Autor Thema: 03 - Seite 148 bis 217 (bis 6. Juli)  (Gelesen 688 mal)

Online Dani

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Hier könnt ihr zum Inhalt von Seite 148 bis 217 (bis 6. Juli) schreiben.
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« Letzte Änderung: 01. Mai 2016, 12:07:23 von Dani »
Liebe Grüße
Dani

Offline Jaqui

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Sorry wenn ich vorpresche. Das Buch hat mich nur komplett in seinen Bann gezogen  8)

Zu Sarah - kann man echt so laufen? Das müssen ja höllische schmerzen sein.
Ist es nicht besser man hört auf. So verbissen kann man ja nicht sein. Auch wenn man sich was beweisen will. Aber das wäre mir persönlich zu viel.

Hat jeder am camino sein eigenes Tempo? Will man nicht mal zusammen laufen und tratschen? Ich kann mir diese Einsamkeit des Weges so schwer vorstellen. Vielleicht weil ich derzeit nie allein bin. 24/7 hab ich meinen zehn Monate alten Sohn um mich. Nachmittags kommt mein dreijähriger aus dem Kindergarten noch dazu. Es ist schon ein Wahnsinn in ruhe duschen zu können wenn mein mann daheim ist.

Fragt wirklich jeder nach dem Grund den camino zu gehen?

Der streit am Telefon klingt nicht gut. Hoffentlich hat sich mittlerweile alles wieder eingerenkt.

Es ist für mich total entspannend das Buch zu lesen. Ich genieße es richtig.
« Letzte Änderung: 03. Mai 2016, 16:50:08 von Jaqui »

Offline Jaqui

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Jetzt hab ich eine eher allgemeine Frage.

Bist du kein einziges mal in Versuchung geraten und hast dir gedacht: scheiß drauf. Bevor ich jetzt so labbrige Pommes runter würg ess ich halt was vegetarisches.

Offline Myosotis

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Ich finde es immer wieder spannend zu lesen,  dass Menschen,  die sich vorher nicht kannten,  hier  immer wieder treffen und Zeit verbringen und Geschichten austauschen.

Besonders schmunzeln musste ich übrigens, als ich gestern bei uns in der Stadt die Pilger Muschel gesehen habe. 

Und heute Abend gab es,  inspiriert durch die Beschreibungen der mediterranen Küche, leckeres Foccacia mit Hummus Aufstrich und Bulgursalat! Vegan!  ;)

Was mich auch noch interessieren würde : du gehst ja sehr offen damit um,  dass du auch um Vorurteile weißt z.B. wegen der Gesichtstattoos. (Ich habe gar keine wahrgenommen und muss mir das Foto von dir vom Anfang noch mal ansehen ;)).
Hat dir das schon öfter mal 'Probleme' bereitet? Was bedeuten die Tattoos für dich;  wenn die Frage zu persönlich ist,  und du nicht darauf antworten möchtest,  bitte einfach ignorieren.

Ich finde es übrigens großartig,  dass du den Mut hattest, mit dem Taxi zu fahren und es Dir recht zu machen bzw.  dass du auf deinen Körper gehört hast!  Ich als Jemand, der es immer erst anderen rechtmachen würde bevor ich an mich und meine Bedürfnisse denke,  finde,  dass das ein guter Schritt ist!  Das wäre definitiv auch etwas,  was zu meinen Lernaufgaben gehören würde;  sollte ich es wirklich schaffen,  den Camino mal zu gehen. ..

Was mir besonders gut gefällt: PMA all day! 

Offline Myosotis

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Jetzt hab ich eine eher allgemeine Frage.

Bist du kein einziges mal in Versuchung geraten und hast dir gedacht: scheiß drauf. Bevor ich jetzt so labbrige Pommes runter würg ess ich halt was vegetarisches.

 ;D

So was ähnliches hab ich mich auch schon gefragt. Aber generell bin ich davon angetan, dass der vegane Gedanke doch relativ einfach, auch auf dem Camino, in die Welt zu tragen ist!

Offline Jaqui

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Ich finde es übrigens großartig,  dass du den Mut hattest, mit dem Taxi zu fahren und es Dir recht zu machen bzw.  dass du auf deinen Körper gehört hast!  Ich als Jemand, der es immer erst anderen rechtmachen würde bevor ich an mich und meine Bedürfnisse denke,  finde,  dass das ein guter Schritt ist!  Das wäre definitiv auch etwas,  was zu meinen Lernaufgaben gehören würde;  sollte ich es wirklich schaffen,  den Camino mal zu gehen. ..

