Beiträge von Annabas

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    Das androgyne Aussehen mancher Musiker hat mich echt schockiert. Vor allem vor Grace Jones habe ich mich regelrecht gegruselt, sie hatte so etwas Unnahbares und Übermenschliches an sich.


    Als Kunstfigur fand und finde ich Grace Jones toll - allerdings weder als Sängerin noch als Schauspielerin. ;)



    Wer das nicht so mitbekommen hat, weiß vielleicht nicht, dass die 80er Jahre eine schwierige Zeit waren, um eine gute Ausbildungsstelle zu bekommen. Ich habe verzweifelt 1986 eine Lehrstelle gesucht und vermutlich nur mit mehr Glück eine als Bürokauffrau gefunden. Ich schrieb über 200 Bewerbungen, auf meine Stelle bewarben sich über 1000 andere Leute. Ich weiß gar nicht, wie viele Eignungstests, die damals groß in Mode waren, und Vorstellungsgespräche gemacht habe.


    Das stimmt. Ich war so Mitte der 80er mit dem Studium fertig und erstmal ein paar Monate arbeitslos. Das war für mich ganz schrecklich! Und ich war unter den Kommilitonen nicht die einzige. Ich reagiere heute noch extrem sauer, wenn ich den Spruch höre "Wer arbeiten will, der findet auch eine Anstellung". >:(


    Was mir da noch einfällt: in den 80ern war auch noch der Radikalenerlass in Kraft, ein befreundeter Lehrer durfte nicht mehr unterrichten, weil er von der Gesinnung her zu weit links stand. Heile Welt?

    Hallo zusammen,


    auf dieses Kapitel war ich sehr gespannt. An den Reaktorunfall in Tschernobyl kann ich mich noch gut erinnern - wir diskutierten im Familien- und Freundeskreis immer wieder darüber, welche Lebensmittel man noch essen "darf" und welche nicht. Grüner Salat stand ganz oben auf der schwarzen Liste, genauso wie Waldpilze und Wild. Wobei mich das kaum betraf, denn ich hatte gerade meine erste Arbeitsstelle angetreten und mein Budget erlaubte mir nur holländisches Gewächshausgemüse und erst recht kein Wildfleisch. Und ich erinnere mich auch an einige dümmlich-naiven Reaktionen, ähnlich wie sie im Buch geschildert sind. Ich habe mich damals gewundert (und es wundert mich heute wieder), wie überrascht die Leute von dem Unfall waren. Ich war selbst nicht in der Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv, aber dass sich jederzeit so ein Unfall ereignen kann, war und ist mir durchaus bewusst.


    Von Pseudo-Krupp und Smog-Alarmen habe ich damals auch zum ersten Mal gehört. Ich bin in Stuttgart aufgewachsen, dort herrschte auch nicht das beste Klima, aber ganz so dick wie anderswo war die Luft noch nicht.


    Gestrickt habe ich aber auch immer und überall. ;D In diesem Kapitel kommt mir wieder jedes Wort, jedes Ereignis bekannt vor. Bei den Demos wurde ich zwar nicht von den Eltern hingeschleppt sondern ging selbst hin, aber das Herumgehen oder -stehen an sich fand ich auch langweilig. Und die Mikros der Sprecher waren oft so schlecht ausgesteuert, dass man eh kaum was verstehen konnte. ;)


    Teilweise habe ich die Zeit auch anders erlebt als hier beschrieben. Wer seinen Müll einfach in die Gegend warf, war auch vor den 80-ern schon nicht lässig, sondern asozial - es war überhaupt nicht selbstverständlich. Vielleicht bin ich zu gut-bürgerlich aufgewachsen?


    Grüße von Annabas :winken:


    VHS-Videorekorder: den habe ich mir von meinem Konfirmationsgeld gekauft, satte 1500 DM waren das damals. Aber hey, meine Eltern haben den irgendwann übernommen, weil ihre Videorekorder immer recht früh kaputt gingen, und das gute Gerät läuft heute noch.


    Achja, mein erster Videorekorder fällt auch in diese Zeit. Und Kabelfernsehen! Endlich MTV gucken können. 8)


    Und dieses Gefühl, beim Foto Porst den entwickelten Film abzuholen und mit zitternden Fingern die Papiertasche zu öffnen


    Oh, diese Spannung war kaum auszuhalten! Und wehe, wenn das Entwickeln mal einen Tag länger gebraucht hat als angekündigt ... >:(



    Die verschiedenen Währungen waren schon toll


    Ich habe da auch immer gestaunt - diese österreichischen 10-Groschen-Münzen, die fast nichts in der Hand wogen. Zurück haben möchte ich das Währungschaos aber nicht, da ist der Euro schon sehr komfortabel.


