Beiträge von Oliver Plaschka

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    Ich danke euch vielmals für die schöne Leserunde -- ich war ja am Anfang skeptisch, ob ein Kurzgeschichtenband sich überhaupt dafür eignet, und dann funktionierte es fast besser als bei einem Roman, weil man jede Geschichte als Einheit besprechen konnte und (zum Glück!) für alle etwas dabei war. Am Ende hat es mich selbst überrascht, dass die Runde statt zwei Wochen beinahe zwei Monate lief, denn ich merkte kaum, wie die Zeit verging. Es hat mir großen Spaß gemacht, mit euch zu diskutieren, und ich habe dabei wie so oft auch ein paar neue Dinge über Geschichten herausgefunden, die ich in- und auswendig zu kennen glaubte. Ich werde diese Leserunde in sehr guter Erinnerung behalten -- jederzeit gerne wieder!


    Danke auch für eure einsichtsvollen Rezensionen, und an Karin und Dani für die Moderation :)

    Der Autor weiß zwar hoffentlich. was er sagen wollte, aber ob er es auch gesagt hat, steht auf einem anderen Blatt :) Ich rede zwar sehr gerne über meine Texte, aber eigentlich sollte man jeden Text so behandeln, als ob der Autor lange tot wäre und man ihn nicht mehr fragen könnte. Das ist auch eher die Herangehensweise, die ich von der Uni mitgenommen habe.

    Oopsie Daisy, das ist ein Fauxpaus meinerseits! Ich verwende normalerweise nicht gerne zweimal dieselben Namen (es sei denn, es soll tatsächlich ein intertextueller Verweis sein). Das "Delacroix" ist hier bewusst gewählt gewesen (wegen Kreuz und so), beim Kristallpalast bin ich gerade überfragt. Ich fürchte, es war einfach das erste Pseudonym, das mir einfiel ...


    Der Autor hat übrigens nicht immer recht :) Wenn andere Autoren das behaupten, haben sie unrecht. (War das jetzt ein Paradoxon ...?)


    Eine gewisse Ambivalenz des Endes (die schöne aber leere Welt -- ist das jetzt gut oder schlecht?) ist aber durchaus in meinem Sinne.

    Nachdem ich Fairwater gelesen habe kann ich dir zustimmen, dass das Buch gerade bei den hinteren Geschichten "kompliziert" wird, um deine Worte zu verwenden. Aber auch faszinierend, wie immer wieder der Bogen zu den immer wiederkehrenden Protagonisten und Geschehnissen geschlagen wird, ebenso der Blick aus den verschiedenen Perspektiven. Und die Sprache ist ja ein Traum in dem Buch :herz:


    Danke für das Kompliment :) Das ist Fluch und Segen von Debüts: Einerseits merkt man ein wenig, wie "bemüht" ich damals noch war, bestimmte Tricks & Kniffe zu präsentieren. Andererseits sorgen acht Eimer Herzblut, die man über einem Projekt ausgießt, halt schon dafür, dass manche Stellen auch ganz ordentlich geraten ;)

    Freut mich echt, dass die Geschichte ein paar Lesern auch wieder Lust auf den Roman gemacht hat. Die Stimmung von damals wieder zu treffen, war tatsächlich nicht leicht -- Wehmut dagegen ist eine Emotion, mit der ich sehr gerne spiele.


    Was Orte und ihre Geschichte angeht, das macht wirklich einen großen Unterschied. Es ist ja leider nicht immer möglich, alle Orte zu bereisen, die man gerne in seinen Geschichten aufsuchen würde. Aber bei den "Magiern von Montparnasse" war es wirklich eine Riesenhilfe, während des Schreibens noch einen Recherche-Urlaub vor Ort zu machen. Ich weiß nicht, wie viele dieser Details man im Roman merkt, aber das Mindeste, was es gebracht hat, war, mein Verhältnis zum Setting und meine Motivation zu intensivieren.

    Danke für das Kompliment. Das Feuer war für mich eher etwas Böses: Ekalas "Kraft", die Land & Menschen verbrennt. Reinigend wird sie im weitesten Sinne für mich erst am Ende, als sie den Erzähler letztlich verschlingt. Aber eine Rettung gibt es allenfalls für den namenlosen Überlebenden.


    Der Indianerjunge ist tatsächlich bis zu einem gewissen Grad Klischee, ich bin mir nicht einmal sicher, ob er eine eigenständige Figur ist, oder auch nur ein mystischer (und eher negativer) Aspekt der zerstörerischen Kräfte, die in der Geschichte wirken. Das rundere Bild wäre vielleicht wirklich gewesen, ihn als "gute Naturkraft" zu setzen, andererseits hätte das das Klischee, wie Du richtig sagst, auch nicht besser gemacht.

