Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (bitte ohne Spoiler)  (Gelesen 966 mal)

Offline Heimfinderin

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein.

Wir legen Wert darauf, dass ihr zum Abschluss der Leserunde ein Fazit einstellt. Eure Rezensionen hier und ihre Verteilung auf anderen Seiten sind wichtig für die Steigerung der Attraktivität von Leserunden.de und eine "Gegenleistung" für eure Freiexemplare. Ebenso sind sie ein Dankeschön für die Autoren, die mit uns hier ihre Zeit verbringen.

Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Autoren ebenfalls ein Fazit zu ihrer Leserunde einbringen.

Bitte achtet bei eurem Feedback darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!
Liebe Grüße
Barbara

Offline nicigirl85

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Dann mach ich mal den Anfang.  ;D Mir hat die Leserunde gut gefallen und ich bin froh, dass ich mitgelesen habe. Das letzte Buch von Sofia ("Das Lied des Wasserfalls") war ja nicht so meins, aber vielleicht war ich da auch einfach nicht in Stimmung für so ein Buch, wer weiß.

Meine Meinung zum Buch:

Titel: Auf der Suche nach dem Glück...

Ich lese unheimlich gern Romane, mit denen ich mich in ein anderes Land und in eine andere Zeit träumen kann und genauso einer ist das vorliegende Buch.

Die Autorin Sofia Caspari entführt uns in das Jahr 1859. Hier erleben wir zwei Familien, die den Neuanfang in Brasilien wagen wollen. Zum Einen wären da die neunzehnjährige Pauline und ihr Vater, der aus Sizilien fliehen muss, zum Anderen die Familie Hartung. Auf dem Schiff begegnen sich Pauline und Jonas Hartung, doch werden sie wirklich ihr Glück im Ungewissen finden?

Die Handlung wird uns durch einen beobachtenden Erzähler näher gebracht. Zunächst erleben wir die beiden Familien getrennt voneinander, die dann erst auf ihrer Reise zueinander finden.

Sofia Caspari kann eins besonders gut: Detailliert beschreiben, so dass man sich sowohl die Figuren als auch die Umgebung sehr gut vorstellen kann. Beinahe roch ich die salzige Meeresbrise und fühlte auf dem Schiff den Wind durch mein Haar wehen. Zudem gelingt es ihr hier gut die Stimmung der damaligen Zeit einzufangen, denn Auswandern war zu der Zeit noch alles andere als leicht.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, da ist für jeden Leser etwas dabei. Pauline als Hauptakteurin ist ein Mädel mit dem Herzen am rechten Fleck. Auch wenn ihr Vater Valentin ein Hallodri ist, so tut sie doch alles für ihn. Augusto als böser Ehemann ist auch sehr schön charakterisiert. Man fühlt mit seiner Braut regelrecht mit, dass es ihr ein Graus ist so jemanden wie ihn zu ehelichen. Besonders eindringlich die Schilderungen zur Behandlung der Sklaven. Greta ist als Person zwar für mich niemand, die man besonders sympathisch findet, aber sie brachte das gewisse Etwas mit in die Geschichte. Gretas Verhalten lässt sich durchaus nachvollziehen, auch wenn man es letztendlich nicht gutheißt.

Das Ende hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Unliebsame Charaktere durch deren Ableben zu Entsorgen ist nicht so meins. Hier hätte ich mir etwas mehr Ideenreichtum gewünscht, aber vielleicht ist das auch einfach nur Geschmackssache.

Fazit: Ein toller Schmöker für die Urlaubszeit, gern empfehle ich das Buch weiter!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Meine Rezensionslinks:

Amazon: https://www.amazon.de/review/R122F7QE1SJB1G/ref=cm_cr_rdp_perm

Mein Blog: http://nicigirl85.blogspot.de/2015/07/rezension-sofia-caspari.html

Goodreads: https://www.goodreads.com/review/show/1324432355?book_show_action=false

Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Sofia-Caspari/Im-Tal-der-Zitronenb%C3%A4ume-1128135599-w/rezension/1163645385/

Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension/auf-der-suche-nach-dem-glueck-1

