Autor Thema: Fazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 1009 mal)

Offline smyrill

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß zeitnah euer Fazit hier einstellt. Bitte nicht erst Wochen nach der Leserunde.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten.
Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen !

Offline Buchzauber

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An dieser Stelle möchte ich mich für die liebe Betreuung in der Leserunde durch die Autorin bedanken. Das Buch hat sich so schnell gelesen und war so spannend, da würde ich mich sehr freuen wenn es einen Fortsetzungsroman geben würde.

Hier nun auch meine Rezi. Vom mir gibt es 5 / 5 Sternen

Mit ihren historischen Roman "Die Bernsteinbraut" entführt die Autorin Gabriele Breuer den Leser nach Rügen ins 13. Jahrhundert.

Inhalt:
Antonia ist wohlbehütet als Kaufmannstochter in Stralsund aufgewachsen. Doch dann kommt ihr Vater von einer Reise nicht mehr heim. Sein Leichnam wird am Strand von Rujana gefunden. Nach der Beerdigung verweilt Antonia noch einpaar Tage dort und lernt dabei den Bernsteintaucher Jaramir kennen. Sie mag ihn sehr, wird aber von ihren Bruder gezwungen den herrischen und unberechenbaren Conrad von Drachenfels zu ehelichen.

Kaum im Siebengebirge angekommen kommt Antonia den schrecklichen Machenschaften ihres Gatten auf die Spur. Bald schon begegnet sie auch Jaramir wieder den Conrad verschleppt hat und in seinem Steinbruch für sich arbeiten läßt. Gemeinsam schmieden sie einen Fluchtplan.

Meinung:
Durch sehr viel Handlung wirkt der Roman sehr spannend und fesselte mich von der ersten Seite an.

Schreibstil:
locker, leicht und klar verständlich ... so liest sich der Roman sehr schnell und flüssig

Charaktere:
die Hauptportagonistin kam mir stellen Weise etwas zu naiv rüber, ansonsten wirken aller Personen authentisch und realistisch

Es hat mir sehr viel Freude bereitet diesen Roman zu lesen. Man schlittert von einem Spannungspunkt zum nächsten und so kommt garantiert keine Langeweile beim Lesen auf.

Fazit:
... spannende, fesselnde Handlung, so sollte ein historischer Roman sein.

Offline Rosenprinzessin

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Vielen Dank! Es hat mir viel Spaß gemacht, mit Euch zu lesen!  :winken:

Zum Buch:

Rügen um 1310: Ganz überraschend verliert Antonia ihren Vater; seine Leiche wird am Strand angespült. Nun steht die Kaufmannstochter plötzlich ganz alleine da. Ihr Bruder Severin gehört dem Deutschorden an und möchte seine Schwester schnellstmöglich verheiraten. So wird Antonia gegen ihren Willen mit Conrad von Drachenfels vermählt und zieht auf seine Burg ins Siebengebirge. Dort kommt sie dahinter, dass Conrad Christen als Sklaven für sich in seinem Steinbruch schuften lässt. Darunter ist auch Jaramir, der Antonias Herz höher schlagen lässt. Sie möchte ihm und den anderen Sklaven helfen...

Mein Leseeindruck:

"Die Bernsteinbraut" ist ein Historischer Roman ganz nach meinem Geschmack. Ich habe mich während des Lesens in die Zeit zurückgesetzt gefühlt und konnte mit Antonia mitfühlen. Die Figuren sind alle sehr gut beschrieben, so dass ich mir von ihnen ein gutes Bild machen konnte. Auch wirkten sie auf mich alle sehr authentisch.

Der Schreibstil von Gabriele Breuer ist sehr angenehm, sehr leicht und unkompliziert. Das Buch hat sich schnell und flüssig lesen lassen; ich konnte meinen Alltag beim Lesen komplett vergessen und ganz in die Geschichte eintauchen.