    Kamera mit Rollfilm. Da hat man sich noch Gedanken um die Aufnahmen gemacht und genau überlegt, was man fotografiert. Heute wird ja wahllos geknipst und anschließend gepostet. Der Zauber des Fotozeigens und Fotoalbums ist irgendwie verloren gegangen, schade.


    Das stimmt, ich habe mir genau überlegt, ob ich ein Motiv jetzt sicherheitshalber noch ein zweites Mal knipsen soll oder ob die erste Aufnahme wohl schon gut genug ist. Und wehe, wenn am Ende des Urlaubs der Film in der Kamera erst zur Hälfte voll war und ich ihn deswegen nicht sofort zum Entwickeln bringen konnte! Da musste dann das nächste Familienfest abgewartet werden. ;D

    Hallo miteinander,


    noch mehr Erinnerungen.


    Das Herumpromenieren im Freibad habe ich natürlich auch gemacht - immer schön mit Sonnenbrille, damit man ungehindert herumschauen und die Wirkung prüfen konnte. ;) Das von den Jungs Ins-Wasser-geworfen-werden habe ich allerdings unschön im Gedächtnis, zumindest bei uns ging das mehr als grob vonstatten und wenn man sich als Mädchen zu sehr wehrte, konnte einem schon in die Kniekehle getreten werden. Die blauen Flecken brauche ich echt nicht mehr.


    In meinem Freundeskreis ist man allerdings so schnell wie möglich aus dem elterlichen Zuhause ausgezogen. Wer zu lange im "Hotel Mama" blieb, galt fast als Loser. Wir wollten eigenständig sein, mit einem Job, eigenem Geld und einer eigenen Wohnung - egal wie klein. Ich hätte gedacht, dass die Nesthocker eine spätere Generation sind. Ich frage mal die Mitleserinnen: wie war das bei euch?


    Ute, Schnute und Kasimir kenne ich nicht - im Südwesten hatten wir "Pferdle und Äffle" zwischen den Werbespots. Die mag ich noch heute. Viele TV-Serien aus den 80ern werden immer mal wieder wiederholt und ich spicke dann natürlich immer mal wieder in meine früheren Lieblingsserien (Remington Steele, Trio mit vier Fäusten, Die fliegenden Ärzte, Magnum, Roseanne, Simon & Simon u.s.w.) hinein. Ehrlich gesagt, das meiste kann ich heute nicht mehr anschauen, außer Miami Vice - Don Johnson ist und bleibt supercool. ;)


    Spätestens ab Anfang Dezember werde ich übrigens schrecklich altmodisch und ich zelebriere die Advents- und Weihnachtszeit wie früher - das heimelige Gefühl rette ich mir heute noch in die Jetztzeit hinüber und finde es wunderbar. Ich brauche das einfach. :)


    Grüße von Annabas :winken:


    Tja, und dann das Sicherheitsrisiko. Immer wieder fragen wir uns, wie wir das überleben konnten. Und wir sind so viele.... Helikoptereltern gab es damals wirklich noch nicht. Wir durften noch unsere Freiheiten ausleben, Kind sein und Streiche spielen und uns vor allem schmutzig machen und Fehler durften wir auch machen.


    Es war irgendwie normal, dass man als Kind auch mal auf die Nase fällt. Meine Knie waren jedenfalls ziemlich oft aufgeschürft. Da ich die jüngste von drei Kindern war, machte meine Mutter auch keinerlei Aufhebens mehr darum - Tränen trocknen, Wunde sauber machen, Pflaster drauf und wieder raus zum Spielen. ;)


    Auch den Brockhaus kenne ich noch. Eine Zeit ohne Wikipedia, da wäre für unsere heutige Jugend sicherlich undenkbar. Damals hat man auch öfter ein Buch zu Rate gezogen, wollte man bestimmte Informationen zusammentragen.


    Ach ja, stimmt, zum Nachschlagen ging man zum Lexikon an den Bücherschrank der Eltern. Und meine Eltern haben das etwa 20-bändige Lexikon auf Raten gekauft, das war sauteuer ...

