Beiträge von Avila

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    Ich hatte schon das Gefühl, dass Donatus da ein wenig umsichtiger war als Adolphis. Ansonsten hätte er sich sicherlich auch nicht der Sache angenommen. Also Adolphis ist für mich schon mal eine Spur selbstsüchtiger als andere Adligen dieser Zeit.

    Vielen Dank auch von meiner Seite aus an Petra Durst-Benning für diese wunderschöne Begleitung der Leserunde! Es hat sehr viel Spaß gemacht mit dir und ich würde mich freuen, wenn wir drüben im Forum auch zum zweiten Band eine Leserunde mit dir zustande bekommen. :) Aber natürlich auch ein Dankeschön an meine wunderbaren Mitleserinnen! Der Austausch mit euch ist immer wieder wunderbar.



    Ansonsten fände ich es schön, wenn noch die Übrigen ihre Rezensionen übers Wochenende hier posten können, bevor wir uns voneinander verabschieden. Durch sind wir ja bereits alle mit dem Buch!

    Mimis großer Traum ist es, Fotografin zu werden - wie ihr Onkel. Doch eigentlich ist der Platz für Frauen in ihrer Zeit zu Hause - als Ehefrau, gut verheiratet mit Kindern. Für Mimi ist diese Vorstellung jedoch ein Graus und als sie einen Antrag von ihrem Freund bekommt, muss sie sich entscheiden, was sie mit ihrem Leben wirklich anfangen möchte...


    Wir lernen Minna, genannt Mimi, von Anfang an als selbstbewusste, junge Frau kennen, die genau weiß, was sie vom Leben möchte: Freiheit durch Fotografie. Ihr Traum ist es, den Menschen Schönheit durch ihre Fotografien zu schenken, so wie sie es von ihrem großen Vorbild, ihrem Onkel, gelernt hat. Dabei hat sie außerordentliches Talent und ein Auge für schöne Kompositionen. Mimi ist eine schillernde Figur, deren Weg ich gerne begleitet habe. Sie sprudelt über vor tollen Ideen und dennoch bleibt alles in realistischen und nicht abgehobenen Bahnen. Die Autorin gibt uns Zeit, um uns mit Mimi und ihrem Leben bekannt zu machen. Schnell kommen weitere Personen hinzu, als Laichlingen, ein Ort auf der schwäben Alb, als Handlungsort hinzukommt. All diese Nebenfiguren haben ihre eigene Geschichte, mit denen sie zu kämpfen haben und dennoch verbindet sie eins: die Sehnsucht, ihren Traum zu erfüllen. Doch das es nicht so einfach ist, nach den Sternen zu greifen, wird in diesem Roman ebenso realistisch, wie bodenständig vermittelt. Gleichzeitig schafft die Autorin es aber dennoch Hoffnung zu vermitteln, so dass der Lesespaß erhalten bleibt.


    Der Stil ist flüssig und gut zu lesen. Die Seiten fliegen so dahin und bevor man es überhaupt merkt, ist die letzte Seite auch schon gelesen. Dieser Roman bildet der Auftakt einer mehrbändigen Reihe. Die Bücher sind auf jeden Fall zusammengehörig und bilden nicht unbedingt ein in sich abgeschlossenes Ende! Mir hat das nichts ausgemacht, denn ich freue mich so umso mehr auf eine Fortsetzung. Denn Mimis Weg ist bei weitem noch nicht zu Ende gegangen und ich bin sehr neugierig darauf, mehr zu erfahren!


    Also ein schöner Roman aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, der in den Folgebänden noch thematisiert werden wird. Ich kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, der sich in diese Zeit versetzen lassen möchte und dabei einer selbstbewussten, jungen Frau folgen will.


