Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)  (Gelesen 947 mal)

Offline dubh

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Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines des Autors) immer interessant.

Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die Bernhards Buch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

Außerdem wäre es sicherlich für Bernhard sowie seinen Verlag Egmont LYX, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn Ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

Offline Meteorit

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Rezension ,,Vaters unbekanntes Land" von Bernhard Stäber

,,Vaters unbekanntes Land" ist der Auftakt zur Reihe um den Psychologen Arne Eriksen. Es ist mit 350 Seiten am 06.11.14 im LYX Verlag erschienen. Der zweite Band erscheint noch in diesem Jahr.

Inhalt:
Der Psychologe Arne Eriksen halb Norweger, halb Deutscher zieht nach einem traumatischen Erlebnis von Berlin nach Haugesund in Norwegen. Hier trifft er auf die junge Kommissarin Kari Erland, die in einem grausamen Mordfall ermittelt und in einer Sackgasse gelandet ist. Arnes Wissen auf dem Gebiet der Psychologie könnte helfen, ein Profil des Täters zu erstellen, um neue Opfer zu verhindern ... (Klappentext)

Autor:
Bernhard Stäber wurde in München geboren und lebt seit 2012 in Norwegen. Er hat unter seinem Pseudonym "Robin Gates" mehrere Fantasyromane veröffentlicht. Im November 2014 erschien sein erster Thriller, "Vaters unbekanntes Land", unter seinem Klarnamen bei Egmont LYX. (Lovelybooks Lebenslauf)

Optik & Haptik:
Das Cover hat etwas besonderes an sich. Mir gefällt die Komposition aus schwarz, grau und weiß. Als kleiner Hingucker ist noch ein rotes Haus zu sehen, welches allein wie eine Hütte in Norwegen rumsteht. Es liegt gut in der Hand, hat die perfekte Größe und gefällt mir somit.

Charaktere:
Einmal haben wir da Arne Eriksen, Psychologe, der seit einem Trauma mit Panikattacken zu kämpfen hat. Um sich zu erholen reist er nach Norwegen und wird in ein Morddrama reingerissen.
Arne hat mir am besten gefallen. Sympathisch, mutig und intelligent.
Menschlich wurde er durch seine Panikattacken und somit ist er kein perfekter Charakter, wie man es manchmal in anderen Büchern erlebt. Aber was ist schon perfekt?

Dann haben wir da noch Kari und Frode, die Arne ganz zufällig auf seiner Reise kennenlernt. Frode, Journalist, wird Arne auf mehreren Touren durch Norwegen begleiten. Durch Frode lernt Arne auch Kari kennen, sie ist auch besonders gut gelungen. Kari ist Polizistin und von ihr wird Arne auch in den Fall gerufen.
Die drei sind ein wunderbares Team und unterstützen sich gegenseitig.

Allgemein gefallen mir die Charaktere und auch die Nebenpersonen gut.

Meine Meinung:
Ich bin ja immer ein Fan von Thrillern mit Psychologen oder mit etwas Psychologie. Ich finde es einfach immer spannend, wie manche Psychologen Menschen entschlüsseln. So auch hier, Arne durchschaut seinen Gegner und hat nebenbei noch Wissen in griechischer Mythologie, was in dem Fall noch hilfreich sein wird.

Der Anfang beginnt ein wenig unscheinbar. Man lernt Arne kennen, versteht dann auch wieso er seine Panikattacken hat und begleitet ihn auf seiner Reise. Die Spannung ist schnell da und steigert sich ab der Hälfte des Buches ziemlich stark, sodass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen!

Als Randthemen werden noch Mystik, Mythologie, Schamanismus und das Volk der Samen angeschnitten, was mir besonders gut gefallen hat!

Der Schreibstil lässt nichts zu wünschen übrig. Klar und deutlich werden Personen und Umgebung beschrieben. So konnte man sich die Personen auch detailliert vorstellen, was gerade bei dem Mörder am Ende noch ziemlich gruselig wird.

