Beiträge von Bernd Perplies

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    Deshalb kein weiterer? Wen muss man da erschießen? Ich finde die Bücher so toll und als ich sie mit den Kindern gelesen habe, haben Leute sich dazu gesetzt und wollten mit zuhören. Dieses blöde Zahlendenken!

    Leider ja. Und, naja, wenn es nur ums Geld ginge, wäre natürlich der Verlag schuld. Aber ein Verlag ist ja nicht dazu da, Geld zu verlieren. Sonst hat er ja am Ende keins mehr, um seine Mitarbeiter (und die Autoren) zu bezahlen. Insofern sollte ein Buch auch schon was einspielen. Vorwerfen kann man denen höchstens, dass sie die Reihe ab Band 3 völlig aufgegeben haben. Band 4 wurde nur noch in Kleinstauflage gedruckt und war kaum im Buchhandel zu kriegen. Doch leider liegt's halt auch an den Lesern und den Bücherschenkern, die sich zu wenig trauen. Was kriegen denn noch heute alle Kinder geschenkt? "Drei ???", "Räuber Hotzenplotz", "Harry Potter" und "Warrior Cats". Alles tolle Bücher, keine Frage. Aber das sind alles schon Megaseller. Wenn da 1000 Bücher weniger verkauft würden, würde das in der Bilanz gar nix ausmachen. Bei "D13" hat es zum Aus geführt. Insofern liegt es in der Hand jeden Lesers und Bücherschenkers: Greift mal weniger zu Stapeltiteln. Die sind auch nicht besser als das Buch im Regal nebenan. ;)

    Was hat Geonoj im Endeffekt tatsächlich davon?

    Wahrscheinlich hat ihm die Union eingeredet, dass der eigentliche Feind die Randwelten-Siedler sind, die den Peko den Raum weggenommen haben. Und dass er mit ihrer Hilfe seine Rache bekommt, wenn man gleichzeitig gegen die Konföderation vorgeht. Vielleicht haben sie ihm auch versprochen, dass das Unionsmilitär nicht eingreift, wenn er sich ein paar Welten im Rand zurückholt. Dazu kommt noch ein Punkt, der mit dem Ende von "Höllenflug nach Heaven's Gate" zu tun hat, darum sage ich dazu nix. Gute Geheimdienstler haben jedenfalls immer eine Methode auf Lager, um selbst "Feinde" für sich arbeiten zu lassen. (Denkt nur an die CIA und deren Operationen im Nahen Osten und Mittelamerika.)

    dass Geonoj höchstwahrscheinlich im Auftrag der Union die Peko aufgewiegelt hat, war ja auch der Knaller

    Ich halte diese Sache absichtlich vage - so wie die meisten Einmischungen von Geheimdiensten (ja auch auf der Erde) nie so ganz aufgeklärt werden können. Hat Trump geheime Verbindungen zu Russland? Hat die Union Geonoj in der Hand und nutzt ihn als Kriegstreiber, um die Konföderation zu schwächen? Wer weiß das schon. Aber sein könnte es. ;)

    Ich dachte eigentlich, dass sie als Unabhängigkeit liebende Menschen den Konföderierten auf die eine oder andere Weise helfen würden.

    Naja, das mit der Unabhängigkeit ist ja ein zweischneidiges Schwert. Sie wollen die Union (vor allem deren Militär) sicher gern loswerden. Aber sie wollen dafür nicht ihre Haut riskieren, denn wer tot ist, dem bringt auch die Unabhängigkeit nichts mehr. Außerdem wird der Rand nach dem Verschwinden der Union ja kein komplett (rechte)freier Raum sein. Die Randwelten-Konföderation wird ja ebenso Polizeiarbeit übernehmen. Dazu kommt, dass einige Frontiersmen womöglich um ihre Schmuggeleinnahmen fürchten, wenn es keine Union im Rand mehr gibt, die Siedler und Bergleute unterdrückt. Krieg ist ja immer auch ein Geschäft. Und nicht alle Frontiersmen-Captains sind von einer derart idealistischen Mannschaft umgeben wie John.