    Rezension gestreut:

    Großes Bücherboard von Literaturschock

    amazon

    Thalia

    Goodreads

    Ach, eine Sache hatte ich noch vergessen: Wie krank ist bitteschön Feodora, dass sie immer noch Ludwig von Preußen als Ehemann für Katharina für würdig empfindet? Ist es ihr tatsächlich vollkommen egal, dass er sie sexuell belästigt und fast vergewaltigt hat? Sie muss absolut verblendet von der adlig-königlichen Linie sein, wenn ihr das wichtiger ist als das Wohlergehen ihrer Tochter. Und das ihre Gedanken falsch sind, weiß sie ganz genau, ansonsten hätte sie Adolphis einfach von dem Vorfall erzählt und ihn dann als unwichtig abgetan. Diese Mutter wünscht man keinem!

    Wie ist das eigentlich: in England erbte der Älteste, der zweite ging zum Militär, und der dritte wurde Pastor -- war das hier ähnlich?

    So habe ich es verstanden, nur dass der dritte eher Beamte wird als Pastor. Das ist ja auch die Option, die Alexander bevorsteht, aber scheint überhaupt nicht begeistert von diesem langweiligen Beruf zu sein...


    Adolphis hat tatsächlich eine Geliebte, und er lässt sie fallen. Sie so mir nichts - die nichts aus ihrer Wohnung zu kicken ist wirklich kein feiner Zug! Da finde ich es schon beinahe schade, dass Albert den Skandal verhindert hat.

    Adolphis zeigt sehr oft, dass er ein sehr egozentrischer Mann ist. Er denkt vor allem an sich, macht sich gar keine oder kaum Gedanken um seine Mitmenschen. Jede Frau, die seine Geliebte wird, kann man nur bemitleiden.

    Es ist wirklich schräg, daß man glaubt, daß eine Dorflehrerin weniger wert ist oder weniger kann als männliche Kanditaten! Da müssen die Männer noch einiges lernen! Aber selbst die Gräfin glaubt das ja!

    Oh ja, was für eine himmelweite Ungerechtigkeit! Auch dass Dorflehrer schlechter dastehen als Privatlehrer... Dabei muss Rebecca doch viel mehr leisten als Matthis. Sie hat mehr Kinder zu unterrichten und das unter viel schlechteren Bedingungen, eigentlich sollte man meinen, dass ihre Arbeit viel wertvoller sein sollte. Dass auch Frauen untereinander kaum Unterstützung geben, ist traurig. Aber dass die Gräfin solch eine Meinung hat, überrascht mich wiederum auch eher wenig.


    Daß ausgerechnet der Hauslehrer Matthis ein Auge auf Rebecca geworfen hat, ist verwunderlich. Na ja, eine schöne Frau zieht die Männer an. Rebecca mag seine hochnäsige Art und seine Aufdringlichkeit nicht.

    Widerlich! Ich kann Rebecca sehr gut verstehen, von ihm würde ich mir auch nicht gerne den Hof machen lassen. Matthis ist einfach viel zu arrogant und schmierig, als dass man ihn ernsthaft als Wunschpartner an seiner Seite sehen möchte. Dass er das überhaupt nicht merkt und mal sein eigenes Verhalten überdenkt, ... Es ist ja nicht so, dass es nur Rebecca so geht, die Grafenfamilie sieht das ähnlich und die anderen Dorfbewohner ebenso.


    Bertha sieht die Papiere und erinnert sich daran, was der alte Bienzle ihr erzählt hatte, wegen der ältesten Tochter des Gotthilf Mühlstein. War sie in anderen Umständen gewesen?

    Wie du vermute ich auch, dass es sich genau bei dieser Tochter um die Mutter von Albert handelt.


    Wie haben euch die Szenen aus St. Petersburg gefallen?

    Ich habe so eine große Lust, dort hinzufahren, seit ich die Szenen geschrieben habe.

    Sie waren wundervoll - so märchenhaft und weihnachtlich! Ich bin eh schon in absoluter Weihnachtsstimmung, da hat das sehr gut gepasst. Außerdem war eine Freundin von mir erst vor Kurzem im St. Petersburg und hat von den weißen Nächten geschwärmt - aber nach diesen Szenen weiß ich gar nicht, ob St. Petersburg lieber im Winter oder im Sommer besuchen möchte. Ich denke, die Stadt hat in allen Jahreszeiten ihre Reize!

