Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 742 mal)

Offline JanaBabsi

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind Eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass Ihr zum Abschluß zeitnah Euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Viele Grüße
Babsi

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Offline DunklesSchaf

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    • Die Dunklen Felle
Ich wage mich mal hier als erste vor und veröffentliche mein Fazit.
Zuerst zur Leserunde allgemein. Ich fand die Runde sehr lebhaft und auch ausgeglichen, auch wenn ich mich zum Teil gehetzt, zum Teil ausharrend gefühlt habe. Zum einen war daran der verspätete Start schuld, so dass ich das Buch in einer sehr geschäftigen Zeit beginnen musste, zum anderen war das Buch doch ein wenig dicker und recht beschreibend, so dass ich (und ich glaube auch einige andere) nicht so zügig vorangekommen sind, wie gedacht.
Wie immer fand ich die Autorenbegleitung sehr nett - vielen Dank, Andreas, für Deine tollen und ausführlichen Antworten. Zugegeben fällt meine Meinung nicht himmelhochjauchzend aus, doch ich hoffe, Dir hat die Runde mit uns trotzdem Spaß gemacht.

Und hier ist sie nun:
Verena Meier beginnt ihren neuen Job im Kernkraftwerk in Wesermarsch. Zwar hat sie früher, als Studentin, auch gegen Atomkraft demonstriert, aber sie braucht den Job, denn sie hat Mann und zwei kleine Kinder zu versorgen. Aber komisch ist es schon, dass sie die Stelle so schnell und unkompliziert bekommen hat. Als sie erfährt, dass ihr Vorgänger spurlos verschwunden ist und sie deshalb so schnell nachgerückt ist, macht sie das stutzig. Als sie dann einen bei der Löschung übrig gebliebenen Tagebucheintrag von Golo Hansen, ihrem Vorgänger, findet und daraus hervorgeht, dass Hansen bei der letzten Simulatorschulung einen Gau verursacht hat und dies auch im Kernkraftwerk selbst möglich ist, fängt sie an zu schnüffeln, ob Hansen wirklich selbst verschwunden ist oder vielleicht „verschwunden wurde“.

Verena Meier ist eine taffe berufstätige Frau, die leider eine Schwäche hat: Udo Lenker, ihren Ex-Freund. Der taucht auch just fast in dem Moment auf, als sie ihren neuen Job anfängt und geht ihr, aber auch dem Leser, gewaltig auf die Nerven. Na ja, so einen unsympathischen Charakter braucht ja doch jedes Buch, so zur Abwechslung. Auch wenn ich zugebe, dass ich wegen Udo Lenker ab und an das Buch zugeklappt habe. Auch die Tatsache, dass Verena, auch wenn sie sonst eine ganz vernünftige Frau ist, sich immer wieder auf Udos Spielchen einlässt und einfach keine Konsequenzen ziehen kann. Und damit habe ich schon einen Teil des Problems des Buches angesprochen.

Neben dem äußerst spannenden Thema Kernkraft und einem möglichen Gau innerhalb Europas, dem verschwundenen Kollegen und der „Miss Marple“-mäßigen Suche, die Verena im Kraftwerk durchzieht, zieht sich das Buch durch die Nebenhandlungen, Beschreibungen und Ausführlichkeit unnötig in die Länge. Verenas Beziehung zu ihren Eltern, die philosophischen Sprüche ihres Ehemanns oder auch die ausführlichste Beschreibung von Bremerhaven, die ich je gelesen habe, führen mitunter gemeinsam mit der Udo-Lenker-Beziehung zu einem Hin und Her, anstatt sich auf die Suche nach Golo Hansen, bzw. der Möglichkeit eines technisch herbeizuführenden Gaus zu konzentrieren.