Die Handlung hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Die Geschichte ist sowohl spannend als auch romantisch, dabei nachvollziehbar und gut ausgearbeitet. Mir hat es viel Spaß gemacht, Antonia auf ihrem Weg zu begleiten, und ich möchte auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen!
Lesen aus Leidenschaft

Offline smyrill

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Die Bernsteinbraut hatte mich direkt auf den ersten Seiten gefangen, Antonia, die Protagonistin war mir direkt sympathisch und ihr Leben wurde sehr gut dargestellt.
Im Laufe des Buches wurde es mir an einigen Stellen "zu viel"... zu viel der Zufälle (so daß die Geschichte für mich immer mal etwas konstruiert wirkte) ... zu viel der "gestörten Personen" (weil dies dann die Erklärung für ihr Handeln war, das ich ohne diese auch nicht hätte nachvollziehen können, die mir aber in der Häufung dennoch nicht gefielen) ... zu viel der Brutalität , die ich auch an mehreren Stellen dann wirklich nicht nachvollziehen konnte. 

Auch Antonia fand ich nicht immer schlüssig, wobei sicher einiges ihrer (nachvollziehbaren, da ja "behütete Tochter") Naivität geschuldet war.

Am Ende war mir dann fast ein bißchen zu viel Happy End. Wobei ich durchaus ein Freund von glücklichen Enden bin.

Gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Orte, in/an denen das Buch spielt. Gerne wäre ich etwas länger auf Rügen geblieben, aber das tut dem Buch natürlich keinen Abbruch.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm, man kann schön lesen, nichts hakt oder stockt.

Es gab keine Längen, es passierte immer etwas und ich wollte immer wissen wie es weitergeht.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und die Abstriche die ich machen muß sind zum großen Teil "genretypisch", bzw "gehören dazu".     

Vielen Dank an die Teilnehmer der Leserunde, es hat Spaß gemacht mit Euch zusammen das Buch zu lesen ! Ein besonderes Dankeschön an Gabriele, für ihre nette Begleitung und die Hintergrundinformationen zum Buch !  :bussi:

Offline nicigirl85

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Leider bin ich nicht eher zum Rezi schreiben gekommen. Ich wollte doch schon längst meine ganzen positiven Gefühle los werden.  ;D

Meine Meinung zum Buch:

Titel: Herrlicher Schmöker über Rügen...

Von der Autorin habe ich bis dato noch nichts gelesen, so dass ich mich ohne große Erwartungen an das Buches heran wagte. Da ich in diesem Jahr im Sommerurlaub auf Rügen war, wollte ich mich dahin noch einmal entführen lassen und in eine andere Zeit gleich noch dazu.

Die Geschichte schickt uns nach Rügen um 1300, wo von Kaufmannstochter Antonia plötzlich völlig überraschend der Vater verstirbt. Ihr Bruder Severin hat nichts besseres zu tun als seine Schwester schleunigst los zu werden. Er will, dass sie Conrad von Drachenfels heiratet. Muss Antonia wirklich diesen Fiesling ehelichen und wird ihr Schicksal ihr hold sein?

Der Roman besticht vor allem durch eine unheimlich sympathische Hauptfigur, nämlich Antonia, mit der man sich sofort solidarisiert, mit ihr fühlt und leidet. Selten habe ich so schnell Zugang zu einem Charakter gefunden.

Die Männer in der Geschichte sind leider von einem ganz anderen Schlag Mensch als unsere Antonia, denn sowohl Bruder Severin als auch Conrad sind fiese Gestalten und schrecken auch vor roher Gewalt nicht zurück.

Ich denke der Roman behandelt sehr gut die damalige Zeit und ich fühlte mich gut in diese hineinversetzt. Sicherlich ist die Handlung etwas vorhersehbar, ist doch von Anfang an klar wer gut und wer böse ist, aber das tat der guten Unterhaltung keinen Abbruch. Manchmal darf es für mich ruhig etwas leichtere Kost sein.