    Rebecca ist Konstantins Charme mittlerweile ebenfalls erlegen und gerade das Geheimnisvolle findet sie anziehen. Ach, wieso sowas immer so aufregend sein muss? Meistens führt genau das ins Verderben und ich bin sehr gespannt, was Rebecca sagen wird, wenn sie das große Geheimnis von Konstantin erfahren wird. Immerhin lässt es mich ein wenig hoffen, dass sie vielleicht am Anfang noch sauer sein wird, aber ihm vielleicht irgendwann auch verzeihen kann. Konstantin scheint es in jedem Fall sehr ernst mit Rebecca zu sein, immerhin legt er schon ein gutes Wort in seiner Familie für sie und verteidigt sie dort. Wenn sie für ihn lediglich ein kleiner Flirt wäre, würde er sicherlich einfach den Mund halten.


    Katharina und Julius kommen sich langsam näher. Ähnlich wie Katharina habe auch ich manchmal Nikolaus' Stimme im Ohr, die sich fragt, wie ernst Julius es mit Katharina ist. Er scheint zwar sehr ehrlich an ihr interessiert zu sein, aber für ihn ist die Verbindung auch außerordentlich reizvoll. Ich hoffe, dass bei ihm dennoch die Gefühle vorrangig sind, auch wenn er sie sicherlich nur allzu gerne und allzu bereit zu lässt. Katharina ist aber mittlerweile so verliebt in ihn, dass sie diese Stimmen verdrängen kann. Da wir den geschichtlichen Verlauf kennen, wird die Verbindung später auch für Katharina nicht schlecht sein, allerdings wird Julius' Familie sich nach dem Krieg auch vor einem Militärgericht wieder findet und etwaiger Kriegsverbrechen beschuldigen lassen muss. Aber die Familie Krupp hat sich dadurch ja auch sehr gut gewunden, also bin ich zuversichtlich, das es seiner Familie ähnlich ergehen wird. Und erstmal dauert das sicherlich noch ein Weilchen und während des Krieges wird es Julius und seiner Familie an nichts fehlen.


    Albert kommt hinter sein Geheimnis und dass Adolphis sein Vater ist, hat mich nicht weiter überrascht. Er ist also der Halbbruder von Konstantin, Alexander und Katharina. Ja, da sehe ich ihn auch eher und wie gut, dass Katharina seine Schwärmerei so schnell wieder aufgegeben hat. ;)

    Was mich allerdings sehr überrascht hat, ist der Pastor Wittekind. Es wurde ja bereits mehrfach von seinem schlechten Charakter gesprochen, aber das ein Pastor soo falsch sein kann und sich einfach das Geld der Grafenfamilie einstreicht, wow! Das ist ein hartes Stück und wenn die Familie dahinter kommt, wird er sicherlich seines Lebtages nicht mehr glücklich und wird sich bald einen anderen Ort suchen müssen. Also da wird die Rache von Albert einfach sein, aber was gedenkt er sonst gegen die Grafenfamilie zu tun? Ich hoffe, er verbrennt sich nicht die Finger!

    Mir gefällt er auch sehr gut, vor allem, da mir fast alle anderen Personen, außer Konstantin, nicht so wirklich sympathisch sind.

    Hm, bei mir hält es sich eigentlich noch die Waage. Ich kann vielen Personen noch etwas Gutes abgewinnen und kann sie verstehen. Mir gefallen gerade die Personen in diesem Buch. Es gibt keine durchweg guten oder schlechten Personen. Sie alle haben so viele verschiedene Charaktereigenschaften und verhalten sich dem einen so nett und dem anderen so bösartig gegenüber, dass ich mich mit uneingeschränkten Sympathie, aber auch Antipathie Punkten doch sehr schwer tu.


    Auch Konstantin hat durchaus seine schwachen Ansichten. Wie er seine Pächter durch die Maschinen ersetzen will, ohne dass er darüber nachdenkt, was es für die Menschen bedeuten wird, wenn er weniger Arbeit zur Verfügung stellt...

