Beiträge von Myriel

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    So, nachdem ich das Buch etwas habe sacken lassen, kommt hier auch noch mein Eindruck. Zum Inhalt wurde schon genug gesagt, deshalb beschränke ich mich auf das Wesentliche.



    Die drei Hauptcharaktere des Buches - Adam, Evelyn und Bartholomäus - haben ein sehr interessantes Gespann abgegeben, in dem die verschiedenen Ansichten und Handlungsweisen sich gut ergänzen und im Gesamtbild eine sehr schöne Grauzeichnung abgeben. Zu meiner Freude gibt es hier nämlich niemanden, der nur gut oder nur böse ist - Schwarz-Weiß-Zeichnungen sucht man vergebens. Selbst ein Urania, ein Avatar der Maschinenintelligenz, ist mir persönlich zwar unsympathisch, aber ich kann ihr beim besten Willen nicht unterstellen, dass sie aus Bösartigkeit so handelt, wie sie es tut.


    Worüber man als Leser lange im Unklaren gelassen wird, ist der ominöse Feind, der die Erde bedroht. Stoff für Mutmaßungen ist genügend vorhanden, doch erst ziemlich spät wird offenbart, was wirklich vor sich geht.


    Die fortschrittliche Technik, die in jedem SciFi-Roman unvermeidlich zum Einsatz kommt, ist für mich plausibel dargestellt und mit ein paar Details gewürzt, die nach einer denkbaren Erklärung der Funktionsweise klingen. Für Hard-SF-Fans mag dies zu wenig sein, aber für mich war es ausreichend.


    Als interessantesten Faktor habe ich die philosophischen Fragen empfunden, die durch diesen Roman und die anderen Leserundenteilnehmer aufgeworfen wurden. Was würde man mit seinem Leben anfangen, wenn man Unsterblich wäre? Würde man lieber unwissend in der "Matrix" leben oder um die Täuschung wissen wollen? Wenn wäre man eher bereit zu Opfern - einen alten Menschen, der sein Leben schon gelebt hat, oder ein Kind, dass noch alles vor sich hat?


    Auch sehr gut gefallen hat mir die Idee, dass die Evolution den Menschen nicht als die Krone der Schöpfung hervorgebracht hat, sondern es den Menschen nur gibt, damit er die künstliche Intelligenz hervorbringen kann.


    Insgesamt also ein SciFi-Roman, der weniger auf Weltraumschlachten und Abenteuer auf fremden Planeten setzt, sondern sich mit einer möglichen Zukunftsvision beschäftigt, die philosophische Gedankenexperimente beinhaltet. Daher kann ich dieses Buch guten Gewissens auch Genre-Neulingen empfehlen.



    An der Stelle möchte ich Andreas und den anderen Leserundenteilnehmern für ihre Kommentare und das gemeinsame Spekulieren danken. :winken:

    Auf Seite 527 und 528 erklärt Adam doch Bartholomäus, wie es nun "weitergeht" , dass das Schiff sich zurückzieht, den Cluster freigibt und der sich erholen wird, aber gewisse Regeln eingehalten werden müssen und die überlebenden Menschen von den Maschinen respektiert werden müssen, keiner gegen seinen Willen mehr Mindtalker werden darf ....etc. (oder meinst du etwas anderes?)


    Oh je, vielleicht sollte ich nicht mehr vor dem Einschlafen lesen, wenn mein Gehirn quasi schon abgeschalten ist. Ja, genau das meinte ich und dank dir konnte ich es im Buch nochmal nachlesen. Damit hat sich meine Frage erledigt. :winken:


    Ich fürchte, da hast du das eine oder andere überlesen, Myriel. Es wird durchaus darauf hingewiesen, wie das Schiff tickt und was Adam dazu befähigt, die "Kontrolle" zu übernehmen, die in dem Sinn gar keine Kontrolle ist, mehr ein Überzeugen. Es wird auch erwähnt, dass die Erde nicht länger dem Untergang geweiht ist.


    Hallo Andreas,


    ich habe schon verstanden, dass Adam das Schiff nicht kontrolliert, sondern nur in seinem Sinne beeinflussen kann. Aber ich habe nicht erlebt, wie er zu der Erkenntnis kam. Gut möglich, dass ich da etwas überlesen haben sollte. Da muss ich heute Abend nochmal ins Buch reinlesen. :lesen:


    Meine Frage zur Zukunft der Erde war etwas konkreter gemeint. Was genau existiert auf der Erde noch? Gibt es den Cluster noch? Haben Menschen überlebt? Oder ist es jetzt ein Planet ohne höhere Intelligenz? Ich weiß nicht, welche der Alternativen ich mir wünschen würde. Vielleicht lieber ein Planet ohne höhere Intelligenz - was die Menschen und die Maschinen der Erde angetan haben (und sei es vor 6000 Jahren gewesen) bzw. was wir selbst dem Planeten gerade jetzt antun, führt eher dazu, dass ich der Erde eine Ruhepause vor uns Plagegeistern wünsche.


    Viele Grüße
    Myriel

    Hallo zusammen,


    dieser Abschnitt hat mich ziemlich zum Nachdenken gebracht und ich musste ihn erst mal verdauen, bevor ich hier posten konnte. Ich bin froh, dass Adam ein friedliches Ende des Konflikts herbeiführen konnte, aber den Weg dorthin habe ich nicht so richtig nachvollziehen können.



    Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Bartholomäus genau die Situation angestrebt hat, wie sie zuletzt eintritt. Er hat so oft betont, wie wichtig eine friedliche Koexistenz und das Gleichgewicht ist, ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles nur leeres Gerede war. Auch Adam ist sich zum Schluss nicht sicher, ob Bartho, der Lügner und Stratege alles genau so geplant hat.


    Ich bin auch froh, dass Bartho am Ende doch ein sehr ambivalenter Charakter ist und keineswegs einer von den Bösen. Wie viel er wirklich beabsichtigt hat, werden wir nie wissen. Aber wichtig ist es für uns zu wissen, dass er am Ende erfolgreich war. Hier passen Adams Überlegungen zum Thema "Absicht und Zufall" sehr schön. Wie viel war Absicht und wie viel Zufall war im Spiel, dass Adam genau da gelandet ist und genau die Entscheidungen getroffen hat, die es letztlich gebraucht hat, um dieses Ende zu erreichen? Ich muss aber auch zugegeben, dass ich nicht verstanden habe, wie Adam dieses Ende genau erreicht hat.