Nach so einer Lektüre bin ich immer wieder froh als Frau in der heutigen Zeit zu leben und nicht das durchleben zu müssen, was die Frauen im Roman durchleiden mussten.

Frau Breuer, die ausschließlich in ihrer Freizeit schreibt, kann in jedem Fall mit Vollzeitautoren mithalten.

Fazit: Ein herrlicher Schmöker, den ich gern weiterempfehle. Lesenswert!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Rezensionslinks:

Amazon: https://www.amazon.de/review/RM8W5YJ0TJK2A/ref=cm_cr_rdp_perm

Mein Blog: http://nicigirl85.blogspot.de/2015/11/rezension-gabriele-breuer.html

Goodreads: https://www.goodreads.com/review/show/1440818567?book_show_action=false

Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Gabriele-Breuer/Die-Bernsteinbraut-1190232049-w/rezension/1205526988/

Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension/herrlicher-schmoeker-ueber-ruegen

Literaturschock- Hauptseite: http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/historische-romane/gabriele-breuer-bernsteinbraut

Literaturschock- Forum: http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,38428.msg873943.html#msg873943
"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

Offline Klusi

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So, hier nun endlich auch meine Rezension. Sorry, es hat etwas länger gedauert, da ich die letzten Tage viel unterwegs war.

Stralsund im Sommer 1310: Die Kaufmannstochter Antonia ist mit ihrem Leben zufrieden. Sie führt den väterlichen Haushalt mit Hingabe. Als der Vater plötzlich stirbt, zerplatzen ihre Träume und Pläne wie Seifenblasen, und sie sieht einer ungewissen Zukunft entgegen. Sie muss sich in eine vom Bruder arrangierte Ehe fügen und ihrem künftigen Gemahl, Conrad von Drachenfels, zu seiner Burg im Siebengebirge folgen.
Auf Drachenfels angekommen, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass Conrad Menschen verschleppt hat und sie als Sklaven in seinem Steinbruch beschäftigt, unter ihnen auch der Bernsteintaucher Jaramir.
Spontan beschließt Antonia, den Gefangenen zu helfen, was sich als schier unmögliches Unterfangen erweist. Allein kann sie es nicht schaffen, sondern ihr Plan kann nur mit Hilfe von Verbündeten gelingen. Diese findet sie in Jaramir und ihrer treuen Magd Jenne. Aber Conrad ist auf der Hut, und er ist gefährlich, auch für Antonia.

Die sympathische Antonia habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen. Zwar kann sie nach dem Tod ihres Vaters nicht selbst bestimmen, wie sie ihre Zukunft gestalten möchte, sondern wird in eine ungewollte Ehe gedrängt, aber sie ist stark und lässt sich nicht entmutigen. Auch ist sie ein sehr spontaner Mensch und dabei nicht auf den Mund gefallen. Sie sagt, was sie denkt und handelt nach ihrem Herzen.
Neben ihr hat der Roman noch weitere Sympathieträger zu bieten. Da ist einmal Jaramir, der Bernsteintaucher, der Antonia vom ersten Augenblick, als er sie sah, sehr zugetan ist, und dann kommt da auch noch die Magd Jenne ins Spiel, die für Antonia im Lauf der Zeit zur Vertrauten und Freundin wird.
Die Schauplätze des Romans sind detailliert und lebendig geschildert, so dass man sich die jeweilige Szenerie sehr gut vorstellen kann. Der angenehm flüssige Schreibstil macht das Buch zu einem kurzweiligen Schmöker, denn die Handlung legt ganz schön an Tempo vor und weist keine Längen auf. Es ist eine Geschichte, die einen gefangen nimmt, bei der man mit den Protagonisten bangen, leiden und hoffen kann.
Die Sprache des Romans ist nicht altertümlich, sondern neutral, manchmal sind mir  kleine Bemerkungen aufgefallen, die fast ein wenig „modern“ wirkten und die ich im 14. Jahrhundert als etwas ungewohnt empfand. Aber gerade der unkomplizierten Sprache wegen kann ich dieses Buch besonders Neueinsteigern ins Genre der historischen Romane ans Herz legen, die sich bisher von den oft gebrauchten altertümlichen Redewendungen und Begriffen haben abschrecken lassen. Die Geschichte um Antonia und Jaramir ist hier geradezu ideal, denn sie lässt sich leicht lesen und entführt die Leser doch vollkommen in eine andere Zeit.

