Beiträge von nerolaan

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    Dann will ich auch endlich mal. :)


    Zum Buch:


    Ich gebe zu, dass es mir diesmal schwer fällt eine "herkömmliche" Rezi zu schreiben, denn ich schaffe es diesmal nicht, das auszudrücken, was ich gerne möchte. Aber dennoch möchte ich abschließend ein paar Worte zum Buch sagen.


    "Im Land des Korallenbaums" ist nicht mein erster Roman von Kirsten, aber bis jetzt ist er mir der liebste.
    An diesem Roman hat mich diesmal vor allem die Vielfalt begeistert: Der Roman erzählt vom Auswandern, von familiären Problemen, von dem Wunsch sein Glück zu finden, von Liebe, Sehnsucht, Schmerz, Verlust und einem Land, dass ich mir nur schwer vorstellen kann.


    Die Charaktere fand ich großartig. Vor allem Donna Ofelia und Anna fand ich besonders gelungen. Sie waren so extrem unterschiedlich und dennoch war jede auf ihre Art glaubenswürdig und authentisch.


    Mein heimliches Highlight war jedoch die Sprache. Sie war leise, beinah unauffällig und dennoch gleichzeitig voller Leben. Vor meinem inneren Auge sind richtige Landschaften und Bilder entstanden. Das habe ich nicht oft. :)


    Zur Leserunde:


    Ich habe diesmal unglaublich lang für das Buch gebraucht, was mir sehr leid tut. Ich habe dadurch alles unnötig in die Länge gezogen. Ich verspreche, zur nächsten Leserunde mir keine Bindehautentzündung zu zu legen.
    Dennoch habe ich jede Menge Spaß gehabt, eure Kommentare zu lesen und mitzuverfolgen wie ähnlich oder eben nicht ähnlich ihr bestimmte Situationen wahrgenommen habt.
    Kirsten, dir auch vielen, vielen Dank für deine geduldige Begleitung! Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch aus deiner Feder! :-*

    So, die Leseschnecke vom Dienst ist seit gestern Abend auch fertig :)


    Der letzte Abschnitt war ja richtig spannend.
    Estellas und Marlenas Entführung fand ich schon ziemlich grausam, wobei damit ja irgendwie zu rechnen war. Doch der richtige Schock kam für mich dann, als sich herausstellte, das Gustav bis zu den Knien in der Entführung drin steckt. Ich habe Gustav ja viel zugetraut, aber dann irgendwie doch noch gedacht, dass er die Schwelle, sich so an seiner eigenen Familie zu vergehen, nicht überschreitet.


    Umso schöner fand ich in dem Zusammenhang das sich Anna und Eduard wenigstens wieder annähern und wie echte Geschwister zusammenhalten. :)


    Zum Schluß gab es dann Tränen und Tränen: Gustav stirbt und auch Donna Ofelia (aber der weine ich keine Träne nach) sterben, während Viktoria und Anna endlich ihr Glück finden und nun auch endlich eine Chance haben, ohne große Widerstände dieses Glück zu bewahren. Und dann bekommen Anna und Julius auch noch ein Kind :herz: Schöner hätte das Buch wahrlich nicht enden können.


    Kirsten, auch wenn ich so lange gebraucht habe, hat mir dein Roman unglaublich gut gefallen. Danke für die schöne Reise nach Argentinien :)

    Langsam nähern wir uns ja dem Ende des Romans. Schade, denn auch wenn ich diesmal wirklich eine absolute Schnecke bin, bin ich doch so gerne bei den Figuren. :(


    In diesem Abschnitt gab es wieder viele tolle Dinge - vor allem Kleinigkeiten, die mich begeistern konnten.
    Sei es die Annäherung zwischen Viktoria und Anna, Viktoria und Pedro oder das Leben der Eingeborenen.


    Ich fand vor allem das Leben der Mapuche interessant - man spürt vor allem ihre Not, ihre Wut den Weißen gegenüber, die sie bekämpfen und gleichzeitig war ich erstaunt über die Offenheit mit der viele Viktoria begegnen.


    Deswegen fand ich es immer so niedlich, wenn Viktoria sagte, dass Pedro bei ihr zu Hause sein kann. Da hat sie wirklich viel wieder gut machen können.


    Das fand ich auch so süß :herz: Spätestens da konnte ich Viktoria nicht mehr böse sein.


    Ich hoffe, dass im letzten Abschnitt viele Happy-End warten: Für Anna und Julius und auch für Viktoria und Pedro.


    Über Ofelia bin ich ja auch wirklich nur geschockt. Vor allen Dingen ist man als Frau ja wirklich machtlos, weil mach machen kann, was sie will, man ist automatisch ihr Feind, nur weil man weiblich ist. ::)


    Das stimmt.


    Was mich aber wirklich umgehauen hat, war, mit welcher Kaltblütigkeit sie doch in der Lage ist Viktoria zuzusetzen. Man konnte ja schon während des gesamten Romans ahnen, wie besessen sie von ihrem Sohn ist, aber das dies so ein Ausmaß annehmen wird war mir nicht klar.

    Der Abschnitt ist für mich bis jetzt der dunkelste im Roman und ich muss gestehen, dass ich ihn nicht in einem Rutsch lesen konnte.


    Am meisten geschockt war auch ich von Ofelia. Die Frau braucht ganz dringend einen Psychiater :o Viktorias Affäre mag sicher alles andere als richtig gewesen sein, aber das Ofelia die Schwiegertochter so ans Messer leifert und quält ist einfach unglaublich. Bereits da hatte ich Angst, was man ihr noch zutrauen muss - und wie man am Ende des Abschnitts erfahren hat, ja leider viel. Mit ihrem Sohn kaltblütig den Mord zu vertruschen ist schon ein ganz heftiges Kaliber wie ich finde. Da kann ich zwar den Schutzgedanken dem Sohn gegenüber absolut nachvollziehen, aber den Mord dann eiskalt Pedro unter zu jubeln ist echt unter aller Sau.