    Hallo miteinander,


    dann fange ich auch mal an. :) Wenn ich zurückspule: Ich bin zwar ein Kassettenkind, aber in den 80ern war ich schon an der Fachhochschule und habe einige Jahre später die ersten Schritte in der Arbeitswelt hinter mich gebracht. Als die beste aller Zeiten habe ich diese Jahre nicht in Erinnerung, dazu waren sie mir noch zu restriktiv, aber bunt waren sie - ich z. B. war mit pinkfarbenem Lippenstift, türkisfarbenem Lidschatten und jeder Menge Rouge im Gesicht unterwegs.
    Gar nicht zu reden von den Haaren - mein Vorbild, leider nie erreicht:

    8)


    Zu lesen ist das Buch bisher sehr gut, die Schreibe wirkt richtig rasant auf mich und in jeder Zeile werden gefühlt zwei Erinnerungen geweckt, bei denen ich rufen möchte "ja, stimmt!". Ich erkenne wirklich sehr viel wieder, der Platz würde hier nicht ausreichen, um alles aufzuzählen.


    Nur ein paar markante Stellen:


    Natürlich hatte ich auch einen Walkman - ein in einem Frankreichurlaub gekauftes Billigteil (bei uns waren sie noch ziemlich teuer), das die Batterien geradezu leersog. Und die erste Kassette, der ich damit gelauscht habe, war "Falco 3". Musik konnte man damit noch richtig laut hören, ohne dass (wie heute mit meinem mp3-Player) gewarnt wurde, dass zu lautes Hören zu Hörschäden führen kann. ;D


    Recherchen haben ergeben, dass ich meinen ersten eigenen PC auch schon in den 80ern gekauft habe, dazu einen ratternden Nadeldrucker. Und natürlich habe ich Tetris gespielt, und "Prince of Persia", allerdings mit einer Disketten-Raubkopie, die nicht über Level 6 hinausging.


    Zur Schulzeit in den 80ern kann ich nicht viel sagen, da meine eigene Schulzeit in den 70ern stattfand. Danach war ich in der Friedens- und Antifa-Bewegung aktiv, hörte lieber Konstantin Wecker als Nena und bin daher sehr gespannt auf Kapitel 3 des Buches.


    Viele Grüße von Annabas :winken:

    Hallo zusammen,


    ich habe was Neues von Tereza entdeckt: Die schöne Insel (Erscheinungstermin März 2017)


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    Beschreibung:
    Shanghai 1900. Als uneheliches Kind von ihrer Familie verstoßen, bleibt die junge Russin Anastassia allein in der Stadt zurück, da sie sich einer erzwungenen Heirat widersetzt. Durch Zufall trifft sie auf das chinesische Mädchen Clio, das aus einem Bordell geflohen ist, und die beiden Frauen verbünden sich. Während Clio mit Anastassias Hilfe in einem Missionshaus unterkommt, findet die junge Russin eine Anstellung bei einer wohlhabenden deutschen Familie. Schon bald merkt Anastassia, dass sie Gefühle für Helmut, den Sohn ihrer Arbeitgeber, entwickelt. Doch als der auf Clio trifft, ist er auf der Stelle fasziniert von der schönen Chinesin. Clio dagegen hat ihr Herz bereits verschenkt – ausgerechnet an einen japanischen Offizier und damit an ein Mitglied eben der Besatzungsmacht, vor der Clios Familie aus ihrer Heimat, der Insel Taiwan, floh. Um ihn endlich wiederzusehen, kehrt die Chinesin, begleitet von Anastassia, zurück zur ‚schönen Insel‘, wo Zauber und Gefahr die beiden Frauen erwartet.




    Ich habe hier schon Terezas andere Bücher, die in China spielen, gelesen und fände es toll, wenn sich noch einmal genügend Interessenten für eine Leserunde finden. :)
    Termin: April Juni 2017 oder drumherum.


    TeilnehmerInnen:


    - Annabas
    - Dani
    - Emmy
    - Dreamworx
    - Avila
    - nirak
    - Ulrike Günkel-Kohl


    Start: 01.09.2017

    Inhaltsangabe:


    Die 17-jährige Isabel und der wenig ältere Tom lieben sich sehr. Als sie ihren jeweiligen Eltern eröffnen, dass sie nun ein Paar sind, sind die Reaktionen positiv, doch schon einen Tag später beendet Tom die Beziehung – nach einem weiteren Gespräch mit seinem Vater. Auf einen vernünftigen Grund wartet Isabel vergebens. Einige Jahre später kommt Isabel zurück in ihren Heimatort Füssen, zur Beerdigung ihrer Adoptivmutter Elisa. Hier trifft sie wieder auf Tom, und ihre alte Liebe flammt erneut auf. Doch Isabel hat von Elisa noch eine Aufgabe bekommen: sie soll herausfinden, was mit Elisas kleiner Schwester Sibylle und ihren Eltern passiert ist. Diese waren 1955 in der Nacht verschwunden, als das Lechtal nördlich von Füssen im Allgäu zum Forggensee geflutet wurde, und es gab danach nie wieder eine Spur von ihnen. Isabel beginnt mit ihren Nachforschungen, doch die Ergebnisse werden ihr nicht nur selbst gefährlich, sondern auch ihrer zweiten Beziehung mit Tom …