Ich vergebe vier von fünf Sternen. ★★★★

Meine Rezension erscheint auch unter folgenden Links:
auf meinem Blog "Klusi liest"
Bei Amazon
Bei Lovelybooks
Im Literaturschock-Forum
Auf der Literaturschock-Hauptseite
« Letzte Änderung: 16. November 2015, 13:13:51 von Klusi »
Liebe Grüße
 Susanne

Offline Alina

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  • Sebastian Fitzek ist einer meiner Lieblingsautoren
In Rügen um 1300 sieht die junge Antonia einer ungewissen Zukunft entgegen. Nach dem Tod ihres geliebten Vaters muss sie auf Geheiß ihres Bruders den unbeherrschten Conrad von Drachenfels heiraten und mit ihm auf seine Burg im Siebengebirge ziehen.

Die Zukunft von Antonia sieht wahrlich nicht rosig aus. Wenn sie nicht dem Bernsteintaucher Jaramir begegnen würde, der ihr bald viel bedeutet und ohne den sie sich ein Leben nicht mehr vorstellen kann. Auch Jaramir geht es nicht anders. Aber zuerst müssen die beiden Liebenden einige Steine aus dem Weg räumen, die ihnen in den Weg gelegt werden.

Bis auf Jaramir kommen die Männer in dem Roman von Gabriele Breuer nicht gut weg. Conrad von Drachenfels erweist sich als harter und grausamer Ehemann, der keine Gnade kennt. Dessen Bruder Rutger ist sehr weichlich und denkt nur an seine eingebildeten Krankheiten. Zu allem Überfluss hat Conrad noch ein Verhältnis mit dessen Frau Metza.

Ausgerechnet für den Gemahl von Antonia müssen Jaramir und andere Sklaven in einem Steinbruch arbeiten. Antonia erweist sich als starke und mutige Frau. Sie scheut nicht davor, einen Plan zu fassen, um die Sklaven zu befreien. Aber durch Conrad gerät sie leider in eine scheinbar ausweglose Situation.

Antonia muss all ihren Mut aufbringen und mit Hilfe von Jaramir, gelingt es ihr ihrem Schicksal zu trotzen. An der Bernsteinbraut hat mir gefallen, viel über die Geschichte des Bernsteins zu erfahren. Der Roman basiert teilweise auf wahren Begebenheiten, so gab es den Bruder von Conrad und dessen Frau wirklich. Alle anderen Protagonisten wurden von Gabriele Breuer erfunden und in eine gelungene Rahmenhandlung eingebettet. All dies entsprang auch der Phantasie von Gabriele Breuer, hätte aber auch tatsächlich so passieren können.

In Antonias Gefühlswelt konnte ich mich gut hineinversetzen und es ist besonders hervorzuheben, dass sich gegen den Willen ihres Bruders und vor allem ihres vom Schickals bestimmten Ehemannes zur Wehr setzt. So gibt es zum Schluss ein Happy End für Antonia und Jaramir.

Der Roman lässt ein Stück Geschichte lebendig werden und wenn man auf der Suche nach einer historischen Liebesgeschichte ist, dann wird man bestens unterhalten.

 :buchtipp:

Meine Rezension wird noch auf Lovelybooks und Was liest du veröffentlicht.
« Letzte Änderung: 13. November 2015, 15:05:52 von Alina »
If I couldn't read, I couldn't live."

Thelma Green

Offline GabrieleB

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    • Gabriele Breuer
Vielen Dank für eure schönen Rezensionen.

