Autor Thema: Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)  (Gelesen 864 mal)

Offline odenwaldcollies

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Ein wichtiger Punkt der Leserunden sind eure Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein – daher legen wir viel Wert darauf, dass ihr zum Abschluß euer Fazit hier einstellt.

Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen und Autoren die Attraktivität von Leserunden.de: Denkt daran, dass die Rezensionen für die Verlage die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.

Wir freuen uns, wenn der/die AutorIn ebenfalls ein Fazit zur Leserunde einstellt.

Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

Wir freuen uns auch darüber, wenn ihr eure Rezension auf Literaturschock.de veröffentlicht. Eine Anmeldung ist hierfür nicht erforderlich.
Liebe Grüße
Karin

Offline Lerchie

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Wer ist Guntram von Eggern
Im Prolog lesen wir davon, wie das Kreuz aus dem Gralsschatz entwendet worden ist. Und wie es danach in die Hände der drei Männer gekommen ist, die es – in Rahmen, Kruzifix und Kette – geteilt  haben, und sich geschworen haben, einander immer beizustehen. Genauso wie Robert de Berge bzw. seine Nachfahren, das Kreuz wieder dem Gralsschatz zuführen wollen…
Enneleyn, die uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten ist erwachsen geworden.  Und sie ist im heiratsfähigen Alter. Als eines Tages der Ritter Guntram von Eggern zu Besuch kommt, ist er ihr gleich sympathisch. Und letztendlich kommt es dann zur Hochzeit zwischen den beiden. Doch was sie in der Hochzeitsnacht erlebt, sät schon den allerersten Zweifel an ihrer Entscheidung,…
Anton, Luzias Bruder, will wieder in die Heimat zurückkehren. Er hat sich mit der Tochter eines verstorbenen Tuchhändlers verheiratet und unterwegs werden sie von Räubern überfallen… Doch er bekommt unerwartete Hilfe von einem Mann namens Wulfhard de Berge
Und danach kam es dazu, dass Anton einen Ziehsohn bekam
In Koblenz traf Anton auch auf Enneleyn, die inzwischen ja verheiratet war. Bei Guntram von Eggerns Haus konnte er etwas beobachten und hören, was einen heillosen Zorn bei ihm hervorrief…
Auf den Gütern Johann von Mantens waren in letzter Zeit immer wieder Brände ausgebrochen. Außerdem war ein junges Mädchen brutal vergewaltigt worden….
Enneleyn traute sich nicht, ihrem Vater von Guntrams Tauschaktionen bezüglich ihrer Mitgift zu berichten… Denn Guntram war ihr Gemahl und sie hatte ihm zu gehorchen, egal was er mit ihr tat….
Doch dann geschah etwas, was das Fass zum Überlaufen brachte…

Wird de Berge das Kreuz zurückbringen können? Was hat Guntram schon in der Hochzeitsnacht getan? Entkommt Anton den Räubern? Kann de Berge ihm wirklich helfen? Was hat Anton beobachtet du gehört, das ihn zornig werden ließ? Wer war der Anstifter zu den Bränden und der Vergewaltigung des Mädchens? Warum hat sich Enneleyn nicht ihrem Vater, und wenn sie davor Furcht hatte, nicht wenigstens Elisabeth anvertraut? Jeder Verwandte dachte, sie sei glücklich. Was geschah, das das Fass zum Überlaufen brachte? Alle diese Fragen und noch viel mehr, werden in diesem Buch beantwortet.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Der Schreibstil der Autorin ist, wie immer, unkompliziert und lässt Fragen, nach dem Sinn dieses oder jenes Wortes/Satzes gar nicht erst aufkommen. In der Geschichte war ich auch schnell wieder drinnen. Und in die Protagonisten konnte ich mich sehr gut hineinversetzen. Abgesehen von Guntram und Konsorten. Gleich am Anfang des Buches wurde ich wieder mit der Reliquie, dem Kreuz konfrontiert.  Und es wurde auch gleich wieder spannend. Die Heirat Enneleyns mit Guntram von Eggern, Antons Weg von Italien bis nach Koblenz, die Ehe Enneleyns…. Alles ist hervorragend aufgebaut. Auch dass Enneleyn sich nicht traute, ihrem Vater von Guntram zu berichten. Zu diesen Zeiten hatten Frauen ja nicht viel oder eigentlich gar nichts zu sagen. Auch wenn das im Hause von Manten nicht so war. Auf jeden Fall tat mir Enneleyn  furchtbar leid. Da Buch hat mir wieder super gefallen und bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und volle Sternezahl .

