den Fängen der Marus zu befreien. Aber das kann natürlich auch keiner ahnen, dass sich die paarungswillige Maraske mit dem nächstbesten Artgenossen davon macht und dabei noch Cessimasab und dem Priester zur Wiedergeburt verhilft.

    So kommt es noch zu einem kleinen Seegefecht, in dem sich die Ottajasko wieder einmal durch ihre Vielseitigkeit hervortut. Vielleicht ist Kodnas Han so beeindruckt von Phileassons Mannschaft, dass er sie ins Totenmeer begleitet? Schließlich brauchen sie noch ein Schiff dafür. Und natürlich zunächst die Prophezeiung...


    Derweil müssen die Marus einsehen, dass die Welt nicht immer Rücksicht auf ihre "natürliche Ordnung" nimmt und müssen ihre Gefangenen an die Achaz aushändigen, die die Kothaufen kurzerhand zu Opfern umdeklarieren. Die Lage von Abdul und Co wird also nicht gerade besser (auch wenn Abdul selbst von den Entwicklungen insgesamt sehr angetan ist), und alles läuft auf ein spannendes Finale hinaus! Wie gut, dass Abdul nicht dazu gekommen ist, Hilbert als Rakoriums Lehrling vorzustellen, sonst hätten die Echsen ihn vielleicht gleich am Strand "geopfert". Sie scheinen den Wissensdurst einiger Menschen ihre Kultur betreffend ja nicht sonderlich zu schätzen... :totlach:


    Beorn hat ja inzwischen ein scheinbar taugliches Schiff ergattert. Meine Vermutung, dass Leif ihn irgendwo hinbringen soll, wo er eines bekommt, war also fast richtig. Ein bisschen Hilfe von Leifs Männern bei der Eroberung des Schiffes war dann aber auch noch dabei. Interessant ist hier die Parallele zwischen Beorn und Asleif. Beide versuchen nach Möglichkeit Tote zu vermeiden. Bei Asleif hätte ich das eher erwartet, zumal es sicher keine gute Idee ist, das Mittelreich gegen sich aufzubringen. Beim Raubein Beorn und einer tulamidischen Thalukke hat mich diese Zurückhaltung aber etwas überrascht. Positiv überrascht natürlich. Wie schön, dass Dolorita, Pepito und Orelio (der dann hoffentlich wieder etwas mehr ins Rampenlicht tritt) uns in den nächsten Band begleiten werden.


    So, Zidaine erzählt nun endlich ihre Geschichte, wenn zunächst auch nur Beorn. Dass sie dabei noch mehr mit ihm anbandelt gefällt mir immer noch nicht, auch wenn es "die Dunkelheit" ist, die sie verbindet, und nicht die große Liebe. Der einzige positive Effekt aus dieser Verbindung wäre für mich, wenn Zidaine der Keil zwischen Beorn und Pardona ist und die Elfenhexe zeitnah das Weite sucht. Vielleicht nimmt sie Zidaine ja auch gleich mit, hätte ich auch kein Problem mit. :teufel:

    Tylstyr ist ohne sie jedenfalls besser dran, auch wenn er davon noch nichts weiß und es vermutlich anders sieht.


    Nun muss Phileasson sich aber sputen! Ich bin gespannt, ob er noch irgendwo einen Schlangenzahn aufstöbern kann oder ob Beorn mit einem zeitlichen Vorsprung UND einer Führung nach Punkten die nächste Aufgabe angehen kann. Falls er keinen Zahn bekommt, mache ich mir so langsam Sorgen, dass Beorn nach Punkten davonzieht. Er hat die Silberflamme, die vermutlich bei einer späteren Aufgabe gebraucht wird, und Phileasson hätte keinen Zahn, der ihm Schutz gewährt "in der Stunde, da keine Waffe von sterblicher Hand euch noch zu retten vermag." Also gibt Dir Mühe Asleif! Hau Deine Leute raus und dann nimm mal diesen schwarzen Lurch an die Kandare, der hat garantiert noch irgendwo ein paar Zähne rumliegen...

    Und dann gibt sie doch tatsächlich zu, dass sie sich manchmal wünscht, bei Phileasson mitzufahren.

    Das fand ich zunächst erheiternd, nur um dann in einen "Alles, nur das nicht!"-Schock zu verfallen. Man stelle sich mal vor, Shaya eingesperrt im Himmelsturm, und Pardona übernimmt ihre Rolle bei Phileasson... ich würde den Rest der Saga wohl nicht zu Ende lesen. :argh:



    Und was könnte er sich wohl von Leif wünschen?

    Ich vermute Beorn möchte sich von Leif nur irgendwo hinbringen lassen, mehr nicht. In eine Stadt, wo er an ein neues Schiff kommt.