Die Leserunde mit euch hat mir großen Spaß gemacht und ich war sehr gerne bei dieser wunderbaren Runde dabei. Eure Anmerkungen ließen mich sehen, wie meine Figuren von den Lesern wahrgenommen werden. Das ist immer wieder interessant. Überhaupt gibt es für mich als Autorin nichts Schöneres, als wenn über meine Geschichte geredet wird.

Ich bedanke mich  für die Einladung und würde mich freuen, in Zukunft noch einmal dabei sein zu dürfen.

Liebe Grüße
Gabriele

Offline smyrill

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Vielen Dank, daß Du uns hier so nett begleitet hast, liebe Gabriele !

Damit schließen wir die Runde dann offiziell auch ab...  es ist ja auch schon ruhig her geworden.

Es wäre schön, wenn die letzten Rezensionen zeitnah eingestellt werden würden , bzw auch die letzten TN das Buch beenden würden :)

Offline Svanvithe

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    • Svanvithe
Vielen Dank an alle für die erbauliche Leserunde und so manche interessante Diskussion.

Das Buch hat mich gut unterhalten, liebe Gabriele, wenn ich auch bereits jetzt schon sagen kann, dass es mich nicht vollständig überzeugen konnte. Eine umfangreichere Meinung formuliere ich noch...
Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

Offline nirak

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Hallo  :winken:

Hier kommt nun auch meine Meinung zum Buch. Es hat Spaß gemacht gemeinsam mit euch zu lesen. Vielen Dank!

Eine Liebe vor historischem Hintergrund

Rügen am Anfang des 14. Jahrhunderts, hier wird der wertvolle Bernstein gesammelt. Jaramir gehört zu einer Gruppe junger Männer, die eben nach diesem Bernstein tauchen, aber schnell wird klar, Jaramir ist kein gewöhnlicher Bernsteinsucher. Am Strand trifft er dann auf Antonia, sie ist eine Kaufmannstochter aus Stralsund und befindet sich auf der Insel um ihren Vater zu begraben. Die beiden jungen Leute verlieben sich unbemerkt ineinander. Aber Severin, der Bruder von Antonia beschließt sie mit dem Grafen Conrad vom Drachenfels zu verheiraten und so muss Antonia Rügen verlassen und ihrem zukünftigen Gemahl an den Rhein auf seine Burg folgen. Sie ahnt nicht, was sie dort erwarten wird. Durch einen Zufall erfährt Antonia, dass Jaramir in der Nähe der Burg in einem Steinbruch schuften muss.

Gabriele Breuer erzählt hier eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen die eigentlich keine Chance haben zusammen zukommen, aber sie kämpfen für ihr Glück und für ihre Liebe. Der Erzählstil ist leicht und locker zu lesen und so fliegen die Seiten nur so dahin. Berührend zeigt die Autorin auf, wie wenig gerade eine Frau damals über ihr eigenes Leben zu bestimmen hatte. Wurde zunächst vom Vater der Tag bestimmt, hatte nach dessen Tod der Bruder das Sagen über Antonia. Dieser verheiratete sie dann ganz schnell und nun hat der Ehemann das Sagen und Antonia erst recht nichts mehr zu lachen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Conrad als ziemlich brutal entpuppt und er Antonia spüren lässt, was er von ihr hält. Überhaupt haben die Protagonisten einiges an Grausamkeiten auszuhalten. Die Autorin hat aber die Geschehnisse gekonnt in Szene gesetzt und so ist die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Allerdings rückt der historische Teil etwas in den Hintergrund. Antonia und ihr Kampf um ihre Liebe ist Dreh- und Angelpunkt. Ich selbst hätte gern etwas mehr über den Bernsteinhandel und schmuggel gelesen, ich fand die Erzählungen darüber etwas kurz geraten. Dafür sind die Beschreibungen der Landschaften gelungen. Deutlich hat man erst Rügen vor Augen und dann auch die Burg am Rhein.