Literaturschock- Hauptseite: http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/historische-romane/im-tal-der-zitronenbäume

Literaturschock- Forum: http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,37268.msg858136.html#msg858136
"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

Offline Rosenprinzessin

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Italien 1859: Pauline und ihr Vater Valentin müssen fliehen und gelangen so mit dem Schiff nach Brasilien. Auf dem Schiff lernt Pauline die Familie Hartung kennen, die in Brasilien ein neues Leben beginnen möchte. Mit Jonas, dem Sohn der Hartungs, versteht sie sich von Beginn an sehr gut und es könnte sich zwischen den beiden mehr entwickeln, doch Paulines Vater hat andere Pläne mit seiner Tochter...

Mein Leseeindruck:

Mich hat dieses Buch von Anfang bis Ende fesseln können. Ich war gleich mittendrin in der Geschichte und habe mich Pauline sehr verbunden gefühlt. Sie ist eine sympathische Protagonistin, die man einfach gerne haben muss, und mit der man in diesem Buch wirklich viel erleben kann.

Pauline und ihr Vater reisen in die Neue Welt und hoffen dort auf ein besseres Leben. Gleiches gilt für die Familie Hartung. Die Schicksale der beiden Familien werden miteinander verknüpft, was Sofia Caspari sehr schön beschrieben hat. Sie hat einen angenehmen Schreibstil. Das Buch lässt sich sehr leicht und flüssig lesen, und trotzdem ist die Geschichte fesselnd und packend erzählt.

Der Großteil der Geschichte spielt in Brasilien, was mir sehr gut gefallen hat. Ich habe direkt ein wenig Fernweh verspürt beim Lesen.

Ich habe es sehr genossen, dieses schöne Buch zu lesen und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.


Vielen Dank für diese schöne Leserunde!
Lesen aus Leidenschaft

Taubenschlag

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Inhalt:

1859 Deutschland und Sizilien: 2 Familien machen sich auf den Weg in die neue Welt, nach Brasilien. Zum einen sind das Pauline und ihr Vater Valentin, die sich aufgrund von Betrügereien des Vaters auf der Flucht befinden, zum anderen die Familie Hartung mit dem Sohn Jonas und der Patentochter Greta. Die Familie möchte aus dem einfachen Leben als Bauern fliehen und hoffen in Brasilien ein besseres Leben zu finden. Auf der Überfahrt lernen sich Pauline und Jonas kennen und auch lieben. Leider ist Pauline einem reichen Plantagenbesitzer in Brasilien versprochen – ein weiterer Coup ihres Vaters.

Meine Meinung: Durch die Augen der Autorin erleben wir mit den Familien die Überfahrt und den Start in das neue Leben. Schön werden hier die Beweggründe und die Ängste besonders der Mitglieder der Familie Hartung beschrieben. Schnell wird hier klar, dass in der neuen Welt der Erfolg nicht auf der Straße liegt, sondern hart erkämpft werden muss. Plantagenbesitzer die Neuankömmlinge ausbeuten, Diebe, die mühsam erarbeitetes Geld stehlen, Unwetter, die die erste Erfolge zerstören……, wenig bleibt der Familie erspart.
Die beiden Hauptpersonen Pauline und Jonas werden sehr sympathisch gezeichnet. Wie man sich denken kann, entwickelt sich hier auch eine unglückliche Liebesgeschichte, denn Pauline muss das Versprechen ihres Vaters einhalten und den Plantagenbesitzer heiraten.
Besonders positiv sind mir die Beschreibungen der Landschaften und des Lebens in Brasilien aufgefallen. Hier entstanden bei mir wunderschöne Bilder im Kopf, die richtig Lust auf eine Reise nach Südamerika machen.
Negativ ist mir das Ende des Buches aufgefallen. Mir war das Ende zu überhastet. Wurde auf den ersten Seiten viel Zeit auf Beschreibung der Landschaften und Stimmungen der Personen verwendet, überschlugen sich die Handlungen auf den letzten Seiten, was bei mir gefühlt als Bruch in dem Buch wirkte. Ich hätte mir hier einige Seiten mehr gewünscht, damit die Geschichte so schön zu Ende geführt  wird, wie sie begonnen hatte.

