Autor Thema: Leserundenfazit und Rezension  (Gelesen 739 mal)

Offline J.H. Praßl

  • Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 128
Wir freuen uns auf euer Feedback!  :winken:
"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein)

Offline imiehs

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 9
Ich könnte leider doch weniger als erwartet an der Leserunde teilnehmen, möchte aber dennoch eine Rezension hier lassen..

Sehr spannend mal wieder!
Viel geschieht um unsere Gefährten! Folter, Krieg, Mord, Sex, Gefühle, Begierde, Lust, Eifersucht, Trauer, Verluste, ein neuer Gott, Nekromantie, Magie in den eigenen Reihen,  neue Rassen, neue Länder!

J.H. Praßl treiben uns von einem wilden Treiben in nächste. Viel Verschnaufpausen sind uns nicht gegönnt, wenn wir uns nicht im Krieg befinden, oder uns verbal anfechten gibt es Morde oder Entführungen. Oder wir sind gefangen! Aber das ist es doch was wir lieben! Fantasy Action vom Feinsten! Niemand wird verschont! So ziemlich jede Vorliebe die man in diesem Genre haben kann wird abgedeckt.

Wahrlich eine Meisterleistung! Ich muss sagen, auch wenn vieles wider meiner Erwartungen war, bisher der beste Band und ich freue mich auf den nächsten!

Offline J.H. Praßl

  • Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 128
Liebe Imiehs,

vielen Dank für deine knackige Rezi und dein Lob an uns!  :danke: Da bist du ja in einem Rutsch durch Band Drei gerattert. Freut uns sehr, dass dich dieser Band so gefesselt hat und natürlich auch, dass du uns erhalten bleibst! An Band Vier wird bereits heftigst gezaubert  :kochen:
Bis dahin wünschen wir dir viele andere spannende Geschichten und eine gute Zeit!

Auf bald,
Judith & Heinz
"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein)

Offline imiehs

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 9
Danke!
Bussis und auf bald!!

Offline Evanesca

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60
    • Meine Autorenseite
Bei diesem Buch lohnt es sich, es so lange – und intensiv – zu lesen. Amalea ist eine Welt, die von Band zu Band in ihrer Komplexität wächst und man muss nach wie vor permanent mitdenken, denn die Geschichte ist keine Einfache. Figuren wandeln sich, müssen neu eingeschätzt werden oder offenbaren Seiten an sich, die man so nicht vermutet hätte.
Freunde werden zu Feinden und umgekehrt – oder auch nicht. Gleichzeitig werden einige Zusammenhänge immer klarer, sodass das Miträtseln einfach immer mehr Spaß macht.

Die Truppe bekommt den Auftrag, einen heiligen Mann nach Billus zu holen.
Doch das erweist sich als schwieriger, als gedacht. Erst ist er nicht dort, wo man ihn eigentlich vermutet hätte und dann weigert er sich, mitzukommen. Das wiederum bringt Ereignisse ins Rollen, die aus den schlimmsten vorstellbaren Alpträumen stammen könnten und zieht bis zum Ende des Buches noch sehr weite Kreise.
Neben mehreren zum ersten Mal bereisten Regionen, neuen Freunden und neuen – mächtigen – Gegnern kristallisiert sich auch langsam heraus, wer die wirkliche Hauptfigur dieser Reihe ist. Jeder Charakter muss Änderungen hinnehmen und lernen, Kompromisse zwischen dem Auftrag und den persönlichen Wertevorstellungen zu schließen.
An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, mich zu langweilen oder eine Lückenbüßerszene zu lesen. Ich habe mit den Figuren gelitten und mich gefreut, mir vor Ärger über so manche Entwicklungen die Hand gegen die Stirn geschlagen (und es dabei übertrieben) und eifrig mitgerätselt.