    Eine schier unlösliche Frage, wie wir schon bei "Blade Runner" gesehen haben.

    Wobei "Blade Runner" ja noch ein etwas anderer Fall ist, weil das genetisch gezüchtete Menschen sind, keine "zum Leben erwachten Maschinen". Aber es gibt eine schöne Star Trek-TNG-Folge, wo über Datas Menschsein verhandelt wird. Genau diese Fragen werden da betrachtet.

    "Nur eine KI" ist gut. ;) Eine echte künstliche Intelligenz macht ja gerade aus, dass sie in ihren Verhaltensweisen praktisch nicht mehr vom Menschen unterscheidbar ist. Dass sie Persönlichkeit hat. Und natürlich ist Mary-Jane mehr als ein klassischer Bordcomputer. Aber das Fass mit Robotern wollte ich im "Frontiersverse" nicht aufmachen. Das hätte zu weit vom Western-Setting weggeführt. Aber ich will gar nicht ausschließen, dass sich in Zukunft eine mobile Lösung finden könnte. (Mein Ideenkatalog für eine mögliche 2. Staffel wird immer größer. ;) )

    Obwohl wir hier sechs Bände lesen, ist es nicht vergleichbar mit einem Zyklus wie bspw. Harry Potter oder Herr der Ringe.

    Schon aufgrund der Textmenge nicht. ;) Diese 6 Episoden haben zusammen ca. 1.2 Millionen Zeichen. Das dürfte etwa dem dicksten "Harry Potter"-Band entsprechen. Einem Buch, wohlgemerkt. Es gibt ja 7. Also müsste ich noch mindestens 2-3 Staffeln schreiben, um eine ähnlich epische Breite zu erreichen.

    Könnte man Mary Jane nicht einen Roboterkörper verpassen, sodass sie nicht nur ein Hologramm ist, sondern auch bis zu einer gewissen Reichweite sich von dem Schiff entfernen kann?

    Theoretisch wäre das vermutlich denkbar. Bloß sind Roboter im Frontiersverse gemeinhin simple Arbeitsmaschinen, etwa Grabungsmaschinen oder Fertigungsmaschinen. So eine "Artenvielfalt" wie in "Star Wars" gibt es nicht. Das würde einfach nicht zum Setting passen. Und eigentlich will auch niemand intelligente Maschinen herumlaufen sehen. Die KIs in Raumschiffen wurden ja auch wieder abgeschafft, weswegen Mary-Jane etwas so Ungewöhnliches (trotz High-Tech "Veraltetes", im Sinne von "aus der Mode Gekommenes") ist. Das Problem wäre sicher auch, dass man Mary-Jane in dem Fall komplett vom Schiff abkoppeln müsste, d.h. man müsste die Rechenkonsole ausbauen, hätte also einen Schrank auf Ketten durch die Gegend fahren. Man kann sie nicht einfach kopieren, dabei wüsste man nie, ob ihre Persönlichkeit so erhalten bleibt, wie sie ist. Praktischer wäre vermutlich ein kleiner Roboter, dessen Sinneseindrücke über Funk an Mary-Jane geleitet würde und den sie anfunken könnte, um zu kommunizieren. Aber auf die Idee kam schlicht noch niemand - sie vermutlich auch nicht -, weil Mary-Jane eben das Schiff ist. Ihre Welt ist an diesen Metallkörper gebunden.

    Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass viele Manuskripte umgeschrieben bzw. geändert werden mussten, weil es den Lektoren oder Redakteuren nicht gefiel. Ist das richtig?

    Das schließe ich nicht aus. Aber bislang ist mir das noch nicht untergekommen. Zumindest nicht im größeren Stil. In Kinderbuchverlagen sind oft die Redakteure auch die Lektoren, d.h. da könnte man die Feinarbeit als Verlagseinflussnahme bezeichnen. Aber auch dort waren die Wünsche immer sehr moderat (etwa: baut doch noch ein paar Witze mit der Figur X oder Y ein; die gefällt uns so gut). Größere Umschreibe-Aktionen habe ich noch nicht erlebt.

