Beiträge von Eva V.

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.



    Frisch von der Buchmesse zurück, lese ich jetzt gerade deinen Beitrag und freue mich riesig, dass der Roman dich so gut unterhalten hat!


    Noch zu dem von Anneke belauschten Gespräch zwischen Rembrandt und Saskia in der Küche: Tatsächlich hatte Rembrandt wirklich das getan, was Saskia Anneke erklärte, als sie diese beim Lauschen ertappte: das Bleiwasser für Farbexperimente einkochen (S. 227), während das, was er mit "schauerlichem Lachen" äußerte (damit den Wein für Versluys zu vergiften), tatsächlich nur ein Scherz war. - Was Anneke natürlich stark anzweifelte, nachdem Versluys wenig später an Gift starb.


    Und ja, die Mathematik :-) Noch nie fand ich eine Recherche für einen Roman so dermaßen schwierig, denn ich musste ja einen Mathematiker des 17. Jahrhunderts in Szene setzen, die einen ganz anderen Erkenntnishorizont hatten als etwa heutige Wissenschaftler. Ich bin aber angesichts meiner beschränkten mathematischen Begabung sehr stolz darauf, dass ich alles selbst gefunden und ausgearbeitet habe, was ich für die Story brauchte :-)

    Der zu Rate gezogene Fachmann hat es erst am Ende begutachtet - und für zutreffend befunden :-)


    Vielen Dank, dass du an der Leserunde teilgenommen hast, und noch ein schönes Wochenende!

    Eva

    Tatsächlich dauerte es doppelt so lange :-) Die meisten Jungs kamen schon mit 12 in die Lehre, manche sogar früher.

    Das könnte man quasi vergleichen mit einem Studium heute, das die Eltern ihren Kindern voll finanzieren. Wenn also früher die Eltern selbst "nur" einfache Arbeiter ohne Lehre waren, dann hatten sie kaum eine Chance ihren Kindern eine Ausbildung zu finanzieren.

    Bei längerem Nachdenken könnte man fast sagen: "Es hat sich nur wenig geändert in diesem Punkt."

    Früher hatten manche Kinder Glück einen reichen "Gönner" zu finden, der ihre Ausbildung finanzierte - heute können Stipendien oder Bafög beantragt werden. Beides sind aber auch keine leichten Wege und mit Bedingungen verknüpft.


    Ja, das Studium ist ein super Vergleich!

    Aber für Pieter hat sich durch diese Ausführungen von Anneke diese letzte "Unbekannte" in seinen Berechnungen ergeben. Wie auch immer er das gerechnet hat - Ich will es lieber gar nicht wissen. :lachen:

    Wenn ich jetzt noch richtig im Kopf habe, ging es eher um die Andeutung "Sie will frei für einen anderen Mann sein". Also Anneke meinte damit Saskia, aber Pieter hat sofort an Judith gedacht und so kam eins zum anderen. Ich glaube, er hätte so ein Motiv vorher nicht für möglich gehalten. ;)

    Ja, in genau diesem Moment ging ihm ein Licht auf :-)

    Tatsächlich dauerte es doppelt so lange :-) Die meisten Jungs kamen schon mit 12 in die Lehre, manche sogar früher.

    Puh. das klingt ja ewig ... waren andere Handwerke auch so lange zu lernen?

    War es eigentlich schwierig dazu zu recherchieren oder hat man da gute Quellen bzgl Malerausbildungen im 17. Jahrhundert

    Es gibt sehr gute Sachbücher zum "Goldenen Zeitalter" der Niederlande, insbesondere auch zum Thema Kunst, wo u. a. auch die Ausbildung der Maler thematisiert wird. Auch in diversen Rembrandt-Biografien finden sich immer wieder auch Angaben über ihn als Lehrherr, auch zu Dauer und Kosten der Ausbildung. Andere handwerkliche Berufe habe ich bei den Recherchen nur am Rande gestreift, aber ich meine mich zu erinnern, dass die Lehrzeit dort im Schnitt kürzer war, je nach Beruf bis zu fünf Jahre. Grundsätzlich musste Lehrgeld gezahlt werden, d. h. die Lehrlinge verdienten in der Zeit nichts.



    Es freut mich, dass das Buch dir so gut gefallen hat!

