Beiträge von Bernd Perplies

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    Bei Sekoya hab ich eine Gamorra mit dem Gemüt von Mantis vor Augen

    Auch nicht schlecht. Aber Gamorra gab es noch nicht, als die "Frontiersmen" erfunden wurden. Daher ist die Farbe eher ein Orionerinnengrün aus "Star Trek". ;)

    Ich hatte gehofft, dass die Landung der Cutters nicht unbemerkt bleiben würde und man genauer nachsieht, wer denn da so angeflogen kommt.

    Freehold auf Haven im Trenton-System. :) Aber da herrscht in den Tagen so ein Chaos - es gibt ja keinen offiziellen Ausweis für Konföderationssympathisanten, sondern nur einen ziemlich wilden Haufen von Freiheitskämpfern -, dass es nicht schwer fällt, ohne große Beachtung dort zu landen. Klar wird man sie angefunkt haben. Aber die sind ja Profis. Die haben irgendeine Geschichte erzählt, warum sie dort sind.

    aber Bernd Perplies ich finde Bilder immer großartig!

    Dann mal als optionales Angebot für diejenigen unter euch, die sie gern hätten: Ein paar Links zu Bildern von den Figuren, wie ich sie mir zu Beginn der Romane gezogen habe (einige Bilder entsprechen nicht 100% den meinen, weil ich sie nicht wiedergefunden habe - ist halt mehrere Jahre her):


    Hobie: https://i.ebayimg.com/images/g/RLAAAOSwLEtYkJxI/s-l300.jpg

    Kelly: https://cdn1.thr.com/sites/def…mes_lee_wall_-_h_2018.jpg

    Aleandro: https://pmcvariety.files.wordp…a.jpg?w=1000&h=563&crop=1

    Piccoli: https://www.readjunk.com/wp-co…2_michaelclarkeduncan.jpg

    Sekoya: (etwas schwer vorstellbar, sie ist halt grün mit bläulichen Lippen): https://media.timeout.com/images/105247587/630/472/image.jpg

    Bei ihr kann ich mir noch gar keine romantische Beziehung/Affäre vorstellen.

    Da ist so interessant, dass ausgerechnet in so einem Nebenaspekt plötzlich das Fehlen der Romane so reinschlägt. Das Kennenlernen und die sich eigentümlich entwickelnde Beziehung zwischen dem Pekos eher abgeneigten John und der Peko Sekoya ist ein echt wichtiger Erzählstrang in "Blutfehde auf Alvarado". (Es ist halt doch ein Unterschied, ob man für eine Geschichte nur 200.000 Zeichen hat oder 600.000. Gerade persönliche Aspekte, die nicht unmittelbar dem Plot dienen, sind in der kurzen Form schwieriger unterzubringen - bzw. nur über mehrere Episoden verteilt.)

    Achja, lachen musste ich ja auch wegen der Erleichterung über das Klopapier, welches zum rechten Zeitpunkt ankommt

    :) Ich finde, dass solche alltäglichen Nöte und Angelegenheiten in den großen Space-Epen immer viel zu kurz kommen. Da ist der Western-Aspekt des "Space Western" hilfreich, denn der Western an sich ist ja viel bodenständiger und geerdeter als das typische Weltraum-Abenteuer. Und er bringt so schön "einfache Dinge" ins Setting, wie etwa ein Schiff, das Gemüse und Toilettenpapier transportiert.

    Freut mich, dass ich bisher inhaltlich den richtigen Tonfall treffe. Es war mir wichtig, dass auch die Operationen ein wenig "bodenständig" bleiben, wobei die Sprengung des Forts nun schon eine ziemlich große Sache für die Konföderation ist, auch wenn es nach einem Nebenschauplatz klingt.

    Auch wenn ich immer noch zu nicht allen ein Bild vor augen habe, aber es wird langsam.

    Wenn du Hilfestellung brauchst: Ich habe ganz gute Bilder im Kopf (bzw. auf der Festplatte ;) ).

    Auf alle Fälle finde ich es toll, dass die Peko so im Einklang mit der Natur leben, dass sie sie sogar in der Raumfahrt mit einbeziehen. Oder interpretiere ich hier Zuviel hinein, vielleicht wegen der grünen Haut?