    Ich bin daher ähnlich wie ihr, froh, dass Viktorias Flucht gelingt. Und ich bewundere ihren Mut, nach allem was war zu Anna und Julius zu gehen.


    Ich bin mächtig gespannt, was noch kommen wird. :)

    Er wollte aber auf keinen Fall auf sein bequemes Leben und auf das Geld seines Vaters verzichten und da tut man auch schon mal Dinge, die einfach "gemacht werden müssen" . Und da Anna sich bestimmt nicht hätte überreden lassen, dann halt mit Gewalt >:(


    Eben. Und seien wir mal ehrlich - wem hätte man im Ernstfall auch geglaubt?! Ja wohl eher dem Breyvogelsproß. Anna stand wirklich auf verlorenem Posten. Nur zu gut, dass Julius in letzter Minute eingeschritten ist.

    Dieser Abschnitt war ja eine echte Berg- und Talfahrt.


    Ich habe mich so für Anna gefreut, dass sie wirklich erfolgreich ist und es ihr und auch ihrer Familie endlich gut geht.
    Und auch mein Julius ist wieder da und er steht ab nun fest an Annas Seiten *hach* :herz:

    Doch dann kommt die Gelbfieberepedemie und alles wird anders. Und auch wenn ich es mir ander gewünscht hätte, war es doch fast logisch, dass Elisabeth und nicht Heinrich stirbt. :( Und auch Anna trauert und das, obwohl sie nie eine enge Beziehung zur Mutter hatte.


    Und jetzt steht Anna da und man klagt sie an. Wofür eigentlich genau? Es ist schon heftig, zu spüren, wie sehr sich die männlichen Unternehmer von Anna bedroht fühlen. Ich hoffe, man nimmt ihr nicht gleich wieder alles weg :(


    Mascha


    Viktoria war wirklicht nicht liebenswert, aber ich habe auch mit ihr gefühlt (ist ja auch meine Figur …)


    Ja, ich fühle auch mit Viktoria. Ich und sie sind ja im selben Alter (ungefähr) und ich kann ihren Wunsch nach Glück, Liebe und Freiheit so absolut nachvollziehen. Und ich kann auch Verständnis für ihre Eifersucht aufbringen, als sie sieht, dass zwischen Julius und Anna mehr ist als nur Freundschaft - aber ich nehme es ihr übel sich dann so niederträchtig Anna gegenüber zu verhalten.


    Es ist nur traurig, dass sich Viktoria mit ihrem Verhalten unterm Strich am meisten selbst schadet. Anna kehrt nach Buenos Aires zurück und bekommt dann nicht mehr viel mit über den Klatsch und Tratsch...


    Mich interessiert ja jetzt brennend, ob es noch eine Möglichkeit gibt, dass sich Anna und Viktoria irgendwann wieder zusammenraufen können...


    @ Kirsten: Es tut mir leid, dass ich diesmal so langsam bin :( Aber ich genieße dein Buch dennoch sehr :)

    So, da ich jetzt auch wieder zum Lesen komme, muss nur noch das posten klappen :)


    Beim Lesen eurer Postings ist mir auch hier aufgefallen, wie ähnlich unsere Gedanken sind. Auch wenn das für mich wieder bedeutet, dass ich mit meinem Posting wenig "Angriffsfläche" habe. :)


    Den Abschnitt habe ich als eher bedrückend empfunden. Also, im besonderen Maß berdrückend. Denn obwohl bereits in den Abschnitten zuvor klar war, dass die Familie von Anna wirklich an der Grenze der absoluten Mittellosigkeit leben, ist wie ich finde, hier noch mal in besonderem Maß Annas Verzweiflung.
    Das zeigt sich schon alleine in dem Entschluß, zu Victoria zu reisen, denn Anna war für mich immer eine junge Frau, die nach Möglichkeit alles alleine erreichen möchte. Ich denke, dass es für sie ein großer Schritt ist, nun Victoria um Hilfe zu bitten.


    Übrigens war für mich der Vermerkt überraschend, dass seit ihrer Ankuft in Argentinien bereits 3 Jahre vergangen sind.


    Oder gerade logisch. Schließlich ist man weit weg von zu Hause und wenn man die eigenen Traditionen und Werte aufrecht erhält, hat man immer noch ein Stück Heimat in der Fremde, in der alles sonst so anders ist. Ich kann verstehen, dass man darauf dann nicht verzichten will.


    Das kann ich gut verstehen, jedoch verstehe ich nicht, wie der Vater in ihrer Situation darauf so pochen kann. Ich finde, er kann es sich nicht "leisten"; die Familie hat kaum was zu Essen und da sollte er doch um jede volle Schüssel dankbar sein. Aber es ist natürlich jetzt leicht, ihn zu kritisieren. Ich will gar nicht wissen, wie es mir gehen würde, wäre ich an der Stelle der Familie.


    Julius scheint mit seiner Situation ja nicht glücklich zu sein. Ich bin gespannt, welche Richtung er einschlagen wird. :)


    nerolaan


    Ich habe mich auch immer super mit den Müttern meiner Freunde verstanden. Aus der Generation meiner Mutter kenne ich ein paar andere Fälle, allerdings ist Ofelia da immer noch ein Schwiegermonster XXL.


    Allerdings. Du deutest zwar an, wie es zu dieser absolut engen Bindung kommen konnte, aber es ist schon heftig. Zumal ich denke, dass sie ihren Sohn alles andere als glücklich macht. Und das finde ich ja fast das schlimmste an der Sache.