    Mir gefällt es deshalb richtig gut, dass jemand wie Adam dann dem Ganzen Einhalt gebieten konnte und die Kette der "Übernahmen" einfach gestoppt hat. Ich weiß nicht, wie es funktioniert, dass das Schiff auf Adam und seine Wünsche hört, aber ich stelle es mir ein bisschen so vor, dass einfach das Wünschen an sich die Maschinenintelligenz dermaßen aus dem Tritt gebracht hat, weil Wünsche in Maschinenprogrammen einfach nicht vorgesehen sind und damit alles lähmen. Als Trojanisches Pferd, als das Adam ja mit seinem im Kopf befindlichen Programm in das Schiff eindrang, hat er die Maschine mit der Befreiung der Muriah an einer unerwarteten Stelle getroffen und mit deren Hilfe seine Wünsche wie einen Virus im Schiff verbreitet und damit die Funktion des Schiffes verändert. So stelle ich mir das vor. :)


    Hier hätte es mir ehrlich gesagt besser gefallen, wenn ich als Leser live dabei gewesen wäre, wenn Adam die Erkenntnis erlangt hat, wie das Schiff tickt und wie er es mit seinen Wünschen beeinflussen kann. So aber verstehe ich es nicht wirklich und muss einfach das Ergebnis hinnehmen. Das finde ich etwas schade.



    Ich würde lieber wie Adam und Evelyn in einem anderen Zustand sein, als überhaupt nicht. Vielleicht würde sich meine Meinung ändern, wenn dem so wäre, aber das werde ich wohl nicht herausfinden.


    Ich vermute auch, dass ich lieber in einer quasi-Matrix leben möchte als gar nicht. Aber dabei möchte ich immer auch die Möglichkeit haben, mein digitales unsterbliches Leben zu beenden, wenn es mir nichts mehr geben sollte und ich nur noch Sandkörner am Strand zählen würde. Fraglich aber, ob dieser Tag kommen würde, wenn mir das ganze Universum zum Erkunden zur Verfügung stehen würde.



    Man kann es sehen wie man will, aber Evelyn scheint, so wie ich, diese Realität nicht als solche zu erkennen. Ich wüßte nicht, was ich als Datenpaket machen soll. Die Maschine weiß doch schon alles und alles was ich mache ist nur Unterhaltung für ein Haustier. Ich weiß, das ist meine Sicht, aber es ist eben meine. Ich glaube einfach nicht, dass wir Menschen den Maschinen in 6000 Jahren noch irgendwas voraus haben.


    Geht es denn wirklich darum, den Maschinen etwas vorauszuhaben oder sie zu unterhalten? Oder geht es nicht einfach nur darum, sich selbst ein schönes Leben zu machen und das zu tun, worauf man Lust hat? Und wenn ich Spaß daran hätte, mir in dieser (künstlichen) Realität eine riesige Ameisenfarm zu bauen und die Tierchen zu beobachten, dann hätte das Schiff zwar keinen Mehrwert davon, aber ich hätte dennoch meinen Spaß. Sollte ich mir den nehmen?



    Und nun fängt er das neue Leben mit Evelyn an. Hätte er sich nicht auch Rebecca wieder wünschen können?


    Wie sollte er dem Schiff aber begreiflich machen, wie Rebeccas Charakter, ihre Seele aufgebaut ist und was ihre Persönlichkeit ausmacht? Das Schiff hat Rebecca soweit wir wissen nie so assimiliert wie Adam und Evelyn.


    Eine Frage, die mich auch noch beschäftigt: Was ist eigentlich aus der Erde geworden? Hat irgendjemand oder irgendetwas dort überlebt?


    VG
    Myriel

    Hallo zusammen,


    wow, hier kommt ja richtig Bewegung in die Sache.


    Adams Erkenntnisse fand ich sehr erhellend und seine Wut kann ich vollkommen verstehen. Das ganze Leben lang belogen und betrogen worden zu sein, schmerzt unheimlich. Sein Aktionismus ist vermutlich der Weg, wie er damit umzugehen versucht. Ich würde wohl eher Dinge an die Wand werfen oder auf irgendetwas (oder irgendjemand) einschlagen wollen, aber Adam geht damit erwachsener um und versucht etwas zu ändern, die Lage zu verbessern.



    Als Adam dann direkt zu Rebecca wollte, um ihr die ganze Wahrheit zu erzählen, hatte ich gleich ein ungutes Gefühl, denn warum sollte Rebecca ihm glauben? Adam hatte doch gerade erste selbst erkannt, dass ihnen die Erinnerungen genommen werden, also wird auch Rebecca sich an nichts erinnern, was sie Adams Geschichte glauben lassen sollte. Eine Falle habe ich dann auch befürchtet und mich nicht gewundert, als Urania und Bartho auftauchten.


    Ein schlechtes Gefühl hatte ich auch, spätestens als Rebeccas Wohnung die einzig beleuchtete in ganz Jork war, obwohl da doch so viele Menschen wohnen sollten. Das roch ganz stark nach einer Falle.


    Evelyns Schicksal wundert mich wenig, nachdem sie von Uranias Blitz getroffen wurde. Warum sollte es ihr besser ergehen als z.B. Newton? Und dass die Maschinen mehr Mindtalker brauchen, wissen wir Leser auch schon länger. Für Adam tut es mir leid, denn nach Rebecca verliert er jetzt auch noch Evelyn.



    Andererseits, vielleicht hat es genauso kommen müssen, damit Bartholomäus Adam mit einer wirklich geheimen Mission losschicken kann. Auch Toussaint scheint mir etwas ähnliches zu sehen. Und diese Mission scheint den Absichten des Clusters entgegen zu laufen, ansonsten müsste er es nicht vor Urania geheim halten. Ich hoffe immer noch, dass Barthos Absichten nützlich für alle Organismen sind.


    Bartho ist auf meiner Sympathieskala durch seine Handlung noch ein ganzes Stück weiter nach oben geklettert. Sosehr ich nach dem vorherigen Abschnitt gehofft hatte, dass er sich mit Evelyn zusammentun könnte, um die Menschheit und die Maschinen zu retten, so bin ich jetzt froh, dass er Adam mit der Mission betreut hat und ihm so viel Handlungsspielraum gegeben hat, um wirklich eigene Entscheidungen zu treffen und nicht nur vermutlich eigene Entscheidungen, die aber auf dem beruhen, was ihn die Maschinen wissen lassen. Das war eine tolle Entscheidung und ich hoffe sehr, dass sie sich auszahlt.



