Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (bitte ohne Spoiler)  (Gelesen 1124 mal)

Offline Tammy1982

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein.

Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von Leserunden.de und eine "Gegenleistung" für eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.

Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.

Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


Offline Lerchie

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Hier ist nun meine Rezension extra für dieses Forum geändert:

Annabel und die Sturmrose

Im Prolog erfahren wir, dass eine Frau etwas einem Kassettenrecorder anvertraut in einer Zeit, als diese kaum mehr zu bekommen waren. Auch einen Brief hatte sie geschrieben, er musste nur noch verschickt werden. Nun konnte sie nur noch warten, aber viel Zeit hatte sie nicht mehr.
Annabell war von ihrer Mutter verlassen worden, so erzählten ihr die Männer, die sie in ein Kinderheim brachten. Von dort wurde sie von einem netten Ehepaar adoptiert, das ihr die Eltern ersetzte. Doch der Gedanke an ihre leibliche Mutter schwand nie ganz, auch wenn er schwächer wurde, weil sie ihn in den hintersten Winkel ihres Gedächtnisses verbannte. Heute fragte sie sich, ob ihre Mutter sie wirklich verlassen hatte… Sie möchte wissen, was damals wirklich passiert war….
Bei einem Besuch eines Kunden in Sassnitz sah sie zum ersten Mal die ‚Sturmrose‘ und war gleich von ihr fasziniert.  Sie wollte dieses Schiff unbedingt haben, aber sie war nicht die Einzige…
Durch ihr Interesse an der Sturmrose lernte sie Christian Merten kennen, und sie erfuhr eines Tages auch seine Geschichte…
interessiert sich Jan nicht für seine Tochter, sie ist doch sein Fleisch und Blut? Und Leonie sehnt sich verständlicherweise nach ihrem Vater. Wie war das wirklich, damals Wer ist die Frau in dem Prolog? Was hat sie dem Kassettenrecorder alles anvertraut? Warum, als Annabel ins Kinderhiem kam? Was macht die Sturmrose so besonders? Und was hat Christian Merten schon alles erlebt? All dies erfährt man beim Lesen dieses Buches.
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen.  In der Geschichte war ich sofort drin. Ich liebe den Schreibstiel von Corina Bomann, denn er ist unkompliziert. Man muss sich nicht bei jeden zweiten Satz fragen, was die Autorin da gerade  meint.  Es fing auch schon recht geheimnisvoll mit der mysteriösen Frau im Prolog an. Ich konnte mich in die Protagonisten hineinversetzen, litt mit Annabel und Christian, und freute mich mit ihnen. Das Buch war von Anfang an spannend und es hat mich dermaßen gefesselt, dass ich es fast nicht aus der Hand legen konnte. Es hat mir SUPER gefallen und bekommt von mir fünf fette Sterne.

Und nun veröffentliche ich hier noch die Links, auf welchen meine ursprüngliche Rezi auch noch zu finden ist:

http://wasliestdu.de/rezension/annabel-und-die-sturmrose

http://www.lovelybooks.de/autor/Corina-Bomann/Die-Sturmrose-1117150484-w/rezension/1136999095/

http://www.amazon.de/review/R17D7R7P1U170L/ref=cm_cr_pr_cmt?ie=UTF8&ASIN=3548286682#wasThisHelpful

www.buecher.de/go/search_search/quick_search/q/cXVlcnk9ZElFK3NUVVJNUk9TRQ==/receiver_object/shop_search_quicksearch/

http://www.buechertreff.de/Thread/84938-Corina-Bomann-Die-Sturmrose/

http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=83360



Liebe Grüße
Lerchie

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Nur wer aufgibt hat schon verloren

Offline Alina

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Ich habe bisher fast alle Bücher von Corina Boman gelesen und mit der Sturmrose ist es ihr wieder gelungen, mich von Anfang an zu fesseln.

Die Lebensgeschichte der Protagonisten berührt einen sehr. Viel verbindet sie mit der Sturmrose, was man im Laufe des Romans erfährt. Jeder von ihnen, besonders Annabel Hansen und Christian Merten haben so ihr Päckchen zu tragen. Dies schweißt die Beiden zusammen. Sie kämpfen nicht nur darum, dass die Sturmrose in ihren Besitz gelangt, sondern gleichzeitig um ihr ganz persönliches Glück. Es wird ihnen zwar der ein oder andere Knüppel in den Weg geworfen, z. B. durch den Mann von Annabel und dem Hotelbesitzer Hartmann, der gleichzeitig auch ihr Auftraggeber ist. Unterstützung erhalten sie aber auch unerwartet von anderen Seiten und geben deshalb nicht auf.