Als leidenschaftliche Conlangerin war es für mich eine schöne Überraschung, ein fiktionalisiertes Russisch in einigen Teilen des Buches vorzufinden. Ich musste herzhaft lachen, denn ich wusste anders als die Romanfiguren zu jedem Zeitpunkt, was genau die Einheimischen gesagt haben. Und das ist nicht immer gerade das Feinste, was man von sich geben kann.
Ein weiteres Highlight waren die Songtexte. Für einen Song erhielten die Autoren direkt die Erlaubnis, ihn zu nutzen. Bei einem anderen Song allerdings leider nicht – was sie prompt für eine Um- und Neudichtung nutzten, die besser zu den Ereignissen im Roman und der beschriebenen Szene gepasst hat. Die Worte entfalteten einen unglaublichen Sog und geisterten noch lange durch meinen Kopf.
Einige Sachen waren dagegen subtiler – wie beispielsweise, dass ich an der Sprache immer erkennen konnte, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Auch wenn ich nicht sagen könnte, woher ich es wusste, einige Figuren erhielten zum ersten Mal eigene Abschnitte aus deren Sicht. Trotzdem wusste ich sofort: “Ah, da spricht Bargh”.

Ich liebe diese Reihe und ich liebe Band 3.
Die Handlung spitzt sich immer mehr zu und es wird klarer, wie groß der epische Krieg ist, in den unsere Figuren da reingezogen wurden.
Gleichzeitig bleibe ich mit einem guten Gefühl zurück. Die allerwichtigsten Fragen wurden gelöst, die drängendsten Fäden miteinander versponnen.
Trotzdem bleiben viele Fragen offen und ich freue mich auf Band 4 und habe so manche Theorie dazu, wie es weitergehen könnte.

Offline J.H. Praßl

  • Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 128
Hey hey, Evanesca!

Hatten doch nicht mehr die Geduld bis heute Morgen zu warten und haben deine Rezension gestern spät nächtens noch gelesen! Es ist immer wieder schwer, die Freude über neue Fans zum Ausdruck zu bringen, die beim Lesen auch noch den Verstand bei der Sache haben und mitdenken, miträtseln, mitfühlen und mitschwitzen! Ihr wisst ja gar nicht, wie viel wir von euch lernen - auch im Hinblick auf die Arbeit an den Folgebänden!

"An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, mich zu langweilen oder eine Lückenbüßerszene zu lesen" - das ist natürlich ein ganz besonderes Kompliment und wir werden es ganz fest in unseren Köpfen verankern, damit wir in Zukunft weniger damit hadern, was wir dem Leser zumuten können und was nicht. Obwohl, man muss die Leser und ihre möglichen Bedürfnisse schon konsequent mitdenken - sonst läuft man Gefahr, sich als Autor bloß selbst zu unterhalten :D Und in diesem Fall wär's gscheiter, gleich beim Tagebuch zu bleiben.

Lässig auch, dass wir dich mit Rammstein und Co erreichen konnten! Das sind natürlich so "Specials", die nur für eine relativ kleine Leserschaft ein Highlight darstellen. Rammstein mögen noch viele kennen, bei Oomph und Schweisser sieht's dann schon spärlicher aus. Aber die Songs selbst transportieren einfach die "originale" Stimmung dessen, was damals im Spiel passiert ist und mussten dementsprechend auch ins Buch.

Deine Rezi ist wirklich toll geworden, Evanesca! Und wie wir wahrscheinlich schon zur Genüge deutlich gemacht haben - jeder Leser, der wie du so tief in die Chroniken abtauchen kann, ist für uns das größte Highlight überhaupt! Darum: Schön, dich gefunden zu haben! Wir hoffen, dich nächstes Jahr wieder dabei zu haben! Dann schau ma uns an, ob Chara vielleicht doch noch aus der Hüfte kommt ;)
"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein)

Offline Evanesca

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 60
    • Meine Autorenseite
Wow, das ehrt mich :D
Zitat
Ihr wisst ja gar nicht, wie viel wir von euch lernen - auch im Hinblick auf die Arbeit an den Folgebänden!
Das Lernen ist gegenseitig - gerade wenn eure Leser selbst Autoren sind ^^

Zitat
Obwohl, man muss die Leser und ihre möglichen Bedürfnisse schon konsequent mitdenken - sonst läuft man Gefahr, sich als Autor bloß selbst zu unterhalten :D Und in diesem Fall wär's gscheiter, gleich beim Tagebuch zu bleiben.
Aber jeder Leser hat andere Bedürfnisse :).Nicht hadern :).