    Meine Meinung zum Buch:


    Stefanie Kasper erzählt uns hier eine spannende Geschichte auf zwei Zeitebenen. Zum einen geht es um Isabel und Tom in der heutigen Zeit, wie sie um ihre Beziehung kämpfen und wie sie mit den Auswirkungen von Isabels Nachforschungen zurechtkommen können. Auf der anderen Seite wird das Leben im kleinen Ort Forggen erzählt, bevor das Lechtal zum Stausee, dem heutigen Forggensee, geflutet wurde. Es geht hierbei hauptsächlich um die beiden Familien Radspieler, das waren Toms Vorfahren und Elisas Vorfahren, den Forggenmüllers.


    Geschichten mit Geheimnissen aus alter Zeit mag ich sehr gerne, und die Gegend um den Forggensee herum kenne ich gut aus verschiedenen Urlauben und Kurztrips – ein doppelter Grund, dieses Buch zu lesen. Ich wurde dabei nicht enttäuscht, die Geschichte ist spannend aufgebaut, enthält etliche überraschende Wendungen und man erfährt nebenher Einiges über das Leben im Lechtal vor und nach der Stauung zum großen Forggensee. Dabei fühlt man sich nicht belehrt, die Informationen fügen sich harmonisch in die Geschichte um Tom und Isabel bzw. ihren Vorfahren ein.


    Isabel ist eine sympathische Hauptfigur, mit der man gerne mitgeht und ihr Wachsen an den Ereignissen ist interessant zu verfolgen. Tom war mir oft ein bisschen suspekt, weil seine Motive erst ziemlich spät im Buch deutlich werden, aber insgesamt kam ich auch mit ihm gut zurecht. Auch die Figuren, die in der Vergangenheit Thema sind, also die Vorfahren der beiden jungen Leute, sind tiefgründig dargestellt. Auch wenn man mit deren Motiven nicht immer einig sein kann, sind diese nachvollziehbar.


    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen: :buchtipp:



    Zur Leserunde:


    Danke an meine Mitleserinnen, es hat wie immer so viel Spaß gemacht, mit euch auf Mördersuche zu gehen.


    Und natürlich besonderen Dank an Stefanie Kasper, die uns wieder so nett begleitet hat. Ich hoffe, wir lesen uns in einer anderen Runde einmal wieder.


    Viele Grüße von Annabas :winken:


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    Literaturschock


    Man weiß nun, warum Michael ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr geschlagen wurde, aber verstehen kann ich immer noch nicht, dass die beiden Jungs sich nicht gegen den Vater gewehrt haben, als sie alt genug und stark genug waren.


    Ja, über den Deal, den Gunther mit Michael geschlossen hat, hätte ich gerne noch Genaueres erfahren.



    Ich denke, ich hab jetzt schon wieder ein wenig wirr zusammen gefasst.


    Absolut nicht. :)



    Da frage ich mich, wie oft könnte man Dinge ändern, müsste man Dinge ändern – und tut es nicht, weil man es aus sich heraus einfach nicht schafft?


    Ja, die Vater-Sohn-Beziehung war in diesem Fall übermächtig. Ich denke, es ist extrem schwierig, sich aus Familienbeziehungen zu lösen bzw. sich von der Familie loszusagen. Wobei Michael immer noch Quirin gehabt hätte, er wäre nicht ganz alleine gewesen.



    Ich bin gespannt, ob sich diese Verwirrung, der dadurch veränderte Lesefluss, für euch am Ende gelohnt hat, wie ihr das empfindet.


    Ich war schon verblüfft, mit einer dritten Version habe ich nicht gerechnet. Obwohl mir die zweite gar nicht gefiel. ;)


    Michael hat aber deswegen wohl nie ein schlechtes Gewissen gehabt. Er war zwar fast noch ein Kind, aber eben nicht mehr so richtig, er hätte sich in dieses Spiel nicht einlassen dürfen. Es ist einfach, die Schuld auf Gunther zu schieben.


    Ich denke schon, dass er ein schlechtes Gewissen hatte - nur war er schon zu weit gegangen, um sich bzw. Quirin noch retten zu können.
    Wobei ich meine, dass er das immer noch hätte tun können.