,,Zwischen allen Menschen, egal wie nah sie sich sein mögen, liegt ein bodenloser Abgrund. Wir können versuchen, uns so gut wie möglich in den Täter hineinzuversetzen. Vielleicht werden wir ihn fangen, vielleicht auch nicht. Aber wir werden ihn niemals begreifen." S.157

Gefallen hat mir auch der Schauplatz Norwegen. Die Beschreibungen von Norwegen sind wunderbar, man möchte am liebsten sofort auch dorthin reisen. Es muss schon toll sein, wenn man eine Hütte abgeschottet irgendwo in Norwegen hat..

Für dieses Buch möchte ich gerne 4 einhalb Sterne geben und weiß jetzt schon, dass ich mir sein nächstes Buch im November holen werde!Ein Thriller vermischt mit Aspekten von Legenden, Mythen, Rituale und Norwegen.


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Ich bedanke mich noch mal herzlich für das Buch. Es hat echt spaß gemacht und ich freue mich schon auf den zweiten Band, vielleicht ja dann auch in einer Leserunde. :)

Meine Rezension:
http://www.lovelybooks.de/autor/Bernhard-St%C3%A4ber/Vaters-unbekanntes-Land-1112049625-w/rezension/1186839273/1186844181/
http://wasliestdu.de/rezension/toller-thriller-19
http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,38043.0.html
http://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RZ52M5V73WQEH/ref=cm_cr_pr_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3802595793



« Letzte Änderung: 27. August 2015, 15:23:08 von Meteorit »

Offline nicigirl85

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Mir hat diese Leserunde wirklich sehr gefallen. Ein Buch, auf das ich wohl ohne leserunden.de nie aufmerksam geworden wäre. Auch an Bernhard ein ganz herzliches Danke für die nette Leserundenbegleitung.  :bussi:

Meine Meinung zum Buch:

Titel: Der erste Fall für Arne Eriksen...

Als Fan von nordischen Krimis und Thrillern freute ich mich schon sehr auf die Lektüre, denn lesetechnisch war ich schon länger nicht mehr in Norwegen. Dies war mein erstes Buch von Bernhard Stäber, wird aber gewiss nicht mein letztes gewesen sein.

In der Geschichte geht es um den Psychologen Arne Eriksen, der im Land seine Vaters einen Neuanfang wagt. Berlin hat er nach einer Patientenattacke verlassen und leidet seit dem Vorfall unter schlimmen Panikattacken. Eigentlich will er sich in der Wohnung seiner Tante verkriechen, aber als die liebenswerte Kommissarin Kari Bergland ihn um seine Hilfe als psychologischer Berater bittet, da willigt er wiederwillig ein. Karis aktueller Fall hat es in sich, denn der Sohn eines prominenten Zeitungsverlegers wurde ermordet. Wer steckt hinter der Tat? Können Arne und Kari den Fall lösen?

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler vermittelt, der uns aus verschiedenen Perspektiven an dem Geschehen teilhaben lässt. Mal begleiten wir Familienmitglieder des Toten, mal Arne oder die ermittelnden Polizisten, so dass man einen perfekten Überblick über die Ereignisse bekommt.

Norwegen als Setting ist hier ebenfalls gut gelungen, gerade die Abgeschiedenheit und Ruhe vom Norden des Landes kam sehr gut rüber.

Bernhard Stäber hat mit dem Protagonisten Arne Eriksen einen ganz besonderen Charakter geschaffen. Arnes Probleme werden detailliert beschrieben, so dass man von seinem psychologischen Problem ein genaues Bild bekommt und Verständnis für ihn aufbringt. Das was damals geschah erfährt man nach und nach in Rückblenden, was mir gut gefiel. Er ist zwar ein kauziger Akteur, aber man schließt ihn schnell ins Herz, denn in seinem Inneren ist er ein ganz feiner Kerl. Doch nicht nur Arne ist gut gezeichnet, wissen doch auch andere Darsteller zu überzeugen. Kari Bergland zum Beispiel ist eine taffe Polizistin, die weiß was sie kann und dennoch gern die Unterstützung anderer annimmt, denn im Team kommt man schneller ans Ziel. Klein aber oho passt hervorragend zu ihr. Und auch ihr Kumpel Frode hat für gute Unterhaltung gesorgt, denn über ihn musste ich ein ums andere Mal schmunzeln.