Sie wagen einen Neuanfang auf Rügen, der vergleichbar ist mit dem Auf und Ab der Sturmrose auf den Wellen der Ostsee.

Die Sturmrose hallt noch lange in einem nach, nachdem man den Roman beendet hat. Auch das Cover ist zauberhaft und vermittelt den Flair dieser ganz besonderen Geschichte.

 :flirt:

Meine Rezension auf

http://wasliestdu.de/rezension/romantische-zweierbeziehung#

Rezensionen auf Lovelybooks, Amazon und Literaturschock erfolgen. :buchtipp:
If I couldn't read, I couldn't live."

Thelma Green

Offline Dani

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Wieder ein toller Roman von der Autorin Corina Bomann. Ich hab es sehr gern gelesen und teile hier nun meine Rezi:

Da du das Buch ja auch bei uns mitgelesen hast, stell doch deine Rezension auch hier direkt ein, so dass wir nicht erst auf andere Seiten gehen müssen, um sie zu lesen  ;)
Liebe Grüße
Dani

Offline Dani

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Anbei auch meine Rezension, die ich natürlich auch noch auf anderen Seiten streuen werde  :winken:

Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen mit ihrer kleinen Tochter Leonie raus aus Hamburg nach Rügen. Dort hat sie ein wunderschönes Haus am Strand gemietet und will nach ihrer gescheiterten Ehe zur Ruhe kommen. Als Werbefachfrau kann sie überall arbeiten und den ersten Auftrag zieht sie schnell an Land, sie soll eine Marketingkampagne für ein Hotel in Sassnitz auf die Beine stellen. Nach ihrem ersten Termin mit dem Hotelbesitzer sieht sie zufällig im Hafen ein heruntergekommenes Schiff. Irgendetwas zieht sie geradezu magisch an und obwohl sie weiß, wie verrückt es ist, will sie die "Sturmrose" kaufen. Ihr schwebt vor, ein Kulturschiff aus ihr zu machen, doch sie muss schnell feststellen, dass ihre finanziellen Mittel nicht für den Kauf und die Reparatur des maroden Schiffes ausreichen werden. Doch es gibt einen weiteren Interessenten und die beiden werden sich einig.

Annabel findet in einem Versteck auf dem Schiff einen alten Brief, der belegt, dass die "Sturmrose" vor 30 Jahren Flüchtlinge aus der DDR über die Ostsee gebracht hat. Ihre Neugier ist geweckt, immerhin ist sie selbst auch im Osten geboren und ihre Mutter hat angeblich damals ebenfalls "rübergemacht" und sie als kleines Mädchen im Stich gelassen. Annabel wurde damals adoptiert und hat die Vergangenheit ruhen lassen, doch nun lässt sich der Gedanke an ihre leibliche Mutter nicht mehr unterdrücken. Sie fängt an, nachzuforschen, sowohl über die Geschichte des Schiffes und seiner Passagiere als auch über ihre eigene Herkunft.

Die Autorin greift hier ein spannendes und tragisches Kapitel deutsch-deutscher Geschichte auf.

Mich persönlich hat dies auch mehr interessiert als die romantischen und familiären Verwicklungen, die Annabel mit ihrem neuen Partner und ihrem Exmann nebenbei noch erlebt. Insbesondere auf den Ex hätte ich in der Handlung größtenteils verzichten können, mir kam es streckenweise so vor, als hätte eben noch ein "Bösewicht" in die Geschichte gehört und diese Rolle bekam nun mal er zugeteilt. Ich konnte es daher immer kaum erwarten, bis wir wieder einen neuen Teil aus der Vergangenheit präsentiert bekommen haben. Obwohl ich schon diverse Geschichten über Flucht aus der DDR gelesen habe, war noch keine dabei, die den Weg über die Ostsee beschrieben hat und so waren die Schicksale, die die "Sturmrose" miterlebt hat, für mich das Fesselndste an diesem Roman!

