Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 1022 mal)

Nina

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind Eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass Ihr zum Abschluss zeitnah Euer Fazit hier einstellt.

Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von leserunden.de und eine "Gegenleistung" für Eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen. Es wäre toll, wenn Ihr Eure Rezension auch auf Literaturschock.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.
Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.

Bitte achtet bei Eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Offline Buchzauber

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Da ich einige Tage nicht zu Hause bin, möchte ich gleich meine Rezi hier veröffentlichen und mich dafür bedanken, das ich mitlesen durfte. Es ist ein sehr spannendes Buch, das ich absolut genossen habe.


"Gotteslüge" ist ein Thriller von Kathrin Lange. Es ist der Folgeband von "40 Stunden", kann aber auch einzeln gelesen werden.

Inhalt:
Farris Iskander ermittelt wieder. Dieses Mal hat er es mit einer Geiselnahme zu tun, die ungeahnte persönliche Dimensionen annimmt: ein mit einem Sprengstoffgürtel bewaffneter junger Mann überbringt ihm die Botschaft: "Das nächste Mal wirst du auf den Auslöser drücken". Die Bombe explodiert, aber Farris kann sein Leben retten. Das, dies so gewollt ist, ein alter Feind auf Rache sind und dabei einen teuflischen Plan ersonnen hat, ahnt er noch nicht. Und dieser Wiedersacher schreckt weder vor Entführungne, noch vor Mord zurück. Sein Ziel ist es Zeuge zu werden, wie Farris selbst zum Attentäter wird.

Der Thriller zieht den Leser von der ersten Seite an in den Bann. In rasanten Tempo geht die Jagd durch Berlin. Doch nichts ist so wie man es erwartet, immer wieder kehren Wendungen ein, mit denen ich als Leser nicht gerechnet habe.

Auch der Schreibstil ist gut und flüssig und so liest sich der Roman trotz seiner 420 Seiten sehr schnell.

Fazit: Ein Thriller, wie er sein sollte von der ersten Seite an Spannend, Wendungen mit denen der Leser nicht rechnet und einem Ende das nicht vorhersehbar ist, absolut spannend und lesenswert.

Nina

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Guten Abend liebe Leserunde,

unser gemeinsames Lesen neigt sich nun dem Ende zu und ich hoffe, dass alle Eure Fragen beantwortet wurden. Trotz der geringen Teilnehmerzahl ist eine interessante Diskussion entstanden, was mir gut gefallen hat. Es wäre schön, wenn Ihr die fehlenden Rezensionen noch zeitnah hier einstellt.

Mein besonderer Dank geht natürlich an Dich, liebe Kathrin! Danke, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast, danke für die vielen Hintergrundinformationen. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Hier kommt nun auch meine Rezension, die ich schon im Netz gestreut habe:

„Sie nahmen uns was wir lieben“

Seit „40 Stunden“ bin ich ein Fan von Faris Iskander. Er leidet unter den Dämonen seiner vergangenen Fälle, ist besonnen und schafft es mit seiner ruhigen Art, die verschiedenen Kulturen zu verbinden. Deshalb war ich sehr schockiert, als ich den Klappentext und auch den Prolog las. Faris und eine Bombe? Das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.

„Der Andere bittet zum Tanz“

Kathrin Lange hat den Plot überaus spannend gestaltet. Sie erzählt nicht nur aus der Perspektive von Faris, sie stellt dem Leser auch ziemlich schnell den Gegenspieler vor. Allerdings verdeckt sie ihn, nennt ihn den Mann, der Vergeltung wollte und übertitelt die ihm gewidmeten Abschnitte mit „Der Andere“. Dadurch wird die Geschichte zunächst sehr geheimnisvoll und das große Rätselraten beginnt. Wer ist der Andere? Warum will er Faris leiden sehen? Und Faris leidet dieses Mal ganz besonders heftig. So heftig, dass ich zwischendurch mehr als Mitleid mit ihm hatte und mir gar nicht mehr vorstellen konnte, wie ein Mensch das aushalten kann. Einerseits ist das natürlich sehr förderlich für die Spannung, die mir oft den Atem raubte, aber andererseits blieb die Glaubwürdigkeit dabei fast auf der Strecke.