Diese Langatmigkeit zieht sich durch das Buch und ist auch am verunglückten Ende mitverantwortlich, obwohl auch hier spannende Sequenzen dabei waren und das Ende des Endes genial gelöst war. Allerdings scheint es, dass der Autor allen Personen in den letzten 50 Seiten nochmal einen Kurzauftritt gewähren wollte, was allerdings im Leitstand des Kernkraftwerks unglaubwürdig erscheint. Auch sind die Aktionen dort konfus und unterbrochen von den geringsten Nebensächlichkeiten, so dass, trotz der genialen Lösung am Ende, doch ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Das Buch war eher nicht meins, aber ich könnte mir vorstellen, dass Leser, die kein bestimmtes Genre bevorzugen, sondern überall „wildern“, damit glücklicher sind, als ich. Doch für mich war die spannende Suche nach dem verschwundenen Mitarbeiter nicht fokussiert genug und leider nur ein schwacher Handlungsstrang und das „bombastische“ Ende war leider recht chaotisch und unglaubwürdig.

Fazit:
Ein spannendes Thema, welche Verena Meier in Miss Marple Manier löst, doch leider mit vielen Nebenhandlungen und Beschreibungen, so dass das Buch langatmig wird und mit einem chaotischen Finale aufwartet.


Update 08.06.2015:
Ich hab leider vergessen, die Rezension zu streuen - danke für die Erinnerung JanaBabsi. Hiermit nachgeholt. Schon gestern ist die Rezension auf meinem Blog erschienen, heute habe ich diese noch auf hugendubel.de, lovelybooks.de und literaturschock.de Forum eingestellt.
« Letzte Änderung: 08. Juni 2015, 21:56:25 von DunklesSchaf »
Grüßle,
Christina

Offline JanaBabsi

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Wie sicher sind unsere deutschen Kernkraftwerke?

Auf der Suche nach einer neuen Arbeit stellt Verena Meier sich im Kernkraftwerk Wesermarsch vor. Aufgrund ihrer fundierten Kenntnisse bekommt sie den Job sofort. Oder liegt ihre Einstellung vielleicht gar nicht an ihren Kenntnissen sondern daran, dass ihr Vorgänger Golo Hansen spurlos verschwunden ist und sich sonst gerade niemand um diesen Job reißt?

Zufällig findet Verena auf der Festplatte ihres PCs eine verschlüsselte Datei mit einem Tagebuchhinweis ihres Vorgängers. Golo Hansen hat es im Simulator tatsächlich geschafft die Funktionen des KKW so zu manipulieren, dass die Kernschmelze unausweichlich ist. Mit diesen Informationen wollte ihr Kollege an die Öffentlichkeit gehen. Der Spürsinn von Verena Meier erwacht und sie möchte wissen was mit Golo Hansen passiert ist und ob es tatsächlich möglich ist einen atomaren SuperGAU herbeizuführen.

Als die Kernschmelze im KKW Wesermarsch dann tatsächlich kurz bevor steht, handelt es sich leider nicht um ein ablaufendes Programm im Simulationsraum.


Verena ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Ihr Mann Hermann Hendrik übernimmt die Rolle des Hausmannes während Verena die Brötchen verdient.

Just zu dem Zeitpunkt als Verena die Stelle im Kernkraftwerk Wesermarsch bekommen hat, taucht ihr Exfreund Udo Lenker wieder auf. Er hat einige Zeit in der JVA verbracht und nach seiner Entlassung macht er sich auf die Suche nach Verena und findet sie auch.

Udo Lenker ist ein nervtötender selbstverliebter Gockel der – zumindest am Anfang des Buches – permanent an Sex denkt und diesen natürlich mit „seinem Verenchen“ haben möchte. Dass sie verheiratet ist und 2 Kinder hat stört Lenker nicht weiter zumal Hermann Hendrik in Udos Augen eh nix taugt.