« Letzte Änderung: 14. November 2015, 10:56:44 von Lerchie »
Liebe Grüße
Lerchie

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Nur wer aufgibt hat schon verloren

Offline Buecherlabyrinth

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Enneleyn ist die uneheliche Tochter eines Grafen. Er hat sie zwar als seine Tochter anerkannt, trotzdem bleibt das Makel und so ist sie hocherfreut, als ein charmanter und gut aussehender Ritter sich für sie interessiert und kurz darauf um ihre Hand anhält. Doch die Liebenswürdigkeit vergeht dem edlen Mann bereits in der Hochzeitsnacht, und auch sonst führt er nicht viel Gutes im Schilde.

Anton, ein Bekannter von Enneleyn, hat sich nach Jahren entschlossen, Mailand zu verlassen, um sich wieder in Koblenz niederzulassen. Er, seine Schwester und eine weitere Freundin besitzen jeweils einen Teil eines Kreuzes, das aus Reliquien besteht. Bei Gefahr summt das Kreuz, verschafft ihnen Visionen oder warnt seine Besitzer vor Gefahr.

Sehr gut hat mir die Mystik gefallen, die durch dieses leuchtende und summende Kreuz entstanden ist. Doch das nimmt nur einen kleinen Teil des Buches ein, es bleibt hauptsächlich ein historischer Roman. Die Stimmung in der damaligen Zeit, die gesellschaftlichen Regeln und Zwänge, die Beschäftigungen und das Leben der Frauen werden sehr gut dargestellt. Allerdings nimmt die Gewalt gegen Frauen einen großen Teil der Handlung ein. Zu groß für mich, ich empfinde das als bedrückend und nicht als unterhaltsam.

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil einer Trilogie. Ich habe die ersten beiden Bücher nicht gelesen, hatte aber überhaupt keine Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen. Natürlich gibt es Erinnerungen und Gespräche über vorherige Bände, aber alles ist so geschickt in die Geschichte eingeflochten, dass das Buch genauso gut als Einzelbuch gelesen werden kann.

"Die Bastardtochter" ist gut geschrieben, angenehm und leicht zu lesen, packend. Und doch mochte ich es persönlich wegen der Gewalt nicht. Wem das nichts ausmacht, der kann eine ansonsten gelungene Geschichte aus dem Mittelalter lesen.

Offline Tiara

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Inhalt:
Koblenz, 1632: Enneleyn ist die uneheliche Tochter des Grafen von Manten. Als Bastardtochter hat sie es schwer, einen passenden Ehemann zu finden. Da trifft es sich gut, dass Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält. Sowohl Enneleyn als auch ihre Familie glauben, dass sie mit dieser Ehe das große Los gezogen hat.
Doch schon bald nach der Hochzeit zeigt Guntram sein wahres Gesicht. Er hat nämlich nicht aus Liebe geheiratet sondern verfolgt einen ganz bestimmten Plan.
Enneleyn ist in dieser Ehe natürlich alles andere als glücklich, doch kann sie sich an niemanden wenden, denn Guntram erpreßt sie, sollte sie ihrer Familie die Wahrheit sagen.

Meine Meinung:
Dies ist der letzte Teil der Kreuztrilogie. Nachdem Band 1 und 2 zu meinen Jahreshighlights 2015 gehörten, konnte ich natürlich den Abschlußband kaum mehr erwarten. Sobald ich das Buch aufgeschlagen habe, war ich auch schon wieder mitten drin in der Geschichte. Man kann die Bände zwar auch unabhängig voneinander lesen, aber ich würde doch empfehlen, sich auch die anderen Bücher anzuschauen, denn es ist so schön, wenn man weiterverfolgen kann, wie sich das Leben der Protagonisten weiterentwickelt. Zudem sind Begebenheiten aus Band 1 richtungsweisend im letzten Band, was mir sehr gut gefallen hat.
Luzia und Elisabeth sind weiterhin äußerst sympathische junge Frauen und ich finde ihren Zusammenhalt beneidenswert. Auch Enneleyn ist inzwischen zu einer hübschen jungen Frau herangewachsen. Ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, sie hat sich von einem schüchternen Mädchen zu einer taffen jungen Frau entwickelt, die zum Schluß über sich selbst hinauswächst. Tapfer erträgt sie ihr Schicksal, um für ihre Familie das Beste zu erreichen und denkt überhaupt nicht an sich selbst.
Auch Luzias Bruder Anton hat es in Italien weit gebracht und ist auf dem Rückweg nach Koblenz, wo er sich endgültig häuslich niederläßt. Er bringt Palmiro, einen italienischen Gassenjungen mit, der sich sehr schnell in mein Herz geschlichen hat.

