Beiträge von Tereza

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    Na ja, so wichtig war Fronis Verlobter jetzt auch nicht. Damals wurde jeder gute Soldat gebraucht. Zur Not hätte es auch andere Heere gegeben.

    Ich glaube zwar auch, dass Jan zu ihr steht - aber sein Beruf ist lebensgefährlich. Was passiert mit Yveta wenn Jan stirbt? Jan will ja wieder zu Christians Söldnertruppe zurückkehren oder will er sich eine neue Truppe suchen? Lorenz würde doch sicher Rache nehmen wollen. Und auch da ist Yveta in Gefahr.


    Wie war das eigentlich damals - gab es Frauen, die ihre Männer an die Front begleitet haben?

    Also im Dreissigjährigen Krieg zogen immer auch Frauen bei den Söldnerheeren mit. Hauptsächlich Trosshuren, aber manche verrichteten auch andere Arbeiten. Dass eine Frau nur zu einem einzigen Söldner gehörte, kam sicher auch vor. Er musste nur den anderen klarmachen, dass sie die Finger von ihr lassen mussten. Brenzlig dürfte es für Yveta erst dann werden, wenn Jan eventuell im Krieg fällt. Aber als Witwe ohne eigenes Vermögen wäre sie auvh sonst nicht sehr gut dagestanden.

    Was ist denn aus dem Kater Kasimir geworden, er war wohl nicht dabei, als Lenka zusammen mit Froni und Marek fortgeht? ich habe mich gewundert, weil Lenka ihn so geliebt hat und ihn doch bestimmt nicht zurückgelassen hätte.

    Kater Kasimir bleibt mit seinem alten Frauchen am Hof von Den Haag. Da ist er auch in Sicherheit. So ein endloses Herumreisen, das ist doch nichts für Katzen. Das hat auch die kleine Lenka eingesehen.:)

    Die Rückreise von Prag nach Den Haag ist für alle Beteiligten wirklich gefährlich und mühsam.

    Ich habe mich ein wenig darüber gewundert, dass Marek sich dann doch recht schnell für diese Reise entschieden hat. Lenka war eher ein Vorwand, ich vermute, dass er eher seinen Bruder im Auge behalten wollte und seine Übersetzungen der Schriften von Hus unter die Leute bringen. Aber mit seinen Übersetzungen hat er eigentlich alle in dieser Reisegruppe in Gefahr gebracht. Nachdem sie immer wieder durch katholisches Land reisen, könnte eine Kontrolle oder ein Überfall verheerende Folgen für alle haben.

    Ja, das stimmt. Aber die Schriften sind ihm sehr wichtig. Er war in ein protestantisches Land unterwegs, da wollte er sie mitnehmen.

    Tereza : gibt es ein Vorbild für Marek? Seine Gedanken sind ja in gewissem Sinne seiner Zeit voraus. Soweit ich nachgelesen habe, hat sich die Brüderschaft bald wieder aufgelöst.


    Aber hätte er nicht eher die Kontrolle über die Aktivitäten seiner Tochter gehabt, wenn er ihr Asyl gegeben hätte? So muss er sie immer irgendwie im Auge behalten.

    Also zur ersten Frage: Jan Comenius war seiner Zeit in vieler Hinsicht voraus. Und Marek ist einer seiner Schüler.


    Was Elizabeth betrifft: wenn der König sie aufgenommen hätte, so hätte man dies als eine Provokation der Habsburger sehen können. Das wollte er nicht. Außerdem hätten die englischen radikalen Protestanten, die ihn als Stuart kritisch sahen, besseren Zugang zu ihrer Gallionsfigur gehabt. Elizabeth selbst zeigte nie Ambitionen, den englischen Thron zu besteigen. Aber sie wäre nicht die Erste gewesen, die einfach von Anderen "draufgesetzt" wurde.;)

    Allerdings scheint auch der englische König nicht darauf erpicht zu sein, seine Tochter öffentlich zu unterstützen, denn sonst wären sie ja in England.

    Stimmt! Das wundert mich ein wenig! Warum hat Elizabeths Vater, König Jakob VI von Schottland sie nicht aufgenommen? Befürchtete er Konkurrenz?

    Er wollte verhindern, dass der religiöse Konflikt weiter eskaliert. Elizabeth hatte gegen geltendes Recht verstoßen, indem sie einen rechtmäßigen König hatte entmachten wollen. Vor einer offenen Unterstützung seiner Tochter schreckte er also zurück.

    Dazu kam, dass Jakob als Nachfahre Maria Stuarts durchaus Sympathien für die katholische Seite hatte. In dem Punkt war seine Tochter anders und sie galt eine Weile als Favoritin der englischen Puritaner, also der radikalen Protestanten. Daher wäre sie eventuell eine echte Gefahr für ihn gewesen und er wollte sie lieber im Ausland lassen.