Auch wenn Verena ihrerseits nichts mehr mit Udo zu tun haben möchte, ist sie nicht in der Lage ihm dieses unmissverständlich klar zu machen und ihn vor die Türe (in diesem Fall die Autotüre) zu setzen. Udo ist ein sehr anhänglicher und aufdringlicher Ex. So ein echter „Der geht gar nicht“-Typ. Bei Verenas Mutter und Tante hat er aber scheinbar einen Stein im Brett, den die beiden Damen erliegen permanent seinem (nicht vorhandenen) Charme.

Verenas Ehemann Hermann Hendrik ist ein gerne und häufig philosphierender Philosoph. Irgendwie hat er in allem was er tut die Ruhe weg. Ihn kann nichts aus der Fassung bringen und für jede Lebenslage hat er ein passendes Zitat oder einen passenden Spruch auf Lager. Es beunruhigt ihn auch keinesfalls, dass der Ex seiner Frau wieder aufgetaucht ist und sich in Verenas Familie breit macht.

Die beiden Männer in Verenas Leben könnten gegensätzlicher nicht sein, wobei keinem der beiden meine Sympathie zugeflogen ist.

Verena selbst erscheint dem Leser beim Vorstellungsgespräch im KKW sehr souverän. Auch wenn sie noch sehr jung ist verfügt sie über die benötigten Qualifikationen, kann sich im Gespräch entsprechend verkaufen und tritt sehr selbstbewusst auf. Ihr Verhalten gegenüber ihrem Ex Udo Lenker steht im krassen Gegensatz dazu. Bei ihm ist sie nicht in der Lage ihn in seine Schranken zu weisen und lässt sich von ihm einlullen . Bei der Suche nach der Wahrheit um das Verschwinden Golo Hansens ist Udo Lenker jedoch ein nicht zu unterschätzender Faktor der Verena am Ende sogar das Leben rettet.

Die Gefahr lauert an Verenas Arbeitsplatz – aber aus einer anderen Richtung als der Leser glaubt.


Der Titel „Fukushimnobyl“ und das Cover des Buches signalisieren dem Betrachter, dass die Geschichte zwischen den Buchdeckeln etwas mit den Naturkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl zu tun haben muss

·   Nuklearkatastrophe Tschernobyl 04/1986
·   Nuklearkatastrophe Fukushima 03/2011

Beim lesen der Erläuterungen bezüglich der Technik im KKW Wesermarsch fragte ich mich mehrmals wie sicher unsere Kernkraftwerke in Deutschland sind und ob sich ein Szenario wie in „Fukushimnobyl“ tatsächlich ereignen könnte. Als Laie in Sachen Atomkraft (und ich denke das ist ein großer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung)  müssen wir uns auf die Versicherungen und Beteuerungen der EU-Kommission und der Europäischen Gruppe für nukleare Sicherheit und Abfallentsorgung (ENSREG) verlassen die besagen, dass alle 17 in Deutschland befindlichen Atomkraftwerke sicher seien. Sind sie das wirklich? Wir wissen es nicht, wir müssen es glauben.

Der Gedanke hinter der Story und die eingestreuten Erläuterungen bezüglich der Funktionsweise von Kernkraftwerken fand ich sehr interessant und das regte mich, wie schon erwähnt, zum Nachdenken an. Leider konnte mich aber die Umsetzung der Idee zum fertigen Buch nicht überzeugen.

Die Protagonisten, neben Verena, Hermann Hendrik und Udo sind das noch ein paar mehr oder weniger wichtige Menschen, handeln sehr oft für mich nicht nachvollziehbar und äußerst unlogisch. Manche Szenen sind über Gebühr in die Länge gezogen, könnten durchaus etwas Straffung vertragen. Was man am Anfang des Buches nur vereinzelt als „zu viel“ wahrnimmt tritt zum Ende des Buches hin geballt auf.

Die gute Idee hinter der Story, die Geschichte um einige Seiten bzw. unnötige Dialoge gekürzt und es wäre ein wirklich tolles Buch entstanden.