„Wenn du mit Ungeheuern kämpfst“ 

Kathrin Lange bringt Faris dieses Mal an seine Grenzen, er ist in den Fall noch mehr persönlich involviert als beim letzten Mal. Gewisse Ähnlichkeiten zum Vorgänger lassen sich nicht leugnen, sind gewollt. Faris blickt in Abgründe, kämpft und wird fast selbst zum Ungeheuer. In manchen Situationen wurde er mir plötzlich fremd.

Am Ende kommt es zu einem fulminanten Showdown, vieles klärt sich sich auf und Kathrin Lange hat noch einige Überraschungen für ihre Leser im Ärmel. Und dennoch konnte mich Gotteslüge nicht so sehr überzeugen wie 40 Stunden, das im letzten Jahr zu meinen Highlights gehörte. Der Erstleser wird begeistert sein. Ich habe mich ein wenig an den Ähnlichkeiten und dem etwas überkonstruierten Plot gestört.

Fazit: Spannend, aber leider etwas überkonstruiert.

http://www.eseloehrchen.de/rezension/gottesluege-von-kathrin-lange-rezension
http://www.amazon.de/review/R1CST2Y0MFYEK/ref=cm_cr_rdp_perm

Offline dion

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So, meine kleine Rezension:

Inhalt:
Faris kann nicht schlafen. Einsam steht er in seiner Wohnung und denkt über den vergangenen Abend nach. Warum hatte Laura ihn angerufen? Sie war seit Jahren mit einem anderen Mann verheiratet und hatte sich wegen ihm von Faris abgewandt. Warum ruft sie nun ausgerechnet ihn an und erzählt ihm, dass sie in einem Hotel ist?
Um nicht länger zu grübeln, entschließt er sich zum Joggen mit seinem neuen Partner Marc. Während sie gemeinsam das Tempelhofer Feld lang laufen, klingelt Faris Handy - sein Chef ordert ihn zu einem neuen Tatort. Es ist das Hotel in dem Laura abgestiegen ist.

Immer wieder grübelt er nach was am vergangenen Abend passiert ist. Dass ihm Laura erzählt hat, sie will sich von ihrem Mann Christian scheiden lassen. Es läuft nicht mehr zwischen ihnen beiden. Warum aber erzählt sie ihm das? Am Ende des Abends bringt Faris sie zu seinem Hotelzimmer und es wird ihm viel zu spät klar, dass Laura eindeutige Absichten hat.
Als er mit Marc am Hotel ankommt wird seine Angst zur traurigen Gewissheit: Laura ist tot. Jemand hat sie erwürgt und vielleicht auch vergewaltigt. Warum? Wer? Hätte er sie retten können wenn er länger bei ihr geblieben wäre?

Faris kommt jedoch gar nicht dazu sich lange den Kopf zu zerbrechen und um Laura zu trauern. Es gibt einen Mann der nach ihm verlangt. Faris soll zur Gedächtniskirche kommen, ein Mann hat zwei Geiseln in seiner Gewalt und droht sich in die Luft zu sprengen. Eigentlich ist Faris gar nicht in er Lage sich emotional auf den neuen Fall zu konzentrieren, dennoch muss er hin. Am Breitscheidtplatz angekommen, ist bereits alles weiträumig abgesperrt. Wieder meldet sich der Mann, der nach Faris verlangt hat. Man soll ihn reinschicken. Davon ist Faris Chef alles andere als begeistert, aber welche Wahl haben sie?
Mit dem Anblick der sich ihm bietet, als Faris ins Innere geht, hätte er nicht gerechnet. Ausgerechnet Önur, ein Junge, der von seinem Schwager Sahir betreut wird, trägt einen Sprengstoffgürtel und droht damit sich und seine zwei Geisel in die Luft zu sprengen.
Aber Faris hat das Gefühl, dass Önur das eigentlich gar nicht wirklich möchte. Er macht das nicht freiwillig und doch kann Faris ihn nicht retten. Kurz darauf detoniert die Bombe.Faris und die zwei Geiseln konnten fliehen, doch es ist noch nicht vorbei. Faris Handy klingelt und eine Stimme erklärt ihm, dass er der nächste ist, der auf einen Auslöser drückt.
Faris fühlt sich zurück katapultiert. Er hat diesen Satz bereits gehört in der Vergangenheit. Fängt etwa wieder alles von vorn an?

