Beiträge von Horusina

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    Grundsätzlich hätte ich keine Probleme damit, aber angeblich mögen das die Leser nicht ... :)


    Da muss ich jetzt leider eingestehen, dass ich auch zu diesen Lesern gehöre. Grundsätzlich schreckt mich ein Buch mit 1000 Seiten schon etwas ab. Solche Schwarten lese ich nur wenn ich von vielen Seiten weiß, dass das Buch gut ist.
    Dein Buch hat, wie ich finde, genau die richtige Länge!

    Noch ein Nachtrag zur Taubheit. In den Nachrichten hatten sie gebracht, dass "unicef" darauf aufmerksam gemacht hat, wie es behinderten Kindern in Entwicklunsgländern insbes. Afrika geht. Unter anderem hat man in einem Land nun endlich die erste Gehörlosenschule dieses Landes eingerichtet. Außerdem ist es noch heute so, dass man in Afrika behinderte Kinder als Last empfindet, diese vor der Gesellschaft versteckt hält, auf der Straße aussetzt oder sogar umbringt. Man sieht also deutlich, auch heutzutage denken viele Menschen noch so, wie Elisabeth zum Ende des 19. Jahrhunderts. (übrigens nicht nur in Afrika, sondern auch beispielsweise in Osteuropa, wo viele Kinder massenweise in Heime "abgeschoben" werden)


    Dass es für Amalia, Cathleen und Edward kein Happy End geben kann, war mir schon fast klar, aber es ist trotzdem tragisch, dass Cathleen schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als sich das Leben zu nehmen. Für mich ist sie auch eindeutig die tragischste Figur in dem gesamten Roman. Ohne es zu wollen gerät sie mitten in die Fronten und kann sich eigentlich gar nicht wehren. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, ohne dass sie es bemerkt und als ihr die gesamte Tragweite bewusst wird, ist es schon zu spät. Sehr traurig! :'(


    Das stimmt. Es gibt eigentlich keine Szene in dem Buch, wo ich sagen würde, dass sich Cathleen hier besser anders verhalten hätte, um so ihrem Schicksal entgegen zu wirken. Im Gegenteil, sie hat immer zu Amalia gehalten, hat ihr alles erzählt und sie an ihren Gefühlen teilhaben lassen. Als sie merkt, dass Amalias Gedanken abschweifen fragt sie nach, was mit ihr ist. Auch in Bezug auf ihre Heirat hat sie immer das getan, was von ihr verlangt wurde. Das Edward etwas reserviert ist, hält sie für normal, denn damals heiratete man nicht aus Liebe.



    Elisabeth hat auch genau so ein Ende gefunden, wie sie es sich selber vorbereitet hat. Irgendwie hat sie mir trotz allem dann doch wieder leid getan. Sie wollte ja so unbedingt aufsteigen, dass sie vor lauter nach oben schauen nicht mehr links und rechts geguckt und dabei alles andere aus den Augen verloren hat. Sehr traurig! Da ja gerade ihr Wille es war, der sie überhaupt so reich gemacht hat. Aber sie hätte ja ihr Schicksal selber in der Hand gehabt! ::)


    Für mich hat sie viel zu ehrgeizig ein zweifelhaftes Ziel verfolgt, ohne Rücksicht auf Verluste. Ihr Mann und ihre geliebte Tochter sind dabei umgekommen und die andere Tochter hat sich entfernt und keinen Kontakt mehr aufgenommen. Viel mehr Schaden hätte Elisabeth nicht anrichten können. Ich finde nicht viele Menschen haben ein solches Ende verdient, aber Elisabeth gehört mit Sicherheit für mich dazu.


    Das führt mich gleich zu der Frage an Claire. Du hattest irgendwann mal geschrieben, dass wir über das Thema "Schuld" am Ende nochmal diskutieren müssen. Mich würde jetzt brennend interessieren, was du dazu meinst. :winken:

    Ich muss zugeben, ich bin auch schon seit zwei Tagen fertig, hatte aber noch nicht die Zeit mich hier zu melden.