Ich würde wahrscheinlich immer nur im Taxi sitzen  :-[

Offline Caren

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Das Buch liest sich einfach herrlich! Stefano hat die Mission, den veganen Lebensstil bekannter zu machen und er stürzt sich mit voller Wucht ins Geschehen! Andere sind völlig geschafft von den Etappen, er kocht noch für andere Leute und begeistert sie für Veganer Essen.

Erschreckend, wie rücksichtslos sich manche Menschen in den Herbergen benehmen! Ich habe früher öfter auf Berghütten übernachtet, da kann ich auch ein Lied singen von der Rücksichtslosigkeit anderer. Wenn man schnarcht, dafür kann man nichts. Aber lautstarke Unterhaltungen mitten in der Nacht z. B. müssen doch nicht sein, oder?

Auf dem Weg ist er gerne allein und überlässt sich seinem "Gedankenkarussell" ("Jakobsche Konfrontationstherapie"). Da stören dann Leute wie dieses plappernde Pärchen ohne Gepäck.  >:(

Dass er wegen seiner Gesichtstattoos Rassismus am eigenen Leib erfahren muss, finde ich schon krass. Aber leider gibt es immer noch Vorurteile gegenüber tätowierten und gepiercten Leuten. Bei uns war erst kürzlich eine Debatte in den Medien. Da wollte ein Firmenchef keine Leute mit Tattoos und / oder Piercings einstellen. Als ob die IM Kopf weniger Inhalt hätten, nur weil sie nicht "normal" aussehen.
Bei der Begegnung mit den betrunkenen Jugendlichen verschafft ihm sein Tattoo allerdings Respekt.  ;D


Liebe Grüße, Caren

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Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.

(Charles-Louis de Montesquieu)

Offline SABO

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Sorry wenn ich vorpresche. Das Buch hat mich nur komplett in seinen Bann gezogen  8)
Zu Sarah - kann man echt so laufen? Das müssen ja höllische schmerzen sein.
Ist es nicht besser man hört auf. So verbissen kann man ja nicht sein. Auch wenn man sich was beweisen will. Aber das wäre mir persönlich zu viel.
Hat jeder am camino sein eigenes Tempo? Will man nicht mal zusammen laufen und tratschen? Ich kann mir diese Einsamkeit des Weges so schwer vorstellen. Vielleicht weil ich derzeit nie allein bin. 24/7 hab ich meinen zehn Monate alten Sohn um mich. Nachmittags kommt mein dreijähriger aus dem Kindergarten noch dazu. Es ist schon ein Wahnsinn in ruhe duschen zu können wenn mein mann daheim ist.
Fragt wirklich jeder nach dem Grund den camino zu gehen?
Der streit am Telefon klingt nicht gut. Hoffentlich hat sich mittlerweile alles wieder eingerenkt.
Es ist für mich total entspannend das Buch zu lesen. Ich genieße es richtig.
Ok..da hab ich ja jetzt überall was zu kommentieren..der Reihe nach:
Ohja, es geht schnell, jedesmal, wenn ich hier reinschaue, merke ich, das ich die Etappe..bzw Abschnitt, schon "gelaufen" bin..
Ja, Sarah, ist eine ganz besondere Pilgerin, jedesmal, wenn Stefan von den Blasen erzählt, denke ich, er müsste sie in eine Apotheke schicken, aber ja, so verbissen kann man sein, vielleicht ist es ihre einzige Chance..
Ja, ich denke schon, das jeder sein eigenes Tempo finden muss, zusammen zu gehen klingt verlockend, aber wer weiß, ob man sich hinterher noch genauso gut leiden kann? Tratschen, na, ich weiß nicht, ich glaube, ich liefe auch lieber alleine, jeder, der diesen Weg geht, hat seine Gründe. Oder halt wirklich nur ab und zu, die neuen Bekanntschaften, die sich dann wieder verlieren und gut. Vielleicht solltest du das mal ausprobieren, alleinsein, vielleicht mal eine lange Wanderung, nur du und du und auch kein Handy, Gedanken ordnen..genauso, wie Avocados ausprobieren.  ;)
Ich weiß nicht, ob ich fragen würde, ich glaube eher, es wird erzählt, wer nicht fragt, findet das heraus..
Ja telefonieren mit daheim kann stressig sein, ich denke, ich würde mein Handy immer abschalten, würde aber öfter eine "Alles ok-sms" versenden.
Das Buch ist chillig, das ist wahr!  :)