In den nächsten Stunden wird Faris auf eine harte Probe gestellt und er muss feststellen, dass es etwas gibt in seinem Leben, dass selbst ihn dazu bringen könnte, den letzten Schritt zu gehen. Wird er dagegen ankämpfen können oder am Ende doch verlieren?

Meinung:
Der zweite Teil um Faris Iskander ist wieder spannend von Anfang bis zum Ende. Durch den Bezug zum vorherigen Buch, bietet es sich an, erst 40 Stunden zu lesen. Aber den Roman würde ich euch empfehlen ;o)
Faris hat in 'Gotteslüge' einen sehr turbulenten Tag. Erst die Ermordung seiner verflossenen Liebe Laura, dann das Selbstmordattentat von Önur und das Versprechen, dass er, Faris, am Ende selbst den Auslöser betätigen wird. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Immer wieder meldet sich ein Mann bei Faris, der ihn weiter in den tiefen Sumpf aus Schuld, Angst und Verzweiflung treibt. Zwischendurch habe ich immer wieder Angst gehabt, dass Faris zusammenbricht. Denn kein Mensch kann soviel Druck und Verantwortung auf Dauer standhalten.
Die Puzzleteile in diesem Buch fielen teilweise schnell an ihre Stellen, manche veränderten sich bei näherem hinsehen und das machte das 'Kriminalisieren' natürlich besonders spannend.

Mit hat die Geschichte gut gefallen, jedoch haben mich ein paar Sachen gestört. Zum einen Wortwiederholungen, die mich in Büchern immer schnell stören und zum anderen war das Buch etwas zu überladen an Aktion. Faris und der Leser hatten keine ruhige Minute. Es ging von einem Schock in den nächsten und vielleicht wäre eine kleine Verschnaufpause auch für den gebeutelten Faris gut gewesen.

Der Schreibstil ist wie bisher sehr gut. Man wird sofort in die Geschichte geworfen und ist mitten drin statt nur dabei. Ich bin sehr gespannt was Kathrin Lange für unseren armen Erimttler noch alles im Sinn hat und habe beinahe Angst um den armen Mann.

@Kathrin
Vielen lieben Dank für die schöne Leserunde und die spannenden Lesestunden =o) Ich freue mich auf die nächsten!

Die Rezension habe ich im Bloggerportal, bei Goodreads, bei Amazon und im BücherTreff veröffentlicht. Im Blog geht sie am 01.05.2015 online =o)