Liebe Grüße
Dani

Offline Emmy

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Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für die Leserunde und auch an Corina  :danke: :danke:

Hier ist nun meine Meinung zu dem Roman:

Annabel Hansen ist Werbekauffrau , ca. 35 Jahre alt und zieht nach ihrer Scheidung mit ihrer kleinen Tochter Leonie auf die Insel Rügen, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.
Das Problem ist nur, dass sich die Vergangenheit nicht so einfach abschütteln lässt, denn es gibt viele unaufgelöste Konflikte und Fragen, die Annabel
sogar bis in ihre Träume verfolgen. Ihr Leben war nicht immer einfach, sie trägt noch viele Wunden auf ihrer Seele, die aus ihrer Kindheit in der
früheren DDR stammen.
Trost und Ruhe findet sie in der Natur und bei Spaziergängen am Strand. Eines Tages zieht ein alter Kutter im Hafen von Sassnitz ihre Aufmerksamkeit
auf sich. Eine seltsame Anziehungskraft geht von dem alten Schiff aus, es sieht aus, als könnte es viele Geschichten erzählen aus einer abenteuerlichen
Vergangenheit. Es sind ihre eigenen Fragen und Zweifel, die Annabel`s Faszination für das betagte Schiff prägen, sie stellt gewissermaßen eine innere
Verbindung zu ihrem eigenen Leben her und das Schiff soll die Brücke sein, über die sie bisher noch nicht den Mut hatte, zu gehen.

Es gibt noch viele Widerstände zu überwinden und Probleme zu lösen auf ihrem schmerzhaften Weg zu sich selbst und zu den Geschichten, die
der alte Kutter so nach und nach enthüllt. Es sind Schicksale vieler Menschen damit verbunden, Geschichten von Verzweiflung und  Flucht, von Opfern, Tätern und stillem Heldentum.
So wird die "Sturmrose" zu   einem  Symbol von Tapferkeit, Mut und Freiheit und ihre Vergangenheit bildet zugleich die Grundlage für die Zukunft von
Annabel und der Menschen, die sie liebt.
Es geht aber nicht nur um Annabel und ihr persönliches Leben, sondern der Roman beschreibt auch sehr  emotional und differenziert ein heute schon fast
in Vergessenheit geratenes Stück deutsch - deutscher Geschichte aus den Jahren, als unser Land geteilt war.
Der Roman thematisiert Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben als eines der höchsten Ziele, um die es sich zu kämpfen lohnt  und die Erkenntnis, dass wir die Vergangenheit in uns tragen, auch wenn uns das nicht immer bewußt ist.

Ich vergebe sehr gerne 5 Punkte  :buchtipp:

Offline zehn123

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Die Sturmrose von Corina Bomann

Annabel zieht nach ihrer Scheidung von Jan mit ihrer kleinen Tochter Leonie nach Rügen. Sie möchte einen Neustart wagen und hat ein nettes kleines Häuschen direkt am Meer gemietet. Einen ersten Auftrag als Werbefachfrau in ihrer neuen Heimat hat sie bereits bekommen. Sie soll die Werbestrategie für das Hotel Meerblick übernehmen. Bei ihrem ersten Termin im Hotel sieht sie aus dem Fenster auf den Hafen und entdeckt die „Sturmrose“. Obwohl dieses Schiff sie finanziell ruinieren wird, kann Annabel an nichts anderes mehr denken. Das Schiff hat sie völlig in ihren Bann gezogen. Die Sturmrose soll versteigert werden und als ihr der einzige ernste Mitinteressent ein Angebot macht, kann Annabel nicht ausschlagen und erwirbt die Sturmrose gemeinsam mit Christian Mertens. Während Annabel sich mit der Geschichte der Sturmrose beschäftigt, werden Erinnerungen an ihre Kindheit geweckt, schmerzliche Erinnerungen, die nie wirklich verarbeitet wurden und die Annabel schon lange beschäftigen.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich war sehr gespannt, was in der Kindheit von Annabel geschehen ist und ob ihr Schicksal vielleicht mit der Sturmrose in Verbindung steht. Beide Geschichten haben gefesselt, Annabels Schicksal und die Geschichte der Sturmrose.