Das Cover passt wunderbar zu der Geschichte von Antonia, zu sehen ist wohl die Küste Rügens in einer Zeichnung und ein Bernsteinamulett ziert es ebenfalls. Leider gibt es kein Nachwort, in dem die Autorin noch kurz auf die Geschichte eingeht und so bleibt es der Fantasie der Leser überlassen was wohl Fiktion und Wahrheit ist oder woher die Idee zu Antonia und Jaramir kam.
Trotz einige Kritikpunkte ist die Bernsteinbraut ein unterhaltsamer Roman über Liebe und Freundschaft vor einem interessanten, historischen Hintergrund.

Hier die Links zu meiner Rezension im Netz:

http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/historische-romane/gabriele-breuer-bernsteinbraut

http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,38428.msg874505.html#msg874505

http://www.buechertreff.de/thread/88821-gabriele-breuer-die-bernsteinbraut/?postID=1726746#post1726746

http://wasliestdu.de/rezension/eine-liebe-vor-historischem-hintergrund

http://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R53MIJRB7LW9K/ref=cm_cr_pr_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B00PLXQ1OA

http://www.steffis-buecherkiste.de/bkf/index.php?topic=3238.msg50715#msg50715

http://www.lovelybooks.de/autor/Gabriele-Breuer/Die-Bernsteinbraut-1190232049-w/rezension/1206369383/

http://buchcouch-forum.de/forum/index.php/topic,10246.msg119025.html#msg119025


Offline Svanvithe

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    • Svanvithe
Mit großer Verspätung gibt es nun mein endgültiges Fazit:

Im Sommer 1310 wartet Antonia sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Vaters, eines erfolgreichen Stralsunder Kaufmanns. Die junge Frau führt nach dem Tod der Mutter den Haushalt, der Verlust verbindet beide, so dass seitens des Vaters kein eiliges Interesse besteht, Antonia zu verheiraten. Etwas getrübter ist das Verhältnis zum älteren Bruder Severin, weil dieser sich dem Deutschorden angeschlossen hat.

Doch das Schicksal hat einen anderen Plan für Antonia vorgesehen. Ihr Vater verunglückt tödlich, und Severin und Antonia reisen auf die Insel Rügen, um ihn zu begraben. Hier lernt Antonia den Bernsteinfischer Jaramir kennen, der tatsächlich zur Rügenschen Fürstenfamilie gehört. Die beiden entdecken Gefühle füreinander, werden hingegen getrennt, weil Severin schnellstens die Last der Verantwortung für seine Schwester abgeben will. Es kommt ihm gelegen, als er auf Rügen Conrad von Drachenfels begegnet. Antonia trifft das Los ihrer Zeit, sie kann zwischen dem Leben im Kloster oder als Ehefrau wählen, aber sie muss sich ihrem Bruder fügen, der sie Conrad als Ehefrau anträgt. Und so befindet Antonia sich unmittelbar darauf auf dem Weg zur Burg Drachenfels, wo sie nicht nur in Konfrontation mit ihrer zukünftigen Schwägerin Metza gerät, sondern zudem feststellen muss, was für ein Scheusal ihr mit Conrad aufgezwungen wurde. Denn dieser ist äußerst gewaltsam im Umgang mit seinen Untergebenen und auf seinen eigenen Vorteil bedacht, betreibt einen Bernsteinschmuggel und "hält" sich zu allem Übel Sklaven für die Arbeit in seinem Steinbruch. Einer dieser Unglücklichen ist Jaramir, der zusammen mit seinem Freund Dragan von der Insel Rügen entführt wurde. Und Antonia setzt alles daran, dem geliebten Mann zu helfen...