Zitat
Das sind natürlich so "Specials", die nur für eine relativ kleine Leserschaft ein Highlight darstellen. Rammstein mögen noch viele kennen, bei Oomph und Schweisser sieht's dann schon spärlicher aus. Aber die Songs selbst transportieren einfach die "originale" Stimmung dessen, was damals im Spiel passiert ist und mussten dementsprechend auch ins Buch.
Oomph habe ich auch im CD-Regal :)

Und ich freu mich, dass die Rezi gefällt. Ich war gestern echt nervös deswegen ^^

Offline J.H. Praßl

  • Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 128
Nervös? Etwa vor unserem Urteil? Wir freuen uns doch so über jedes Feedback, sogar über die weniger guten! Und bei dir hat's ja bis jetzt sowieso nur coole Chroniken-Besprechungen gegeben! :jakka:
"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein)

Offline Kitayscha

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 21
Die Chaoskriege sind seit Hunderten von Jahren Geschichte. Doch in der Begegnung mit Hakkinen Dragati, Prophet eines Chaosgottes, zeigt sich, dass die Geschichtsbücher Lügen verbreiten. Und am Ende erkennen Bargh, Telos, Chara und Thorn, dass es das Chaos ist, das ihnen bei all ihren Schritten die Begleitmusik spielt.

Hier ist er, der lang ersehnte und nun heiß geliebte Band 3 der Chaos-Chroniken. Wieder einmal war ich hin und weg von dieser epischen Saga. Da habe ich dieses Buch schon nur Häppchenweise zu mir genommen und doch war der Schmerz nach dem Zuklappen des Buches wieder unermesslich (wo der böse Cliffhanger nicht so ganz unschuldig ist...).

Tja, wenn man wie eine Verrückte grinsend vor dem Computer sitzt, ist es wirklich schwierig dieses Gefühl in meine Tastatur zu tippen. Am liebsten würde ich einfach allen den 1. und 2. Band in die Hand drücken, den 3. kaufen sie sich dann schon von alleine :-D

Diejenigen von euch, die die ersten Beiden Bände noch nicht gelesen haben fragen sich vielleicht, warum den 1. und 2. Band und nicht einfach den 1.? Tjaaaa, das ist so eine Eigenheit der Chroniken, würde ich mal behaupten. Hier wird ein klein wenig mal das Rad neu erfunden und das Autorenpaar traut sich was: keine klar definierten Helden, Hauptcharaktere die echt nerven, eine Story die man sich erst mit den Protas erarbeiten muss, zum Teil ziemlich krasse Gewalt mit der Frage verknüpft: Was ist gut, was ist böse und lässt sich das strikt voneinander trennen? (ja, es darf Nachgedacht und Gegrübelt werden und ja, dafür gibt es sehr viele Anlässe, wenn man sich darauf einlassen möchte) und vor allem: der 1. Band ist quasi der Findungsstich in einem Kartenspiel, der Prolog einer Geschichte. Wenn man sich auf den einlässt und den 2. Teil gelesen hat ist man drin und dann kommt man auch nicht wieder los, versprochen ;-)

Mit jedem Band wächst mir diese Story (und vor allem Chara) mehr ans Herz. Gerade der Band hier hat es mir bis jetzt besonders angetan. Man erkennt die enorme Entwicklung des Schreibstils, die Ausdrucksweise wird lockerer, salopper, vielleicht sogar ein klein wenig Provokant, was so gut zu der Story passt. Denn auch diese wird offener, es gibt mehr Handlungsstränge, der Leser bekommt mehr Einblick. Wenn jemand weiß, mit den Gefühlen und der Neugier seiner Leser zu spielen, dann J.H.Praßl :-D
Aber mit ist noch mehr positiv aufgefallen, als nur der Inhalt: Das Schriftbild an sich hat sich verändert, sehr zum besseren, das Auge gleitet nun über die Zeilen und das ist für meinen Lesefluss doch extrem wichtig! Also auch ein großes Lob an den Verlag.

Was könnte ich jetzt noch schreiben ohne zu viel vom Inhalt zu verraten? Ich kann euch sagen: Es wird wieder spannend, es wird brutal, es wird rasant, es wird mitreißend, es wird lustig, aber es wird auch tödlich und düster und traurig. Lest dieses Buch, lest diese Reihe. Lasst euch auf etwas neues, anderes ein. Erweitert euren literarischen Horizont, immer nur weichgespültes kann man nicht lesen, auch wenn er nett geschrieben ist.

Wir sehen uns in Amalea...