Offline Rhea

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Sag niemals nie

„Das würde ich nie tun!“, sagt man das nicht sehr oft? Dabei ist die Frage, in welcher Situation würde man es tun, das von dem man glaubt, man würde es nie tun, um nichts in der Welt-wirklich um nichts? Es ist eine spannende Frage, ob es nicht für jeden Menschen eine Situation gibt, in der er alle seine moralischen Werte negiert.
Faris ist ein Mensch mit moralischen Grundsätzen, aus Überzeugung und gegen den Widerstand seiner Familie bei der Polizei. Er kämpft gegen Terrorismus, er ist ein Held, denn er hat schon einmal inmitten eines Bombenattentats gestanden. Dabei verlor er seinen Partner und ist nun psychisch ständig am Abgrund, kämpft täglich immer wieder gegen seine Schuldgefühle und träumt nachts Alpträume. Aber ein ANDERER hat sich vorgenommen, ihn völlig zu vernichten und gerade ihn dazu zu bringen, selbst den Auslöser einer Bombe zu zünden. Warum und wird er es schaffen?
Die Idee dieses Krimis ist sehr spannend und Faris ist ein interessanter Charakter. Ebenso Trommsdorf, sein Chef. Sein Partner Marc bleibt ein wenig im Hintergrund, so wie viele der Figuren, die nur als Garnitur wirken um die Geschichte um Faris zu gestalten. Spannend ist der ANDERE, dessen Psyche so verdreht wurde durch Geschehnisse in seiner Kindheit, dass er nicht wirklich durchschaubar ist. Was ist Wahrheit und was ist Phantasie seines kranken Hirns? Welches Motiv hat er wirklich? Ist er ein islamischer Fanatiker?
Um Faris herum werden im Buch einige Frauen Figuren drapiert. Seine Exfrau Laura, die inzwischen  mit einem Arzt verheiratet ist und deren Fortgang für Faris scheinbar schwer zu verarbeiten war. Ira, eine Frau, die seine neue Freundin sein könnte, die aber gerade im Ausland weilt. Andrea, die Psychologin, mit der er sein Trauma verarbeitet aus dem Geschehen um den Bombenanschlag bei dem sein Partner umkam. Frau Geiger, eine Vorgesetzte, die Faris hasst – warum ist unbekannt.
Von Laura erfährt man nicht viel in diesem Teil, Ira schein Faris wirklich zu lieben, aber kann sie das aushalten, was mit ihm und seinem Beruf verbunden ist? Andra verhält sich m Buch völlig unprofessionell und ich frage mich, ob eine Polizeipsychologin sich wirklich solche Schnitzer erlauben kann wie sie es in diesem Buch tut. Ihre Rolle gefällt mir nicht. Frau Geiger ist ein Klischee. Steckt da noch was dahinter?
Für mich war im Bucheinfach ein Tick zu viel, zuviele Verletzungen, zuviele Abweichungen von Vorschriften und zuviel laienhafte Arbeit. Eine Seite der Aufklärung des Falles hat mir nicht so gefallen, aber das hängt mit meiner Einstellung zum Beruf der Person zusammen.
Das heißt nicht, dass das Buch nicht spannend ist. Die Spannung im Buch resultiert eigentlich aus der Frage nach dem Motiv und der Identität des ANDEREN. Es liest sich sehr gut und Faris ist ein absoluter Sympathieträger,  der vielleicht noch von seinem Chef übertroffen wird.

Fazit:
Ein spannender Kriminalfall mit interessanten Argumenten im Zusammenhang mit Islam und Terrorismus, dessen Grundfrage ist, wie weit man wirklich gehen  würde um einen geliebten Menschen zu retten.


An die Leserunde:

Vielen Dank an alle fürs Spekulieren und diskutieren und vielen Dank an Kathrin für die Erläuterungen und Antworten.

Offline DunklesSchaf

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    • Die Dunklen Felle
So, nun ist auch meine Rezension fertig und hier ist sie:

Faris Iskander ist zurück – ob er will oder nicht. Wie schon in „40 Stunden“ scheint ein Täter wieder Faris ins Auge gefasst zu haben, denn kurz nachdem seine Exfreundin Laura tot aufgefunden wird, bestellt ein Selbstmordattentäter Faris zu sich. Die Geiseln sowie Faris können entkommen, der Täter kommt um, doch das ist erst der Beginn einer verstrickten Hetzjagd nach einem perfiden Täter.

Faris Iskander ist auch diesmal noch lange nicht stabil genug, um wieder zu ermitteln, doch der Täter lässt ihm keine Chance. Gemeinsam mit Trommsdorf und dem Team der SERV – der Sonderheinheit für religiös motivierte Verbrechen – versucht er hinter das Geheimnis um den ANDEREN zu kommen. Der ANDERE ist der Täter und der Leser darf ihm in die Karten sehen, ohne zu wissen, wer er ist. Immer wieder bekommt man Ausschnitte aus seinen Handlungen und Gedanken, so dass ziemlich schnell klar ist, dass er eine Rechnung mit Faris offen hat. Doch welche das ist, bleibt lange verborgen. Faris hat aber nicht nur die Ermittlungen am Hals, sondern macht sich auch seine Gedanken, wer Laura getötet hat. Und dann wird Anisah, Faris Schwester entführt…