Gabriele Breuer erzählt mit leichter Hand eine unterhaltsame Geschichte, die an den Leser keine großen Ansprüche stellt. Dabei bindet sie das fiktive Geschehen überwiegend gut in den historischen Kontext ein und lässt ihre Fantasie spielen, wenn die Rujanenburg auf dem Rugard, von nur noch die Fragmente des Burgwalls existieren, und die Ruine der Burg Drachenfels im Siebengebirge wieder erstehen, thematisiert unter anderem (fehlenden) Rechte der Frauen und die Allmacht der Männer, den Bernstein- und Sklavenhandel. Es ist die Zeit des letzten slawischen Fürsten Wizlaw III. von Rügen, die Menschen der Insel sind christianisiert, doch noch immer gibt es Ranen, die die alten Götter verehren.

Die Autorin schildert das damalige Leben - nicht nur auf der Insel Rügen, sondern ebenso auf Burg Drachenfels und in der Umgebung - vorstellbar, wenngleich Ersteres angesichts des Titels "Die Bernsteinbraut" durchaus umfangreicher hätte sein können. Außerdem überzeugen einige Handlungsweisen nicht. So ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Magd auf ihren gesamten Wochenlohn verzichtet, ihn einer Fremden übergibt und darauf hofft, das Geld zurückgezahlt zu bekommen.

Lobend sei hervorgehoben, dass das Cover überaus gelungen ist und einen Bezug zum Inhalt hat.

Die Schar der handelnden Personen ist überschaubar, und ihre Rollen sind im Großen und Ganzen klar aufgeteilt.

Antonia und Jaramir erledigen ihren zugewiesenen Part derart, dass sich der Leser von Anfang vorstellen kann, wie das Ganze für die beiden endet. Während Antonia als Mädchen, das wohlbehütet aufwuchs, mit viel Empathie für das Leid der Mitmenschen ausgestattet ist, zum Teil leichtgläubig und ein wenig weltfremd daherkommt, aber auf jeden Fall unerschrocken und energisch handelt, wenn es um das Wohl derer geht, denen sie zugetan ist, punktet Jaramir damit, niemanden wegen seiner Herkunft gering zu schätzen und sich um Gerechtigkeit zu bemühen.

Davon kann bei Conrad keine Rede sein. Er lenkt die Geschicke der Burg, dessen eigentlicher Herr - sein Bruder Rutger - wegen seiner Krankheiten dazu nicht in der Lage ist, und wertet seine geringe Körpergröße mit Brutalität auf, schlägt zu, ohne Rücksicht auf sein Gegenüber und entpuppt sich schon früh als zum Wahnsinn neigender Mann. Lediglich für seinen melancholischen, ja depressiven Bruder, den er nicht verlieren möchte, scheint er Zuneigung zu spüren, obwohl dessen ständiges Gejammer ihm auf die Nerven geht. Allerdings bleibt das Beziehungsgeflecht von Conrad und Rutger an der Oberfläche und hätte zum besseren Verständnis mehr Hintergrund vertragen.

Etwas vielschichtiger ist Antonias Bruder Severin, obwohl dessen Auftritte im Roman eher gering sind. Auf den ersten Blick erscheint er als gefühlskalter Mensch, dem das Schicksal seiner Schwester gleichgültig ist. Tatsächlich aber ist er ein verschlossener Mensch, der einfach nicht in der Lage ist, seine Empfindungen zu offenbaren.

Auch Metza, Rutgers Ehefrau, kann nicht eindeutig in die Kategorie Gut oder Böse eingeordnet werden. Bei ihr ist eine Entwicklung zu erkennen, die plötzlich ist und deshalb umso mehr überrascht.

Auf jeden Fall sei noch Jenne erwähnt, die Magd mit dem mutigen Herzen, die im Verlauf der Handlung von einem schüchternen, ängstlichen Mädchen zur selbstbewussten Frau wird, die mit Klugheit und Verstand agiert und einen großen Beitrag dazu leistet, dass die Geschichte in einem malerischen Happy End mündet.
« Letzte Änderung: 05. Februar 2016, 14:02:51 von Svanvithe »
Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

 

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