Insgesamt handelt es sich aber um ein lesenswertes Buch, das die Problematik der Auswanderung gut beleuchtet und vielen der Probleme und Nöte der Emigranten aufgreift, aber auch der zwischenmenschliche Aspekt – im Positiven wie Negativen – kommt hier nicht zu kurz.

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Vielen Dank für die schöne Leserunde. Mir hat es mal wieder viel Spaß gemacht und es ist immer schön zu lesen, wie andere Mitleser die Geschichte erleben und ihre Meinung dazu zu hören.

Offline buchregal123

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Paulines Vater hat den Patron betrogen. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als mit seiner Tochter von Sizilien zu fliehen. Auf dem Schiff nach Brasilien lernen sie die Familie Hartung kennen. Die entfliehen dem sehr bescheidenen Leben, das sie im Hundsrück geführt haben. Jonas und Pauline hegen Sympathie füreinander, doch Paulines Vater hat Pläne mit seiner Tochter.
Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive geschildert. Der Schreibstil von Sofia Caspari lässt sich wunderbar flüssig lesen und ist sehr lebendig. Die bildhafte Sprache sorgt dafür, dass man alles sehr schön und plastisch vor Augen hat.
Die Charaktere sind gut und authentisch beschrieben, so dass ich mir alle vorstellen konnte. Mir gefällt die junge und sympathische Pauline und ich konnte sehr gut mit ihr fühlen. Für ihren Vater Valentin habe ich jedoch überhaupt kein Verständnis. Ihm muss vorher bewusst gewesen sein, dass er mit seinen Betrügereien nicht durchkommen kann. Ich hatte das Gefühl, dass es ihm nicht nur ums Geld ging, sondern dass auch seine Interessen ihn zu seinem Vorgehen brachten. Er liebt seine Tochter, doch er nimmt wenig Rücksicht auf ihre Gefühle. Augusto ist ein wirklich fieser Mensch und ich kann gut nachvollziehen, dass Pauline diese Ehe nicht will.
Kasimir Hartung war als Bauer nicht so erfolgreich und nun hofft er, dass es in der Fremde besser wird. Wie es zur damaligen Zeit war, bestimmt er und seine Familie hat zu folgen. Obwohl Greta eigentlich nur eine Nebenrolle hat und mir wirklich nicht sympathisch ist., bereichert sie die Geschichte.
Die Reise nach Brasilien, auf der sich die beiden Familien treffen, war zu damaliger Zeit noch recht abenteuerlich. Man hoffte auf ein besseres Leben durch die Auswanderung und musste doch feststellen, dass auch in Südamerika das Leben nicht einfach ist. Auch hier ist das schreckliche und berührende Schicksal der Sklaven wieder Thema.
Die Geschichte ist spannend und emotional. Sie hat mich wundervoll unterhalten. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Liebe Grüße
Bruni

Offline nirak

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Vielen Dank, dass ich dieses Buch lesen durfte. Es hat mir gut gefallen. Hier kommt meine Meinung zum Buch und die diversen Links wo sie im Netz nachzulesen ist.  :winken:

Liebe und Leid in Brasilien

1859, die junge Pauline flieht gemeinsam mit ihrem Vater aus Deutschland. Zunächst führt ihre Flucht sie nach Italien. Auf Sizilien bauen sie sich scheinbar ein neues Leben auf. Aber dann gerät der Vater wieder in Schwierigkeiten. Sie müssen erneut die neue Heimat verlassen. Nun geht es weiter nach Brasilien, in der Hoffnung dort sicher zu sein. Schon auf der Überfahrt lernen sie dann die Familie Hartung kennen. Vor allem Jonas hat es Pauline angetan. Zunächst ist es nur Freundschaft, die die Zwei verbindet, aber haben die Zwei überhaupt eine Chance?
In Brasilien sollen sich ihre Wege erst einmal wieder trennen. Der Vater hat viel vor mit seiner Tochter.