Faris muss also auch in „Gotteslüge“ wieder sehr viel aushalten und als Leser fragt man sich schon, wie er das macht. Im normalen Leben wäre der Mann psychisch am Ende und vermutlich nicht mehr ansatzweise handlungsfähig. Wobei ein Mensch ja viel aushält – aber so viel? Puh – ich weiß nicht. Ab wann wird ein Thriller unglaubwürdig? In der Leserunde haben wir viel darüber diskutiert und letztendlich muss man sich als Krimi- / Thrillerleser immer darauf einlassen und man kann nicht immer pure Realität fordern. Wenn man Inspector Barnaby als Beispiel betrachtet, müsste halb Somerset leer gefegt sein. Und so kämpft sich Faris weiter tapfer durch den Thriller und stellt sich seinem schlimmsten Albtraum: einmal selbst den Auslöser zu drücken.

Faris steht klar im Vordergrund und bestimmt die Geschichte und die Gunst der Leser. Abgesehen von Faris gibt es Trommsdorf, seinen Chef, der mir ein wenig zu gut und zu verständnisvoll ist. Im Gegenzug gibt es dann Dr. Geiger, die Chefin von Faris Chef, die kein gutes Haar an Faris lässt. Das Team – und auch Faris neuer Partner Mark – verblassen eher im Hintergrund. Ira, die Zeugin aus dem letzten Band und jetzt Quasi-Freundin von Faris, spielt noch eine Rolle, wobei ich mir diese auch wichtiger vorgestellt habe. Sogar Anisah, die ja entführt wird, bleibt blass. Sie kriegt wenig mit, da sie unter Medikamenteneinfluss steht.

Das Schema des Thrillers ähnelt dem Vorgänger. Es geht wieder um Attentate, Bomben und Faris, der dies verhindern will. Wie auch schon der Titel verrät, ist die religiöse Motivation auch diesmal nicht zu finden, bzw. nur vorgeschoben. Die Spannung ist durchgehend sehr hoch und das Buch ist schnell weg gelesen. Man will einfach mehr wissen und fliegt nur so durchs Buch. Es gibt sehr viele Wendungen und der Leser ist immer am mit rätseln, wer wohl der ANDERE ist. Mich hat die Lösung überrascht, vor allem, da Frau Lange noch einen Cliffhanger ans Ende gebaut hat.

Täter gefasst und trotzdem ein offenes Ende. Im Moment bin ich noch unschlüssig, ob ich das gut finde oder nicht. Im Krimigenre gibt es zwar viele Serien, aber doch meist mit abgeschlossenen Fällen. Im Moment hätte ich keine Lust, Faris schon wieder durch Berlin hetzen zu sehen, aber wer weiß? Noch ist der nächste Teil ja erst in Vorbereitung und bis dahin geht auch ein persönlich involvierter Ermittler wieder – nur, wer ist noch übrig, um Faris wieder persönlich zu involvieren?

Fazit:
Eine rasante Hetzjagd mit Faris Iskander, der mal wieder mächtig zu leiden hat. Gleiches Schema, aber hohes Spannungslevel.


Die Rezension gibt es noch auf meinem Blog, im randomhouse Blogerportal, bei literaturschock.de, bei hugendubel. de und bei lovelybooks.de.