    Warum mußten die Brüder sterben?

    Das hat mich auch ganz schön mitgenommen, aber immerhin durfte Milan überleben. Zwischenzeitlich habe ich sogar daran gezweifelt und wir haben Nok wieder bekommen!


    Diese Tormenos sind wirklich alle mit dem Zeug ausgerüstet, Helden zu sein. Ob das die Erziehung ist?

    Ich glaube schon. Wenn wohl auch eher eine indirekte Erziehung, aber die Familienehre scheint das so mitzugeben.

    Was macht sie denn dann mit ihren Schildmaiden, wenn es keine Kämpfe mehr gibt?

    Gute Frage, aber wahrscheinlich gibt es immer irgendwo Kämpfe, oder? Wenn nicht auf Cilia dann halt irgendwo anders. ;) In Deutschland lebt man ja auch angeblich seit 50 Jahren in Frieden. Wieso haben wir dann die Bundeswehr? Jaja, Frieden... :totlach:


    Ich finde es sehr ambitioniert, dass ihr die ersten beiden Bände noch einmal vor dem dritten lesen wollt. Es wäre in jedem Fall besser fürs Hirn, aber ich glaube nicht, dass ich das packe.

    Ich befürchte sonst, dass ich beim dritten Band völlig aussteige und bevor das Buch dann völlig an mir vorüber geht, starte ich doch lieber einen Reread, so dass ich das Buch dann genießen kann. Und Rereads lese ich meist auch immer etwas zackiger als beim ersten Mal. ;)

    Alexanders Unfall ist noch mal gut ausgegangen.

    Na ja, so ganz wissen wir das noch nicht, oder? Der Arzt geht zwar davon aus, dass alles verheilen wird, aber noch humpelt unser Alexander und muss auf Krücken laufen. So ganz traue ich dem Braten noch nicht.


    Nikolaus kommt zu Weihnachten nach Hause. Er benimmt sich wirklich abscheulich, bezeichnet Alexander sogar als Krüppel.

    Nikolaus ist mir auch sehr unangenehm. Wie er auf seinen Militärdrill stolz ist, der sich nicht gegen ihn richtet... So ganz zeugt das nicht von einem guten Charakter.


    Codein ist sehr verwandt mit Morphin und Heroin.

    Jap und Morphin wird ja auch heute noch verwendet. Also von daher wundert es mich nicht, dass man in der Anfangszeit auch Heroin verwendet hat. Ich bin mal gespannt, ob die Suchtgefahr sich bei Alexander bemerkbar machen wird.

    Die Familie ist auch wirklich nur dem Schein nach zusammengehörig. Eigentlich kocht hier jede*r sein eigenes Süppchen und pfeift auf die Familie. Ich kann Rebecca immer mehr verstehen. Es kommt mir auch alles reichlich verlogen vor.


    Besonders schockiert war ich über die Behandlung der Soldaten aus den "unteren Schichten". Haben Adelige sie wirklich so verdroschen? Das ist wirklich grausam, aber so wirklich kann Konstantin das noch nicht sehen. Rebecca öffnet ihm zwar immer mehr die Augen,aber sobald er sich dann wieder unter seinesgleichen bewegt, wird er unsicher. Wobei ich das sogar auch verstehen kann. Er hat das ganze System bisher nie infrage gestellt. Wieso sollte er auch? Es ging ihm ja gut damit. Durch Rebecca fängt er an, auch mal die andere Sichtweise einzunehmen. Allerdings muss man hier auch sagen, dass er das nur tut, weil ihm Rebecca gefällt. Ansonsten wäre es wohl nicht soweit her mit seiner empathischen Einstellung. Ja, aber das ihm dann die Argumente ausgehen, wenn er mit Befürwortern des jetzigen System spricht, ist verständlich. Die Aussage "Dann müssen Arbeiter*innen eben entsprechend geschult werden, damit sie mitreden können." ist ihm wohl vollkommen fremd, weil er soweit einfach (noch?) nicht selbst denken kann. Wo man natürlich auch fragen kann: Ach ja? Und ihr wollt die klügeren Menschen sein? :teufel:


    Und ich bleibe bei meiner Litanei: Konstantin sollte endlich mit der Wahrheit herausrücken, bevor es wer anders tut!


