Autor Thema: 05: Seite 330 - Ende (Kap. 64 – Ende)  (Gelesen 1811 mal)

Offline Gaby

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Die liebe Kirche hat mal wieder alles unter den Teppich gekehrt und ihn nur versetzt. Hat bei denen überhaupt mal jemand einen Gedanken daran verschwendet, dass er es wieder tun könnte?
Anscheinend nicht, denn sonst hätten sie mehr unternommen, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Eine Versetzung war hier die schlechteste aller Maßnahmen überhaupt.

Offline SteffiKa

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Ich muß gestehen, die Handlung um Nataschas Privatleben ist mir etwas zu blass geblieben, aber vllt. fehlt mir hier auch einfach das Vorwissen aus dem ersten Band.

Davon war im ersten Band wesentlich mehr drin, was mir auch hier in "Kuckusbrut" leider etwas gefehlt hat.
A liabs Griassle
Steffi

Offline buchregal123

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Die liebe Kirche hat mal wieder alles unter den Teppich gekehrt und ihn nur versetzt. Hat bei denen überhaupt mal jemand einen Gedanken daran verschwendet, dass er es wieder tun könnte?
Anscheinend nicht, denn sonst hätten sie mehr unternommen, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Eine Versetzung war hier die schlechteste aller Maßnahmen überhaupt.

Aber man kann doch nicht wirklich davon ausgehen, dass sich solch ein Problem erledigt, indem  ich ihm nur einen neuen Einsatzort gebe. Wenn ein Angestellter im Kaufhaus beim Diebstahl von Klamotten auffällig wird, löse ich das Problem ja auch nicht, indem ich ihn in die Abteilung Haushaltswaren versetze.
Liebe Grüße
Bruni

Offline Gaby

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Davon war im ersten Band wesentlich mehr drin, was mir auch hier in "Kuckusbrut" leider etwas gefehlt hat.
Ich finde, die Figuren entwickeln sich doch erst im Laufe der Zeit. Ich stelle es mir so vor, dass der Autor eine Figur erfindet und sie mit der Zeit mit dem Leser teilt. In Knochenfinder habe ich Natascha schon so gut kennen gelernt, dass ich sagen konnte: Sie ist mir sympathisch. Soll eine Kommissarin wie Natascha vielleicht noch die nächsten 5 Kriminalfälle lösen, dann muss sie noch soviel Persönlichkeit preisgeben können, dass auch in den folgenden Fällen genügend Privates untergebracht werden kann.
Für meinen Lesegeschmack hat Melanie genau die richtige Dosis "Privates" gefunden. Ein Zuviel hat mich bei anderen Krimis hier und da schon genervt. Das lenkt mich dann zu viel vom eigentlichen Fall ab.      :lesen:

Offline Idefix

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Ich finde, die Figuren entwickeln sich doch erst im Laufe der Zeit. Ich stelle es mir so vor, dass der Autor eine Figur erfindet und sie mit der Zeit mit dem Leser teilt. In Knochenfinder habe ich Natascha schon so gut kennen gelernt, dass ich sagen konnte: Sie ist mir sympathisch. Soll eine Kommissarin wie Natascha vielleicht noch die nächsten 5 Kriminalfälle lösen, dann muss sie noch soviel Persönlichkeit preisgeben können, dass auch in den folgenden Fällen genügend Privates untergebracht werden kann.
Für meinen Lesegeschmack hat Melanie genau die richtige Dosis "Privates" gefunden. Ein Zuviel hat mich bei anderen Krimis hier und da schon genervt. Das lenkt mich dann zu viel vom eigentlichen Fall ab.      :lesen:

Da gebe ich dir recht, ich  hätte mir aber trotzdem etwas mehr Aufklärung gewünscht, was es mit Basti auf sich hat. Jetzt müssen wir wieder 3 Jahre warten...was ich nicht hoffe...... ;)
Aber ein zuviel an Drumherum gefällt mir auch nicht und lenkt mich zu sehr ab. Im 1. Band hatte Niklas ja eine konkrete  Rolle bei den Ermittlungen gespielt, deshalb war dann auch mehr von Winterbergs Familie zu lesen. Bei Basti ist das hier ja nicht der Fall.
Liebe Grüsse
Yvonne


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Offline odenwaldcollies

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Aber man kann doch nicht wirklich davon ausgehen, dass sich solch ein Problem erledigt, indem  ich ihm nur einen neuen Einsatzort gebe. Wenn ein Angestellter im Kaufhaus beim Diebstahl von Klamotten auffällig wird, löse ich das Problem ja auch nicht, indem ich ihn in die Abteilung Haushaltswaren versetze.