Leserunde:
Lieber Andreas, ich danke Dir sehr für die Begleitung unserer Leserunde. Vermutlich fühlt es sich nicht sonderlich toll an, wenn man kritisiert wird. Ich hoffe Du hattest trotzdem ein wenig Freude an unseren Spekulationen und Mutmaßungen und kannst für Dein nächstes Projekt etwas an umsetzbaren Anregungen oder auch Kritik mitnehmen.

Herzlichen Dank auch an den Monogramm-Verlag für das Lese-Exemplar.

Auch an meine MitleserInnen ein herzliches Dankschön. Bei so wenigen Teilnehmern fällt es extrem auf wenn es zeitlich nicht hinhaut wie geplant. Durch den Poststreik und nicht pünktlich ankommenden Büchern steckte ich gleichzeitig in 3 Leserunden was natürlich den Lesefluss im einzelnen Buch extrem bremsen kann.

Rezension:

http://wasliestdu.de/rezension/wie-sicher-sind-unsere-deutschen-kernkraftwerke

https://bloggervernetzt.wordpress.com/2015/06/09/fukushimnobyl-von-andreas-grohl/#more-4019

https://buechersindfliegendeteppiche.wordpress.com/2015/06/08/fukushimnobyl-katastrophe-programmiert-andreas-grohl/

http://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Gr%C3%B6hl/Fukushimnobyl-1160084373-w/rezension/1160778713/

http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/krimis-und-thriller/fukushimnobyl

http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,36883.0.html

https://www.amazon.de/review/R95GZW27PP0TB/ref=pe_1604851_66412761_cm_rv_eml_rv0_rv

https://www.weltbild.de/artikel/buch/fukushimnobyl_19726939-1

http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/fukushimnobyl/andreas_groehl/ISBN3-945458-05-6/ID40136800.html?jumpId=1064571
« Letzte Änderung: 13. Juni 2015, 23:15:26 von JanaBabsi »
Viele Grüße
Babsi

Ein Hund ist wie ein spannendes  Buch, doch was nützt einem Analphabeten das spannendste Buch

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Offline tigi86

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Zum Inhalt:
"Kurz nach ihrer Einstellung im Kernkraftwerk entdeckt die junge Ingenieurin Verena Meier auf ihrem Arbeitsplatz-Computer eine Textdatei, die auf einen Fehler im Sicherheitssystem des Kernreaktors hinweist. Ihre Nachforschungen ergeben, dass diese Datei von ihrem spurlos verschwundenen Vorgänger stammt, der die zu einem GAU führenden Bedienungsschritte veröffentlichen wollte. Bei der Suche nach seiner Anleitung begibt sich Verena Meier in tödliche Gefahr"
(Quelle: www.meissener-buchhandlung.de)

Meine Meinung:
Grundsätzlich finde ich die Idee gut, einen Thriller in und um ein Kernkraftwerk anzusiedeln, auch aktuelle Themen und in diesem Zusammenhang nicht zu verachtende Sachen wie Terrorismus und die Angst vor Anschlägen einzubauen.

Aber im Großen und Ganzen bin ich mit dem Roman nicht warm geworden, auch die Figuren waren für mich nicht so richtig greifbar, da auch vor allem Udo für mich nicht immer nachbollziehbar handelt und bis zum Schluss kommt er irgendwie mit allem durch und so richtig übel nimmt ihm auch keiner seine Aktionen, obwohl er doch schon zum Teil als Stalker durchgehen könnte.

Und bis zum Showdown am Ende gibt es für meinen Geschmack ein bisschen zu viele Längen, ein bisschen hätte man es straffen können oder wenigstens das Tempo ein wenig steigern können.

Ansich fand ich die Beschreibungen über die Vorgänge im Kernkraftwerk, auch was die technischen Details angeht sehr interessant, kommt man doch als normaler Bürger nicht in den Kontakt mit derartigen Sachen.