    Tereza :

    Ist dieser Spionageauftrag von Friedrich eigentlich rein fiktiv, oder gab es etwas in dieser Art damals tatsächlich?

    Eigentlich ist der Versuch, die Bevölkerung von Prag zum Widerstand zu ermutigen, ziemlich logisch und wäre - etwas besser geplant - wahrscheinlich auch erfolgreich.

    :blume:

    Da wurden von vornherein Fehler gemacht. Man wollte nicht die Bevölkerung bewaffnen, sondern holte sich Söldner, die man dann nicht oder unregelmäßig bezahlte, sobald das Geld knapp wurde. In Böhmen gab es damals durchaus Leute, die aus Überzeugung für ihre Glaubensfreiheit gekämpft hätten - also ohne Sold. Aber die Kriegsführung begann damals aufgrund technischer Fortschritte zunehmend zu einer Art Handwerk zu werden, das man erst erlernen musste. Einfach ein Hackebeil in die Hand nehmen und drauflosschlagen nützte nicht mehr so viel, wie noch im Mittelalter. Gegen Musketen und Kanonen reichte es jedenfalls nicht.

    Den protestantischen Fürsten widerstrebte es, den radikalen Splittergruppen, die mehr oder weniger direkt von den Hussiten abstammten, wirklich gute Waffen zu überlassen. Das hätte die zu einer potentiellen Gefahr machen können, weil es in diesen Gruppierungen ja doch sehr radikale "urchristliche" Vorstellungen gab. Sie standen allen weltlichen Hierarchien kritisch gegenüber, weil vor Gott alle Menschen gleich hätten sein sollen.


    Also ja, es wäre eine gute Idee gewesen, die Tschechen zum Widerstand zu animieren. Aber die Idee wurde nicht umgesetzt, Fronis Reise isr rein fiktiv.

    Interessant finde ich übrigens auch das "Friedensangebot", dass der älteste Sohn am Hof des Habsburgers katholisch erzogen werden soll und nur dann die Pfalz als Kurfürst übernehmen kann. Ferdinand hatte doch sicher genügend Anwärter auf diesen Posten - solche die bereits katholisch waren.

    War es vielleicht um Friedrich bloßzustellen? Hätte er es angenommen, wäre er unglaubwürdig in seinem Kampf für den protestantischen Glauben geworden.

    Die protestantische Seite schien zu diesem Zeitpunkt sowieso geschlagen. Da gab es für Frieidrich nicht mehr viel zu retten. Aber Kaiser Ferdinand wollte die dynastische Erbfolge respektieren, anstatt den rechtmäßigen Kurfürsten völlig zu entmachten. Daher das Friedensangebot.

    Sein Vater hatte angeblich ein "Alkoholproblem" - was damals bei Männern aber noch als recht normal empfunden wurde. Er hatte einfach nicht so eine schwere Aufgabe im Leben zu bewältigen wie Friedrich. Der Junge bekam schon eine gründliche Ausbildung. Die Ratgeber waren schon da, als noch recht jung war, und kümmerten sich um ihn. Aber er brachte nicht die nötigen Talente mit, denke ich.

    es ist ja schon bemerkenswert, wenn in zeitgenössischen berichten von Alkoholproblemen die rede ist.

    Es wird meistens nicht als Problem beschrieben. Der Fürst war halt trinkfreudig. Man kann sich vorstellen, wie das eventuell aussah.:totlach:

    Das Königspaar flieht Hals über Kopf (und " vergisst" beinahe den jüngsten Prinzen. Was war denn das eigentlich für eine Mutter???? X( ).

    Ist das eine überlieferte "Anekdote"? Hatte ich mich beim Lesen direkt gefragt.

    Ja. Sowas denkt man sich als Autor nicht aus, also jedenfalls nicht, wenn es um eine historisch dokumentierte Person geht.:totlach:


    Elizabeth war eine sehr "gebärfreudige" Frau, in dem Sinne, dass sie oft schwanger wurde und meistens auch sehr schnelle, unkomplizierte Geburten hatte. Darum haben sicher viele Frauen der damaligen Zeit sie beneidet.

    Andererseits zeigte sie bemerkenswert wenig Interesse an ihren Kindern. Selbst zu einer Zeit, da es für adelige Damen normal war, ihren Nachwuchs Ammen zu überlassen, fiel das auf. Eine ihrer Töchter hat sich sogar darüber beschwert, dass der Mutter ihre Äffchen und Schoßhunde wichtiger waren als die eigenen Kinder.

    Bevor man Elizabeth verurteilt, sollte man aber bedenken, dass sie in ihrer Posotion wenig Möglichkeiten hatte, zu entscheiden, ob sie überhaupt Mutter sein will oder nicht. Das wurde damals noch nicht so gesehen. Wer heiratete, bekam Kinder und fertig.