Sofia Caspari nimmt den Leser mit auf eine aufregende Reise an das andere Ende der Welt. Mit ihrem bildreichen Erzählstil schildert sie eindrucksvoll die Landschaften und die Menschen die Pauline auf ihrem langen Weg begleiten. Es macht Spaß dem Mädchen bei ihrem Leben zuzuschauen. Pauline macht im Laufe der Geschichte eine Veränderung durch, sie wird nicht nur vom jungen Mädchen zu einer erwachsenen Frau, sondern auch zu einem Menschen mit eigenem Willen und Verstand. Am Anfang befolgt sie noch brav die Anweisungen des Vaters, sie vertraut im blind. Erst im Laufe der Jahre merkt sie, dass nicht alles richtig ist, so wie es scheint und das Vertrauen zum Vater nimmt ab. Diese Wandlung hat die Autorin gut und glaubwürdig beschrieben. Überhaupt sind die Protagonisten gut dargestellt. Paulines Vater Valentin wirkt am Anfang sympathisch, büßt aber so nach und nach seine Sympathien ein. Vielleicht sind es auch einfach die Lebensumstände der Zeit, die dafür sorgen, dass er nicht immer den richtigen Weg nimmt.

Dann die Familie Hartung. Zum einen Jonas Hartung, ein junger Bursche, der sich auch dem Vater fügen muss und zunächst gegen seinen Willen mit nach Brasilien gefahren ist. Auch er wächst mit den Jahren und findet seinen Weg. Sein Vater Kasimir Hartung war als Bauer in der alten Heimat wenig erfolgreich und hofft einfach hier auf ein besseres Leben. Leider muss er erkennen, dass es auch hier nicht ohne die Hilfe anderer geht. So ist er schnell wieder genauso abhängig von Reichen und Mächtigen wie daheim. Dann gibt es noch die Greta, sie ist eine Cousine, die früh die eigene Familie verloren hat und bei den Hartungs lebt. Greta versucht verzweifelt Halt im Leben zu finden. Sie fügt sich wunderbar ein als arme Verwandte. Macht alles mit und versucht eben auch in Brasilien die Familie zusammen zuhalten. Nicht immer mit den richtigen Mitteln. Ihr Schicksal geht ans Herz, auch wenn ihr handeln nicht immer richtig ist. Am Ende kann sie einem nur leidtun.

In Brasilien kommt dann noch Augusto dazu. Er ist Plantagenbesitzer und ein reicher Mann. Ab hier beginnt für Pauline ein Leben in Wohlstand. Caspari schildert die Lebensumstände auf solch einer Plantage gut. Für Pauline ist es nicht einfach, zumal es Sklaven bisher in ihrem Leben nicht gegeben hat. Mit ihrer liebenswürdigen Art schafft sie aber auch hier zu Recht zu kommen. Auch den Unterschied zwischen Arm und Reich hat die Autorin authentisch wieder gegeben.

„Im Tal der Zitronenbäume“ ist ein herrlicher Auswanderungsroman mit Protagonisten, die wachsen und dabei liebenswert sind. Es macht Spaß mit ihnen zu gehen, sie die Fremde entdecken zu sehen und an ihrem Leben teilzuhaben. Die letzte Seite war viel zu schnell gelesen, aber vielleicht geht es ja auch hier weiter und die Autorin entführt ihre Leser noch einmal in das ferne Brasilien.


http://www.literaturschock.de/jreviews/my-reviews?user=135

http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,37268.msg859169.html#msg859169

http://wasliestdu.de/rezension/liebe-und-leid-in-brasilien

http://www.buchcouch.de/rezensionen/historische-romane/sofia-caspari-im-tal-der-zitronenbaeume/

http://buchcouch-forum.de/forum/index.php/topic,10183.msg118726.html#msg118726

http://www.steffis-buecherkiste.de/bkf/index.php?topic=3156.msg49780#msg49780

http://www.buechertreff.de/thread/86892-sofia-caspari-im-tal-der-zitronenbaeume/

http://www.lovelybooks.de/autor/Sofia-Caspari/Im-Tal-der-Zitronenb%C3%A4ume-1128135599-w/rezension/1165307128/

http://www.amazon.de/review/R36MK2FT3GI1UM/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=3404172124

https://www.lesejury.de/forum/showthread.php?t=2346&p=719035#post719035

Offline Heimfinderin

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So, hier ist es ruhig geworden und ich schließe die Runde ab. Ich bedanke mich noch einmal ganz herzlich bei allen Teilnehmern und ganz besonders bei dir, Kirsten, dass du wieder so nett mit dabei warst. Es hat Spaß gemacht, gemeinsam diese Reise nach Brasilien anzutreten.  :winken:

Hier ist mein Fazit, das ich wie immer auch noch u. a. bei Literaturschock, Amazon und Lovelybooks verteile:

Inhalt:
Sizilien/Brasilien 1859: Die neunzehnjährige Pauline findet keine Ruhe. Nachdem ihr Vater erst mit ihr aus Deutschland nach Sizilien gereist ist, um dem Einfluss ihrer Großeltern zu entgehen, zwingen den Vater bald unsaubere Geschäfte dazu, schon wieder zu fliehen. Fortgerissen von ihrem Freund Gregorio findet sie sich auf einem Schiff nach Brasilien wieder, wo der Vater ganz besondere Pläne mit seiner Tochter hat, die ihnen ein reiches Auskommen bieten sollen. Auf der Schiffsreise macht Pauline Bekanntschaft mit der Familie Hartung, die in der Neuen Welt ein neues Leben beginnen will und damit hofft, der Armut zu entgehen. Besonders zu deren Sohn Jonas fühlt Pauline sich gleich hingezogen und auch Jonas möchte sich nur ungern von Pauline trennen. Doch in Brasilien angekommen, trennen sich erst einmal ihre Wege ...
      
Meine Meinung
Sofia Caspari entführt den Leser in ein spannendes und dramatisches Auswanderer-Abenteuer. Ihre bildreichen und intensiven Beschreibungen lassen dabei das Land mit seiner Pflanzen- und Tierwelt deutlich vor den Augen entstehen und gibt den Figuren viel Lebendigkeit und Ausstrahlung. Dramatische Szenen auf dem Auswandererschiff ließen mich das Meer und die Hitze fast spüren und ich konnte besonders gut mit den Passagieren, die beengt und verängstigt die Reise durchmachten, mitfühlen. Auch die Ankunft in Brasilien mit den vielen neuen Eindrücken von Land und Leuten wirkte sehr atmosphärisch.

Die Figuren haben mir auch  gut gefallen. Pauline und Jonas waren mir schnell sympathisch. Beide wirkten neugierig und offen und entwickelten sich im Laufe der Geschichte weiter. Jonas lernte, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und während Pauline anfangs noch sehr den Vorgaben ihres selbstsüchtigen Vaters folgte, zeigte sie im Laufe der Geschehnisse mehr und mehr ihren eigenen Willen. Und gerade Pauline hatte einiges durchzustehen, bis sie sich aus den Fängen des ihr aufgedrängten Lebens lösen konnte. Sehr sympathisch war auch ihre gefühlvolle und ehrliche Art, die sich z. B. immer wieder in ihrem Entsetzen über die Haltung von Sklaven, ihrer freundlichen Art gegenüber den Sklaven auf ihrem Anwesen und natürlich ihrer Hilfsbereitschaft gegenüber der Familie Hartung zeigte. Ich habe sie schnell ins Herz geschlossen und mit ihr gelitten und gehofft, dass sie aus dem vom Vater erzwungenen Schicksal wieder herausfindet.