    Nein, das ist schon richtig. Die Peko sind im Kern eine sehr friedfertige, neugierige, wanderlustige und ihrer Umwelt bewusste Spezies. Allerdings haben zweihundert Jahre Ärger mit den Menschen da auch einiges verändert, weswegen halt ein paar nun eher wütend und kriegerisch drauf sind. Mehr dazu gibt es in Band 5. ;)

    Wie kann man sich diese Hybridtechnologie vorstellen? Organisches Gewebe stirbt doch im Weltraum durch die Kälte und die Strahlung sofort ab.

    Ich gehe davon aus, dass die Schiffe eine harten Außenschale haben, irgendwas zwischen Metall und Schildkrötenpanzer. Die organischeren Komponenten liegen eher innen. Abgesehen davon darf man wohl annehmen, dass eine Hochkultur wie die Peko biotechnologische Möglichkeiten besitzt, die wir Menschen uns gegenwärtig noch nicht vorstellen können. Vielleicht gibt es Zellstrukturen, die eben nicht auf Kohlenstoffbasis existieren und daher robuster sind. Der Weltraum ist weit und wunderbar, und schließlich sind die Peko nicht auf irdische Biologie beschränkt.

    ich würde mich freuen, wenn so eine mindestens gleichwertige Partnerin dabei wäre.

    Ich verstehe, was du meinst. Und ich bin auch eigentlich ziemlich sicher, dass im Persönlichen jede Frau an Bord John das Wasser reichen kann. Letztlich stellen ja sowohl Kelly als auch Sekoya den Echo-Raum dar, an dem John ständig seine Entscheidungen prüfen muss. Denn wenn ihm einer sagt, dass er was falsch macht, dann die Frauen und nicht Hobie oder Piccoli. Aber Captain bleibt halt Captain. Adama, Janeway, Picard, Holdo - niemand lässt in operativen Entscheidungen gleichwertige Partner zu. Wer nicht das Selbstbewusstsein hat, eine Mannschaft zu führen, der sollte besser kein Captain werden, sondern nur der Erste Offizier. :)

    Deshalb ärgert mich auch diese Hauchstimme und eine Generalin, die im Abendkleid auf der Brücke steht wie bei Star Wars.

    Haha, in dem Punkt sind wir uns absolut einig. Holdo fand ich, bei allem Guten, was mit ihr beabsichtigt war, eher misslungen. (Und militärisch auch nicht unbedingt auf der Höhe. Auf die Ramm-Attacke hätte sie ja mal 60 Minuten früher im Film kommen können. Aber gut, ihre Gegner waren ja noch dämlicher, indem sie sich als völlig unfähig erwiesen, diese verkrüppelte Fluchtflotte zu schnappen.)

    Er reizt hier aber nicht das Militär, sondern eine Frau, typisch Macho.

    Jain, natürlich reizt er die Frau, aber er verfolgt damit ja eine Absicht - und obendrein ist sie für ein Gegner, weil sie die Uniform trägt. Meinem Empfinden nach behandelt John Frauen im Allgemeinen nicht schlechter als Männer. Meist begegnet er allen gegenüber mürrisch. :) Aber zugegeben: So richtig feinfühlig ist er nur selten. Aber: Er hat einen Straßenjungen, einen entflohenen Minenarbeiter und eine einsame Peko in seine Mannschaft aufgenommen. Bei allen dummen Sprüchen weiß er also schon, was richtig und was falsch ist.

    Ein wenig ärgert mich, dass alle Ideen immer von ihm kommen.

    Das müsste ich mir jetzt tatsächlich nochmal genauer anschauen, um das bestätigen oder wiederlegen zu können. Meinem Empfinden nach wird viel im Gespräch mit der Mannschaft entwickelt. Dass dennoch die Impulse (gerade in Krisensituationen) oft von ihm kommen, liegt schlichtweg an seiner enormen Erfahrung. Er ist halt, anders als alle anderen - Hobie ausgenommen - schon seit Jahren im All unterwegs. Und er ist eben auch der Captain. Von ihm wird das Ideen-Haben erwartet. Die anderen sind eher Spezialisten auf ihrem Feld, die diese dann besser umsetzen können als John. (Hobie etwa im Maschinenraum oder Aleandro am Computer.)


    Was aber natürlich schon auch stimmt: "Frontiersmen" ist Johns Geschichte. Nicht so sehr, weil es ein Western ist, sondern weil er schlicht der Hauptprotagonist ist. Vergleichbar mit den Machern Captain Kirk oder Han Solo oder Malcolm Reynolds.