    Was für ein schreckliches Ende für unsere drei geliebten Protagonisten. Cathleen sieht also wirklich keinen Sinn mehr in ihrem Dasein und nimmt sich daher das Leben. Amalia hingegen kapselt sich ab und geht mit den Finkensteins nach Berlin. Bei ihrem Abschiedbrief an Edward musste ich glatt eine kleine Träne verdrücken, so traurig war ich über ihren endgültigen Schritt. Und obwohl ich deine Erklärung sehr gut nachvollziehen kann, Claire, kann ich doch irgendwo nicht ganz verstehen, dass Amalia ihrem Edward so etwas antut! Sie muss doch gewusst, oder zumindest geahnt haben, dass ihn das krank machen würde und er sich evtl. auch umbringen könnte. Hätten sie denn nicht wenigstens in Briefkontakt bleiben können, damit jeder der beiden weiß, dass es dem anderen gut geht?
    Ich bin immernoch so traurig, dass sich die beiden nicht wiedersehen. :'(


    Wenigstens Elisabeth findet ein verdientes Ende, ebenso wie Mr Beans. Furchtbar, was er dem Journalisten angetan hat! Aber Mr Beans war der Einzige in der Geschichte, der zu so etwas fähig gewesen wäre.


    Und wenn es schon für die Sheerwood Schwestern kein Happy End gab, ist die Vorstellung schön, dass wenigstens Melinda nun ihr Glück in England gefunden hat. Das ging aber nur, weil Edwards Schwester Emily sich dazu durchgerungen hat, ihre Nichte in Deutschland zu suchen. Meine Hochachtung für Emily, die ja auch eine Frau der damaligen Zeit war und die ganze Geschichte einfach "vergessen" könnte.


    Ja, Emily ist auch ganz wunderbar! Und ich freue mich für Melinda, dass sie jetzt einen Platz hat, an dem sie sich zu Hause fühlen kann und auch den passenden Mann an ihrer Seite hat. Was für ein großzügiger Schachzug von ihr, auf einen Teil des Erbes zu verzichten, nachdem was Henry Tennyson ihr alles angetan hat >:( Aber da sieht man schön die Parallele zu ihrer Großmutter, die Edward auch davor bewaht Mr Beans umzubringen.

    Zum Glück konnte Amalia während des Brandes aus dem Heim fliehen und hat es sogar unbeschadet bis nach London geschafft. Ich hab mich sehr gefreut, dass Dr. Stevenson hier wieder aufgetaucht ist und Amalia sogleich väterlich hilft eine neue Existenz aufzubauen.


    Während dessen erfahren die Sherwoods von Amalias angeblichen zweiten Tod. Schon tragisch, wie oft jemand angeblich sterben muss, um seinem Schicksal entfliehen zu können. Daraufhin stürzt auch für John Sherwood eine Welt zusammen. Auch wenn er an Amalias Schicksal eine Schuld mitträgt, so war ich doch relativ traurig, dass er so die Welt verlassen musste. Er hätte eine bessere Ehefrau verdient gehabt!


    Nachdem Amalia nun ihre Arbeit wieder verloren hat, sieht sie keinen anderen Ausweg, als das Schachspiel in Kommission zu geben. Was für eine glückliche Fügung!!! :jakka: Ich hab mich riesig gefreut, als Edward aufgetaucht ist und sie sich beide endlich aussprechen konnten. Man könnte meinen, die Geschichte hätte doch ein Happy End, besonders mit Amalias Schwangerschaft. Aber wer weiß...


    Schrecklich, dass dieser Mr Beans wieder einmal versucht hat, Amalia aufzulauern. Ich bin froh, dass ihn Edward dermaßen zusammen geschlagen hat und hoffe, dass er nun seine Lektion gelernt hat und nicht nochmal auftauchen wird!