Petra Schier hat einen süchtig machenden Schreibstil, der es mir fast unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Die Charaktere sind so lebendig und zum greifen Nahe beschrieben, man fühlt sich als Teil davon und lacht, lebt, leidet und liebt mit ihnen mit.
Vor allem Guntram, der ja wirklich der Teufel in Person ist, hat mir manchmal die Haare zu Berge stehen lassen und ich hätte ihn am liebsten eigenhändig erwürgen mögen.
Die Geschichte nimmt von Seite zu Seite an Fahrt und Spannung auf und am Ende hat mich der perfekte Schluß erwartet.
Ich finde es so schade, dass die Trilogie nun zu Ende ist, die Autorin hätte 10 Bände schreiben können, ohne mich zu langweilen.

Ich möchte diese Trilogie wirklich allen ans Herz legen. Sie ist eine gute Mischung aus hist. Roman, Krimi und Liebe.   :buchtipp:

Vielen Dank an alle Mitleserinnen für die wirklich tolle Leserunde. Mir hat sie sehr gut gefallen. Ein ganz besonderer Dank an Dich Petra, es ist immer so herrlich, wenn Autoren aus dem Nähkästchen plaudern. Und das mit den selbständigen Figuren hat mir besonders gut gefallen.  :)

Meine Rezension ist auch noch hier zu finden:
https://www.amazon.de/review/R2ZAR8KN6VVOBW/ref=cm_cr_rdp_perm
http://www.literaturschock.de/literatur/belletristik/gegenwartsliteratur/petra-schier-die-bastardtochter
http://www.ullis-buechercafe.at/wbb/index.php?page=Thread&threadID=7559&s=0fcbc444b6a7dd359d53f1686defd969f0c62593
http://www.lovelybooks.de/autor/Petra-Schier/Die-Bastardtochter-1187661223-w/rezension/1205684191/
https://www.facebook.com/karin.schranner.7
http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,38483.0.html
https://www.buecher.de/go/my_my/my_ratings/

LG Karin

« Letzte Änderung: 10. Dezember 2015, 18:59:12 von Tiara »


buecherliebhaber

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Im dritten Teil der Kreuz-Trilogie geht es um Enneleyn, die uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten. Bis zu ihrem zehnten Lebensjahr wächst sie bei ihrer Mutter, einer Schankmagd, auf. Dann holt Johann von Manten sie zu sich ins Haus und erkennt sie als seine Tochter an. Das ist schon ein ganz großer Schritt und trotzdem bleibt ihr als Bastardtochter die gesellschaftliche Akzeptanz verwehrt.

Guntram von Eggern, nach außen ein liebenswerter und geachteter Ritter, hält um ihre Hand an. Nichts Böses ahnend nehmen Enneleyn und auch ihr Vater die Werbung an und sie wird die Frau von Guntram von Eggern. Schon kurz nach der Hochzeit soll sich herausstellen, welch böses Spiel er treibt - vor aller Welt verbirgt er seine dunklen Seiten - nur Enneleyn offenbart er sich. Nur sie weiß um seine Brutalität, Machtgier und um seinen großen Plan alle ins Unglück zu stürzen...

Nachdem ich bereits die ersten beiden Teile der Kreuztrilogie gelesen hatte, war ich natürlich wieder neugierig auf den dritten Teil. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin Petra Schier schaffte es wieder, mich von der ersten bis zur letzten Seite an die Geschichte zu fesseln. Hätte ich dieses Buch nicht um Zuge einer Leserunde gelesen und musste mich dadurch immer etwas zügeln hätte ich es wohl in einem Rutsch durch gehabt. Ich war so gespannt und neugierig, wie die Geschichte für Enneleyn und ihre Lieben ausgeht, dass ich es kaum erwarten konnte.