    Er selbst ist doch eher für Abenteuer und Männer sehen Krieg doch oft als großes Abenteuer.

    Nein, eigentlich sehe ich John nicht als Abenteurer, zumindest nicht als begeisterten, der losstürmt, um die Jungfrau zu retten und den Schatz zu suchen (okay, Schätze könnten ihm sogar noch gefallen). Eigentlich will er die meiste Zeit nur in Ruhe gelassen werden und macht die Dinge, die er macht, weil irgendjemand sie halt machen muss und es zum Wesen eines Frontiersman gehört, den Job zu übernehmen, wenn's für eine gute Sache ist - wenn auch murrend. Auf Krieg hat er jedenfalls absolut keine Lust.

    Hobie ist eh eher der skeptische Typ, das fiel schon im ersten Band auf.

    Hobie ist halt schon sehr lange auf der Mary-Jane. Und unter dem alten Captain - als es diese ganzen Idealisten an Bord noch nicht gab -, da hat man lieber den Kopf eingezogen und war sich selbst der nächste. John trägt ja auch noch solche Züge, aber mit Kelly, Aleandro, Sekoya und Piccoli hat er sich so 'ne Truppe von Weltverbesserern ins Schiff geholt. ;)

    Ich frage mich zwischendrin auch immer wieder, wo sich die Cutter-Geschwister befinden.

    Die sind natürlich auf er Jagd ... :)

    Diese Bar Shootingstar war doch irgendwie die totale Touri-Bar mit seinem singenden Boss

    Na, auf der Erde hat doch auch jeder zweite Hollywood-Schauspieler eine Bar. ;) Ich denke da beispielsweise an die Planet Hollywood Restaurants. https://de.wikipedia.org/wiki/Planet_Hollywood

    Wie wiegt man ein Menschenleben gegen ein anderes ab?

    John würde sagen: Gar nicht. Man rettet den, der in Lebensgefahr ist. Danach kümmert man sich um das nächste Problem. ;) (Das mag kurzsichtig sein, aber John ist in der Hinsicht ein gradliniger Mann. Politische Winkelzüge und Bauernopfer - selbst für eine gute Sache - sind nicht sein Ding.)

    Interessant ist auch, was Hobie zu John in Bezug auf Kelly und Sekoya gesagt hat. Ich habe bisher noch nicht darüber nachgedacht.

    Hier muss ich zugeben: Die Beziehung zwischen John und den beiden Frauen ist tatsächlich aus den Romanen geerbt. Kann gut sein, dass die in den ersten beiden Episoden der Mini-Serie nicht ganz schlüssig wirken. Da gibt es eine stärkere Entwicklung, die vorhergegangen ist. Nenn es Fan-Service, dass ich das Thema aufgegriffen habe. Ich wollte einfach auch ein paar offene Fragen der älteren Romane behandeln.

    Tut mir leid, lieber Bernd, aber ich kann die einzelnen Bände wirklich nicht mehr als einzelne Bücher ansehen. Für mich ist es ein einziges Werk, dass in sechs Abschnitte aufgeteilt ist.

    Ich vergleiche es gern mit den aktuellen TV-Serien auf Netflix. Es gibt in jeder Episode eine Herausforderung, die es zu bewältigen gibt, aber natürlich sind sie durch eine Rahmenhandlung eng verbunden und entwickeln sowohl den Hauptkonflikt (hier: den Bürgerkrieg) als auch die Protagonisten weiter. Tatsächlich besteht ja sogar ein zeitlicher Bruch zwischen Episode II und Episode III. Im dritten Teil sind wir ja schon eine Weile im Krieg. Für mich waren es gefühlt 3 Zweiteiler. 1 & 2 erzählen vom Ausbruch des Krieges, 3 & 4 erzählen Abenteuer im Krieg, 5 & 6 erzählen vom dramatischen Finale.

    Ach John, ob er sich mit seiner Machotourwirklich was Gutes getan hat…

    Er kommt einfach nicht aus seiner Haut. Militär und Konzerne, die sind ein Reizthema für ihn, da riskiert er gern mal eine gefährlich große Klappe.

    Die Filme habe ich einfach nur konsumiert, ohne über irgendetwas nachzudenken.

    Du hast die Szene nicht mehr im Kopf, in der das Riesenschiff vom Oberbösen getroffen wird? Das war doch die eindrucksvollste im ganzen Film. (Im Kino zumindest.) Ich fand ja viel an dem Film Murks, aber dieses Bild war großartig inszeniert.

