Beiträge von Bernd Perplies

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    Manchmal fällt es mir einfach schwer, den Finger genau auf das zu legen, was meinen Geschmack nicht ganz getroffen hat.

    Kein Problem. Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass Leser völlig unterschiedlich ticken. Du wirst nie für alle den richtigen Tonfall treffen. Wenn es für den größten Teil derer ist, die du erreichen willst, dann kannst du dich glücklich schätzen. Und das hat bei "Frontiersmen" bis jetzt schon ganz gut geklappt. (Ich kann auch verstehen, dass Western-Elemente weniger "aufdringlich" sind, wenn nicht jedes zweite System nach einem US-Ort benannt ist. Das war vielleicht ein bisschen viel - andererseits aber auch eigentlich genau Programm. Ich wollte ein waschechten "Space Western" mit all seinen namentlichen und historischen Verquickungen. Die etwas abgeschwächte Form findest du dann bei "Firefly".

    Ich persönlich habe mich etwas schwer damit getan zuakzeptieren, dass es trotz Weltraumtechnik zwischen fernen Planeten eigentlichkeine Geschichten aus der Zukunft für mich waren, sondern vielmehr eine Art Paralleluniversum,in der die Zeit auf gewisse Weise stehen geblieben ist.

    Aus reiner Neugierde: Kennst du "Aliens", "Outland" oder "Moon 44"? Das sind alles so dreckige, düstere Weltraumgeschichten. Die Zukunft auf Arbeiterklasseniveau. Das unterscheidet sich gewiss von "Star Trek", aber wir dürfen nie vergessen: Da sind wir mit den höchsten Offizieren eines riesigen Raumschiffs auf Augenhöhe. Wenn man genau hinschaut, gibt es auch in diesem Universum Schmuggler, rauchige Spelunken und Freiheitskämpfe. Ich glaube zu wissen, was du meinst, denn natürlich suggerieren die ganzen US-Ortsnamen eine eigentümliche Entwicklung in die Zukunft. Aber rein vom Lebensstil unterscheidet sich die "Mary-Jane Wellington" wenig von einem Freihändler wie Cassidy Yates in "DS9". :)

    Ist aber ähnlich wie Leichenschmaus. Ich war schon auf welchen, die richtig lustig wurden, weil man über den Verstorbenen und seinen Witz und Charme geredet hat. Unter dem Gesichtspunkt wäre so eine Feier schon okay für mich.

    Man muss auch einfach mal Dampf ablassen nach dem Stress des Kampfes. Klar, der Toten gedenken. Aber auch das Leben feiern. Ich halte das nach großen (und erfolgreichen) Kämpfen für ziemlich normal. Klar, wenn man einen engen Freund im Kampf verloren hat, ist das eine bittersüße Sache. Aber ich denke, schon allein aus Angst, in Seelenleid zu versinken, feiern Soldaten, Krieger, Frontiersmen lieber etwas lauter und mit mehr Alkohol.

    Gibt es in solchen Serien ja öfter, dass die Frauenfiguren verschwinden müssen.

    Eben darum habe ich es nicht gemacht. Weil es so typisch gewesen wäre. Liebe geklärt. Zack. Tot.

    Darum kann John auch das benötigte Werkzeug aus dem Flug fischen nachdem er die Reparatur übernehmen muss, es gibt einfach keine Luft (oder andere Teilchen) die durch Reibung nicht angetriebene Körper verlangsamen.

    Genau so. :) Die Hauptgefahr geht da wirklich von herumfliegenden Splittern aus, die bei explodierenden Raumschiffen überall ringsum entstehen.

    Mein Mann meinte gerade, dass er nun immer beim Betrachten der Leisten im Flur an Raumschlachten denken muss :) Ich weiß auch noch welche Ecke ich gerde gestrichen habe als der Gesang von Calamity Cate erschallte.

    Na, wenn das kein Lob ist. Einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, ist doch genau das, was sich ein Autor wünscht. Auch wenn hier gewiss Peter Lontzek der Löwenanteil gebührt. Ich hatte nur ein paar dumme Ideen, um meinen Sprecher zu piesacken. :) (Ganz ehrlich: Daran, dass der arme Mann hier als Frau singen muss, habe ich beim Schreiben keine Sekunde gedacht.)

    Der Dank geht zurück. Hier wurde wirklich erfreulich viel diskutiert, auch mal von den Büchern ausgehend einen Schritt weiter. Das macht mir immer großen Spaß. Aktuell habe ich ja nichts Neues zu bieten. Aber nächstes Jahr im April vielleicht "Am Abgrund der Unendlichkeit". Und ansonsten brodeln natürlich weitere Ideen in mir. Es wird also bestimmt nicht die letzte Leserunde gewesen sein.