Ganz anders wirkte die Familie Hartung. Hier hatte ich Mühe, jemanden außer Jonas sympathisch zu finden. Auch wenn Herr Hartung die Auswanderung lange plante, so reiste er doch mit völlig anderen Erwartungen in das fremde Land, als es sich dann zeigte und seine Unzufriedenheit und ständigen Schuldzuweisungen machten ihn nicht gerade liebenswert. Auch seine Frau erschreckte mich mit ihrem Hass auf Land und Leute, auch wenn es durch Angst vor dem Neuen zu erklären ist und sie mir im Grunde auch leidtat, da sie sehr darunter litt, ihre Heimat zu verlassen, auch wenn es ihnen dort nicht so gut ging.  Unheimlich war mir Greta, eine Cousine von Jonas, die als Kind von der Familie aufgenommen wurde und ihre ganzen Gefühle auf Jonas fixiert hatte. Es war schon Besessenheit, was sie ausstrahlte und sie versuchte entsprechend alles, um zu verhindern, dass Jonas sich Pauline zuwenden könnte. Ihre Intrigen und ihre Gedanken sorgten für eine ganz besondere Spannung.

Am Ende überschlugen sich dann zwar etwas die Ereignisse und ich hätte gerne ein paar mehr Seiten für die letzten Geschehnisse gehabt, aber auch so war das Ende sehr spannend und dramatisch, bevor ich es dann mit einem Lächeln zuschlagen konnte.
Liebe Grüße
Barbara

Offline Solas

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Hallo, ihr Lieben,

ich wollte mich noch einmal für die nette Runde bedanken. Vielen Dank für eure Rückmeldungen, Einiges sehe ich ähnlich (z.B. was den Schluss angeht) und ja, die Hartungs sind definitiv ein eigener Verein und nicht unbedingt Sympathieträger (bis auf Jonas) - trotzdem musste ich einfach über sie schreiben.

Ganz liebe Grüße, vielleicht liest man sich ja noch mal

Kirsten

Offline Heimfinderin

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... und ja, die Hartungs sind definitiv ein eigener Verein und nicht unbedingt Sympathieträger (bis auf Jonas) - trotzdem musste ich einfach über sie schreiben.

Es wäre ja auch ziemlich langweilig, wenn alle Figuren sympathisch wären. Und unsympathische Figuren können oft die interessanteren Figuren sein, weil sie Spannung und Reibung bringen. Nette  Lieblingsfiguren brauchen unbedingt auch unsympathischere Gegenfiguren.   ;D

Ich freue mich auf dein nächsten Buch, egal unter welchem Namen, und auf eine neue Runde mit dir.  :)
Liebe Grüße
Barbara

Offline Tina

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Sofia Caspari - Im Tal der Zitronenbäume


OA: 2015
480 Seiten
ISBN: 978-3-404172122

Inhalt:
Italien, 1859: Die neunzehnjährige Pauline muss mit ihrem Vater Hals über Kopf aus Sizilien fliehen, nachdem dieser den Patron der Region betrogen hat. Sie schiffen sich nach Brasilien ein und lernen auf der Überfahrt die Familie Hartung kennen, die ihrem bescheidenen Leben im Hunsrück den Rücken gekehrt hat. 

Pauline und Jonas Hartung fühlen sich zueinander hingezogen, doch das Schicksal und Paulines Vater haben andere Pläne ...

Eigene Meinung:
Sofia Caspari hat hier einen sehr interessanten Roman geschrieben. Hauptthemen sind Auswanderung und Neubeginn. Heutzutage immer noch schwer, zur Zeit des Romans streckenweise lebensgefährlich und oft nicht von Erfolg gekrönt. Dieses Unterfangen, welches immer eine ganze Familie betraf, wurde hier sehr gut und sehr deutlich beschrieben, mit all ihren physischen und psychischen Belastungen, welchen die (meist die weiblichen Familienmitglieder) meisten ausgesetzt waren und nichts anderes tun konnten, als ihrem Familienoberhaupt zu folgen. Fern ab von allem Vertrauten in einer fremden Umgebung und Kultur, einem Klima, das stellenweise unerträglich für Europäer ist, beginnt ein Leben in der Fremde als tagtäglicher Kampf und dies wurde hier so eindrücklich und bildreich beschrieben, dass man sich sehr gut in die Menschen hineinversetzen konnte.
Aber dieser Roman handelt ebenso von Sklaverei, Kolonialisierung und Rassismus. Eine wirklich gute Mischung, spannend geschrieben und mit einer Liebesgeschichte umrundet, ist dies ein unterhaltsamer und kurzweiliger Roman.


 

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