Da ist wirklich ein absolutes No-Go, aber leider nicht so ungewöhnlich für die Kirche, daß sie solche Dinge lieber verschweigt und auf ihre Art regelt, um ja nicht den Fokus auf sich zu ziehen. Und damit in Kauf nimmt, daß es weitere Opfer gibt. Deswegen habe ich auch geschrieben, daß die Kirche sich in meinen Augen mitschuldig am Tod von Anna gemacht hat - also nicht "die" Kirche, sondern die Verantwortlichen, die damals den Vorfall runtergespielt haben.
Liebe Grüße
Karin

Offline Gaby

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Im 1. Band hatte Niklas ja eine konkrete  Rolle bei den Ermittlungen gespielt, deshalb war dann auch mehr von Winterbergs Familie zu lesen. Bei Basti ist das hier ja nicht der Fall.
Aus dem ersten Band meine ich noch zu wissen, dass Basti sowieso nicht ganz einfach ist und er dort mehr thematisiert wurde.
In solchen Sachen finde ich es immer gut, den Vorgängerfall auch zu kennen.

Offline MelanieLahmer

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Vielen Dank euch allen für die rege Beteiligung an dieser Leserunde - das hat mir sehr viel Spaß gemacht (und wird noch andauern, oder sind schon alle durch?)!  :)

Besonders interessant waren für mich natürlich eure Spekulationen bezüglich des Täters.
Da wart ihr ja teilweise echt schnell, auch wenn es vielleicht noch nicht ganz greifbar war!

Es ist aber auch schön zu lesen, dass die Figuren und ihre Handlungen - oder auch ihr Nichthandeln - bei euch so intensiv angekommen sind. Das ist natürlich das, was man sich als Autor erhofft.
Aber auch hier in der Leserunde zeigt sich, wie schwierig die Gewichtung Fall-Privatleben zu handhaben ist. Der eine mag es lieber so, der andere lieber so. Da gibt es einfach kein richtig oder falsch, und das ist natürlich auch eine gewisse Entlastung für mich!  :)

Und was die Versetzung des Pfarrers angeht:
Das gleiche Spiel hat man ja auch z.B. bei Lehrern - machen die an der einen Schule richtig Mist, werden sie einfach an eine andere versetzt, wo sie ihren Mist weitermachen können. Ernsthafte Konsequenzen hat das ja leider fast nie.

Aktuelles Beispiel aus der Kirche ist der Tebartz van Elst:
Erst macht er in Limburg, was er will, und jetzt hat man ihn nach Rom geholt, wo er einfach weiter im Kirchendienst bleiben kann. Und der hat der Kirche wirklich geschadet, die Austritte nach der Veröffentlichung seiner Geldverschwenderei gingen ja exorbitant in die Höhe!
Es gibt leider viel zu viele Bereiche, wo es nicht gerecht zugeht. Die Kirche macht da keine Ausnahme ...

Habt ihr noch spezielle Fragen, auf die ihr gern eine Antwort hättet?

Offline odenwaldcollies

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Vielen Dank euch allen für die rege Beteiligung an dieser Leserunde - das hat mir sehr viel Spaß gemacht (und wird noch andauern, oder sind schon alle durch?)!  :)

Taubenschlag konnte aus privaten Gründen noch nicht in die Runde einsteigen, will aber bald dazukommen.
Liebe Grüße
Karin

Offline MelanieLahmer

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Okay, ich bin ja immer noch da und schaue hier rein!
 :winken:

Offline odenwaldcollies

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Danke dir, liebe Melanie  :-*
Liebe Grüße
Karin

Offline Idefix

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Mich würde mal interessieren, welche konkreten Hinweise Melanie uns in dem Buch auf den Mörder gibt. Plant man so etwas überhaupt ein, wenn man einen Kriminalroman schreibt?

Ich wäre trotzdem nie auf den Pfarrer gekommen, hatte aber explizit auch keinen anderen im Verdacht.
Das Ende des Buches hatte es ja auch in sich. Ok, der Pfarrer begeht Selbsttötung ( Selbstmord gibt es ja nicht ;) ), aber der hat das bestimmt bereut im Nachhinein, wenn ich das mal so sagen darf, da ja geschrieben wurde, dass sich seine Füße wie von selbst an den Rand des Daches bewegt haben. Sein Handeln ist schon bissel mehr als "verrückt". er will die Jungen retten, tötet dafür ihre Mütter, bzw. versucht es und nimmt damit aber real den Kinder die wichtigste Person in deren Leben weg.
Das er das schon mal in einer anderen Gemeinde gemacht hat und trotzdem noch als Pfarrer in eine neue Gemeinde darf, ist ja das Allerletzte. zeigt aber wieder mal, was alles so unter dem Deckmantel der Kirche passiert und wie diese das Übel unter den Teppich kehrt. Ist ja leider absolute Realität.

Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und habe es genau wie Band 1 mit Vergnügen gelesen. Ich freu mich schon auf den 3. Band der 3 Ermittler. Meine Rezension  hab ich ja schon geschrieben und obwohl es meine erste war ( von kläglichen Versuchen in der Schule mal abgesehen ) fiel sie mir leichter als ich gedacht hatte und das lag ganz bestimmt auch an diesem guten Buch.
Vielen Dank für die nette Leserunde.  :)
Liebe Grüsse
Yvonne


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Offline tigi86

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Nun war es also doch der Pfarrer, wie bereits von einigen vermutet wurde. Dieser Hartwig hat also schon pro forma aufgrund seiner Vergangenheit in jeder Frau eine Ehebrecherin gesehen, ob sie es nun war oder nicht, und aufgrund eines Entführungsfalles wurde er versetzt, was Ankes Verhängnis wurde und auch Ella eine schreckliche Zeit beschert wurde, auch Frank wurde durch Hartwigs Vergehen körperlich und seelisch verletzt.

Aber warum hat die Kirche ihn nur versetzt? Denn schließlich ist Kindesentführung doch kein kleines Vergehen, was einfach so unter den Teppich gekehrt werden kann? Tja, in der letzten Zeit hat sie sich wirklich nicht mit viel Ruhm bekleckert.

Tja, und was mit Basti nun wirklich ist, ist auch noch nicht raus, aber das könnte man ja mit in die nächste Fortsetzung nehmen, falls es denn eine gibt :-)

Taubenschlag

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So, jetzt habe ich auch die letzten Seiten dieses fesselnden Krimis gelesen. Da ich ja eh im Rückstand bin ist es hoffentlich ok, wenn ich heute zweimal poste.

Ich war überrascht, dass der Pfarrer der Täter ist, aber mit seiner Vorgeschichte, die ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist, kann man die Tat erklären. Ich frage mich zwar immer, warum solche Erfahrungen, wie die ein sog. "Kickuckskind" zu sein, bei einigen Leuten einen totalen Zusammenbruch verursacht, andere können da aber nach dem ersten Schock ganz gut umgehen.
Bei Hartwig hat diese Information jedenfalls den totalen Verlust des Bezugs zur Realität bedeutet.

Ich bin so froh, dass Benny und Elle die Geschichte zumindest körperlich ganz gut überstanden haben, was sie für die Psyche bedeutet, wird die Zukunft zeigen. Zumindest haben die Ereignisse bei Rolf ein Umdenken ausgelöst und vielleicht hält er seien Vorsatz mehr für die Familie da zu sein auch durch. Zu wünschen wäre es den Dreien.

Frank ist in einer schlimmeren Situation, er hat seine Frau verloren und wird jetzt auch noch das Dorf verlassen, was nach den Ereignissen in dem Dorf auch kein Wunder ist. Ich habe mir schon bei der Beschreibung der Lynchaktion gedach, wie auch immer das ausgeht, Frank kann nicht in dem Dorf bleiben und so wird es jetzt auch kommen.

Erschreckend finde ich auch, dass die Kirche Hartwig gedeckt hat. Anscheinend wurde er ja Zwangsversetzung, weil er in einen anderen Ort auch schon einen Jungen entführt hat. Statt diesen Mann aus dem Verkehr zu ziehen, wird er einfach in eine andere Pfarrei geschickt. leider gab es ja in der Realität auch ähnliche Fälle, leider ist das also kein Fiktion.

Ich hoffe es wird eine Fortsetzung mit diesen Ermittlern geben und ich darf hier mal wieder in Siegerland reisen. Leider konnte ich erst verspätet in die Runde einsteigen, aber das Buch hat mir einige schöne Lesestunden beschert. Vielen Dank noch mal und Entschuldigung für die Verspätung. Reiz folgt.

Offline odenwaldcollies

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Da ich ja eh im Rückstand bin ist es hoffentlich ok, wenn ich heute zweimal poste.

Das ist in Ordnung.

Ich bin so froh, dass Benny und Elle die Geschichte zumindest körperlich ganz gut überstanden haben, was sie für die Psyche bedeutet, wird die Zukunft zeigen.

Da hast du recht, man kann nur hoffen, daß die Beiden die Ereignisse wirklich gut verarbeiten können.
Liebe Grüße
Karin

 

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