    Schade, dass der Muriah gestorben ist. So erfahren wir zumindest bis hierher nicht viel über die Gesellschaft. Es scheint aber eine sehr interessante zu sein. Auch das Schiff ist sehr interessant, aber leider habe ich immernoch keine Ahnung, wie Adam das Ruder noch rumreißen kann. Ich bin ja der Meinung, dass Bartho eine Lösung im Modell des Tausendjährigen gefunden hat. Aber das Schiff hat nichts weiter gebracht, als die Erkenntnis, dass die Waffen nicht mehr existieren und Adam und Evelyn auf die Erde zu bringen.


    Ich finde es auch schade, dass der Muriah so bald stirbt und wir nicht mehr über ihn und sein Volk erfahren. Andererseits fände ich etwas deus-ex-machina-artig, wenn der Muriah die Lösung für das Problem der Menschen und Maschinen hervorgezaubert hätte. Da müssen sie schon selbst drauf kommen.


    Das Modell von Toussaint fand ich noch faszinierender als zuvor. Bartho scheint davon echt beeindruckt zu sein und scheinbar verbirgt sich in diesem Modell tatsächlich die Lösung, die alle suchen. Nur zu dumm, dass Urania die Tausender alle hat wegschaffen und zu Mindtalkern umwandeln lassen.


    Ich bin mir nicht sicher, ob Adam auf dem richtigen Weg ist. Seine Entscheidungen und sein Handeln, als er sich mit dem Muriah unterhielt und später mit dem Schiff, fand ich nachvollziehbar. Aber seitdem er Evelyn wiedergefunden hat, scheint es mir, als ob abgelenkt wäre und nicht mehr so kreativ ist, sondern nur noch an die Erde denkt und wie er mit Evelyn zurückkehren kann. Doch was dann? Ohne Waffen kann er nicht kämpfen - also was dann?



    So wie sie sich verhält ist das doch kein Wunder. Bartho hat eindeutig die besseren Argumente und Urania ist unlogisch. Sie sieht allerdings den Balken vor dem eigenen Auge nicht.


    Das Gespräch im operativen Zentrum fand ich toll. Zu sehen, wie die Maschinen sich streiten, zweifeln, unlogisch handeln - sie sind wie Menschen geworden. Ist das die nächste Evolutionsstufe?


    Die Zahlen in Klammern sind mir auch aufgefallen und ich hatte mir überlegt, dass das die Anzahl der Zuhörer sind, die auf den Sprecher hören. Dass Uranias Fans rapide weniger wurden, war nicht zu übersehen. Aber Barthos Unterstützung blieb konstant bei 1. Wer war das? Salomon vielleicht, der jetzt im OZ für Bartho und Urania einspringen muss? Und wohin sind die beiden verschwunden?


    Zu dumm, dass es schon wieder so spät ist und ich morgen halb 5 raus muss, sonst würde ich gleich noch den letzten Abschnitt lesen um zu erfahren, wie alles ausgeht.


    VG
    Myriel

    Ja, das ist schon raffiniert gemacht von den Maschinen, eine scheinbar freie Wahl zum Mindtalker und in Wirklichkeit alles von langer Hand geplant. Vielleicht hätte sich Adam lieber die Erforschung von Regenwürmern wünschen sollen ;D


    Oder eine Riesen-Ameisenfarm, wo er die Tierchen bei Tag und Nacht beobachten kann :elch:


    In diesem Zusammenhang steht Adams immer wiederholte Frage, ob er wichtig sei, in einem ganz anderen Licht da.


    Stimmt. Vorher kam es mir einfach nervig vor, sogar kindisch. Aber es ist das Einzige, was Adams sterbliches Leben davor bewahrt, in die Bedeutungslosigkeit abzudriften.


    Ich würde sie irgendwie tatsächlich eher noch als "sachlich" ("maschinisch" eben ;D ) bezeichnen... Sie hat ja nichts gegen die Menschen, hält sie nur für ein überholtes Modell.
    So wie wir unser altes Auto gegen ein neues, auf dem neusten technischen Stand befindliches austauschen. Da hat ja auch keiner Mitleid mit dem "Alten" oder hält das für gemein...


    Das Beispiel mit dem Auto ist nicht schlecht, aber meiner Meinung nach hinkt es etwas. Mein Auto lebt nicht, trifft keinen eigenen Entscheidungen, hat keine Wünsche und Träume.



    Ich dachte die ganze Zeit, es wäre dann "normal" ein Mindtalker zu werden, wenn man die Unsterblichkeit nicht erreicht. Aber dafür muß man sich dann noch mal aktiv entscheiden.


    Das ging mir genauso. Vermutlich ist es in dem Sinn "normal", dass die Sterblichen von der Gesellschaft der Unsterblichen irgendwie ausgeschlossen werden. Und wenn man sein Leben nicht einsam verbringen will und quasi nur auf den Tod wartet, dann ist wohl der einzige Weg, seinem Leben einen Sinn zu verleihen Mindtalker zu werden. Deswegen entscheiden sich wohl die Sterblichen (soweit wir wissen) alle für den Mindtalker-Job.



    Und ich denke, daß die Mindtalker auf jeden Fall vorher ausgesucht werden. Alles andere wäre ja auch dumm, also, da nicht die passenden Nenschen auszuwählen !?
    Bei Adam war es doch wohl der Wunsch zu den Sternen zu reisen !?!?
    Und Rebecca ? Wurde sie schlicht als seine Gefährtin dann auch "rekrutiert" ?


    Das klingt logisch. Wenn die Maschinen Mindtalker brauchen und Adam den Wunsch hat zu den Sternen zu reisen, warum sollten die Maschinen ihm diesen Wunsch verwehren, wenn er gleichzeitig ihren eigenen Interessen dient. Und vermutlich hilft es bei der Arbeit mit den Mindtalkern, wenn die Maschinen sie so glücklich und zufrieden halten - notfalls, indem die große Liebe auch sterblich bleibt.

    Ganz wie im wahren Leben - das tun ja viele Menschen auch mit ihrer begrenzten Lebenszeit hier bei uns.
    "Carpe Diem" ist aber auch nicht wirklich einfach :-[


    Man könnte aber jeden Tag ein bißchen was lernen... so nach und nach jede Menge Instrumente zB. Also, auch Dinge, für die in einem einzigen kurzen Leben oft tatsächlich die Zeit fehlt.



    Das finde ich sehr wichtig. Man sollte nie aufhören zu lernen, nie!



    Das ist ja gerade das Problem. Als Datenpaket kann sie alles in Micro oder Nanosekunden lernen.