Aber auch die Gegenwart habe ich sehr gerne gelesen.  Annabel und Leonie waren wirklich sehr nette Hauptcharaktere. Auch Christian Mertens hat mir gut gefallen. Er ist sehr zurückhaltend und man spürt als Leser, das auch Christian mit der Vergangenheit zu kämpfen hat. Er öffnet sich erst nach und nach und auch er hat mit einer tragischen Vergangenheit zu kämpfen.

Ein Roman, der eine Zeit der deutschen Geschichte beschreibt, die viele bewegende Schicksale zu erzählen hat. Für mich ein absolut lesenswertes Buch.


Vielen Dank für die wieder sehr schöne Leserunde. Ich werde nie genug von Leserunden bekommen  ;D

Offline Martha-Johanna

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Hier nun meine Rezi, die ich heute fertig geschrieben habe!

Kleine Kinder können sich ihren Lebensweg nicht aussuchen, sie sind auf die Betreuung und Liebe Erwachsener angewiesen.
Dies musste auch die 6-jährige Annabel Thalheim am 17. 09.1985 auf schmerzhafte Weise erfahren.
Damals wachte sie nachts in einem Polizeiauto auf, das sie in ein Leipziger Kinderheim brachte.
Angeblich war ihre Mutter aus der DDR geflohen und hatte sie einfach zurückgelassen.

Fast 30 Jahre später leidet die junge Frau, die inzwischen selbst eine  5-jährige Tochter hat, noch immer unter ihrer unbewältigten Vergangenheit, denn sie hatte nie nach ihrer Mutter gesucht.
Zwar hatte Annabel damals Glück gehabt, als das Ehepaar Hansen sie adoptierte, aber es gab und gibt keine Seelenruhe im Leben der hübschen rothaarigen Frau mit den grünen Augen.
Als die Ehe mit dem egozentrischen Jan scheiterte, zog die selbständige Werbefachfrau in ein wunderschönes Haus an der Ostsee, um mit ihrer kleinen Leonie zur Besinnung zu kommen.

Als sie im Hafen von Sassnitz die „Sturmrose“, einen alten Fischkutter, entdeckte, war an Ruhe nicht mehr zu denken.
Annabel hatte sich in das Schiff verliebt und wollte es kaufen.
Die junge Mutter war nicht die einzige Person, die sich für den alten Kahn interessierte.
Denn da gab es Christian, diesen undurchschaubaren Mann, dessen Aura eine geheimnisvolle Anziehung  auf Annabel auszuüben begann.
Der Kutter, und mochte er noch so alt sein, kostete viel Geld, also ging sie mit Christan eine Allianz ein, die ihr ganzes Leben verändern sollte…

Corina Bomann hat mit sehr viel Einfühlungsvermögen einen ganz besonderen historischen Roman geschrieben.
Er erweckt einen Teil der menschlichen Leidensgeschichten, die durch die Teilung Deutschlands  nach dem 2. Weltkrieg verursacht wurden, zum Leben. 
Die Autorin bringt uns durch Annabels Schicksal ganz nah an die Menschen, die zu Opfern des DDR-Regimes wurden und setzt damit Personen, denen es ähnlich ging, ein Denkmal.

Wer dieses Buch liest, spürt fast körperlich die Qual des kleinen Mädchens, das im Kinderheim verzweifelt auf seine Mama wartet.
Doch diese kommt nicht, und in der Seele der Kleinen zerbricht unwiderruflich der Glaube an ihre Mutter.

Auch die Geschichte von Christian trieb mir beim Lesen die Tränen in die Augen.
Genau wie Annabel ist er stark traumatisiert.
Das Schiff verbindet die beiden auf besondere Weise, die ihnen eine Art Erlösung von ihrer Trauer verspricht und sie positiv denken lässt. 


Ich finde es genial, wie die Autorin es verstanden hat, die beiden Schicksale miteinander zu verknüpfen.
Die Botschaft ist klar: Das Leben geht immer weiter!
Macht etwas daraus!
Das Leben ist schön!

Mich begeistert der Roman auch, weil es zu keiner Zeit einen Spannungsabfall gab.

Besonders gut haben mir die inneren Monologe der Protagonisten gefallen, die warmherzig und ehrlich zu sich selbst, Aufschluss über den Seelenzustand der jeweiligen Person gaben.
Durch dieses künstlerische Mittel konnte die Autorin den Fortschritt in der persönlichen Entwicklung der Figuren sehr glaubhaft darstellen.