    Albert ist seinem Geheimnis auf der Spur und er vermutet ähnlich wie wir, dass er mit der Grafenfamilie verwandt sein könnte. Ich habe zwischenzeitlich mal überlegt, ob er evtl. auch der Sohn von Adolphis sein kann oder ist da der Altersunterschied nicht groß genug? Aber selbst weiß auch gar nicht, was er überhaupt herausfinden wird. Da bin ich wirklich mal gespannt.

    Wie er ein Geheimnisbund mit Bertha knüpft ist witzig. Bertha ist selbst nicht ganz frei von "Verfehlungen" und sollte wohl wirklich aufpassen, was sie nun verlauten lässt. Mit den eigenen Waffen geschlagen nennt man das wohl und dabei kennt Bertha nicht sein wahres Geheimnis.


    Julius' Mutter versucht zwischen ihrem Sohn und Katka zu vermitteln. Zumindest von dieser Seite aus steht einer Verbindung nichts im Wege, aber umso mehr stellt Feodora sich quer. Ich bin sehr gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Erstmal findet Katka einen Weg an ihrer Mutter vorbei mit Julius zu korrespondieren.


    Und ja, wie manche von euch richtig vermutet hatten, hat unser Herr Graf eine Affäre. Die beendet er zwar, aber so einfach will sie sich nicht damit abfinden. Ich würde mal sagen, Albert hat nun einen noch größeren Stein im Brett des Grafen. Mal schauen, was ihm das noch nützen wird.

    Darauf könnte ein Hinweis auf seine Herkunft stehen und er ist jetzt als Kutscher im Gutshaus und plant eine Art Vergeltung oder Rache ? So in etwa würde es für mich Sinn machen...

    Ein wenig frage ich mich aber noch, was so schlimmes passiert sein muss, dass er so sehr auf Rache aus ist. Dass jemand nach seinen Wurzeln sucht, klar, verstehe ich. Oder vielleicht ein wenig verärgert ist, aber ich habe schon das Gefühl, dass bei Albert da viel größere Gefühle eine Rolle spielen.

    Die industrielle Revolution war hauptsächlich ein Segen für die Arbeitgeber, und die Verbraucher, die sich die Waren leisten konnten.

    Da sagst du was. Die Leidtragenden waren immer schon die Arbeiter*innen in diesem System. Irgendwann änderte sich das dann immerhin mit der Einführung des Sozialsystems.

    Gerne hätte ich ihn gefragt, wie er denn meint, wie man Fahrrad fahren soll mit einem langen Rock. Dieser würde sich nämlich ständig in den Pedalen oder in der Kette verfangen. Idiot!

    Ganz einfach, gar nicht. Wenn Frauen Rad fahren, wo kommen wir denn dahin? ... Schlimm, diese Angst vor der weiblichen Emanzipation.


    Daß Irmgard Wiebke beim Schreiben- und Lesenlernen hilft, ist sehr großzügig. Wie wenig davon gehalten wird, daß Mädchen Lesen und Schreiben können, können wir von Pastor Wittekind erfahren. Frauen brauchen ja nur Rezepte lesen zu können.

    Oh, was für einen schönen Deal, die beiden da aushandeln. Das hat mich gefreut. Und der Pastor ist wirklich furchtbar. Rezepte lesen... Was für ein beschränktes Weltbild sich hier an vielen Stellen in Bezug auf Frauen auf tut. Das ist so traurig, aber leider auch so wahr. Vom Pastor halte ich im Allgemeinen eher wenig.


    Ausgerechnet Eugen schafft es, den Bullen zu beruhigen und seelenruhig mit ihm zurück aufs Gut zu spazieren. Hut ab.

