Beiträge von RebeccaM

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

    Ansonsten bedanke ich mich nochmal bei allen Teilnehmerinnen! Es war wirklich eine tolle Runde und wenn du, RebeccaM , nochmal Interesse an einer Leserunde hast, kannst du dich jederzeit an uns wenden. Die Runden mit dir sind wirklich immer etwas ganz Besonderes! :-*

    Ich bedanke mich bei Euch ganz herzlich und es ist jetzt keine "Schleimerei" ;-), wenn ich sage, diese Leserunden hier für mich am interessantesten sind und mir am meisten Spaß machen. Ihr geht immer so sehr auf die Figuren und die Handlung ein, oft sind es nur kleine Passagen, über die Ihr Euch Gedanken macht und diese mit allen teilt. So entstehen weiterführende Diskussionen, nicht selten schweifen wir auch etwas vom Thema ab - und das ist gut so. Auch freue ich mich, wenn ich von den Hintergründen eines Romans mehr erzählen darf und spüre Eure Interesse, auch wenn ich mal etwas sehr ausführlich werde ;-)

    Wir Autor/-innen sitzen ja allein in unseren stillen Kämmerchen ganz allein, da ist es erfrischend und aufbauend, so hautnah den Kontakt zu Euch Leser/-innen zu haben, und zwar nicht erst, wenn ein Buch durchgelesen ist. Während des Lesens entstehen ja ganz andere Eindrücke, wenn man das Ende noch nicht kennt. Für mich ist es wichtig zu erfahren, wie wirken einzelne Passagen und Szenen, die an dieser Stelle für das Ende wichtig sind, an dieser Stelle, wenn Ihr eben noch nicht wisst, warum das gerade jetzt geschieht.

    Da weitere Romane anstehen, freue ich mich natürlich, wenn ich mal wieder eine Leserunde mit Euch machen darf!

    Ihr Lieben,


    nun am Ende dieses Romans, wisst Ihr, dass die wichtigsten Figuren, die Handlungsorte und auch Handlungsstränge real sind.

    Als Leser macht man sich eigene Vorstellungen über das Aussehen der Figuren und der Orte, oft möchte man gar keine realen Bilder dazu sehen.

    Bei Dropbox habe ich dennoch einige Fotos für Euch zusammengestellt. Wenn Euch reale Gesichter einiger Figuren und Aufnahmen aus Masuren interessieren, dann klickt auf den u.s. Link und meldet Euch bei Dropbox an.

    Verständlicherweise gibt es kaum Aufnahmen von vor 1945. Die, die ich habe, stammen von Luise, die rechtzeitig in den Westen gegangen ist und private Dinge, wie auch Bilder, hat mitnehmen können. Hedwig konnte kaum etwas mitnehmen, bzw. musste auf der Flucht auch alles, was sie nicht in ihrem Mantel eingenäht hatte, zurücklassen.


    Wenn Ihr aber Eure eigenen Vorstellungen lieber behalten möchtest, wofür ich volles Verständnis habe! – dann ignoriert diesen Post einfach :-)



    https://www.dropbox.com/scl/fo…kNRCOmYy5GnVgNDquE_r&sm=1

    Schade fand ich auch, dass Grete als Hilfsarbeiterin Akkordarbeit verrichten musste. Sie war so schlau in der Schule und hatte durch den Krieg nicht die Möglichkeit einen Abschluss zu machen

    Nach dem Krieg gab es nur Eines: Geld verdienen, um zu überleben. Sicher gab es auch Menschen, die die Schule fortsetzen und sogar studieren konnten, die Umstände von Hedwig und Margarethe ließen das aber nicht zu. Margarethe hat zwar sehr hart arbeiten müssen, sich aber stets weitergebildet und gelesen, gelesen und nochmals gelesen. Auch wenn sie keinen Schulabschluss hatte, war sie eine sehr gebildete Frau, die bei fast jedes Thema mitsprechen konnte.

    Wenn es nicht tatsächlich so passiert wäre, hätte ich fast gedacht, dass die Autorin vielleicht einen Hang zu krassen Happy Ends hat.

    :-) Manche Geschichten benötigen ein krasses Happy End (guter Ausdruck!), es kommt immer auf das Genre an. In diesem Roman hätte ich Auguste aber nicht überleben lassen, wenn es nicht wirklich so geschehen wäre. Tatsächlich zögerte ich anfangs, es zu schreiben, gerade, weil es so unglaublich klingt.