Wer sich für das dunkle Kapitel Zwangsadoptionen in der DDR interessiert, sollte diese Buch unbedingt lesen!
Corina Bomann hat mit ganz viel menschlicher Wärme eine wunderbare Geschichte für uns geschrieben.
                                                                                                                                                             
Die Leserunde hat mit großen Spaß gemacht!  Danke, dass ich mitmachen durfte und vielen Dank an Corina für ihre Teilnahme! 

Viele Grüße von
Martha-Johanna                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   




« Letzte Änderung: 16. April 2015, 18:03:13 von Martha-Johanna »

Offline Martha-Johanna

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Ich stelle meine Rezension auch auf Amazon ein!

Taubenschlag

  • Gast
Annabel zieht zusammen mit ihrer Tochter Leonie nach Rügen, um dort nach ihrer Scheidung von Jan einen Neustart zu versuchen. Sie mietet ein schönes Häuschen direkt am Meer und arbeitet von dort aus als Werbefachfrau. Bei dem Besuch eines ihrer ersten Kunden sieht sie die Sturmrose, ein altes, etwas heruntergekommenes Schiff, daß sie vom ersten Moment an fasziniert.

Zusammen mit einem anderen Interessenten, Christian kauf sie dieses Schiff und beginnt es zu restaurieren, hierbei fällt ihr ein alter Brief in die Hände, der von einer jungen Frau geschrieben wurde, die anscheinend auf der Sturmrose einen Fluchtversuch aus der DDR unternommen hat.

Durch diese Entdeckung kommen auch für Annabel wieder Erinnerungen an ihre Kindheit und Jungend zu Tage, auch Christian hat eine tiefe Verbindung zu diesem Schiff, denn es ist eng mit seinem Familienschicksal verbunden.

Dieses Buch ist eine sehr gefühlvolle Geschichte über Menschen und ihre Erlebnisse in der DDR, eine Geschichte von Flucht und Unrecht, aber auch von Aufarbeitung. Sowohl Christian als auch Annabel verbinden mit der DDR schlimme Erinnerungen und beide tragen noch offenen seelische Wunden mit sich herum. Im Lauf der Geschichte schaffen sie es aber ihre Geschichte zu erzählen und eine gutes Stück Vergangenheitsbewältigung und Aussöhnung zu betreiben.

Das Buch ist flüssig zu lesen und die Charaktere sind mit ihrer Geschichte sehr gut gezeichnet. In diesem Buch werden 3 Lebensgeschichten aus der DDR beschrieben, die wirklich unter die Haut gehen, aber wie wir ja nun wissen, leider der Realität entsprechen. Das Boot ist hier nur der Aufhänger, der Christian und Annabel zusammenführt und sie dazu bringt ihre Geschichten zu erzählen und, im Fall der adoptieren Annabel, auch selber noch in der Familiengeschichte zu forschen und die leibliche Mutter ausfindig zu machen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es wird mich auch noch einige Zeit beschäftigen, denn die Geschichten, die hier erzählt werden, kann man nicht einfach nach der Lektüre auf Seite legen, sie klingen noch nach. Ein gutes Buch, für den Leser, der etwas mehr über das Unrecht der DDR erfahren möchte und dabei noch eine gute Geschichte lesen möchte.


Fluse

  • Gast
Wieder ein toller Roman von der Autorin Corina Bomann. Ich hab es sehr gern gelesen und teile hier nun meine Rezi:

Da du das Buch ja auch bei uns mitgelesen hast, stell doch deine Rezension auch hier direkt ein, so dass wir nicht erst auf andere Seiten gehen müssen, um sie zu lesen  ;)

Oh ja, Du hast recht.

Hier ist sie:

Vorweg möchte ich sagen, dass mir das Buch sehr gefallen hat, es ist flüssig zu lesen, bewegend, traurig ... aber immer sehr authentisch. Wir erfahren von Schicksalen, die in der ehemaligen DDR geschrieben wurden. Wir tauchen hinein in ein System, dass man nicht glauben kann, aber es ist absolut glaubhaft, was Corina uns erzählt. Man schüttelt den Kopf, man fühlt sich hautnah dran an den Menschen, an dem Leben.