    Kann man durch die Filamente Informationen von einem ins andere System schicken, also praktisch "drüben anrufen", oder geht das nur mit Schiffen? Und wenn ja, hat man eine Zeitverzögerung, bis die Gegenseite antwortet?

    Das funktioniert mittels Kommunikationsbojen, die in den Transitfeldern dauerhaft installiert sind. Man funkt die Boje an, die speichert die Nachricht zwischen, vollzieht den Transit zum Zielsystem und strahlt den Funkspruch wieder ab. Dort wartet sie eine Weile, sammelt dabei neue Funksprüche auf und springt dann wieder zurück. (Es gibt natürlich für jedes Transitfeld mehrere Bojen, die das machen und stetig hin und her wechseln.) Und, ja, da hat man eine Zeitverzögerung. Anders als bei "Star Trek" gibt es keinen Subraumfunk. Lichtgeschwindigkeit zur Funkübertragung ist das Maximum. Außerdem springt eine Boje natürlich nicht für jede Nachricht, denn das kostet ja Energie. Wenn man einen Billig-Funkspruch absendet, wartet die entsprechende Boje durchaus, bis der Speicher gut voll ist, bevor sie den Transit vollzieht. Expressfunksprüche nutzen Spezialbojen, die halt sofort springen, wenn sie das Express-Signal bekommen. Darum staunt John ja in Episode II am Anfang in der Taverne so, dass es eine TV-Übertragung von Purcell quer durch den ganzen Coronado-Sektor gibt, die nur eine Stunde oder so Zeitverzögerung hat, denn es bedeutet, dass hier eine ganze Kommandostrecke an Expressbojen die Nachrichten im ganzen Sektor verteilt.

    Denke ich zu kompliziert?

    Ja. ;) Natürlich sind die Sternsysteme dreidimensional im Raum verteilt, aber das ist doch letztlich egal für die Kartendarstellung. Die Verbindungen bleiben die gleichen, die Sektoren, zu denen sie gehören, bleiben die gleichen. Die exakten Positionen spielen ja keine Rolle, wenn man nicht mit Unterlichtgeschwindigkeit dort hinfliegen will. Wichtig ist nur: Ah, zum Yellowstone-System muss ich das Transitfeld im Blue-Junction-System nehmen. Daher ist die stilisierte Version der Karte völlig ausreichend.

    Also wenn man ein Transitfeld benutzt, weiß der Verfolger auf jeden Fall, wo sie heraus gekommen sind, richtig?

    Ja.

    Man kann immer nur an einem Ort herauskommen?

    Das wird gemeinhin gehofft. Fehltransits mit stabilen "weißen Würmern" sind extrem selten, aber es sind schon Schiffe im Nirgendwo verschwunden.

    Gibt es einen geregelten Sprungablauf?

    Im Sinne von: Gibt es einen technisch festgelegten Ablauf? Ja. Im Sinne von: Gibt es Verkehrsregeln? Jain. Es kann ja immer nur ein Schiff oder ein Schiffsverband mit einem "weißen Wurm" reisen, der zwischen zwei Systemen hin- und herspringt (wobei mehrere Energiefilamente zu einem Transitfeld gehören könnten). Bestensfalls gibt es also eine Transit-Warteschleife. (First come, first serve.) Mehr aber auch nicht.

    Kann es passieren, dass man mit einem anderen Schiff zusammenstößt, wenn es andersherum gleichzeitig springt?

    Nein, da genau genommen immer nur ein Schiff bzw. ein Schiffsverband mit dem hin und her zuckenden Exo-Energiefilament unterwegs sein kein. Allerding kann theoretisch ein Schiff zu nah an einem wartenden Schiff am Zielort auftauchen. Dann gäbe es zwar keinen Crash, aber das wartende Schiff würde vermutlich von der eintreffenden Energie weggeschleudert, wie wenn man ungewollt vom Blitz getroffen wird. Doch der Weltraum ist groß. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.

    Die verwirrt mich, weil sie zweidimensional und nicht dreidimensional ist.

    Das verwirrt nun mich. :) Die Karte ist doch ganz einfach. Jeder Punkt ist ein Sternensystem, jeder Strich eine Flugroute zwischen diesen. Genau wie eine Straßenkarte mit Städten und Autobahnen.