Aber das Gesamtgebilde war für mich nicht ganz stimmig, wie ich es gern gehabt hätte.

Zur Leserunde:
Trotz meiner Kritik hat es mich gefreut, mich euch das Buch zu lesen und ein Dankeschön gebührt natürlich dir Andreas, dass du die Leserunde begleitet hast und ich hoffe, du bist jetzt nicht abgeschreckt und würdest uns mal wieder bei einem deiner Bücher begleiten  :winken:

Offline Idefix

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Vielen Dank für diese interessante kleine Leserunde. Hier nun meine Rezension.

„Fukushimnobyl“  - Katastrophe vorprogrammiert - ist ein Roman von Andreas Gröhl und erschien in der Monogramm Verlagsgesellschaft. Das Buch umfasst 488 Seiten.

Die Story:

Die Ingenieurin Verena Meier bewirbt sich in dem Kernkraftwerk  Wesermarsch um eine freie Stelle. Obwohl sie den Job eigentlich gar nicht wollte, überzeugt sie mit Witz und solidem Grundwissen bezüglich Kernenergie und bekommt die Arbeitsstelle sofort. Da sie die alleinige Hauptverdienerin ist und ihr Mann, ein Philosoph, sich um Zwillinge kümmert, nimmt sie diese Herausforderung an.
Im KKW bemerkt sie schnell, dass ihr Vorgänger, von dem jegliches Lebenszeichen fehlt, einige brisante Entdeckungen gemacht hat, die das Sicherheitssystem in einem KKW betreffen.
Verena, ganz taff, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und hat plötzlich nicht nur ihre Kollegen und  Vorgesetzten im Nacken sitzen, die  ziemlich vehement etwas dagegen haben. Dabei geraten Verena und ihr Mann sehr schnell in große Gefahr und am Ende muss ein SUPER GAU verhindert werden, denn manch ein Angestellter ist bei weitem nicht die Person, die er vorzugeben scheint.
Nebenbei muss sich Verena aber auch mit ihrem früheren Leben in Form eines sehr hartnäckigen Verflossenen auseinander setzen. Udo Lenker entpuppt sich als Stalker und will Verena unbedingt zurück. Dabei schreckt auch er vor nichts zurück.

Der Hintergrund:

Neben Verenas Leben  geht es ebenso um die Sicherheitsfragen ein KKW betreffend. Wie sicher sind unsere deutschen Kernkraftwerke? Kann es wirklich nicht zu so einer Katastrophe wie in Fukushima oder Tschernobyl kommen? Was wurde alles getan, damit es hier in Deutschland, keinen SUPERGAU gibt? Wie sicher ist Kernenergie überhaupt und wie abhängig sind wir von Technik und Systemprogrammen? Dies versucht Andreas Gröhl in diesem Buch zu erklären, natürlich verpackt in einen eigentlich guten Plot. Das Thema ist interessant und ebenso brisant.

Das Cover:

Es war ausschlaggebend für mein Interesse an diesem Buch und ist sehr gut gewählt. Im Vordergrund ein Mann im Anzug, mit Regenschirm und Gasmaske, im Hintergrund ein brennendes Werk und  viele Freileitungsmasten und ich nehme mal an, links oben  in den  hellen Wolken soll Verena dargestellt sein. Das ganze Cover in düsteren Farben  gehalten, ist es schon ein Buch, was man beim ersten Blick sofort in die Hand nimmt.

Meine Meinung:

Das Thema ist sehr interessant und Andreas Gröhl hat durch seinen  Beruf auch absolutes  Hintergrundwissen. Er entwickelt in einer Firma Software für Simulatoren.
Nur leider hat mich das Buch überhaupt nicht überzeugt. Zu viele bildliche Darstellungen der Stadt Bremen und der Landschaft und Sehenswürdigkeiten nahmen mir komplett den Lesefluss. Für den Plot war das eher überflüssig, beziehungsweise hätte es ein Anreißen getan. So hätte man sich bestimmt 100 Seiten des Buches sparen können.