    Für das Hörbuch ist der Roman tatsächlich ziemlich gekürzt worden; ich müsste nochmal nachschauen, was in Bezug auf Judith alles vom Verlag entfernt wurde. Wichtige Hinweise waren z. B. in den Szenen enthalten, in denen es um das Bild in Laurens' Bettkasten ging - da wurde schon deutlich, wie wichtig ihm Judith war. Und in der Szene, als sie in Rembrandts Werkstatt auftauchte - da himmelte er sie offen an. Bei der Vorbereitung von Pieters Einsatz in Versluys Haus (wo er Judith malen sollte) hatte er ja auch intensiv seine Finger im Spiel. Es gab also viele versteckte kleine Zeichen :-)
    (Von denen vielleicht nicht alle im Hörbuch enthalten sind).


    Wenn du das Nachwort noch gern lesen willst, hätte ich einen Tipp: Bei Amazon kann man auf der Produktseite mit "Blick ins Buch" (einfach auf das Cover klicken) nicht nur den Anfang des Romans lesen, sondern (seltsamerweise) auch den Schluss und das komplette Nachwort :-)

    Es war sehr schön, Pieter kennenzulernen und ich hoffe, wir lesen wieder von ihm.

    Es war auch sehr schön, mit Euch allen zu rätseln und spekulieren!

    Und natürlich war es ganz toll, immer wieder von Dir, liebe Eva zusätzliche Infos zu bekommen!

    Herzlichen Dank Euch allen! :danke:

    Vielen Dank für das Lob! Und ich danke DIR für die Teilnahme und fürs Mit-Spekulieren!

    Eva

    Vielen dank für die ausführliche Erklärung zur Farbherstellung damals und zu Rembrandts bevorzugten Maltechniken.

    Man kann sich das heute wirklich kaum noch vorstellen, wie schwer es damals war Farben herzustellen. Auch das die Farben verblassten mussten die Künstler bedenken.

    So gesehen kann man gut verstehen, dass damals die Malerei wirklich wie ein Handwerk in 3 langen Lehrjahren erlernt werden musste.


    Tatsächlich dauerte es doppelt so lange :-) Die meisten Jungs kamen schon mit 12 in die Lehre, manche sogar früher.

    Eva ich muss dir ein dickes Lob und Danke für dieses tolle Buch aussprechen<3. Alles ging ineinander fließend über. Die Geschichte war mit tollen historischen Informationen bestückt,die mich um einiges schlauer werden ließen. Und natürlich nicht die Spannung zu vergessen, ich mag es wenn bis zum Ende alles offen bleibt. Das hast du grandios gemeistert.

    Danke auch für die ausführlichen Erläuterungen, wie es zu diesem Buch gekommen ist,das hätte mich ja interessiert wie ein Autor sich entscheidet.


    Hier noch ein Bild von dem Rätsel, welches Mareikije besaß. Was für ein Meisterwerke.


    Vielen Dank für das Lob, so lässt es sich doppelt fröhlich in den Feierabend starten! Und danke auch für den Link zu Dürers Bild, in dessen Betrachtung man wirklich versinken kann, auch als Nicht-Mathematiker!

    Danke an dich, liebe Eva, für dieses wundervolle Buch und das ich Pieter kennenlernen durfte, ich werde ihn nicht vergessen, er ähnelt in so vielem meinem Kind...:danke:





    Ich habe DIR zu danken. Wie schon gesagt, es berührt mich besonders, dass du meinen Pieter ins Herz geschlossen hat. Es fühlt sich an, als wäre ein Stück Seele von mir über ihn in die Geschichte geflossen und bei dir als Leserin gelandet. Dieses Glück hat man als Autor nicht mit jedem Buch, insofern ist es auch für mich einzigartig.

    Pieters volles Lachen am Ende hat ich toll im Ohr und ich musste das Buch erstmal weglegen und die Szene in mir nachklingen lassen, bevor ich das Nachwort gelesen habe.


    Das Nachwort hat mir gut gefallen. Es klärt den Leser kurz und knapp über Fiktion und Realität auf und enthält noch das ein oder andere persönliche Detail. So gefällt mir das immer. Es ist spannend, nicht zu trocken und enthält das Wichtigste. Fragen blieben für mich da nicht mehr offen.

    Es freut mich sehr, dass das Ende dir gefallen hat und dass auch das Nachwort dir zugesagt hat! Es "passt ja nicht bei jedem Roman, ein Nachwort zu schreiben, aber in dem Fall war es mir sehr wichtig, ein paar persönliche Worte dazu zu sagen, vor allem zu meinem "Buchkind" Pieter, der mir von Anfang an so seltsam vertraut war. Und zur Mathematik, die ich im Laufe des Romans hassen und lieben gelernt habe.

