Beiträge von Nora Luttmer

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Zum Ende möchte ich hier etwas sagen: Ich habe für Dunkelkinder in der "Realität" recherchiert. Diese Geisterkinder gibt es wirklich, und es ergeht ihnen ähnlich -wenn nicht schlimmer. Ein Happy-End, das zufrieden stellt, würde ich mir hier wünschen. Aber es würde leider so gar nicht zur Realität passen. Und daher irgendwie auch nicht zu Dunkelkinder.

    Das mit dem Fenster gefällt mir, ist eine schöne Vorstellung. In Vietnam war ich einmal im Dorf einer ethnischen Minderheit, da wurde, als ich ankam, erst einmal ein Ritual vollzogen, um meine Seelen (oder so etwas wie die Teile meiner Seele) zusammen zu rufen - es hätte ja sein können, dass etwas auf der Reise irgendwo hängen geblieben ist.

    Und was die Charaktere angeht: Irgendwie ist es vermutlich so, dass mein Bild der Charaktere sich beim Schreiben immer mehr verfestigt, und dann passt vielleicht eine Reaktion, die ich mir anfangs für die Person ausgedacht habe, gar nicht mehr. So, wie wenn man eine "echte" Person besser kennenlernt.

    Wenn ich Zeit habe, setzte ich mich am liebsten direkt morgens an den Schreibtisch und fange an. Wie ein Bürojob sozusagen. Und ohne große Mittagsverabredungen/Unterbrechungen, dann komme ich durcheinander und brauche wieder ewig um reinzukommen. In Cafés schreiben, wie viele es ja wohl tun, kann ich leider nicht.

    Ein Großteil der Vietnamesen sind Buddhisten. dabei mischen sich aber oft Buddhismus mit Taoismus und Konfuzianismus. Ein ziemlich verstricktes Religionssystem (oder wie man das jetzt nenne soll), nicht unähnlich von China. Oder zumindest von dem China vor der Kulturrevolution. Sam versucht mit dem Stein der Seele einen Weg aufzuzeigen, so dass sie nach Hause findet. Die schlimmste Vorstellung ist es, dass die Seele nicht Nachhause findet und dann irgendwann hungrig durch die Welt irrt. Namen, Heimatort und Lebensdaten spielen dabei eine wichtige Rolle.

    Bei meinen ersten Krimis hatte ich nur eine grobe Idee und dann geschaut, wo es hingeht. Bei Dunkelkinder habe ich die Geschichte auf wenigen Seiten entworfen. Also geplant. Den Plan habe ich dann aber an vielen Stellen auch wieder verworfen. Also auch hier geschaut, wo mich das ganze hinbringt. Auch wenn es seltsam klingt, die Figuren machen manchmal wirklich, was sie wollen. Ich hatte zB Ideen für Mia, und dann kam es mir nicht richtig vor, dass sie so handelt. Das habe ich dann angeglichen, umgeschrieben.

    Polizisten brauchen einen Übersetzer und dann kommt einer. Wer prüft eigentlich, wie vertrauenswürdig die sind? Aber es kann ja trotzdem sein, dass es x-mal funktioniert und dann ist er selbst betroffen und manipuliert.


    Das mit den Übersetzern ist ein bisschen wie bei einer Einstellung.So eine Art offizieller Check, das geht normalerweise nicht von demjenigen aus, der den Übersetzer braucht, sondern von einer übergeordneten Stelle.

    Hallo Miriam, ja, es ist spannend. Und ich bin immer kurz davor das ein oder andere zu kommentieren. Aber das geht natürlich nicht. Eines möchte ich hier aber sagen: Übersetzer für die Polizei werden, bevor sie den Job bekommen, üblicherweise ziemlich genau durchgescannt. Und ich weiß von der Polizei in Berlin, die ja va in den 1990ern viel mit Vietnamesen zu tun hatte, dass da wenig Vertrauen in Übersetzer war. Sie stehen ob zwischen den Stühlen, was ja auch nicht so einfach ist. Aber wenn dann mal jemand wirklich "abgesegnet" ist, wie es auch in Liens Fall der Fall ist (sie arbeitet ja schon länger für die Polizei) kommt man da nicht unbedingt auf die Idee ... Und manchmal ist es hilfreich, die Übersetzer reden zu lassen anstatt die ganze Zeit hin und her zu übersetzten, das schafft bei den Befragten wenig Vertraune ....aber ja,... Vertrauen ist hier ja eh das Problem

    Hallo, hier zu Euren Gedanken über die Kapitel kann ich als Autorin ja leider nicht viel sagen. Das würde nur spoilern. Obwohl es natürlich hier und da verführt, die Schlussfolgerungen zu kommentieren.;) Ich finde es auf jeden Fall sehr spannend, wie ihr das seht und mitdenkt/vorausdenkt. Wenn ihr aber sonst Fragen habt, immer gerne!

    Und was die Recherche angeht: Ich liebe es zu recherchieren und mich in ein Thema hineinzuarbeiten. Auf das Thema für Dunkelkinder bin ich über einen Zeitungsartikel in einer englischen Tageszeitung gekommen. Das hat mich sofort interessiert. Und da habe ich dann angesetzt und weiter gesucht. Und auch einige Fälle von solchen Cannabisplantagen in Deutschland gefunden. Sehr oft waren Vietnamesen involviert, nicht unbedingt Kinder, aber doch junge Erwachsene. Und wer weiß, vielleicht gibt es auch hier Kinder, die auf solchen Plantagen arbeiten, genauso wie in England. ?? Und auch das mit dem Bunker gab es als Zeitungsartikel, lustiger Weise aber erst, nachdem das Buch fertig war. Ich habe also (leider) der Wahrheit vorausgeschrieben.