Der vorliegende Fall hat es ebenfalls in sich, denn der Tod von Eivind Tverdal gibt Rätsel auf. Warum wurde gerade er ausgesucht? Warum hat der Täter die Leiche verstümmelt? Und vor allem: Was hat eine Kunstausstellung damit zu tun? Als Leser kann man hier hervorragend mit rätseln und am Ende ist man dennoch mehr als überrascht über die Auflösung. Gerade zum Schluss kommt es zu einem fulminanten Showdown, der einem den Atem beim Lesen nimmt.

Fazit: Ein vielversprechender erster Teil einer Ermittlerreihe, den ich unheimlich gern gelesen habe. Ich freue mich schon auf das Erscheinen von "Kalt wie Nordlicht" und kann dieses Buch nur uneingeschränkt empfehlen. Absolut lesenswert!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Rezensionslinks:

Amazon: https://www.amazon.de/review/R19D5R4TYQOUKV/ref=cm_cr_rdp_perm

Mein Blog: http://nicigirl85.blogspot.de/2015/08/rezension-bernhard-staber.html

Goodreads: https://www.goodreads.com/review/show/1375411893?book_show_action=false

Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Bernhard-St%C3%A4ber/Vaters-unbekanntes-Land-1112049625-w/rezension/1186925241/

Wasliestdu: http://wasliestdu.de/rezension/der-erste-fall-fuer-arne-eriksen

Literaturschock- Hauptseite: http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/krimis-und-thriller/bernhard-staeber-vaters-unbekanntes-land

Literaturschock- Forum: http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,37776.msg864211.html#msg864211
"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

Offline Robin Gates

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Hallo zusammen,

nicigirl85, Meteorit: vielen Dank für eure Teilnahme an dieser Leserunde, eure ausführlichen Rezensionen und das weite Streuen der Kritiken! :)

Ich bin ab morgen bis Dienstag verreist (mal wieder ein Besuch in Deutschland), aber ich versuche über mein Smartphone auf dem Laufenden zu bleiben.

Herzliche Grüße
Bernhard Stäber
“People are like stained-glass windows. They sparkle and shine when the sun is out, but when the darkness sets in, their true beauty is revealed only if there is a light from within.” Elisabeth Kübler-Ross

Offline odenwaldcollies

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Nicht nur ein Thriller

Der Berliner Psychologe Arne Eriksen leidet seit einem Mordanschlag unter starken Panikattacken, daher zieht er für einige Zeit nach Norwegen, in das Land seines Vaters, um seine Ruhe zu haben. Aber mit der Ruhe wird es nichts, da er durch Zufall in eine aktuelle Mordermittlung verwickelt wird: der Sohn eines bekannten Zeitungsverlegers wurde entführt und verstümmelt aufgefunden. Die Polizei bittet Arne um die Erstellung eines Täterprofils, der in seiner Entscheidung jedoch hin- und hergerissen ist, denn die Dämonen seiner Vergangenheit schlafen nicht.

Wer bei diesem Thriller packende Spannung von Anfang bis Ende erwartet, ist hier falsch: vielmehr besticht das Buch  durch seine alltäglichen und ruhigen Momente, die zur Entwicklung der Geschichte beitragen. Was nicht heißen soll, daß es nicht auch spannend in dem Buch zugeht, gerade das Ende ist sehr nervenaufreibend. Überraschen konnte mich das Buch auch mit einigen Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Vermischung von Thrillerelementen mit Elementen der nordischen und griechischen Mythologie, in der auch teilweise die Motivation des Täters liegt. Da dieses Buch der Auftakt für eine Reihe um den Psychologen Arne Eriksen ist, hoffe ich sehr, daß gerade die nordische Mythologie auch in den Folgeromanen weiter thematisiert werden wird.