    Ich finde es auch wichtig, dass man nie aufhört zu lernen. Und wenn man alle Zeit der Welt hat, dann kann man es auch auf die althergebrachte Art machen. Das fände ich persönlich befriedigender und hätte nicht das Gefühl zu schummeln.


    Außerdem habe ich bisher im Roman noch keinen Hinweis darauf gefunden, dass man Fähigkeiten per "Upload" erlernen kann. :-\

    Hallo zusammen,


    wow, jetzt geht es ja ganz schön hoch her. Doch zur Einstimmung gab es einen Rückblick auf die Tage vor und nach Adams gescheiterter Behandlung. Das Detail mit der Uhr und den roten Flecken ist mir auch aufgefallen.


    Dass die Uhr für den Omegafaktor verantwortlich sein könnte, daran habe ich gar nicht gedacht - das würde bedeuten, jeder der ausgewählten Mindtalker müsste so eine Uhr bekommen haben. Davon war aber bisher nicht die Rede, oder? Diese roten Flecken haben bestimmt auch was damit zu tun, woher kommen sie? Falls die Maschinen die Menschen absichtlich um ihre Unsterblichkeit betrügen, könnte dann bei der letzten Untersuchung irgendwas gedreht worden sein, was zu dem Ausschlag und dann zum angeblichen Fehlschlag der Behandlung führt?


    Dass Adams Vater etwas mit der vermutlichen Präparation der Uhr zu tun haben soll, kann ich mir nicht vorstellen. Für ihn und Adams Mutter was das ja ein totaler Schock, als die Behandlung bei Adam nicht anschlug. Aber das ihm das untergeschoben wurde, kann ich mir lebhaft vorstellen.



    Was mich allerdings nach wie vor interessiert ist, warum Evelyn an Adams 22. Geburtstag bei ihm war. Woher wusste sie, was mit ihm geschieht? Habe ich da etwas überlesen?


    Nein, überlesen hast Du da glaube nichts oder wenn, dann habe ich es auch überlesen. Aber wenn ich der Theorie folge, dass die Maschinen schon im Vorfeld Adam auserkoren haben, vielleicht wusste Evelyn als Mitglied von Morgenrot über die Lauscher davon, was geschehen würde und wollte sich Adam schon mal ansehen?



    Schön, dass Evelyn Probleme hat jemanden zu erschießen. Das zeigt schon eine deutliche Verbesserung des Denkens der Menschen - oder nur ihres? Sind Bartho und Evelyn die Ausnahmen in ihrer jeweiligen Zivilisation?


    So verallgemeinern würde ich Evelyns Zögern nicht. Wie viele Menschen hätten denn heute Probleme jemanden zu erschießen, selbst wenn es in Notwehr wäre? Ich sehe Evelyn da nicht als Ausnahme in ihrer Zivilisation, sondern (hoffentlich) als Normalfall - sowohl in der Roman-Zukunft als auch heute und hier.


    Bartho sehe ich da schon viel eher als Ausnahme unter den Maschinenintelligenzen. Er hat Bedenken, was die Auslöschung der Menschheit angeht und gegenüber Urania verargumentiert er das auch logisch. Hoffentlich kann er seiner Stimme im OZ damit genügend Gewicht verleihen, damit die Maschinen die Menschheit nicht auslöschen. Dass sie dazu in der Lage ist, hat Evelyn sehr richtig erkannt.



    Bartho ist die Maschinenintelligenz, der ich noch am ehesten traue. Urania, dieses arrogante Stück Technik, ist ganz schön überheblich: vor 6000 Jahren gab es schon mal eine Spezies, die sich für die Krone der Schöpfung hielt. Hochmut kommt vor dem Fall, meine Gute!


    Dieser Spruch von Urania ist mir auch stark aufgefallen und er hat einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Obwohl die Maschinen behaupten, ihre Emotionen wären nicht echt und nur Nachahmungen, so zeigt Urania hier eine sehr gute Vorstellung von Arroganz - Arroganz, die genauso das Ende der Maschinen bedeuten könnte wie sie vorher das (beinah)Ende der Menschheit eingeläutet hat.



    Ich würde mir wünschen, dass sich Bartho und Evelyn bei Toussaint mal zusammensetzen und unbemerkt vom Cluster in Ruhe miteinander reden könnten. Die beiden haben einiges gemeinsam und ich könnte mir vorstellen, dass sie gemeinsam eine Lösung für die Situation finden könnten.


    Als Leser würde ich mir das auch wünschen, da mir die beiden Personen am sympathischsten sind (auch wenn sie unbequeme Wesenszüge und Verhaltensweisen haben), aber ich sehe momentan nicht, wie sie das im Fortlauf der Handlung schaffen sollten. :-\



    Boah, das war ja ganz schön frech von Evelyn, ins Grüne Land zu fliegen und sich Adam zu schnappen. Ich hoffe nur, ihnen gelingt die Flucht und Evelyn zerstört jetzt nicht sein Bewusstsein. Ich finde ihr Verhalten Adam gegenüber teilweise sehr rücksichtslos, ihr geht es hauptsächlich um die Erinnerung und nicht um den sterblichen Menschen. O.k., so gut kennt sie ihn nicht, aber trotzdem.


    Evelyns Plan ist wirklich frech, aber dadurch dass er so frech ist, haben die Maschinen nicht damit gerechnet - es war unlogisch und damit eben logisch. Hoffentlich bleibt Evelyn das Glück treu und hoffentlich erinnert sie sich daran, dass Adam ein Mensch ist, jetzt, wo er wieder in seinem Körper steckt. Leider macht es mir wenig Hoffnung, dass sie trotz der Warnung der Maschinen alle Neurostimulatoren gleichzeitig aktiviert. Adams Schrei lässt da wenig Gutes verheißen. :o


    VG
    Myriel

    Ich fürchte, es würden die Fetzen fliegen, wenn man die beiden Damen zusammenbrächte. ;D


    Beste Grüße
    Andreas


    Aber es wäre bestimmt sehr amüsant für die Zuschauer >:D


    Das hat mich auch stutzig gemacht, was Bartho zu Urania über Rebecca sagte. Sie war "besser vorbereitet" als Adam und andere (inwiefern und für was?) , aber es war eine vertane Chance wegen eigenmächtigen Handelns? Wer hat eigenmächtig gehandelt. Rebecca selbst? Hatte sie irgendeinen Verdacht? Hier bin ich gespannt. Ich hoffe, Adam und Rebecca bekommen noch einmal eine Chance zu reden und dann ohne Einflussnahme der Maschinen.