Abschließend möchte ich mich bei Kathrin Lange, aber auch allen Mitlesern für die tolle Runde und die interessanten Diskussionen bedanken. Es hat mir viel Spaß gemacht!
Grüßle,
Christina

Offline dion

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Die Rezension gibt es noch auf meinem Blog, im randomhouse Blogerportal, bei literaturschock.de, bei hugendubel. de und bei lovelybooks.de.
Ha, danke! Ich wusste ich habe ein Portal vergessen - mir wollte nur partout nicht einfallen welches ^^

Offline Kathrin Lange

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    • Kathrin Lange
So, Ihr Lieben,

ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich Zeit gefunden habe, Eure Rezensionen zu lesen. Aber jetzt bin ich endlich dazu gekommen! Ich danke Euch allen für diese Leserunde, die mir viel Spaß gemacht hat, auch und vor allem, weil Eure Fragen einmal nicht die üblichen "Wie kommst du auf deine Ideen"-Erkundigungen waren.
Ich habe eine ganze Reihe Anregungen für Band 3 der Serie mitgenommen und kann mich jetzt mit noch mehr Motivation daran machen, Faris' nächsten Fall zu schreiben.

Und: In Hinsicht auf den Slogan dieses Portals "Klasse statt Masse" ist mir eine Idee gekommen, die ich bei Gelegenheit einmal mit Euch besprechen werde, liebe Admins. ;-)

Euch allen weiterhin viel Spaß beim Lesen. Ich hoffe, man hört und liest sich irgendwo einmal wieder.

Herzlich, Eure Kathrin
"Eine rasante Handlung und starke Protagonisten machen dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss.“ (Lines Bücherwelt über "Gotteslüge")

Online Dani

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Und: In Hinsicht auf den Slogan dieses Portals "Klasse statt Masse" ist mir eine Idee gekommen, die ich bei Gelegenheit einmal mit Euch besprechen werde, liebe Admins. ;-)
Ich bin gespannt  ;)
Liebe Grüße
Dani

Online Dani

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Hups, da war noch was - anbei meine abschließende Meinung zum Buch!

Der zweite Fall für Faris Iskander. Faris hat die Ereignisse des letzten großen Falls noch nicht wirklich verwunden, da wird er erneut zu einer Bombendrohung gerufen. Schnell stellt sich heraus, dass es nicht einfach nur um eine Geiselnahme oder ein Selbstmordattentat aus politischen Gründen geht, sondern dass jemand Faris ganz persönlich im Visier hat. Doch wer steckt dahinter? Wer hasst Faris so sehr, dass er diesen perfiden Plan ausgeheckt hat? Und kann Faris sich den Forderungen des Täters verweigern, wo der doch ein grausames Druckmittel in der Hand hat?

Ich hatte den ersten Fall „40 Stunden“ nicht gelesen, bin aber dennoch problemlos in die Handlung hineingekommen. Natürlich erfährt man einiges über die Ereignisse im ersten Buch, jedoch wird die Spannung nicht völlig vorweggenommen, so dass man diesen wohl gut auch noch nachträglich lesen kann.

Die Story ist äußerst rasant. Faris und somit auch dem Leser bleibt wenig Zeit zum Durchatmen. Das erklärt auch manche Handlungen der Protagonisten, die bei etwas mehr Ruhe vielleicht (und hoffentlich) anders agiert hätten. Aber Faris wird hier durch die äußeren Umstände und das grausame Spiel des Täters immer weiter getrieben und gehetzt.

Gut gefallen haben mir neben Faris selbst die Nebenfiguren, allen voran Faris’ Vorgesetzter, der trotz aller Schwierigkeiten zu ihm hält und ihn schützt und deckt, wo er nur kann. Die anderen Mitglieder des Ermittlerteams blieben für mich ein bisschen blass, hier hätte ich mir etwas mehr Figurenbeschreibung gewünscht, auch wenn es für den Verlauf des Buches nicht zwingend notwendig war.

Für mich war „Gotteslüge“ nicht nur ein spannender Thriller, sondern vor allem eine Persönlichkeitsstudie auf beiden Seiten: Täter und Ermittler haben mich beide emotional mitgenommen, über ihre Motive und Taten grübeln lassen und so konnte ich die Seiten kaum schnell genug umblättern.

Es wird einen dritten Teil geben, auf den ich schon gespannt warte, denn das Ende von „Gotteslüge“ wartet mit einem fiesen kleinen Cliffhanger auf und ich bin extrem neugierig, wie sich das im dritten Band erklären wird!