    Wie schon anhand der Kommentare von dem alten Mr Benson zu vermuten war, hat er Amalia also damals tatsächlich in London gesehen.


    Und zu guter letzt findet nun auch Cathleen heraus, dass ihre Schwester noch lebt. Auch hier habe ich mich sehr gefreut zu lesen, dass endlich die ganze Wahrheit über Amalia und Edward heraus kommt. Allerdings weiß ich nicht, wie tief verletzt Cathleen wirklich ist. Nach außen gibt sie zu verstehen, dass sie Edward noch nie so glücklich gesehen hat und sieht ein, dass ihr ein solches Glück niemals beschienen sein wird. Aber innerlich wird sie bestimmt zusammen brechen...


    Zusammenfassend muss ich sagen, dass dieser Abschnitt jetzt nichts unerwartet neues ans Licht gebracht hat. All das hatten wir schon irgendwie vermutet und aus den früheren Erwähnungen spekuliert. So richtig gespannt bin aber nun darauf, was jetzt kommt. Warum stürzt sich Cathleen in den Fluss? Wer hat Mr Sandford umgebracht? Und vorallem, warum entschließt sich Amalia nun doch nach Deutschland zu gehen? Fragen über Fragen und dabei haben wir in diesem Abschnitt fast gar nicht neues über Melinda und George erfahren.


    Was mir gerade noch eingefallen ist: Wenn Amalia gar nicht von Edward schwanger war, dann ist das Erbe von Henry doch gar nicht in Gefahr, oder? Warum macht er dann so einen Stress?


    Stimmt, das ist ein guter Punkt. Ich hoffe auch noch tief und fest, dass Edward der Vater sein wird!


    Ich denke zwar auch, das Mr. Benson schon die Vergangenheit meint. Aber die Idee das Cathleen noch lebt hat durchaus etwas. Wenn nämlich Amalia nicht im Moor umgekommen ist und das ist sie ja nicht, sonst wäre sie nicht Melindas Großmutter, könnte natürlich sein, das auch Cathleen gar nicht im Moor umgekommen ist. Aber ob sie heute noch lebt? Das wäre wohl für Melinda eine ganz tolle Sache wenn sie die Schwester ihrer Großmutter noch kennen lernen könnte.


    Genau, dass war meine Hoffnung. War aber wohl eher ein Wunschtraum, der mich bewogen hat in diese Richtung zu denken. Mittlerweile denke ich auch, dass Mr Benson eher von der Vergangenheit gesprochen hat.

    Also monerl lag mit der zweiten Theorie goldrichtig! Elisabeth und Lady Hampton haben diesen Plan gemeinsam ausgeheckt. Wie herzlos muss man sein, dass seiner Tochter bzw. seinem Sohn anzutun?



    Amalias und Edwards Mutter habe ich so einen Plan ja durchaus zugetraut, aber das auch ihr Vater da mitmacht hat mich echt schockiert.


    Das hat mich auch sehr verwundert! Aber ohne ihn einzuweihen, wäre es Elisabeth wohl nicht möglich gewesen die finanziellen Mittel für den Heimaufenthalt aufzubringen. Im Grunde denke ich wie Edward; immerhin hat John Sherwood so viel Herz, dass er sich selbst betrinkt und an seiner Entscheidung zweifelt! Das hilft zwar Amalia nichts, zeigt aber das er Liebe zu ihr empfindet.


    Nun ist Amalia also in St Mary's Home. Ich hatte mich schon gefragt, woher sie die Gebärdensprache kann, die sie später Jakob beibringt. Aber auch wenn sie nun viele Gleichgesinnte trifft, ist der Schock groß über Mr. Beans Anwesenheit in diesem Heim.