    Keine Ursache! Mir hat es auch großen Spaß gemacht, und es hat mich sehr gefreut, wie viele Details euch aufgefallen sind -- darunter auch einige, über die ich mir noch keine Gedanken gemacht hatte. Gerade in den ersten zwei, drei Wochen hat die Leserunde super funktioniert; man hat selten Gelegenheit, so eingehend über seine Texte zu diskutieren. Schön auch, dass ihr auch den Geschichten etwas abgewinnen konntet, die normalerweise nicht in euer Beuteschema passen.


    Ich werde jetzt auch nicht völlig verschwinden; wenn ihr also noch postet, sehe ich das bestimmt noch, vielleicht nur mit etwas Verspätung.

    Freut mich, dass die Geschichte für Dich funktioniert hat. Dass die Grundannahme (eine so umfassende Erklärung für alles, dass einfach kein Raum mehr für Metaphysik bleibt) etwas hanebüchen ist, ist mir wie gesagt völlig klar. Ich glaube, eine der Grundideen zur Geschichte war auch, dass die Nicht-Widerlegbarkeit höherer Mächte gelegentlich als Argument für sie angeführt wird, und ich mir dachte: ok, und was, wenn man sie doch widerlegen könnte? Ein "Mehr" an Wissenschaft hätte mir da auch nicht weitergeholfen ;)


    Danke für Dein Feedback!

    Mir fällt gerade auf, dass ich mich hierzu nie richtig geäußert habe: Von der Idee war es wirklich so, dass sie früher mal innig waren, aber auf unschuldige (oder unerfüllte) Weise, als Teenager, deren Eltern sich gelegentlich dieselbe Hütte für den Wintersport teilten. Wenn sie sagt, er habe sie "hergebracht", und er feststellt, wie unwahrscheinlich es doch sei, dass sie sich endlich gefunden haben und ausgerechnet hierher zurückgekehrt sind, dient das als Vorbereitung auf die spätere Feststellung, dass sie in Wahrheit nie gemeinsam hier waren, weil es sich einfach nie ergab. Es ist eine Fantasie, in der sie endlich zusammen sind und alles passt.

    *checkt alte Termine* Fairwater auf der RPC, das war 2008. Ja krass! Schön, eine Leserin wiederzutreffen, die schon so lange dabei ist :)


    Ich habe dieses Jahr voraussichtlich keine Lesungstermine mehr. Auf dem BuCon im Oktober bin ich aber als Gast. Ich muss gestehen, ich reise mich auch nicht mehr so um Termine; ich lese zwar sehr gerne, habe aber gerade in den ersten Jahren auch sehr viel Geld dafür ausgegeben, durch die halbe Republik zu fahren :) Das mache ich heute nur noch, wenn Kosten und Aufwand stimmen.


    Ja, schade, dass die Teilnehmer der Leserunde wieder so weit auseinanderlagen, das klappt irgendwie nicht immer, und ich weiß auch nicht so recht, wie man das verhindern kann. Irgendwie sind es dann immer mehrere kleine Leserunden statt eine große.


    Ich hoffe, dein Mann war nicht von den Texten demotiviert :) Aber es muss ja auch nicht alles jedem gefallen. Falls Du Fairwater mal wieder auffrischen magst, es gibt jetzt ja auch das überarbeitete E-Book. Wobei ich Leser, die schon mal Geld für die Print-Ausgabe ausgegeben haben, jetzt auch nichts andrehen mag. Die Geschichte ist ja immer noch dieselbe :)

    Es gibt fürchte ich keine Lesart, die widerspruchsfrei aufgeht. Noch weniger, wenn man sogar Ekala als Geist liest. Es gibt da so ein paar Stellen, wo ich den Leser in die Richtung schubsen wollte, z.B.


    Zitat

    Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, flüstere ich. Und wir sind nur zu zweit.
    Ferguson grunzt. Natürlich sind wir das, sagt er.


    Oder die Beschreibung des Gebirgszugs:


    Zitat

    Beiderseits der Schlucht wachsen karge Sträucher, bilden ein Muster wie auf Ekalas Tarnhemd. Die mächtigen Gipfel werden zu Schultern, die Schlucht wird zur Kehle, und die Hitze flimmert wie eine goldene Kette auf den Hängen. Meine Sinne spielen mir einen Streich.


    Trotzdem stellt sich vielleicht auch hier, ähnlich wie in "Jimberlyne, Jimberlyne", die Frage, wie viel der Handlung und der Figuren sich eigentlich in der "äußeren" Welt abspielen und wie viel in seiner inneren.

    Nun, das ist die Extrem-Variante dessen, was wir oben andeuteten :) Finde ich gut, eine schöne Interpretation! Und multiple Persönlichkeiten sind -- ganz abgesehen davon, ob und wie sie nun tatsächlich existieren -- ein sehr dankbares literarisches Motiv.