Liebe Grüße
Dani

Offline dubh

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Hallo zusammen,

auch von mir fehlte bislang noch meine abschließende Meinung, was ich jetzt nachholen möchte. :-[

Kathrin Lange hat mit "Gotteslüge" bereits den zweiten Fall um Faris Iskander, einem Ermittler der Berliner Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen (kurz SERV), vorgelegt. Dieses Mal wird es für den Polizisten ein sehr persönlicher Fall, denn bei einem Bombenattentat nahe der Gedächtniskirche rettet Faris zwar das Leben Unschuldiger, doch den Jungen, der den Sprengstoffgürtel zündet, kennt er und zudem erhält von ihm eine verstörende Botschaft: nächstes Mal soll Faris derjenige sein, der den Auslöser drückt...
Während Faris im Anschluss mit den Erinnerungen, die die Explosion hervorruft, zu kämpfen hat, überschlagen sich die Ereignisse: noch auf dem Breitscheidtplatz nimmt der Hintermann des Anschlags den Kontakt zu Faris auf - doch was ist sein Ziel?
Zusätzlich zu dem Fall, der den Sonderermittler und seine Kollegen beschäftigt, ereignet sich noch ein weiterer Mord und auch dieses Mal kennt Faris das Opfer. Wie kann ein noch so tougher Polizist das verkraften? Im Grunde gar nicht - und so leidet Faris sehr unter seinen Erinnerungen, Schuldgefühlen und schlussendlich auch seiner Verzweiflung über das Geschehen.

Die Autorin hat einen wirklich rasanten Thriller geschrieben, der eben auch erschreckend realistisch daherkommt. Nicht nur einmal habe ich mich gefragt, ob so etwas auch wirklich geschehen könnte - mitten in Berlin.
Außerdem haben mit die Wendungen, die die Geschichte nimmt, gefallen, denn manchen folgt man äußerst bereitwillig - nur um festzustellen, dass es Finten waren. Andere Spekulationen wiederum sind gar nicht so verkehrt... herrlich, denn genau das mag ich so gerne an Krimis und Thrillern: das Spekulieren und diese Auf-und-Abs, wenn man sich zwischendurch immer wieder sicher ist, dass man nun endlich auf der richtigen Fährte ist.
Thematisch passt dieser Thriller perfekt in unsere Zeit. Leider, muss ich sagen, denn oft stellt sich die Frage, was berechtigte Sorge und was bloße Hysterie vor religiösem Fanatismus ist. So ist vor allem die Figur des Ermittlers Faris Iskander besonders interessant: mit arabischem Hintergrund und muslimisch erzogen, wirkt er auf mich beinahe losgelöst von den Wurzeln seiner Eltern und Großeltern. Aber nicht nur das macht ihn komplex, sondern auch die Emotionen, mit denen er zu kämpfen hat. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob er nicht kurz vor dem Zusammenbruch stehen müsste - aber irgendwie schafft er es halbwegs, sich immer wieder aufzurappeln und den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen.
Vor allem durch die persönliche Verquickung des Ermittlers zieht die Spannungskurve immer weiter an - bis zu einem fulminanten Ende. Zwar konnte mich die Auflösung nicht auf ganzer Linie überraschen, da ich eine gewisse Vorahnung hatte, doch das tut der Spannung keinen Abbruch. Allerdings empfand ich die Story am Ende ein bisschen 'überkonstruiert' und einen Tick zu unrealistisch was das Action-Talent des Ermittlers angeht.

Kurzum: ich fand "Gotteslüge" wirklich spannend: ein Thriller, der mich von der ersten Seite an gepackt hatte und der mich auch aufgrund seines Stils richtig gut unterhalten hat. Auch wenn die Erzählweise aus Sicht des Ermittlers und des Täters nicht ungewöhnlich ist, so war die Dosierung hier genau richtig, denn der Nervenkitzel wurde damit immer wieder befeuert! Die Wartezeit auf den dritten Fall werde ich mir mit Band eins verkürzen...
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline dubh

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"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

 

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