    Interessanterweise war Euch aber allen klar, dass die beiden sich wiedertreffen müssen, oder? :)


    Ja, aber das lag nur an seinem letzten Satz zu ihr. Ohne den hätte ich es wahrscheinlich nicht gedacht, dass sie sich nochmal wieder begegnen. Wobei ich im Rückblick sagen muss, dass er nochmal auftauchen musste, denn sein Auftitt war bis dahin viel zu kurz. Er hatte seine Rolle einfach noch nicht fertig gespielt...


    Gordon ist für mich der einzige Lichtpunkt, der Amalia in ihrem Leben jetzt noch geblieben ist. Auf alle anderen kann sie nicht mehr zählen, da offenbar niemand nach ihr sucht. Interessant, dass er das Leben im Heim dem draußen vorzieht. Das spricht sehr gegen die damalige (und vielleicht auch heutige) Gesellschaft, dass jemand wie Gordon lieber in einem Heim leben möchte, als draußen frei seinen Weg zu gehen.


    Eure Befürchtung, dass Beans Amalia vergewaltigt und geschwängert haben könnte, hatte ich zwischendurch auch.
    Aber irgendjemand (Georges Vater?) sagt doch, sie sähe aus wie "er" und ich bin davon ausgegangen, dass er damit Edward meint. Also müssen sie sich noch einmal wiederbegegnen.


    Genau diese Stelle ist mir auch aufgefallen und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass diese Theorie stimmt. Alle älteren Leute erkennen jemanden in Melinda wieder und da Edward scharze Haare hatte, klärt sich nun auch auf, warum Melinda dunkle Haare hat. Daran hatten wir bei unseren früheren Überlegungen gar nicht gedacht.


    Noch eine Nebenfigut, die mir gut gefällt ist Jakob. Sehr sympathisch wie er Melinda sagt, dass ihre Großmutter sie gemocht hätte. Melindas Mutter scheint aber nicht diesen Charakter besessen zu haben. Auf S. 442 heißt es, dass es ihr peinlich war sich in der Gebärdensprache zu verständigen und das sie sich danach sehnte, wie alle anderen zu sein. Klingt das nicht ganz nach einem Abklatsch von Elisabeth und Lady Hampton?


    Und fast nebenbei taucht noch ein weiterer "Mord" in der Geschichte auf. Dieser Sandfort hat wohl einigen Leuten damals zu tief in der Geschichte gegraben. Kein Wunder, wenn selbst Melindas Suche nach 50 Jahren noch solche Wellen schlägt. Wie mag das dann erst zu jener Zeit gewesen sein? Ich bin gespannt, wer ihn umgebracht hat, denn das er nicht natürlich umgekommen ist, ist wohl klar!

    also, ich gebe ja zu, es ist ein Abschnitt, in dem es nun richtig dramatisch wird und passiert, was passieren muss ... Ein bisschen habe ich ja fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich sehe, wie ihr mitleidet, aber nur ein bisschen, denn ich freue mich einfach so, wie Ihr an der Geschichte Anteil nehmt.


    Eigentlich ist es ja auch ganz schön, dass wir alle so mitleiden (auch wenn das etwas komisch klingt). Denn das zeigt ja, wie gut das Buch wirklich ist und das du es schaffst uns alle mit der Handlung in den Bann zu ziehen.


    Stimmt, das hatte ich wieder fast vergessen. Als der Name Benson in Verbindung mit dem Gärtner fiel, war ich total überrascht. Den Schwiegervater von Frau Benson hatte ich nicht mit dem damaligen Gärtner in Verbindung gebracht. Es ist sehr gut möglich das er mehr weiß als wir. Vielleicht hilft er Melinda doch noch weiter und erzählt ihr mehr. Aber leider scheint er schon ein bisschen verwirrt zu sein.


    Diese Szene mit Mr Benson hat mir auch einige Kopfzerbrechen bereitet, da ich sie nicht so richtig deuten konnte. Er sagt "Sie ist nicht tot." Bezieht er das jetzt auf die Vergangenheit und will damit zum Ausdruck bringen, dass Amalia damals nicht im Moor umgekommen ist? Oder spricht er tatsächlich von der Gegenwart? Das würde ja bedeuten, dass Cathleen noch immer lebt, denn Amalia ist ja nachweislich mittlerweile verstorben... ???