    Ich vermute, dass Urania Rebecca benutzen wollte, um den Feind zu infiltrieren. Vielleicht hat sie Rebeccas Faktotum, dass vom Feind angegriffen und beinah "aufgefressen" wurde, einen Virus eingepflanzt und wollte so den Feind von innen vernichten? Und dadurch, dass Adam die KI vor Ort außer Kraft gesetzt und eigenmächtig Rebecca gerettet hat, hat er den Plan vereitelt.


    Das liest sich wirklich alles plausibel.


    Ja, das klingt wirklich stimmig.


    Bzw ist das eben wieder die Frage: "Wieviel Wert ist ein Menschenleben wenn es ums Große Ganze geht". "Wann /wofür ist es "richtig" oder "on Ordnung" ein menschenleben zu opfern"


    Ich glaube auch, dass man als junger Mensch eher in den Tag hineinlebt und Risiken eingeht als als älterer Mensch. Wie Andreas aus meiner Sicht richtig anmerkt, weiß man als junger Mensch zwar theoretisch, dass man sterblich ist, aber das ist nur graue Theorie. Erst je mehr man erlebt hat, desto mehr hat man zu verlieren.


    Die Frage, die sich hier stellt, ist aber nicht, wie man sein Leben selbst bewertet, sondern wie es andere tun. Wenn ich die Wahl hätte, ob ich ein Kind oder einen alten Menschen opfern sollte, wie würde ich mich dann entscheiden? Und so zynisch es auch erscheinen mag, würde man mir die Pistole auf die Brust setzen und mich zu einer Entscheidung zwingen, so würde ich eher den Alten opfern als das Kind, denn das Kind hat sein Leben noch vor sich, während der Alte den Großteil schon gelebt und erlebt hat. So ähnlich könnten die Maschinen denken - ein Unsterblicher hat noch die Ewigkeit vor sich, egal wie alt er sein mag. Aber ein Sterblicher nähert sich mit jedem Tag seinem (natürlichen) Tod ein Stück weiter und je älter er wird, umso weniger bleibt übrig. Warum sollten die Maschinen dann also einen Unsterblichen opfern?


    Das "operative Zentrum" ist eine Art gemeinsames Oberkommando, eine Institution innerhalb des Clusters, die wichtige Entscheidungen treffen und durchsetzen kann.


    Beste Grüße
    Andreas


    Also hat der Cluster die Entscheidungsbefugnis jetzt in die Hände des Oberkommandos gelegt? Das riecht aber richtig schlimm nach Krieg - nicht nur gegen den Supervisor, sondern die Vorbereitung auf die Ankunft der Feinde aus dem All steht da bestimmt auch hoch im Kurs. Aber helfen da wirklich die ganzen Waffen und Kampfschiffe, die der Cluster produziert? Wenn ich an den Angriff auf Adam und Rebecca zurückdenke, so scheint die Nanotechnologie des Feindes den normalen Waffen überlegen zu sein.

    Hallo zusammen,



    Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es Parallelen zwischen den Maschinenintelligenzen und den Menschen gibt. Bartho ist mir irgendwie sympathisch. Er scheint aber einen logischen Zwang zu sehen, den Weg des Krieges zu gehen. So wie es Evelyn scheinbar sieht. Beide wollen das eigentlich nicht.


    In diesem Abschnitt haben sich meine Sympathien wieder mal ein Stück verschoben: Während ich Evelyn für ihr beherztes Handeln angesichts der sie verfolgenden Avatare bewundere, so finde ich ihr Verhalten Adams Kopf gegenüber unangemessen, ja sogar kaltherzig. Sie hat es nur auf die Informationen abgesehen, die Adam gesammelt hat, und der Mensch Adam spielt dabei keine Rolle. Auf der anderen Seite haben wir Bartho. Er nimmt seine Rolle als Stratege wahr, aber wie ein Mensch auch so ist er doch zwiegespalten, denn er hat eine Bindung zu Adam aufgebaut und ich glaube, dass er auch die Menschheit als Ganzes schätzt, selbst wenn er das Verhalten einzelner Individuen nicht verstehen kann. Während Bartho also menschliche Züge aufweist, so zeigt Evelyn Verhaltensmuster der Maschinen. Wo verläuft da eigentlich noch die Trennlinie zwischen beiden?



    Den Supervisor wusste ich zuerst nicht so recht einzuschätzen, ich war etwas misstrauisch, ob er womöglich mit den Maschinen unter einer Decke steckt, auch wenn es unlogisch wäre, wenn man bedenkt, aus was er besteht. Aber scheinbar geht er Evelyns Klage nach bzw. würde er gerne, falls er nicht demnächst vom Cluster isoliert wird.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, beruht die Macht des Supervisors über die Maschinen doch einzig und allein auf deren Angst vor dem, was der Supervisor möglicherweise in ihren Programmen versteckt hat - oder auch nicht. Ist alles nur ein einziger großer Bluff? Ich fürchte, das werden wir bald herausfinden, denn die Maschinen haben beschlossen zu handeln. In dem Zusammenhang verstehe ich aber nicht so ganz, was dieses "operative Zentrum" ist. Ist das das Kollektivbewusstsein des ganzen Clusters? Aber wie kann ein Avatar bzw. die Versammlung aller Avatare dann das operative Zentrum mit etwas beauftragen? Oder ist das operative Zentrum ein bestimmter funktionaler Teilbereich des Clusters, so wie Bartho der Stratege ist?


    Auch unklar ist mir, was Bartho mit seinem Ausspruch meint "Verstehst du den nicht, wer der Feind dort draußen ist? Sollten wir nicht etwas daraus lernen?" - Das klingt für mich so, als wüssten die Maschinen genau, wer der Feind ist, und als ob es nicht das erste Zusammentreffen wäre. Welche Geschichte steckt hier dahinter?



    Was war denn das für ein Wesen, das ihn in der Station angegriffen hat? Und wohin sind die Faktoten plötzlich verschwunden? Wurden sie tatsächlich von Maschinen zurückgeholt? Das würde dann eine weitere Lüge ihrerseits bedeuten, dass sie bisher keine Aktuatoren gefunden hätten. Was zum Geier verheimlicht der Cluster bloß und welches Ziel verfolgt er tatsächlich? Anscheinend wissen sie selber nicht, wer sie angreift, aber ist das auch wirklich so oder haben sie doch eine Ahnung? Weil sie etwas bestimmtes fürchten müssen? Warum sind sie denn sonst so überzeugt davon, dass das Schiff ihren Untergang will?