    Und das Karl so zugerichtet wird, ist ja eigentlich nicht ihre Schuld.

    Nein, das nicht. Aber dass Karl sich nicht für eine neue Liebe öffnen kann, weil er immer noch auf sie wartet, da hat sie schon ihren Anteil dran. Denn dadurch dass sie ihn gebeten hat, auf ihre Mutter aufzupassen, hat sie ihm gleichzeitig suggeriert, dass sie wiederkommen wird, sobald Elizabeth sie in Prag nicht mehr benötigt.

    Das hätte er wenn dann selbst hineininterpretiert, denn gesagt hat sie nichts dergleichen.:)

    Wenn Elizabeth nicht aus Prag davongejagt worden wäre, wäre Froni so lange bei ihr am Hof geblieben, bis sich ein passender Ehemann gefunden hätte. Wahrscheinlich einer der protestantischen Adeligen aus Friedrichs Umfeld. Karl wäre wahrscheinlich zu unbedeutend gewesen. Er konnte damit rechnen, dass Froni ihn gelegentlich besuchen würde, um ihre Mutter zu sehen. Mehr nicht.

    Wenn ihm nicht bei der Schlacht so übel mitgespielt worden wäre, hätte er früher oder später schon eine andere Frau gefunden, denke ich.

    Auch für mich ist es problematisch, wie Froni ihre persönlichen Anliegen mit den politischen Zielen des Königspaars verknüpft. Ich kann zwar sehr gut verstehen, dass sie einer drohenden Verbindung mit Lorenz entfliehen will und gleichzeitig die Möglichkeit bekommt, Marek wiederzusehen - allerdings kommt mir ihre politische Mission ein wenig merkwürdig vor. Friedrich ist leicht zu manipulieren, das haben auch Elisabeth und seine Berater ausgenutzt, daher geht er ohne große Diskussionen auf Froni`s Vorschlag ein, quasi in seinem Auftrag nach Prag zu reisen. Für sie ist diese Reise Flucht, Abenteuer und Hoffnung auf ein Leben mit Marek.

    Ja, da hast du recht. Für sie ist es in erster Linie die Möglichkeit, vor der arrangierten Ehe zu fliehen und ein Abenteuer zu erleben.

    Das Problem war ja, dass die Herrscher damals ihre Verantwortung quasi "geerbt" haben. Sie wurden nicht nach ihren Fähigkeiten ausgesucht, sondern nach der Abstammung. So erklärte ich mir Friedrichs Hilflosigkeit. Er musste etwas tun, was er eigentlich nicht besonders gut konnte. Da scheint mir die Strategie, auf Ratgeber zu hören, nicht einmal sooo schlecht, nur machten auch die Ratgeber zahlreiche Fehler und am Ende ging alles den Bach runter.

    War sein Vater eigentlich auch schon so unfähig? Hat Friedrich eine Ausbildung im Staatswesen erhalten( von einem anderen Herrscher, nicht von einem Tutor) Und hat Friedrich seine Ratgeber "geerbt" oder selbst ernannt? Er wusste dann ja eigentlich garnicht, was Sache war, oder?

    Sein Vater hatte angeblich ein "Alkoholproblem" - was damals bei Männern aber noch als recht normal empfunden wurde. Er hatte einfach nicht so eine schwere Aufgabe im Leben zu bewältigen wie Friedrich. Der Junge bekam schon eine gründliche Ausbildung. Die Ratgeber waren schon da, als noch recht jung war, und kümmerten sich um ihn. Aber er brachte nicht die nötigen Talente mit, denke ich.

    Das Problem war ja, dass die Herrscher damals ihre Verantwortung quasi "geerbt" haben. Sie wurden nicht nach ihren Fähigkeiten ausgesucht, sondern nach der Abstammung. So erklärte ich mir Friedrichs Hilflosigkeit. Er musste etwas tun, was er eigentlich nicht besonders gut konnte. Da scheint mir die Strategie, auf Ratgeber zu hören, nicht einmal sooo schlecht, nur machten auch die Ratgeber zahlreiche Fehler und am Ende ging alles den Bach runter.

    Ich bin gespannt, was sich zwischen Froni und diesem Marek entwickelt. Noch kann ich nicht so recht greifen, was sie an ihm findet, außer dass er gut aussieht und geheimnisvoll wirkt - aber vielleicht reicht das schon, auf jeden Fall bietet er mehr Potential für Abenteuer, als es der solide Karl getan hatte

    Ich denke Froni geht hier schon sehr nach dem Äusseren. Marek ist jung, sieht gut aus und gefällt ihr eben. Sicherheit und ein ruhiges Leben wollte sie ja nie, sonst hätte sie Karl ja nehmen können.

    Ja, som sehe ich das auch. Karel war schon ein bisschen zu alt und nicht so aufregend. Es hat bei ihr einfach nicht gefunkt.

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