Es war schon von Vorteil, wenn man die ersten Teile gelesen hat, so war man sehr schnell wieder in der Geschichte drin und an die Personen gewöhnt. Man kannte den Großteil der Charaktere ja schon aus den Vorbüchern. Aber ich glaube auch wenn man die ersten beiden nicht gelesen hätte, wäre dieses Buch ein Lesegenuß gewesen. Der Schreibstil der Autorin trägt alleine dazu bei, dass man der Geschichte gut folgen kann und sich schnell in die Charaktere hineindenkt und mitfiebert.

In Petra Schiers Büchern erfährt man als Leser neben der sich ständig steigernden Spannung auch einiges aus dem Alltagsleben der damaligen Zeit. Auch wenn ich Enneleyn aus heutiger Sicht nicht wirklich verstehe, hat die Autorin es geschafft, einem die Zeit so nahe zu bringen, dass man ihre Verhaltensweisen trotzdem nachvollziehen kann.

Von mir gibt es für dieses Buch auf alle Fälle eine klare Leseempfehlung. Und ich werde die weiteren Werke der Autorin Petra Schier weiter im Auge behalten, es hat sehr viel Spaß gemacht dieses und auch die anderen beiden Teile der Trilogie zu lesen.

Offline Avila

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Die Kreuz-Triologie geht weiter. Diesmal dreht sich die Geschichte um Johann von Martens Tochter, Enneleyn. Mit dem Makel der Bastardtochter versucht Johann von Marten eine möglichst gute Partie für sie herauszuschlagen. Als sich der vornehme und liebenswerte Ritter Guntram vorstellt, ist es um Ennelyn schnell geschehen und bittet ihren Vater um Zustimmung des Heiratsantrags.
Währenddessen kommt Luzias Bruder Anton aus Italien zurück - als reicher Mann und mit einem gewitzten Ziehsohn. Er will seinen Lebensmittelpunkt nach Koblenz verlegen, um zurück in die familiären Kreise zu kehren.
Dabei stößt die Kreuz-Reliquie seltsame Warnung aus. Doch wovor will es die Freunde diesmal warnen?

Im dritten Teil dreht sich alles um das Schicksal von Enneleyn und Anton. Zwei Randfiguren kommen hier in den Mittelpunkt. Sehr schön und völlig anders als die bisherigen Figuren werden diese beiden skizziert. Mir gefällt die Bandbreite an Charakteren mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Enneleyn war dabei ein wohl durchschnittlicher Charakter, stark auf ihre Art und eigenwillig, die sich ihrem Schicksal fügen will und nicht für etwas besseres kämpfen möchte, da es ihr nicht zu steht. Diese Art von Charakter fand ich in einem historischen Roman doch mal sehr erfrischend, da sonst doch immer von sehr unkonventionellen Frauen berichtet wird. Enneleyn hingegen möchte keine Skandale, da der Makel des Bastard schon zu sehr an ihr haftet.
Anton ist mal ein ganz anderer Mann, emotional und sensibel. Ein schöner Gegensatz, der gerne für seine Gefühle sich einsetzt und so auch einen Straßenjungen aus Mailand kurzerhand mitnimmt und aufzieht. Da sieht man seine gefühlvolle Seite schon deutlich. Aber gerade das macht diese Person so interessant und liebenswert.
Aber auch die uns schon bekannten Personen tauchen wieder auf. Für alle, die die Vorgänger nicht gelsen haben, wird in kurzen Gesprächen und Szenen die Geschichte der Personen in ein paar Sätzen erklärt, so dass man auch ohne Vorkenntnisse einsteigen kann. Doch macht das Lesen mehr Spaß, wenn man die anderen beiden Bücher schon kennt, finde ich. Den verschiedenen Charakterzügen der Personen wird treu geblieben und es ist schön zu erfahren, wie es denen weiterhin ergeht.

Der Plot ist spannend aber realistisch aufgebaut. Es gibt ein paar Wendungen, wobei mir die Plots von den anderen Büchern ein bisschen besser gefallen haben. Dafür war hier das Personenspektrum toll und glich das wieder voll und ganz auf. Auch die kleinen Schilderungen des mittelalterlichen Lebens und Alltags haben mir hier wieder gut gefallen. Petra Schier schafft es, mit kleinen Szenen einen interessanten Eindruck zu geben und die gut recherchierten Fakten fast unbewusst in die Geschichte einzuweben.

Alles in allem also ein schöner Abschluss der Triologie!