    Da ist sie nun endlich, die Seeschlange... nach der atmosphärischen Dschungeldurchquerung mal wieder ein sehr actiongeladener Leseabschnitt! Wobei ich sagen muss, dass mich Phileassons Kampf gegen den Utharshai mehr gepackt hat, als Beorns Kampf gegen die Seeschlange. Das liegt nicht an den jeweils handelnden Protagonisten, sondern vermutlich daran, dass die Seeschlange schon verletzt war und schließlich (mit etwas Nachhilfe von Lendona) selbst verendet ist. Es gab hier keinen solchen Kampf auf Leben und Tod wie bei dem Hai.

    Klar, eine gesunde Seeschlange hätte kurzen Prozess mit Beorns Mannschaft gemacht und auch gegen die verletzte Seeschlange war es eine knappe Kiste. Aber im Vergleich der beiden Szenen kommt mir der Utharshai fast gefährlicher vor als die Seeschlange und das hätte ich mir eher andersherum gewünscht.


    Dolorita wird so langsam zu einem Ass in Beorns Ärmel. Sie ist diejenige, die die Seeschlange findet (wobei ich den Möwenflug ganz großartig fand!) und Zidaine vor dem Tod bewahrt. Ich bin gespannt, ob Beorn sie überzeugen kann, bei der Ottajasko zu bleiben. Ihren eigenen Gedanken nach zu urteilen scheint sie dem sicher nicht abgeneigt, denn ihr Leben in Jergan hat ihr ja nicht sonderlich gefallen. Schade, dass Orelio nach seinem überzeugenden Auftritt im Prolog bisher recht blass bleibt.

    Beorn scheint ja für Zidaine doch mehr übrig zu haben, wenn er so emotional auf ihre schwere Verletzung reagiert. Das gefällt mir irgendwie nicht.


    Die Echsenwesen scheinen nicht unbedingt die Krieger des Stammes gewesen zu sein, wenn sie den Thorwalern so hoffnungslos unterlegen sind. Sie schienen mir eher eine Art Bewahrer des Ortes zu sein, die sich völlig unerwartet und entgegen ihrer sonstigen Aufgaben der Eindringlinge erwehren mussten. Schade, dass die Echse, die den "Irrrrrrrtum" richtigstellen wollte, nicht weitersprechen konnte... aber so ist das eben mit Thorwalern, wenn jemand Delfine opfert.

    Ich glaube nicht, dass die Echsen in der Grotte irgendwas mit den Starrern zu tun haben. Da handelt es sich sicherlich um einen anderen (vielleicht sogar verfeindeten/verbannten) Stamm. Sehr interessant ist natürlich die mysteriöse Pyramide. Wenn wir schon Pardona dort nicht hineinbegleiten können, vielleicht kann Abdul diesbezüglich noch etwas Licht ins Dunkel bringen, wenn Phileasson die Grotte erreicht (wovon ich ausgehe).


    Iskir Svenson - er hat wahrlich einen Platz in Swafnirs Schildwall verdient! Ich werde heute Abend ein Premer Feuer (oder ein irdisches Äquivalent) auf ihn trinken, das wohl!


    Beorn hat nun also seinen Zahn - und interessanterweise auch Leif, sogar gleich mehrere. Das erhält die Hoffnung, dass Phileasson vielleicht doch noch irgendwie einen ergattern kann, auch wenn alle anderen in der Grotte zerstört sind. Und dann am Ende die Prophezeiung... für mich zunächst einmal wieder ziemlich rätselhaft. Zumindest wird sofort geklärt, dass es sich um die Sargassosee als Ort dreht. Bei "des Kelches Räuber" musste ich an die Sippe von Lailath denken. Wurde denen nicht vor der Silberflamme auch ein Kelch gestohlen? Und wieder ist von einem Schlüssel die Rede, als solches wurde die Silberflamme in ihrer eigenen Prophezeiung doch auch bezeichnet. Ob sie hier erneut gemeint ist? Oder ist der gestohlene Kelch als Schlüssel gemeint? Die Silberflamme war ja "der eine Schlüssel" zu Orima, vielleicht ist der Kelch der andere. Dann wäre die verlorene Stadt der Ort, an dem die Wettfahrer Orima der Allsehenden begegnen werden...


    So, nun mal schauen, was Phileasson macht. Hoffentlich zunächst seine Leute befreien... :)

    Da ich über die letzte Woche so viel Zeit verloren habe (und ich dachte ernsthaft, ich hätte in einer freien Woche MEHR Zeit zum lesen... :rolleyes:), bin ich jetzt mal den umgekehrten Weg gegangen, und habe die bereits vorhandenen Kommentare vor meiner eigenen Antwort gelesen.


    Auch mich hat die Beschreibung des maraskansichen Dschungels sehr überzeugt! Wobei mein Interesse mehr den Echsen-Starrern als der krabbeligen Tierwelt gilt.


    Tja schon wieder kann Phileasson sich nicht auf die Aufgabe konzentrieren. Ich sehe langsam schwarz für ihn.

    Es sieht so aus, als ob die Drei tatsächlich auch zum Schlangengrab wollen und sie deswegen die Vier entführt haben

    Ich denke auch, dass die Starrer Phileassons Ottajasko direkt zum Schlangengrab führen werden, ohne dass Asleif davon eine Ahnung hat. In der Hinsicht sehe ich also nicht schwarz, ganz im Gegenteil.