    War das vielleicht der gleiche Feind, der schon andernorts aufgetaucht ist? Adam sieht von den Fenster der Raumstation aus ein Schiff - gehört es zu dem anderen Schiff, dass sich durch die Milchstraße auf die Erde zubewegt? Das Assimilieren, das der Prinzipal beschreibt, klingt so ähnlich wie das, was Rebeccas Faktotum passiert ist. Doch wer oder was ist der Prinzipal, dieses Kristallwesen? Ist es eine Verkörperung eines Muriah? Aber es ist so anders als der eingefrorene Gigant. Oder verhält es sich hier so wie bei den Mindtalkern mit ihren menschlichen Körpern und den Faktoten, die ihren Geist beherbergen können?



    Ich fand die Beschreibungen von Dubai faszinierend. Das nur noch die Hochhäuser überlebten. Der Blick von dort oben auf das umgebende Meer muss unglaublich sein.
    Was mich nur wundert ist, dass sich so eine Flut ja nicht urplötzlich einstellt, sondern ein sich entwickelnder Prozess ist. Warum,hat man nicht mehr gerettet? Weil auf Grund der dezimierten Bevölkerung nicht mehr Städte und Land von Nöten waren?
    gibt es, noch Städte unter dem Meeresspiegel. Wie unter einer Glasglocke? Würde sich wohl nicht rentieren für die wenigen Menschen, außer sie suchen einen Platz um sich zu verstecken.


    Diese Beschreibung vergangener Orte finde ich auch faszinierend. Sie werden zwar etwas verfremdet, die Ortsnamen haben sich verändert, aber man erkennt genau, worauf Bezug genommen wird. Auch wenn ich selbst noch nicht an diesen Orten war, so kann ich mir doch anhand der bekannten Fernsehbilder und der eigenen Fantasie trotzdem sehr gut ausmalen, wie es dort im Roman aussieht.


    Ich vermute mal, dass damals, als die Flut eingesetzt hat, der Krieg zwischen den Maschinen und Menschen für andere Prioritäten gesorgt hat, als das Bewahren von überfluteten Gebieten. Das haben die Maschinen bestimmt erst im Nachhinein getan, als die Konvention in Kraft war. Und da war es dann nicht mehr notwendig, alles zu bewahren, sondern nur "ausgewählte Schmuckstücke".



    Die Idee, dass sich eines Tages die Erde in ein Raumschiff verwandelt hat, hat irgendwie etwas. Allerdings würde die Gravitationsverschiebungen einiges durcheinander bringen und was ist dann mit unserem Mond? Kommt er mit? ;D


    Klar, der Mond kommt wie ein treues Hündchen mit. :elch:


    VG
    Myriel


    Sehr schön ja der Satz "Die Konvention hat ihre Bedeutung verloren".
    So in dem Sinne "Wenn Du das Spiel gewinnen willst, ändere die Regeln" oder wie !?
    Nett vor allem, wenn es dabei um Menschenleben geht.


    Der Satz hat mir auch eine Gänsehaut beschert, denn genau wie Du schreibst, läuft es wohl darauf hinaus, dass hier jemand schummelt, um zu gewinnen. Allerdings bleibe ich skeptisch - wer hat zuerst angefangen zu schummeln? Es fällt mir immer noch schwer die Maschinen als die Bösen zu sehen. Mir fehlt noch das Verständnis für die Motivation für das, was sie tun.



    Das habe ich mich auch gefragt. Wer oder was ist dieser Supervisor? Ich hatte beim Lesen auch so das Gefühl, dass es ihn gar nicht wirklich gibt und das nur ein Begriff ist, um alle ruhig zu stellen. Ob ihn überhaupt schon jemand wirklich zu Gesicht bekommen hat oder alle Anliegen nur "abgegeben" werden? Nur wer sollte so eine "Kunstfigur" dann erfinden? Wenn sie nur für die Menschen erschaffen wurde, dann von den Maschinen, klar. Wenn aber die Maschinen genauso davon ausgehen, dass es diesen Supervisor gibt, dann käme er von einer dritten Partei, die Menschen UND Maschinen täuscht. Vielleicht bin ich auch einfach zu misstrauisch, aber wenn ich mit dem Gefühl nicht alleine stehe ...


    Das ist auch ein interessanter Gedanke, dass es den Supervisor gar nicht gibt. Doch wer könnte dann die dritte Partei sein, die ihn erfunden hat? Die ominösen Angreifer kommen mir in den Sinn, aber dann müssten sie schon seit Jahrtausenden in die Machenschaften auf der Erde verstrickt sein und warum sollten sie dann jetzt vom Beobachter / Lenker im Hintergrund zu einer aggressiven Einflussnahme wechseln? Als nächstes kommen mir die Muriah in den Sinn - vielleicht sind sie gar nicht verschwunden, sondern immer noch da und sie wachen heimlich über die Menschheit? Das scheint mir schon eher denkbar.



    Aber würde ich als Unsterblicher auf der Erde vor mich hinwurschteln und irgendwer würde von Krieg munkeln, aber nie nichts genaues wissen, dann würde ich mich schon fragen, ob das wirklich was dran ist.


    Da sprichst Du was Wahres an - wie kann man an etwas glauben, das so weit weg passiert und von dem man nur etwas vom Hörensagen mitbekommt? Und vor allem wenn man das Ganze nur von einer Seite erzählt bekommt ohne die Möglichkeit einer kritischen, vielseitigen Berichterstattung. Da stehen die Zweifel und der Unglauben sofort parat.

    Hallo zusammen,


    ich muss sagen, dass ich diesen Abschnitt bisher am interessantesten fand. Auch wenn ich das Gefühl habe, nicht wirklich schlauer zu sein, so habe ich doch einen weiteren Schritt zur Erkenntnis gemacht (die hoffentlich am Ende des Buches lauert ;D ). Zum einen lag es daran, dass Adam endlich ein paar zusammenhängendere Gedanken hat und man mehr über die Zivilisation der Krisali erfährt. Und zum anderen war ich froh darüber, dass wir endlich mal einen andere Erzählperspektive haben und mal eine kleine Erholungspause von Adam bekommen.