    Auch wenn das Buch trotzdem großartig war, das kann ich auch nicht anders sagen.

    Das ist dann die Kunst: Aus den ganzen Vorgaben trotzdem etwas Eigenes zu machen und auch noch Spaß daran zu haben. (Okay, ich muss mich korrigieren: Meine Playmobil-Comics sind auch alle Auftragsarbeiten und da werden mir teilweise sogar so enge Grenzen gesetzt, dass es echte Kunst erfordert, in diesen eine vernünftige Geschichte zu erzählen. Ich nehme das jedes Mal aufs Neue als spannende Herausforderung an. :) )

    Das empfinde ich ganz genauso und den anderen scheint es ebenso zu gehen

    Absolut. Das ist so ein "Wir kümmern uns um das Schiff und das Schiff kümmert sich um uns"-Ding.


    Übrigens für diejenigen, die den "Solo"-Film gesehen haben: Stichwort Robotergehirn in "Millennium Falcon". Das hat SW auch von mir abgeschaut. ;) Und auch in dem Fall - genauso wie bei der Sache mit dem Schiffsrammen in "Die letzten Jedi" - fand ich es hier nicht so gelungen und passend. (Vor allem, weil das Schiff seit Ewigkeiten etabliert ist - ohne echte KI.)

    Ich finde das immer ein wenig ernüchternd, wenn ich erfahre, wie viele Bücher eine reine Auftragsarbeit sind und nicht etwa entsehen, weil ein phantasievoller Mensch eine klasse Idee hat. Hmpf.

    Das kenne ich tatsächlich weniger. Es ist gewiss so, dass man Verlagen mehrere Ideen pitcht und die sagen dann, sie hätten besonders gern dies oder das. Oder ein Verlag sagt: Mensch, hast du nicht mal Lust auf SF/High-Fantasy/Dystopie? Dann mancht man sich eben darüber Gedanken. Aber das war's dann auch. Alles andere wird dem Autoren überlassen. Insofern ist die konkrete Ausführung dann ja doch kreative Leistung, in die kein Verlag, den ich kenne, reinredet. Die einzige echte Auftragsarbeit, mit der ich je zu tun hatte, ist "Perry Rhodan" gewesen.

    Ah, dann ist dort sicherlich auch Thema, wie Geonoj zu seinen Verbrennungen kam.

    Genau.

    Wenn man sich vorstellt, dass die Peko so naturliebend und -verbunden sind, muss es für sie wirklich schlimm sein, dann auf so einem "leeren" Planeten leben zu müssen.

    Absolut. Und genau darum ging es mir. (Übrigens ein Schicksal, das viele Indianer in Nordamerika im 19. Jahrhundert teilten - deren Reservate waren mitunter auch nicht gerade Naturparadiese.)

    Auch was sich gut versteckt unter dem Boden von Johns Koje befindet.

    Das wird in einem der Printromane verraten. D.h. ich könnte euch jetzt spoilern. Weiß aber nicht, ob ich das soll. Aber wer's wissen will ...


    Ich hätte nicht gedacht, dass Langdon so viel Schneid besitzt und John so loyal gegenüber ist, dass er ihn nicht verrät.

    Langdon ist ein ehemaliger Space Marshall, ein John-Wayne-Typ im besten Sinne. Der würde niemals dahergelaufenen Verbrechern nachgeben und dafür seine Leute verraten. Koste es, was es wolle.

    Ich wusste doch, dass es auch noch Anhänger gibt, die Geonoj nicht einfach folgen, dass wir hier aber dann auf Sekoyas Urgroßmutter treffen, hat mich schon überrascht. Eine süße, alte aber absolute fitte Frau!