Offline SABO

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Ich glaube Stefan hatte keinen guten Tag und als er dann die Avocados umstieß, kann ich mir denken, das die Asiatin selbst nicht genug Englisch könnte um mit Stefan zu kommunizieren. Ich glaube, wenn ich einen "wilden Mann" in mein Geschäft kommen sehe, behandle ich ihn als Kunden garantiert nicht so entspannt, als wenn eine alte Oma mit einem Krückstock hereinkäme. Das ist einfach Berufskrankheit, denke ich, da darf man sich nicht gekränkt fühlen, was man aber in dem Moment wahrscheinlich tut, man sollte dem Ganzen im Nachhinein wirklich nicht genug Raum geben, das es eine so schöne Sache, wie die Wanderung auf dem Camino trübt. Ich hatte auch einmal den absolut chilligsten Moment meines Lebens, ich stand in einem rießigen See und die Sonne kräuselte leichte Silberschatten auf das Wasser, es war so angenehm warm, ich war weit weg und alle Anspannung fiel von mir, unweigerlich liefen mir ein paar Tränen herunter, weil es so eine heftige Erkenntnis war. Ich kam am nächsten Tag wieder und ein paar eklige Einheimische vermiesten mir den ganzen Tag und die schöne Erinnerung dazu. Ich sehe immer in meiner Erinnerung diesen blöden Windsurfer, der aussah, wie ein Froschmann mit Kaiser-Wilhelm- Bart.. Man sollte so etwas ganz schnell vergessen und nie mehr versuchen ein perfektes Erlebnis zu wiederholen.
Eigentlich möchte man meinen, das die Leute in den Geschäften freundlich zu den Pilgern sind, oder?
Die Avocados hätte ich ihr vor die Tür gelegt, so ein "mieses Karma" hätte ich auch nicht essen wollen.

Offline Ette

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Zu Sarah: Ihr Wille durchzuhalten ist schon außergewöhnlich, für mich persönlich schon fast grenzwertig, zumal ich mich dann frage, wo der Wille aufhört und wo selbstzerstörerisches Verhalten anfängt. Sie scheint einen ungebrochenen Glauben an Gott zu haben. Ob der ihr dabei geholfen hat, diese Strapazen zu überstehen? Gerade wenn man auf rohem Fleisch läuft, kann es doch auch zu irreparabellen Schädigungen kommen. Hast du noch Kontakt zu ihr, Stefano? Wie ist es ihr im Nachhinein gesundheitlich ergangen? Ich würde sie gern mal persönlich kennenlernen wollen um verstehen zu können, wie man das aushalten kann.

Ich kann gut verstehen, wieso man den Weg allein gehen möchte. Ich könnte mir nicht vorstellen stetig jemanden an meiner Seite zu haben, der meine schlimmsten Momente miterleben müsste. Das würd ich niemandem antun wollen. Der Weg wäre für mich eine Art "Therapie", mich mit meinem eigenen Schweinehund befassen zu müssen. Vor seinem eigenen Schatten ist bekanntlich kein Entrinnen. Schön zu lesen, dass du dich da immer wieder zu fangen gewusst hast, Stefano. :)
Wie würdest du die Gefahr einschätzen, dass diese Selbsttherapie nach hinten losgehen kann?

Offline Myosotis

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Das ist eine ziemlich interessante Frage! Es kann ja wirklich sein, dass man Erkenntnisse hat und die dann einfach zu viel, zu schlimm. .. werden.
Gibt es eigentlich irgendwelche Statistiken oder Erfahrungswerte, wieviele Menschen den Weg abbrechen?

Ich glaube, für mich käme auch nur in frage,  den Weg für mich alleine zu laufen. Ich denke, ansonsten würde ich mich nicht auf mich konzentrieren können.

Offline Caren

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Das ist eine ziemlich interessante Frage! Es kann ja wirklich sein, dass man Erkenntnisse hat und die dann einfach zu viel, zu schlimm. .. werden.
Gibt es eigentlich irgendwelche Statistiken oder Erfahrungswerte, wieviele Menschen den Weg abbrechen?

Ich glaube, für mich käme auch nur in frage,  den Weg für mich alleine zu laufen. Ich denke, ansonsten würde ich mich nicht auf mich konzentrieren können.

Wenn, dann würde ich auch alleine gehen wollen. Der Sinn ist ja Woh, zu dich selbst zu finden, und das geht nicht, wenn man mit seinem Partner oder sonst jemandem zusammen läuft. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass man getrennt wandert und sich abends trifft.
Liebe Grüße, Caren

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