    Was für ein Abschnitt! :o Das sich Amalia und Edward früher oder später begegnen werden und ihre wahre Identität herauskommt war mir klar, aber die Reaktionen hatte ich mir vorher nicht ausgemalt. Ich habe auch mit Amalia gelitten. Tragisch, dass er ausgerechnet der Verlobte ihrer Schwester sein muss, noch dazu wo sie Cathleen und Edward so sehr liebt. Was für eine schreckliche Situation für sie, deren einzige Lösung scheint, beide in Zukunft nicht mehr zu sehen.
    Und dann kommt die scheinbare Lösung in Form einer Heirat der beiden. Klar, dass Edward darin DIE Lösung sieht. Die schwirrte mir auch schon seit einiger Zeit im Kopf rum, aber das wäre wohl eher möglich gewesen, wenn sie sich gleich ihre Namen aunvertraut hätten und es gar nicht erst zur inoffiziellen Verlobung zwischen Edward und Cathleen gekommen wäre.


    Bei einem bin ich mir inzwischen sicher: Elisabeth hat mit dem Verschwinden ihrer jüngsten Tochter zu tun! Sie hat es geplant, hat Cathleen zur Reise nach Paris gedrängt. Aber sie ist nicht alleine, sondern hat die ganze Chose mit Lady Hampton geplant, denn von dieser hat sie von Edwards Liebe und Vorhaben erfahren - vermute ich ganz stark. Denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Lady Hampton an dem Tag, an dem sie ihrem Sohn von dem "Unglück" erzählt, vormittags freiwillig auf Sherwood Manor war!


    Elisabeth hat für mich auch definitiv etwas mit dem Verschwinden Amalias zu tun. Diese Reise von Cathleen nach Paris war definitiv kein Zufall. Ob jedoch Lady Hampton etwas mit dem Verschwinden zu hat, ist schwer zu sagen. Ihre Lage ist momentan hilflos genug, dass sie das mit arrangieren würde. Auf jeden Fall stimmt da etwas nicht, sonst würde wohl auch Henry Tennyson nicht so extrem ausflippen. Das Erbe ist das eine, aber ich vermute das da noch mehr dahinter steckt...
    Die Brutalität, die dieser Henry an den Tag legt ist auch ziemlich erschreckend. Nicht nur der erste Versuch Melinda zu warnen, sondern der zweite Überfall auf sie zeigen hier einen Menschen der keinerlei Angst vor Gewalt hat. Auch gegenüber seiner Tante ist er alles andere als freundlich. Ich bin gespannt, welche Hebel George Clifford in Gang setzen will, um einen solchen Menschen von weitern Gewalttaten abzuhalten.


    Nun bleiben natürlich einige dringende Fragen offen: Wo ist Amalia untergetaucht? Bei Prof. Stevenson? Wird sie noch einmal auf Edward treffen und dann schwanger werden? Was wäre überhaupt die Folge, wenn Edward herausfindet, dass Amalia von Elisabeth und evtl. seiner Mutter weg geschafft worden ist? Wäre er bereit dafür einen Mord zu begehen? Denn zu Beginn des Buches heißt es ja, dass er als Mörder bezeichnet wurde.


    Einzig klar ist, dass Edward es nicht schafft Cathleen über seine Liebe zu Amalia aufzuklären und die beiden schlussendlich doch heiraten werden. :(


    War es nicht ursprünglich gelplant, dass Clifford Melinda über ihre Herkunft aufklärt und dann "zurück gepfiffen" wurde? Die alte Lady hat auf sein Nachfragen ja sehr ungenau geantwortet. Also entweder fand sie die Idee dann selbst nicht mehr so gut oder sie ist "gezwungen" worden, zurück zu rudern ...