Der Erzählstil des Autors ist sehr detailliert, aber ich mag das, wenn das Augenmerk auch auf die kleinen Dinge des Alltag gelenkt wird. Das Ende des Buches läßt keine Fragen offen, bietet aber eine gute Grundlage für weitere Fortsetzungen, auf die ich jetzt schon gespannt bin, gerade was die Entwicklung der Figuren angeht.

Die Figur Arne Eriksen hat mir gut gefallen, er ist nicht perfekt, ab und an reagiert er etwas eigenmächtig und riskant. Manchmal waren mir seine Schlußfolgerungen beinahe zu schnell, aber dem Gesamteindruck hat das nicht geschadet. Ich war sehr neugierig, welches Ereignis zu seinen Panikattacken geführt hat. Aber hier erlebt nicht nur der Leser eine Überraschung.

Die Kommissarin Kari Bergland ist ebenfalls gelungen: sie ist eine patente und einfühlsame Frau, die sich trotz ihrer geringen Körpergröße durchzusetzen weiß, nicht nur ihren Kollegen gegenüber, sondern auch bei Arne.

Einen besonderen Eindruck hat der norwegische Anthropologe und Psychologe Magnus Skog Sandmo bei mir hinterlassen: er interessiert sich besonders für alte und teilweise vergessene Behandlungsmethoden, die er bei alten Völkern und Stämmen kennengelernt hat. Hier lernt auch der Leser viel Wissenswertes und seine Diskussionen mit dem rational-denkenden Arne sind ebenfalls erfrischend und erleuchtend.

Ein tolles Buch mit vielen spannenden Details, die nicht unbedingt immer mit dem Mordfall etwas zu tun haben – ich freue mich schon sehr auf Teil Zwei.

Meine Rezension erscheint bei:
Amazon
Großes Literaturschock-Bücherforum
Literaturschock.de
Thaliia
LovelyBooks
Egmont Lyx (unter Kommentare)

Unser gemeinsamer Ausflug nach Norwegen hat mir sehr viel Spaß gemacht - herzlichen Dank an dich, Bernhard, daß du uns hier begleitet hast. Und ich rutsche nun gleich fliessend in die andere Leserunde mit dir rüber  ;D
« Letzte Änderung: 03. September 2015, 10:24:11 von odenwaldcollies »
Liebe Grüße
Karin

Offline Robin Gates

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Unser gemeinsamer Ausflug nach Norwegen hat mir sehr viel Spaß gemacht - herzlichen Dank an dich, Bernhard, daß du uns hier begleitet hast. Und ich rutsche nun gleich fliessend in die andere Leserunde mit dir rüber  ;D

Vielen Dank für deine Teilnahme an der Leserunde und das Teilen deiner Rezension! Wir lesen uns bei "Feuermuse". :)
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Offline Robin Gates

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Hallo zusammen,

da ich nicht weiß, bis wann erazer68 es schafft, sein wie angekündigt etwas verspätetes Fazit zu "Vaters unbekanntes Land" zu ziehen, bedanke ich mich einfach jetzt schon einmal ganz herzlich bei euch allen, die ihr an dieser Leserunde teilgenommen habt! Ich fand eure Fragen und Anregungen sehr spannend und hab mich gefreut, die Runde begleiten zu können. Vielleicht hören wir wieder voneinander, wenn "Kalt wie Nordlicht" im November erscheint.

Herzliche Grüße aus Norwegen
Bernhard Stäber
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Offline odenwaldcollies

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Vielleicht hören wir wieder voneinander, wenn "Kalt wie Nordlicht" im November erscheint.

Herzliche Grüße aus Norwegen
Bernhard Stäber

Ich würde mich freuen, wenn es klappen würde.
Liebe Grüße
Karin

Offline Meteorit

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Vielleicht hören wir wieder voneinander, wenn "Kalt wie Nordlicht" im November erscheint.