Offline J.H. Praßl

  • Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 128
Wir haben uns zwar für deine pfiffige und tolle Rezi schon bedankt, liebe Kit! Trotzdem hier noch mal ein dickes fettes Danke von mir und Heinz! :-*

"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein)

Offline ZweiHerzen

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 43
  • Provehito in altum!
Der dritte Band des Autorenpaares J.H.Praßl legt die Latte noch höher als es der zweite Band getan hat. Weitere Missionen der Protagonisten lassen den Leser nicht nur die Welt mit ihnen erkunden, neue Völker und Rassen, neue Sprachen und geheime Künste kennenlernen, sondern führen auch tiefer in das Seelenleben der einzelnen Figuren ein. Man liebt sie, man hasst sie, man hat Mitleid und Verständnis, man ist angeekelt, man spürt ihre Leidenschaft. Auf einer Achterbahn der Gefühle wird man über das Meer getragen, in die Tundra, in den Dschungel, in die Wüste und in tiefe Stollen und unterirdische Städte.

Wer das Fantasy-Genre mag wird sich hier nicht nur heimisch fühlen, man wird auch überrascht sein, was es eigentlich noch so zu bieten hätte, wenn man sich nicht immer strikt an althergebrachte Regeln halten würde. Natürlich ist vieles von anderen Werken schon bekannt, aber die Art, wie es hier zusammengestellt wird, harmonisch in die Erzählung eingefügt wird und niemals aufgesetzt wirkt, wie es dem Leser Rätsel aufgibt bis es mit einem Erlebnis der Erkenntnis endlich enthüllt wird, spricht für das kreative und schriftstellerisch handwerkliche Talent dieser Autoren.

Wenn man leichte Lektüre haben will sollte man lieber nicht zu diesen Büchern greifen. Sie spielen nicht nur mit den schon bekannten Klischees des Genres und überraschen mit unorthodoxen Wendungen, sie fesseln den Leser auch in die Welt und lassen in nicht mehr los. So langsam entwickelt sich über diesen dritten Band hinweg auch schon ein Blick auf ein mögliches Finale, aber es sind noch zu viele Fragen offen, zu viele Rätsel zu lösen, zu viele Abenteuer zu bestehen.

Man glaubt schon, ein Meisterwerk in Händen zu halten und freut sich auf noch intensivere Charaktere, noch spannendere Ereignisse, noch überraschendere Wendungen. Aber können sie das auch über die weiteren fünf Bände aufrechterhalten? Man darf gespannt sein.
Die Grenzen meiner Welt sind die Grenzen meiner Sprache. (Tschechov, sinngemäß)


Речь человека — зеркало его самого. (Л. Н. Толстой)

Offline J.H. Praßl

  • Moderator
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 128
@ZweiHerzen: Gerade diese Woche hatte ich einen Hänger und, was die meisten Autoren nur zu gut kennen, den einen oder anderen Zweifel an der Sinnhaftigkeit dessen, was man hier tagtäglich und mit viel zu viel Leidenschaft betreibt. Das ist ganz normal und man gewöhnt sich als Autor dran. "Den Göttern sei Dank" bin ich nicht alleine und hab meinen Traum-Co-Autor und -Ehemann, der das Ganze zusammen mit mir durchzieht. Aber wenn man so drauf ist wie ich diese Woche, dann freut man sich noch so viel mehr, wenn es Leser wie dich gibt, liebe ZweiHerzen! Und überhaupt alle, die hier beim dritten Band mitgelesen und mitgeschrieben haben! Ihr seid unsere glitzernden kleinen Leserdiamanten in einem Meer aus Lesern.

Danke für deine unglaubliche Geduld und Genauigkeit beim Lesen und Analysieren der Chroniken! Deine Beiträge waren so spannend für uns! Jetzt freuen wir uns natürlich erst recht über deine positive Bewertung und die, für deine Verhältnisse, geradezu beängstigend knappe, aber vor allem treffsichere Rezi! Sie ist rund, sachlich, das gewisse Eizerl leidenschaftlich, kurz, einfach herrlich! Wir hoffen, dich hier in diesem Theater wieder zu sehen und wünschen dir einstweilen eine spannende Zeit! :-*
"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" (Wittgenstein)

 

Weblinks

Literaturschock Facebook Twitter

Internes

Mediadaten & Presse Impressum & Kontakt Datenschutzerklärung