    Stimmt, die Reaktion von Lady Barrington war damals etwas seltsam. Auch Clifford hatte ja nicht verstanden, warum er auf einmal keinen Kontakt mehr mit Melinda herstellen sollte, nachdem sie das Paket bereits erhalten hatte.


    Ich bin übrigens gespannt darauf, woraus sich dann die Korrespondenz mittels Briefen entwickelt. Ob sie sich nicht mehr treffen können? Irgendwann hatten wir ja mal festgestellt, dass sie sich nicht beim Namen nennen, also müsste das Briefeschreiben bald beginnen, so lange sie nicht wissen wer der andere ist.

    Ich muss sagen, ich habe diesen Abschnitt richtig genossen. Bisher ist alles noch so wunderbar zwischen Amalia und Edward, dass ich das richtig auskosten wollte, bevor dann (wahrscheinlich) eine Tragödie passieren wird. Ihre Annäherung über das Schachspiel ist so schön zu verfolgen. Dabei bringt Amalia mit ihren eigenen Gesten ihm nun auch eine Art Sprache bei. Übrigens sehr interessant, dass es damals zwei unterschiedliche Auffassungen davon gab, wie man taube Kinder fördern kann. Ich danke dir für diese Aufklärung, Claire! :winken:



    Gefreut hat mich auch, wie Amalia inzwischen mit ihrer Situation zurechtkommt: sie sieht ihre Taubheit nicht als Behinderung, sondern als Freiheit an, die ihr als hörende Frau niemals gestattet worden wäre. Sie muß sich auch keine Gedanken darüber machen, daß sie auf dem Heiratsmarkt verschachert wird, wie ihre Schwester.


    Das finde ich auch super! Sie sieht überwiegend das Positive in ihrer Situation und macht sich nichts aus den vielen Bällen und das allgemeine Gewusel um die Heiratskandidaten. Wenn man Amalia so verfolgt, dann kann man eigentlich gar nicht glauben, dass sie Elisabeths Tochter ist bzw. kann Elisabeth eigentlich von Glück reden, dass sie so eine wundervolle und intelligente Tochter bekommen hat.


    Mir ist es echt heiß und kalt den Rücken herunter gelaufen, als ich gelesen habe, was Beans zu Amalia tonlos gesagt hatte: - "Wir werden uns wiedersehen - das verspreche ich dir" - :o Der ist echt wahnsinnig. Er begreift nicht, dass er ein Kind vor sicht hat. Das Gefühl, von Amalia um seine gute Stellung betrogen worden zu sein, überwiegt. Was hat dieser Mensch vor? Was kann er Amalia bloß antun? Ich habe wirklich ein schreckliches Gefühl, dass wir ihm tatsächlich wieder begegnen werden, wie bereits jemand im vorherigen Abschnitt erwähnte. Ich dachte, Beans muss irgendwann gehn, aber sein Abgang lässt nun Schlimmes ahnen. :'(


    Dieser Satz hat bei mir auch große Gänsehaut hervor gerufen. Ich hoffe natürlich auch, dass wir Mr. Beans nicht nocheinmal begegnen werden. Sein Satz lässt aber leider etwas anderes vermuten.


    Für Cathleen tut es mir richtig leid, dass sie wohl nicht die große Liebe finden wird. Auch wenn wir hier alle für Amalia schwärmen, so ist sie doch ebenfalls ein herzensguter Mensch. Ihr Verhalten gegenüber Amalia finde ich toll, besonders dass sie die Schwester an allem teilhaben lassen will. Auch bei dem Gespräch mit ihrer Mutter über Amalia hat sie mich richtig für sich eingenommen. Ich war total glücklich, dass sie ihrer Mutter ihren Standpunkt klar gemacht hat!



    Im Moment denke ich mir ja, dass es vielleicht doch ganz gut wäre, würde Amalia ihm ihren Namen verraten, aber dass das alles so aufeinander trifft, kann sie ja auch nicht ahnen.