    Das ist ja schon die zweite herbe Enttäuschung, die sie in diesem Roman wegstecken muss. Da war ja auch noch das leere Versprechen mit der roten Riesenspinne, die sich laut Cessimasabs angeblichem Traum auf Bachas Schiff abseilen sollte.

    Und wenn Irulla sich Sorgen macht um die Kleinen, kann sie die doch gerne adoptieren!

    Das habe ich auch gedacht. Vielleicht hätte sie das auch über die großen Enttäuschungen hinweggetröstet. Orkengriff wäre bestimmt auch ein äußerst fürsorglicher Adoptivpapa. Zumindest wenn er sich mit den maraskanischen Bräuchen anfreunden kann... :totlach:



    Blöd für Lailath. Die Mannschaft hatte doch eh schon keine gute Meinung von ihr und dann passiert es ihr auch noch, dass sie gerettet werden muss. Wie ein Klotz am Bein.

    Lailath hat Salarin und Ohm gerettet, jetzt wurde sie selbst einmal gerettet. Nur noch ein weiteres Mal, dann ist die Ottajasko mit ihr quitt und man kann sie irgendwo zurücklassen. 8o


    Es lohnt sich, besser auf Abduls Worte zu achten, als seine Gefährten das momentan tun ...

    Das habe ich mir auch gedacht. Aber für die Mannschaft ist es sicher schwierig, die gehaltvollen Botschaften aus seinem ansonsten verwirrten Gebrabbel (das uns ja oft verborgen bleibt) herauszufiltern. Dabei fällt mir ein... ist Abdul eigentlich ein vollwertiges Mitglied der Ottajasko, also hat er den Eid auf Phileasson geleistet? Oder wird er nur aus "Fürsorge" mitgenommen, damit er sich in seiner geistigen Umnachtung nicht selbst umbringt? Um einen Eid zu leisten müssten man ja schon eine gewisse Zurechnungsfähigkeit besitzen.


    Das Geschenk hat er natürlich schön gemacht. Ergo ist die Welt schön.

    Nun ja. Die Intention hinter einem Geschenk ist sicherlich schön. Aber das macht nicht automatisch das Geschenk schön. Wenn der Ersteller kein besonders guter Handwerker ist... aber mit derartigen Argumenten braucht man den Maraskanern sicher nicht kommen.



    Die Schmetterlinge, die in Schlangengrab auftauchen, haben mit diesem Wesen zwar nichts zu tun - aber ich habe sie als Hommage eingebaut.

    Die Schmetterlinge haben mich an die Ikanaria-Schmetterlinge erinnert, mit denen sich Galotta im Roman "Der Hofmagier" beschäftigt. Aber das sind hier andere, oder?



    Der Hauptschiedrichter (Garhelt) entscheidet, die Linienrichter (Lenya und Shaya) assistieren - aber sie können den Hauptschiedsrichter nicht überstimmen.

    Vielleicht nicht überstimmen, aber für den (zum Glück eher unwahrscheinlichen) Fall, dass Pardona bis zum Ende in der Lenya-Rolle verweilt, wäre eine "Beeinflussung" des Hauptschiedsrichters nicht auszuschließen... Aber da ihr der Sieg bei der Wettfahrt völlig egal ist, brauchen wir hier von Pardonas Seite wohl nichts zu befürchten.

    Irullas Bruder? Sogar sie war sichtlich verwirrt, allerdings weiß man nicht warum.

    Was meint die Leserunde - worin liegt der Grund für Irullas Verwirrung?

    Richtig, das hatte ich schon fast vergessen... bei mir ist da beim Lesen das Gefühl zurückgeblieben, dass dazu noch was kommen müsste. Inzwischen glaube ich aber, dass das nur eine weitere Szene war, die verdeutlich hat, wie verwirrend die Maraskaner auf alle anderen Völker wirken und keine weitere Bewandtnis hat.



    "Tantchen Elfe" - da hab ich auf dem Boden gelegen

    Ich fand die Anreden von Hilbert auch herrlich. Das ist typisch bornländisch? Gab es derartige Anreden in Die Wölfin auch schon? Sind mir zumindest nicht in Erinnerung geblieben.



    Ich bin bisher mehr als begeistert und ihr überrascht mich immer wieder mit den vielen Details. Selbst wenn manches durch das gute gesamt Team gestemmt wird, könnt ihr wirklich stolz auf eure Leistung sein. Jeder Band hat bisher ein anderes Setting in Aventurien sehr detailverliebt beschrieben. :danke:

    Dem kann ich nur zustimmen. Und vielen Dank an die DSA-Experten der Leserunde und die Autoren für die Erklärung diverser Details, die mir mit meinem nicht ganz so fundierten DSA-Wissen ansonsten verborgen geblieben wären!

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  1. Freitag, 14. September 2018 - Sonntag, 30. September 2018

    gagamaus

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    Dani79

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    odenwaldcollies

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