    Einen ganz großen herzlichen Dank für Euer Mitlesen, Eure Kommentare, unseren regen Austausch, der weit über den Inhalt das Romans hinausgeht (gerade dieser macht Leserunden hier immer zu etwas ganz Besonderem für mich!) und für Eure bisherigen wundervollen Rezensionen! Es freut mich sehr, dass Euch der Roman so gut gefallen hat und auch danke, dass ihr Hedwig auf ihrem Weg, auf dem sie viele ihrer Träume aufgeben musste, derart engagiert begleitet habt!

    Durch dieses Buch hast Du ihnen gewiss ebenfalls eine Freude gemacht. So wurde ihre Geschichte erzählt und geht nicht vergessen. Viele werden nun an sie denken und ich bin sicher, beide sind stolz auf DIch, denn Du hast diese Aufgabe wunderbar gemeistert

    Danke für Deine Worte. Ich denke, dass sie es wissen und hoffentlich stolz auf mich sind.

    Die Erwähnung der Wolfsschanze hat gleich Bilder in mir hervor gerufen, wie Hitler sich dort oft präsentiert hat

    Bei meiner Recherchereise besuchte ich natürlich auch die Überreste der Wolfsschanze. Obwohl ich im Vorfeld viel darüber gelesen, Fotos und Dokumentationen gesehen habe, obwohl der Tag, an dem ich dort war, sonnig und sehr warm gewesen war - es traf mich wie ein eiskalter Schlag. Auch wenn nur noch Ruinen erhalten sind (die Deutschen haben die Wolfsschanze beim Rückzug aus Ostpreußen selbst in die Luft gesprengt, damit die Anlage den Russen nicht in die Hände fällt), war auf Schritt und Tritt all das Grauen, was dort geschehen ist, gegenwärtig. Ja, ich hatte sogar das Gefühl, dass die Temperatur einige Grad kälter war, als zwei, drei Kilometer entfernt. An diesem Tag waren viele Besucher dort, ich hörte die unterschiedlichsten Sprachen: Polnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch - trotzdem war es sehr ruhig, man sprach sehr leise miteinander, fast wie in einer Kirche.

    Die Vorstellung, auf den selben Wegen zu gehen, wie Hitler und Konsorten, bereitete mir ein so großes Unbehagen, dass ich für den Rest des Tages tatsächlich Magenschmerzen und keinen Appetit mehr hatte.

    Und gerade Hitler hatte halt nur eine wahllos angelesene Halbbildung. Guck mal nach seinem Abschlußzeugnis, da wird's dir schwindelig.

    Hitler wolle ja Kunstmaler werden, dafür hat sein Talent nur nicht ausgereicht. Er gab sich sogar offiziell als "Kunstmaler" und "Schriftsteller" aus. Vom Künstler zum verrücktem Massenmörder - was für eine Karriere ... :-(

    Hier habe ich mich wirklich gefragt, was Karl erfahren hat, das ihn zu dieser Kehrtwende veranlasst hat. War es wirklich nur die Außenpolitik? Er hat Hitler auch persönlich kennengelernt. Vielleicht hat er auch allgemein gemerkt, was für ein kranker Kopf er ist und wie er sich in seiner Welt verrannt hat. Ich könnte mir zudem auch vorstellen, dass er durch den Umgang mit den Zwangsarbeitern nochmal einen ganz anderen Einblick in die Massenvernichtung gewonnen hat und auch wenn sein Hass auf die jüdische Bevölkerung groß war, ist es ja trotzdem nochmal etwas ganz anderes, sie so systematisch hinzurichten.

    Ja, während seiner Arbeit in der Wolfsschanze bekam Karl mit, wie mit den Zwangsarbeitern umgegangen wurde und ich denke, er hat auch nach und nach erfahren, was sonst im Deutschen Reich geschieht. Dass er Hitler persönlich begegnet ist, ist als wahrscheinlich anzusehen.