    Tja, diese Szene bei ihrem ersten richtigen Treffen, war wohl eine Art Schlüsselszene. Hätte Amalia ihren Namen genannt, wäre vermutlich vieles anders ausgegangen.


    Also die Daten verwirren mich jetzt auch. :-\
    Allerdings wollte ich nur nochmal festhalten, dass zwischen den zwei Toten nicht zwei Jahre, sondern nur eineinhalb Jahre liegen (siehe S. 82).
    In dem Zeitungsabschnitt stand übrigens auch, dass Cathleen von den Fluten des Flusses mitgerissen worden ist. Also tatsächlich kein eindeutiger Hinweis, ob man nun eine Leiche gefunden hat, oder nicht...

    Dieser Abschnitt hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht und das bestätigt, was ihr im ersten Abschnitt schon vermutet hattet. Amalia ist tatsächlich Melindas Großmutter und sie musste wahrscheinlich aufgrund der Schwangerschaft damals nach Deutschland und wurde in Devon für tot erklärt.


    Schön finde ich, wie durch den Wechsel der Erzählperspektiven sich langsam Puzzleteil an Puzzleteil reiht.


    Ich denke es gibt kaum einen mehr von uns, der Elisabeth als sympathisch bezeichnen würde. Sie hat halt einen ehrgeizigen Charakter und zu diesem gehört, dass sie sich und für ihre Töchter wünscht zur Oberschicht zu gehören. Wie sie dabei auf Amalias Taubheit reagiert ist schrecklich und falsch, entspricht aber deutlich ihrem Charakter. Denn durch dieses Erlebnis wird ihre ständige Angst nun wieder etwas realer. Vermutlich sieht sie nun keine Chancen mehr für ihre Tochter und das ist das, wovor sie sich immer gefürchtet hat. Vielleicht kann sie deshalb nicht damit umgehen. Im Gegensatz dazu sollte aber zumindest Amalias Vater die Elternrolle besser ausfüllen. Immer wieder eine tickende Uhr an ihre Ohren zu halten ist da absolut der falsche Weg, denn Amalia fühlt sich durch das ewige Verneinen dieser Frage nur noch schlechter.


    Die erste Begegnung der Schwestern mit den Hampton-Kindern fand ich toll! Dabei sieht man gleich, welchen Charakter Edward hat, als er Amalia das Bonbon zurück gibt. :herz:


    Auch bei Melinda hat sich einiges getan. George Clifford ist schneller wieder aufgetaucht, als ich es erwartet hatte. Sein Vater scheint in Melindas Gesicht jemanden wiederzuerkennen. Fragt sich nur wen? Haben wir eigentlich schon über Melindas Vater spekuliert? ;D

    Ich glaube auch, dass es diese Unterschiede nach wie vor gibt. Diese Kreise haben sich vielleicht etwas erweitert und sind nicht mehr nur rein adlig, aber diese Trennung zwischen den Schichten gibt es noch immer und ich denke, es ist sehr schwierig, sie zu überwinden.
    Im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts gab es übrigens generell die Ansicht, dass man in seinen Kreisen und Schichten zu bleiben hatte. Selbst wenn man zu Geld kam. Das fand ich bei meinen Recherchen sehr interessant. In der Literatur wird ein solches Verhalten, bei dem z.B. ein Mann aus der Mittelschicht zu Geld kam, aber weiter so lebte wie zuvor, immer wieder lobend als Tugend beschrieben.


    Aber wenn die Tochter in eine Familie aus der Oberschicht einheiratet, dann ist man automatisch auch von dieser Schicht akzeptiert?
    Oder wie ist das beispielsweise, wenn eine ältere wohlhabende Dame keine Nachfahren mehr hat und alles einem entfernten Neffen vermacht, der vielleicht recht arm geboren ist. Muss dieser dann auch in seiner Schicht bleiben?