    Die Maschinen lügen also doch! Sehr wohl wandeln sie unsterbliche Menschen zu Mindtalkern um! Mir kamen zwar ebenfalls wie Evelyn bei ihrem Gespräch mit Bartho Zweifel, aber ich habe mich gewundert, warum sie unbedingt mit ihm zu Crombies Hütte musste, um ihr so wenig eigentlich zu sagen. Ich meine, wirklich viel hat er ja nicht preisgegeben. Aber wahrscheinlich war das alles nur ein Ablenkungsmanöver, um an Newton zu kommen. Wurde Newton konkret ausgewählt wegen seiner Talente?


    In dem Moment, als Evelyn mit Bartho an Crombies alter Hütte stand, habe ich Bartho geglaubt, was er gesagt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass man als Unsterblicher, der auf einer Welt gefangen ist, auf der es keinen Fortschritt gibt, irgendwann vor Langeweile durchdreht. Wenn das Wissen begrenzt ist, dass man erlangen kann, dann hat man es irgendwann alles aufgenommen - und dann? Dann zählt man vermutlich Sandkörner am Strand.




    Bartho erwähnt gegenüber Newton, dass sie in einer Notfallsituation wären und die Konventionen nicht mehr gelten würden – weiß das auch der Supervisor?


    Wer oder was ist der Supervisor eigentlich? Ist es ein Unsterblicher? Oder eine Maschinenintelligenz, die vom Cluster unabhängig ist? Und wie sollte er Macht über den Cluster haben? Wenn ich meinem Misstrauen nachgeben würde, dann würde ich meinen, dass der Supervisor nur eine künstliche Instanz ist, die geschaffen wurde, um die Menschen ruhig zu halten. So wie der Auserwählte in Matrix, der ja doch nur die Aufgabe hatte, die Hoffnung der Menschen eine zeitlang zu kanalisieren und dann abzutreten.




    Warum rücken die Maschinen nicht mit der Sprache raus, um was für ein Gefahr es sich denn tatsächlich handelt? Ich würde in so einem Fall auch immer misstrauischer werden und ihrem Gerede immer weniger Glauben schenken. Ich hätte meine Zweifel, ob es diese Gefahr überhaupt gibt und würde mich fragen, warum die Menschen davon nichts wissen dürfen.



    Ich frage mich, ob es überhaupt einen Angreifer von außen gibt, oder ob wir da nicht auch auf die Maschinen stoßen.


    Aber warum sollten die Maschinen die für sie so kostbaren Aktuatoren gefährden, nach denen sie seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden suchen? Das ergibt für mich keinen Sinn.



    Irgendwie eine typische Aussage in einer Leserunde mit Andreas :totlach:


    Eigentlich ist alles klar, aber irgendwie kann das ja an diesem Punkt des Buches noch gar nicht sein :spinnen:


    Für mich ist überhaupt nicht klar, dass die Maschinen die Bösen sind. Bartho gibt Evelyn gegenüber zu, dass etwas im Argen liegt, aber dass die Maschinen die Menschen schützen würden - und sich selbst. Ich sehe es so, dass die Maschinen das Opfer der Mindtalker als notwendig sehen, um die übrigen Menschen zu schützen. In ihrer kalten Logik wiegt das Leben einiger Menschenleben deutlich weniger als das Überleben der Menschheit insgesamt, vor allem wenn die Existenz der Maschinen selbst auch noch in die Waagschale geworfen wird.




    Es ist so traurig, ich sehe diese Bewohner des Mondes vor mir und sie bitten um Frieden, nicht wissend, dass daran auf der gegnerischen Seite kein Interesse herrscht. obwohl die Handlung Adams, zu springen und nicht zu verhandeln vermutlich richtig ist, fühlt sie sich falsch an.


    Ja, bei der Entscheidung Adams hatte ich auch so meine Probleme. Ich stelle nicht in Frage, dass es aus seiner Sicht die richtige war und vermutlich würde ich mich genauso entscheiden, aber das ändert nichts daran, dass ich mit den Krisali Mitleid habe und mir für sie wünschen würde, dass Adam geblieben wäre und eine Aussicht auf Erfolg hätte haben können.


    VG
    Myriel

    An diese Option habe ich noch gar nicht gedacht, aber war Rebecca bei diesem Gespräch nicht in ihrer wahren Gestalt mit grauen Haaren zu sehen?


    Ich habe es auch so in Erinnerung, dass Rebecca in ihrer wahren Gestalt anwesend war, unterstützt durch so einen Mobilisator, aber immer noch sie selbst. Das heißt aber noch lange nicht, dass Bartho sie nicht irgendwie um den Finger gewickelt oder anderweitig beeinflusst und auf seine Seite gezogen hat.


    Ja, ich habe auch an sowas gedacht: wer zu viel fragt, kriegt erst mal einen gefährlichen Job, vielleicht erledigt sich das Problem dann von alleine :o


    Das klingt aus Maschinensicht bestimmt logisch - der Mindtalker kann dem Cluster noch einen letzten Dienst erweisen und dann ist er weg. Aber das kollidiert ja mit der Knappheit an Mindtalkern, mit denen die Maschinen zu kämpfen haben.


    Sehr interessant fand ich den angeblichen Muriah. Warum hing er da und was hat ihn geweckt? Denn die Restrukturierung ist sicherlich nicht zufällig und dass das überhaupt möglich ist, musste ja vorbereitet gewesen sein. Irgendwas ist im Gange, denn es passiert gerade so vieles gleichzeitig, wie auf Knopfdruck kommt Bewegung auf, überall sind Stimmen, Waffen werden vorbereitet. Was ist der Auslöser? Oder wer ist der Auslöser? Gab es überhaupt einen Auslöser oder besteht schon ewig eine Art Weckfunktion für den jetzigen Zeitppunkt, der automatisch etwas in Gang setzt. Haben sich die Muriah vor ewigen Zeiten "schlafen gelegt" und Weckzeit ist jetzt?


    Stimmt, den hatte ich ja ganz vergessen :o
    Es ist wirklich merkwürdig, dass alles auf einmal zu passieren scheint. Nicht nur das Erwachen des Muriah, sondern auch das Auftauchen der aggressiven Fremden. Gehören die beiden zusammen? Oder sind sie Todfeinde? Oder sollte es wirklich nur ein Zufall sein? ???

    Für Emotionen ist er aber nicht auserüstet, oder !?


    Ich würde schon meinen, dass er für Emotionen ausgerüstet ist. Er kann schließlich auch Lächeln, was schon mehrfach beschrieben wurde, und das klang nicht so, als wäre es eine einstudierte Geste, sondern eine echte Gefühlsregung (über die Gründe bin ich mir aber unklar - Zuneigung oder Hinterlist?).