    Der Hauptgrund des Attentats vom 20. Juli war, den Krieg zu beenden. Vielen Personen, gerade in Führungsposition so wie Graf von Stauffenberg, war es klar, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen war - gleichgültig, was Hitler sagte und von seiner "Wunderwaffe" sprach. Sie wusste, eine Fortführung der Kämpfe waren sinnlos, würden weiteren Millionen Menschen das Leben kosten und die Konsequenzen einer Niederlage verschlechterten sich von Monat zu Monat, wenn der Krieg andauerte. 1944 kamen die ersten, verhaltenen, Stimmen auf, dass Hitler vielleicht wahnsinnig war - selbst von Leuten aus seiner näheren Umgebung. Ihn aber einfach abzusetzen, war unmöglich, daher wurde geglaubt, dass mit seinem Tod das sinnlose Morden endlich ein enden hätte. In Berlin standen ja schon Truppen bereit, die auf die Nachricht des Todes des Monarchen warteten, um dann den Reichstag zu besetzen, alle Anhänger Hitlers zu verhaften und die Kapitulation zu unterschreiben.

    Ob das wirklich so funktioniert hätte, wäre Hitler bei dem Attentat gestorben, bleibt dahingestellt.

    Ob

    Ich glaube, mein Dozent könnte dir bei dieser Frage wahrscheinlich weiterhelfen, der arbeitet in der Zentralen Stelle in Ludwigsburg und ist bei dem Thema Spezialist: PD Dr. Martin Cüppers. Er gibt Vorlesungen, die auch für Gasthörer offen sind. Zur Not kann ich auch gucken, was er anbietet und Dir Bescheid geben.

    Sehr gern! Bei der Recherche zu "Winterrosenzeit" war ich sogar bei der zentralen Stelle für Kriegsverbrechen in Ludwigsburg (die in dem Roman eine Rolle spielt) und führte ein interessantes und informatives Gespräch mit einer Dame, wie es in den 1960ern war, als viele der Kriegsverbrecher ja noch am Leben und "untergetaucht" waren.

    Ist der Raubüberfall Fiktion oder gab es ihn tatsächlich?

    Leider ist dieser Handlungsstrang keine Fiktion. Margarethe bewahrte allerdings zwei Briefe auf, die Max ihr aus dem Gefängnis schrieb und darin um Verzeihung bat. Verziehen hat sie ihm zwar nie, auch hat sie ihm nie zurückgeschrieben, aber seltsamerweise diese Briefe aufbewahrt ... Heute befinden sie sich in meinem Besitz.

    Ich muss ja gestehen, als wir und Grete erfahren, was Antonio für ein durchtriebener Dreckskerl ist, dachte ich, das ist jetzt aber ganz schön heftig, was Rebecca der armen Magarethe zumutet und ob das im realen Leben wirklich so geschehen würde. Um dann im Nachwort zu erfahren, dass es genau so geschehen ist, was mal wieder zeigt, dass das Leben die unglaublichsten Geschichten erzählt.

    Ja, in einem rein fiktiven Roman hätte ich Margarethe jetzt durchaus auch mal glücklich "werden lassen", ich wollte die Realität aber nicht verfälschen.

    Ich war absolut überrascht, als ich im Nachwort erfahren habe, dass das vorliegende Buch die Lebensgeschichte deiner Mutter und Großmutter erzählt - vielen lieben Dank, dass du diese spannende Geschichte mit uns teilst, liebe Rebecca :*

    ich danke Dir! Genau das war mein Wunsch: Dass Leser während des Lesens nicht ahnen, dass diese Geschichte nicht fiktiv ist. Es sollte ein Unterhaltungsroman werden, keine reine Lebenserzählung. Der Verlag und ich haben auch sehr schnell beschlossen, das Buch nicht damit zu bewerben, dass es die Geschichte meiner Familie ist, es allerdings im Nachwort anfügen. Das war mir dann schon wichtig.

    Und was mich auch immer abgestoßen hat: wenn sie von früher erzählte, kam unweigerlich der verbitterte Vorwurf, dass die elendigen Russen und Polen ihnen alles genommen und rausgeworfen hätten (die schlimmeren Beschimpfungen führe ich hier nicht auf).

    Das kenne ich ebenfalls. Nicht aus meiner Familie, aber von Anderen habe ich häufig mitbekommen, dass sie bis zum Tod eine Abneigung gegen alles aus dem Osten hatten. Eine mir bekannte Frau, die nach Schlaganfällen körperlich auf Pflege angewiesen, geistig aber noch voll da war, lehnte es ab, eine polnische Pflegekraft in ihr Haus aufzunehmen, obwohl das für alle das Beste gewesen wäre. "Ein Pollackin" kommt mir nicht her!", waren ihre Worte. Sie ging lieber in ein Pflegeheim ...