    Was mir dazu im besonderen noch einfällt, wie war denn das Ende des 19. Jahrhunderts mit den männlichen Nachkommen? Elisabeth scheint sich darüber ja keine Gedanken zu machen. Kann denn Cathleen den Besitz ihrer Eltern im Falle deren Todes erben?

    Hallo liebe Leserunde und liebe Claire,


    der erste große Pluspunkt am Buch, ist eindeutig der Schreibstil. Der gefällt mir sehr sehr gut und die Seiten fliegen nur so dahin. Zum einen ist da die Nachkriegszeit, in der alle ihre Verluste betrauern und nun einen Neustart beginnen müssen und zum anderen das Jahr 1881 in dem es noch richtige Standesunterschiede gibt. Der Kontrast ist recht gut gewählt, auch weil die Schauplätze so unterschiedlich sind. Besonders gefallen mir hier die Beschreibungen der Landschaft Südwestenglands und des Moors. Das hat zum einen was faszinierendes, aber zum anderen hat es auch etwas mystisches und unheimliches. Auf jeden Fall freue ich mich, dass die Handlung teilweise dort spielt, weil ich selbst mal ein Jahr in Südwestengland gelebt habe.


    Melinda ist eine sympathische Protagonistin, die durch ihre modernen Vorstellungen überzeugt und mit der man sich gut identifizieren kann.

    Frank ist auch mit Vorsicht zu genießen, ich befürchte, er macht Melinda das Leben noch ziemlich schwer.


    Den Eindruck habe ich auch. Er fühlt sich aus irgendeinem Grund in seinem Stolz verletzt und wird Melinda noch so einige Scherereien bereiten.


    Elisabeth hinterlässt bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck. Zwar hat sie in der Vergangenheit viel durchmachen müssen und ich kann auch sehr gut verstehen, dass sie dahin nie wieder zurück kehren will, aber ihre sonstige Einstellung ist doch etwas fragwürdig. Weil sie ansonsten scheinbar nichts zu tun hat (man hat ja Hauspersonal) kümmert sie sich nur noch um ihre Anerkennung und Stellung in der Gesellschaft. Schade, dass sie nur spenden will um an eben diese Anerkennung zu gelangen. Gerade wenn man aus ärmlichen Verhältnissen kommt, sollte man doch aus anderen Motiven versuchen Leuten zu helfen.


    Interessant finde ich auch eure ganzen Spekulationen zu den Familienverhältnissen! Ich bin da selbst sehr gespannt drauf, wie Melinda mit den Sherwoodschwestern in Beziehung steht.

    Wow, ich bin auch begeistert! 8) Ich kannte bisher nur von einer anderen Buchserie die Buchtrailer und die waren zwar hübsch, aber leider nichtssagend. Bei diesem Trailer hier ist genau der richtige Ton getroffen worden. Er zeigt so viel, dass man total neugierig auf das Buch wird, hält sich aber über genauere Informationen bedeckt.

    Es ist jetzt keine direkte Frage an Tobias, aber ich weiß sonst nicht wohin damit und ich muss mir grad mal ein wenig Luft machen. Da stellt man sein Mammut VI Buch frisch ausgelesen in das Bücherregal neben die anderen fünf Exemplare und was müssen meine armen Augen feststellen?? Der komplette Buchrücken wurde geändert? >:( Wie kann denn so etwas sein? Der ist ja nun gar nicht mehr in Einklang zu bringen mit den anderen Büchern. Kein Mammutsymbol mehr drauf, dass Piper-Logo an einer ganz anderen Stelle... furchtbar!! Dass Piper sein Logo von der Größe und Schrift her immer wieder ändert, hat mich schon immer gernevt, aber dieser Buchrücken passt nun gar nicht mehr ins Gesamtbild. Was für eine Frechheit! >:( Vorallem gegenüber dem Leser der sich gerne mal sein hübsches Bücherregal anschaut! :(