    Eugen gefällt mir. Er hat wirklich ein Händchen für Tiere und nicht nur Albert sieht seinen Wert. Auch Konstantin ist wohl sehr beeindruckt und er durchschaut auch genau, dass Johann und seine Trinkerei Schuld an der Miserie ist. Das erleichtert mich, weil Eugen es nicht einfach unter Johann hat.


    Ich habe übrigens die Kotze- und die Eulenburg Affären nachgeschlagen.

    Vielen Dank dafür! :)


    Kaiser Wilhelm II hatte wohl inzestuöse Gedanken in Bezug auf seine Mutter.

    Das verwundert mich gar nicht, denn er hatte in vielen Sachen ein paar Probleme. Dass ausgerechnet mit ihm an der Macht die Monarchie im deutschen Reich unterging, wundert mich gar nicht.


    Oh, und ich habe immer stärker den Verdacht, dass sich Caspers an dem einbehaltenen Geld bereichert.

    Das sehe ich mittlerweile auch fast als bewiesen an durch die Gedanken von Mamsell Schott.


    Ich glaube eher, das er ein Kind haben will, weil er darauf steht und gerne Gewalt ausübt, und das lässt sich eine ebenbürtige Familie einfach nicht gefallen. Deshalb braucht er eine Familie die unter ihm steht,

    Gute Analyse von Ludwigs Charakter. Ich fand ihn so widerwärtig, dass ich mir über ihn gar keine weiteren Gedanken machen wollte. Aber ja, du hast Recht, es wird seine Gründe haben, warum er keine Adlige nimmt, die mehr auf "seiner Stufe" steht oder im vom Alter her viel näher ist. Eine pädophile Neigung kann man ihm wohl nicht ganz absprechen...


    Ich glaube, das das für Feodora besonders schlimm wird. Eine Welt, in der sie ihren so wichtigen Status verliert und nicht mehr all ihrer Launen nachgeben kann.

    Der Krieg wid schon viele Entbehrungen mitbringen, aber auch wenn das Gut bestehen bleiben wird und (was ich nicht weiß) Teil des deutschen Reiches bleiben wird, wird die Nachkriegszeit sicherlich auch schlimm für sie, wenn sie Zerbombte oder so aufnehmen müssen. Vielleicht wird ein Teil des Gutes auch ein Lazarett? Es gibt so viele Möglichkeiten und wahrscheinlich ist eine schlimmer als die andere für Feodora. Für sie wird es mit Sicherheit sehr hart.


    Selbst der Verwalter hängt am Althergebrachten fest. Es ist erstaunlich wie Menschen sich Neuem gegenüber so vehement verweigert haben.

    Beim Verwalter kann ich es sogar noch am meisten nachvollziehen, denn er hat ganz einfache Existenzängste. Wer hätte das nicht, wenn man seinen Job bedroht sieht und Angst hat, mit den technischen Erneuerungen nicht mithalten zu können? Ich komme ja aus einer Braunkohlegegend. Ich bin absolut für den Braunkohleausstieg, aber wenn ich kenne viele, die bei RWE in Braunkohlekraftwerken angestellt sind persönlich. Dass sie da persönliche Ängste haben, was den Ausstieg angeht, kann ich absolut nachvollziehen und so ist das für mich auch mit dem Verwalter. Und der ist noch nicht mal so abgesichert, wie die Angestellten von RWE.


    Die Monatslöhne waren aber sehr unterschiedlich, obwohl alle einen 12 Stunden Tag hatten.

    Wahnsinn, vor allem der Unterschied zwischen den Löhnen von den Frauen und den Männern, ...


    Ob Adolfphis ein Liebchen hat?

    Das würde mich nicht wundern bei der fehlenden Leidenschaft oder auch gar nur Anerkennung zwischen ihm und seiner Frau.

    Es passiert wirklich unglaublich viel innerhalb von ein paar Seiten - das gefällt mir. Ich mag dichte Geschichten, sofern sie dennoch nicht an Tiefe verlieren und das gelingt dir, liebe Hanna Caspian , ganz wunderbar!