    Wer in der Zwischenzeit auf dem Laufenden bleiben will, schaut ab und zu auf meine Website und befreundet mich bei Facebook, falls ihr es nicht schon getan habt. :)


    Und die Mary-Jane Wellington fliegt weiter ...

    Ich stelle mir Kelly vor, mit Kind und Kegel von Planet zu Planet und immer damit beschäftigt, für die Kinder Babysitter zu organisieren, Lehrer zu suchen, ihnen vor dem Schlafengehen vorzulesen während John seinen Job- Kram macht.

    Das wird dann wohl ein Fall für "Staffel 3" sein. ;) (Tatsächlich ist das ein sträflich unterbeschriebenes Thema in der Helden-Phantastik. Was machen die Helden eigentlich, wenn sie sich gefunden haben? Wie vereint man Weltenretten und Familie? - Meist klappt es nicht, wie ich auch in meinem "Tarean 3" festgestellt habe. ;) )


    Wobei es Kelly ja noch gut hätte. In der Crew dürfte doch immer jemand da sein, der sich um den Nachwuchs sorgt - und sei es Opa Hobie. Und für den Lehrplan sorgt Mary-Jane. :) Auf einem Raumschiff groß zu werden, ist jedenfalls einfacher als in einer Fantasy-Abenteurer-Gruppe.

    Sekoya wäre auf der Mary Jane immer die Fremde geblieben, weniger aus Sicht der Crew, sondern eher für die anderen Menschen, denen sie auf den Fahrten begegnen werden.

    Nun ja, Außenseiter sind sie ja alle auf ihre Weise. Der riesige, dunkelhäutige Piccoli wird sicher genauso angestarrt im Saloon. Der Hippie-Nerd Aleandro auch. Aber natürlich sind Peko in gewissen Ecken des Weltraums nochmal eine spezielle Angelegenheit.

    Klar, TV ist Dank Netflix und Co mit ihren extrem teuren High-Profile-Genre-Serien aktuell stark auf dem Vormarsch, durchaus zulasten des gelesenen Worts. Ich merke es tatsächlich an mir selbst. Eine TV-Episode geht abends immer noch. Ein Buch? Da fehlt dann oft die Ruhe zu. Zugegeben arbeite ich auch den ganzen Tag schon mit Texten. Trotzdem würde ich gern viel mehr Zeit mit Lesen verbringen.

    Und ich denke auch nicht, dass man diese Raumfrachter-Sache sein Leben lang machen sollte. Irgendwann sollte man sesshaft werden.

    Ein echter Seebär, ein echter Trucker und ein echter Raumpilot sind nur unterwegs zuhause. An einem Ort fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Ich kann das schon verstehen. Ich bin zwar auch ein eher sesshafter Mensch, aber in einem anderen Leben wäre ich auch gern mit einem Schiff um den halben Globus gefahren. (Als Trucker sehe ich mich dagegen eher nicht. ;) )

    Das muss für einen Autor auch schwierig sein abzuwägen, wie groß man so eine Reihe im Kopf anlegt. Also ob man Johns Geheimnisse aufhebt und nur als Appettitanreger andeutet oder ob man sie noch in die erste Staffel einarbeitet.

    Das ist es immer, stimmt. Wenn ich alles Pulver direkt verschieße, merkt man das mitunter dem Sequel an, weil es da nichts mehr zu erzählen gibt oder aber die Erzählung in eine ganz neue Richtung führt (weil man alle anfänglichen Fragen ja schon beantwortet hat). Aber wenn ich was zurückhalte, wird es mitunter nie aufgelöst. Aber neuerdings sagen Verlage eigentlich immer: Pitch uns mal einen Einzelband - mit einer losen Option auf Fortsetzung. Dann entstehen so "shared world"-Romane wie "Der Drachenjäger" und "Der Weltenfinder", die beide für sich einzelne Abenteuer sind, aber doch ein bisschen auch zusammengehören. Echte Trilogie- oder gar Reihenverträge sind viel schwerer als noch vor 10 Jahren zu bekommen (Reihen sogar praktisch unmöglich). Krimi-Autoren haben es da einfacher, da die Leser hier normalerweise kein aufeinander aufbauendes Epos in den Romanen erwarten, sondern "nur" den nächsten Fall von Kommissarin X oder Inspektor Y. Das ist (glaube ich, ohne mich da gut auszukennen) alles deutlich episodischer angelegt.