    Ja, so geht es mir auch.. Aber so wie ich Andreas kenne, sind wir noch nicht mal annähernd der "Wahrheit" auf der Spur, weder wenn wir der einen noch wenn wir der anderen Seite Glauben schenken. :spinnen:


    Da hast du wahrscheinlich recht. Am Ende wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen - oder ganz wo anders. ;D


    Das ist allerdings wahr ;D


    QFT!! :daumen:


    Gute Frage. Die Avatare sind Ausdruck individueller Persönlichkeiten im Innern des Clusters, gewissermaßen einzelner Maschinenintelligenzen. Es gibt durchaus Unterschiede beim Denken und ja, auch Fühlen - der Cluster ist nicht frei von inneren Konflikten.


    Also ist der Cluster so etwas wie die maschinelle Verkörperung von Schizophrenie? Da steckt echt viel Konfliktpotential drin und auch mögliche Intrigen des Clusters gegen sich selbst. Vielleicht will ein Teil des Clusters (mit mehr Wohlwollen den Menschen gegenüber) diesen mehr freie Hand lassen und sie nicht als quasi-Sklaven und Mindtalker-Lieferanten missbrauchen und dieser Teil des Clusters hilft "Morgenrot"? Irgendwie müssen diese Rebellen ja an ihre technische Ausstattung gekommen sein.


    Ein wenig erinnert mich das an Ann Leckies "Ancillary Justice" 8)

    Hallo zusammen,


    nach einem tollen Ausflug an diesem schönen Herbstwochenende habe ich heute Abend den 2. Abschnitt gelesen. Neben vielen neuen Fragen haben sich für mich einige Dinge etwas geklärt.


    Zuerst mal zu Adam: Mit ihm geht es mir wie Rhea:


    Ein wenig geht mir Adam ja auf den Wecker mit seiner kindlich quengelnden Frage, ob er wichtig sei, ob die Mission wichtig sei. Bartholomäus antwortet ihm auch wie einem kleinen Kind. Ja, du bist wichtig. Dabei hat er eine Engelsgeduld.


    Rein objektiv kann ich Adams Verhalten mit seiner Neurodegeneration erklären, aber das hilft mir nicht dabei, Geduld zu bewahren, wenn Adam zum x-ten Mal nachfragt, wie wichtig er für die Maschinen ist. Allerdings sehe ich Barthos Verhalten auch nicht als Engelsgeduld im Guten, sondern als das Entgegenkommen von jemanden, den es nichts kostet und der um seine Überlegenheit weiß. Mir wäre wohler, wenn er nicht immer so ruhig bliebe, sondern mal Emotionen zeigen würde.


    Viel interessanter fand ich die anderen Avatare in der römischen Taverne, vor allem Urania. So ungehalten und offen feindselig sie sich Evelyn gegenüber verhalten hat, das war quasi menschlich. Was mich zu der Frage führt, ob diese Avatare, die ja alle Teil der Maschinenintelligenz sind, doch eine eigene Persönlichkeit haben, oder ob der Cluster sie nur nutzt, um "guter Cop, böser Cop" zu spielen.


    Die Anspielung auf Adam und Eva gefällt mir gut und davon ausgehend, in welchem Kulturkreis der Roman veröffentlicht wurde, so ist es für mich auch gut nachvollziehbar, dass hier die christliche Lehre herangezogen wird und keine andere Kultur / Religion.


    Evelyn selbst ist mir zunehmend sympathischer. Ihr gefasstes Auftreten angesichts der 4 Avatare in der Taverne war schon beeindruckend und auch, wie sie den Maschinen mit der (möglicherweise) zusehenden Öffentlichkeit der anderen Menschen gedroht hat. Dank ihr wissen wir Leser nun auch mehr über die Beziehung zwischen Menschen und Maschinen.



    So, wer sagt nun die Wahrheit: Evelyn oder Bartho? Die Parallelen von Adam und Evelyn und dem biblischen Adam und Eva sind frappierend. Evelyn will Adam die Augen öffnen - wird dann den Menschen ebenfalls die Vertreibung aus dem Paradies und der Verlust der Unsterblichkeit drohen? Und wer nimmt die Rolle der Schlange ein, die Eva verführen will ;D? Oder will Evelyn und ihre Gruppe tatsächlich nur geheime Details entdecken, die sie dann z.B. in einer Revolte gegen die Maschinen verwenden wollen?


    Mir scheint, dass Evelyn und ihre Kameraden von "Morgenrot" schon jede Menge wissen über die Maschinen und ihre Technologien. Wie sonst könnten sie sich so gut vor den Maschinen verbergen? Oder der Infosplint, den sie Adam gibt? Oder der Satellit, den die Gruppe heimlich in der Umlaufbahn stationiert hat? Vielleicht brauchen sie Adam eher als Zeugen gegen die Maschinen oder aber um anhand seiner DNA nachzuweisen, was die Maschinen in Wahrheit treiben. Denn für mich steht fest, dass ich eher Evelyn Glauben schenke als den Maschinen.


    Auch dass es einen "Krieg" zwischen Menschen und Maschinen gegeben haben soll, passt für mich ins Bild, vor allem die von Evelyn geschilderte, eher subtile Vorgehensweise der Maschinen. So können sich die Maschinen immer noch als Retter aufspielen. Allerdings ist es mir unverständlich, wie die Überlebenden sich so in ihr Schicksal ergeben konnten.


    Die Eltern, vor allem den Vater, fand ich auch gruselig, kann sich noch nicht mal an den Namen seines Sohnes erinnern. Ich meine, ich kann verstehen, wenn man zig Jahrhunderte lebt, dass man sich nicht mehr an jedes Detail erinnern kann, aber an den Namen des Sohnes?


    Dieses Verhalten kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. War Adam für seine Eltern wirklich nur eine Art Statussymbol? Man leistet sich ein Kind - der Preis ist das Altern der Mutter? Und wenn dann - Gott bewahre - das Kind nicht unsterblich werden kann, dann fühlt man sich verraten und verbannt es aus seinen Gedanken? Wenn mir Bartho nicht so unsympathisch wäre, dann würde ich mich glatt fragen, ob die Maschinen nicht doch die besseren Menschen sind.


    Ich bin gespannt, zu welchen Erkenntnissen Adam gelangt, wenn ihm dank des Infosplints mehr Erinnerungen verbleiben und er nicht mehr so stark manipuliert wird. Dazu muss er allerdings den "Kampfeinsatz" überstehen. Was da wohl los ist? :lesen:


    VG
    Myriel