    Das Gespräch zwischen Clara und Albert in der Küche gefällt mir sehr gut. Ich war schon im ersten Abschnitt über die Aussage verwundert, dass man in Fabriken mehr verdient, aber wie Albert zu bedenken gibt, hat man dort keine freie Kost und Logis und auch andere Vergünstigungen nicht, wie bspw. einen Arzt - also quasi eine altmodische Krankenversicherung. Tja, dafür gibt man aber auch Freiheit auf. Da ist die Frage, was man lieber möchte. Aber die Arbeit in den Fabriken war meistens auch wirklich gesundheitsgefährdend. Eine spannende Gegenüberstellung also, aber eigentlich sind beide Alternativen nicht wirklich reizvoll.


    Alexander ist mir in diesem Abschnitt mehr ans Herz gewachsen. Er hat eine Künstlerseele! Es ist nur die Frage, ob er sie auch ausleben darf oder sie zu eingeengt wird. Eigentlich sind alle vorgesehene Wege für ihn wenig reizvoll. Nun kam am Ende der große Unfall und ich bin sehr gespannt, was aus ihm werden wird. Ob er sein Bein behalten kann und ob es wieder vollkommen funktionstüchtig wird? Ich könnte mir fast vorstellen, dass er eine kleine Behinderung, vielleicht ein lahmes Bein, zurückbehält. Das könnte ihm dann in einem Jahr im ersten Weltkrieg auch das Leben retten, weil er sicherlich nicht eingezogen werden wird. Eine Militärlaufbahn wäre damit hinfällig. Ob er für den Staatsdienst noch geeignet wäre?


    Also der Pfarrer kann Albert also weiterhelfen und deswegen freundet er sich mit seiner Enkelin an. Aha, so weit, so gut. Das klingt wirklich fast danach, als ob er das Geheimnis wissen will, welches der Pfarrer preisgeben soll. Irgendwie scheint er mit der Grafenfamilie verbandelt zu sein - so zumindest meine bisherige Vermutung. Da würde es auch passen, dass er die Vorteile einer Anstellung beim Gut herausstreicht. Sympathisch hat mir seine Einstellung gemacht, dass Paula keine falschen Hoffnungen durch Gesten oder leere Versprechungen machen will. Was er allerdings nicht bedenkt, dass er ihr wahrscheinlich durch jede freie Minute seiner Zeit, die er mit ihr verbringt, ebenfalls Hoffnungen macht. Liebe braucht nicht unbedingt viel, um genährt zu werden. So oder so, Paula wird sicherlich am Ende enttäuscht sein.


    Konstantin ist ganz schön hin und weg von unserer Dorflehrerin und so ganz kalt lässt Konstantin Rebecca auch nicht. Aber ich fürchte, wenn er nicht bald von sich aus mit der Wahrheit herausrückt und sie über wen anders erfährt, dass er der Gutssohn ist, dann wird sie sicherlich nicht erfreut sein. Doch ich befürchte, dass es genau auf diesen Eklat herauslaufen wird. Ach Konstantin, auch wenn er denkt, er hat damit ein wenig Zeit gewonnen, so befürchte ich, wird er am Ende viel mehr verlieren. Aber ob er sich überhaupt gegen seine Mutter durchsetzen könnte und eine Sozialistin ehelichen dürfte? Das bleibt auf jeden Fall spannend!


    Katka hat auch ein sehr aufwühlendes Liebesleben. Immerhin ist sie von Albert weg und trifft auf Julius. Auch wenn er ein reicher Industrieller ist, so ist er immerhin noch passender als der Kutscher. ;) Ludwig benimmt sich hingegen grausam. Er vergewaltigt sie ja fast und dabei ist sie noch ein Kind! Wahrscheinlich noch nicht mal geschlechtsreif! Das ist wirklich widerwärtig! Und anstatt ihre Tochter mal in den Arm zu nehmen, soll sie schweigen, als sie ihrer Mutter davon erzählt. Wirklich, wirklich furchtbar und dabei fühlt Katka nur, dass da etwas falsch gelaufen ist, ohne wirklich zu wissen, was passiert ist. Da muss doch mal jemand mit dem Kind reden.