    Das war echt so ein spontanes Ding. Ich brauchte jemanden, der hilft. Und da dachte ich, was könnte ich machen, womit erstmal niemand rechnet. Und da kam mir diese lebensweise, leicht kauzige Yoda-Omi in den Sinn. :)

    Dann kommt es noch zu einem heißen Kuss mit John. Jaja, der Herzensbrecher

    Es hieß: Jetzt oder nie. ;) Tatsächlich habe ich mit meinem Redakteur darüber eine ganze Weile diskutiert, ob wir uns den Kuss leisten oder nicht. Es sollte nicht zu erzwungen wirken, zumal John ja eben erst mit Kelly rumgeknutscht hatte. Aber sie einfach so auseinander gehen zu lassen, wäre auch schade gewesen, denn irgendetwas war da schon über die ganze gemeinsame Zeit, und dem wollte ich auch irgendwie Rechnung zollen. Ich betrachte den Moment als spontane Abschiedsaktion, als ein "Wir wissen, es kann niemals mehr werden, aber das darf noch sein". Zumal es eine schöne Szene ist, wenn man bedenkt, wie sehr John die Peko am Anfang seiner Romane-Karriere verachtet/hasst. Sekoya hat ihn in der Hinsicht echt verändert.

    Ich war ja echt erstaunt, dass der IT'ler Aleandro von der Mary-Jane so begeistert ist, obwohl sie nicht mehr dem neuesten Stand entspricht; IT'ler haben ja gerne immer die neueste Technik

    Ich glaube, dass es Aleandro in dem Fall überhaupt nicht um die Technik geht. Er findet die Vorstellung, mit Mary-Jane in ihrer "wahren Gestalt" kommunizieren zu können, einfach total reizvoll.

    Ich bin mal gespannt, es würde mich auf jeden Fall sehr interessieren, was sich hinter Johns Vergangenheit verbirgt.

    Tja, ich weiß es, aber ich fürchte, das Geheimnis ist Thema der 2. Staffel "Frontiersmen", sollte es sie denn geben. Was im Wesentlichen eine Frage der Verkaufszahlen ist - wie immer. :)


    Das ist ja übrigens so eine witzige Sache. Als junger Leser und Laie dachte ich früher immer, dass Bücher erscheinen, weil ein Autor sie schreiben wollte. Und wenn sie nicht erscheinen, wollte der Autor sie wohl nicht schreiben. Wie viele ganz profane wirtschaftliche Faktoren da noch hineinspielen, wird einem erst so richtig klar, wenn der erste Verlag eine eigene Reihe abgesägt hat, weil sie sich - aus welchem Grund auch immer - nicht gut genug verkaufte. (Mir erstmals passiert bei "Drachengasse 13" nach dem 4. Band.)

    Und er dann das teure Gerät verkaufen kann, weil John so eine "Beleidigung" nicht auf sich bzw. der Mary-Jane sitzen lassen kann - köstlich

    Du hast die Szene als Hörbuch gehört, stimmt's? Ich musste da auch lachen am Ende (und ich kenne die Szene!), denn Peter Lontzek hat die Szene einfach perfekt eingefangen.

    Dieser Geonoy (?)

    Geonoj. Er ist auch eines der Probleme in dem "Frontiersmen"-Roman "Höllenflug nach Heaven's Gate". Das muss man nicht wissen, aber es erklärt ein paar Dinge.

    West hat mich angenehm überrascht, mein Misstrauen in ihn war wohl doch nicht gerechtfertigt. Trotz seiner hohen Position gönnt er sich auf Ariana keinen Luxus und ist sofort bereit, John zu den Peko zu begleiten, obwohl das für ihn ein großes Risiko darstellt.

    Nein, euer Misstrauen war in der Tat nicht gerechtfertigt. Benjamin West ist ein politischer Idealist und Tatmensch, schon immer gewesen. Er will raus und die Leute bewegen. Deshalb war er ja auch ganz am Anfang der Serie mit seiner Freundin auf Tour, um für die Freiheit zu werben, von Planet zu Planet, mit einem Lastwagen auf Dorfplätzen, obwohl er der Sproß einer durchaus angesehenen Politikerfamilie ist. Und das hier ist natürlich genau sein Ding. Mal abgesehen davon, dass es auch ein politischer Coup wäre, wenn ihm ein Bündnis mit den Peko gelingen würde.