Offline PetraSchier

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Da es hier nun doch recht ruhig geworden ist, gehe ich davon aus, dass alle oder fast alle mit dem lesen durch sind. :)

Ich möchte mich ganz herzlich bei euch und den Moderatoren für die schöne und interessante Leserunde bedanken. Wie immer hat es viel Spaß gemacht, mit euch gemeinsam mein Buch zu lesen und eure Sichtweisen auf die Geschichte kennenzulernen. Auch für die Rezensionen bedanke ich mich von Herzen.

Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder hier zu einer Leserunde. Vielleicht ja sogar zum 6. Band meiner Adelina-Reihe (Vergeltung im Münzhaus), der kommendes Jahr erscheinen wird.

Liebe Grüße
Petra

Offline odenwaldcollies

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Liebe Petra, wir haben herzlich zu danken, dass du die Runde hier wieder so toll begleitet hast. Und wir würden uns ebenfalls freuen, zu einem deiner nächsten Bücher wieder eine Leserunde zu organisieren.

Liebe Grüße
Karin

Offline Klusi

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Hier nun endlich auch meine Rezension. Auch von mir ein herzliches Dankeschön für deine informative geduldige Begleitung der Leserunde, liebe Petra.

Meine Meinung:
Im letzten Teil der Kreuz-Trilogie, der im Jahr 1362 in Koblenz spielt, geht es in der Hauptsache um Enneleyn, Johann von Mantens uneheliche Tochter. Zwar hat sie im Haushalt ihres Vaters und ihrer Stiefmutter Elisabeth liebevolle Aufnahme gefunden, aber gesellschaftlich fühlt sie sich nicht anerkannt. Sie ist nicht wenig geschmeichelt, als der Ritter Guntram von Eggern um sie freit, und sie stimmt einer Heirat mit ihm zu. Selbst als Enneleyn merkt, dass ihr Mann grausam und ganz anders ist, als er sich nach außen hin gibt, hält sie an ihrem Eheversprechen fest und erduldet alles, was ihr Guntram zumutet. Der Grund für ihre Duldsamkeit ist, dass sie ihren Vater nicht enttäuschen möchte, denn der Makel ihrer unehelichen Geburt haftet an ihr, und sie möchte den Menschen, die sie liebt, keine weiteren Unannehmlichkeiten bereiten,  denn eine Auflösung der Ehe, in der sie mehr als unglücklich ist, würde einen Skandal hervorrufen.
Enneleyns innere Zerrissenheit ist sehr gut dargestellt, und in mancher Hinsicht kann man sie auch verstehen, obwohl sie es mit Gehorsam und Demut schon oft allzu genau nimmt. Wenn man Guntram von Eggern jedoch im Lauf der Handlung immer besser kennen lernt, versteht man, dass Enneleyn auch aus Angst so handelt, denn sie möchte Freunde und Familie nicht in Gefahr bringen.

Wie man es von der Autorin gar nicht anders erwartet, sind auch hier wieder alle Charaktere sehr lebendig und ausführlich dargestellt, so dass man fast meint, die beschriebenen Menschen selbst zu kennen. Es gibt ein Wiedersehen mit vertrauten Personen aus den ersten beiden Bänden, aber es kommen auch neue, zum Teil sehr liebenswerte Charaktere, dazu.
Sehr gut hat mir auch hier wieder gefallen, dass man viel über das alltägliche Leben im vierzehnten Jahrhundert erfährt und sich alles lebhaft vorstellen kann, denn man wird mit hineingenommen, in das Familienleben der Von Mantens und der Kaufleute Luzia und Martin Wied, die man aus dem zweiten Band kennt. Natürlich erhält man auch Einblicke in Enneleyns Haushalt, wenn auch diese von eher unschöner Natur sind, denn auf die Erfahrungen der jungen Frau in ihrem trostlosen Eheleben kann man gerne verzichten.
Auch wenn es der letzte Teil einer Trilogie ist, kann man diesen Roman jederzeit für sich lesen, ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben, denn Petra Schier lässt immer kleine Details und Rückblenden aus den ersten Teilen einfließen, die Neueinsteigern alles Wissenswerte von früher erklären und auch denjenigen, die vor längerer Zeit die ersten Bücher gelesen haben, eine kleine Erinnerungsstütze bieten. Mir ging es so, dass ich einige Sachverhalte im Lauf der Jahre vergessen hatte, denn immerhin ist es fast vier Jahre her, dass ich „Die Eifelgräfin“ gelesen habe. Aber während des Lesens kamen dann die Erinnerungen wieder, so dass ich keinerlei Probleme hatte, die Zusammenhänge zu damals herzustellen. Aber ich empfehle doch, die Trilogie der Reihe nach zu lesen, wenn man noch keines der drei Bücher kennt. Man hat dann einfach noch mehr davon.