Alles beginnt mit einem alten Schiff und einem Neuanfang. Ein Neuanfang für Annabel, die auf Binz ein Haus mietet, um dort mit ihrer Tochter ein Leben in Ruhe und ohne Erinnerungen an ihr altes Leben aufbauen möchte. Aber es kommt anders ... das alte Leben holt sie immer wieder ein und bald schon erkennt sie, dass sie sich nicht länger dagegen wehren kann und will. Und so begibt sie sich mit viel Mut und Ausdauer, mit vielen gemischten Gefühlen und Ängsten auf den Weg nach ihrer Herkunft. Und der Leser merkt schnell, dass das Schiff "Sturmrose" zum Ausgangspunkt und Mittelpunkt der Geschichte wird ... es wird uns helfen, die Fragen zu klären.

Am Ende lehnen wir uns zurück, ein wenig wehmütig, die tollen Menschen, die wir im Laufe der Geschichte kennengelernt haben, hinter uns zu lassen und sind aber gleichzeit beseelt, weil man auch glücklich ist mit Annabel ...

Offline claude20

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    • Claudes Schatzkiste
Hier noch meine Rezension, Ich werde sie heute Abend dann noch ein bisschen in den Foren streuen :-)

Ergreifendes Buch zum Thema Republiksflucht


Nach ihrer Scheidung will Annabel einen Neuanfang mit ihrer Tochter auf Rügen starten. Dort verliebt sie sich in den alten Kutter "Sturmrose". Sie träumt davon dieses Schiff zu restaurieren, doch leider fehlt ihr dazu das nötige Kleingeld. Auch Christian will die Sturmrose kaufen, denn ihn verbindet ein ganz besonderes Schicksal mit dem Schiff. Schnell wird klar gemeinsam könnte die Beiden das Schiff erwerben und restaurieren. Bei der Arbeit an dem Boot entdeckt Annabel einen über dreißig Jahren alten Brief, der die Geschichte einer jungen Frau und ihrer Flucht aus der DDR erzählt. Von diesem Schicksal stark bewegt macht Annabel sich auf Spurensuche und kommt dabei nicht nur dem Geheimnis der Sturmrose auf die Spur, sondern kommt auch der Wahrheit über die Vergangenheit von Christian und ihrer eigenen Kindheit immer näher.

Beim Lesen des Klappentextes dieses neuen Buches der Autorin Corina Bomann war mir, selbst aufgewachsen in der DDR, schnell klar, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen musste. Bereits die Leseprobe auf vorablesen.de hatte diesen Wunsch in mir dann noch einmal gefestigt.

Nach der Lektüre dieser ungemein bewegenden Geschichte bin ich sehr froh, dass ich das Schicksal der Protagonisten in diesem Buch nicht teilen musste. Auf extrem interessanter, aber auch einfühlender Art nähert sich die Autorin dem Thema Republiksflucht auf verschiedenen Ebenen an. Sie zeigt, dass es sehr viele Gesichter, Geschichten, Gefühle sowie auch Schicksale gibt und das  dieses Thema noch lange nicht ausreichend aufgeklärt und aufgearbeitet ist. Sehr geschickt verknüpft sie nach und nach die losen Fäden, webt eine sehr emotionale und tiefgreifende Geschichte, die mir Einblicke in die Seele möglicher Betroffener gegeben hat.

Nach dem Lesen habe ich einige Tage gebraucht, um die entstandenen Gefühle nach - bzw. ausklingen zu lassen und bin sehr froh, dass ich diesem Schicksal entgangen bin und bei meinen Eltern aufwachsen durfte. So schnell wie das Buch dann gelesen ist, so schnell lässt einen diese Geschichte dann aber auch nicht wieder los.

Ein wirklich hervorragend in Szene gesetzter zeitgenössischer Roman zum Thema Republiksflucht, der mich tief ergriffen zurücklässt. Von mir kann es in diesem Fall nur die volle Punktzahl geben und natürlich eine Leseempfehlung.

© claude

Auf meinem Blog könnt ihr die Rezension hier finden: http://claudes-schatzkiste.blogspot.de/2015/05/die-sturmrose.html

Danke für die Leserunde und für dieses tolle Buch.
LG, Doreen

 

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