Herzliche Grüße aus Norwegen
Bernhard Stäber

Ich würde mich freuen, wenn es klappen würde.

Ich mich auch.  :)

Offline nicigirl85

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Ich würde mich über ein Wiedersehen sehr freuen.  ;D
"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende" (H.M. Enzensberger)

Offline dubh

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Hier muss ich noch eine alte Schuld begleichen... :-[

*
"Vaters unbekanntes Land" ist der Auftakt zu einer Krimi-Reihe um den deutschen Psychologen Arne Eriksen, der nun in das Land seines Vaters gezogen ist. Nachdem er in Berlin einen Mordanschlag überlebt hat, möchte Arne in Norwegen zur Ruhe kommen und schlüpft dafür erst einmal in der Wohnung seiner Tante unter.
Schon auf dem Weg von Deutschland nach Haugesund begegnet Arne einem Mann, Frode. Dieser hat ein extremes Faible für Musik, arbeitet in diesem Bereich als Journalist und ist vor allem ziemlich schräg. Durch ihn lernt Arne die junge Polizistin Kari Berglund kennen, die bei der Kriminalpolizei in Bergen arbeitet. Arne versteht sich auf Anhieb gut mit Kari - und kaum versieht er sich, schon bittet sie ihn um Hilfe. Arne soll die junge Frau beruflich unterstützen, doch die Situation ist nicht einfach: während er sich als Psychologe beweisen könnte, fühlt er sich vor allem sehr drastisch mit seinen Ängsten konfrontiert.
Bergens Polizei hat es mit einem dramatischen Fall zu tun: Eivind Tverdal, Sohn eines bekannten Zeitungsverlegers, wurde brutal ermordet. Doch warum wurde der junge Mann so übel zugerichtet? Der Vater ist ein Patriarch wie er im Buche steht, der schwule Sohn passte nicht so recht ins Bild - könnte das ein Hintergrund sein? Hinzu kommen Details aus Mystik und Mythen - hier ist es von Vorteil, dass Arne sich gut mit griechischer Mythologie auskennt, denn der Täter hat Wahnvorstellungen, die auf ein gewisses Faible für dieses Thema deutet.
Da die Kripo Bergen im Dunklen tappt, erfüllt Arne Karis Bitte um die Erstellung eines Täterprofils - auch wenn nicht alle Kollegen Karis das positiv bewerten. Und je tiefer Arne in den Fall gerät, desto stärker muss er sich mit seinem Trauma und den plötzlich auftauchenden Panikattacken befassen. Zum Glück nimmt er dabei auch einen Ratschlag Karis an und begibt sich endlich in psychologische Behandlung. Bei den eher ungewöhnlichen Methoden des Therapeuten löst sich nun der ein oder andere Knoten...

Das recht überschaubare Personal wird sehr eindringlich vorgestellt, so dass ich schon bald den Eindruck hatte, sie ganz gut zu kennen. Auch die überraschenden Wendungen, die Ausflüge zu Schamanismus und Mythologie, die kluge und durchaus mutige Hauptfigur Arne und die sehr sympathischen Nebenfiguren Kari und Frode haben mich überzeugt. Lediglich die Spannung hätte etwas stringenter sein können, denn zwischendurch gab es meiner Meinung ein bisschen zu viel Detailverliebtheit und dadurch kleinere Längen... Dennoch ein vielversprechender Start einer neuen Krimiserie!
*

Liebe Grüße
dubh

Edit - hier die entsprechenden Links:
http://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R3SPG6VZTK27Z6/ref=cm_cr_pr_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3802595793
http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,37776.msg872135.html#msg872135
http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/krimis-und-thriller/bernhard-staeber-vaters-unbekanntes-land
https://www.goodreads.com/review/show/1430502022
http://www.lovelybooks.de/autor/Bernhard-Stäber/Vaters-unbekanntes-Land-1112049625-w/rezension/1202846500/
« Letzte Änderung: 01. November 2015, 15:06:02 von dubh »
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
(Theodor W. Adorno)

 

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