Die Charaktere waren nicht wirklich realistisch. Ein total überzogen beschriebener Liebhaber, der Aktionen veranstaltet, um Verena wieder zu bekommen, die mich erstaunen ließen, weil sie alles andere als legal waren. Aber das hat Verena nicht wirklich gestört.  Der Ehemann von Verena, Hermann,  hat mich dann vollends zur Weißglut gebracht. Da kann das ganze KKW in ein paar Minuten in die Luft gehen und er schmeißt einen philosophischen Spruch nach dem anderen. Auch scheint es ihm egal zu sein, dass es im Leben von Verena noch einen anderen Mann gibt, nämlich den Verflossenen Udo Lenker und man hat das Gefühl, Hermann  und Udo beginnen noch ein Männerfreundschaft untereinander. Wenn ich mir so Philosophen vorstellen soll, will ich nie einem real begegnen. Oft handeln die Protagonisten gegen jegliche  Logik und für den Leser nicht nachvollziehbar.

Der Schreibstil ist sehr langatmig und ein aufbauender Spannungsbogen, wie ich ihn erwartet hatte, ist kaum vorhanden. Einzig die letzten 50 Seiten des Buches waren so spannend, wie ich  sie mir das ganze Buch hinweg gewünscht hätte. Dazu kamen noch sinnlose Diskussionen und ein für mich unsinniges Philosophieren, was durchaus spannende Szenen im Keim ersticken ließ.

Eine gute Story, die leider literarisch nicht gut umgesetzt wurde.

Daher bekommt  dieses Buch von mir nur 2 von 5 Sterne.


Gestreut wird meine Rezension auf
Literaturschock
Was liest du
Thalia
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und auf meinem Blog
« Letzte Änderung: 14. Juni 2015, 11:33:06 von Idefix »
Liebe Grüsse
Yvonne


Lesen heisst  durch fremde Hand träumen ( Fernando Pessoa )

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Offline Andreas Gröhl

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Zum Ende der Leserunde soll mein Fazit nicht fehlen. Natürlich bin ich enttäuscht, dass mein Roman nicht so gut angekommen ist wie ich es erwartet habe. Andererseits bin ich dankbar für die ehrlichen Rückmeldungen. Sie werden mir sicherlich helfen, meine zukünftigen Texte noch viel kritischer zu hinterfragen.

Fukushimnobyl war auch nicht als Thriller geplant, sondern eher als genreübergreifender Roman. Wahrscheinlich suggeriert das Cover mehr, als der Inhalt diesbezüglich hergibt. Ich wollte zum Nachdenken anregen, indem ich die Probleme einer blinden Technikgläubigkeit thematisiert habe. Dabei haben sich auch Fragen ergeben, auf die es keine allgemeingültigen Antworten gibt, wie etwa die Frage nach Gut und Böse, die zum Beispiel im Widerspruch zwischen persönlicher Selbstverwirklichung und moralischen Zwängen zum Ausdruck kommt. Dass die Protagonistin dadurch an Sympathie verloren hat, habe ich so nicht erwartet.

Abschließend möchte ich sagen, dass das Begleiten der Leserunde für mich eine interessante Erfahrung war, denn solch detaillierte Rückmeldungen hatte ich bisher noch nicht erhalten.
Liebe Grüße
Andreas

Sogar nachts erweitert das Lesen den Horizont!

Offline JanaBabsi

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Herzlichen Dank Andreas, für Deine Rückmeldung.

Vielleicht lesen wir uns hier ja noch einmal wieder, zu einem anderen Projekt von Dir - wenn Du das möchtest, melde Dich bitte bei uns.

Bis dahin wünsche ich Dir Alles Gute!  :winken:



Viele Grüße
Babsi

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