    Zu den düsteren und dunkel wirkenden Bildern Rembrandts gibt es eine Erklärung - das nennt sich in der Kunst Chiaroscuro (Hell-Dunkel) und war seine Art zu malen, also eine Szenerie oder ein Sujet quasi zu "beleuchten", indem er es aus einer dunkleren Umgebung hervortreten lässt

    Guten Morgen, Eva V. Auch ein früher Vogel. :)


    Ja, darüber habe ich schon mal einen Bericht im Fernsehen gesehen. Hochinteressante Technik. Machte das nicht auch Caravaggio und ? Diese Lichtpunkte in Szenen sind wirklich faszinierend. Ich muss da von Rembrandt an die Nachtwache denken. Das habe ich z.B. schon in echt gesehen und es ist genial.

    Die frühen Vögel fangen bekanntlich die Würmer (in meinem Fall aber eher Kaffee :-)


    Und ja, die Technik des Hell-Dunkel-Kontrastes wurde durch Caravaggio bekannt, aber auch Leonardo da Vinci hat sie schon benutzt.

    In Rembrandts Nachtwache kommt sie eindrucksvoll zum Ausdruck, aber ganz besonders auch bei dem im Roman vorkommenden Simson (hängt übrigens im Städel, wo sich ein Besuch auch wegen der gerade laufenden Rubens-Ausstellung lohnt!)

    Hallo ihr Lieben,


    ich wollte mal rasch ein paar Samstagsgrüße in die Runde werfen und euch sagen, mit welchem Vergnügen ich gerade eure Spekulationen verfolge! Im Geiste sehe ich mir selbst dabei noch mal über die Schulter, wie ich die Story ausgetüftelt und dabei gefühlte tausend Zettel mit Hinweisen, falschen Fährten, Motiven und logischen Zusammenhängen vollgekritzelt habe :-)


    Herzlich,

    Eva


    Zu den düsteren und dunkel wirkenden Bildern Rembrandts gibt es eine Erklärung - das nennt sich in der Kunst Chiaroscuro (Hell-Dunkel) und war seine Art zu malen, also eine Szenerie oder ein Sujet quasi zu "beleuchten", indem er es aus einer dunkleren Umgebung hervortreten lässt (dafür brauchte er z. B. viel Bleiweiß :-)). Mit den Kosten der Farbherstellung hatte das weniger zu tun. Das war zwar teuer, aber nicht deshalb sparte Rembrandt an Farben, sondern weil er es nicht besonders "bunt" mochte. "Knalligere" Farben verblassten außerdem meist schnell, und oft war es auch schwierig, den Farbton mit den damals zur Verfügung stehenden Farbtönen naturgetreu zu treffen, etwa bei Gelb. Das geriet im siebzehnten Jahrhundert oft zu blass und sah manchmal eher buttrig aus als etwa zitronen- oder sonnenblumengelb. Man kann sich heute bei der unendlichen Vielfalt chemisch hergestellter und dauerhaft haltbarer Farbtöne kaum vorstellen, wie schwierig es damals war, Farben herzustellen und sie so abzumischen, dass sie die in der Natur vorkommenden Farbtöne genau trafen und Jahre später immer noch frisch wirkten. Insofern wundert es nicht, dass die Lehrzeit bei der Ausbildung zum Kunstmaler seinerzeit so lange dauerte.

    Hm, vielleicht habe ich das falsch verstanden, aber ich dachte es tauchen nur Dinge auf, die aus Quaeckels Wohnung stammen und nicht die Dinge, die Anneke aus Rembrandts Haus hat mitgehen lassen?

    Das habe ich anders verstanden , ich dachte das wären die Dinge die Annegret hat mitgehen lassen

    Die Dinge, die Pieter in Rembrandts Kabinett entdeckt (und dann im Plumpsklo entsorgt), hatte er vorher in Quaeckels Haus gesehen. Wie sie in Rembrandts Kabinett gelangten, wird erst später aufgeklärt :-)


    Die Gegenstände hingegen, die nach Annekes Flucht in Rembrandts/Saskias Besitztümern fehlen, tauchen nicht wieder auf.


    Herzlich,

    Eva