Das Besondere und Außergewöhnliche dieser Trilogie ist eine Verbindung durch ein magisches Kruzifix, welches im Jahr 1148 von drei Männern, bei ihrer Beute aus dem damaligen Kreuzzug, vorgefunden wurde. Im Angesicht des Kreuzes schworen sich die Drei auf ewig Freundschaft und gegenseitigen Schutz für ihre Familien.
Seit damals war  die Reliquie im Besitz der Nachfahren dieser Männer, und es warnte die Besitzer vor nahenden Gefahren. Wieso das Kruzifix ausgerechnet am Tag von Enneleyns Verlobung wieder anfängt, zu vibrieren und zu leuchten, erfährt man in diesem fesselnden Roman, den man schon nach wenigen Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen mag und in dem die Kreuz-Trilogie einen schönen und zufriedenstellenden Abschluss findet.

 :daumen: :daumen: :daumen: :daumen: :daumen:

Meine Rezension erscheint unter folgenden Links:
Auf meinem Blog "Klusi liest"
Bei Lovelybooks
Bei Amazon
Im Literaturschock Bücherforum
Bei der Histocouch
« Letzte Änderung: 20. November 2015, 21:06:08 von Klusi »
Liebe Grüße
 Susanne

Offline Musatecna

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Die Bastardtochter

Nach „Die Eifelgräfin“ und „ Die Gewürzhändlerin“ ist „Die Bastartochter“ der Abschluss der Trilogie um die Kreuzreliquie des Zachäus.
Im Mittelpunkt steht die junge Enneleyn, die als unehelich geborene Tochter vom Grafen Johann von Manten anerkannt wurde und in dessen Haushalt lebt.
Als der Ritter Guntram ihr den Hof macht und sie schließlich heiraten will,  willigt sie gerne ein.
Doch noch der Hochzeit entpuppt sich der Ehemann, der nach außen den liebeswürdigen Mann spielt, als ein ganz anderer Mensch, der seine junge Ehefrau brutal behandelt und unterdrückt.
Doch Enneleyn hat durch ihre liebenswürdige Art einige gute Freunde.

Mein Leseeindruck

Nachdem ich die ersten beiden Bände schon geliebt habe, freute ich mich ganz besonders auf den letzten Teil dieser Trilogie.
Schon nach den ersten Seiten war es mir, als würde ich nicht lesen, sondern würde gute alte Freunde wiedertreffen.
Der Autorin gelingt es auf besondere Art, den Personen in ihren Romanen Leben einzuhauchen, man leidet , hofft und liebt mit Enneleyn.
Auch die Charaktere , die man bereits aus den anderen Bänden kennt, finden ausreichend Platz ihre Geschichten weiterzuerzählen.
Besonders angetan hat es mir aber der Charakter des kleinen Palmiro.

Fast war ich etwas traurig, die letzte Seite gelesen zu haben und Abschied nehmen musste.
Man kann dieses Buch zwar lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen, aber man würde sehr viel Lesespaß  versäumen.
Für Freunde historischer Romane ist die Autorin Petra Schier immer zu empfehlen

Offline PetraSchier

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Danke, ihr Lieben! Die Runde hat mir wieder so viel Freude bereitet. Ich bin immer wieder gerne hier zu Gast. Vielleicht nächstes Jahr dann auch wieder zum sechsten Band meiner Adelina-Reihe "Vergeltung im Münzhaus". :-)

Offline Svanvithe

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    • Svanvithe
Nach ein paar Schwierigkeiten habe ich es nun auch geschafft, die Leserunde mit meinen Beiträgen in allen Abschnitten zu beenden. Ich bedanke mich für das Verständnis und die Begleitung in diesem Meinungsaustausch :). Wie immer habe ich neben der Geschichte auch weitere Informationen "mitgenommen".
Das Leben ist das schönste Märchen. Hans Christian Andersen

Offline PetraSchier

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Ich habe deine Ausführungen, wie alle übrigen auch, mit großem Interesse gelesen.  :)

 

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